KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Spanischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Red Sistémica · Familie und Elternschaft

Kontexte und Umstände der neuen Vaterschaft. Auf der Suche nach dem väterlichen Instinkt: Implikationen für die Familientherapie

Was ist Vaterschaft? Wie ist sie zu definieren? Welche Rolle und welche Verantwortung hat ein Vater heute? Ausgehend von der Feststellung, dass es keine universelle Antwort gibt, verfolgt Raúl Medina Centeno die Wandlungen der Vaterrolle durch die traditionelle Familie, die Moderne und die Postmoderne und erkundet dann Vaterschaften jenseits der Kernfamilie: homosexuelle Väter, Väter nach der Scheidung, alleinerziehende Väter, Vaterschaften in der Kultur der Armut Lateinamerikas. Er ergänzt dies um den Bericht seiner eigenen Erfahrung als alleinerziehender Vater und leitet daraus konkrete Folgerungen für die Familientherapie ab.

Autor Raúl Medina CentenoErstveröffentlichung Perspectivas Sistémicas, Nr. 63, September–Oktober 2000Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung aus dem Spanischen, mit Zustimmung von Red Sistémica

„Es gibt nicht eine Art, Vater zu sein, sondern viele, und sie hängen von den Umständen und Kontexten der Familien ab.“

Raúl Medina Centeno

Anmerkung der Redaktion

Der von Red Sistémica online gestellte Text ist eine Arbeitsfassung, in der Überarbeitungsspuren sichtbar geblieben sind: doppelte Wörter, nebeneinandergestellte Alternativtitel, ein zweimal wiederholter Abschnitt, einige Notizen des Autors an sich selbst. Die Übersetzung gibt die lesbare Fassung wieder; die getroffenen Entscheidungen sind in den Übersetzungsanmerkungen erläutert, und es wurde kein Inhalt hinzugefügt.

Einleitung

Was ist Vaterschaft? Wie ist sie zu definieren? Welche Rolle und welche Verantwortung hat ein Vater heute? Zunächst ist anzuerkennen, dass es heute häufiger als in früheren Generationen vorkommt, dass Männer ihre Gefühle gegenüber ihren Kindern offen zeigen, und dass die Beziehung zur Partnerin im Bereich der Erziehung gleichberechtigter ist. Dieser neue Archetyp des Vaters bewirkt Veränderungen im Familienleben und stellt die traditionelle Vorstellung von Männlichkeit infrage.

Dennoch glaube ich, dass es keine universelle Antwort auf die Vaterschaft gibt, nicht nur wegen ihrer historisch-kulturellen Bedingtheit, sondern auch wegen ihrer sozialen Komplexität.

Umstände

Vatersein hängt mit spezifischen Umständen zusammen, die eine große Vielfalt von Rollen definieren und verlangen. So ist es zum Beispiel nicht dasselbe, die Vaterschaft als Jugendlicher oder in fortgeschrittenem Alter anzugehen, Vater eines Babys oder einer jugendlichen Person zu sein; es ist nicht dasselbe, Vater eines Kindes oder von vier Kindern zu sein; nicht dasselbe, alleinerziehender Vater oder Vater in einer Partnerschaft zu sein; auch nicht, Vater vor oder nach einer Scheidung zu sein; es ist nicht dasselbe, die Vaterschaft in einer heterosexuellen Beziehung oder mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zu teilen, gelegentlich oder in Vollzeit Vater zu sein; es ist nicht dasselbe, Vater in Mexiko oder in England zu sein; nicht dasselbe, Kinder von nur einer Partnerin oder von mehreren zu haben, Vater eines Kindes mit Behinderung oder eines Kindes ohne körperliche Einschränkungen zu sein; nicht dasselbe, Vater leiblicher oder adoptierter Kinder zu sein, Vater einer Tochter oder eines Sohnes usw. Jede dieser Formen des Vaterseins verlangt unterschiedliche Antworten. Vaterschaft als Diskurs umschließt eine enorme soziale Komplexität, die unmöglich als unabhängige Variable zu begreifen ist.

Gegenwärtig gibt es eine große Vielfalt an Veröffentlichungen zum Thema Vaterschaft, das inzwischen als Problem und als Gegenstand der Genderanalyse verortet ist. Dies ist das Ergebnis zunehmender sozioökonomischer Veränderungen, die den Vater in eine andere Verantwortungsposition gebracht haben, sowie der steigenden Zahl alleinerziehender Väter, insbesondere in reichen Ländern. Die Zahl alleinerziehender Väter nimmt heute in den westlichen Ländern aus vielfältigen Gründen zu: aus eigener Entscheidung, aus erzwungener Entscheidung, im Zuge eines langsamen, unerwarteten oder plötzlichen Übergangs. Andererseits war das Thema Vaterschaft in den Schriften über die Familie stets latent vorhanden, besonders in denen feministischer Prägung.

