KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Family Process · Familientherapie

Das AFFIRM-Modell zur Bewältigung von Herausforderungen in durchgängig und divergent interreligiösen Ehen

Dreißig glückliche interreligiöse Paare, im Durchschnitt seit fast zwanzig Jahren verheiratet, beschreiben, wie sie mit ihren religiösen Unterschieden umgehen. Justin J. Hendricks (The Pennsylvania State University), David C. Dollahite, Loren D. Marks, Sam A. Hardy (Brigham Young University) und Chelsea Johnson leiten aus ihren Berichten fünf Prozesse ab, die sie unter dem Akronym AFFIRM zusammenfassen, und vergleichen Paare, die von Anfang an interreligiös waren, mit Paaren, die interreligiös wurden, als sich der Glaube einer der beiden Personen veränderte.

Verfassende Justin J. Hendricks (The Pennsylvania State University); David C. Dollahite, Loren D. Marks und Sam A. Hardy (Brigham Young University); Chelsea Johnson (private Praxis für Paar- und Familientherapie, St George, Utah)Erstveröffentlichung Family Process, 17. September 2026Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von The AFFIRM Model for Navigating Challenges in Continuously-Interfaith and Divergent-Interfaith Marriages von Justin J. Hendricks, David C. Dollahite, Loren D. Marks, Sam A. Hardy und Chelsea Johnson, erschienen in Family Process (Wiley) (2026), doi: 10.1111/famp.70196, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für die Online-Lektüre neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die Tabelle wird als Liste wiedergegeben. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Ich habe das Gefühl, dass viele Leute Einheit wirklich mit Gleichheit verwechseln.

Ingrid, Studienteilnehmerin

Zusammenfassung

Hauptziel dieser Studie war es, die Prozesse zu identifizieren, die glücklichen und stabilen interreligiösen Ehen halfen, mit religiösen Unterschieden umzugehen. Um diese adaptiven Prozesse einzuordnen, untersuchten wir in zweiter Linie die interreligiösen Herausforderungen, die diese Paare erlebten. Ein letztes exploratives Ziel war der Vergleich dieser Herausforderungen und Prozesse zwischen durchgängig interreligiösen Paaren, die interreligiös begannen und es blieben, und divergent interreligiösen Paaren, einer wenig untersuchten Untergruppe, die anfangs eine Religion teilte, später aber infolge religiöser Veränderungen interreligiös wurde. Es wurden Tiefeninterviews mit 30 interreligiösen Paaren (N = 60) geführt, die über eine gezielte Stichprobenziehung gewonnen worden waren und angaben, im Durchschnitt seit 18,7 Jahren glücklich verheiratet zu sein. Durch eine teambasierte systematische thematische Analyse mit NVivo wurden sechs Kernthemen identifiziert. Viele Paare berichteten von mehreren erheblichen Herausforderungen aufgrund ihrer religiösen Unterschiede, wie in unserem ersten Thema dargestellt. Die fünf Themen dazu, wie die Paare mit religiösen Unterschieden umgingen, fassten wir zum AFFIRM-Modell zusammen. Die adaptiven Prozesse, die wir bei diesen interreligiösen Paaren identifizierten, bestanden darin, dass sie (a) einander in ihren Praktiken und Überzeugungen halfen und unterstützten (Assisted), (b) sich auf Gemeinsamkeiten im Glauben konzentrierten (Focused), (c) religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis förderten (Fostered religious Intimacy), (d) die religiösen Entscheidungen des Gegenübers respektierten (Respected) und (e) die Ehe zu ihrer ersten und höchsten Priorität machten (Marriage). Die Themen werden im Hinblick auf durchgängig interreligiöse Paare (n = 25) und divergent interreligiöse Paare (n = 5) erörtert. Interreligiöse Paare könnten von einer schrittweisen Einführung der AFFIRM-Strategien in der Behandlung profitieren. Eine Replikation dieser qualitativen Befunde mit anderen interreligiösen Paaren ist angezeigt, um den Nutzen des Modells zu präzisieren.

Schlüsselwörter: divergent interreligiös, interreligiös, qualitativ, Religion und Familie, religiöse Heterogenität

1 Einleitung

Interreligiöse Ehen haben deutlich zugenommen: In den Vereinigten Staaten (USA) heiraten Paare, die seit 2010 verheiratet sind, doppelt so häufig über Glaubensgrenzen hinweg wie Paare, die in den 1950er- und 1960er-Jahren geheiratet haben (Cox 2022; Pew Research Center 2015). Der Begriff interreligiöse Ehe, auch gemischtreligiöse Ehe, Mischehe oder konfessionelle Heterogamie genannt, bezeichnet Unterschiede in der religiösen Zugehörigkeit der Eheleute, wobei diese Paare häufig auch religiöse Unterschiede in Glauben oder Praxis aufweisen (Stanford et al. 2025). Unter den seit 2010 verheirateten Paaren sind 32%–39% interreligiös, fast zu gleichen Teilen aufgeteilt in (a) religiös-säkulare Ehen und (b) interreligiöse Ehen, in denen die Eheleute aus zwei verschiedenen religiösen Traditionen stammen (Cox 2022; Pew Research Center 2015). Bemerkenswert ist, dass der Anteil religiös-säkularer Ehen von 5% vor 1960 auf 15%–18% seit 2010 gestiegen ist, angetrieben durch die wachsende Zahl religiös ungebundener Menschen.

Auch wenn interreligiöse Ehen einige Vorteile haben mögen, etwa mehr Akzeptanz und Toleranz (Colaner et al. 2023; Shoaf et al. 2022), zeigen Studien übereinstimmend, dass interreligiöse Paare höhere Scheidungsraten und eine geringere Ehequalität aufweisen (Hwang et al. 2019; Riley 2013). Zu den Herausforderungen interreligiöser Paare gehören kontextuelle Faktoren wie fehlende Unterstützung durch Gemeinschaft und Familie sowie ehe- und erziehungsbezogene Faktoren, etwa Schwierigkeiten, unterschiedliche religiöse Überzeugungen und Praktiken miteinander zu vereinbaren (Reiter und Gee 2008), und Uneinigkeit über die religiöse Erziehung der Kinder (Riley 2013; Walsh 2010). Obwohl interreligiöse Paare eine wachsende Bevölkerungsgruppe bilden und viele von ihnen Schwierigkeiten in ihrer Beziehung haben, gibt es nur wenig Forschung zu den Strategien, die solchen Paaren nach eigenen Angaben helfen, mit religiösen Unterschieden umzugehen und eine erfüllte, dauerhafte Ehe aufzubauen. Zudem könnte in dieser Zeit religiöser und politischer Polarisierung das Verständnis dafür, wie Paare mit erheblichen religiösen Unterschieden ihre Ehe gelingen lassen, übertragbare Implikationen für die Gesellschaft insgesamt haben.

Die vorliegende Studie untersuchte daher qualitativ, wie interreligiöse Paare, die nach eigenen Angaben in einer glücklichen und stabilen interreligiösen Ehe leben, erfolgreich mit ihren religiösen Unterschieden umgegangen sind. Um diese adaptiven Prozesse einzuordnen, untersuchten wir in zweiter Linie die aus religiösen Unterschieden erwachsenden Herausforderungen, die diese Paare erlebten. Darauf aufbauend vergleicht ein sekundäres exploratives Ziel diese Prozesse zwischen durchgängig interreligiösen Paaren, die interreligiös begannen und es blieben, und divergent interreligiösen Paaren, einer wenig untersuchten Untergruppe, die anfangs eine Religion teilte, später aber infolge religiöser Veränderungen interreligiös wurde. Cheney und Priest (2025) wandten die Familiensystemtheorie an, um zu zeigen, wie religiöse Divergenz das einst in gemeinsamen Überzeugungen verankerte eheliche „Dreieck“ destabilisieren kann, sodass Paare neue Fundamente errichten müssen oder den Zerfall ihrer Beziehung riskieren. Sie vermuten, dass divergent interreligiöse Paare im Vergleich zu durchgängig interreligiösen Paaren mit eigenen Herausforderungen und besonderen Anpassungsaufgaben konfrontiert sein könnten, da sie nicht nur religiöse Unterschiede, sondern auch den Verlust zuvor gemeinsamer Fundamente neu aushandeln müssen. Dementsprechend untersucht die vorliegende Studie eheliche Herausforderungen sowie die Prozesse, die Stabilität und Gedeihen sowohl in durchgängig als auch in divergent interreligiösen Ehen fördern.

1.1 Mögliche Herausforderungen einer interreligiösen Ehe

Interreligiöse Ehen weisen eigene Beziehungsdynamiken und Herausforderungen auf (Hwang et al. 2021). Diese Herausforderungen bestimmen interreligiöse Beziehungen jedoch nicht allein, und sie schmälern auch nicht die Stärken, die diese Paare durch ihre Erfahrungen entwickeln können (Colaner et al. 2023; Shoaf et al. 2022). Diese Herausforderungen und ihre tieferen Ursachen zu verstehen, ist entscheidend, um interreligiöse Paare zu unterstützen und Lücken in der bestehenden Forschung zu erkennen.

Im Einklang mit dem Homogamie-Ansatz werden religiöse Unterschiede über den gesamten Lebensverlauf hinweg durchgängig mit größeren ehelichen Schwierigkeiten in Verbindung gebracht (Hwang et al. 2021; Schafer und Kwon 2019; Schramm et al. 2012). Interreligiöse Paare, die eine Heirat erwägen, berichteten von Schwierigkeiten bei der Entscheidung, welche Rolle der Glaube bei ihrer Hochzeit spielen soll, und von dem Gefühl, von Glaubensgemeinschaften ausgegrenzt zu werden (Riley 2013). Konfessionelle Unterschiede gehen bei frisch verheirateten Paaren in erster Ehe mit einer geringeren ehelichen Anpassung einher, interessanterweise jedoch nicht bei Wiederverheiratungen (Schramm et al. 2012). Hwang et al. (2021) stellten fest, dass interreligiöse Paare im Vergleich zu glaubensgleichen Paaren mit einer geringeren Ehezufriedenheit begannen und diese über die gesamte 17-jährige Studiendauer niedriger blieb. Darüber hinaus berichten ältere Paare mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit von geringerem Beziehungsglück, was die anhaltenden Herausforderungen interreligiöser Paare unterstreicht (Schafer und Kwon 2019).

