KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Journal of Solution Focused Practices · Forschung

Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie und stellvertretende Resilienz bei Fachkräften bolivianischer Familienschutzdienste

Stellvertretende Resilienz ist das, was Helfende gewinnen, wenn sie miterleben, wie ihre Klientel dem Trauma standhält. In Bolivien nehmen die Fachkräfte der kommunalen Familienschutzdienste (SLIM) Gewaltbetroffene unter prekären Bedingungen auf – unterbezahlt, manchmal ohne Vertrag. Marcos Pérez Lamadrid und Adam Froerer boten ihnen mitten in der Pandemie vier kurze Videos, vier Hausaufgaben und eine lösungsfokussierte Gruppensitzung an. Unter 41 Teilnehmenden verbesserte sich die geschulte Gruppe auf allen sieben Subskalen des Inventars stellvertretender Resilienz, mit signifikanten Zuwächsen bei Einfallsreichtum, Selbstwahrnehmung und Anerkennung von Spiritualität. Eine Pilotstudie, die erste ihrer Art in Südamerika, die mit ihren Grenzen zu lesen ist – und mit ihrem Fazit: Diese Fachkräfte sind ihr eigenes Arbeitsinstrument, und sie sind unersetzlich.

Verfassende Marcos Pérez Lamadrid, Universidad Mayor de San Andrés; Adam Froerer, The Solution Focused UniverseErstveröffentlichung Journal of Solution Focused Practices, Bd. 6, Nr. 1, 2022Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von Solution Focused Brief Therapy and Vicarious Resilience in Bolivian Protective Family Services Workers von Marcos Pérez Lamadrid und Adam Froerer, erschienen in Journal of Solution Focused Practices (2022), doi: 10.59874/001c.74999, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die beiden Tabellen werden als Karten dargestellt. Die mit „Complexe Systémique“ überschriebenen Kästen stammen von uns, nicht von den Verfassenden. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Die helfenden Fachkräfte sind unersetzlich, denn sie sind ihr eigenes Arbeitsinstrument, das sie in der Erfahrung und Inspiration aus der Hitze und Intensität der Kämpfe um die Erfüllung ihrer anspruchsvollen Aufgaben schmieden.

Marcos Pérez Lamadrid und Adam Froerer

Zusammenfassung

Stellvertretende Resilienz (vicarious resilience, VR) wird definiert als die positiven Auswirkungen, die helfende und pflegende Personen in ihrem Privatleben, in ihrem Berufsleben und in ihrem Weltbild insgesamt erfahren und die daraus entstehen, dass sie die Resilienz miterleben, die ihre Klientel im Umgang mit traumatischen Erfahrungen zeigt. Diese Forschungsarbeit ist eine quasi-experimentelle Pilotstudie darüber, wie die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (SFBT) die stellvertretende Resilienz von Fachkräften des Familienschutzsystems (SLIM) in Bolivien beeinflusst. Das Vicarious Resilience Inventory (VRI) wurde in einem Prä-Post-Design bei einer Experimentalgruppe (Anwendung der SFBT) und einer Kontrollgruppe (übliche Fortbildung) eingesetzt. Beide Gruppen verzeichneten einen Anstieg der stellvertretenden Resilienz, doch die SFBT-Gruppe zeigte statistisch signifikante Verbesserungen auf drei Subskalen des VRI: (a) Einfallsreichtum, (b) Anerkennung von Spiritualität und (c) Selbstwahrnehmung. Zwei weitere Subskalen des VRI näherten sich in der SFBT-Gruppe der statistischen Signifikanz: von der Klientel inspirierte Hoffnung und Machtbewusstsein. Es ist anzunehmen, dass diese Subskalen bei einer größeren Stichprobe ebenfalls statistisch signifikant gewesen wären. Weitere Forschung ist nötig, um die Ergebnisse dieser Pilotstudie auf eine größere Population zu verallgemeinern.

Schlüsselwörter: stellvertretende Resilienz, lösungsfokussierte Kurzzeittherapie, Einfallsreichtum, Spiritualität und Selbstwahrnehmung

Einleitung

Der Plurinationale Staat Bolivien liegt in Südamerika. Nach der Volkszählung von 2012 leben in Bolivien 10,1 Millionen Menschen. Amtssprache ist Spanisch, doch es gibt mehr als 36 Sprachen, von denen Aymara und Quechua am meisten gesprochen werden, vor allem in der westlichen Region (Instituto Nacional de Estadística, 2015).