Kontexte

Als in der Familientherapie Tätige, die mit der systemischen Narrativik arbeiten, müssen wir Vaterschaft allgemein als soziale Interaktion in mehreren Richtungen und auf mehreren Komplexitätsebenen verstehen: etwa in der Paarbeziehung, in der Kern- und erweiterten Familie, in der Gemeinschaft und in der Kultur. In diesem Sinne ist die neue Vaterschaft stets in ihrem sozialen und situativen, zumindest familiären Kontext zu verorten, vor allem in der Lebensform der neuen Familien. Folglich ist es unmöglich, von Vaterschaft oder Männlichkeit zu sprechen, ohne sich zumindest auf ihre unmittelbaren Gegenstücke zu beziehen: die Mutterschaft und die Familie.

Als Analysekontext nutzen wir außerdem die Spannung zwischen Moderne und Postmoderne. So werden wir von traditionellen, modernen und postmodernen Vätern sprechen. Dieser kontextuelle Analyserahmen hat uns auch dazu geführt, eine andere Art von Vaterschaften anzuerkennen, jene, die sich in armen Kontexten Lateinamerikas, insbesondere in Mexiko, entfalten.

In dieser kurzen Arbeit untersuchen wir verschiedene Arten, Vater zu sein. Einerseits analysieren wir die Veränderungen der Vaterrolle als Folge der Moderne; andererseits sichten wir einige alternative Diskurse, die sich auf andere Formen von Vaterschaft außerhalb der Kernfamilie beziehen.

Am Ende füge ich eine kurze Reflexion über meine Erfahrung als alleinerziehender Vater an und schlage einige allgemeine Punkte zu den Implikationen der neuen Vaterschaft für die Familientherapie vor.

Der traditionelle Vater

Bevor wir die neuen Formen von Vaterschaft betrachten, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, müssen wir einen Moment bei der traditionellen Familie und der Art verweilen, wie sich Vaterschaft in ihr ausgedrückt hat. Zunächst ist die Herkunft des Begriffs Familie bemerkenswert, denn sie ist eng mit einer traditionellen Auffassung verbunden: Er stammt von einem lateinischen Wort, abgeleitet von famulus (Diener), das ursprünglich den Ort bezeichnete, an dem alle Sklaven und Diener unter einem Dach lebten; später bezeichnete das Wort den Haushalt, in dem der Hausherr, die Ehefrau und ihre Kinder sowie die Dienerschaft lebten. Es steht für das, was gemeinhin als traditionelle patriarchale Kultur bekannt ist, die von einem Diskurs ausgeht, der die Rollen innerhalb der Familie, einschließlich der Vaterschaft, so definiert, als seien sie aus natürlichen oder göttlichen Gründen vorgegeben; sie wurden daher als selbstverständlich angenommen und waren weder Gegenstand der Reflexion noch der Forschung.

Aus vielfältigen, insbesondere wirtschaftlichen Gründen war auch in den anderen sozialen Schichten der Mann im Haus derjenige, der die absolute Macht innehatte und die Regeln und Normen des Haushalts diktierte. Diese Art, die Familie zu organisieren, wird patriarchal genannt.

Der Einfluss der Moderne auf die Vaterschaft

Die moderne Bewegung entsteht als Antwort auf das traditionelle Wissen, das im Europa des XVII. Jahrhunderts das Alltagsleben ordnete. Auf der wissenschaftlichen Vernunft gründend, zeichnet sich die Moderne vor allem durch ihre Ausrichtung auf Veränderung aus, mittels einer Kultur der Wissens- und Technologieerzeugung, die zur Transformation und Entwicklung des sozialen Lebens führen soll: das, was gemeinhin Fortschritt heißt.

Die modernen Gesellschaften gründen ihre Entwicklung auf die Wissenschaft, die die Industrialisierung und insbesondere die Schaffung neuer Kommunikationstechnologien ermöglicht hat. Zugleich vollziehen die modernen Gesellschaften ihre sozialen Veränderungen durch die Institutionalisierung ihrer Organisationen, zu denen die Familie gehört. Tatsächlich ist die Familie als zentrale Institution der modernen Gesellschaft dort Tag für Tag Gegenstand von Forschung und Reflexion.

Die ersten sozialwissenschaftlichen Studien über die Familie erscheinen in den ersten vier Jahrzehnten des XX. Jahrhunderts in Europa und den Vereinigten Staaten; besonders hervorzuheben sind die Arbeiten aus Anthropologie und Soziologie. Die meisten Studien stimmten darin überein, die Kernfamilie in ihrer patriarchalen Form als die Achse zu betrachten, auf der die modernen Gesellschaften ruhen (Murdock, 1949; Goldthorpe, 1987). Talcott Parsons selbst (1994) bestimmte die Kernfamilie als den idealen Strukturtyp, der nicht mit den Erfordernissen der Industriewirtschaft in Konflikt gerät. Zudem vertraten die meisten sozialwissenschaftlichen Studien auch die Auffassung, die patriarchale Kernfamilie erfülle vier Grundfunktionen: Sexualität, Reproduktion, Sozialisation und Ökonomie (Murdock, 1949).

