Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Französischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
Klinik · Traumanotfall
Wenn ein brutales, schockierendes oder bedrohliches Ereignis eintritt, reagieren wir nicht alle auf dieselbe Weise. Manche Menschen finden nach und nach ihr Gleichgewicht wieder, während andere länger anhaltende Symptome entwickeln, mitunter bis hin zur posttraumatischen Belastungsstörung. Ein Faktor spielt dabei eine entscheidende Rolle: soziale Unterstützung.
Genau das ist der zentrale Gedanke, den Stéphanie Khalfa in diesem Interview entwickelt. Man kann nicht verhindern, dass traumatische Ereignisse geschehen, aber man kann sehr früh intervenieren, um ihre Folgen zu begrenzen. Und diese frühe Intervention besteht nicht unbedingt darin, das Geschehene im Detail erzählen zu lassen. Im Gegenteil: Das Ereignis zu früh wiedererleben zu lassen, kann die Belastung mitunter verschlimmern. Es geht um etwas anderes: der Person zu helfen, rasch ein Mindestmaß an innerer Sicherheit, Stabilität und Beruhigung wiederzufinden.
Das MOSAIC-Gruppennotfallprotokoll wurde nach dieser Logik konzipiert. Es handelt sich um einen strukturierten Interventionsrahmen in neun Schritten, der idealerweise in den 24 bis 48 Stunden nach einem potenziell traumatisierenden Ereignis eingesetzt wird. Seine Besonderheit besteht darin, über den Körper, die Empfindungen, die Koregulation und die Beziehung zu arbeiten statt über den detaillierten Bericht des Traumas.
Konkret beginnt das Protokoll mit einer Phase der Rahmung und Psychoedukation. Es wird daran erinnert, dass Angstreaktionen automatisch und äußerst schnell ablaufen und nicht auf einer willentlichen Entscheidung beruhen. Fliehen, Erstarren oder Kämpfen sind keine überlegten Entscheidungen: Es sind Überlebensreaktionen. Diese Klarstellung ist grundlegend, denn sie verringert sofort die Scham, die Schuldgefühle und das Unverständnis, die viele nach einem Schock empfinden.
Anschließend richtet sich die Arbeit auf die Ressourcen. Die Teilnehmenden werden eingeladen, sich eine Person, ein Tier oder eine für sie wichtige unterstützende Figur zu vergegenwärtigen. Dann folgt eine Phase der Koregulation, insbesondere durch gemeinsames Atmen zu zweit, um dem Nervensystem zu helfen, in einen stabileren Zustand zurückzukehren. Das Protokoll führt zudem alternierende bilaterale Stimulationen ein, die anschließend genutzt werden, um erwünschte innere Empfindungen wie Sicherheit, Festigkeit, Entspannung oder Wärme zu verstärken.
Einer der interessantesten Punkte dieses Ansatzes ist diese Verschiebung des Blicks: Man fragt nicht zuerst „Was ist passiert?“, sondern eher:
Diese Logik verändert die Intervention grundlegend. Sie ermöglicht ein schnelles, haltgebendes Handeln, das das Tempo jeder einzelnen Person respektiert, auch in der Gruppe.
Das Protokoll geht noch weiter, indem es den Personen hilft, diese wohltuenden Empfindungen mit einem Bild und dann mit einem Wort zu verknüpfen. So lässt sich verstärken, was während der Sitzung als Ressource erlebt wurde, und die Teilnehmenden erhalten einen konkreten Halt, den sie danach zu Hause wieder nutzen können.
Die abschließende Nachbesprechung betont im Übrigen, wie wichtig es ist, diese Übungen in den folgenden Tagen fortzusetzen und dabei auf bestimmte Anzeichen zu achten:
Halten diese Symptome an, wird eine Weiterverweisung an eine in Psychotraumatologie ausgebildete Fachperson notwendig.
Was dieses Interview gut zeigt: Nach einem Trauma ist das Dringende nicht, alles zu sagen. Das Dringende ist oft, wieder ein wenig Verankerung, Sicherheit und Verbundenheit zu finden. Und in diesem Prozess ist soziale Unterstützung kein bloßes „Extra“: Sie ist Teil der therapeutischen Antwort selbst.
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Das vollständige Interview ist unten zu sehen.
So zitieren Sie diesen Artikel
Besse, J. (2026, 12. April). Traumatisme psychologique : que faire dans les 24 à 48 heures qui suivent ? — Stéphanie Khalfa. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/fr_FR/articles/traumatisme-psychologique-que-faire-dans-les-24-a-48-heures-qui-suivent-stephanie-khalfa
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