Interreligiöse Ehen enden häufiger mit einer Scheidung als glaubensgleiche Ehen (Hwang et al. 2019; Riley 2013). Einige interreligiöse Kombinationen, etwa Ehen zwischen einer katholischen und einer protestantischen Person aus einer der traditionellen Großkirchen (Mainline), weisen jedoch ein geringeres Scheidungsrisiko auf (Riley 2013). Interreligiöse Paare haben ein höheres Scheidungsrisiko, wenn mindestens eine der beiden Personen, insbesondere die Ehefrau, einer exklusivistischen Religion angehört, die häufig den exklusiven Besitz der religiösen Wahrheit, eine starke Abgrenzung und die Heirat innerhalb des Glaubens betont (z. B. fundamentalistische, evangelikale Gemeinschaften, Heilige der Letzten Tage; Lehrer und Chiswick 1993; Vaaler et al. 2009). Damit zusammenhängend berichten Ehen mit mindestens einer religiösen Person, auch in interreligiösen Kombinationen, von höherer Ehezufriedenheit und selteneren Trennungen als säkulare Ehen, in denen keine der beiden Personen religiös ist (Boulis und Torgler 2024; Lee und Lee 2023). Lehrers (2009) Studie, die die Scheidungsraten nach 5 Jahren verglich, zeigte, dass bei Paaren der Heiligen der Letzten Tage bzw. bei mormonischen1 Paaren die größten Unterschiede zwischen glaubensgleichen und interreligiösen Paaren bestanden. Während sich nur 13% der glaubensgleichen Paare der Heiligen der Letzten Tage scheiden ließen, lag die Scheidungsrate interreligiöser Paare (HLT mit anderer Religion) bei 40%. Die Untersuchung glücklicher und stabiler interreligiöser Kombinationen mit erhöhtem Scheidungsrisiko (z. B. HLT mit anderer Religion) könnte für das Verständnis adaptiver interreligiöser Prozesse besonders aufschlussreich sein.

Interreligiöse Paare berichten von mehr religiösen Konflikten, die sie auf Unterschiede in Überzeugungen und Praktiken zurückführen (Reiter und Gee 2008), und Unterschiede in der Religionszugehörigkeit gehen in Verbindung mit weiteren religiösen Unterschieden eher mit schlechteren ehelichen Ergebnissen einher (Riley 2013). Religiöse Unterschiede hängen zudem mit mehr Konflikten über Finanzen und Hausarbeit zusammen (Curtis und Ellison 2002). In den USA erleben interreligiöse Paare häufiger religiöse Meinungsverschiedenheiten als glaubensgleiche Paare: 32% der religiös-säkularen Ehen und 28% der interreligiösen Paare berichten zumindest gelegentlich von solchen Konflikten, gegenüber 19% der glaubensgleichen Paare (Pew Research Center 2016).

Eine der größten Herausforderungen für Eltern in interreligiösen Ehen ist die Entscheidung, wie sie ihre Kinder religiös erziehen. Riley (2013) bezeichnet dies als „wahrscheinlich die höchste Hürde, vor der interreligiöse Eltern stehen“ (S. 80); nur etwa 38% der interreligiösen Eltern haben erwachsene Kinder, die sich mit ihrem jeweiligen Glauben identifizieren (Bengtson et al. 2013; Pew Research Center 2016). Insgesamt helfen die bisherigen Befunde, ein Bild davon zu zeichnen, mit welchen Problemen interreligiöse Paare konfrontiert sein können und warum, und sie verweisen auf einen Unterstützungsbedarf.

Während Herausforderungen bislang vor allem bei interreligiösen Paaren insgesamt untersucht wurden, hat eine Untergruppe kaum empirische Aufmerksamkeit erhalten: divergent interreligiöse Paare. Qualitative Forschung deutet darauf hin, dass es divergent interreligiösen Paaren schwerfällt, religiöse und partnerschaftliche Loyalitäten auszubalancieren (Coffee et al. 2021). Zaloudek (2005) stellte fest, dass ihre Stichprobe (n = 4 Paare) nach der Divergenz Konflikte und den Verlust gemeinsamer Interessen erlebte und eine Trennung in Erwägung zog, schließlich aber von positiven Auswirkungen der religiösen bzw. spirituellen Veränderung berichtete. Einige frühere Studien haben untersucht, wie durchgängig und divergent interreligiöse Paare mit religiösen Unterschieden umgehen, wie im Folgenden dargestellt.

1.2 Bisherige Befunde zum Umgang mit religiösen Unterschieden

Trotz der Herausforderungen, die interreligiöse Ehen mitunter mit sich bringen, haben vergleichsweise wenige Studien systematisch untersucht, wie sie mit religiösen Unterschieden umgehen. Einige Forschungsarbeiten haben jedoch Merkmale und Prozesse identifiziert, die eine höhere Ehequalität und -stabilität fördern. Colaner et al. (2023) führten eine systematische Übersicht über die Forschungsliteratur von 2000 bis 2022 zu wirksamen Kommunikationsstrategien durch, mit denen interreligiöse und multiethnisch-multirassische Familien Unterschiede zwischen Familienmitgliedern bewältigen. Die Übersicht beschrieb vier in der Literatur zu interreligiösen Familien dokumentierte Schlüsselprozesse: (a) konstruktiver Konflikt, (b) offene Kommunikation, (c) entgegenkommende Kommunikation und (d) religiöser Pluralismus. Allerdings ist anzumerken, dass sich die Übersicht von Colaner et al. (2023) nicht ausschließlich mit religiösen Unterschieden in der Ehe befasste und sich stark auf Forschung zu religiösen Unterschieden zwischen Eltern und Kindern stützte.

Nach Parsons et al. (2007) erlebten Personen in interreligiösen Ehen, die ein starkes Identitätsgefühl bewahrten und Individualität und Gemeinsamkeit erfolgreich ausbalancierten (d. h. Differenzierung), eine größere Ehezufriedenheit. Die Unterstützung der religiösen bzw. spirituellen Überzeugungen und Praktiken des Gegenübers wurde mit geringerer Beziehungsbelastung in Verbindung gebracht (Reiter und Gee 2008). Hughes und Dickson (2005) stellten fest, dass konstruktive Kommunikation bei religiösen Meinungsverschiedenheiten, gekennzeichnet durch wechselseitigen Austausch, emotionalen Ausdruck und sinnvolles Problemlösen statt Vermeidung oder Rückzug, der stärkste Prädiktor für Ehezufriedenheit war. Hughes (2004) beobachtete außerdem, dass Personen in interreligiösen Partnerschaften mit einer intrinsischen religiösen Orientierung eher konstruktiv kommunizierten. Schließlich bot die größere Bereitschaft von Frauen – nicht aber von Männern –, religiöse Unterschiede innerhalb der Ehe zu tolerieren, einen stärkeren Schutz für die Ehe (Hwang et al. 2019).

Noch weniger Studien haben adaptive eheliche Prozesse bei divergent interreligiösen Paaren untersucht, mit fünf bemerkenswerten Ausnahmen, die alle auf kleinen qualitativen Stichproben beruhen. Coffee et al. (2021) und Story Chavez et al. (2026) berichteten, dass diese Paare davon profitierten, wenn sie ihre Beziehung als ebenso wichtig wie oder wichtiger als die Religion betrachteten. Zaloudek (2005) identifizierte Entgegenkommen und die Akzeptanz von Unterschiedlichkeit als Faktoren, die Beziehungen halfen, sich nach anfänglichen Schwierigkeiten infolge der Glaubensdivergenz zu verbessern. Ähnlich beobachteten Knight et al. (2019), dass eine tiefe Akzeptanz der Veränderungen und die Bildung einer neuen Familienidentität Familien und Paaren halfen, sich erfolgreich anzupassen. Story Chavez et al. (2026) wiesen zudem auf die Bedeutung von Differenzierung und Respekt hin. Zimmerman et al. (2015) hoben die Bedeutung von Flexibilität für adaptive Beziehungsergebnisse hervor. Obwohl diese Studien mögliche adaptive Prozesse nahelegen, ist jede nur begrenzt verallgemeinerbar, und zwei schlossen nichteheliche Beziehungen ein (z. B. Eltern-Kind-Beziehungen; Knight et al. 2019; Zimmerman et al. 2015).

Angesichts der begrenzten Forschung in diesem Bereich bedarf es weiterer Arbeiten, um positive eheliche Prozesse in divergent interreligiösen Ehen und allgemeiner bei interreligiösen Paaren zu untersuchen und zu verstehen. Dieses junge Forschungsfeld erfordert weitere explorative Studien, für die sich qualitative Methoden zur Identifizierung adaptiver Beziehungsprozesse besonders eignen. Zudem hebt das Modell der religiösen Dualitäten hervor, dass Religion Beziehungsprobleme sowohl erzeugen als auch lösen kann (Dollahite et al. 2018). Während die Forschung Religion in interreligiösen Beziehungen oft als trennend darstellt, legt dieses Dualitätsmodell nahe, dass sie auch helfen könnte, Beziehungsprobleme in interreligiösen Ehen zu bewältigen – eine Möglichkeit, die weitere Untersuchung verdient. Angesichts dieses Forschungsstands untersuchten wir qualitativ die adaptiven Prozesse und die Herausforderungen religiöser Unterschiede sowohl bei durchgängig als auch bei divergent interreligiösen Paaren.

