KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Journal of Solution Focused Practices · Debatte

SFBT 2.0: Die nächste Generation der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie ist bereits da

Dieser Beitrag möchte die Entwicklungen der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie (Solution Focused Brief Therapy, SFBT) im vergangenen Jahrzehnt bündeln. Ich komme zu dem Schluss, dass wir bereits die Ankunft einer Art neuer Form der SFBT erlebt haben, die konsequent auf Beschreibungen ausgerichtet und in ihrer Form noch einfacher ist als die ursprüngliche SFBT, die Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und ihr Team entwickelt haben. Diese neue Form ist im Hinblick auf die Prioritäten und die Ausrichtung ihrer Begründerin und ihres Begründers zweifellos noch SFBT, hat aber auch viele Elemente hinter sich gelassen, die in der Anfangsphase aus den vorangegangenen Traditionen der Familientherapie und der Kurzzeittherapie übernommen worden waren. Vorgeschlagen wird der Name „SFBT 2.0“, um Verwechslungen mit früheren Formen zu vermeiden und zugleich festzuhalten, dass es sich nicht um eine neue Therapie handelt, sondern um eine wichtige Weiterentwicklung der bestehenden Praxis.

Verfasst von Mark McKergow, Centre for Solutions Focus at Work, EdinburghErstveröffentlichung in Journal of Solution-Focused Brief Therapy, 2016Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von SFBT 2.0: The Next Generation of Solution-Focused Brief Therapy Has Already Arrived von Mark McKergow, erschienen in Journal of Solution-Focused Brief Therapy (2016), doi: 10.59874/001c.75089, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für die Online-Lektüre neu gesetzt, ergänzt um Zwischenüberschriften, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Überprüfen lässt sich das nur, wenn wir von Anfang an eine Unterscheidung treffen.

Mark McKergow

Eine Veränderung bemerken, die bereits geschieht

In der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie (SFBT) wird oft die Frage gestellt: „Woran würden Sie merken, dass das Wunder geschehen ist?“ Das ist ganz und gar nicht dasselbe wie die Frage, wie man das Wunder herbeiführt – es gleicht eher einem Sprung in die Zukunft, um zu erkunden, welchen Unterschied das Wunder im Alltag macht. Es führt zu einem Gespräch darüber, Veränderung zu bemerken, statt sie aus dem Nichts anzustreben – darüber, zu entdecken, dass Veränderung bereits geschieht, als Vorstufe dazu, auf ihr aufzubauen.

Ich meine, dass die Anzeichen einer solchen Veränderung in unserer eigenen Praxis immer deutlicher werden. In diesem Beitrag skizziere ich diese Anzeichen und lege dar, warum sie meiner Ansicht nach zeigen, dass wir uns bereits in neue Richtungen bewegen. Insofern ist dieser Beitrag kein Aufruf zum Handeln. Ich schlage keine neue Form der SFBT vor; ich versuche, dem, was geschieht, mehr Klarheit und Gestalt zu geben, und plädiere dafür, dass es an der Zeit ist, diese Entwicklungen anzuerkennen und zu nutzen, statt so zu tun, als stünden wir alle noch auf derselben Seite wie Anfang der 1990er-Jahre. Diese neuesten Versionen sind bereits veröffentlicht, werden aber nicht klar als neu gekennzeichnet.

Dass es unter demselben Banner verschiedene Formen der SFBT gibt, kann bei Neueinsteigenden Verwirrung stiften, ja sogar bei erfahreneren Fachpersonen, die unter demselben Namen unterschiedliche Ideen und Methoden vorfinden.

Da diese neueren Versionen unverkennbar noch SFBT sind, wäre es nicht angemessen, ihnen einen neuen Namen geben zu wollen. Inzwischen ist der Unterschied jedoch groß genug, dass sich eine Unterscheidung lohnt. Nach dem Vorbild großer neuer Softwareversionen schlage ich „SFBT 2.0“ als Arbeitstitel vor.

In diesem Beitrag versuche ich, die Unterschiede und Neuerungen zwischen SFBT 2.0 und dem zu beschreiben, was wir SFBT 1.0 nennen könnten, die „ursprüngliche“ Version. Selbst diese lässt sich im Detail nicht leicht festlegen, da Steve de Shazer bei vielen Gelegenheiten darauf bestand, dass es „keine Orthodoxie“ gebe. Diese Unterschiede werden jedoch größer und zunehmend wichtiger, und das Feld läuft Gefahr, noch unübersichtlicher zu werden.

SFBT 1.0

Die SFBT entstand in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre allmählich aus einem umfangreichen empirischen Forschungsprogramm am Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee unter der Leitung von Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und ihrem Team. De Shazer und Berg waren stark vom Kurzzeittherapie-Ansatz des Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto beeinflusst und machten sich daran, diesen Ansatz in ihrem eigenen Zentrum weiterzuentwickeln. Tatsächlich blieb John Weakland, eine tragende Säule des MRI, bis zu seinem Tod 1995 Supervisor und enger Freund von Steve de Shazer. Dieser Hintergrund ist, wie wir sehen werden, wichtig für die Art und Weise, wie Sprache in der SFBT anfänglich verwendet wird.

