KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Family Process · Familientherapie

Wege zur Unterstützung von Coparenting in Kinder- und Familiendiensten: Diskurse der Einbeziehung, des Kompetenzaufbaus und der Versöhnung

Den Vater zu jedem Termin einladen, anders mit ihm sprechen, ihm helfen, mit dem Baby „einfach da zu sein“, zwischen Eltern vermitteln, die einander nicht mehr begegnen können: 21 Fachkräfte aus finnischen Familienzentren beschreiben, wie sie Coparenting unterstützen. Marjatta Kekkonen (Finnish Institute for Health and Welfare), Angela Abela (University of Malta) und ihr Forschungsteam aus Jyväskylä und Helsinki identifizieren drei professionelle Diskurse und einen blinden Fleck: das Kind.

Verfassende Marjatta Kekkonen (Finnish Institute for Health and Welfare, Helsinki); Angela Abela (Department of Child and Family Studies, University of Malta); Marja-Leena Böök und Anna K. Rönkä (Department of Education, University of Jyväskylä); Kaisa Malinen (Jamk University of Applied Sciences, Jyväskylä); Johanna Moilanen (Faculty of Social Sciences, University of Helsinki)Erstveröffentlichung Family Process, 22. Mai 2026Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von Ways of Supporting Coparenting in Child and Family Services: Discourses of Involvement, Capacity Building and Reconciliation von Marjatta Kekkonen, Angela Abela, Marja-Leena Böök, Kaisa Malinen, Johanna Moilanen und Anna K. Rönkä, erschienen in Family Process (Wiley) (2026), doi: 10.1111/famp.70159, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die Tabelle wird als Liste wiedergegeben. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Wird die Perspektive des Kindes in alle Coparenting-Diskurse eingebettet, können Fachkräfte ein wirklich triangulär angelegtes koelterliches Familiensystem erarbeiten.

Marjatta Kekkonen, Angela Abela, Marja-Leena Böök, Kaisa Malinen, Johanna Moilanen und Anna K. Rönkä

Abstract

In der Forschung zu Elternschaft und Familienbeziehungen hat sich der Fokus sichtbar von dyadischen Familienbeziehungen – etwa Eltern–Kind – hin zu triadischen verschoben, etwa zum Coparenting. Ebenso wird in der Forschung zur Familienunterstützung Wissen darüber gefordert, wie das Coparenting aller Eltern unterstützt werden kann. In dieser Studie interessierte uns, welche Diskurse Fachkräfte konstruieren, um Eltern dabei zu unterstützen, als Koeltern zusammenzuarbeiten, insbesondere in den frühen Phasen der Elternschaft. Kontext der Studie waren präventive, multiprofessionelle finnische Familienzentren. Die Daten wurden in fünf Fokusgruppeninterviews mit Fachkräften (n = 21) erhoben, die in Gesundheits- und Sozialdiensten, in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung tätig sind. Die Interviews wurden auf Tonband aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und pseudonymisiert. Durch die Identifizierung professioneller Positionen und einer zweifachen Agency der Eltern konnten wir drei unterschiedliche professionelle Wege der Unterstützung von Coparenting herausarbeiten: einen Diskurs der koelterlichen Einbeziehung, einen Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus und einen Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung. In jedem Diskurs nutzten die Fachkräfte unterschiedliche diskursive Strategien, um das Coparenting im Familiensystem einzuschätzen und zu fördern. Die Agency des Vaters wurde in allen Diskursen hervorgehoben, die Rechte des Kindes wurden dagegen vor allem im Zusammenhang mit der koelterlichen Versöhnung erörtert. Die Ergebnisse werden im Licht der vorliegenden Forschung zur Unterstützung von Coparenting diskutiert. Als praktische Implikation für Kinder- und Familiendienste schlagen wir vor, dass Fachkräfte Fragen des Coparenting aktiv zur Sprache bringen, um Familien entsprechend sowohl universelle als auch gezielte Unterstützung anbieten zu können. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts Learning to coparent: A longitudinal, cross-national study on construction of coparenting in transition to parenthood (CopaGloba).

1 Einleitung

Coparenting bezeichnet die Beziehung zwischen Eltern und anderen Erwachsenen, die die Verantwortung für die Betreuung und Erziehung eines gemeinsamen Kindes teilen. Coparenting ist somit ein triadisches familiäres Subsystem, das sich von den dyadischen Subsystemen der Eltern-Kind-Beziehung und der Paarbeziehung unterscheidet. Coparenting besteht aus mehreren miteinander verbundenen Komponenten: Arbeitsteilung, Übereinstimmung in Erziehungsfragen, gegenseitige Unterstützung der Eltern versus gegenseitiges Untergraben sowie gemeinsames Familienmanagement (Feinberg 2003). Hock und Mooradian (2013) haben Coparenting in die folgenden Komponenten ausdifferenziert: elterliche Harmonie, Wahrung von Grenzen, elterliche Verbundenheit und wechselseitige Fürsorge. Eine gut funktionierende koelterliche Beziehung hängt positiv mit der Anpassung der Eltern und mit kindlichen Entwicklungsergebnissen zusammen (Kotila and Schoppe-Sullivan 2015) und schützt Eltern vor elternschaftsbezogenem Stress (Durtschi et al. 2017). Präventive Dienste bieten einen natürlichen und vertrauten Raum, um Unterstützung beim Coparenting zu erhalten. Solche Dienste können beispielsweise in einer Situation eingreifen, in der der Vater einen emotionalen Rückzug von seinem Säugling zeigt, da sich gezeigt hat, dass dies die spätere adaptive Emotionsregulation des Kleinkinds vorhersagt (Gallegos et al. 2017). Frischgebackene Eltern sehen die Dimensionen des Coparenting als Chance für Wachstum und Lernen (Ranta et al. 2022), was auf einen Bedarf an Unterstützung im präventiven Raum der Dienste hinweist.

Forschende (z. B. Durtschi et al. 2017; Feinberg 2003; Kuersten-Hogan 2017; McHale et al. 2004) betrachten Coparenting als eine äußerst wichtige Form familiärer Beziehungen, zugleich aber als etwas, das bei frischgebackenen Eltern nicht automatisch gut funktioniert, wie etwa elterliche Konflikte, untergrabendes Verhalten und mangelndes Engagement zeigen (Darwiche et al. 2022; Favez et al. 2023; Ranta, Böök, et al. 2024). Daher gilt Coparenting als relevantes Ziel von Elternbildung und Prävention (Feinberg 2003). Unterstützendes Coparenting ist nicht nur für das Baby von Vorteil, sondern auch für die Elternschaft und das Wohlbefinden der einzelnen Elternteile (Durtschi et al. 2017). Die Coparenting-Forschung hat ihren Fokus über geschiedene Eltern hinaus erweitert und schließt nun auch nicht geschiedene Eltern sowie Eltern in vielfältigen Familienformen und -phasen ein.

Die Art und Weise, wie Eltern Erziehungsverantwortung teilen, ist eng an den weiteren Kontext von Familienpolitik, Diensten und kulturellen Werten gebunden (Grunow and Evertsson 2019, 2021; Kekkonen, Böök, et al. 2023). Während Coparenting in vielen westlichen Ländern, insbesondere in den nordischen, unter dem Gesichtspunkt der Geschlechtergleichstellung geschätzt wird, ist es in familistischen und kollektivistischen Kulturen, in denen häufig auch Verwandte einbezogen werden, eine Quelle familiärer Solidarität und sozialer Unterstützung (Kekkonen, Böök, et al. 2023; Rönkä et al. 2026). Entsprechend wird präventive frühe Unterstützung durch die bestehende Familienpolitik, den soziokulturellen Kontext und die Bedürfnisse der betreffenden Familien geprägt. Die präventive Perspektive bezieht sich auf jene Praktiken und Interventionen, die positive, kooperative koelterliche Beziehungen unterstützen, bevor sich Probleme in Familien zu destruktiven Verhaltensmustern entwickelt haben. Prävention zielt auf eine verbesserte Anpassung der Eltern, eine bessere Qualität der Paarbeziehung, stärkeres väterliches Engagement und die kindliche Entwicklung (Feinberg and Sakuma 2011). Forschende zum frühen Coparenting (Lindroos et al. 2025; Ranta, Paloniemi, et al. 2024) fordern präventive Arbeit, die die elterliche Zusammenarbeit bereits vor der Geburt des Babys und in den ersten Lebensjahren fördert. In den letzten Jahren konzentriert sich eine wachsende Zahl familienbezogener Interventionsprogramme neben der Elternschaft auch auf das Coparenting (Eira Nunes et al. 2021). Die frühe Unterstützung von Coparenting in präventiven Diensten ist jedoch bislang unerforscht geblieben.

In nordischen Ländern wie Finnland ist die frühe Unterstützung von Coparenting in Familienzentren integriert, die praktisch alle Eltern erreichen. Das finnische Familienzentrum bezeichnet die Gesamtheit integrierter Dienste, die darauf abzielen, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern, Eltern und Familien zu unterstützen und zu fördern. Familienzentren bieten universelle, aber auch bedarfsorientierte, maßgeschneiderte Unterstützung für einzelne Kinder und ihre Familien. Dienste wie Mutterschafts- und Kindergesundheitsberatungsstellen, familienbezogene Sozialdienste und Familienberatungsdienste – aber auch präventive Dienste der Kinder- und Jugendhilfe und offene Treffpunkte für Familien – sind alle Teil des Familienzentrums. Folglich bieten die in Familienzentren angesiedelten integrierten Gesundheits- und Sozialdienste eine umfassende präventive Unterstützung in der Perinatalzeit und in den frühen Kinderjahren, im Gegensatz zu den fragmentierten, spezialisierten Versorgungssystemen vieler anderer Länder (Rautaparta-Pennanen et al. 2025; Serapioni 2023).

In dieser Studie konzentrierten wir uns auf die klinischen Praktiken von Fachkräften, die in den zu Familienzentren zusammengefassten präventiven Kinder- und Familiendiensten und Diensten der frühen Unterstützung arbeiten. Uns interessierte, welche Diskurse Fachkräfte nutzten, um Eltern in der frühen Phase der Elternschaft bei der Zusammenarbeit als Koeltern zu unterstützen. Genauer gesagt interessierten uns die Arten, wie Fachkräfte mit Eltern sprechen, um Coparenting zu fördern, wie dieses professionelle Sprechen in unterschiedlichen Familien- und Dienstkontexten variierte und welche möglichen Auswirkungen die Variation der Sprechmuster auf die Möglichkeiten der Eltern haben wird, als Koeltern angemessene Hilfe zu erhalten.

1.1 Praktiken zur Unterstützung von Coparenting

Die Unterstützung von Coparenting wurde in Interventionen für verschiedene Zielgruppen aufgenommen, etwa werdende Eltern (Feinberg and Sakuma 2011), mehrgenerationale Familiensysteme (Gleeson et al. 2011), fragile Familien (Carlson and Högnäs 2011), junge Eltern (Eira Nunes et al. 2021; Florsheim and Burrow-Sánchez 2023) oder Familien nach einer Scheidung (Pruett and Donsky 2011). Daneben gibt es universelle Interventionen wie Family Foundation (FF) und Building Strong Families (BSF; Feinberg and Sakuma 2011) sowie gezieltere wie das Lausanne Trialogue Play (LTP) und das Coparenting and Family Rating System (CFRS) (McHale and Jenkins 2023). Coparenting zu unterstützen und einzuschätzen ist eine Aufgabe klinisch tätiger Fachkräfte in den Diensten, erfordert aber Einigkeit darüber, was unter Coparenting zu verstehen ist, welche Einschätzungsinstrumente verwendet werden sollen, welche Elemente für die Einschätzung wesentlich sind und wer die Zielgruppen sind (McHale 2011).