Das komplementäre Paar

Vor dem Hintergrund dieser strukturellen und funktionalen Konzeption der Familie wurden die elterlichen Rollen, die Vater und Mutter zukamen, implizit festgelegt. Parsons (1994) etwa stellte in den 1940er-Jahren fest, der Ehemann-Vater sei derjenige, der durch eine Erwerbstätigkeit die wirtschaftlichen Mittel bereitstelle, während die Ehefrau-Mutter zu Hause bleibe, um über die emotionalen Bedürfnisse der Familienmitglieder zu wachen und für sie zu sorgen; so beschrieb er den Ehemann als instrumentellen Führer und die Ehefrau als expressive Führerin. Eine solche Rollendifferenzierung im Paar war nach Ansicht dieses Autors unverzichtbar, „sowohl für die Bedürfnisse der Sozialstruktur selbst als auch, um zwischen den Eheleuten keine Konkurrenzbeziehung entstehen zu lassen, die die Solidarität ihrer Beziehung untergraben könnte“ (S. 55).

„Der Vater wird in dieser Tradition als peripheres Mitglied in Bezug auf die Pflege und Sozialisation der Kinder gesehen. Und wenn er interagiert, vermittelt er seine Rolle als Versorger und Beschützer, als die Person, die idealerweise stark und kontrollierend ist“ (Lupton und Barclay, 1997).

Die sozialwissenschaftliche Familienforschung im Zeichen der strukturfunktionalistischen Theorie dominierte mehr als dreißig Jahre lang und beeinflusste unmittelbar die Entstehung und Entwicklung von Politiken zur Förderung der Kernfamilie in ihrer patriarchalen Form sowie die Schaffung neuer professioneller Interventionsfelder wie der systemischen Familientherapie (Medina, 2001).

Das symmetrische Paar

Später, 1974, sagten Young und Willmott im Widerspruch zu dieser Vorstellung das Aufkommen des symmetrischen Paares in England als Produkt der Moderne voraus. Sie stellten die Hypothese auf, dass die Technik, indem sie die mühsamsten und langweiligsten Arbeiten übernähme, die Beschäftigungen und Tätigkeiten der Mittelschichtfamilien nach unten ausweiten würde. Dies würde Frauen der Arbeiterklasse dazu bringen, zwischen Hausarbeit und Erwerbsarbeit außer Haus zu wählen, und die Wahl beruflicher Laufbahnen erweitern; die Arbeit der Eheleute würde so von Tag zu Tag ähnlicher, und es entstünde zwischen ihnen eine symmetrischere Beziehung, vor allem bei der Hausarbeit und der Kinderbetreuung.

In diesem Sinne hebt C. Díaz (1999) hervor, dass in Spanien die auf der symmetrischen Beziehung beruhenden Familien heute erheblich zugenommen und die patriarchale Beziehung ersetzt haben. Dies ist vor allem auf das veränderte Verhalten der Frauen zurückzuführen: ihren Zugang zu Universitäten und Erwerbsarbeit, die Verwendung von Verhütungsmitteln, die Entscheidung, wenige Kinder und diese in fortgeschrittenem Alter zu bekommen.

Ebenso legt J. Lewis (1998) in Großbritannien Zwischenergebnisse einer interessanten Untersuchung vor, „Ehe und Zusammenleben in zwei Generationen“, in der sie feststellt, dass von einer Generation zur nächsten einerseits die Aushandlung von Hausarbeit, Kinderbetreuung, Geld- und Zeitverwendung explizit wird; andererseits zeigt sich ein Wandel im Diskurs des Paares: Man spricht davon, mehr „Freiheit und persönliche Unabhängigkeit“ zu haben.

Darüber hinaus sind die Überinformation und die Behütung in modernen Gesellschaften ein weiterer Aspekt, der zur Entstehung neuer Väter beiträgt. Kinder sind in der heutigen Gesellschaft heilig, und ihr Kommen auf die Welt ist hochgradig geplant, mit dem Ziel, Menschen zu erziehen, die künftig erfolgreich sein werden (Lupton und Barclay, 1997); heute wird daher mehr Zeit- und Geldaufwand verlangt, was den Vater stärker einbezieht – auch wenn ich den leisen Verdacht hege, dass diese Überinformation über die „gute“ Kinderbetreuung eine weitere Erfindung der Konsumwirtschaft ist.

Das komplementäre Paar

Ehemann-Vater als instrumenteller Führer, Versorger und Beschützer; Ehefrau-Mutter als expressive Führerin, zuständig für die emotionalen Bedürfnisse. Der Vater ist hier ein peripheres Mitglied von Pflege und Sozialisation.

Das symmetrische Paar

Immer ähnlichere Arbeit der Eheleute, tägliches Aushandeln von Hausarbeit und Kinderbetreuung. Der Vater investiert hier Zeit und entdeckt neue Gefühle und Verantwortlichkeiten.

Das Wichtigste

Zusammenfassend sind in der modernen Kultur Paare entstanden, die auf der symmetrischen Beziehung beruhen und in denen ständiges Aushandeln alltägliche Praxis ist, besonders hinsichtlich der Verantwortung für Pflege und Erziehung der Kinder. Dies hat dazu geführt, dass Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und folglich neue väterliche Gefühle und Verantwortlichkeiten erleben, die die letzten Generationen nicht kannten. Das ist, allgemein gesprochen, der neue Vater innerhalb der modernen Kernfamilie.