In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre entwickelte das BFTC-Team seine Ideen zur Kurzzeittherapie weiter; Steve de Shazer veröffentlichte zwei Bücher (de Shazer, 1982, 1985), die auf der Idee aufbauten, Muster zu finden und Ideen auf der Grundlage Ericksonscher Methoden zu entwickeln (zum Beispiel der „Kristallkugeltechnik“), und Interventionen entwarfen, die als „Generalschlüssel“ zum Aufschließen von Fällen gelten konnten. Die ersten Spuren der SFBT, wie wir sie kennen, erschienen in einem zentralen Artikel von 1986 (de Shazer et al., 1986) und verfestigten sich in dem Buch Clues: Investigating Solutions in Brief Therapy von 1988 (de Shazer, 1988). Gale Miller, vom BFTC als Beobachter und Forscher hinzugezogen, verbrachte 1984 und erneut ab 1989 Zeit am Center. Er sagt, dass sich die Praxis in dieser Zeit deutlich verändert habe:

Gale Miller, zitiert in McKergow (2009, S. 79)

Man muss bedenken, dass sie 1984 keine lösungsfokussierte Therapie machten, sondern etwas, das Steves erstem Buch (de Shazer, 1982) sehr ähnlich war – ich nannte es ökosystemische Therapie. Sie war stark von der Palo-Alto-Gruppe (dem Mental Research Institute) geprägt … [1989] stellte ich fest, dass es ein ganz, ganz anderer Ort war. Man konnte sehen, dass sie einen dramatischen Schritt in Richtung lösungsfokussierter Praxis gemacht hatten, mit anderen Grundannahmen, viel weniger systemisch, mit viel weniger Zeit für das Entwickeln raffinierter Interventionen, viel weniger Zeit für das Kartieren von Schwierigkeiten oder Problemen; es war viel stärker auf Lösungen ausgerichtet und fließender.

Viele Praktizierende in aller Welt erinnern sich, dass sie ihre lösungsfokussierte Praxis mit der Lektüre von Clues begonnen haben, das die wesentlichen Bestandteile der SFBT enthielt (wenn auch nicht in derselben Gewichtung – viel mehr Gewicht liegt auf der Konstruktion von Ausnahmen, während Gespräche über eine hypothetische Lösung den Fällen vorbehalten bleiben, in denen sich keine Ausnahmen finden lassen). Steve de Shazer schrieb anschließend zwei Bücher, in denen es weniger um das „Wie“ ging als um den Versuch, den Erkenntnissen eine gewisse intellektuelle Strenge zu verleihen (de Shazer, 1991, 1994). Anfang der 1990er-Jahre fasste der Ansatz international Fuß, und die Gründung der European Brief Therapy Association (EBTA) im Jahr 1994 bot Praktizierenden einen Ort, um zusammenzukommen, sich auszutauschen und sich weiterzuentwickeln.

Zu den Entwicklungen der 1990er- und 2000er-Jahre gehörten eine stärkere Ausrichtung auf Forschung (und die Ausarbeitung eines EBTA-Forschungsprotokolls, um für Forschungszwecke etwas Klarheit darüber zu schaffen, was als SFBT gilt) sowie die Anwendung der SFBT-Ideen in weiteren Bereichen der Therapie und des Lebens (Schulen, Organisationen, Soziale Arbeit, Gefängnisse usw.). Im ersten Jahrzehnt der 2000er-Jahre wurden Hunderte von Forschungsstudien veröffentlicht (Macdonald, 2011), und 2012 gab Cynthia Franklin einen maßgeblichen Sammelband bei Oxford University Press heraus (Franklin, Trepper, McCollum, & Gingerich, 2012). Das zweite Kapitel dieses Buches (Trepper et al., 2012) trägt den Titel „Solution Focused Brief Therapy Treatment Manual“ und liefert eine gute Beschreibung dessen, was wir „klassische SFBT“ nennen könnten.

  • Veränderung vor der Sitzung;
  • Ziele (möglichst klein);
  • Wunderfrage;
  • Skalierungsfragen;
  • Konstruktion von Lösungen und Ausnahmen;
  • Bewältigungsfragen (falls angebracht/nötig);
  • Pause, Komplimente zu Stärken und Ressourcen;
  • Hausaufgaben (entweder von der ratsuchenden Person selbst entworfen oder als von der therapierenden Person vorgeschlagenes Experiment).

Diese Zusammenfassung dient als Ausgangsbasis für das Folgende. Als allgemeine Beschreibung der Praxis enthält sie, denke ich, nichts Umstrittenes.

Neue Entwicklungen

In den 2000er- und bis in die 2010er-Jahre hinein sind im Feld der SFBT einige interessante Entwicklungen entstanden, die das oben skizzierte klassische Behandlungsmanual der SFBT 1.0 meines Erachtens erweitern und verändern. Viele dieser Entwicklungen werden, ohne viel Aufhebens, von Shennan und Iveson (2011) erwähnt, ebenso in anderen Arbeiten des BRIEF-Teams und anderer (Iveson, George, & Ratner, 2011; Iveson & McKergow, 2016; Ratner, 2014; Ratner, George, & Iveson, 2012). Ich fürchte jedoch, dass sich die Verfassenden in einigen Fällen nicht genug bemüht haben, ihre eigenen Neuerungen von der etablierten Praxis abzugrenzen. Ich würde die Unterschiede so zusammenfassen:

  • Von der Handlungssprache zur Beschreibungssprache;
  • Von Fragen zu „Räumen“ und „Werkzeugen“;
  • Von Zielen zu besten Hoffnungen/gemeinsamem Projekt;
  • Bevorzugte Zukünfte und Skalen – dieselben Fragen, andere Zwecke;
  • Von Ausnahmen zu Beispielen – klarerer Fokus auf Gespräche über Vergangenheit und Gegenwart;
  • Altlasten aus der Familientherapie ablegen;
  • Das Ende der Sitzung – keine Aufgaben, nicht einmal Handlungen, eher wertschätzendes Zusammenfassen.

Sehen wir uns diese Punkte der Reihe nach an.