In der klinischen Praxis richteten sich Interventionen traditionell an eine einzelne Bezugsperson oder an die Kind-Eltern-Dyade (McHale and Negrini 2018). Wird jedoch der elterlichen Zusammenarbeit keine Aufmerksamkeit geschenkt, können die Folgen für das Kind unvorhersehbar und sogar widersprüchlich sein und so zu weniger erfolgreichen Interventionsergebnissen führen. McHale, Tissot, et al. (2023) stellen fest, dass sich die gängige Praxis im Bereich der frühkindlichen psychischen Gesundheit (Infant Mental Health) noch nicht auf die Einschätzung von Coparenting konzentriert und dass es an Expertise darüber fehlt, wie man mit Eltern über die Bedeutung des Coparenting für eine gesunde kindliche Entwicklung kommuniziert. McHale, Tissot, et al. (2023) argumentieren, dass die Übernahme eines systemischen, triangulären familienbezogenen Ansatzes, der beide/alle Erwachsenen und das Kind selbst einbezieht, erfordert, dass in den Diensten vier Funktionen berücksichtigt werden: Engagement, Teamarbeit, Vorhandensein/Fehlen von Konflikten und Fokus auf das Kind. Beim Engagement besteht die grundlegende Aufgabe darin festzustellen, ob alle Familienmitglieder engagiert sind und, falls nicht, in welcher Weise nicht. In einer Situation von Disengagement, Rückzug oder Ausschluss besteht ein Ausgangspunkt darin, jede Person einzeln zu fragen – ohne Mütter zu bevorzugen –, ob sie die Möglichkeit zu gleichberechtigtem Interesse, Engagement und Zugang im Coparenting hat. Die Einschätzung der Teamarbeit richtet sich auf die Kooperation (oder deren Fehlen) zwischen den koelterlich verbundenen Erwachsenen, jedoch weniger auf Symmetrie oder Ausgewogenheit als vielmehr darauf, wie die Erwachsenen einander sehen und einander als voll beteiligte und gebrauchte Mitglieder des Teams anerkennen. Die Einschätzung des Vorhandenseins/Fehlens von Konflikten bezieht sich auf die Identifizierung verschiedener Formen von Respektlosigkeit zwischen Koeltern: Konkurrenz, verbale Schlagabtausche, Unterbrechungen und abfällige Bemerkungen über den abwesenden Elternteil in Gegenwart des Kindes. Der Fokus auf das Kind schließlich betont, ob die Koeltern eine angemessene Abstimmung auf das Kind und seine Bedürfnisse zeigen. Fokus auf das Kind bedeutet, dass die Erwachsenen die Beiträge, Emotionen und Interaktionen des Kindes erkennen und bestätigen können, das Kind zutreffend wahrnehmen und sich darüber einigen können, was es braucht, und dementsprechend im Bündnis daran arbeiten, diese Bedürfnisse zu erfüllen (McHale, Tissot, et al. 2023).

In nordischen Ländern wie Finnland ist die Unterstützung von Coparenting in das universelle, in Familienzentren gebündelte Dienstleistungsangebot integriert, wo Fachkräfte beispielsweise das gegenseitige Vertrauen der Eltern, die Verteilung von Verantwortlichkeiten, gemeinsame Erziehungsvorstellungen und die gleichberechtigte Beteiligung an der Kinderbetreuung besprechen. Obwohl der Begriff Coparenting in der klinischen Praxis nicht verwendet wird, erkennen Fachkräfte zentrale Elemente der elterlichen Zusammenarbeit (Kekkonen, Malinen, et al. 2023). In finnischen Familiendiensten fehlt jedoch ein aktiverer Ansatz zur Unterstützung des Coparenting aller Eltern. Zudem bedarf es begrifflicher Klarheit, um Eltern deutlich zu machen, wann die besprochenen Themen das gegenseitige Coparenting betreffen, im Unterschied zur Eltern-Kind-Beziehung oder zur romantischen Paarbeziehung. Ein breiteres Wissen und Bewusstsein über das mehrdimensionale Modell des Coparenting würde zu einem aktiveren Ansatz bei der Unterstützung elterlicher Zusammenarbeit in allen Familien führen, die Dienste in Anspruch nehmen.

1.2 Vom dyadischen zum triadischen Ansatz

Ein Coparenting-Ansatz, der sich auf triadische Beziehungen konzentriert, in die Vater und Mutter ebenso wie das Kind einbezogen sind, ist eine wesentliche Praxis in den Diensten. Der Fokus auf dyadische Beziehungen bezieht sich auf die Unterstützung von Elternschaft oder Kind-Eltern-Beziehungen, was in der Praxis oft gleichbedeutend mit der Arbeit mit Müttern ist. McHale und Negrini (2018) stellen fest, dass die häufig geforderte stärkere Einbeziehung von Vätern in die klinische Arbeit kaum stattfinden wird, ohne die Bedeutung triadischer koelterlicher Beziehungen zu verstehen. Laut McHale und Negrini (2018) reicht es nicht aus, ausschließlich mit dem Vater oder der Mutter zu arbeiten; vielmehr ist ein triangulärer Coparenting-Ansatz erforderlich. Zu diesem Zweck müssen bestehende Praktiken in allen Diensten hinterfragt werden. Es ist wesentlich, dass Fachkräfte in präventiven Interventionen und Unterstützungsprogrammen gesündere koelterliche Dynamiken fördern, das Wohlbefinden der Eltern verbessern und die positive Entwicklung des Coparenting voranbringen können (Lu et al. 2024). Ebenso wichtig ist es, positive koelterliche Arrangements in der Familie zu fördern, einschließlich der Beziehungen zwischen Eltern und Großeltern (Xu et al. 2024), und neben der Partnerschaftszufriedenheit und den Erziehungskompetenzen den Fokus auf den koelterlichen Zusammenhalt und das koelterliche Bündnis des Paares zu legen (Morrill et al. 2010). Dies veranschaulicht den Paradigmenwechsel zugunsten der Förderung von Coparenting, bei dem allen Eltern konsequent, wiederholt und klar vermittelt wird, wie wichtig es ist, Väter einzubeziehen.

Entscheidend für die frühe Entwicklung des Coparenting ist, wie Fachkräfte einem Vater bzw. dem nicht gebärenden Elternteil begegnen. Die Einbeziehung des anderen Elternteils in das Coparenting ist früh im Übergang zur Elternschaft am wirksamsten. Evans et al. (2023) aus dem Vereinigten Königreich zeigten in einer systematischen Übersichtsarbeit, dass die Rolle der Hebammen zentral war, insbesondere in Bezug auf LBGTQ+-Familien. Der nicht gebärende Elternteil konnte die Geburtserfahrungen der Frauen positiv beeinflussen, wenn die Hebammen ihm als Koelternteil vertrauten und ihn ermutigten. Die International Neonatal Fathers Working Group der Family Initiative schlägt vor, in der Neonatalversorgung der Vater-Baby-Bindung, den Unterschieden zwischen Mutter und Vater und der Stärkung der koelterlichen Beziehung Aufmerksamkeit zu schenken (Fisher et al. 2018). Eine Studie der Arbeitsgruppe um Russell (Russell 2019) zeigte, dass die Art, wie Pflegefachkräfte in Nachscheidungsfamilien mit einem an Diabetes erkrankten Kind auf beide Elternteile reagierten, von ihrer Ausbildung abhing, was auf einen Bedarf an mehr Fortbildung zum Coparenting hinweist. In Schweden werden Väter und/oder nicht gebärende Elternteile eingeladen, allein oder mit der Partnerin an routinemäßigen postnatalen Besuchen bei einer Kindergesundheitspflegefachkraft teilzunehmen, was sich als positiv mit einem verbesserten Coparenting bei Vätern verbunden erwies, die regelmäßig an den Kindergesundheitsbesuchen teilnehmen (Wells et al. 2023).

Der Ausschluss von Vätern in der Praxis der Dienste kann mit den Vorstellungen von Fachkräften über das Kindeswohl, mit ihren Überzeugungen über ideale Elternschaft oder mit Vorannahmen über geteilte Elternschaft zusammenhängen. Autonen-Vaaraniemi (2022) untersuchte die Einstellungen finnischer Fachkräfte zur Vaterschaft nach einer Scheidung. Die Fachkräfte betonten, wie wichtig es sei, Eltern unabhängig von ihrem Geschlecht gleich zu behandeln. Was für diese Fachkräfte die Gleichstellung der Geschlechter zwischen den Eltern jedoch überwog, war das Kindeswohl, das ihrer Ansicht nach am wirksamsten durch die fortgesetzte Elternschaft zweier kooperativer, einander unterstützender Eltern gesichert wird. Die Möglichkeit, dass diese Art von Coparenting nicht gut funktioniert, etwa in Situationen elterlicher Entfremdung, wurde von den Fachkräften kaum berücksichtigt. Auch psychosoziale Dienste und Sozialdienste für Familien können eine Kultur und klinische Praktiken aufrechterhalten, die Väter ausschließen (Lim et al. 2023). Auf der Grundlage ihrer Interaktionsdaten aus videoaufgezeichneten Begegnungen in Kindergesundheitsberatungsstellen in Finnland stellen Tiitinen und Ruusuvuori (2015) fest, dass Pflegefachkräfte (wie auch Eltern) geschlechtsbezogene Vorannahmen treffen, wenn sie Fragen der geteilten Elternschaft besprechen. Dies zeigt sich beispielsweise in Interaktionen, in denen die elterlichen Verantwortlichkeiten der Mütter als selbstverständlich behandelt werden und die Rollen der Väter als nicht selbstverständlich. Es gibt auch Abweichungen von den Vorannahmen einer geschlechtsbezogenen Elternschaft, etwa in Fällen, in denen Pflegefachkräfte Fragen stellen, die eher Vorannahmen einer geteilten als einer geschlechtsbezogenen Elternschaft aufrufen. Tiitinen und Ruusuvuori (2015) argumentieren, dass Begegnungen in Kindergesundheitsberatungsstellen nicht nur eine Arena für die Reproduktion geschlechtsbezogener Vorstellungen von Elternschaft sind, sondern auch dafür, geschlechtsbezogene Vorannahmen als problematisch zu behandeln und auszuhandeln sowie potenziell widersprüchliche Ideale von Elternschaft zu besprechen. Ähnlich privilegieren laut dem australischen Team um Lim et al. (2023) Einschätzungs- und Behandlungsparadigmen im Bereich Infant Mental Health häufig die Bedeutung der Säugling-Mutter-Beziehung. Sie empfehlen Fachkräften, mit dem gesamten Familiensystem zu arbeiten, das die zwischenmenschliche Umgebung, die die frühen Erfahrungen des Säuglings prägt, vollständiger abbildet. Sie benennen mehrere gesprächsbeendende Einwände gegen die Einbeziehung von Vätern in die Arbeit im Bereich Infant Mental Health, die von Bedenken hinsichtlich einer Gefährlichkeit bis zu Bedenken wegen zusätzlicher Arbeit reichen. Lim et al. (2023) ermutigen Teams und klinisch Tätige im Bereich Infant Mental Health, in ihrem Denken und in ihren Gesprächen über die Kultur ihres Dienstes zu reflektieren und darüber, wie diese Väter und andere erwachsene Bezugspersonen ein- oder ausschließt, zum Beispiel durch Aufnahmeverfahren, vorherrschende therapeutische Interventionen oder die Art, über Väter zu sprechen.

1.3 Die vorliegende Studie

Trotz einer relativ breiten Forschung zur Unterstützung von Coparenting gibt es in der Literatur eine Lücke zur Frage, wie Fachkräfte in präventiven Diensten und Diensten der frühen Unterstützung alle Familien gezielt in ihrem Bestreben unterstützen können, als Koeltern zusammenzuarbeiten. Daraus ergibt sich die folgende Forschungsfrage: Wie können Fachkräfte Coparenting in präventiven Kinder- und Familiendiensten und Diensten der frühen Unterstützung fördern?

Kontext der Forschung ist ein finnisches Familienzentrum, ein integrierter, multidisziplinärer Dienstleistungsknotenpunkt bzw. ein entsprechendes Netzwerk (Serapioni 2023). Es umfasst präventive Dienste und Dienste der frühen Unterstützung wie Mutterschafts- und Kindergesundheitsberatungsstellen, Sozialdienste für Familien, Familienarbeit, Familienberatung sowie offene, niedrigschwellige Treffpunkte für Familien. Die Fachkräfte führen Gesundheitsuntersuchungen bei Kindern durch, bieten Unterstützung, Anleitung und Beratung in Erziehungsfragen und fördern gesunde Eltern-Kind-Beziehungen. Die Dienste beruhen auf dem Prinzip der zentralen Anlaufstelle und stehen allen Familien offen, auch geschiedenen und zerstrittenen Eltern.

Die Studie war Teil des Forschungsprojekts Learning to coparent: A longitudinal, cross-national study on construction of coparenting in transition to parenthood (CopaGloba), das sich mit der Entwicklung von Coparenting über den gesamten Übergang zur Elternschaft befasst sowie mit den Triebkräften und Hindernissen in Familie, Gemeinschaft, Gesellschaft insgesamt und Kultur, die Coparenting fördern oder beeinträchtigen.

2 Methode

In dieser Studie gehen wir davon aus, dass sich die Konstruktion von Coparenting in Diskursen vollzieht, in denen die Sprache selbst als Werkzeug sozialer Praxis und als eine Art, Dinge zu tun, fungiert (Wood and Kroger 2000, 4). Mit einem diskursiven Ansatz betrachten wir Coparenting nicht bloß als praktische Angelegenheit des Familienlebens (Ranta, Paloniemi, et al. 2024), sondern vielmehr als eine Angelegenheit des Sprechens und der diskursiven Bedeutungsbildung, in der Äußerungen von Menschen als Handlungen mit spezifischen Funktionen gesehen werden (Wood and Kroger 2000). Uns interessiert, welche Diskurse Fachkräfte konstruieren, um Eltern in ihrer Zusammenarbeit als Koeltern zu fördern und zu unterstützen. Die Studie nimmt eine sozialkonstruktionistische erkenntnistheoretische Haltung ein. Die Meinungen der befragten Fachkräfte wie auch unsere Interpretationen davon spiegeln die vielfältigen konstruierten Wirklichkeiten wider, die aus unseren sozialen Interaktionen und kulturellen Kontexten hervorgehen (Berger and Luckmann 1991; Gergen 2014).