Der Einfluss der Postmoderne auf die Vaterschaft

Das grundlegende Problem dieser Tradition besteht darin, die Forschungsergebnisse für ahistorisch und universell zu halten und die eigenen Institutionen zur Norm zu erheben.

Obwohl der Begriff der Postmoderne sehr weit ist, beziehen wir uns für die Zwecke der vorliegenden Arbeit nur auf jene Bedeutung, die einen kritischen Rahmen für die positive Wissenschaft setzt. Die postmoderne Epistemologie beruht auf den folgenden vier Thesen.

1

Ausgeschlossene Diskurse rehabilitieren

Sie greift Diskursformen auf, die das wissenschaftliche Wissen nicht einschließt.

2

Ethische Reflexion einführen

Sie schlägt vor, die ethisch-moralische Reflexion als wesentliches Element in die wissenschaftliche Arbeit einzuführen, das die Achtung von Vielfalt und Differenz gewährleistet: ein heute notwendiger Aspekt angesichts der Art und Weise, wie manche Gruppen die Produkte der Wissenschaft im Namen der universellen Wahrheit und des Fortschritts gebrauchen und missbrauchen.

3

Von den Beteiligten ausgehen

Methodisch schlägt sie allgemein die Analyse eines Diskurses vor, der seine Antworten grundsätzlich in den Erklärungen derjenigen sucht, die ihre eigene lokale Wirklichkeit konstruieren.

4

Nicht alles ist gleich gültig

Weil nicht alles gleich gültig ist, stellt sie das Wissen in einen kritischen Rahmen, der neue Lebensmöglichkeiten hervorbringen kann.

Die Postmoderne hat neue soziale Perspektiven hervorgebracht und versucht, andere Diskursformen und Lebensweisen, die der dominante Diskurs nicht einschließt, aufzugreifen, anzuerkennen und wertzuschätzen. Die Familie ist ein Forschungsgegenstand, der von diesem neuen kritischen Kontext profitiert hat. So wurde die Kernfamilie als normale und universelle Organisationsform entmythologisiert, um andere Lebensformen anzuerkennen, die ebenfalls Familien genannt werden, was „eine Art Big Bang in der Familiensoziologie“ auslöste (Cheal, 1991, S. 8). Heute gibt es, besonders in reichen Ländern, die Tendenz, von „alternativen Familien“ zu sprechen (Weeks, Donovan und Heaphy, 1999), die sich nach Klasse, „Rasse“, Ethnie, Kultur, Geschichte oder Präferenzen unterscheiden, und man erkennt andere Familienstrukturen an, etwa solche, die auf Ein-Eltern-Konstellationen beruhen, oder Wahlfamilien. In mehreren Ländern, besonders in Europa und Nordamerika, wird heute politisch eine große Vielfalt von Familienformen akzeptiert, so etwa Ein-Eltern-Familien.

Der Einfluss der feministischen Bewegung auf die neue Vaterschaft

Das Denken, das die von der Postmoderne vertretenen Ideen wohl am besten repräsentiert, ist der Feminismus. Wiederum waren es Young und Willmott, die 1974 voraussagten, die feministische Bewegung werde die folgenden Generationen beeinflussen und die traditionellen Rollen im Paar würden davon berührt; insbesondere die Kinderbetreuung werde ein grundlegendes Thema sein, das tiefgreifende Veränderungen in der patriarchalen Kultur hervorbringen würde.

Heute ist anzuerkennen, dass die feministischen Studien viele der Mythen offengelegt haben, die über die Kernfamilie in ihrer patriarchalen Form konstruiert worden waren und die die strukturfunktionalistische Soziologie verteidigte. So hat etwa die bahnbrechende Arbeit von Jessie Bernard (1972) gezeigt, dass es in der ehelichen Verbindung zugleich zwei Ehen gibt: ihre und seine. Dies macht nicht nur die Bedeutung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich, sondern auch und vor allem das Machtverhältnis, das der Mann der Frau in einer Kultur des Mannes und für den Mann auferlegt hat.

Mehr als in einer politischen Anklage liegt der große Beitrag der feministischen Studien meines Erachtens darin, das Forschungsfeld der sozialen Rollen zwischen Individuen neu definiert zu haben. Damit wurde es möglich, eine große Vielfalt von Rollenstilen einzubeziehen, die nicht notwendigerweise an das Geschlecht gebunden sind, sondern an Präferenzen und soziokulturelle Praktiken. So haben sie einen neuen begrifflichen Rahmen geschaffen, in dem das Weibliche und das Männliche in ihrer historisch-kulturellen Bedingtheit erkundet werden können.

Die große Vielfalt feministischer Studien zum Thema Geschlecht hat den Begriff der Männlichkeit unmittelbar beeinflusst und neue Stile des Vaterseins hervorgebracht. Die Beziehungen im Paar sind symmetrischer geworden, und das tägliche Aushandeln dessen, was es bedeutet, Vater-Mann und Mutter-Frau zu sein, hat eine gleichberechtigtere Elternschaft und folglich neue Arten, Vater und Mutter zu sein, geschaffen.