Von der Handlungssprache zur Beschreibungssprache

Von Anfang an legte die Kurzzeittherapie nach dem MRI-Modell Wert auf spezifische, konkrete, beschreibende Informationen (siehe Weakland & Fisch, 1992, für eine spätere Zusammenfassung, in der auch erwähnt wird, dass Steve de Shazer 1972 an einem frühen Kurzzeittherapie-Workshop des MRI teilnahm). Der Ansatz des MRI, ein echter Paradigmenbruch in der psychischen Gesundheitsversorgung, besteht darin, solche Probleme nicht als etwas „im Inneren“ der behandelten Person zu betrachten, sondern als eine Art Ergebnis der Kommunikationsmuster zwischen der ratsuchenden Person und ihrem Umfeld. Der Fokus auf spezifische, konkrete, beschreibende Informationen ist ein Weg, sich nicht in innerpsychische Hypothesenbildung hineinziehen zu lassen und sich stattdessen auf die Interaktionen zu konzentrieren – wer was mit wem tut, wann und in welcher Reihenfolge.

Im MRI-Modell ist dies der Schlüssel, um Wege zu finden, das Muster zu unterbrechen, das den problematischen Zustand aufrechterhält, und durch die Entwicklung einer Verhaltensintervention die Tür für etwas anderes zu öffnen. Sobald etwas anderes tatsächlich GESCHIEHT, kann man der ratsuchenden Person raten, mehr davon zu tun, um das neue und bessere Verhaltensmuster zu fördern.

Dieser Fokus auf spezifische Sprache wird in die SFBT 1.0 übernommen. Tatsächlich benannten de Shazer und sein Team ihren bahnbrechenden Artikel Brief Therapy: Focused Solution Development bewusst in Anlehnung an den früheren Beitrag des MRI (Weakland, Fisch, Watzlawick, & Bodin, 1974), um zu signalisieren, dass beide Ansätze miteinander verbunden waren. Dieses konkrete Detail bezieht sich nun allerdings viel stärker darauf, was die ratsuchende Person will, auf den Tag nach dem Wunder, darauf, was funktioniert, und so weiter, als auf das Problemmuster. Die übergeordneten Ziele, mentalistische Hypothesenbildung zu vermeiden und sich auf das Spezifische zu konzentrieren, sind nach wie vor vorhanden, ebenso der Fokus darauf, Informationen zu sammeln, um Interventionen zu entwickeln oder Aufgaben zu geben.

Betrachten wir nun die jüngste „deskriptive Wende“, die Shennan und Iveson beschreiben, findet sich derselbe Fokus auf spezifische, konkrete, beschreibende Informationen. Jetzt dient dieses Detail jedoch nicht mehr der therapierenden Person zur Entwicklung von Interventionen, sondern viel mehr der ratsuchenden Person, die es aussprechen, hören und darauf antworten soll. Wenn überhaupt, ist der Detaillierungsgrad sogar noch höher als zuvor – etwa im „Umarmungs“-Fall, den Iveson und McKergow (2016) schildern, in dem die Beschreibung einer fünfsekündigen Umarmung ebenso viele Minuten dauert. (Wer aufmerksam liest, wird bemerkt haben, dass der Titel ihres Artikels, Brief Therapy: Focused Description Development, bewusst auf beide im vorigen Absatz genannten Artikel anspielt, wiederum als Hommage an einen sich entwickelnden Ansatz.)

Das Ziel der Therapie verändert sich hier. Die therapierende Person versucht nicht, Informationen zu sammeln, um Interventionen zu entwickeln. Ihre Rolle besteht vielmehr darin, der ratsuchenden Person zu helfen, die Details ihrer Beschreibungen zu erweitern, die sich dann immer mehr mit winzigen Einzelheiten füllen, die sich leicht als Handlungen für sie anbieten könnten. Sobald die Person etwa über den Tag nach dem Wunder spricht, wird die therapierende Person ein detaillierteres Gespräch über sie und ihr Umfeld anregen (ein sehr bewusstes Echo des MRI vor einem halben Jahrhundert), aber im Hinblick auf Details dessen, was die Person will, und nicht auf die Problemmuster. Einige sehr einfache Fragen können dabei helfen, etwa

  • Was wären die ersten winzigen Anzeichen, an denen Sie merken würden, dass [X] beginnt? Was noch?
  • Wer würde als Erstes merken, dass [X] geschieht? Was würde diese Person bemerken, das ihr sagen würde, dass [X] geschieht? Was noch?

Beachten Sie, dass [X] hier nicht spezifisch sein muss – es kann eine einfache Wiederholung der besten Hoffnungen sein oder auch nur „das hier“ im Gespräch. Diese Fragen helfen, die Dinge detailliert werden zu lassen, selbst von sehr nebulösen und unklaren Ausgangspunkten aus.

So wandelt sich die Rolle der therapierenden Person von einer, die Details sortiert (um die für die Interventionsplanung relevanten Details herauszufinden), zu einer, die Details erweitert (um der ratsuchenden Person zu helfen, in ihre Beschreibungen einer besseren Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart einzutauchen). Der Wortschatz verschiebt sich vom „Tun“ zum „Bemerken“. Offenbar waren Steve de Shazer und Insoo Kim Berg einem Teil dieser Akzentverschiebung schon 1992 auf der Spur, in ihrem Artikel Doing Therapy: A Post-Structural Re-Vision (de Shazer & Berg, 1992), in dem sie die Idee grammatischer Verschiebungen während der Sitzung erörtern. Möglicherweise haben sie damals jedoch nicht alle Konsequenzen einer solchen Verschiebung erfasst. Diese neue Rolle kommt auch bei vielen der anderen Unterscheidungen ins Spiel, die ich im Folgenden darlege.