Alle Verfassenden verfügen über langjährige Erfahrung mit Coparenting, Elternschaft, Familiendiensten und qualitativer Forschung. Kekkonen, an erster Stelle der Autorschaft, verfügt über umfassendes Wissen zu den Diensten der Familienzentren, Abela, an zweiter Stelle, über ausgewiesene Expertise zur internationalen Elternunterstützung und zu Familiendienstsystemen, während die übrigen Verfassenden zu Coparenting bei frischgebackenen Eltern, geschiedenen Eltern und Pflegefamilien geforscht haben. Rönkä, an letzter Stelle, verfügt über umfangreiche kulturvergleichende Forschungserfahrung zu Coparenting im Übergang zur Elternschaft.

2.1 Rekrutierung der Teilnehmenden

Die Daten wurden bei Fachkräften erhoben, die in Familienzentren in vier Gemeinden1 tätig waren, die an der Studie Learning to coparent: A longitudinal, cross-national study on construction of coparenting in transition to parenthood (CopaGloba) teilnahmen. Kekkonen, an erster Stelle der Autorschaft, kontaktierte ausgewählte Zentren, in denen eine lokale Kontaktperson die Fachkräfte über Ziel, Dauer und Inhalt des Interviews sowie über die Einwilligung informierte. Die Teilnehmenden (n = 21) arbeiteten in der Mutterschafts- und Kindergesundheitsversorgung, der Familienarbeit, der Familienberatung, der familienbezogenen Sozialarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe, den familienrechtlichen Diensten und den Diensten der frühkindlichen Bildung. Ihre Berufsbezeichnungen entsprachen Fachkräften der öffentlichen Gesundheitspflege, der Familienarbeit und der Sozialen Arbeit, Therapierenden, Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe und pädagogischen Fachkräften der frühen Kindheit. Zwei Teilnehmende waren männlich. Das Durchschnittsalter lag bei 47 Jahren, mit einer Spanne von 33 bis 62 Jahren, und die Berufserfahrung reichte von drei bis 40 Jahren.

2.2 Datenerhebung

Fünf Fokusgruppeninterviews fanden im November und Dezember 2020 statt und wurden per Videoanruf über Microsoft Teams geführt, da die Covid19-Pandemie zu dieser Zeit persönliche Kontakte einschränkte. Das Format des Teams-Videoanrufs bot einen neutralen, gemeinsamen sozialen Raum für eine freie Diskussion, erschwerte es den Forschenden aber, direkten Blickkontakt mit den Teilnehmenden zu haben oder nonverbale Interaktion zwischen den Befragten zu beobachten. Die Gruppengröße variierte zwischen drei und sieben Personen, sodass jede teilnehmende Person ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Gedanken zum Coparenting einbringen konnte, da eine kleinere Gruppengröße ideal ist, um allen Teilnehmenden genügend Zeit für ihre Erzählungen zu geben (Tausch and Menold 2016). Dennoch können online in den Covid-Jahren erhobene Daten im Vergleich zu persönlichen Fokusgruppeninterviews weniger reichhaltig sein, da Teilnehmende eher dazu neigen, spontane Kommentare und Initiativen zurückzuhalten. Jedes Interview wurde von zwei Forschenden geführt, auf Tonband aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und zu einem Text von insgesamt 139 Seiten (Times New Roman 12, Zeilenabstand 1,5) pseudonymisiert. Die durchschnittliche Länge der Interviews betrug 28 Seiten, mit einem Minimum von 25 und einem Maximum von 31 Seiten. Das Forschungsprojekt wurde von der Ethikkommission für Humanwissenschaften der Universität Jyväskylä genehmigt.

2.3 Daten

Der Interviewleitfaden umfasste fünf Themen: (1) Vorstellungen und Gedanken der Fachkräfte zum Coparenting, (2) wie Fachkräfte in den Diensten über Coparenting sprechen, (3) Unterstützung von Eltern/Familien in ihrem Coparenting, (4) Coparenting in vielfältigen Familien und (5) Auswirkungen der Covid19-Pandemie auf Familien und Elternschaft. In dieser Studie nutzten wir vor allem Daten zu den Themen zwei und drei, durchsuchten jedoch das gesamte Material, um sicherzustellen, dass alle Gespräche über die Unterstützung von Coparenting einbezogen wurden. Thema 2 umfasste beispielsweise Fragen wie: In welchen Diensten und auf welche Weise sind Coparenting-Themen derzeit enthalten? Welche Rolle spielt Ihre eigene Organisation bei der Unterstützung von Coparenting? In welchen Diensten sollten die Themen des Coparenting sichtbarer sein? Thema 3 umfasst Fragen wie: Welche Themen müssen im Zusammenhang mit Coparenting mit Familien/Eltern besprochen werden? In welchen Situationen wäre es gut, der Familie Unterstützung beim Coparenting anzubieten? Welche Praktiken nutzen Sie zur Unterstützung von Coparenting? Der Kontext des Gesprächs in Fokusgruppen ist selbst kontextgeprägt und kontexterneuernd (Heritage and Atkinson 1984; Wood and Kroger 2000).

2.4 Analyse

Die spezifischen Arten, wie Fachkräfte sprechen, Sprache verwenden und mit Eltern diskutieren, spielen bei den Terminen in den Diensten eine zentrale Rolle. Mit ‚Diskurs‘ meinen wir einen etablierten, auf einer bestimmten Tradition beruhenden Sprachgebrauch, der in Interaktion und Diskussion in einem bestimmten Umfeld, einer Gemeinschaft oder einem Berufsfeld angewandt wird. Die etablierte Art, Sprache in Sozial- und Gesundheitsdiensten zu verwenden, ist ein allgemeiner professioneller Diskurs, der für dieses Feld kennzeichnend ist (siehe Alasuutari 2010; Alasuutari and Markström 2011). In dieser Studie konzentrierten wir uns auf professionelle diskursive Praktiken und ihre Variation im Hinblick auf die Unterstützung von Coparenting. Wir suchten nach der Variation diskursiver Praktiken, indem wir Positionen der Fachkräfte identifizierten, die auf spezifische Arten hinweisen, die Beziehung zwischen sprechender und hörender Person zu konstruieren (Wood and Kroger 2000).

Wir suchten daher in den Daten nach jenen Merkmalen, die die verschiedenen Arten repräsentieren, professionelle Unterstützung für Coparenting im Gespräch zu konstruieren. Es gab Unterschiede darin, wie Fachkräfte über das diskursive Objekt sprachen, etwa die Unterstützung von Coparenting, was darauf hindeutet, dass das Objekt auf unterschiedliche Weise konstruiert werden kann. Die Positionen der Fachkräfte wurden „im Netz verfügbarer Bedeutungen konstruiert, die Fachkräfte einnehmen oder in die sie andere versetzen können“ (Willing 2024, 160). Darüber hinaus nutzten Fachkräfte „diskursive Strategien, um ein Interesse in der sozialen Interaktion zu wahren“ (Willing 2024, 147), beispielsweise Strategien dazu, wie sie Eltern, deren gegenseitige Beziehung und deren Unterstützungsbedarf sehen. Zudem hatten die von den Fachkräften konstruierten Formen der Agency der Eltern einen zweifachen Charakter, nämlich „was von einer Person getan wird und was einer Person angetan wird“ (Wood and Kroger 2000, 101), wobei Ersteres ein Agens und Letzteres ein Patiens bezeichnet. Außerdem bildeten sich die Formen der Agency in der Handlungsorientierung heraus, konkretisiert in den Verben, die Fachkräfte im Gespräch über die Unterstützung von Coparenting verwendeten. Wir untersuchten verschiedene diskursive Bedeutungen von Coparenting, die von den Fachkräften in den Daten konstruiert wurden, statt sie als „talk-in-interaction“ zu behandeln, wie in der Konversationsanalyse (KA) in institutionellen Settings (Wood and Kroger 2000, 21, mit Verweis auf Schegloff 1989).

2.4.1 Phasen der Analyse

Um die Verlässlichkeit der Ergebnisse zu erhöhen, nutzten wir Forschenden-Triangulation (Ravitch and Carl 2019): Zwei Forschende führten die Analyse in Phasen durch, und die Befunde wurden vom gesamten Forschungsteam mehrfach diskutiert, um zu einer gemeinsamen Interpretation zu gelangen. Auf induktive, datenbasierte Weise (Ravitch and Carl 2019) trennte Kekkonen, an erster Stelle der Autorschaft, einzeln alle Auszüge heraus, die sich auf die Förderung von Coparenting bezogen, und entwickelte aus den Daten 71 datenbasierte Codes. Codes wie beide Elternteile unterstützen, der Vater wird eingeladen, Bedürfnisse des Kindes oder Uneinigkeit über die Erziehung des Kindes veranschaulichen diese Phase. Anschließend gruppierten die an erster und dritter Stelle Verfassenden (Kekkonen und Böök) die Codes zu Subthemen (etwa Väter, Elternschaft, beide Elternteile), wodurch sichtbar wurde, dass das Sprechen der Fachkräfte zeigte, wie die Fachkräfte selbst die ins Gespräch gebrachten Themen verstanden und interpretierten. Um dieses ‚im Sprechen vollzogene Handeln‘ zu analysieren, wurde besonderes Augenmerk sowohl auf den Inhalt als auch auf die von den Fachkräften genutzten diskursiven Ressourcen und Praktiken gelegt (Potter and Wetherell 1995; Wood and Kroger 2000). Danach wurde die Konstruktion unterstützender professioneller Beziehungen zu Eltern über die Variation der Subjektpositionen der Fachkräfte identifiziert. In der letzten Phase wurde die Agency der Eltern entweder als aktives Agens oder als eher passives Patiens identifiziert. Im Folgenden betrachten wir die Positionen der Fachkräfte und die Formen der Agency der Eltern genauer.

2.4.2 Positionen der Fachkräfte

Wir untersuchten, welche diskursiven Positionen Fachkräfte einnahmen, wenn sie über Eltern sprachen, die Unterstützung beim Coparenting benötigten. Mit Positionierung meinen wir eine Vielzahl diskursiver Entscheidungen, die die verschiedenen Arten repräsentieren, wie Fachkräfte Interaktion und kommunikative Begegnungen mit Eltern gestalten. Laut Wood und Kroger (2000) „bezieht sich Positionierung auf die Konstitution von Sprechenden und Hörenden auf bestimmte Weise durch diskursive Praktiken, die zugleich Ressourcen sind, mit denen Sprechende neue Positionen aushandeln können“ (100). Wir identifizierten drei unterschiedliche professionelle Subjektpositionen gegenüber Eltern, indem wir auf die spezifischen Verben achteten, die Fachkräfte in ihren Berichten über Begegnungen mit Eltern verwendeten. Eine Kategorie bildete sich um Verben aktiver professioneller Kommunikation: fragen, zuhören, einladen, besprechen, anpassen, Expertise filtern, überzeugen. Die zweite Positionierung beruhte auf Verben, die mit Intervenieren verbunden sind: anleiten, beraten, Ratschläge geben, als Vorbild dienen, überzeugen, korrigieren, verbessern. Die dritte Positionierung konstruierte Fachkräfte als diejenigen, die über die Rechte des Kindes wachten, sich um die Bedürfnisse des Kindes kümmerten, die Rechte der Eltern festlegten und den Eltern Verantwortlichkeiten oder Grenzen setzten.

2.4.3 Agency der Eltern

Wir untersuchten auch, welche Formen der Agency Fachkräfte in Bezug auf Väter, Mütter, Eltern und Kinder konstruierten, um den Bedarf an Unterstützung und Förderung zum Ausdruck zu bringen. Wir suchten nach jenen Sprechhandlungen, die ausdrücken und anzeigen, um wen sich die Fachkräfte im Hinblick auf Coparenting sorgten. Wir stellten fest, dass Fachkräfte einen Elternteil als jemanden konstruieren konnten, der in seinem Coparenting Einbeziehung, Hilfe, Ermutigung und Rat braucht, oder als jemanden, der im Coparenting gleichermaßen verantwortlich, kompetent oder engagiert handelt. Dies folgt der von Wood und Kroger (2000) vorgestellten Unterscheidung zwischen Agens und Patiens. Wir identifizierten Auszüge, in denen beide Elternteile oder der Vater allein als Elternteil gesehen wurden, der von der Fähigkeit der Fachkraft profitieren würde, ihre Art, über Schwangerschaft, die Versorgung des Babys oder (Ko-)Elternschaft zu sprechen, anzupassen. In einer alternativen Konstruktion wurden Väter und Eltern als gleichberechtigt und kompetent koelterlich Handelnde gesehen. Mit diesen analytischen Werkzeugen gingen wir an die Analyse.