2 Methode

2.1 Rekrutierung und soziodemografische Merkmale der Stichprobe

Wir nutzten eine gezielte Stichprobenziehung, um 30 interreligiöse Paare (N = 60) zu rekrutieren, und konzentrierten uns auf glückliche und stabile Ehen, um adaptive Beziehungsprozesse eingehend untersuchen zu können (Daly 2007; Dollahite et al. 2023; Marks 2015). Zu den Rekrutierungskriterien gehörten Paare, die nach eigenen Angaben (a) in einer glücklichen und stabilen interreligiösen Ehe lebten, (b) mindestens ein Kind gemeinsam großgezogen hatten oder großzogen und (c) bei denen mindestens eine der beiden Personen hochreligiös war. Über 80% der Paare wurden rekrutiert, indem religiöse oder interreligiöse Gruppen, Verantwortliche und Organisationen in den gesamten Vereinigten Staaten kontaktiert wurden, vor allem über Facebook oder E-Mail (siehe die Zusatzinformationen für eine Liste von 143 Kontakten). Die Mitteilungen enthielten Angaben zur Studie und zu den Teilnahmekriterien und baten um Weiterempfehlungen an Personen, die sich bei Interesse dann bei uns melden konnten. Weitere Teilnehmende, insbesondere aus Minderheitengruppen (z. B. Schwarze, hispanische, jüdische Personen), wurden durch zusätzliche gezielte und Gelegenheitsstichproben gewonnen, darunter Empfehlungen von wissenschaftlichen Hilfskräften, aus einer früheren verwandten Studie und über Qualtrics-Panels. Vor Beginn der Studie wurde die Genehmigung der Ethikkommission (Institutional Review Board) der Brigham Young University eingeholt (ID# F17231).

Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt etwa 18,7 Jahre verheiratet, zwischen 31 und 75 Jahre alt (Ehemänner M = 49.5, SD = 13.1; Ehefrauen M = 47.5, SD = 14.1) und hatten im Durchschnitt drei Kinder pro Paar. Interviewt wurden Paare aus 14 Bundesstaaten und Washington D.C., die sieben der acht sozioreligiösen Regionen der Vereinigten Staaten repräsentierten (Silk und Walsh 2008); Neuengland war die einzige nicht vertretene Region. Die Stichprobe bestand zu 63,3 % aus weißen Personen und zu 25% aus rassifizierten und ethnischen Minderheiten (8,3 % asiatisch, 6,7 % Schwarz oder afroamerikanisch, 6,7 % hispanisch oder lateinamerikanisch und 3,3 % aus dem Nahen Osten oder Nordafrika); bei sieben Teilnehmenden (11,7 %) fehlten Angaben zu Herkunft bzw. Ethnizität. Zudem lebten sieben Paare in interkulturellen oder interethnischen Beziehungen. Der Bildungsstand reichte vom Highschool-Abschluss bis zur Promotion, mit einem vierjährigen College-Abschluss als Median.

Die potenziellen Rekrutierungskontakte wurden so ausgewählt, dass geografische und religiöse Vielfalt gefördert und wichtige religiöse Minderheiten (z. B. Judentum, Islam) überrepräsentiert wurden. Qualitative Forschung gibt einer gezielten oder übertragbaren Stichprobe Vorrang vor Repräsentativität; obwohl die großen Religionsgruppen im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil unterrepräsentiert sind, umfasste die Stichprobe daher nennenswerte Anteile von Protestantinnen und Protestanten (15,0 %, darunter Schwarze protestantische,2 traditionelle protestantische und evangelikale Konfessionen), katholischen Personen (18,3 %) und religiös Ungebundenen (18,3 %, darunter atheistische, agnostische und „nichts Bestimmtes“ angebende Personen). In den USA minoritäre Traditionen waren überrepräsentiert, insbesondere die Heiligen der Letzten Tage (25,0 %), das Judentum (11,7 %) und der Islam (6,7 %); vertreten waren auch kleinere Gruppen wie der Buddhismus (1,7 %), die russische Orthodoxie (1,7 %) und gemischte religiöse Identitäten (1,7 %). Die deutliche Überrepräsentation von HLT-Teilnehmenden war nicht beabsichtigt; auf HLT-nahe Gruppen entfielen nur sieben der 143 Rekrutierungskontakte (gegenüber 20 Kontakten mit Bezug zum Judentum). Die Überrepräsentation ging wahrscheinlich auf die Verbindung eines Teils des Forschungsteams mit der Brigham Young University zurück, einer religiösen Universität, die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage getragen wird; dies könnte die Teilnahmebereitschaft von HLT-Personen erhöht haben. Obwohl unbeabsichtigt, bietet diese Überrepräsentation besondere Einblicke in unsere Forschungsfragen, da HLT-Familien der Heirat innerhalb des Glaubens einen besonders hohen Wert beimessen und einige der größten Unterschiede in der Beziehungsstabilität zwischen glaubensgleichen und interreligiösen Verbindungen aufweisen (Lehrer und Chiswick 1993; Riley 2013).

Fünf der Paare waren divergent interreligiös, das heißt, bei der Heirat fühlten sich beide Personen einem gemeinsamen Glauben verpflichtet, bis eine von ihnen ihn verließ oder den Glauben wechselte (vier verließen die Religion ganz, eine Person wechselte die Religion). Die Paare gaben an, dass die Glaubensdivergenz im Durchschnitt 8 Jahre vor dem Interview eingetreten war (Spannweite = 3,5–12 Jahre); alle Paare erklärten, die religiösen Unterschiede seien unmittelbar nach der Veränderung am schwierigsten gewesen, die Beziehung habe sich aber mit der Zeit angepasst und sei glücklich und stabil geworden. Die übrigen 25 Paare waren während ihrer gesamten Ehe durchgängig interreligiös. Schließlich gaben die Teilnehmenden an, 0 bis 8 Stunden pro Woche (Median = 2 Stunden) für religiöse Aktivitäten aufzuwenden und zwischen null und 10% ihres Einkommens (Median = 2%) an religiöse Organisationen zu spenden.

2.2 Datenerhebung

Vor der Stichprobenziehung wurde die Genehmigung der universitären Ethikkommission eingeholt, und alle Paare gaben vor dem Interview digital ihre informierte Einwilligung. Den Paaren wurden 25 halbstrukturierte Interviewfragen (siehe Tabelle S1) zu Kennenlernen, Ehe, Elternschaft und Glauben gestellt. Zu den für den vorliegenden Artikel relevanten Fragen gehörten: „Wie viele der Konflikte in Ihrer Ehe sind direkt oder indirekt auf religiöse Unterschiede zwischen Ihnen zurückzuführen, und was haben Sie konkret getan, um mit diesen Konflikten umzugehen?“ „Gab es unvorhergesehene Hindernisse, die Sie überwinden mussten? Und wenn ja, wie haben Sie diese Herausforderungen gemeistert?“ „Was würden Sie jemandem sagen, der oder die eine interreligiöse Ehe eingeht?“ Diese Online-Interviews (z. B. über Skype, FaceTime) wurden von geschulten Masterstudierenden und Studierenden im fortgeschrittenen Bachelorstudium geführt, wörtlich transkribiert und erneut mit den Audioaufnahmen abgeglichen. Die Teilnehmenden erhielten einen Online-Geschenkgutschein über 35 Dollar. Die Interviews wurden überwiegend 2018–2019 geführt und dauerten 35,4–186,5 Minuten (M = 92.4 min; SD = 34.6 min). Nachdem Daten von einem vielfältigen Spektrum an Paaren erhoben worden waren, analysierte das Forschungsteam den Interviewtext.

2.3 Analyse

Wir verwendeten einen vierphasigen Analyseprozess mit thematischen und systematischen teambasierten Kodierstrategien in NVivo (Allsop et al. 2022; Bernard et al. 2016; Marks 2015). Allsop et al. (2022) empfehlen, mit offenem Kodieren breite Themen zu identifizieren und anschließend gegebenenfalls eine fokussierte Analyse ausgewählter Themen und identifizierter Zitate durchzuführen, um spezifische Forschungsfragen zu beantworten. Um die Strenge dieses Prozesses zu sichern, empfehlen und beschreiben Bernard et al. (2016) bewährte Verfahren zur Entwicklung eines Kodierleitfadens mit Ein- und Ausschlusskriterien für die Kategorisierung von Zitaten, und Marks (2015) benennt bewährte Verfahren für die Datenanalyse im Team. Unser vierphasiges Vorgehen wechselte daher zwischen (a) offenem Kodieren und dem Erkunden von Themen und (b) dem Kodieren mit Kodierleitfaden, bei dem systematisch die für jedes Thema relevanten Zitate identifiziert und Kodierunterschiede aufgelöst wurden. In den ersten beiden Phasen diente jeweils das gesamte Interview als Analysegrundlage, während in den letzten beiden Phasen nur die für die vorliegende Studie als relevant identifizierten Antworten analysiert wurden. Auf Vielfalt im Kodierteam wurde geachtet: Es umfasste Männer und Frauen mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund und mit Erfahrungen in glaubensgleichen und in interreligiösen Familien.