Die nationalen Daten zur Gewalt in Bolivien beunruhigen die Behörden. Laut der Gender-Beobachtungsstelle wurden 2020 zwischen März und Mai 2.935 Fälle von Gewalt registriert. Als Reaktion auf diese Meldungen wurden öffentliche Politiken entworfen, in der Hoffnung, dieses Problem zu beseitigen. Eine der Veränderungen, die zur Bekämpfung dieser Gewalt eingeführt wurden, ist die Schaffung von Familienschutzdiensten, die von den einzelnen Gemeinden unabhängig verwaltet werden. Da jede Gemeinde diese Anliegen eigenständig angeht, wurden keine zusammenfassenden Daten erhoben. Es braucht Forschung, um zu wissen, was mit diesen Fachkräften geschieht, und um zu bestimmen, was sie benötigen, um bei einer so anspruchsvollen Aufgabe unterstützt zu werden.

Die Fachkräfte der SLIM

Die kommunalen integralen Rechtsdienste (SLIM, nach der spanischen Abkürzung) sind die „Organisationen, die für die Bearbeitung von Gewaltfällen und die Durchführung von Präventionskampagnen zuständig sind“ (Ley, 2013, S. 348). Jede SLIM-Stelle besteht aus drei Hauptbereichen: Recht, Psychologie und Soziale Arbeit. Jede dieser Stellen verfügt über mindestens zwei Fachkräfte pro Bereich, insgesamt also über mindestens sechs Mitarbeitende pro SLIM-Stelle.

Die Fachkräfte der SLIM sind für die Aufnahme aller Fälle, die Einschätzung jeder Situation, die spezialisierte Intervention und die entsprechende Nachbetreuung zuständig (Ministerio de Justicia, 2017). All diese Arbeit erfolgt koordiniert und multidisziplinär, gestützt auf einen rechtlichen Rahmen auf nationaler Ebene. Trotz dieser koordinierten Versorgung ist jede SLIM-Stelle von der Gemeinde abhängig (d. h. von der Stadtverwaltung der jeweiligen Stadt oder Ortschaft), in der sie tätig ist. Diese lokale Abhängigkeit bedeutet, dass finanzielle Mittel, Verträge und Arbeitsweisen von den jeweiligen Politiken und Verfahren zur Bekämpfung und Behandlung von Gewalt abhängen (Ley, 2013).

Da die SLIM-Stellen, wie andere Einrichtungen, die Gewalt verhindern und Gewaltbetroffene behandeln, noch nicht durch standardisierte Politiken und Verfahren gefestigt sind, neigen die Gemeinden dazu, die Mittel für diese Organisationen zu kürzen. Die regelmäßigen Haushaltskürzungen und die Unterfinanzierung dieser Stellen machen den Erhalt der Infrastruktur und die Beschaffung der nötigen Materialien prekär und führen oft zu Personalmangel (Defensoría del Pueblo, 2018).

Ländliche Gebiete stehen zudem vor zusätzlichen Schwierigkeiten, ausreichend Personal zu halten. Dort sind Arbeitsverträge in SLIM-Stellen oft auf nur drei Monate und höchstens ein Jahr befristet. Da die SLIM-Fachkräfte Arbeit und Einkommen brauchen, arbeiten sie nach Ablauf ihres Vertrags oft ohne Gehalt weiter – in der Hoffnung, dass der Vertrag verlängert wird. Wird er verlängert, ist ungewiss, ob die während der vertragslosen Zeit aufgelaufenen Lohnrückstände nachgezahlt werden (Departamento de Investigación Postgrado e Interacción Social, 2020).

Erwartet wird, dass jede SLIM-Stelle mindestens je eine Fachkraft für Psychologie, für Recht und für Soziale Arbeit hat, doch das ist oft nicht der Fall. Häufig wird Personal aus anderen Bereichen der Gemeinde damit beauftragt, „diesen Dienst zu verwalten“, zusätzlich zu den eigenen regulären Aufgaben. In anderen Fällen muss eine SLIM-Stelle mit unzureichendem Personal auskommen. Das führt dazu, dass die verbleibenden Mitarbeitenden überlastet und unterbezahlt sind, während sie Aufgaben mehrerer Funktionen übernehmen. Wichtig ist, dass diese Unterbesetzung die SLIM-Fachkräfte und -Stellen rechtlichen Anfechtungen und Beschwerden aussetzt. Angesichts der heiklen Art der Arbeit (d. h. des Umgangs mit Gewalt und Trauma) können die Fachkräfte rechtlich belangt werden, weil sie diesen heiklen Situationen nicht die angemessene Aufmerksamkeit widmen können.