Einer der Aspekte, die in den letzten Jahren wohl dazu beigetragen haben, dramatische Veränderungen in Struktur und Funktionen der Familie hervorzurufen, ist die Zunahme der Scheidungen. Sie hat Zweit- und Drittehen sich vermehren und alleinerziehende Mütter und Väter auf den Plan treten lassen.

Homosexuelle Väter

Es ist anzuerkennen, dass es von Generation zu Generation mehr alltägliche Räume gibt, in denen kulturelle Vielfalt und Komplexität akzeptiert werden. Einer der Vorteile, die Forschung über Vaterschaft im Rahmen der Geschlechterforschung zu verorten, besteht darin, dass sie es ermöglicht, eine große Vielfalt von Arten des Vaterseins zu sehen und anzuerkennen; eine dieser Varianten sind homosexuelle Väter.

Heute sind Familien, die auf einer lesbischen oder schwulen Beziehung beruhen, eine Realität, doch sie werden weiterhin stigmatisiert und sind rechtlich nicht anerkannt, sodass sie mit schweren Problemen der Ausgrenzung konfrontiert sind. So sind etwa das Fehlen einer Gesetzgebung, die – wie für heterosexuelle Paare – Erbrecht, Renten, Kranken- und Sozialversicherung, Wohnungsbaukredite, Einwanderung usw. regelt, sowie das Recht auf Adoption und auf das Sorgerecht für die Kinder, wenn sich ein Paar trennt, aktuelle Probleme.

Vaterschaft in der schwulen Beziehung ist eine Realität, die aus einer neuen Perspektive anzuerkennen ist, die es erlaubt, sie über die Akteure selbst zu verstehen, die sie Tag für Tag hervorbringen, und die nichts mit der heterosexuellen Beziehung zu tun hat. Dazu heben Weeks, Donovan und Heaphy (1999) hervor, dass die fehlende soziale wie rechtliche Anerkennung homosexuell begründeter Elternschaft solche Paare dazu gebracht hat, sich mit komplexeren Fragen der Verpflichtung, Bindung und Verantwortung gegenüber den Kindern und dem Partner oder der Partnerin auseinanderzusetzen als heterosexuelle Paare. So besprechen heute etwa lesbische Paare mit schwulen Freunden die künstliche Befruchtung und zeugen auf diese Weise Kinder; das hat eine Reihe besonders komplexer Fragen zur Rolle des Spendervaters in der gemeinsamen Elternschaft aufgeworfen und ist mitunter Gegenstand wirklich schwieriger Diskussionen. Solche elterlichen Vereinbarungen sind komplex: Beteiligt sind leibliche Eltern, Partnerinnen und Partner, frühere Partnerschaften und sogar die gesamte Familie.

Dieses Forschungsteam gibt Beispiele für diese Art von Familien. Es analysiert die Beziehung zwischen den schwulen Vätern eines zwölfjährigen Mädchens und zwei lesbischen Müttern, die in der Nähe wohnen (ebd., S. 96). In diesem Fall spricht die Tochter von ihren Papas und ihren Mamas, die ihre Familiengruppe bilden.

Derzeit ist in England im Parlament eine Debatte über das Adoptionsrecht homosexueller Paare eröffnet worden. Eines der Argumente dafür lautet, dass Kinder vor allem einen familiären Kontext brauchen, in dem sie respektiert, gehört, geliebt, anerkannt und wertgeschätzt werden – und dass heterosexuelle Eltern im Rahmen der traditionellen Kernfamilie einen solchen Kontext nicht immer gewährleisten.

Zur Überraschung vieler hat das Parlament von Navarra (Spanien) am 22. Juni 2000 ein Gesetz verabschiedet, das schwulen und lesbischen Paaren die Adoption von Kindern erlaubt. Im Wesentlichen wurden damit andere, nicht notwendigerweise heterosexuelle Paarformen mit Adoptionsrecht anerkannt: „Das Foralgesetz von Navarra gewährt den Status des stabilen Paares, das unabhängig von seiner sexuellen Orientierung als Verbindung zweier volljähriger Personen definiert wird, die seit einem Jahr zusammenleben“ (Pastor, 2000).

Vaterschaft wird in der homosexuellen Beziehung anders gelebt und konstruiert; diese Art von Diskurs nicht-heterosexueller Beziehungen über Verantwortung, Fürsorge, Sozialisation, Erziehung, Liebe und väterliche Bedürfnisse hat neue Formen von Männlichkeit und damit von Familie hervorgebracht.

Der Einfluss der Scheidung auf die neue Vaterschaft

In den letzten Jahren ist ein weiterer Aspekt, der zu dramatischen Veränderungen der Vaterschaft beigetragen hat, die Zunahme der Scheidungen.