Von Fragen zu „Räumen“ und „Werkzeugen“

Fragen standen schon immer im Zentrum der SFBT. Tatsächlich sind die ursprünglichen Videos des BFTC, die Steve de Shazer und Insoo Kim Berg bei der Arbeit zeigen, mit Einblendungen versehen, damit das Publikum verfolgen kann, was in der Sitzung geschieht. Die Einblendungen lauten „Wunderfrage“, „Skalierungsfrage“ und so weiter. Der Fokus liegt auf der Frage. Inzwischen gibt es sogar Bücher, die riesige Mengen an „SF-Fragen“ sammeln, sogar Bücher über „1001 SF-Fragen“ (Bannink, 2010), als ob eine Frage für sich genommen „lösungsfokussiert“ sein könnte. (Jede Frage kann auf unzählige verschiedene Arten gestellt werden, und nur einige davon könnten SF sein.)

Natürlich sind solche Fragen ein wichtiges Element der SF-Praxis. Ihr Sinn besteht jedoch nicht einfach darin, gestellt zu werden – sondern darin, einen Abschnitt des Gesprächs bzw. der Sitzung zu eröffnen oder darauf aufzubauen. Eine Wunderfrage und eine einzige Antwort mögen ein wenig voranbringen, aber die eigentliche Substanz liegt in dem, was danach geschieht – in der Erweiterung der Antworten zu Beschreibungen im Gespräch.

Die Wunderfrage oder die Skalierungsfrage ist nicht einfach eine Frage, sondern der Beginn eines viel längeren Gesprächsabschnitts. Es ist daher sinnvoll, sich auf diese Gesprächsblöcke statt auf die einzelnen Fragen als eigenständige Elemente zu konzentrieren. Ein Gespräch über die „bevorzugte Zukunft“ ist also eine Wunderfrage PLUS alle Anschlussfragen nach den ersten winzigen Anzeichen, dass das Wunder geschehen ist, wer es sonst noch bemerken könnte, was diese Person bemerken würde, was als Nächstes geschieht, welchen Unterschied das macht, für wen, und so weiter.

Chris Iveson spricht von der Metapher einer „Kunstgalerie“ für ein Therapiegespräch. Diese Kunstgalerie hat eine Reihe von „Räumen“ mit verschiedenen Dingen, die man betrachten und untersuchen kann. Zu diesen Räumen könnten gehören:

Kasse

Von der ratsuchenden Person einige beste Hoffnungen erfragen, eine „Eintrittskarte“, um mit der Arbeit fortzufahren.

Galerie der bevorzugten Zukunft

Eine Reihe von Bildern oder Beschreibungen einer besseren Zukunft für die ratsuchende Person und ihre Angehörigen (falsches Wort), in der sich diese besten Hoffnungen verwirklicht haben.

Galerie der Beispiele

Eine Reihe von Bildern oder Darstellungen von Beispielen aus Vergangenheit oder Gegenwart, die mit dieser bevorzugten Zukunft verbunden sind (und die mithilfe einer Skala von 1 bis 10 konstruiert werden können).

Museumsshop

Der letzte Raum, in dem eine Reihe von Bildern oder Darstellungen von N+1 zu sehen sein kann, kleinere Schritte oder Anzeichen auf dem Weg dafür, dass Fortschritte erzielt werden.

Die vier Räume der lösungsfokussierten Kunstgalerie nach Chris Iveson (Abbildung 1 im Originalartikel).

Ähnlich wie die Galerie der Beispiele spricht Adam Froerer von der Mercer University von einem Ressourcenraum (Froerer, 2017), in dem verschiedene Elemente aus dem Leben der ratsuchenden Person zusammengetragen werden, die ihre Ressourcen zeigen. Der Sinn dieser Metapher ist nicht, dass jeder Raum der Reihe nach besucht werden muss, ohne dass man zurückgehen darf. Ganz im Gegenteil – auch wenn eindeutig eine Laufrichtung vom Eingang zum Ausgang angedeutet ist, können ratsuchende und therapierende Person während der Sitzung in einem Raum mehr Zeit verbringen als in anderen, zurückgehen und etwas erneut aufsuchen oder vielleicht etwas anderes entdecken, das ihnen vorher nicht aufgefallen war, und so weiter. Das ist kein Rezept, sondern ein Leitfaden für einen Weg, der unweigerlich individuell sein wird.

Diese „Räume“ helfen der praktizierenden Person, den Überblick darüber zu behalten, wo sie sich befindet und was im Gespräch vor sich geht. Im Allgemeinen ist es gut, eine Weile in einem Raum zu bleiben, statt hektisch von einem Raum zum anderen zu eilen. Taucht während eines Gesprächs über die bevorzugte Zukunft ein interessantes und relevantes „Beispiel“ auf (mehr zu diesem Begriff später), notiert die therapierende Person es sich und sucht es später auf, statt sofort abzuschweifen, um es jetzt anzusehen, und dabei den Faden des Gesprächs über die bevorzugte Zukunft zu verlieren. Therapierende und ratsuchende Person können gemeinsam von Raum zu Raum gehen und bei Bedarf zurückkehren. Der entscheidende Unterschied besteht hier darin, jeden „Raum“ bzw. jede Phase optimal zu nutzen, statt zwischen den Räumen hin und her zu springen (eine Tendenz, die ich bei vielen beobachte, die ganz neu in der SFBT sind und offenbar alle Fragen auf einmal anwenden wollen!).

Diese Entwicklung kündigte sich bereits in der Arbeit von Jackson und McKergow (2002, 2007) über „Lösungswerkzeuge“ an. Auch sie waren ein Versuch, eine größere Gesprächseinheit als das Paar Frage/Antwort zu finden, um Lernenden in Praxis und Coaching die Orientierung zu erleichtern. Jackson und McKergow versuchten, diesen Werkzeugen griffige Namen zu geben, etwa Future Perfect (bevorzugte Zukunft) und Counters (einschließlich Beispielen und relevanten Ressourcen).