In Phase 1 führten die erstgenannte verfassende Person und eine wissenschaftliche Hilfskraft ein offenes Kodieren bis zur theoretischen Sättigung durch und erstellten anschließend einen Kodierleitfaden zur Klassifizierung der identifizierten Themen (Allsop et al. 2022). Eines dieser Themen, „Eine interreligiöse Ehe gestalten“, wurde zum Schwerpunkt der vorliegenden Studie und umfasste die Erfahrung, mit religiösen Unterschieden in der Ehe umzugehen, samt den damit verbundenen Herausforderungen und Prozessen. In Phase 2 nutzten acht wissenschaftliche Hilfskräfte aus Bachelor- und Masterstudium, die in Zweierteams arbeiteten, den Kodierleitfaden, um Textpassagen zu diesem und weiteren Themen zu identifizieren. Insgesamt wurden für dieses Thema 420 Erzählungen aus allen 30 Interviews kodiert, die als Datengrundlage für die weitere Analyse dienten. Jede Erzählung umfasste geteilte Geschichten oder Gespräche zum Thema, oft mit mehreren Wortwechseln zwischen Ehemann und Ehefrau.

In Phase 3 kodierten zwei wissenschaftliche Hilfskräfte diese 420 Erzählungen unabhängig voneinander offen und identifizierten Themen zum Umgang mit religiösen Unterschieden in der Ehe. Auf Grundlage der Häufigkeit und Salienz der Codes erstellten sie einen verfeinerten Kodierleitfaden für die sechs wichtigsten Themen. In Phase 4 wandte das Kodierteam zur Sicherung der Validität der Themen den verfeinerten Kodierleitfaden unabhängig an, traf sich regelmäßig zur Besprechung der Fundstellen und erreichte eine Interrater-Reliabilität von über 0.90 (Allsop et al. 2022). Auf Grundlage der resultierenden numerischen Inhaltsanalyse (NCA) und der Salienz einigte sich das Kodierteam auf die sechs in diesem Artikel vorgestellten Hauptthemen (siehe Tabelle 1): eines zu interreligiösen Herausforderungen und fünf zu adaptiven ehelichen Prozessen. Explorative statistische Vergleiche zwischen durchgängig und divergent interreligiösen Paaren werden in den Zusatzinformationen berichtet; wegen der durch die Stichprobengröße bedingten Datenbeschränkungen und aus Platzgründen werden diese Analysen im Haupttext nicht erörtert. Die Häufigkeit der Themen für durchgängig und divergent interreligiöse Paare ist getrennt in Tabelle S2 aufgeführt.

Tabelle 1 — Numerische Inhaltsanalyse der Themen.

Gesamthäufigkeiten der Kodierung (Thema: Anzahl kodierter Fundstellen; Anzahl Paare)

  • Eheliche Herausforderungen im Umgang mit religiösen Unterschieden. 107; 20 (67%)
  • A. Einander in Praktiken und Überzeugungen helfen und unterstützen. 143; 28 (93%)
  • F. Sich auf Gemeinsamkeiten im Glauben konzentrieren. 129; 29 (97%)
  • F.I. Religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis fördern. 94; 24 (80%)
  • R. Die religiösen Entscheidungen des Gegenübers respektieren. 126; 26 (87%)
  • M. Die Ehe zur ersten und höchsten Priorität machen. 21; 9 (30%)
  • Gesamt. 420a; 30

a Die Summe der kodierten Fundstellen beträgt 620 (nicht 420), da einige Fundstellen mehreren Themen zugeordnet wurden.

3 Ergebnisse

In unseren Analysen identifizierten wir fünf Schlüsselprozesse, die interreligiöse Paare als wichtig für die Qualität und Stabilität ihrer Ehe bezeichneten. Um die Befunde übersichtlich darzustellen, ordneten wir die Themen dem englischen Akronym AFFIRM zu: (a) Sie halfen und unterstützten einander in ihren Praktiken und Überzeugungen (Assisted), (b) sie konzentrierten sich auf Gemeinsamkeiten im Glauben (Focused), (c) sie förderten religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis (Fostered religious Intimacy), (d) sie respektierten die religiösen Entscheidungen des Gegenübers (Respected) und (e) sie machten die Ehe zu ihrer ersten und höchsten Priorität (Marriage). Neun Paare berichteten von allen fünf Aspekten des AFFIRM-Modells, 14 von vier und sieben von drei oder weniger. Wir behaupten nicht, dass diese Paare dem AFFIRM-Modell bewusst folgten; wir nutzen es vielmehr als konzeptionellen Rahmen, um die Prozesse zu beschreiben, die die Paare praktizierten. Der Bericht enthält über 30 wörtliche Zitate von Teilnehmenden, um ihre Stimmen hervorzuheben und die Befunde in ihren Erfahrungen zu verankern (Levitt et al. 2018; Marks 2015). Bevor wir die Komponenten des AFFIRM-Modells beschreiben, schildern wir zunächst einige der ehelichen Herausforderungen, denen die Teilnehmenden durch ihre interreligiöse Ehe begegneten.

3.1 Eheliche Herausforderungen im Umgang mit religiösen Unterschieden

Zwei Drittel der befragten Paare beschrieben eheliche Herausforderungen, die sich aus dem Umgang mit religiösen Unterschieden ergaben; insgesamt wurden in allen Interviews 107 Erzählungen über Herausforderungen identifiziert. James,3 ein katholischer Ehemann, sagte: „Die größte Herausforderung für meine Ehe ist der Unterschied zwischen unseren Religionen. … [Einer]4 katholischen und einer mormonischen Person, die ans Heiraten denken, würde ich es nicht empfehlen.“ Bei manchen gingen die Herausforderungen auf Spannungen wegen unterschiedlicher Überzeugungen und Praktiken zurück oder auf das Gefühl, sich nicht ganz auf den eigenen Glauben einlassen zu können, wie der folgende Wortwechsel zwischen Elder und Thelma zeigt, einem Baptisten und einer Katholikin:

Elder: Ich versuche seit Jahren, ihr klarzumachen, dass sie in ihre Kirche gehen kann und ich in meine. … Ihr Standpunkt ist, dass man zusammen in die Kirche gehen muss, um eine Familie zu sein; das stimmt nicht …

Thelma: Ach ja?

Elder: Nein, in der Bibel steht, dass man Gott für sich selbst ehrt.

Thelma: Na ja, darauf lassen wir uns jetzt nicht ein. Da steht, eine Familie, die zusammen betet …

Elder: Den Teil glaube ich ja, aber ich muss nicht in deine Kirche gehen, damit wir zusammen beten.

Thelma: Auf den Teil lassen wir uns nicht ein.

Elder: [An die interviewende Person gewandt] Tja, Sie merken, das haben wir schon mal diskutiert, was?

Obwohl die Stichprobe nur fünf divergent interreligiöse Paare umfasste, entfiel auf sie etwas mehr als die Hälfte aller Fundstellen zu ehelichen Herausforderungen (siehe Tabelle S1). Cole und Rachel, ein ursprünglich HLT-Paar, bevor Cole Agnostiker wurde, sagten:

Cole: Mein Verhältnis zu ihren Eltern ist nicht mehr so eng wie früher [bevor ich die Kirche verlassen habe]. … Das hat unsere [eheliche] Beziehung belastet. … Als sie es erfahren haben, stand ich eine Weile auf der schwarzen Liste.

Rachel: (lacht leise) Da stehst du immer noch so ein bisschen …

Leah, eine HLT-Ehefrau, und Peter, früher HLT und heute Buddhist, sagten:

Leah: Ich erinnere mich an den Abend, an dem mein Mann gesagt hat: ‚Ich habe nie ein Zeugnis bekommen [dass diese Religion wahr ist].‘ Ich lag die ganze Nacht wach und habe nachgedacht. … Es war eine schlimme Nacht. … Ich habe mich jahrelang verraten gefühlt, bevor ich wirklich verstanden habe, dass er mich nicht absichtlich verraten hat. Dann habe ich Reue und Bedauern empfunden, weil ich für ihn kein so sicherer Ort war, dass er es mir früher hätte sagen können … Ich meine, es gab eine Zeit mitten in unserer Ehe, da war ich fest entschlossen, [dass] mein Mann seine Antwort bekommen würde [dass diese Religion wahr ist]. Wir würden zusammen unsere Gebete sprechen, jeden Abend in den Schriften lesen. … Und das hat unsere Beziehung so sehr belastet und ihm wirklich viel Stress gemacht, viel Depression und alles Mögliche. …

Peter: Natürlich war dieser Glaubensübergang ein Hindernis … wir haben ein paarmal über Scheidung gesprochen. … Es gab auf jeden Fall ein paar richtig schwere Gespräche, für mich, die mich ins Grübeln gebracht haben: Führt das, was ich tue, uns dahin?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Leben in einer interreligiösen Beziehung die Ehen der meisten Teilnehmenden belastete, auch wenn 10 Paare von keinerlei religionsbezogenen Konflikten berichteten. Trotz dieser Schwierigkeiten beschrieben die meisten Paare, wenn sie gebeten wurden, Menschen vor einer interreligiösen Ehe einen Rat zu geben oder zu schildern, wie sie mit religiösen Konflikten umgegangen waren, Wege, auf denen sie diese Herausforderungen abmildern und vermeiden konnten; der erste bestand darin, einander in den Praktiken und Überzeugungen zu helfen und zu unterstützen.

3.2 Einander in Praktiken und Überzeugungen helfen und unterstützen

Fast alle Paare (28/30 bzw. 93%; 143 Fundstellen) beschrieben, wie es ihrer Ehe half, einander in den jeweiligen Praktiken und Überzeugungen zu helfen und zu unterstützen. Dies zeigte sich auf vielfältige Weise, etwa darin, dass Paare an den Praktiken beider Religionen teilnahmen, zum Beispiel die Gottesdienste beider Kirchen besuchten. Caleb, ein jüdischer Ehemann, der mit einer Agnostikerin verheiratet ist, sagte: „Es war klar, dass sie bereit war, sich sehr aktiv und direkt am Glauben zu beteiligen … als Paar. Das war für mich ein wirklich wichtiges Zeichen, dass das funktionieren würde.“ Auch Dawn, eine religiös ungebundene Ehefrau (früher HLT), und ihr HLT-Ehemann Sheldon veranschaulichten dies:

Dawn: Ich habe mitgedient und alles unterstützt, was sie gemacht haben. Ich hatte Berufungen [also Aufgaben in der Kirche], … ich [hatte] nur keinen Glauben …

Sheldon: Es wäre ein echtes Desaster gewesen, wenn sie beschlossen hätte … ‚Wir gehen nicht in die Kirche, ich lasse nicht zu, dass die Kinder etwas Falsches lernen‘, aber sie hat mich sehr unterstützt.