Zusätzlich zu den rechtlichen Problemen können SLIM-Fachkräfte mit weiteren traumatischen Situationen konfrontiert werden, etwa Naturkatastrophen, Gewalterfahrungen (z. B. Entführungen), Raubüberfällen, sexuellem Missbrauch usw. (Tedeschi et al., 2004). Diese Bedingungen zwingen die Fachkräfte, angesichts dieser Herausforderungen auf ihre eigenen Bewältigungsstrategien und persönlichen Ressourcen zurückzugreifen – sie müssen aus ihren eigenen Reserven an Resilienz schöpfen, also aus der Fähigkeit, Widrigkeiten zu überwinden (Becoña, 2006). Extreme Widrigkeiten, wie sie die SLIM-Fachkräfte erleben, können mit Trauma einhergehen und Gefühle von Unsicherheit, Abgeschnittensein und Angst auslösen. Oft werden diese Gefühle durch die Sorge verstärkt, dass sich die traumatische(n) Erfahrung(en) wiederholen könnten. Während die SLIM-Fachkräfte Menschen begleiten, die traumatische Erfahrungen durchleben und bewältigen, setzen sie sich häufig zugleich mit eigenen Schwierigkeiten auseinander, die durch die prekären Verhältnisse an ihrem Arbeitsplatz noch verschärft werden.

Ohne die negativen Folgen, die ein erlebtes Trauma haben kann, zu verharmlosen, scheint ein Trauma Ergebnisse hervorbringen zu können, die über rein negative Auswirkungen hinausgehen. Wie Ai und Park (2005) sagen, können Menschen, die etwas Traumatisches erleben, durch das Trauma geschwächt werden, aber sie können auch bessere Ressourcen und Fähigkeiten entwickeln, während sie daran arbeiten, die Folgen des Traumas zu bewältigen. Tatsächlich können Resilienz und eine besser angepasste Bewältigung ebenfalls Folgen davon sein, traumatische Erfahrungen zu machen und anderen bei deren Bewältigung zu helfen.

Zweifellos könnte man stärker darauf achten, wie Menschen mit diesen Situationen umgehen und mit psychotherapeutischer Unterstützung zusätzliche Resilienz entwickeln (O’Hanlon, 2011). Ebenso könnte man stärker darauf achten, wie SLIM-Fachkräfte stellvertretend davon profitieren können, sich auf das Wachstum und die Resilienz der Menschen zu konzentrieren, mit denen sie arbeiten. Gespräche mit SLIM-Fachkräften, die Stärken, Ressourcen und Resilienz in den Vordergrund stellen, könnten dazu dienen, die Klientel und die SLIM-Fachkräfte zu unterstützen und die positiven Aspekte und Ergebnisse ihrer Arbeit zu stärken. Statt vom Gewicht der Herausforderungen immer weiter nach unten gezogen zu werden, könnten SLIM-Fachkräfte durch die Konzentration auf Resilienz gestärkt und unterstützt werden.

Stellvertretende Resilienz

Stellvertretende Resilienz (VR) bezeichnet die positiven Auswirkungen, die helfende und pflegende Personen in ihrem Privatleben, in ihrem Berufsleben und in ihrem Weltbild insgesamt erfahren und die daraus entstehen, dass sie die Resilienz miterleben, die ihre Klientel im Umgang mit traumatischen Erfahrungen zeigt. (Engstrom et al., 2008). Fachkräfte in helfenden Berufen können mehr Glück, Freude, Zufriedenheit oder Bewunderung für ihre Klientel empfinden, wenn sie hören, wie diese schwierige und traumatische Erfahrungen auf sinnvolle Weise bewältigen. Das Forschungsteam, das das Konstrukt der stellvertretenden Resilienz als Erstes beschrieb, begleitete Therapierende, die in verschiedenen Kulturen und in mehr als einer Sprache mit Menschen arbeiteten, die ein Trauma bewältigten (Hernandez-Wolfe, 2012). Es beschrieb klinisch Tätige, die stellvertretende Resilienz erlebten, als Menschen, die ihre Arbeit gern taten, die es schätzten, Teil einer Ko-Konstruktion zu sein, in der das soziale System der Klientel berücksichtigt wurde, und die es genossen, mitzuerleben, wie Menschen ein Trauma nicht nur überlebten, sondern gut bewältigten (Hernández-Wolfe).