Diese Begriffe lassen sich nicht immer gut in andere Sprachen übertragen, haben sich aber über mehr als ein Jahrzehnt als beständig erwiesen, wenn es darum geht, Praktizierenden zu helfen, das Beste aus dem Gespräch zu machen, das sie gerade führen (indem sie dabeibleiben), statt zu anderen Gesprächen zu eilen, wenn die ratsuchende Person einen verlockenden Happen hinhält. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Werkzeugkonzept keine „richtige Reihenfolge“ für den Einsatz der Werkzeuge vorschreibt, was der praktizierenden Person innerhalb eines leicht handhabbaren Rahmens Flexibilität gibt.

Von Zielen zu besten Hoffnungen/gemeinsamem Projekt

Über die Natur von Zielen in der SFBT wird seit Langem diskutiert. In den Anfängen lag, wie mir scheint, der Fokus auf (kleinen, spezifischen, verhaltensbezogenen) Zielen, um die allgemeine Abkehr von psychologischer Hypothesenbildung und die Hinwendung zu einer Art Gespräch darüber zu unterstützen, was sich die ratsuchende Person wünschte. Die Idee der „Zielorientierung“ war ein nützliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen „einsichtsorientierten“ oder „tiefenorientierten“ Praktiken. Die emergente Natur der SFBT bringt es jedoch mit sich, dass der Prozess nicht unbedingt dann endet, wenn die Ziele der ratsuchenden Person erreicht sind, sondern wenn sie zufrieden ist, ihr Leben aus eigener Kraft weiterführen zu können – ob das nun mit ihren anfänglichen Zielen zusammenhängt oder nicht.

Die Hinwendung dazu, zu Beginn nach den „besten Hoffnungen“ der ratsuchenden Person zu fragen, wie es BRIEF und andere tun, ist ein Schritt weg von Zielen. Ein Ziel ist etwas Bestimmtes, das erreicht werden soll (möglicherweise bis zu einem bestimmten Termin). Eine Hoffnung ist etwas in der Zukunft, etwas Ersehntes und doch im Moment (noch ganz) Abwesendes. Eine beste Hoffnung ist genau das, aber ehrgeiziger und vielleicht sogar kaum möglich. (Davon unterscheiden sich von vornherein die „Gründe, eine Therapie aufzusuchen“, die meist in der Vergangenheit liegen und von niemandem gewünscht werden.)

Die Antworten auf die Frage nach den besten Hoffnungen – und solche Antworten kommen nicht immer sofort – sind ein Weg, das Thema oder die Art der Arbeit zu bestimmen. Harry Korman (Korman, 2004) hat über die Festlegung eines „gemeinsamen Projekts“ geschrieben – gemeinsam zwischen ratsuchender und therapierender Person –, an dem beide eine Zeit lang zu arbeiten vereinbaren. Andere, darunter Michael Hjerth (in Klingenstierna, 2001) und Jackson & McKergow (2002), haben diese Phase als „Plattform“ beschrieben, einen Standort, von dem aus die Arbeit beginnt. Es lohnt sich, an die einleitenden Worte zu erinnern, die Steve de Shazer in seinen späteren Jahren verwendete: „Es gibt keine Garantien, aber ich werde mein Bestes tun, und ich hoffe, Sie auch. (Dabei blickt er die ratsuchende Person an, um eine Art zustimmende Reaktion zu erhalten.)“ Damit wird ein klarer Kontrakt angeboten: Ich werde gemeinsam mit Ihnen an Ihren Hoffnungen arbeiten, und dazu braucht es uns beide in gemeinsamer Arbeit.

Das ist keine Zielsetzung. Es ist ein Titel oder Thema für die Arbeit, das sofort in die Praxis umgesetzt werden kann, indem man eine Wunderfrage oder eine Skala einsetzt, um in die nächste Phase des Gesprächs einzusteigen. So bleibt alles offen für Veränderung und Entwicklung im weiteren Verlauf. Werden Ziele gesetzt und hält man sich dann an ihnen fest, können selbst kleine Ziele zum Gefängnis werden (im Englischen ein Wortspiel mit „goal“ und „gaol“), wenn unerwartete Entwicklungen dazu führen, dass das, was anfangs ein vernünftiges Ziel war, entweder zum Spaziergang oder zum unerreichbaren Traum wird.

Bevorzugte Zukünfte und Skalen – dieselben Fragen, andere Zwecke

Das Gespräch über die „bevorzugte Zukunft“ (den Tag nach dem Wunder, das in der Regel heute Nacht geschieht) und Skalierungsfragen sind seit Langem und nach wie vor zentrale Elemente der SF-Praxis. Mit dem Übergang vom Sammeln von Informationen zur Entwicklung von Interventionen hin zum Aufbau reichhaltiger und detaillierter Beschreibungen verändern sich jedoch auch die Zwecke dieser Prozesse. Die therapierende Person geht also „mit einer leicht anderen Haltung“ in diese Gespräche.

Statt auf Verhaltensmuster zu horchen, die verstärkt und wiederholt werden könnten, geht es der praktizierenden Person stärker darum, der ratsuchenden Person zu helfen, ihre Beschreibungen zu entwickeln und anzureichern, insbesondere in interaktionellen Begriffen. Wer wird was tun, als Reaktion auf wen, mit welchen winzigen wahrnehmbaren Anzeichen? Man beachte, wie nah dies der ursprünglichen Idee des MRI von detaillierter Sprache zu sein scheint, jedoch mit einem anderen Zweck. Es geht nicht darum, den ganzen Fall mit einem „Aha“-Moment aufzuschließen, sondern viel mehr um einen allmählichen Aufbau von Details, der die ratsuchende Person am Ende irgendwie an einem anderen Ort zurücklässt – selbst wenn es keinen besonders spektakulären „Aha“-Moment gibt.