Außerdem sagte Cassandra, eine HLT-Ehefrau, die mit einem Muslim verheiratet ist:

Mein Mann hat mich in meinem Kirchenleben und bei der Teilnahme unseres Sohnes am Kirchenleben total unterstützt. Das war mir ziemlich wichtig … Und bei den religiösen Traditionen, ich meine, wir feiern einfach alles, und wenn es möglich ist, Traditionen zu verbinden, dann machen wir das.

Hilfe und Unterstützung taten diesen Ehen den Berichten zufolge gut, unter anderem weil sie den wichtigen Wunsch der Eheleute erfüllten, Religion in ihrem Leben zu haben. Einander zu unterstützen erforderte oft Flexibilität, Kompromisse und die Einsicht, dass nicht immer alles nach den eigenen Vorstellungen läuft. Ein weiterer, damit verwandter Aspekt, der den Paaren half, die Überzeugungen und Praktiken des Gegenübers zu unterstützen, war die Erkenntnis der Überschneidungen zwischen den Religionen, wie im Folgenden dargestellt.

3.3 Sich auf Gemeinsamkeiten im Glauben konzentrieren

Alle Paare bis auf eines betonten, wie wichtig es sei, sich auf Gemeinsamkeiten im Glauben zu konzentrieren (29/30 bzw. 97%; 129 kodierte Fundstellen). Ein methodistischer Ehemann namens Hans sagte: „[Wir] haben angefangen, uns auf das zu konzentrieren, was uns gemeinsam ist, [zum Beispiel] sind wir uns natürlich bei den christlichen Grundsätzen einig.“ Andere Paare fanden es zudem hilfreich zu erkennen, dass die Unterschiede zwischen ihnen letztlich gar nicht so groß waren. Spencer und Edith, ein katholisch-jüdisches Paar, sagten:

Spencer: Vielleicht gibt es religiöse Unterschiede manchmal gar nicht wirklich, solange man sie nicht entstehen lässt.

Edith: Ich habe etwas über den Katholizismus gelernt, und er hat etwas über das Judentum gelernt …

Spencer: In vielen Fällen sind es nicht nur Unterschiede, es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten.

In ähnlicher Weise sagte ein Schwarzer protestantischer Ehemann namens Aiden: „Ich schaue mir alle Religionen und Glaubensrichtungen an [und konzentriere mich auf] die Gemeinsamkeiten, statt mich auf die Unterschiede zu konzentrieren, denn wenn man auf die Gemeinsamkeiten schaut, gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.“

Andere fanden es ebenfalls wertvoll, religiöse Unterschiede herunterzuspielen, merkten aber an, dass dieser Prozess schwieriger sein könnte, wenn die Unterschiede zwischen ihnen größer wären. Anthony, ein hispanischer katholischer Ehemann, sagte:

Da ich katholisch erzogen wurde und sie episkopal, liegen die beiden so nah beieinander … die Unterschiede zwischen den beiden Religionen sind so winzig, zumindest was uns betrifft, nicht was die Kirche betrifft, dass es uns wirklich kaum berührt. Wenn sie jetzt … etwas anderes als Christin wäre, dann gäbe es da, glaube ich, Konflikte.

Sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, bedeutete nicht unbedingt, Unterschiede zu vergessen oder zu ignorieren. Viele Paare berichteten vielmehr auch, wie wichtig es sei, die zentralen religiösen Unterschiede zwischen den Glaubensrichtungen beider Personen zu verstehen und religiöse und spirituelle Intimität zu fördern.

3.4 Religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis fördern

Drei Viertel der Teilnehmenden äußerten sich in 94 Fundstellen dazu, wie wichtig es für ihre Ehe sei, über religiöse Unterschiede zu sprechen und sie zu verstehen. Divergent interreligiöse Paare stellten zwar nur 17% der Stichprobe, steuerten aber 34 der 94 Fundstellen (36%) bei. Sie betonten, wie wichtig es sei, nach dem Glaubenswechsel einer der beiden Personen religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis aufzubauen und zu erhalten. Für beide Gruppen umfasste dieses Thema Offenheit und das Kennenlernen der jeweiligen Religion. Sebastian, der sich sowohl als HLT als auch als Buddhist verstand und mit einer Zeugin Jehovas verheiratet ist, sagte: „Es [bedeutet] etwas, diesen [religiösen] Teil von ihr zu kennen, weil es ihr wichtig ist, dass ich [ihn] kennenlerne, deshalb war ich offen.“ Eli, ein jüdischer Ehemann, der mit einer Katholikin verheiratet ist, sagte:

Es funktioniert nicht, wenn man sich selbst verändert. Wissen Sie, beide Seiten müssen auf derselben Wellenlänge sein, sie müssen sich wirklich darauf einlassen. Das ist keine Einbahnstraße, beide Seiten müssen die andere verstehen.

Dazu gehörte auch, Meinungsverschiedenheiten in Glaubensfragen gründlich zu besprechen und zu entscheiden, wie bestimmte religiöse Hindernisse angegangen werden sollten. Navesh, ein muslimischer Mann, der mit einer Katholikin verheiratet ist, sagte:

Im Großen und Ganzen glaube ich nicht, dass wir größere Hindernisse hatten … das liegt wahrscheinlich auch daran, wie viel wir über diese Dinge gesprochen haben. Wir haben viel darüber geredet … wir haben wahrscheinlich nichts unversucht gelassen, als wir uns darauf eingelassen haben.

Alphonse, ein HLT-Ehemann, der mit einer Methodistin verheiratet ist, sagte:

Religiöse Konflikte zu haben … führt zu vielen guten Gesprächen … Ich glaube, genau das macht unsere Ehe besser, dass wir tatsächlich darüber reden. Wir fressen es nicht einfach in uns hinein und lassen es schwären, wir reden darüber, bringen es offen auf den Tisch und machen dann von da aus weiter.

Zusammenfassend waren Kommunikation und Verständnis den Teilnehmenden zufolge wesentlich für das Gelingen ihrer interreligiösen Ehen. Offen über die Religion des Gegenübers zu sprechen und mehr über sie zu erfahren, half den Paaren, mit Unterschieden umzugehen und sie zu akzeptieren. Meinungsverschiedenheiten gemeinsam zu lösen, stärkte ihre Beziehungen und schuf ein festeres Fundament, und dies erforderte oft Respekt vor den Überzeugungen, Praktiken, der Identität und den Entscheidungen des Gegenübers, wie im Folgenden dargestellt.

3.5 Die religiösen Entscheidungen des Gegenübers respektieren

Fast alle Paare betonten, wie wichtig es beim Umgang mit religiösen Unterschieden in ihrer Ehe sei, die religiösen Entscheidungen des Gegenübers zu respektieren (26/30 bzw. 87%; 126 Fundstellen). Dieser Respekt zeigte sich auf verschiedene Weise. Elder, der bereits zitierte baptistische Ehemann, zeigte seinen Respekt, indem er die Gültigkeit der religiösen Überzeugungen und Praktiken seiner Frau anerkannte:

Ich glaube, dass jede und jeder [von] uns Gott auf eigene Weise dient. … Ich unterstütze die katholische Kirche, und sie unterstützt die Baptistenkirche. … Ich glaube, das ist es, was uns verbindet, dass sie und ich beide einen Ort haben, an den wir gehen und den Herrn anbeten können.

Dieser Respekt bedeutete auch, auf Urteile zu verzichten, wie Omar, ein muslimischer Ehemann, veranschaulicht:

Wer zulässt, dass Religion in einer Beziehung zu einem trennenden Element wird, sollte sich mal untersuchen lassen. … Wer zum Teufel bist du, dass du ein Urteil fällst? [Was], hat Gott mich ermächtigt zu sagen, dass sie weniger wert ist als ich, weil ich Muslim bin, oder dass sie mehr wert ist als ich, weil sie Christin ist? … Ich halte es für den Gipfel menschlicher Selbstüberhebung, dass wir glauben, wir, so klein wie wir sind, wären irgendwie in der Lage, Gottes Urteil über jemand anderen zu sprechen.

Neben Respekt und dem Verzicht auf Urteile sprachen die Paare über den wichtigen, damit verbundenen Prozess der Differenzierung. Indem sie anerkannten, dass beide als eigenständige Individuen handelten, und sich auf ihr eigenes Verhalten und ihre eigenen Entscheidungen konzentrierten, während sie Unterschiede anerkannten, respektierten und akzeptierten, konnten die Paare ihre Unterschiede erfolgreicher bewältigen.

Auf die Frage „Welchen Rat würden Sie einem Menschen geben, der eine interreligiöse Ehe eingeht?“ sagte Esther, eine katholische Ehefrau, die mit einem Muslim verheiratet ist:

Gehen Sie das als etwas an, bei dem Sie etwas gewinnen, und nicht als Verlust nach dem Motto: ‚Oh, ich muss Teile meiner Identität und meiner kulturellen oder religiösen Identität zurückschrauben, weil ich weniger katholisch sein muss oder so, weil ich diese Ehe eingehe.‘

In ähnlicher Weise sagte Ingrid, eine HLT-Ehefrau, die mit Ahmad verheiratet ist, ihrem religiös ungebundenen, früher der HLT-Kirche angehörenden Mann:

Wir glauben beide ziemlich fest daran, die andere Person machen zu lassen, was sie will, und wir lieben einander und vertrauen einander genug, um zu glauben, dass die andere Person, auch wenn sie etwas tut, an das wir persönlich nicht glauben, es tut, weil sie glaubt, dass es für sie das Beste ist. … Also, wenn du die Kirche verlassen willst, dann glaube ich, dass du das Gefühl hast, dass das das Beste für dich ist, und … ich werde das respektieren. Ich glaube also, dass diese ganze Idee, die Entscheidungen der anderen Person zu respektieren und nicht identisch sein zu müssen, [hilft, Konflikte zu vermeiden] … [und] ich habe das Gefühl, dass viele Leute Einheit wirklich mit Gleichheit verwechseln.