In Großbritannien wurde zwischen 1980 und 1990 eine Debatte über Vaterschaft geführt, insbesondere über das Problem der Vaterrolle nach der Scheidung. Die Zunahme der Scheidungen stürzte die traditionelle Vaterschaft in eine Krise, vor allem jene, die aus der patriarchalen Kultur hervorgeht, weil viele Kinder ihren Vater verloren. Der Bruch betraf nicht nur die Ehefrau, sondern auch die Kinder, die jeden emotionalen und sozialen Kontakt zum Vater verloren. Obwohl sie eine gesellschaftliche Krise auslöste, mündete diese Debatte in ein Gesetz, den Children Act 1989, der die Verpflichtungen und Pflichten der Vaterschaft nach der Scheidung neu bestimmen sollte, aber auch die Rolle der Mutterschaft berührte. Allgemein gesprochen versuchte man, eine neue Auffassung von Vaterschaft zu etablieren.

Obwohl es sich im Großen und Ganzen als vorteilhaft erwiesen hat, weist C. Smart (1999) darauf hin, dass dieses Gesetz gravierende Mängel aufweist: Die neue Vaterschaft wird trotz der Scheidung auf der Grundlage der Beziehung zur Ex-Ehefrau und nicht zu den Kindern aufgebaut, besonders wenn diese minderjährig sind; so entsteht ein neuer Beziehungsstil zwischen den früheren Eheleuten, der vor allem die Vaterschaft betrifft. „Die neuen Väter sind kommunikativer und flexibler“ gegenüber den Vorgaben der Mutter zu Ernährung, Pflege, Tagesablauf, Hygiene, Krankheit der Kinder usw. (ebd., S. 103).

Alleinerziehende Väter

Die Zahl alleinerziehender Väter nimmt derzeit in den westlichen Ländern aus vielfältigen Gründen zu: Scheidung, Auswanderung aus beruflichen Gründen, Krankheit oder Tod der Ehefrau, das Verlassen von Vater und Kindern usw. Diese Umstände können auf eine eigene oder eine erzwungene Entscheidung zurückgehen und durch einen langsamen, unerwarteten oder plötzlichen Übergang gekennzeichnet sein. In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es beispielsweise 1,4 Millionen alleinerziehende Väter, die nach folgender Vielfalt eingeteilt werden: Väter, die eine Ehefrau haben, aber anderswo arbeiten; geschiedene Väter, die sich das Sorgerecht für die Kinder teilen oder sie in Vollzeit bei sich haben; Väter, die mit einer schweren Erkrankung ihrer Ehefrau oder Partnerin konfrontiert sind; und der Witwer, der zum alleinerziehenden Vater wird (Davis und Borns, 1998).

Dies hat bei manchen Vätern radikale Veränderungen hervorgerufen, vor allem bei jenen, die die volle Verantwortung für die Kinder übernommen haben. Bei diesen Vätern wurde eine neue Sensibilität festgestellt, die wir väterlichen Instinkt nennen.

Bericht einer persönlichen Erfahrung: den väterlichen Instinkt aufbauen

Durch seltsame Umstände und mit der Hilfe meiner Freunde fiel dieser Vortrag über die neue Vaterschaft mit meiner gegenwärtigen Situation als alleinerziehender Vater nach dem Tod meiner Frau zusammen. Ich bin Vater eines vierjährigen Jungen, Alex, und eines zweijährigen Mädchens, Nicole.

Der folgende Bericht schildert meine Erfahrung als alleinerziehender Vater. Obwohl er keinerlei wissenschaftliche Grundlage hat, glaube ich, dass er die vorliegende Arbeit ergänzt: Meiner Ansicht nach ist es bei manchen Themen unmöglich, den wissenschaftlichen Diskurs von der persönlichen Biografie zu trennen, und in vielen Fällen verunreinigt eine solche Erfahrung das wissenschaftliche Wissen nicht, sondern bereichert es und erfüllt es mit Leben.

Allgemein bekannt ist der Ausdruck Mutterinstinkt, der eine natürliche weibliche Besonderheit in Bezug auf die Mutterschaft beschwört und zugleich die Möglichkeit bestreitet, dass ein Mann einen solchen Instinkt haben könnte.

Im Mai 1996 machte mich die Geburt meines Sohnes Alex zum Vater. Damals vereinbarten meine Frau und ich, dass ich weiterhin Vollzeit außer Haus arbeiten und sie sich zu Hause um Alex kümmern würde. Das heißt nicht, dass ich nicht mit ihm interagiert, keine enge emotionale Beziehung zu ihm aufgebaut und nicht bei bestimmten Gelegenheiten Verantwortung für ihn übernommen hätte, vor allem wenn ich zu Hause war.

Obwohl ich zwischen Alex und meiner Frau eine besondere Beziehung anerkannte (sie stillte ihn über acht Monate), sah und spürte ich in dieser Zeit, dass sie eine eigene Welt teilten, mittels einer Körpersprache, die nur sie beide verstehen konnten: etwa wenn Alex Hunger, Durst hatte, ihm heiß oder kalt war, er eine Kolik hatte usw. Meine Erklärung und mein Trost als Vater angesichts dieses Einverständnisses zwischen ihnen war, dass es am Mutterinstinkt liege.