3 Ergebnisse

Durch die Verbindung der professionellen Positionen der Kommunikation, der Intervention und der Aufsicht mit der Agens-Patiens-Dichotomie der elterlichen Agency bildeten wir drei unterschiedliche Diskurse der Unterstützung von Coparenting: einen Diskurs der koelterlichen Einbeziehung, einen Diskurs der koelterlichen Kompetenzen und einen Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung (Tabelle 1). Im Folgenden betrachten wir jeden Diskurstyp im Einzelnen.

Tabelle 1 — Konstruktion der Diskurse zur Unterstützung von Coparenting.

Diskurs der koelterlichen Einbeziehung. Kommunikative Position: aktiv einladen; ermutigen; persönlich begegnen; besprechen; Kommunikation anpassen; Fachwissen filtern; durch Schaffung eines sicheren Raums überzeugen.

  • Elternteil als Agens. Beide Elternteile nehmen die Dienste in Anspruch; für beide Elternteile gilt, dass sie bei null anfangen; die Sichtweisen beider Elternteile gelten als wichtig.
  • Elternteil als Patiens. Abwesend, passiv, zurückgezogen, nicht beteiligt (Vater); läuft Gefahr, sich inkompetent oder ungeschickt zu fühlen (Vater); verunsichert in der neuen Elternrolle (beide Elternteile).

Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus. Intervenierende Position: beraten; mit den Eltern argumentieren; anleiten; konkrete Ratschläge geben; als Vorbild dienen; überzeugen, korrigieren.

  • Elternteil als Agens. Expertise für die eigenen Coparenting-Themen (beide Elternteile); Teilnahme an den Gesundheitsuntersuchungen des Kindes (beide Elternteile); fähig zu lernen, das Kind zu versorgen und mit ihm da zu sein (Vater).
  • Elternteil als Patiens. Falsche Vorstellungen und Annahmen über die (ko)elterliche Beziehung (Vater); nicht aktiv im Leben des Kindes (Vater); hilflos mit dem Baby (beide Elternteile); Gatekeeping gegenüber dem Baby (Mutter).

Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung. Beaufsichtigende Position: unparteiisch handeln; vermitteln; gegenseitige Einigung fördern; Grenzen setzen; Umgangskontakte begleiten.

  • Elternteil als Agens. Gleiches Recht, das Kind zu sehen; gleiche Verantwortung für die Versorgung des Kindes; einigungsfähig.
  • Elternteil als Patiens. Zerstrittene geschiedene Eltern; umstrittenes Coparenting; unfähig, das Wohlergehen des Kindes zu sichern; Sorge um die Sicherheit des Kindes.

3.1 Diskurs der koelterlichen Einbeziehung

Der Diskurs der koelterlichen Einbeziehung beschreibt, wie Fachkräfte aktiv auf Eltern – insbesondere Väter – zugehen, indem sie einladen, ermutigen und ihre Kommunikation anpassen. Die Fachkräfte agieren als Expertinnen und Experten, die Eltern mit Elternrollen und koelterlichen Aufgaben vertraut machen wollen. Väter werden oft als abwesend oder passiv dargestellt und brauchen besondere Aufmerksamkeit und Aktivierung, um ihre Rolle als Koelternteil zu erkennen. Dieser Diskurs tritt hervor, wenn Väter beginnen, sich sowohl in ihrer neuen Elternrolle als auch in ihrer Position als Klienten der Kinder- und Familiendienste zurechtzufinden. Fachkräfte nehmen Väter in verschiedenen Settings häufig als zurückgezogen oder inaktiv wahr und positionieren sich als Begleitende, die Väter willkommen heißen und einbeziehen, besonders während der Schwangerschaft, und sie neben den Müttern als zentrale Partner betrachten.

Na ja, vielleicht laden wir einen Vater jedes Mal aktiv in die Mutterschaftsberatungsstelle (MHC) ein, damit er erleben kann, dass er willkommen ist, dass er mitmachen kann und nicht nur zuhört, sondern dass auch nach seinen Gedanken gefragt wird und auch darauf geschaut wird, wie er zurechtkommt, also das sind Dinge, die man in der Mutterschaftsberatung weiterentwickeln kann, aber es ist verständlich, dass Väter arbeiten und man die Beratungsstelle während der Bürozeiten besucht, also ist es nicht immer möglich, jedes Mal dabei zu sein. (Katja)

Im Diskurs der Einbeziehung wird ein Paar nicht als ungeteilte Einheit aufgefasst, sondern als aus zwei einzelnen Personen bestehend betrachtet, in der Regel als Mutter und Vater identifiziert, in manchen Fällen auch als gleichgeschlechtliche Eltern. Die Fachkräfte wollen mit beiden persönlich kommunizieren. Sie gehen nicht davon aus, dass ein Elternteil den anderen vertreten oder ersetzen kann, sondern begegnen beiden, gestützt auf das Fachwissen, dass Coparenting seinem Wesen nach eine Beziehung zwischen zwei Erwachsenen ist, die gemeinsam ein (Klein-)Kind haben. Dies gilt auch für gleichgeschlechtliche Eltern. „Wenn ich an gleichgeschlechtliche Eltern denke, scheinen sie dieselben Probleme zu haben wie andere Familien, das Geschlecht der Eltern spielt also keine Rolle, weil wir dieselben Themen besprechen.“ (Asta). Obwohl sie von Eltern im Plural sprechen, benennen die Fachkräfte Väter als diejenigen, die Kindergesundheitsberatungsstellen selten aufsuchen; entsprechend wird ihre Teilnahme erwartet und sie werden in den Diensten willkommen geheißen.

Also, ich selbst, ich betone in meiner Arbeit schon ab der Schwangerschaft, dass ich beide Eltern treffen möchte, egal um wessen oder um welche Themen es geht, denn die Themen betreffen immer beide, wenn beide Elt…, oder in diesem Fall, wenn der Vater anwesend und bereit ist [teilzunehmen]. (Jutta)

Indem sie Väter im gleichen Maße wie Mütter einbeziehen, wollen Fachkräfte die Agency des Vaters als Koelternteil stärken und aktivieren. Indem sie betonen, dass beide Elternteile die Dienste gleichberechtigt in Anspruch nehmen können, schaffen Fachkräfte dem Vater einen eigenen Raum, um als vollwertiger Koelternteil zu handeln – auch als Vater des Babys. Die gleichberechtigte Anwesenheit des Vaters scheint jedoch in Spannung zur Expertise der Fachkräfte in der Stillberatung zu geraten. Das Stocken der Fachkraft im folgenden Auszug könnte darauf hindeuten, dass sich die Gesundheitspflegerin in ihrer neuen Position als Stillberaterin für einen nicht stillenden Elternteil etwas überfordert fühlte. Die Fachkraft bezweifelt, dass der Vater wirklich weiß, wie das Stillen für die Mutter funktioniert, bringt aber die Bedeutung der Rolle des nicht stillenden Elternteils als Unterstützung der Mutter nicht zur Sprache. So scheint bereits in der Stillzeit eine Spannung zu entstehen zwischen der mutterzentrierten klinischen Standardpraxis des Stillens und der Entscheidung der Eltern, sich die Besuche in der Kindergesundheitsberatungsstelle zu teilen.

Es ist ein bisschen schwierig zu überlegen, ob es da einen Unterschied gibt, natürlich gibt es beim Stillen ein paar praktische Fragen (stockt), na ja, man kann auch mit einem Vater darüber sprechen, und der Vater ist… kann… (stockt)… kann eine Vorstellung davon haben, wie es funktioniert, und, und aber ich denke schon, dass es keinen großen Unterschied zwischen einem Vater und einer Mutter gibt. (Katja)

Der Diskurs der gleichberechtigten koelterlichen Einbeziehung wird in Situationen konstruiert, in denen Fachkräfte ihre Kommunikation anpassen, insbesondere gegenüber Vätern. Angepasstes Sprechen ist nötig, wenn Fachkräfte erkennen, dass Väter offenbar Schwierigkeiten haben, den in den Terminen verwendeten Fachjargon zu verstehen. Eine anpassende Position wird auch in Situationen eingenommen, in denen alle Anwesenden (Mutter und Fachkräfte) außer dem Vater Frauen sind. Angepasste Formulierungen zeigen, dass man dem Vater Schwierigkeiten zuschreibt, der klinischen Standardpraxis und dem üblichen Gespräch zu folgen. Die Fachkräfte argumentieren, dass angepasstes Sprechen verhindert, dass Väter sich inkompetent oder ungeschickt fühlen. Angepasstes Sprechen findet statt, wenn Fachkräfte ihre Expertise filtern, indem sie eine einfachere Sprache oder direktere Ausdrücke verwenden. Wie Kaarina, Fachkraft der öffentlichen Gesundheitspflege, es ausdrückt:

Mit einem Vater braucht man ein etwas anderes Fingerspitzengefühl, da habe ich aus der Beziehungsarbeit lange Erfahrung, wie man [Väter] anspricht, was für sie wichtig und bedeutsam ist – man bringt seine Botschaft also so rüber, dass der andere [der Vater] sie wirklich versteht und nicht sagen muss: ‚Entschuldigung, ich weiß nicht, wovon Sie reden.‘

Die Anpassung der Kommunikation kann auch bedeuten, die Position der Gesprächsleitung einzunehmen, die den Zeitplan des Termins oder die Redebeiträge der Eltern festlegt (während Meinungsverschiedenheiten beigelegt werden). Darüber hinaus können Fachkräfte die etablierte Praxis infrage stellen, in Angelegenheiten des Kindes vorrangig die Mutter zu kontaktieren, und stattdessen zuerst den Vater anrufen. Indem die Fachkraft jeden Elternteil einzeln kontaktiert, versteht sie beide Elternteile als gleichberechtigt in ihrem Recht auf Beteiligung und auf Zugang zu der in den Diensten verfügbaren Expertise und dem Wissen über Coparenting. Indem sie sichere Räume für die Beteiligung der Eltern an Kinder- und Familiendiensten schaffen, ebnen Fachkräfte beiden Elternteilen den Weg, sich im Coparenting zu engagieren.

3.2 Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus

Eine weitere Art, wie Fachkräfte Coparenting unterstützen, besteht darin, Eltern zu helfen, seine Bedeutung und seine Herausforderungen zu verstehen. Im Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus intervenieren Fachkräfte, indem sie Eltern beraten und anleiten, ihre Gedanken und Erwartungen zu teilen. Eltern werden als motiviert und fähig gesehen, Vätern werden jedoch oft falsche Vorstellungen über ihre Aufgaben als Koelternteil zugeschrieben. Die Fachkräfte sehen bei Vätern den Bedarf, die Beziehung zu ihrem Kind und zur Partnerin zu stärken. Sie ermutigen beide Elternteile, ihre Gefühle auszudrücken, die Stärken des anderen anzuerkennen und über Erziehungsziele zu sprechen. Eltern gelten als kompetent, über Zusammenarbeit, die Aufteilung der Hausarbeit, Interaktion und die Aufteilung von Zeit zu sprechen. Sie werden als Fachleute für ihr eigenes Familienleben dargestellt, während die Fachkräfte als Wegweisende fungieren, die Familien mögliche Wege aufzeigen.

Was das Baby in jeder Entwicklungsphase braucht und wie ein gutes Gespräch und eine gute Interaktion zwischen den Eltern möglich ist, und alle haben gleich viel Zeit, aber die Zeit wird ein bisschen anders aufgeteilt. Das kann man nicht wissen, [wie], bevor man Elternteil geworden ist. Normalerweise ist es wichtig zu reden und zu fragen, und es gibt keine falsche Art zu fragen, aber die eigene Erfahrung ist wichtig, und ich ermutige die Eltern, sie einzubringen, damit man mit jemandem darüber sprechen kann, entweder mit einer Fachperson oder in erster Linie mit dem Partner oder der Partnerin. (Jutta)

Die professionelle Position der Beratung wird eingenommen, wenn es eine gewisse Sorge um die Familie gibt. Väter werden oft als diejenigen identifiziert, die in ihrer Elternrolle und ihren koelterlichen Aufgaben verunsichert oder ratlos sind. Die Fachkräfte suchen daher insbesondere mit dem Vater das Gespräch, um seine falschen Vorstellungen und Annahmen über (ko)elterliche Beziehungen zu verändern. Der Vater hat vielleicht falsche Vorstellungen, etwa dass die romantische Beziehung des Paares mit der Geburt des Babys endet, dass das Baby nicht gern auf dem Schoß des Vaters ist oder dass es nicht nötig ist, Haushaltsaufgaben und -pflichten neu zu verteilen. Väter gehen womöglich auch davon aus, dass sie keine Rolle dabei spielen, die Erschöpfung der Mutter nach der Geburt zu lindern. Das ist besonders deshalb der Fall, weil Haushaltshilfe oft ausschließlich an die Mutter gerichtet ist. Im Diskurs des Kompetenzaufbaus werden Väter als randständig im koelterlichen System gesehen, und indem Fachkräfte die beratende Position einnehmen, wollen sie dem Vater helfen, funktionierende Beziehungen in der Familie aufzubauen. Der Diskurs des Kompetenzaufbaus umfasst auch Deutungen der Vater-Baby-Beziehung. Der Vater wird als derjenige gesehen, der Schwierigkeiten hat, eine enge Beziehung zu seinem Baby aufzubauen. Väter werden so beschrieben, als gingen sie das Baby eher wie ein Projekt an, das Messung, Nachverfolgung und die Dokumentation von Entwicklungsergebnissen erfordert. Die Fachkräfte versuchen, Väter zu ermutigen, das Baby zu genießen. Mit Genießen meinen die Fachkräfte ‚dem Baby zuhören‘, ‚dem Baby vorlesen‘ oder ‚mit dem Baby da sein‘. So lässt sich das detaillierte Notieren der Väter gewissermaßen als Versuch deuten, ihren Babys sehr nahe zu sein, indem sie den Schlaf-, Ess- und Bewegungsrhythmus des Babys sehr sorgfältig festhalten. Anstatt die Versuche der Väter zu bestärken, den Säugling zu überwachen, simulieren die Fachkräfte eine enge Bindung an das Baby. Auf diese Weise werden Väter als wichtige Bezugspersonen des Säuglings anerkannt. Bei Hausbesuchen regt die Fachkraft der Familienarbeit eine Vater-Säugling-Interaktion an:

Also, ich habe mit Vätern immer über Präsenz gesprochen, leider ist das ein Thema, das oft besprochen wird, und wenn es um ein ganz kleines Kind geht und ein Vater sagt: ‚Ich kann nicht mit dem Baby zusammen sein, was soll ich [mit dem Baby] machen‘, dann sage ich: ‚Setz dich auf den Boden, das Baby krabbelt zu dir, und du schaust es an, aber schau nicht ständig aufs Handy‘ – hehe, so spreche ich mit den Vätern darüber, im Leben der Babys präsent zu sein. (Heikki)

Das kompetenzbezogene Sprechen über das Baby bezieht sich auch auf Situationen, in denen der Vater versucht, will oder schlicht muss, das Baby allein zu versorgen. Es kann sich um alleinerziehende Väter handeln oder um Väter, die aus anderen Gründen allein für das Baby verantwortlich sind. Väter werden nicht als hilflos gesehen, sondern als auf sehr konkrete Beratung und Ratschläge angewiesen in ihrem Bemühen, die Bedürfnisse des Säuglings zu erfüllen. Eine Fachfrau berichtet, dass sie der Fähigkeit der Mutter, ihr Baby zu versorgen, keine besondere Aufmerksamkeit schenken muss, was darauf hindeuten könnte, dass Fürsorgekompetenzen als naturgemäß mit Frauen verbunden vorausgesetzt werden. Letztlich wird auch der Vater als fähig angesehen, das Baby zu versorgen, wenn die Fachkraft die Position einer anleitenden und beratenden Person einnimmt. Die Anleitung der Väter kann sich auf die Versorgung des Säuglings beziehen: zum Beispiel Wickeln, Füttern, Baden oder Umziehen des Babys.

3.3 Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung

Der Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung konzentriert sich auf konflikthafte Scheidungen, die Streitigkeiten über das Coparenting, Ängste vor Ausgrenzung und Sorgen um das Wohlergehen des Kindes mit sich bringen. Der Diskurs umfasst die Versöhnung der koelterlichen Beziehung, Betreuungsregelungen und begleiteten Umgang. Die Fachkräfte agieren als neutrale Fachleute, hören beiden Elternteilen zu, ohne Partei zu ergreifen, und wollen ein gut funktionierendes koelterliches System wiederherstellen. Ihre Unparteilichkeit dreht sich um den Schutz der Rechte des Kindes und den Erhalt der Beziehungen zu beiden Elternteilen. Die Eltern gelten als gleichermaßen berechtigt, ihr Kind zu sehen, und als gleichermaßen verantwortlich dafür, eine reibungslose Alltagsversorgung sicherzustellen.

Ich glaube, diese Themen waren in den Terminen stark präsent, und in den meisten Fällen drehte sich das Gespräch darum, wie man die Elternschaft nach der Scheidung reibungslos zum Laufen bringen kann und wie man eben eine gleichberechtigte Elternschaft hinbekommt, weil beide Eltern ähnliche Rechte haben müssen, mit den Kindern zusammen zu sein. (Emilia)

Im Kontext einer konflikthaften Scheidung wird Coparenting sozial konstruiert, indem Eltern offen und ohne Urteil oder Vorurteile befragt, angehört und angeleitet werden. Die Fachkraft positioniert sich als verständnisvolle und nachsichtige unabhängige beobachtende Person, die den Dialog zwischen Eltern erleichtert, die miteinander im Konflikt stehen. Die Schwelle für die Teilnahme am Familienmediationsprozess wird für beide Elternteile so niedrig wie möglich gehalten, und die Fachkräfte nehmen eine Position ein, die vor einem etwaigen Gatekeeping gegenüber dem Kind schützen soll. Den Eltern ist es nicht erlaubt, dem anderen Elternteil das Recht zu verweigern, das Kind zu sehen und Zeit mit ihm zu verbringen. Bei der Einnahme versöhnender Positionen beraten Fachkräfte beide Elternteile, in manchen Fällen wird jedoch gesehen, dass Väter besondere Aufmerksamkeit und Grenzsetzung brauchen. Vaterbezogene Versöhnung findet statt, wenn Fachkräfte Vätern im Fall einer hart umkämpften Scheidung zuhören oder die Agency des Vaters im Leben des Kindes sichtbar machen. Die Fachkräfte helfen, die Möglichkeit des Vaters zu sichern, Zeit gemeinsam zu verbringen, (z. B. einen Urlaub oder eine Reise mit dem Kind ohne die Anwesenheit oder Kontrolle des anderen Elternteils [der Mutter]) zu haben. Die Vermittlungsarbeit zielt darauf ab, die Rolle des Vaters im Leben des Kindes nach der Scheidung zu stärken.

Ein weiterer Ansatz der Versöhnung ist die Konstruktion einer koelterlichen Beziehung, die von gemeinsamer Fürsorge und Erziehung des Kindes geprägt ist. Im Kontext einer sehr erbitterten Scheidung erleichtern Fachkräfte einen Dialog zwischen den Eltern, die sich tendenziell über nichts einigen, weil sie in ‚ihren eigenen Wirklichkeiten‘ leben. Die gleichen Rechte beider Elternteile werden betont, ebenso wie das Recht des Kindes, gehört zu werden. In den Positionen der Förderung und der Aufsicht gehen Fachkräfte einfache und konkrete Alltagsfragen der koelterlichen Beziehung durch: wie die Eltern kommunizieren, interagieren und einander begegnen, um sich in Angelegenheiten des Kindes zu einigen. Bei der Versöhnung geht es darum, eine Einigung über die Regelung von Betreuung, Wohnen und Umgang mit dem Kind zu finden. Die Eltern werden ermutigt zusammenzuarbeiten, um die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen zu ermöglichen, sich über die tägliche Versorgung des Kindes zu einigen, zum Beispiel über das Zubereiten von Mahlzeiten und das Einkaufen, sowie über andere koelterliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Gegenüber einigen zugewanderten Familien positionieren sich Fachkräfte als diejenigen, die Vätern Grenzen und Einschränkungen setzen. Manche Väter werden so beschrieben, als hätten sie unbegrenzte Macht zu entscheiden, wie die Versorgung des Kindes zu regeln ist. In diesen Fällen nehmen Fachkräfte eine entschiedene Position ein und machen dem Vater klar, welche Rechte das Kind hat. Die Fachkräfte betonen jedoch, dass beim Grenzensetzen in Familien mit multikulturellem Hintergrund eine besonders respektvolle Haltung nötig ist. Kulturelle Unterschiede in Bezug auf die Versorgung und Erziehung des Kindes können eine Rolle spielen.

Wenn die Beziehung zwischen geschiedenen/getrennten Eltern konflikthaft geworden ist, nimmt eine Fachkraft von Gesetzes wegen die beaufsichtigende Position ein. Begleiteter Umgang kann von der Kinder- und Jugendhilfe organisiert werden. Die Fachkräfte sind verpflichtet, begleiteten Umgang gemäß der Entscheidung des örtlichen Gerichts zu organisieren. Sie können das Verfahren des begleiteten Umgangs weder allein noch aus eigener Entscheidung einleiten, noch können sie die Eltern zwingen, dieser Regelung zuzustimmen. Es wird jedoch angenommen, dass beide Elternteile vom begleiteten Umgang profitieren, falls sie sich hinsichtlich der Bedürfnisse des Kindes besorgt, hilflos oder ungeschickt fühlen. Die Fachkraft sichert eine reibungslose Interaktion zwischen Kind und Elternteil.

Und natürlich, wenn es diese geschiedenen Eltern gibt, die sich hier nicht einmal begegnen können, dann kann es sein, dass der eine Elternteil das Kind früher zum Treffen bringt, und so klappt es […], aber dann kommt irgendwann der Punkt, da kommt ein Tag, an dem sie [die Eltern] sich begegnen können und diese Treffen mit dem Kind von den Eltern selbst organisiert werden, gemeinsam, also solche Gedanken sind mir gekommen. (Teija)

Im Diskurs des begleiteten Umgangs positionieren sich Fachkräfte als unterstützende und modellgebende Personen für den Elternteil. Fachkräfte können als Vorbild dienen und zeigen, wie Eltern mit einem Kind interagieren sollten, oder sie können zwischen den Eltern vermitteln, wenn diese nicht miteinander kommunizieren können. Die Rolle der Fachkraft besteht darin, das Recht des Kindes auf eine sichere Beziehung zu beiden Elternteilen zu gewährleisten. Dennoch wird angenommen, dass Eltern sich in ihrer Elternschaft und ihrem Coparenting entwickeln und reifen können. Hin und wieder erleben Fachkräfte Momente der Freude und des Erfolgs, wenn Erwachsene nach einem anfangs stark umstrittenen Coparenting beginnen zusammenzuarbeiten und die Umgangskontakte des Kindes selbst regeln.

Es gibt hin und wieder Momente der Freude und des Erfolgs, wenn es Eltern gibt, die das Kind [zum begleiteten Umgang] zu unterschiedlichen Zeiten gebracht haben, weil sie sich nicht begegnen können, und dann kommt ein Tag, an dem sie sich wieder sehen können, und wir gehen vom begleiteten Umgang zur begleiteten Übergabe des Kindes über und […] nach einer Weile fangen sie dann an, die Umgangskontakte des Kindes selbst zu regeln, so sehen diese [Coparenting-]Themen in meiner Arbeit aus. (Teija)

4 Diskussion

Familienunterstützung umfasst Politiken, Dienste und Praktiken, die darauf abzielen, familiäre Rollen, Beziehungen und das allgemeine Wohlergehen durch vielfältige Formen der Hilfe zu stärken (Churchill et al. 2024; Devaney et al. 2022). Die Integration evidenzbasierter Praktiken – etwa eines forschungsinformierten Coparenting – erfordert von Organisationen, den Stimmen von Familien mehr Gewicht zu geben, was für die Sicherung von Qualität, Rechenschaftspflicht und Transparenz in öffentlichen Diensten wesentlich ist (Acquah and Thévenon 2020; Jiménez et al. 2024).

Es gibt zunehmend Belege für den Nutzen, beide bzw. alle Elternteile in die Elternschaft einzubeziehen (Evans et al. 2023; Pruett and Donsky 2011). Geschlechtsbezogene Praktiken in Familiendiensten konzentrieren sich jedoch oft auf Mütter und schließen andere Elternteile möglicherweise aus (Lim et al. 2023; Tiitinen and Ruusuvuori 2015). Um dem zu begegnen, wurden dienstspezifische Verbesserungen vorgeschlagen (Lim et al. 2023; Wells et al. 2023), und es wurde eine Übersicht über therapeutische Coparenting-Praktiken im Bereich Infant-Family Mental Health erstellt (McHale, Tissot, et al. 2023).

Initiativen zu entwickeln, die den tatsächlichen Bedürfnissen von Familien entsprechen, ist ein Schlüssel zur Förderung einer evidenzbasierten Dienstkultur (Mullins et al. 2012). Dieser Prozess erfordert eine gemeinsame Reflexion mit Fachkräften an der Basis, um kulturelle und organisatorische Hindernisse für die Elternunterstützung aufzudecken. Die Förderung innovativer Modelle, etwa von Coparenting in multiprofessionellen Familienzentren, erfordert einen aktiven Dialog mit Fachkräften der Praxis und lokalen Beteiligten über Sektoren und Disziplinen hinweg (Jiménez et al. 2024).

Ein umfassender Überblick über Praktiken der Unterstützung von Coparenting in den Basisdiensten für Kinder und Familien fehlt jedoch.