Trotz der positiven Auswirkungen, die der Blick auf stellvertretende Resilienz hat, zeigen andere Indikatoren negative Auswirkungen auf Fachkräfte, die sich bemühen, ihrer Klientel bei der Traumabewältigung zu helfen. Zu diesen negativen Auswirkungen können emotionales Burnout, Mitgefühlserschöpfung (compassion fatigue) und Mitgefühls-Burnout gehören, die allesamt zu Defiziten in der Praxis und zu geringem Nutzen für die Klientel führen (Franza et al., 2020; Saborio & Lechiner, 2015; Pehlivan, 2018). Studien haben gezeigt, dass viele klinisch Tätige eines oder mehrere dieser Symptome erleben und zugleich eine gewisse Befriedigung aus ihrer Arbeit mit traumatisierten Menschen ziehen können. Sie legen nahe, dass klinisch Tätige auch posttraumatisches Wachstum und/oder Mitgefühlszufriedenheit erleben können (Arias & Garcia, 2019; Buceta et al., 2020; Hernandez-Wolfe & Acevedo, 2018). Killian (2008) zeigte jedoch, dass zwischen diesen verschiedenen Konstrukten offenbar keine statistische Korrelation besteht. Das bedeutet, dass klinisch Tätige mehrere dieser Dinge gleichzeitig erleben können. Stellvertretende Resilienz erscheint wegen ihrer weitreichenden Bedeutung für die therapeutische Arbeit als besonders lohnender Fokus.

Im Lauf der Zeit gingen die Forschenden, die stellvertretende Resilienz untersuchten, dazu über, ihr Vorhandensein mit dem Vicarious Resilience Inventory (VRI; Engstrom et al., 2017) zu messen. Sie zeigten, dass klinisch Tätige mit hoher stellvertretender Resilienz einen Zuwachs an Einfallsreichtum aufwiesen, eine Offenheit, ihre Arbeitsweise mit der Klientel zu verändern, eine gesteigerte Selbstwahrnehmung, die Fähigkeit, Selbstfürsorgepraktiken umzusetzen, die zu weniger Stress und Burnout führen, eine größere Fähigkeit, von der Klientel inspirierte Hoffnung zu empfinden, eine stärkere Anerkennung des Werts von Spiritualität und von Glaubenssystemen, die über das Individuum hinausgehen, sowie eine größere Fähigkeit, Macht und die eigene soziale Verortung zu erkennen. Jeder dieser Aspekte trug zudem dazu bei, übermäßige Intellektualisierung, Angst, Erschöpfung, Reaktivität und Ablenkbarkeit bei klinisch Tätigen zu verringern.

Die komplexen Anforderungen an die SLIM-Fachkräfte und ihr schwieriger Arbeitskontext können ihr Burnout und ihre Erschöpfung verstärken. Deshalb fragten wir uns, ob es ihre Fähigkeit stärken würde, mit der Unsicherheit jedes betreuten Falls umzugehen und den kontextuellen Anforderungen ihrer schwierigen Lage gerecht zu werden, wenn man ihnen hilft, stellvertretende Resilienz zu entwickeln. Da die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (SFBT) ein ressourcenorientierter Ansatz ist, der sich auf gewünschte Ergebnisse und auf Hoffnung konzentriert und oft zu mehr Resilienz führt, hofften wir, dass sie den SLIM-Fachkräften helfen würde, ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen und Menschen zu helfen, die sehr schwierige, traumatische Erfahrungen durchmachen.

Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie

Die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (SFBT) wurde in den 1980er-Jahren in Milwaukee (Wisconsin) am Brief Family Therapy Center von einer Gruppe von Therapierenden um Steve de Shazer und Insoo Kim Berg entwickelt. Die SFBT ist ein alternativer Ansatz der klinischen Arbeit, der sich auf eine beträchtliche empirische Evidenz stützt (De Jong & Berg, 2008; Ratner, 2012). Die SFBT beruht auf Gesprächen, die von der Person in Therapie und der therapeutischen Fachkraft gemeinsam konstruiert werden. Diese Perspektive der Ko-Konstruktion bedeutet, dass die therapeutische Fachkraft in jede ihrer Äußerungen einbeziehen sollte, was die Person sagt, und dass diese aufgegriffenen Worte meist in Fragen statt in Feststellungen oder Anweisungen eingebettet sind (Froerer et al., 2018).

Die SFBT ist beschreibungsorientiert und konzentriert sich auf das Vorhandensein der gewünschten Veränderung, die sich die Person von einer bestimmten Sitzung erhofft. Diese veränderungsbezogene Beschreibung bezieht verschiedene Aspekte aus Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft des Lebens der Person ein und schafft Inspiration, indem sie deren Ressourcen, Fähigkeiten und Handlungsmacht mit der Beschreibung verknüpft, wie sie die Ungewissheit des Traumas bewältigt (Connie, 2021). So sind die Vorstellung der gewünschten Veränderung und die mit ihrem Erreichen verbundene Handlungsmacht Elemente der Hoffnung (Courtnage, 2020).

Hoffnung ist eine zentrale Gesprächsgröße in der SFBT, die sich in einer positiven therapeutischen Beziehung widerspiegelt (Froerer et al., 2019). Hoffnung wird gefördert, indem man der Person bewusst die führende Rolle überlässt, besonders was die Inhalte der Gespräche betrifft (Ratner et al., 2019). Im besonderen Fall der Arbeit mit Menschen, die ein Trauma bewältigen, verändert diese Praxis meist die Rolle der Fachkraft: von der „Viktimologie“ zur „Resilientologie“ (von Cziffra-Bergs in Froerer et al., 2018).

Forschungsfrage

Angesichts der Evidenzbasis und des Resilienzfokus der SFBT wollte diese Studie herausfinden, ob die Beschäftigung mit der SFBT das Ausmaß stellvertretender Resilienz bei Fachkräften der Familienschutzsysteme (SLIM) in Bolivien beeinflusst.

Methode

Um zu untersuchen, ob die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie das Ausmaß stellvertretender Resilienz beeinflusst, wurde ein quasi-experimentelles Pilotdesign mit Prä- und Posttest und zwei Gruppen verwendet. Die Kontrollgruppe erhielt keine Intervention bzw. die übliche Fortbildung, während die Experimentalgruppe zwischen Prä- und Postmessung eine SFBT-Intervention erhielt.

Teilnehmende

Insgesamt wurden 42 Teilnehmende aus Bolivien in diese Studie aufgenommen. Für die Teilnahme mussten folgende Einschlusskriterien erfüllt sein: (a) volljährig (18 Jahre oder älter), (b) beschäftigt bei den kommunalen integralen Rechtsdiensten (SLIM) oder Teil des Teams SLIM-UMSA (dem Fachkräfte der Sozialen Arbeit, juristische und andere Fachkräfte angehören können) und (c) sichere Lese- und Schreibkenntnisse im Spanischen.

Die Teilnehmenden ordneten sich letztlich selbst der Interventions- oder der Kontrollgruppe zu. Sie wurden gebeten, vier SFBT-Schulungsvideos anzusehen und im eigenen Tempo vier dazugehörige Hausaufgaben zu bearbeiten. Anschließend wurden alle, die alle vier Aufgaben erledigt hatten, zu einer SFBT-Schulungssitzung eingeladen. Alle, die an der SFBT-Sitzung teilnahmen, wurden der Interventionsgruppe zugeordnet, alle anderen der Kontrollgruppe. Nur zwei Personen (8%) aus der Kontrollgruppe reichten überhaupt Aufgaben ein.

Am Ende umfasste die Kontrollgruppe 24 Teilnehmende und die lösungsfokussierte Gruppe 17. Auch wenn dies eine ungewöhnliche Art ist, Gruppen in einer Forschungsstudie zu bilden, schien es angesichts des Pilotcharakters dieser Studie der beste Weg, die Wirkung der lösungsfokussierten Schulung auf die SLIM-Fachkräfte zu bestimmen. Außerdem ist zu erwähnen, dass eine Person aus der Kontrollgruppe Werte aufwies, die drastisch von denen der übrigen Teilnehmenden abwichen. Wegen dieser Ausreißerwerte beschloss das Forschungsteam, diese Person nicht in die Gesamtergebnisse der Studie einzubeziehen; daher gingen nur 41 Teilnehmende in die abschließende Analyse ein.