Eine weitere unserer Abmachungen war, dass nachts sie aufstehen würde, wenn Alex weinte. Es ist seltsam: Ich merkte nur selten, dass Alex nachts aufwachte (ich hörte ihn nicht), während meine Frau mir erzählte, dass er manchmal bis zu sechsmal aufwachte. Wieder war meine Rechtfertigung der Mutterinstinkt.

Im Februar 1998 wurde Nicole geboren, und wir hielten an unseren Abmachungen fest, obwohl meine Verantwortung und meine Zeit zunahmen, vor allem bei meinem Sohn Alex. Das war ein wichtiger Moment, in dem ich meine Vaterschaft auf andere Weise erlebte. Ich hatte ein zweijähriges Kind vor mir, das sich mit einer eigenen Logik ausdrückte, die ich in der täglichen Interaktion mit ihm lernte.

Im Juni desselben Jahres wurde bei meiner Frau Brustkrebs diagnostiziert. Das war ein weiterer Moment, in dem sich meine tägliche Praxis als Vater radikal veränderte, denn ich widmete meiner Frau und meinen Kindern mehr Zeit. Anderthalb Jahre lang kämpften wir gemeinsam gegen diese bösartige Krankheit, obwohl die Prognose jeden Tag schlechter wurde und der Tod nach Auskunft der Ärzte früher oder später unvermeidlich war. Dieser Umstand brachte mich dazu, mich in Vollzeit um meine Kinder zu kümmern, und veränderte meine Verantwortung als Vater radikal.

Jeden Tag lernte ich etwas anderes: vom Windelwechseln bis zur Kunst, ein Wiegenlied anzustimmen. Heute bilden meine Kinder und ich eine enge Beziehung, in der wir eine gemeinsame Sprache teilen. Nachts zum Beispiel höre ich, selbst im Schlaf, jede ihrer Bewegungen, ich deute, wann sie müde oder krank sind, Hunger oder Durst haben, spielen, schlafen oder sich ausruhen wollen. Seltsamerweise hören auch sie auf mich und achten auf mich, was die interaktive Natur der Vaterschaft erklärt.

Außerdem habe ich auch radikale Veränderungen in der Art erlebt, meine Gefühle ihnen gegenüber auszudrücken; es überrascht mich zu sehen, dass eine Liebkosung und ein Wort der Liebe für Alex und für Nicole verschieden sind, und ich bin sicher, dass dies nicht nur am Altersunterschied liegt, sondern auch am Unterschied des Geschlechts.

All das lässt mich denken, dass in mir wahrscheinlich ein väterlicher Instinkt entstanden ist.

Diese neue Art, mich mit meiner Männlichkeit auseinanderzusetzen, durch die väterliche Praxis, hängt sicherlich mit meiner persönlichen Geschichte zusammen, das heißt mit der Mutter, die immer an meiner Seite war, als ich Baby und dann Kind war, und die heute Teil meiner Identität als Mann ist, ebenso wie mit meinen gegenwärtigen Umständen, die mich – mit der Krankheit meiner Frau und später ihrem Tod – Tag für Tag auf andere Weise mit meinen Kindern interagieren ließen, wobei ich eine Lebensform entdeckte, die nicht nur schwierig und erdrückend ist, sondern auch faszinierend, herausfordernd, interessant und höchst erfüllend.

Jenseits von Moderne und Postmoderne: Armut und neue Vaterschaft in Lateinamerika

Moderne und Postmoderne als Lebensformen ergeben in Lateinamerika keinen logischen Sinn. Es ist nicht möglich, die klare Entwicklung traditioneller, moderner und postmoderner väterlicher Praktiken der angelsächsischen Länder auf eine Realität wie die lateinamerikanische zu übertragen. Die Geschichte dieser Region selbst zeigt uns, dass es eine Reihe wirtschaftlicher und kultureller Vorbedingungen gibt, die aus der Vaterschaft ein Hybrid machen, das sich unmöglich auf eine einzige Weise kategorisieren lässt. Insbesondere die Armut hat Lebensstile hervorgebracht, die viele Familien benachteiligen und eine eigentümliche Familiendynamik erzeugen.

So hat der Anthropologe Oscar Lewis in den 1950er-Jahren eine ganze Kultur der Armut in Familien identifiziert, die aus Not vom Land in die Stadt abgewandert waren. Seine Forschung, methodisch soziobiografisch angelegt, machte eine Reihe von Vaterschaften sui generis erkennbar. So hatte in der Familie Sánchez (1997) Jesús Sánchez, obwohl er Kinder mit vier verschiedenen Frauen hatte, von denen jede Kinder aus früheren Ehen hatte, stets ein Verantwortungsgefühl gegenüber seinen verschiedenen Frauen und Kindern; er ließ keines von ihnen im Stich und brachte ihnen immer besondere Zuneigung entgegen. Diese atypische Struktur einer traditionellen Familie, die nichts mit der modernen Kernfamilie oder mit den postmodernen Familien zu tun hat, bringt Jesús nicht dazu, auf seine Vaterschaft zu verzichten; und er drückt seinen Kindern und Stiefkindern seine Unterstützung und Liebe nicht schlechter aus als viele Väter, die im Kontext einer Kernfamilie der oberen Mittelschicht leben.