Von Ausnahmen zu Beispielen – klarerer Fokus auf Gespräche über Vergangenheit und Gegenwart

DAS Schlüsselelement in den Anfängen der SFBT war vielleicht die Kunst, Ausnahmen zu finden und zu konstruieren – Zeiten, in denen das Problem hätte auftreten müssen, aber nicht auftrat oder weniger stark auftrat. Tatsächlich war dies 1988, als Clues erschien, die Hauptstrategie der therapierenden Person – die Wunderfrage und hypothetische Zukünfte wurden nur besprochen, wenn sich keine Ausnahmen finden ließen. Die Idee war, dass das Vorhandensein dieser Ausnahmen nicht nur zeigte, dass das Auftreten des Problems nicht unvermeidlich war (wie es der ratsuchenden Person oft erschien), sondern auch, dass sie durch geschicktes Handeln und Beobachten beginnen konnte, diese Ausnahmen gezielt herbeizuführen. Das öffnete die Tür zur Kontrolle und dann zur Verringerung der problematischen Verhaltensweisen, wobei die ratsuchende Person am Steuer saß.

Die ursprüngliche Idee der Ausnahmesuche – Zeiten, in denen das Problem nicht oder weniger stark auftritt – umfasst alles außer dem Problem in seiner schlimmsten Ausprägung. Das ist eine sehr weite Kategorie! Heute ist es viel üblicher, dass die therapierende Person zunächst eine Art Gespräch über die bevorzugte Zukunft beginnt, was eine andere und besser definierte Alternative ermöglicht – „Beispiele“ dafür, dass diese bevorzugte Zukunft ganz oder teilweise eintritt, oder vergangene Ereignisse, die diese erhoffte Zukunft vorwegzunehmen scheinen. Das richtet den Fokus viel klarer auf Ereignisse, die sich nicht einfach auf das Ausbleiben oder die Verringerung des Problems beziehen, sondern mit den besten Hoffnungen und der bevorzugten Zukunft verbunden sind, die die ratsuchende Person beschrieben hat. Das ist eine gezieltere Erkundung und kann daher unmittelbar nützlichere und relevantere Ideen ins Gespräch bringen. Andere sprechen bei diesen verschiedenen Elementen von „Stücken des Besseren“ (im Unterschied zu bloßen „Stücken des Anderen“) – und um darüber zu sprechen, brauchen wir natürlich ein gewisses Verständnis davon, was „besser“ im jeweiligen Kontext bedeutet.

Eine Möglichkeit, ein solches Gespräch zu beginnen, ist die klassische Frage nach der „Skala von 1 bis 10“, bei der 10 für die bevorzugte Zukunft oder die verwirklichten besten Hoffnungen steht (es braucht keine vollständige Wunderfrage, um einfach die genannten besten Hoffnungen der ratsuchenden Person aufzurufen). Die Person denkt einen Moment nach und sagt dann vielleicht „3“ oder was auch immer. Der nächste Gesprächsabschnitt lautet natürlich: „Wie kommt es, dass Sie auf der Skala bei 3 sind und nicht niedriger?“ – wiederum ein klassisches Stück SF-Arbeit, das im Wesentlichen unverändert bleibt, abgesehen vom neuen Fokus auf den Aufbau reichhaltiger Beschreibungen statt des Versuchs, die ratsuchende Person gezielt zum Handeln anzuregen.

Altlasten aus der Familientherapie ablegen

Die Kurzzeittherapie nach dem MRI-Modell ging aus demselben MRI-Team hervor, das einige Jahre zuvor (in den 1950er- und 1960er-Jahren) die Familientherapie entwickelt hatte. Diese Gruppe hatte sich an die Ausstattung und Requisiten der Familientherapie gewöhnt – einen speziellen Therapieraum mit Einwegspiegel, ein therapeutisches Team hinter dem Spiegel (von der ratsuchenden Person nicht zu sehen), ein Telefon, um mit der therapierenden Person im Raum zu kommunizieren. Die Routine der Familientherapie bestand darin, dass die federführende therapierende Person die Sitzung mit der ratsuchenden Person durchführte (vielleicht mit Hinweisen aus dem Team, bestimmte Fragen zu stellen) und sie dann allein ließ, während sie sich in den Teamraum hinter dem Spiegel zurückzog. Dort folgte eine Besprechung darüber, wem was aufgefallen war, welche Art von Intervention angemessen sein könnte und wie man sie der ratsuchenden Person als nützlich „verkaufen“ könnte. Die therapierende Person kehrte dann zur ratsuchenden Person zurück und übermittelte eine Abschlussbotschaft, die die Intervention enthielt.

Die Idee, der ratsuchenden Person Komplimente zu machen, entstand zuerst als strategischer Schachzug in diesen Abschlussbotschaften. Jemand beobachtete, dass Komplimente über die Person selbst, über ihren bisherigen Umgang mit der Situation, über ihre nützlichen Stärken und Qualitäten ein „Yes-Set“ erzeugten – die Person nickte zustimmend zu diesen hilfreichen Punkten und war so eher bereit, die Intervention des therapeutischen Teams anzunehmen.

Wenn wir die neue Rolle der therapierenden Person weiter erkunden – als jemand, der detaillierte Beschreibungen hervorlockt, statt Interventionen zu entwerfen –, ergeben sich einige zentrale Konsequenzen:

1

Es braucht kein Team mehr. Das Gespräch ist dafür da, dass die ratsuchende Person es hört, und die einzelne therapierende Person ist Teil davon. Die Vorstellung, dass andere zusehen, verborgen vor den Blicken, erscheint nicht nur kostspielig, sondern auch ziemlich unheimlich.