Bei divergent interreligiösen Paaren stand dieses Thema oft im Zusammenhang damit, die Entscheidung des Gegenübers, den gemeinsamen Glauben zu verlassen, zu respektieren und zu würdigen. Einige Paare beschrieben zudem, dass es ihnen half, die Entscheidungen des Gegenübers zu respektieren und zu akzeptieren, wenn sie erkannten, dass diese religiösen Entscheidungen sie nicht zwangsläufig daran hinderten, ihren eigenen Überzeugungen treu zu leben. Differenzierung und Respekt könnten den Paaren also geholfen haben, ihre innere Spannung zwischen der Loyalität und Verbundenheit mit ihrem Glauben und der Loyalität und Verbundenheit mit dem Gegenüber zu verringern. Das Austarieren dieser beiden Verpflichtungen wurde in unserem letzten Thema ausdrücklich erörtert: „die Ehe zur ersten und höchsten Priorität machen“.

3.6 Die Ehe zur ersten und höchsten Priorität machen

Auch wenn dieses Thema seltener war als die anderen, beschrieb doch fast ein Drittel der Paare, wie wichtig es sei, die Ehe an die erste Stelle zu setzen (9/30 bzw. 30%; 21 kodierte Fundstellen). Konkret berichteten die Teilnehmenden, dass es besser lief, wenn sie ihre Religion nicht über ihre Beziehung stellten. Maddie, eine presbyterianische Ehefrau, die mit einer religiös ungebundenen Person verheiratet ist, sagte:

Wir hatten ein Herbstfest in der Kirche, und ich habe meinem Mann diese schreckliche, chaotische Küche hinterlassen … Und als ich aus der Kirche zurückkam, hatte er alles aufgeräumt. Und ich dachte einfach, wissen Sie, Gott hat mir eine Familie gegeben, zuerst einen Mann und dann Kinder, und wenn ich nicht in den Griff bekomme, was in meinem eigenen Zuhause ist, sollte ich mich in der Kirche nicht so übernehmen.

Beim Ausbalancieren religiöser und partnerschaftlicher Verpflichtungen beschrieben einige, wie ihre Überzeugungen ihnen halfen, ihren Beziehungen Vorrang zu geben. Obwohl divergent interreligiöse Paare nur 17% der Stichprobe ausmachten, entfielen auf sie 67% der Fundstellen zur Priorisierung der Ehe. Der Umgang mit diesen Spannungen könnte daher für divergent interreligiöse Paare besonders wichtig sein. Sheldon, der bereits zitierte HLT-Ehemann (verheiratet mit Dawn, die religiös ungebunden geworden war), sagte:

Meine persönliche Überzeugung ist, dass die Familie das Wichtigste ist. … Wenn ich zum Beispiel vor der Entscheidung stünde, verheiratet zu bleiben oder in die Kirche zu gehen, würde ich mich dafür entscheiden, verheiratet zu bleiben. … Als es bei uns zum ersten Mal zur religiösen Trennung kam [und meine Frau unsere Kirche verließ] … bin ich davon ausgegangen, dass ich mich scheiden lassen muss. … [Aber] als ich anfing, nach Rechtfertigungen zu suchen und nach all der Unterstützung, die ich meiner Meinung nach brauchen würde, um es zu rechtfertigen, meine Frau zu verlassen, fühlte sich das allmählich wie das Unchristlichste an, was man tun kann.

Trotz der Herausforderungen, vor denen diese Paare standen, zeigen diese Ehen, dass Glück und Stabilität in interreligiösen Ehen möglich sind und dass diese Prozesse ihnen halfen, dieses Ziel zu erreichen. Abschließend sagte Dennis, ein früher der HLT-Kirche angehörender, inzwischen religiös ungebundener Ehemann:

Es ist zwölf Jahre her, dass ich aufgehört habe zu glauben. … [Sie] ist sehr streng und orthodox, und [ich habe] sehr leidenschaftliche gegenteilige Gefühle. … Ja, das bringt bestimmte Schwierigkeiten mit sich, und die habe ich sicher erlebt, aber ich glaube, solange man sich selbst nicht an die erste Stelle setzt … egal wie stark man zu seinen Ansichten und Überzeugungen steht, sondern trotzdem die Familie an die erste Stelle setzt, kann man trotzdem eine gute und gesunde Familie haben … solange wir es schaffen, unsere Überzeugungen nicht das Maß an Hingabe und Verbundenheit verändern zu lassen, das wir füreinander und für eine gesunde Ehe haben.

4 Diskussion

Ziel der vorliegenden Studie war es zu verstehen, wie Paare in glücklichen und stabilen interreligiösen Ehen mit religiösen Unterschieden umgingen. Unsere Befunde zeigen, dass viele dieser Paare vor erheblichen Herausforderungen standen. Sowohl durchgängig als auch divergent interreligiöse Paare berichteten jedoch von mehreren Prozessen, die ihnen halfen, ihre interreligiöse Ehe zu gestalten. Auf Grundlage dieser Themen ordneten und entwickelten wir ein Modell, das wir AFFIRM-Modell nannten und das im Folgenden erörtert wird. Wie bereits erwähnt, berichteten nur neun Paare von allen fünf Aspekten des AFFIRM-Modells. Es könnte also möglich sein, eine glückliche und stabile interreligiöse Ehe zu führen, ohne jeden einzelnen dieser Prozesse zu praktizieren. Jedes Paar berichtete jedoch von mindestens einem der fünf Themen des AFFIRM-Modells, und im Durchschnitt berichteten die Paare von 3,87 der fünf Themen.

4.1 Einander in Praktiken und Überzeugungen helfen und unterstützen

Unser Befund zur Bedeutung, einander in den jeweiligen Praktiken und Überzeugungen zu helfen und zu unterstützen, und zur Notwendigkeit, dabei flexibel zu sein, stimmt mit der im Literaturüberblick genannten früheren Forschung überein (Reiter und Gee 2008; Zimmerman et al. 2015). Obwohl unsere Studie nicht verallgemeinerbar ist, legen wir angesichts der Wiederholung dieses Befundes in mehreren Studien vorsichtig nahe, dass dieser Prozess auf andere Situationen übertragbar sein könnte und dass künftige quantitative Studien diese Empfehlung in einem größeren Kontext direkt prüfen sollten.

4.2 Sich auf Gemeinsamkeiten im Glauben konzentrieren

Der adaptive Prozess, sich auf Gemeinsamkeiten in Glauben und Praxis zu konzentrieren, stützt und erweitert frühere Forschung (Colaner et al. 2023; Hendricks et al. 2024; Shoaf et al. 2022). Zwar hat die bisherige Literatur die Fähigkeit interreligiöser Paare hervorgehoben, auf religiösen Gemeinsamkeiten aufzubauen (Shoaf et al. 2022), ebenso die Bedeutung des religiösen Pluralismus in interreligiösen Ehen (Colaner et al. 2023) und die Bedeutung, in der Eltern-Kind-Beziehung religiöse Gemeinsamkeiten zu finden, nachdem Kinder die Religion verlassen haben (Hendricks et al. 2024); diese Studie ist jedoch eine der ersten, die die Rolle der Konzentration auf religiöse Gemeinsamkeiten für die Stärkung interreligiöser Ehen hervorhebt.

4.3 Religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis fördern

Der partnerschaftliche Nutzen, religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis bei durchgängig und divergent interreligiösen Paaren zu fördern, ist ein recht neuer und differenzierter Befund unserer Studie. Zwar hat frühere Forschung die Bedeutung offener Kommunikation über Religion (Reiter und Gee 2008), konstruktiver Konflikte bei interreligiösen Paaren (Colaner et al. 2023) und tiefer Akzeptanz in divergent interreligiösen Familien (Knight et al. 2019) hervorgehoben, doch ist uns keine frühere Literatur bekannt, die die Bedeutung religiöser und spiritueller Intimität in interreligiösen Beziehungen erörtert. An anderer Stelle hat sich spirituelle Intimität als förderlich für Ehebeziehungen im Allgemeinen erwiesen (Kusner et al. 2014), und unser Befund steht im Einklang mit der Theorie der religiösen Dualitäten, wonach Religion in interreligiösen Beziehungen nicht nur eine trennende, sondern auch eine verbindende Rolle spielen kann (Dollahite et al. 2018).

Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Förderung dieser Art spiritueller Intimität möglich und förderlich sein kann, wenn beide Personen bereit und interessiert sind und sich in einem dafür sicheren Raum befinden. Verwandte Forschung zu religiösen Unterschieden zwischen Eltern und Kindern legt jedoch nahe, dass das Setzen von Grenzen, um Gespräche über religiöse Themen zu vermeiden, helfen kann, eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung zu erhalten (Worwood et al. 2020). Zudem beobachteten McCurry et al. (2012), dass interreligiöse Paare sich weniger wohl dabei fühlten, über Religion zu sprechen, insbesondere wenn sie sich ihrer Beziehung oder ihrer Fähigkeit, über Spiritualität zu sprechen, nicht sicher waren. Künftige Forschung muss klären, wann es angemessener sein kann, die religiöse Kommunikation zu begrenzen, als religiöse Intimität anzustreben.