Diese Studie schließt diese Lücke und zeigt das Potenzial der Basisdienste für die Unterstützung von Coparenting auf, indem sie drei zentrale professionelle Diskurse identifiziert. Der Diskurs der koelterlichen Einbeziehung bezieht sich auf die kommunikative Position der Fachkräfte, wenn sie Eltern aktiv einladen, ermutigen, einbinden und mit ihnen sprechen, wobei sie sich besonders auf Väter konzentrieren, um sie mit Coparenting als gemeinsamem Handeln bei der Erziehung eines Kindes vertraut zu machen. Der Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus konzentriert sich auf die Idee, die Inhalte, die Sorgen und die möglichen Spannungen der koelterlichen Beziehung. Fachkräfte intervenieren, indem sie Eltern, insbesondere Väter, beraten und anleiten, ihre Gedanken, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Coparenting zu teilen. Im Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung nehmen Fachkräfte die Position unparteiischer und neutraler Fachleute ein, während sie mit Eltern kommunizieren und sich mit ihnen treffen, um vorrangig eine Einigung über das Kind und die Rechte des Kindes zu fördern. Kontext dieses Diskurses ist häufig die Familienmediation, wenn das koelterliche System nicht funktioniert, meist nach einer konflikthaften Scheidung. Diese drei professionellen Diskurse tragen zu einem neuen Verständnis der Wege bei, Coparenting in Gesundheits- und Sozialdiensten der Grundversorgung und der frühen Unterstützung zu fördern, einschließlich Mutterschafts- und Kindergesundheitsberatungsstellen, Familienarbeit, Hausbesuchen, Kinder- und Jugendhilfe und Familienberatung. Coparenting zu unterstützen und einzuschätzen ist eine Aufgabe von Fachkräften der Praxis, erfordert aber Einigkeit darüber, was unter Coparenting zu verstehen ist, welche Einschätzungsinstrumente verwendet werden sollen, welche Elemente für die Einschätzung wesentlich sind und wer die Zielgruppen sind (McHale 2011).

Im Diskurs der koelterlichen Einbeziehung steht das Recht beider Elternteile im Mittelpunkt, an der gemeinsamen Versorgung des Kindes teilzuhaben. Der Diskurs steht im Einklang mit der von McHale, Tissot, et al. (2023) vorgeschlagenen Einschätzungsaufgabe, beide/alle Elternteile in das koelterliche System einzubinden. Die Einbindung beider Elternteile kann für Fachkräfte jedoch eine Herausforderung sein, etwa in neonatalen Diensten, wo Still- und Erziehungsberatung traditionell als reine Angelegenheit der Mütter galt (Abbas-Dick et al. 2015; Kim et al. 2018; Maycock et al. 2013). Unsere Studie zeigt, wie Fachkräfte ihr Fachwissen besprechen, anpassen und filtern, insbesondere gegenüber Vätern, um sie einzubinden, da diese oft im Hintergrund bleiben. Laut McHale, Tissot, et al. (2023) erscheinen ein oder mehrere Familienmitglieder in triangulären Interaktionen mit dem Kind zurückgezogen oder ausgeschlossen. Wells et al. (2023) argumentieren, dass Väter davon profitieren, in pränatalen und postnatalen Diensten Unterstützung durch Hebammen zu erhalten. In der Sozialen Arbeit wird die Einbeziehung von Vätern beiden Elternteilen konsequent, wiederholt und nachdrücklich vermittelt (McHale and Negrini 2018). Obwohl sich die Fachkräfte in unserer Studie für die Beteiligung der Väter aussprachen, wurde die Idee eines väterfreundlicheren Angebots von ihnen nicht erörtert. Doch auch die Strukturen und Praktiken der Dienste müssen auf väterfreundlichere Bemühungen ausgerichtet werden, um alle Elternteile einzeln einzubinden (Fisher et al. 2018), und zwar unabhängig vom Geschlecht des Elternteils (Evans et al. 2023). Dennoch erfasst der Diskurs der Einbeziehung in dieser Studie nicht wirklich, wer außer dem Vater noch am Coparenting beteiligt ist, wie McHale (2011) es vorschlägt.

Im Diskurs des Kompetenzaufbaus werden Eltern angeleitet und beraten, um die Idee, die Inhalte und die Sorgen koelterlicher Beziehungen zu verstehen und Einigungen für mögliche Spannungen zu finden. Paare werden überwiegend als fähig angesehen, über gegenseitige Zusammenarbeit, die Aufteilung von Zeit, Hausarbeit und die gemeinsame Verantwortung für die Kinderbetreuung zu sprechen und sich darüber zu einigen. Die Einschätzung der koelterlichen Teamarbeit ist entscheidend, da Teamarbeit für jede Familie wesentlich ist und es wichtig ist, die Zusammenarbeit (oder deren Fehlen) zwischen den Erwachsenen zu verstehen (Favez et al. 2023; McHale, Tissot, et al. 2023).

Der Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus umfasst Reflexion und Argumentation als Mittel, um Partnerinnen und Partner zu ermutigen, als Team gegenseitige Erfahrungen, Gedanken und Gefühle zu teilen. Obwohl beide Elternteile als Fachleute gelten, konstruieren Gespräche mit Vätern diese als hilflos oder verunsichert in ihrer neuen Rolle als (Ko-)Elternteil. McHale, Burton, et al. (2023) stellen fest, dass es beim Fokus auf Teamarbeit weniger darum geht, Symmetrie einzuschätzen, als vielmehr darum, wie jeder Koelternteil den anderen bzw. die anderen als voll beteiligtes und gebrauchtes Teammitglied sieht und anerkennt. In unserer Studie umfasst der Diskurs des Kompetenzaufbaus unterstützendes Sprechen über die Aufteilung koelterlicher Verantwortlichkeiten im Kontext des Familienlebens. Gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung zwischen den Koeltern waren im Diskurs jedoch nicht systematisch präsent. Der Fokus auf das koelterliche Bündnis statt auf Vaterschaft oder Mutterschaft ist für eine unterstützende koelterliche Teamarbeit entscheidend, da der elterliche Stress beider Elternteile signifikant mit der Beziehungsqualität zusammenhängt (Darwiche et al. 2022; Favez et al. 2023; McHale, Tissot, et al. 2023; McHale and Jenkins 2023). Im Diskurs des koelterlichen Kompetenzaufbaus in dieser Studie ist die Expertise für (Ko-)Elternschaft noch an Mütter gebunden, während Väter als jene gesehen werden, die in ihrer entstehenden Vater-Baby-Beziehung besondere Unterstützung brauchen. Eine professionelle Herausforderung bei der Förderung von Coparenting betrifft Väter, die angesichts frauendominierter Familien- und Therapiedienste zu schnell von der Freude und dem Stolz der neuen Vaterschaft zu Stress, Rückzug und Widerstand übergehen, aus Furcht, „nicht nur angehört zu werden, sondern ihre Autonomie und ihre Stimme zu verlieren“ (McHale and Jenkins 2023, 505). Um Väter einzubeziehen, muss das männliche Selbstverständnis, das Abgegrenztheit, Autonomie, Unabhängigkeit und Individualität umfasst, von weiblichen Fachkräften besser verstanden werden (McHale and Jenkins 2023).

In dieser Studie agierten Fachkräfte im Diskurs rund um die koelterliche Versöhnung als Vermittelnde; dieser Diskurs ist um den tatsächlichen Konflikt belasteter, geschiedener/getrennter Koeltern herum aufgebaut. Fachkräfte positionieren sich als unparteiische und neutrale Fachleute, während sie Eltern beim Aufbau einer koelterlichen Beziehung unterstützen. Der Versöhnungsdiskurs deckt sich mit der dritten von McHale, Tissot, et al. (2023) vorgeschlagenen Einschätzungsaufgabe, nämlich der Notwendigkeit, das Vorhandensein/Fehlen von Konflikten zwischen den koelterlich verbundenen Erwachsenen zu beobachten und verschiedene Formen von Respektlosigkeit zu erkennen. Größere Achtsamkeit ermöglicht es Eltern, solches Verhalten besser zu erkennen und es einzuschränken oder zu beseitigen (McHale, Burton, et al. 2023). In unserer Studie ist der Versöhnungsdiskurs überwiegend in den präventiven Diensten der Kinder- und Jugendhilfe verortet, und die Neutralität der Fachkräfte wird betont. Das professionelle Sprechen konzentriert sich auf das Vermitteln und die Förderung gegenseitiger Einigung. Es ist anerkannt, dass präventive Dienste Eltern helfen, sich über die Zusammenarbeit nach der Scheidung zu einigen (Heller 2013), und es wurden Problemlösetechniken entwickelt, die geschiedenen Eltern helfen sollen, sich über die Versorgung der Kinder zu einigen (Sommers-Flanagan and Barr 2005). Das Risiko, dass eine Mediation scheitert, steigt jedoch, wenn die Eltern stark zerstritten sind, psychische Probleme haben, mit der Trennung kämpfen, unrealistische Erwartungen an das Coparenting haben oder wenn der Konflikt sich hinzieht (Morris and Halford 2014; Stokkebekk et al. 2021). Vorrang hat im Diskurs der koelterlichen Versöhnung die Frage, wie Fachkräfte das Wohlergehen und die Sicherheit des Kindes gewährleisten. In unserer Studie wurde der Diskurs der koelterlichen Versöhnung genutzt, um geschiedenen Eltern zu helfen, eine sichere und fürsorgliche Beziehung zum Kind aufzubauen, und um die Möglichkeit des nicht im Haushalt lebenden Elternteils zu verbessern, Zeit mit dem Kind zu verbringen. Die Perspektive der Kinderrechte überwiegt, doch es geht auch um das Recht des Vaters auf gleichberechtigte Teilhabe und um seine Verantwortung für den Kindesunterhalt.

Der Fokus auf das Kind ist zudem die vierte Säule der Einschätzung von Coparenting bei McHale, Tissot, et al. (2023) und wird von Feinberg und Sakuma (2011) stark hervorgehoben. Laut diesen Forschenden liegt das Wesen eines wachstumsfördernden Coparenting nicht nur darin, ob die Erwachsenen selbst übereinstimmen und miteinander auskommen, sondern darin, ob sie eine angemessene Abstimmung auf das Kind und seine Bedürfnisse zeigen. Bei der Versöhnung von Koeltern muss der koelterlichen Teamarbeit Aufmerksamkeit geschenkt werden, die dann wirksam funktioniert, wenn hochstrittige Eltern nach der Scheidung gemeinsame Ziele für ihr gemeinsames Kind formulieren (McHale and Jenkins 2023). Indem sie die Beiträge, Gefühle und Interaktionen des Kindes bestätigen, können Erwachsene das Kind zutreffend wahrnehmen, sich über seine Bedürfnisse einigen und entsprechend im Bündnis daran arbeiten, sie zu erfüllen (McHale, Burton, et al. 2023). In unserer Studie waren die Rechte der Kinder im Versöhnungsdiskurs stark präsent. Fachkräfte nahmen Positionen der Aufsicht, des Schutzes und der Beobachtung des Kindes ein, wenn es einen Verdacht auf Vernachlässigung oder Misshandlung gab. Darüber hinaus agierten Fachkräfte als Deutende der Sichtweise des Kindes, im Einklang mit den Aussagen von McHale et al. (2012) sowie McHale und Negrini (2018), wonach das koelterliche Bündnis im Fall geschiedener Familien oder einer langen Abwesenheit des anderen Koelternteils aus der Sicht des Kindes betrachtet werden muss.

Zusammenfassend zeigen die identifizierten Diskurse, wie Fachkräfte verschiedene Positionen einnehmen können, um Coparenting im Familiensystem einzuschätzen und zu fördern. Bemerkenswert ist, dass alle Diskurse die Rolle des Vaters betonen. Die Agency des Kindes wird erst im Kontext einer konflikthaften Scheidung sichtbar. Wird die Perspektive des Kindes in alle Coparenting-Diskurse eingebettet, können Fachkräfte ein wirklich triangulär angelegtes koelterliches Familiensystem erarbeiten, von der Zeit vor der Geburt eines Kindes bis ins Jugendalter.

4.1 Grenzen der Studie

Bei der Bewertung der Forschungsergebnisse ist es wesentlich, die Art der Daten und die Diskursanalyse als Ansatz zu berücksichtigen. Auf der Grundlage der drei dargestellten Diskurse lässt sich nicht abschließend folgern, wie Fachkräfte Coparenting in ihrer Arbeit unterstützen. Wie Hjelm (2021) argumentiert, vermag selbst ein hegemonialer Diskurs aufgrund der Endlichkeit des Diskurses die praktischen Folgen von Handlungen nicht zu erhellen. Es ist daher unmöglich, allein durch die Betrachtung des Diskurses abschließend zu sagen, warum jemand getan hat, was er oder sie getan hat. Stattdessen können wir auf seiner Grundlage ein Verständnis von Handlungslinien gewinnen – in dieser Forschung von den Handlungslinien von Fachkräften der Familienarbeit bei der Unterstützung von Coparenting im finnischen Dienstleistungskontext. Ihr Verhalten wird durch den sozialen und kulturellen Rahmen, in den sie eingebettet sind, sowohl ermöglicht als auch begrenzt (Hjelm 2021). Die drei Diskurse mit ihren geschlechtsspezifischen Begegnungen spiegeln auch geschlechtsbezogene Vorannahmen und andere kulturelle Praktiken in Gesundheitsparadigmen wider, die sich tendenziell nur langsam ändern (Lim et al. 2023; Tiitinen and Ruusuvuori 2015).