2

Es braucht daher auch keine Pause, da keine Intervention zu entwerfen ist und niemand da ist, mit dem man sich beraten könnte. In der ursprünglichen Forschungsdefinition der EBTA von 1997 war die Pause eines von sechs Elementen, die anzeigten, dass eine Therapie wirklich „lösungsfokussiert“ war. Die Zeiten haben sich geändert.

3

Komplimente in einem anhaltenden Trommelfeuer als Auftakt zum Verkauf einer Intervention sind nicht mehr in gleichem Maße nötig. Das heißt nicht, dass Komplimente verboten sind – vielmehr ändert sich ihr Zweck hin zu einem möglichen Umdeuten von Schwierigkeiten und Normalisieren von Herausforderungen, und sie können jederzeit während der Sitzung eingesetzt werden.

4

Und natürlich gibt es keine Intervention. Manche (darunter BRIEF) würden sogar sagen, dass jedes Gespräch über mögliche Handlungen und nächste Schritte unnötig ist – die ratsuchende Person wird etwas tun, wenn sie es für angebracht hält, und wenn nicht, ist es sinnlos, danach zu fragen. Ich persönlich, der ich im Organisationskontext arbeite, frage die Person vielleicht dennoch nach ihren Überlegungen zu möglichen kleinen nächsten Schritten – denn in diesen Kontexten ist es ganz normal, Maßnahmen zu vereinbaren, sodass manche Menschen annehmen, sie müssten, wenn sie keine Maßnahme vereinbart haben, ausdrücklich gar nichts tun, was keineswegs der Eindruck ist, den ich erwecken möchte. Meist geht es darum, ihnen zu helfen, sich auf kleine Handlungen zu konzentrieren, die viel eher umgesetzt werden als große und daher eher einen Unterschied machen. Wie dem auch sei: Dies ist heute höchstens eine leichte abschließende Frage an die ratsuchende Person und keine komplexe Intervention mit Münzwurf, So-tun-als-ob, Formelaufgabe der ersten Sitzung oder an abwechselnden Wochentagen anders handeln und all den anderen Elementen aus dem Repertoire der strategischen Familientherapie.

Das Ende der Sitzung – keine Aufgaben oder Handlungen, eher wertschätzendes Zusammenfassen

Wir haben eben gesehen, dass das Sitzungsende viele der Requisiten verloren hat, die in den Anfängen als selbstverständlich galten. Es gibt kein Ritual aus Pause, Komplimenten und Aufgaben mehr. Irgendwie müssen wir die Sitzung jedoch abschließen. Hier kann ein wertschätzendes Zusammenfassen durch die praktizierende Person sinnvoll sein – es zeigt, dass man zugehört hat, und bietet der ratsuchenden Person die Gelegenheit, einiges von dem, was sie gesagt hat, noch einmal zu hören, vielleicht in anderer Reihenfolge. Eine Möglichkeit, ein weiteres Detail hinzuzufügen, das der ratsuchenden Person helfen kann, kleinere (und damit leichter umsetzbare) Details in den Blick zu nehmen, besteht darin, gemeinsam die winzigen Anzeichen dafür zu beschreiben, dass (N+1) erreicht ist.

Eine andere Möglichkeit, eine Art Gespräch über Handlungen zu führen, ohne über Handlungen zu sprechen, besteht darin, die Zuversicht der ratsuchenden Person zu skalieren. Evan George (George, 2017) hat kürzlich drei Arten beschrieben, Zuversichtsskalen am Ende einer Sitzung einzusetzen:

  • Zuversicht, bei den eigenen besten Hoffnungen Fortschritte machen zu können (Skala von 1 bis 10, gefolgt von einem Gespräch darüber, was hilft, so hoch zu stehen). Das kann besonders am Ende einer ersten Sitzung nützlich sein.
  • Zuversicht, die erreichten Veränderungen aufrechtzuerhalten (Skala von 1 bis 10, wiederum gefolgt von einem Gespräch darüber, was hilft, dass die Dinge so hoch stehen, und vielleicht sogar noch höher). Das kann nützlich sein, wenn die Therapie zu Ende geht.
  • Zuversicht, die Veränderung aufrechtzuerhalten und „gut genug“ zu erreichen. Dieses Konzept von „gut genug“ kann eine nützliche Möglichkeit sein, Fortschritte einzuschätzen – nicht im Sinne des Erreichens einer 10, sondern nach der eigenen Erfahrung der ratsuchenden Person im jeweiligen Moment.

Ein weiterer Aspekt der Sitzungsbeendigung in der SFBT 2.0 ist eine noch klarere Verpflichtung, der ratsuchenden Person die Entscheidung darüber zu überlassen, ob es eine weitere Sitzung geben soll und wann ein guter Zeitpunkt dafür wäre. Wir dürften also weniger „Bitte vereinbaren Sie einen Termin für nächsten Dienstag“ hören und mehr „Ich hoffe, das war hilfreich für Sie … Möchten Sie wiederkommen, um unsere Arbeit fortzusetzen?“. Steve de Shazer sagte immer, eine Therapie solle so viele Sitzungen dauern, wie nötig sind, und keine einzige mehr; wir sollten also versuchen, der ratsuchenden Person zu helfen, zu entscheiden, ob und wann sie wiederkommen möchte. Und wenn sie meint, dass es genug ist, dann ist das ein Grund zu stiller Freude.

Fazit

Abschließend könnten wir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen SFBT 1.0 und SFBT 2.0 wie folgt zusammenfassen.

Was gleich bleibt

  • Fokus auf das, was die ratsuchende Person will;
  • Radikale Akzeptanz dessen, was die ratsuchende Person sagt;
  • Wunderfragen und Skalen;
  • Spezifische, konkrete Details, beobachtbare Beschreibungen;
  • Bewältigungsfragen (falls angebracht/nötig);
  • Nachfrage „Was ist besser geworden?“.