Material

Allen Teilnehmenden wurde, unabhängig von ihrer Gruppe, sowohl im Prä- als auch im Posttest die Vicarious Resilience Scale (VRS; Killian, Hernandez-Wolfe et al., 2017) vorgelegt. Jede der 27 Fragen ist eine Likert-Frage mit Antwortmöglichkeiten von null bis fünf. Die Antwortmöglichkeiten lauten jeweils: 0 = Habe ich nicht erlebt; 1 = Habe ich in sehr geringem Maß erlebt; 2 = Habe ich in geringem Maß erlebt; 3 = Habe ich in mäßigem Maß erlebt; 4 = Habe ich in hohem Maß erlebt; und 5 = Habe ich in sehr hohem Maß erlebt. Gemäß den Ergebnissen der Faktorenanalyse bei der Entwicklung des Instruments werden die VRS-Werte in sieben Subskalen unterteilt und außerdem zu einem VRS-Gesamtwert addiert. Die sieben Subskalen sind: (a) Gesteigerter Einfallsreichtum, (b) Veränderungen der Lebensziele, (c) Gesteigerte Selbstwahrnehmung, (d) Von der Klientel inspirierte Hoffnung, (e) Stärkere Anerkennung von Spiritualität, (f) Gesteigertes Machtbewusstsein und (g) Gesteigerte Fähigkeit, präsent zu bleiben.

Für die SFBT-Intervention wurde ein psychoedukatives Programm verwendet. Das SFBT-Interventionsprogramm umfasste vier kurze Schulungsvideos zur SFBT von jeweils etwa vier Minuten. Zusätzlich war nach jedem der vier Videos eine Hausaufgabe im eigenen Tempo zu bearbeiten. Videos und Hausaufgaben wurden über insgesamt vier Wochen einmal wöchentlich angeboten. Schließlich fand mit denjenigen, die alle Videos angesehen und alle Hausaufgaben erledigt hatten, eine lösungsfokussierte Gruppensitzung statt. Diese Sitzung wurde eine Woche nach dem letzten Video und der letzten Hausaufgabe durchgeführt. Sitzung und Schulungsvideos sollten den Fachkräften vermitteln, wie sie die SFBT in ihrer Arbeit mit der Klientel einsetzen können. Nur Teilnehmende, die alle Videos und alle Hausaufgaben abgeschlossen hatten, nahmen an der SFBT-Gruppensitzung teil und wurden für die Analyse später als Interventionsgruppe betrachtet.

Vorgehen

Allen Teilnehmenden wurde die Möglichkeit gegeben, die SFBT-Schulung zu absolvieren. Die Teilnehmenden wählten sich selbst in die SFBT-Gruppe, indem sie alle zugehörigen Aufgaben erledigten und an der synchronen virtuellen Gruppensitzung teilnahmen. Die Gruppensitzung beruhte auf folgender Frage: Angenommen, wir kommen in sechs Monaten so besser zurecht, wie wir es uns wünschen, und werden zur besten Version unseres Teams bei der SLIM. Diese Verbesserung wirkt sich auch darauf aus, wie wir mit den Menschen umgehen, denen wir helfen. Welche Zeichen bemerkt unsere Klientel, an denen sie erkennt, dass dies geschehen ist? Die Studie umfasste folgende Phasen: Phase 1: Erstmessung mit der VRS; Phase 2: SFBT-Intervention; Phase 3: Abschlussmessung mit der VRS; Phase 4: Datenanalyse und Ergebnisgewinnung.

Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser Studie wurden durch einen Vergleich der lösungsfokussierten Gruppe mit der Kontrollgruppe berechnet. Unterschiede wurden mit einem t-Test für verbundene Stichproben ermittelt. Ein t-Test für verbundene Stichproben zeigt, ob zwischen den Veränderungen der stellvertretenden Resilienz in den beiden Gruppen ein signifikanter Unterschied besteht. Die VRS mit ihren 27 Items (α = .98) zeigte zwischen den beiden Gruppen einen statistisch signifikanten Unterschied auf drei der sieben Subskalen und im Gesamtwert.