4.4 Die religiösen Entscheidungen des Gegenübers respektieren

In ähnlicher Weise stützt und erweitert das Thema des Respekts vor den religiösen Entscheidungen des Gegenübers, ebenso wie der damit verbundene, innerhalb dieses Themas festgestellte Prozess der Differenzierung, frühere Befunde. Frühere Studien zu interreligiösen Familien haben gezeigt, dass entgegenkommende Kommunikation (Colaner et al. 2023) und Differenzierung (Parsons et al. 2007) mit positiven Beziehungsergebnissen zusammenhängen. Colaner et al. (2023) konzentrierten sich jedoch auf religiöse Unterschiede in der Familie und nicht nur, wie unsere Studie, auf religiöse Unterschiede in der Ehe, und keine der beiden Studien weist darauf hin, wie wichtig es ist, einer der beiden Personen zu erlauben, sich vom gemeinsamen Glauben zu entfernen, und diese Entscheidung zu respektieren, wie es diese Teilnehmenden beschrieben.

4.5 Die Ehe als erste und höchste Priorität

Die Empfehlung unserer Teilnehmenden, die Ehe zur ersten und höchsten Priorität zu machen, deckt sich mit den Befunden von Coffee et al. (2021) und Story Chavez et al. (2026), wonach divergent interreligiöse Paare davon profitierten, ihre Beziehung als ebenso wichtig wie oder wichtiger als ihre Religion zu betrachten. Da sowohl die vorliegende Studie als auch die bisherige Literatur diese Idee vor allem im Kontext divergent interreligiöser Paare erörtern und beide Studien begrenzte qualitative Projekte mit kleinen Stichproben sind, sollte künftige quantitative Forschung mit großen Stichproben die Bedeutung dieser Priorität untersuchen. Zudem könnten Paare davon profitieren, diese konkurrierenden Verpflichtungen als potenziell komplementär zu sehen, da religiöse Verpflichtungen oft die eheliche Bindung und starke Familien fördern, auch in interreligiösen Kontexten. Da nur 9 der 30 Paare berichteten, der Ehe angesichts konkurrierender religiöser Prioritäten bewusst Vorrang zu geben, könnte dieser Prozess für die interreligiöse Bevölkerung insgesamt weniger relevant sein; um diese Möglichkeit zu prüfen, ist jedoch repräsentative Forschung nötig.

4.6 Klinische Implikationen

Eheleute, die wegen interreligiöser Fragen eine Therapie beginnen, unterscheiden sich in ihrer emotionalen Intelligenz, ihrer Empathiefähigkeit und ihrer Motivation, ihre Ehe zu bewahren und zu verbessern. Um einen fundierten Behandlungsplan für interreligiöse Paare zu erstellen, können klinische Fachkräfte die Ziele der Klientinnen und Klienten, ihre Bereitschaft, auf diese Ziele hinzuarbeiten, und die dafür nötigen Fähigkeiten erfassen. Therapierende können zudem verlangen, dass die Ratsuchenden mindestens ein gemeinsames Ziel benennen, auf dem eine gemeinsame Behandlung aufbauen kann. Wir empfehlen, dass die AFFIRM-Strategien klinischen Fachkräften klare Behandlungsziele an die Hand geben, die für die Ratsuchenden leicht verständlich sind. Die Erreichbarkeit dieser Strategien kann Hoffnung und Zuversicht sowohl bei den Ratsuchenden als auch bei den Fachkräften stärken, was der Forschung zufolge die Wirksamkeit der Behandlung verbessern kann (Bartle‐Haring et al. 2022).

Im Einklang mit der vorherrschenden klinischen Erfahrung, das Tempo der Behandlung danach auszurichten, „wo die Ratsuchenden stehen“ (Goldstein 1983, 267), können Therapierende erwägen, die AFFIRM-Strategien nach Schwierigkeitsgrad einzuführen. So könnte etwa „religiöse Intimität und gegenseitiges Verständnis fördern“ als die anspruchsvollste Stufe gelten, da es um Verbundenheit durch Religion bzw. Glauben geht, während „die religiösen Entscheidungen des Gegenübers respektieren“ und „sich auf gemeinsame Überzeugungen konzentrieren“ Verbundenheit rund um Religion bzw. Glauben ermöglichen. Auch „einander in Praktiken und Überzeugungen helfen und unterstützen“ könnte als fortgeschrittene Stufe betrachtet werden, da es aktive Unterstützung und nicht nur passive Akzeptanz verlangt.

Die Aufmerksamkeit für die Stufen 1–3 – der Ehe Vorrang geben, sich auf Gemeinsamkeiten konzentrieren und Unterschiede respektieren – kann den Paaren genug Stabilität und gegenseitigen Respekt geben, um gemeinsam sinnvoll voranzukommen, auch wenn sie Stufe 4, die aktive Unterstützung abweichender religiöser Praktiken, oder Stufe 5, die religiöse Intimität, nicht erreichen. Wie das Modell des „Good‐Enough Sex“ („ausreichend guter Sex“; Metz und McCarthy 2007, 351), das sexuellen Leidensdruck bei Paaren verringern will, indem es die Messlatte vom Idealisierten auf das Erreichbare senkt, könnte die Behandlung interreligiöser Paare von einer Normalisierung erfüllender, wenn auch nicht idealer Ergebnisse profitieren; wie beim sexuellen Leidensdruck kann auch interreligiöser Leidensdruck teilweise auf überhöhten Erwartungen beruhen und daher teilweise durch neu justierte Erwartungen auflösbar sein.

Ein vielversprechender Aspekt dieser Strategien ist, dass Ratsuchende sie nutzen können, ohne ihre religiösen oder spirituellen Überzeugungen zu ändern. Diese Flexibilität spiegelt John Gottmans langjährige Forschung wider, die zeigt, dass selbst sehr zufriedene Paare bei wichtigen Fragen, einschließlich der Religion, häufig keinen Konsens erreichen (Gottman 2000). Gottmans Modell des „Sound Relationship House“ (Gottman et al. 2002) stellt „Gemeinsame Bedeutung schaffen“ auf die oberste Ebene, noch über „Träume und Ziele verwirklichen“ (S. 389). Wie bereits erörtert, ist Verbundenheit durch gemeinsame Bedeutung, insbesondere religiöse oder spirituelle Bedeutung, wunderbar, aber schwer zu erreichen. Auch wenn dies Gottmans Modell womöglich zu stark vereinfacht, könnten sich Ratsuchende zunächst einfach darauf konzentrieren, die Träume beider Eheleute zu verwirklichen, und die tiefe Befriedigung genießen, die mit einem solchen Einsatz einhergehen kann.

Ähnlich wie Gottmans zweiter Schritt, Zuneigung und Bewunderung zu teilen, ermutigen die AFFIRM-Strategien interreligiöse Eheleute, schon in frühen Phasen der Behandlung authentische Wege zu finden, einander zu bewundern. Wenn sie die religiösen bzw. spirituellen Überzeugungen des Gegenübers nicht wertschätzen können, können sie vielleicht die grundlegenden Werte bewundern, die es dazu bewegen, bestimmten Praktiken anzuhängen (oder sie abzulehnen); so kann eine Person etwa an der anderen deren Hingabe an persönliche Integrität und die Bereitschaft schätzen, nach dem zu leben, was sie für gut und wahr hält.

Eheleute schätzen einander eher, wenn sie sich gegenseitig als integre Menschen sehen und nicht als „gehirngewaschen“, „weltlich“ oder mit einem der abwertenden Etiketten belegt, die unter dem Druck eines Konflikts, bei dem viel auf dem Spiel steht, häufig übernommen werden. Ob ausdrücklich besprochen oder nicht, können gemischtreligiöse Paare, die gedeihen und zumindest einige der AFFIRM-Strategien anwenden, in mehreren Grundwerten zu einem Konsens gelangen, etwa Integrität, einem persönlichen Verständnis von Wahrheit bzw. dem Guten und Verbundenheit trotz Unterschieden.

Unabhängig davon, auf welche konkreten Werte sich ein Paar einigt, kann es für klinische Fachkräfte hilfreich sein, eine solche Bestimmung anzuregen. Eine Person aus der Befragung meinte, es sei ein Fehler, „Einheit mit Gleichheit zu verwechseln“, doch die Entdeckung verbindender Werte bzw. Eigenschaften kann dem Gemeinsamen sein Recht verschaffen. Wenn Eheleute glauben, keine Gemeinsamkeiten zu haben, können sie einander als zu fremd empfinden, um einander zu vertrauen, eine Bindung einzugehen und sich miteinander zu verbinden, und interreligiöse Paare haben nicht den Luxus eines gemeinsamen Glaubenssystems, das ihre Passung stärkt.

Selbst Ratsuchende, die an ihrer gegenwärtigen Ehe zweifeln, sind oft motiviert, an sich selbst zu arbeiten, und zwar auf eine Weise, die ihr Gedeihen in künftigen Liebesbeziehungen fördern kann. Klinische Fachkräfte könnten erklären, dass der Respekt vor Unterschieden und die Konzentration auf Gemeinsamkeiten wesentliche Fähigkeiten für jede gelingende Beziehung sind, sodass es den Ratsuchenden nützen kann, sie gemeinsam zu üben, solange die Ehe besteht. Ein solcher Ansatz kann genug Spannung lösen und genug Struktur geben, um eine schrittweise Versöhnung in Fällen zu fördern, in denen den Ratsuchenden eine Versöhnung unerreichbar erscheint. Selbst wenn Ehen nicht von Dauer sind, kann die Behandlung den Ratsuchenden und ihren künftigen Beziehungen nachhaltigen Nutzen bringen.