Diese kurze Analyse eines mexikanischen Familientyps, der seit den 1950er-Jahren bis heute zunimmt, dient lediglich dazu, über die soziale und kulturelle Komplexität nachzudenken, die die Vaterschaft umgibt – ein Forschungsthema, das sich unmöglich als unabhängige Variable analysieren lässt und aus dessen Forschungsergebnissen sich kein universelles und ahistorisches Wissen machen lässt.

Implikationen der neuen Vaterschaft für die Familientherapie

Wie wir gesehen haben, gibt es nicht eine Art, Vater zu sein, sondern viele, und sie hängen von den Umständen und Kontexten der Familien ab. Dieser neue familiäre Kontext erfordert eine neue Art, therapeutisch zu arbeiten, die über das traditionelle Wissen hinausgeht und neue Sichtweisen und Umgangsformen mit der Familie in ihr Wissen und ihre Praxis aufnimmt. Damit meinen wir Folgendes.

1

Nichts als selbstverständlich ansehen

Keinen bestimmten Diskurs von Männlichkeit – hier von Vaterschaft – annehmen oder als selbstverständlich voraussetzen, der stets um die Kernfamilie herum aufgebaut ist und unsere therapeutischen Praktiken auf gefährliche Weise implizit organisiert.

2

Neue Geschlechtersymboliken

Neue Geschlechtersymboliken entwickeln, die Genogramme zeichnen, die über die Unterscheidung nach Geschlecht hinausgehen und uns neue Landkarten und neue Beziehungen sehen lassen.

3

Vielfalt anerkennen

Die Vielfalt der Familienformen und damit der Vaterschaften akzeptieren und anerkennen, was die klinische Praxis bereichert. Wichtig ist jedoch, das Wissen um diese neue väterliche Vielfalt einer ethisch-kritischen Reflexion zu unterziehen, damit das Thema nicht zu einem Risiko für die Familienmitglieder wird: Nicht immer ist alles gleich gültig.

4

Das therapeutische Setting als Forschungsfeld

Den therapeutischen Kontext zu einem außergewöhnlichen empirischen Forschungsfeld machen, in dem man die neuen Formen von Vaterschaft, die Tag für Tag entstehen, und insbesondere die neuen Formen von Männlichkeit im Kontext der Familie zu erkunden und zu verstehen weiß.

5. Vaterschaft zur Ressource machen. Wird Vaterschaft als vielfältige diskursive Praxis verstanden, so lässt sich in ihr eine attraktive Ressource finden, um Veränderungen im gesamten Familiensystem anzustoßen. Zum Beispiel:

Um in den Familien ihre eigene Art zu erkennen, Vaterschaft zu verstehen und zu handhaben, und so die Familiendynamik rund um dieses Thema zu begreifen.

Um aus der neuen Vaterschaft einen alternativen Diskurs zu machen, der sich mit neuen Formen von Mutterschaft verbinden lässt und bei den Kindern neue Geschlechterstile hervorbringt, die sie vielleicht in den folgenden Generationen weitergeben werden. Wenn wir zum Beispiel Vaterschaft zu einer Ressource machen wollen, müssen wir die Momente analysieren, in denen ein traditioneller Vater gegenüber seinen Kindern Gefühle und Verhaltensweisen gezeigt hat, die die ganze Familie überrascht haben: Diese alternativen Momente können in der Therapie nützlich sein.

Und um mit der Familie neue Formen von Vaterschaft zu erkunden, nicht nur, um Probleme zu lösen, sondern um mittel- und langfristig neue Lebensstile hervorzubringen.

Anmerkung des Originals

(*) Vortrag auf den V. Internationalen Tagen für Familientherapie IKAS-DICTIA in Bilbao (Spanien), 19. bis 24. Juni 2000.

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Dieser Beitrag ist eine inoffizielle, KI-gestützte Übersetzung aus dem Spanischen von „Contextos y circunstancias de la nueva paternidad. En busca del instinto paterno. Implicaciones para la terapia familiar“, veröffentlicht von Red Sistémica (Erstveröffentlichung: Perspectivas Sistémicas, Nr. 63, September–Oktober 2000). Übersetzt von Complexe Systémique und neu veröffentlicht mit Zustimmung der Zeitschrift. Maßgeblich ist die Originalfassung.

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Medina Centeno, R. (2022). Contextes et circonstances de la nouvelle paternité. À la recherche de l’instinct paternel : implications pour la thérapie familiale (Complexe Systémique, Übers.). Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/fr_FR/articles/contextes-et-circonstances-de-la-nouvelle-paternite-a-la-recherche-de-l-instinct-paternel (Originalwerk erschienen 2000 in Perspectivas Sistémicas, Nr. 63, September–Oktober 2000; 2022 neu veröffentlicht von Red Sistémica, https://redsistemica.ar/2022/06/29/contextos-y-circunstancias-de-la-nueva-paternidad-en-busca-del-instinto-paterno-implicaciones-para-la-terapia-familiar/)

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