Obwohl sowohl die Kontrollgruppe als auch die Experimentalgruppe gewisse Verbesserungen zeigten, war keine der Verbesserungen in der Kontrollgruppe statistisch signifikant, während einige Ergebnisse der lösungsfokussierten Gruppe statistisch signifikant waren. Tabelle 1 zeigt die Verbesserung der Rohwerte (vom Prä- zum Posttest) und die prozentuale Verbesserung (ebenfalls vom Prä- zum Posttest) für die lösungsfokussierte Gruppe.

Tabelle 1 — Prä-/Posttest-Ergebnisse der Experimentalgruppe (Prozent)

Für jede Subskala der stellvertretenden Resilienz: mittlerer Prozentwert, Prätest → Posttest; Mittelwert, Prätest → Posttest.

  • Gesteigerter Einfallsreichtum: 66% → 79%; 19.83 → 23.78
  • Veränderung der Lebensziele: 74% → 83%; 22.33 → 24.78
  • Gesteigerte Selbstwahrnehmung: 65% → 81%; 12.94 → 16.17
  • Von der Klientel inspirierte Hoffnung: 67% → 81%; 10.11 → 12.11
  • Stärkere Anerkennung von Spiritualität: 64% → 77%; 9.61 → 11.61
  • Gesteigertes Machtbewusstsein: 67% → 77%; 6.67 → 7.72
  • Gesteigerte Fähigkeit, präsent zu bleiben: 70% → 79%; 10.56 → 11.78

Wichtig ist, dass die Werte in der lösungsfokussierten Gruppe auf allen Subskalen der stellvertretenden Resilienz anstiegen. Statistisch signifikant war der Anstieg jedoch nur auf drei Subskalen: Gesteigerter Einfallsreichtum, Gesteigerte Selbstwahrnehmung und Stärkere Anerkennung von Spiritualität (siehe Tabelle 2). Zwei weitere Subskalen näherten sich der statistischen Signifikanz: Von der Klientel inspirierte Hoffnung (p = .06) und Gesteigertes Machtbewusstsein (p = .09). Wahrscheinlich hat die geringe Stichprobengröße dieser Pilotstudie die Möglichkeit beeinträchtigt, statistische Signifikanz zu erreichen. Ebenso wahrscheinlich ist, dass eine größere Stichprobe auch die Signifikanz der übrigen nicht signifikanten Subskalen beeinflussen würde.

Tabelle 2 — Deskriptive Statistik der Stichprobe mit t-Test für die Gleichheit der Mittelwerte

Für jede Subskala in dieser Reihenfolge: Kontrollgruppe (Mittelwert und SD im Prätest; Mittelwert und SD im Posttest; t-Test), dann SFBT-Gruppe (Mittelwert und SD im Prätest; Mittelwert und SD im Posttest; t-Test).

  • Gesteigerter Einfallsreichtum — Kontrolle: 20.39 (5.51); 23.22 (3.84); t = −2.02. SFBT: 19.83 (5.37); 23.78 (3.78); t = −2.39*
  • Veränderungen der Lebensziele (p = .15) — Kontrolle: 23.00 (4.46); 24.30 (3.75); t = −1.10. SFBT: 22.33 (5.99); 24.78 (3.87); t = −1.51
  • Gesteigerte Selbstwahrnehmung — Kontrolle: 13.74 (3.90); 15.61 (3.06); t = −1.98. SFBT: 12.94 (3.84); 16.17 (2.90); t = −3.37**
  • Von der Klientel inspirierte Hoffnung (p = .06) — Kontrolle: 12.04 (2.38); 11.883 (1.87); t = .33. SFBT: 10.11 (3.60); 12.11 (2.22); t = −2.0
  • Stärkere Anerkennung von Spiritualität — Kontrolle: 10.35 (2.95); 11.61 (2.17); t = −1.53. SFBT: 9.61 (2.70); 11.61 (2.45); t = −2.50*
  • Gesteigertes Machtbewusstsein (p = .09) — Kontrolle: 6.91 (1.93); 7.65 (1.72); t = −1.35. SFBT: 6.67 (1.88); 7.72 (1.90); t = −1.75
  • Gesteigerte Fähigkeit, präsent zu bleiben (p = .23) — Kontrolle: 11.17 (2.57); 11.91 (2.31); t = −1.03. SFBT: 10.56 (3.15); 11.78 (2.21); t = −1.25
  • Gesamt — Kontrolle: 97.61 (4.23); 106.13 (15.93); t = −1.61. SFBT: 92.06 (23.30); 107.95 (16.60); t = −2.34*