Zu bedenken ist auch, dass die Befunde aus einer qualitativen Studie mit einer relativ kleinen Zahl von Teilnehmenden stammen, wie es für eine diskursanalytische Studie mit Interviews als Forschungsdaten typisch ist. Das bedeutet, dass die Studie stark kontextgebunden ist und bei der Verallgemeinerung der Ergebnisse auf andere Kontexte womöglich Vorsicht geboten ist. Es ist auch möglich, dass die von den Kontaktpersonen für die Studie ausgewählten Fachkräfte in gewisser Weise selektiert waren, etwa im Hinblick auf ihr Interesse oder ihre Motivation. Bemerkenswert ist eine Einschränkung der Daten in Bezug auf vielfältige Familien. Obwohl die Fragen der Fokusgruppen nicht auf Themen der Unterstützung von Coparenting ausschließlich in finnischen, heterosexuellen Zwei-Eltern-Familien beschränkt waren, bezog sich das Sprechen der Fachkräfte überwiegend auf diese Familien. Daher sind die Diskurse möglicherweise nicht auf die Unterstützung vielfältigerer Familien übertragbar, einschließlich multikultureller und LGTBQ+-Familien. Darüber hinaus sind Diskurse in die weiteren soziokulturellen Kontexte, Werte und Normen eingebettet, darunter Geschlechtergleichstellung, die Bereitstellung wohlfahrtsstaatlicher Dienste und die Regelung der Kinderrechte (Grunow and Evertsson 2021; Kekkonen, Böök, et al. 2023; Rönkä et al. 2026). Diese Studie wurde in Finnland durchgeführt, einem Land, in dem das Streben nach Geschlechtergleichstellung und väterlichem Engagement in der Elternschaft praktisch die Norm ist. In künftigen Studien sollten Fokusgruppeninterviews mit Fachkräften in anderen soziokulturellen Kontexten wiederholt werden.

4.2 Implikationen für die Praxis

Auf der Grundlage unserer Befunde geben wir die folgenden fünf Empfehlungen für die Praxis. Erstens kann die Förderung von Coparenting durch Anwendung der professionellen Diskurse der Einbeziehung, des Kompetenzaufbaus und der Versöhnung auch in der klinischen Routinepraxis stattfinden, nicht nur im Rahmen von Interventionen. Dies ist besonders wichtig während des Übergangs zur Elternschaft, wenn sich Coparenting im Aufbau befindet. Wir plädieren für einen besser anwendbaren, diskursiven Ansatz zur Förderung von Coparenting in universellen Kinder- und Familiendiensten und Diensten der frühen Unterstützung. Zweitens ist es entscheidend, Väter und andere relevante koelterliche Bezugspersonen in die Unterstützung von Coparenting einzubeziehen. Dies wiederum erfordert Veränderungen in den Diensten zugunsten einer gleichberechtigteren Teilnahme. Das bedeutet, Väter durch auf Väter ausgerichtete Praktiken in die Dienste einzubeziehen und das Wissen des Personals über ein väterfreundliches klinisches Umfeld zu verbessern. Beiden Elternteilen muss die Einbeziehung der Väter konsequent und nachdrücklich vermittelt werden. Drittens ist es, um das gesamte Elternteam einzubeziehen, wichtig, jede Person einzeln zu fragen – ohne Mütter zu bevorzugen –, ob sie die Möglichkeit zu gleichberechtigtem Interesse, Engagement und Zugang zum Coparenting hat (McHale, Tissot, et al. 2023). Auch Koeltern aus erweiterten, mehrgenerationalen Familien (Gleeson et al. 2011) und LBGTQ+-Familien (Evans et al. 2023) sollten im koelterlichen Team berücksichtigt werden. Viertens bezieht sich der Diskurs des Kompetenzaufbaus auf eine professionelle Art, auf Eltern zuzugehen, die Schwierigkeiten mit dem Coparenting haben. Indem sie Fragen des Coparenting aktiv zur Sprache bringen, können Fachkräfte eine koelterliche Beziehung einschätzen und fördern. Durch die Verbindung von Wissen über die Dimensionen des Coparenting mit einem diskursiven Ansatz können Fachkräfte Familien immer dann unterstützen, wenn diese Kinder- und Familiendienste aufsuchen. Fünftens wächst, da Scheidungen eine zunehmende Zahl von Familien betreffen, der Bedarf an gezielter Unterstützung für Coparenting. Ebenso können Eltern, die konkurrierend handeln, schädlich kommunizieren oder sich abfällig über den anderen Elternteil äußern, von gezielter Unterstützung im multiprofessionellen Familienzentrum profitieren.

Complexe Systémique: Kernpunkte

Für eine systemische Lektüre liegt das Interesse der Studie darin, die Triade statt der Dyade ernst zu nehmen: Coparenting wird als eigenständiges Subsystem behandelt, das sich vom Ehepaar und von der Eltern-Kind-Beziehung unterscheidet, und die Verfassenden untersuchen, wie das Sprechen der Fachkräfte es entstehen lässt oder nicht. Die drei Diskurse sind relationale Positionen, keine Techniken: kommunizieren, um einzubeziehen; intervenieren, um Kompetenzen aufzubauen; beaufsichtigen, um zu versöhnen. Der aufschlussreichste Befund ist paradox. Jeder Diskurs stellt den Vater ins Zentrum, aber oft als den, der fehlt, der aktiviert oder mit dem einfacher gesprochen werden muss, während die elterliche Expertise bei den Müttern bleibt; und das Kind, die Spitze des Dreiecks, erscheint erst dann als Subjekt, wenn die Scheidung konflikthaft geworden ist. Die Grenzen sind deutlich: 21 Fachkräfte, davon 19 Frauen, per Videoanruf befragt, und ein auf heterosexuelle Zwei-Eltern-Familien zentriertes Sprechen, in einem Land, in dem elterliche Gleichstellung fast eine Norm ist. Zu lesen zusammen mit dem Artikel über das Paar am Scheideweg von Partnerschaft und Elternschaft und dem Artikel über die Kontexte der neuen Vaterschaft.

Anmerkungen aus dem Original

1 Anfang 2023 übertrug eine historische Reform die Zuständigkeit für die Dienste von über 300 Gemeinden auf 21 selbstverwaltete Wohlfahrtsbezirke (Wellbeing Services Counties). Die Bezirke sind für die Organisation aller Gesundheits- und Sozialdienste für die finnische Bevölkerung zuständig, einschließlich der Dienste für Kinder und Familien. Die Fachkräfte dieser Studie wurden aus vier Wohlfahrtsbezirken gewonnen.

Danksagung. Die Open-Access-Veröffentlichung wurde von Jyvaskylan yliopisto im Rahmen des Wiley - FinELib-Abkommens ermöglicht.

Förderung. Diese Arbeit wurde vom Research Council of Finland gefördert (323492, 323493).

Interessenkonflikte. Die Verfassenden erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.

Literatur

Abbas-Dick, J., S. B. Stern, L. E. Nelson, W. Watson, and C.-L. Dennis. 2015. “Coparenting Breastfeeding Support and Exclusive Breastfeeding: A Randomized Controlled Trial.” Pediatrics 135, no. 1: 102–110. https://doi.org/10.1542/peds.2014-1416.

Acquah, D., and O. Thévenon. 2020. “Delivering Evidence-Based Services for All Vulnerable Families. A Review of Main Policy Issues.” OECD Social, Employment and Migration Working Papers, 243. https://doi.org/10.1787/1bb808f2-en.

Alasuutari, M. 2010. “Striving at Partnership: Parent-Practitioner Relationships in Finnish Early Educators' Talk.” European Early Childhood Education Research Journal 18, no. 2: 148–161. https://doi.org/10.1080/13502931003784545.

Alasuutari, M., and A. M. Markström. 2011. “Making Ordinary Child in Preschool.” Scandinavian Journal of Educational Research 55, no. 5: 517–535. https://doi.org/10.1080/00313831.2011.555919.

Autonen-Vaaraniemi, L. 2022. “Family Professionals' Attitudes and Stance-Taking on Post-Divorce Fatherhood: A Qualitative Attitude Approach.” International Journal of Child, Youth and Family Studies 13, no. 1: 56–81. https://doi.org/10.18357/ijcyfs131202220658.

Berger, P. L., and T. Luckmann. 1991. The Social Construction of Reality. Penguin Books.

Carlson, M. J., and R. S. Högnäs. 2011. “ Coparenting in Fragile Families: Understanding How Parents Work Together After a Nonmarital Birth.” In Coparenting: A Conceptual and Clinical Examination of Family Systems, edited by J. P. McHale and K. M. Lindahl, 81–103. American Psychological Association. https://doi.org/10.1037/12328-004.

Churchill, H., C. Devaney, and A. Abela. 2024. “Promoting Child Welfare and Supporting Families in Europe: Multidimensional Conceptual and Developmental Frameworks for National Family Support Systems.” Children and Youth Services Review 161, no. 2: 107679. https://doi.org/10.1016/j.childyouth.2024.107679.

Darwiche, J., C. Carneiro, C. Vaudan, et al. 2022. “Parents in Couple Therapy: An Intervention Targeting Marital and Coparenting Relationships.” Family Process 61, no. 2: 490–506.

Devaney, D., H. Churchill, A. Abela, and R. Jackson. 2022. “A Framework for Child and Family Support in Europe. Building Comprehensive Support Systems. (Policy Brief).” EurofamNet. https://eurofamnet.eu/sites/default/files/toolbox/policy-briefs/A_framework_for%20child_and_family_support_in_Europe.pdf.

Durtschi, J. A., K. L. Soloski, and J. Kimmes. 2017. “The Dyadic Effects of Supportive Coparenting and Parental Stress on Relationship Quality Across the Transition to Parenthood.” Journal of Marital and Family Therapy 43, no. 2: 308–321. https://doi.org/10.1111/jmft.12194.

Eira Nunes, C. E., Y. de Rotten, and N. El Ghaziri. 2021. “Co-Parenting Programs: A Systematic Review and Meta-Analysis.” Family Relations 70: 759–776. https://doi.org/10.1111/fare.12438.

Evans, K., P. Pallotti, H. Spiby, C. Evans, and J. Eldridge. 2023. “Supporting Birth Companions for Women in Labor, the Views and Experiences of Birth Companions, Women and Midwives: A Mixed Methods Systematic Review.” Birth-Issues in Perinatal Care 50, no. 4: 689–710. https://doi.org/10.1111/birt.12736.

Favez, N., A. Max, M. Bader, and H. Tissot. 2023. “When Not Teaming Up Puts Parents at Risk: Coparenting and Parental Burnout in Dual-Parent Heterosexual Families in Switzerland.” Family Process 62, no. 1: 272–286. https://doi.org/10.1111/famp.12777.

Feinberg, M. E. 2003. “The Internal Structure and Ecological Context of Coparenting: A Framework for Research and Intervention.” Parenting 3, no. 2: 95–131. https://doi.org/10.1207/S15327922PAR0302_01.

Feinberg, M. E., and K.-L. Sakuma. 2011. “ Coparenting Interventions for Expecting Parents.” In Coparenting: A Conceptual and Clinical Examination of Family Systems, edited by J. P. McHale and K. M. Lindahl, 171–190. American Psychological Association. https://doi.org/10.1037/12328-008.

Fisher, D., M. Khashu, E. A. Adama, et al. 2018. “Fathers in Neonatal Units: Improving Infant Health by Supporting the Baby-Father Bond and Mother-Father Coparenting.” Journal of Neonatal Nursing 24, no. 6: 306–312. https://doi.org/10.1016/j.jnn.2018.08.007.

Florsheim, P., and J. J. Burrow-Sánchez. 2023. “Preparing for Parenthood: Validating a Mixed Method Approach to Assessing the Coparenting Capacity of Young Expectant Fathers and Mothers.” Family Process 63, no. 3: 1336–1355. https://doi.org/10.1111/famp.12904.

Gallegos, M. I., S. E. Murphy, A. D. Benner, D. B. Jacobvitx, and M. L. Hazen. 2017. “Marita, Parental, and Whole-Family Predictors of Toddlers' Emotion Regulation: The Role of Parental Emotional Withdrawal.” Journal of Fmily Psychology 31, no. 3: 294–303.

Gergen, K. J. 2014. “From Mirroring to World-Making: Research as Future Forming.” Journal for the Theory of Social Behaviour 45, no. 3: 287–310. https://doi.org/10.1111/jtsb.12075.

Gleeson, J. P., A. L. Strozier, and K. A. Littlewood. 2011. “ Coparenting in Multigenerational Family Systems: Clinical and Policy Implications.” In Coparenting: A Conceptual and Clinical Examination of Family Systems, edited by J. P. McHale and K. M. Lindahl, 269–288. American Psychological Association. https://doi.org/10.1037/12328-013.

Grunow, D., and M. Evertsson. 2019. New Parents in Europe. Work-Care Practices, Gender-Norms and Family Policies. Edward Elgar.