Was sich anders darstellt

  • Der Fokus auf Fragen wird zum Fokus auf Gesprächsblöcke, „Räume“, „Werkzeuge“;
  • Fragen, die Informationen für Aufgaben liefern sollen, werden zu Fragen, die die Beschreibungen der ratsuchenden Person entwickeln;
  • An die Stelle des problemfreien Gesprächs tritt der direkte Einstieg in die „besten Hoffnungen“;
  • Ziele (möglichst klein) werden zu besten Hoffnungen und zu den Unterschieden, die die besten Hoffnungen für alle Beteiligten machen werden;
  • Ausnahmen (vom Problem) werden zu Beispielen (für Dinge, die mit den besten Hoffnungen/der bevorzugten Zukunft verbunden sind);
  • Komplimente am Sitzungsende werden zu wertschätzendem Zusammenfassen im Lauf der Sitzung, ohne Komplimente-Trommelfeuer am Ende;
  • Pause und Abschlussbotschaft werden zum Angebot einer nächsten Sitzung, falls nötig/gewünscht.

Mir scheint, dass diese beiden Spalten zwar viel gemeinsam haben, sowohl explizit als auch implizit, dass es aber genügend substanzielle Unterschiede gibt, die eine Unterscheidung rechtfertigen. Insbesondere ist die Rolle der praktizierenden Person eine ganz andere: von jemandem, der sich als geschickt im Verteilen von Aufgaben sehen mag, zu jemandem, dessen Rolle darin besteht, der ratsuchenden Person zu helfen, ihre Beschreibungen dessen, was sie sich wünscht, zu erweitern. In der ersten Sichtweise geschieht die Veränderung nach der Sitzung, wenn die Person hinausgeht und etwas anders macht (oder etwas anders sieht). In der zweiten geschieht eine wichtige Veränderung genau dort, in der Sitzung, im Gespräch.

Damit ist nicht gesagt, dass SFBT 1.0 falsch, schlecht, überholt oder dergleichen wäre. Es gibt Fachpersonen, die sie gerade jetzt praktizieren und gute Ergebnisse mit ihren Klientinnen und Klienten erzielen. Wenn wir die SFBT jedoch voranbringen wollen, scheint es wichtig, uns klar darüber zu sein, was wir tun und was nicht. Ich vermute, dass viele Praktizierende derzeit wahrscheinlich etwas aus beiden Spalten tun. Die gegenwärtige Situation, in der all das unter derselben Überschrift geschieht, scheint mir weder für Praktizierende noch für Lernende noch für Forschende hilfreich zu sein. Es gibt erste Forschungsergebnisse (Shennan and Iveson, 2011), wonach das, was ich SFBT 2.0 nenne, kürzer – und damit nach der Ästhetik der Kurzzeittherapie besser – ist als die etabliertere Version. Es gibt auch Erfahrungen – meine eigenen über mehrere Jahre hinweg und die anderer –, dass diese neuere Version der SFBT wirksam, effizient und sogar eleganter ist als die früheren Versionen. Das muss natürlich überprüft werden. Überprüfen lässt sich das aber nur, wenn wir von Anfang an eine Unterscheidung treffen.

Wer ist Mark McKergow

Mark McKergow ist Direktor des Centre for Solutions Focus at Work in Edinburgh, Schottland. Neben seiner Pionierarbeit bei der Anwendung lösungsfokussierter Ideen im Organisationskontext ist er seit 2010 Visiting Research Fellow am Department of Philosophy der University of Hertfordshire (Großbritannien), wo er sich damit befasste, die akademischen Wurzeln und Verbindungen der SFBT im Hinblick auf das neueste post-wittgensteinsche Denken wie enaktive Kognition und narrative Philosophie zu erweitern.

Wie die Debatte weiterging

Dieser Beitrag löste die schärfste Kontroverse aus, die der lösungsfokussierte Ansatz je erlebt hat. Harry Korman antwortete darauf in derselben Zeitschrift, dann Guy Shennan, dann eine Gruppe von Praktizierenden, die als Solution-Focused Collective auftrat: Was McKergow als neue Generation beschreibt, beschreibt die Gegenseite als eine Variante unter anderen oder als Verlust. Diese Texte gehören zum selben Korpus und werden nach und nach im Atlas des systemischen Denkens erscheinen.

Literatur

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Originalartikel SFBT 2.0: The Next Generation of Solution-Focused Brief Therapy Has Already Arrived von Mark McKergow, erschienen in Journal of Solution-Focused Brief Therapy, Bd. 2, Nr. 2 (2016), doi: 10.59874/001c.75089, unter der Lizenz CC BY 4.0. Inoffizielle deutsche Übersetzung von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, mit für die Online-Lektüre angepasstem Layout und ergänzten Zwischenüberschriften. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Dies ist eine inoffizielle deutsche Übersetzung des Originalartikels „SFBT 2.0: The Next Generation of Solution-Focused Brief Therapy Has Already Arrived“, erschienen in Journal of Solution-Focused Brief Therapy (2016) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; die Darstellung wurde für die Online-Lektüre angepasst, wie zu Beginn dieser Seite angegeben. Maßgeblich ist die Originalfassung.

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So zitieren Sie diesen Artikel

McKergow, M. (2016). SFBT 2.0: The Next Generation of Solution-Focused Brief Therapy Has Already Arrived. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/sfbt-2-0-the-next-generation-of-solution-focused-brief-therapy-has-already-arrived (Originalwerk erschienen 2016 in Journal of Solution-Focused Brief Therapy, Bd. 2, Nr. 2; 2016 erneut veröffentlicht von Journal of Solution Focused Practices, https://journalsfp.org/article/75089)

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