4.7 Grenzen und Perspektiven für künftige Forschung

Obwohl diese Studie wertvolle Einblicke in den Umgang mit religiösen Unterschieden in interreligiösen Ehen bietet, sind einige wichtige Grenzen zu beachten. Die Studie nutzt eine geografisch vielfältige und nach den Maßstäben qualitativer Forschung relativ große Stichprobe (Marks 2015), die nach quantitativen Maßstäben jedoch klein ist (N = 60). Da die Stichprobe gezielt und nicht repräsentativ gezogen wurde, sind die Befunde zudem nicht verallgemeinerbar. Die unbeabsichtigte Überrepräsentation von Teilnehmenden der Heiligen der Letzten Tage ist zwar aufschlussreich, kann aber die Anwendbarkeit auf andere interreligiöse Populationen einschränken. Wie bei den meisten qualitativen Forschungsarbeiten sollen die Befunde jedoch nicht verallgemeinerbar sein, sondern Tiefe und Einsichten bieten, die künftige Forschung und Praxis informieren können. Insofern können die aus dieser Studie gewonnenen Erkenntnisse auf ähnliche Kontexte übertragbar sein. Künftige Forschung könnte zudem untersuchen, wie sich diese Prozesse nach Geschlecht, Herkunft und Alter unterscheiden. Darüber hinaus hat es zwar einige Vorteile, Paare gemeinsam zu interviewen, etwa dass die Eheleute gegenseitig Lücken und Erinnerungsfehler ergänzen und weitere Gespräche anstoßen, doch könnte das gemeinsame statt getrennte Interviewen die Offenheit einer oder beider Personen verringert haben. Da Gewalt oder Zwang in der Partnerschaft nicht erfasst wurden, ist zudem unbekannt, wie frei die Person mit weniger Beziehungsmacht ihre Ansichten äußerte.

Obwohl die Teilstichprobe von fünf divergent interreligiösen Paaren mit früherer Forschung übereinstimmt – Story Chavez et al. (2026) interviewten fünf, Zaloudek (2005) vier und Coffee et al. (2021) sieben –, schränkt die geringe Zahl divergent interreligiöser Paare die Möglichkeit belastbarer Vergleiche zwischen den Paartypen ein. Viele frühere Studien zu interreligiösen Ehen schließen wahrscheinlich divergent interreligiöse Paare ein, haben diese Untergruppe aber aufgrund methodischer Einschränkungen, etwa fehlender längsschnittlicher Daten zur Religion der Eheleute, nicht unterschieden und sie stattdessen wie herkömmliche interreligiöse Ehen behandelt. Vor diesem Hintergrund argumentieren wir, dass es – auch wenn unsere Vergleiche explorativ bleiben – einen präziseren und aufschlussreicheren Beitrag darstellt, diese Untergruppen ausdrücklich zu identifizieren und zu vergleichen, statt die kleinere Untergruppe divergent interreligiöser Paare zusammenzufassen oder auszuschließen, und dass künftige Forschung diesen Weg weiterverfolgen sollte. Zwar könnte die mehr als dreifache Überrepräsentation beim Anteil berichteter Schwierigkeiten darauf hindeuten, dass divergent interreligiöse Paare möglicherweise größere Herausforderungen erleben als durchgängig interreligiöse Ehen, vielleicht aufgrund von Faktoren wie dem Gefühl, verraten worden zu sein; nötig ist jedoch repräsentative quantitative Forschung, die diese Gruppen vergleicht.

Eine zentrale Stärke und zugleich Schwäche der Studie ist ihr Fokus auf interreligiöse Ehen, die sich selbst als glücklich und stabil beschreiben. Obwohl dieser gezielte Stichprobenansatz wertvolle Einblicke in adaptive eheliche Prozesse lieferte, erfassen die Befunde möglicherweise nicht vollständig die Erfahrungen belasteter oder gescheiterter interreligiöser Ehen, in denen andere Strategien genutzt werden oder ähnliche Strategien zu anderen Ergebnissen führen können. Zudem können der Rückgriff auf selbstberichtetes Eheglück und retrospektive Schilderungen Erinnerungsverzerrungen oder Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit mit sich bringen. Weitere Forschung zu den Arten von Belastungen in krisenhaften durchgängig und divergent interreligiösen Ehen wäre wertvoll. Schließlich schränkt der qualitative Charakter der Befunde Schlussfolgerungen zu Kausalität oder zur relativen Wirksamkeit einzelner AFFIRM-Prozesse ein. Künftige quantitative Forschung könnte die Vorhersagekraft dieser Verhaltensweisen oder Überzeugungen für das Funktionieren und die Ergebnisse von Ehen prüfen, um klinische Anwendungen zu fundieren.

5 Fazit

Das AFFIRM-Modell bietet interreligiösen Paaren klare und empirisch gestützte Anregungen für den Umgang mit religiösen Unterschieden. Da viele religiöse Paare auch innerhalb ihres Glaubens kleinere Unterschiede in Überzeugungen oder Praxis erleben können (Riley 2013), könnten diese Themen zudem praktische Anregungen dafür bieten, wie solche Paare Empathie zeigen, Spaltungen überwinden oder Unterschiede miteinander versöhnen können. Auch wenn die Stichprobe nicht verallgemeinerbar ist, legen die Übereinstimmung der Themen mit früherer Forschung und Theorie sowie ihre Konsistenz über die Paare hinweg nahe, dass viele der Prozesse auf andere Paare übertragbar sein könnten, um glückliche und stabile Beziehungen zu fördern. Wir hoffen, dass diese Studie weitere quantitative Forschung anregt, die das AFFIRM-Modell und andere einschlägige Literatur prüft, um den Bedürfnissen der wachsenden Gruppe interreligiöser und divergent interreligiöser Paare gerecht zu werden.

Complexe Systémique: das Wichtigste

Das Interesse der Studie liegt darin, Paare zu befragen, denen es gut geht, statt Paare in der Krise, und diejenigen, die von Anfang an interreligiös waren, von denen zu unterscheiden, die interreligiös wurden, als sich der Glaube einer der beiden Personen veränderte. Für eine systemische Lektüre ist diese zweite Gruppe die aufschlussreichste: Die Divergenz destabilisiert ein eheliches Dreieck, das einst in einem gemeinsamen Glauben verankert war, und auf diese fünf Paare entfällt mehr als die Hälfte der berichteten Schwierigkeiten. Die fünf AFFIRM-Prozesse haben alle etwas von Differenzierung: in seinem eigenen Glauben bei sich bleiben und den des Gegenübers respektieren, Gemeinsames suchen, ohne Gleichheit zu verlangen. Der klinische Vorschlag, diese Strategien nach Schwierigkeitsgrad einzuführen, vom Respekt bis zur religiösen Intimität, erinnert an die Idee eines „ausreichend guten“ Ergebnisses. Die Grenzen sind deutlich: eine gezielte Stichprobe glücklicher Paare, überrepräsentierte Heilige der Letzten Tage, nur fünf divergente Paare und gemeinsame Interviews, die die Person mit weniger Beziehungsmacht gehemmt haben könnten. Zu lesen zusammen mit dem Artikel über die sechs Formen von Intimität im Paar, die spirituelle Intimität eingeschlossen, und der Übersicht über die Paartherapie in den 2020er-Jahren.

Anmerkungen aus dem Original

1 „Mormone“ ist ein gängiger, im Allgemeinen aber nicht bevorzugter Begriff für Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Daher verwendet diese Studie die Begriffe „Heilige der Letzten Tage“ oder „HLT“ (im Englischen „Latter‐day Saint“ oder „LDS“).

2 Der Begriff „Schwarzer Protestantismus“ (Black Protestant) bezeichnet historisch Schwarze Kirchen (z. B. die African Methodist Episcopal Church) und ist eine gängige Klassifikation zur Unterscheidung verschiedener Traditionen innerhalb des Protestantismus (Steensland et al. 2000).

3 Alle Namen der Teilnehmenden sind zum Schutz ihrer Identität Pseudonyme.

4 Wörter in eckigen Klammern in diesen Zitaten sind Ergänzungen der Verfassenden, um für Klarheit zu sorgen, die Vertraulichkeit zu wahren und relevante Informationen aus anderen Teilen des Interviews zu liefern.

Förderung. Diese Forschung wurde durch Mittel des National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) an das Population Research Institute der Pennsylvania State University für die Population Research Infrastructure (P2C HD041025) und den Social Environments and Population Health Training Grant (T32HD007514) gefördert. Die in dieser Veröffentlichung geäußerten Meinungen, Befunde, Schlussfolgerungen oder Empfehlungen sind die der Verfassenden und spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten der fördernden Einrichtung wider.

Interessenkonflikte. Die Verfassenden erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.

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Inoffizielle deutsche Übersetzung von The AFFIRM Model for Navigating Challenges in Continuously-Interfaith and Divergent-Interfaith Marriages von Justin J. Hendricks, David C. Dollahite, Loren D. Marks, Sam A. Hardy und Chelsea Johnson, Family Process, Bd. 65 (2026), doi: 10.1111/famp.70196, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Text ins Deutsche übersetzt, Tabelle als Liste wiedergegeben). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Dies ist eine inoffizielle deutsche Übersetzung des Originalartikels „The AFFIRM Model for Navigating Challenges in Continuously‐Interfaith and Divergent‐Interfaith Marriages“, erschienen in Family Process (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für die Online-Lektüre angepasst, wie zu Beginn dieser Seite angegeben; maßgeblich ist die Originalfassung.

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Hendricks, J. J., Dollahite, D. C., Marks, L. D., Hardy, S. A., und Johnson, C. (2026). The AFFIRM Model for Navigating Challenges in Continuously-Interfaith and Divergent-Interfaith Marriages. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/the-affirm-model-for-navigating-challenges-in-continuously-interfaith-and-divergent-interfaith-marriages (Originalwerk 2026 erschienen in Family Process, 65(3) (2026); 2026 erneut veröffentlicht von Family Process, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/famp.70196)

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