Grunow, D., and M. Evertsson. 2021. “Transitions to Parenthood in Europe: An Analysis of Institutionally Framed Work-Care Divisions.” Families, Relationships, Societies 10, no. 1: 99–118. https://doi.org/10.1332/204674321X16111601582694.

Heller, R. J. 2013. “ Family Therapy and Collaborative Family Law.” In Family Therapy Review: Contrasting Contemporary Models, edited by A. Rambo, C. West, A. Schooley, and T. V. Boyd, 265–268. Routledge/Taylor & Francis Group.

Heritage, J., and J. M. Atkinson. 1984. “ Introduction.” In Structures of Social Action: Studies in Conversation Analysis, edited by J. M. Atkinson and J. Heritage, 1–15. Cambridge University Press.

Hjelm, T. 2021. “ Discourse Analysis.” In The Routledge Handbook of Research Methods in the Study of Religion, edited by S. Engler and M. Stausberg, 2nd ed., 229–244. Routledge Handbooks. https://doi.org/10.4324/9781003222491.

Hock, R. M., and J. K. Mooradian. 2013. “Defining Coparenting for Social Work Practice: A Critical Interpretive Synthesis.” Journal of Family Social Work 16, no. 4: 314–331. https://doi.org/10.1080/10522158.2013.795920.

Jiménez, L., J. Canavan, S. Baena, et al. 2024. “Mapping Key Actors in Family Support. A European Perspective.” Children and Youth Services Review 161: 107618. https://doi.org/10.1016/j.childyouth.2024.107618.

Kekkonen, M., M. L. Böök, K. Kokkinen, et al. 2023. “An Interpretative Synthesis of Coparenting Among New Parents in Diverse Sociocultural Contexts.” Journal of Comparative Family Studies 54, no. 1: 6–29. https://doi.org/10.3138/jcfs.54.1.030.

Kekkonen, M., K. Malinen, J. Moilanen, and A. Rönkä. 2023. “Perhekeskusten työntekijöiden käsitykset Yhteisvanhemmuudesta [the Conceptions of Coparenting Among Professionals in Family Centers].” Sosiaalilääketieteellinen Aikakauslehti [Journal of Social Medicine] 60, no. 2: 155–168. https://doi.org/10.23990/sa.117870.

Kim, S. K., S. Park, J. Oh, J. Kim, and S. Ahn. 2018. “Interventions Promoting Exclusive Breastfeeding up to Six Months After Birth: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.” International Journal of Nursing Studies 80: 94–105. https://doi.org/10.1016/j.ijnurstu.2018.01.004.

Kotila, L. E., and S. J. Schoppe-Sullivan. 2015. “Integrating Sociological and Psychological Perspectives on Coparenting.” Sociology Compass 9, no. 8: 731–744. https://doi.org/10.1111/soc4.12285.

Kuersten-Hogan, R. 2017. “Bridging the Gap Across the Transition to Coparenthood: Triadic Interactions and Coparenting Representations From Pregnancy Through 12 Months Postpartum.” Frontiers in Psychology 8: 475. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2017.00475.

Lim, I., H. McMillan, P. Robertson, and R. Fletcher. 2023. “The Missing Father: Why Can't Infant Mental Health Services Keep Dads in Mind?” Australian and New Zealand Journal of Family Therapy 44, no. 4: 467–476. https://doi.org/10.1002/anzf.1560.

Lindroos, E., E. Räikkönen, K. Malinen, L. Leach, M. Matias, and A. K. Rönkä. 2025. “Prenatal Expectations as Predictors of Postnatal Coparenting: Moderation Effect of Psychological Distress.” Journal of Marriage and Family 88, no. 1: 130–144. https://doi.org/10.1111/jomf.70001.

Lu, B., J. Sun, F. Sun, J. Yang, and B.-B. Chen. 2024. “The Association Between Marital Satisfaction and Parental Burnout: A Moderated Mediation Model of Parents' and Grandparents' Coparenting.” Journal of Child and Family Studies 33, no. 4: 1172–1183. https://doi.org/10.1007/s10826-024-02804-3.

Maycock, B., C. W. Binns, S. Dhaliwal, et al. 2013. “Education and Support for Fathers Improves Breastfeeding Rates: A Randomized Controlled Trial.” Journal of Human Lactation 29, no. 4: 484–490. https://doi.org/10.1177/0890334413484387.

McHale, J. P. 2011. “ Assessing Coparenting.” In Coparenting: A Conceptual and Clinical Examination of Family Systems, edited by J. P. McHale and K. M. Lindahl, 149–170. American Psychological Association. https://doi.org/10.1037/12328-007.

McHale, J., D. Burton, L. Negrini, A. A. Jacob, and L. D. Butler. 2023. “Inspiring Respect for Fathers as Coparents Through Trauma-Informed, Infant-Family Mental Health Transformation of Community-Based Services: Process and Early Implementation With a Multi-Agency Community Collaborative.” Frontiers in Psychology 14: 1282888. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2023.1282888.

McHale, J. P., and K. L. Jenkins. 2023. “Thinking Three, Revisited: Infants, Coparents, Gender Roles, and Cultural Contexts.” Australian and New Zealand Journal of Family Therapy 44, no. 4: 495–510. https://doi.org/10.1002/anzf.1566.

McHale, J. P., R. Kuersten-Hogan, and N. Rao. 2004. “Growing Points for Coparenting Theory and Research.” Journal of Adult Development 11: 221–234. https://doi.org/10.1023/B:JADE.0000035629.29960.ed.

McHale, J. P., and L. S. Negrini. 2018. “How the Assumption of a Coparenting Frame Will Transform Social Work Practice With Men and Fathers.” Social Work Research 42, no. 1: 9–21. https://doi.org/10.1093/swr/svx024.

McHale, J., H. Tissot, S. Mazzoni, et al. 2023. “Framing the Work: A Coparenting Model for Guiding Infant Mental Health Engagement With Families.” Infant Mental Health Journal 44, no. 5: 638–650. https://doi.org/10.1002/imhj.22083.

McHale, J., M. R. Waller, and J. Pearson. 2012. “Coparenting Interventions for Fragile Families: What Do We Know and Where Do We Need to Go Next?” Family Process 51, no. 3: 284–306.

Morrill, M. I., D. A. Hines, S. Mahmood, and J. V. Córdova. 2010. “Pathways Between Marriage and Parenting for Wives and Husbands: The Role of Coparenting.” Family Process 49, no. 1: 59–73. https://doi.org/10.1111/j.1545-5300.2010.01308.x.

Morris, M., and W. K. Halford. 2014. “Family Mediation: A Guide for Family Therapists.” Australian and New Zealand Journal of Family Therapy 35, no. 4: 479–492. https://doi.org/10.1002/anzf.1078.

Mullins, J. L., J. R. Cheung, and C. A. Lietz. 2012. “Family Preservation Services: Incorporating the Voice of Families Into Service Implementation.” Child & Family Social Work 17: 265–274. https://doi.org/10.1111/j.1365-2206.2011.00777.x.

Potter, J., and M. Wetherell. 1995. “ Discourse Analysis.” In Rethinking Methods in Psychology, edited by J. A. Smith, R. Harre, and L. Langenhove, 80–92. Sage.

Pruett, M. K., and T. Donsky. 2011. “ Coparenting After Divorce: Paving Pathways for Parental Cooperation, Conflict Resolution, and Redefined Family Roles.” In Coparenting: A Conceptual and Clinical Examination of Family Systems, edited by J. P. McHale and K. M. Lindahl, 231–250. American Psychological Association. https://doi.org/10.1037/12328-011.

Ranta, M., M. L. Böök, S. Paloniemi, and A. Rönkä. 2022. ““Equally, But in Our Own Way”: First-Time Parents' Prenatal Expectations of Coparenting.” Journal of Family Studies 29, no. 3: 1061–1081. https://doi.org/10.1080/13229400.2021.2023609.

Ranta, M., M. L. Böök, S. Paloniemi, and A. Rönkä. 2024. “Constructing Co-Parenthood: First-Time Parents' Experiences and Meanings of Co-Parental Cooperation at Four to Six Months Postpartum.” Families, Relationships and Societies 14, no. 2: 287–303. https://doi.org/10.1332/20467435y2023d000000010.

Ranta, M., S. Paloniemi, M. L. Böök, and A. Rönkä. 2024. “Learning and Developmental Pathways in Early Coparenting Among Finnish First-Time Parental Couples'.” Journal of Adult Development 32, no. 4: 348–364. https://doi.org/10.1007/s10804-024-09505-7.

Rautaparta-Pennanen, K., M. Kekkonen, K. Collin, M. L. Böök, and A. Rönkä. 2025. “Interprofessional Service Network Practices in the Family Centre Context.” European Journal of Social Work 29, no. 3: 524–535. https://doi.org/10.1080/13691457.2025.2518267.

Ravitch, S. M., and N. M. Carl. 2019. Qualitative Research: Bridging the Conceptual, Theoretical and Methodological. SAGE.

Rönkä, A. K., M. L. Böök, M. Matias, et al. 2026. “Prospective Coparenting Among First-Time Expectant Parents: A Cross-National Qualitative Study.” Parenting: 1–26. https://doi.org/10.1080/15295192.2026.2620785.

Russell, L. T. 2019. “Pediatric Nursing Care With Post-Divorce Families: A Multiple Segment Factorial Vignette Investigation [Doctoral Dissertation, University of Missouri].” MOspace. https://hdl.handle.net/10355/65437.

Schegloff, E. A. 1989. “Harvey Sacks -Lectures 1964-1965: An Introduction/Memoir.” Human Studies 12: 185–209.

Serapioni, M. 2023. “Towards Greater Family Policy Integration Across Europe.” Overcoming Sectoral Fragmentation in Supporting Families With Young Children (Report of the European Observatory on Family Policy). https://coface-eu.org/wp-content/uploads/2023/11/Towards-greater-integration-in-family-policy-across-Europe.pdf.

Sommers-Flanagan, J., and L. Barr. 2005. “Three Constructive Interventions for Divorced, Divorcing, or Never-Married Parents.” Family Journal 13, no. 4: 482–486. https://doi.org/10.1177/1066480705278725.

Stokkebekk, J., A. Iversen, R. Hollekim, and O. Ness. 2021. ““The Troublesome Other and I”: Parallel Stories of Separated Parents in Prolonged Conflicts.” Journal of Marital and Family Therapy 47, no. 1: 52–68. https://doi.org/10.1111/jmft.12474.

Tausch, A. P., and N. Menold. 2016. “Methodological Aspects of Focus Groups in Health Research: Results of Qualitative Interviews With Focus Group Moderators.” Global Qualitative Nursing Research 14, no. 3: 1–12. https://doi.org/10.1177/2333393616630466.

Tiitinen, S., and J. Ruusuvuori. 2015. “Producing Gendered Parenthood in Child Health Clinics.” Discourse & Society 26, no. 1: 113–132. https://doi.org/10.1177/0957926514543229.

Wells, M. B., L. R. Gedaly, and O. Aronson. 2023. “Midwives and Child Health Nurses' Support Is Associated With Positive Coparenting for Fathers of Infants: A Cross-Sectional Analysis.” Journal of Clinical Nursing 32, no. 7–8: 1443–1454. https://doi.org/10.1111/jocn.16329.

Willing, C. 2024. “ Discourse Analysis.” In Qualitative Psychology. A Practical Guide to Research Methods, edited by J. A. Smith, 4th ed., 143–167. Sage.

Wood, L. A., and R. O. Kroger. 2000. Doing Discourse Analysis. Methods for Studying Action in Talk and Text. Sage Publications, Inc.

Xu, W., G. R. Parra, and M. Carter. 2024. “Intergenerational Coparenting and Child Development Outcomes: A Systematic Review.” Journal of Family Theory & Review 16, no. 4: 834–856. https://doi.org/10.1111/jftr.12594.

Inoffizielle Übersetzung von Ways of Supporting Coparenting in Child and Family Services: Discourses of Involvement, Capacity Building and Reconciliation von Marjatta Kekkonen, Angela Abela, Marja-Leena Böök, Kaisa Malinen, Johanna Moilanen und Anna K. Rönkä, Family Process, Bd. 65 (2026), doi: 10.1111/famp.70159, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz – das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Tabelle als Liste wiedergegeben). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels „Ways of Supporting Coparenting in Child and Family Services: Discourses of Involvement, Capacity Building and Reconciliation“, erschienen in Family Process (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie am Anfang dieser Seite angegeben.

Originalartikel lesen

So zitieren Sie diesen Artikel

Kekkonen, M., Abela, A., Böök, M.-L., Malinen, K., Moilanen, J., und Rönkä, A. K. (2026). Ways of Supporting Coparenting in Child and Family Services: Discourses of Involvement, Capacity Building and Reconciliation. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/ways-of-supporting-coparenting-in-child-and-family-services (Originalwerk 2026 erschienen in Family Process, 65(2) (2026); 2026 neu veröffentlicht von Family Process, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/famp.70159)

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.