* p < .05; ** p < .01

Wie bereits erwähnt, stiegen die Werte auf jeder Subskala in der SFBT-(Experimental-)Gruppe. Auch die Werte der Kontrollgruppe stiegen auf sechs der sieben Subskalen; die Ausnahme war die Skala Von der Klientel inspirierte Hoffnung, die von 12.04 auf 11.88 sank (siehe Tabelle 2). Obwohl diese Veränderung statistisch nicht signifikant war, wirft sie doch die Frage auf, warum die von der Klientel inspirierte Hoffnung gesunken sein könnte. Darauf wird in der Diskussion näher eingegangen, zumal dieselbe Subskala in der SFBT-Experimentalgruppe nahezu statistisch signifikant war. Die größte Veränderung innerhalb der Experimentalgruppe zeigte sich auf der Subskala Gesteigerte Selbstwahrnehmung.

Wichtig ist auch, dass zwei Subskalen weder statistisch signifikant waren noch sich der Signifikanz näherten: Veränderung der Lebensziele und Gesteigerte Fähigkeit, präsent zu bleiben. Dass sich die Lebensziele nicht veränderten, überraschte uns angesichts der Kürze der Intervention nicht, zumal dies nicht ihr Ziel war. Überrascht hat uns dagegen, dass sich die von den Teilnehmenden angegebene Fähigkeit, präsent zu bleiben, nicht veränderte. Darauf wird in der folgenden Diskussion näher eingegangen.

Diskussion

Die Fachkräfte der SFBT-Interventionsgruppe verbesserten ihre Werte auf allen Subskalen des Instruments zur stellvertretenden Resilienz, was auf eine Zunahme ihrer stellvertretenden Resilienz insgesamt hinweist. Das ist an sich schon wichtig und wertvoll. Trotz der kleinen Stichprobe zeigt sich, dass selbst eine geringe Beschäftigung mit der SFBT helfen kann, die stellvertretende Resilienz klinisch Tätiger zu erhöhen, die unter einigen der schwierigsten Bedingungen arbeiten. Diese Befunde stimmen mit dem überein, was Froerer et al. (2018) dargelegt haben. Klinisch Tätige, die mit den Erfolgen ihrer Klientel arbeiten (worauf in der SFBT-Schulung dieser Gruppe besonderes Gewicht gelegt wurde), werden mit der Zeit wahrscheinlich immer resilienter.

Gesteigerter Einfallsreichtum

Es ist plausibel, dass helfende Fachkräfte nach einer SFBT-Schulung einen stärkeren Einfallsreichtum erleben (einer der statistisch signifikanten Befunde der Studie). Zusätzliche Werkzeuge, auf die man zurückgreifen kann, zusätzliche Fragen, die man stellen kann, und eine andere Perspektive dürften die Fähigkeit der SLIM-Fachkräfte stärken, auf neue und andere Weise mit ihrer Klientel in Kontakt zu treten. Dieser Befund ist auch deshalb nachvollziehbar, weil mehrere Teilnehmende von einer stärkeren Anerkennung von Spiritualität in ihrer Arbeit berichteten (ein Ergebnis, das weiter unten erörtert wird). Sich auf Spiritualität als Stütze beziehen zu können, kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, sich einfallsreich und ressourcenstark zu fühlen. Spiritualität könnte eine der Ressourcen sein, die die Teilnehmenden nach der SFBT-Sitzung besser nutzen zu können glaubten. Das bestärkt darin, die Teilnehmenden sprechen und die Sitzung dorthin führen zu lassen, wo es für sie nützlich ist (de Shazer et al., 2007). Da sich die SFBT auf Ressourcen konzentriert, insbesondere in Form von Ressourcengesprächen (George et al., 2017), ist es verständlich, dass klinisch Tätige auch dadurch eine Zunahme stellvertretender Resilienz erleben, dass sie ihre eigenen Ressourcen bemerken. Die Literatur zu den allgemeinen Wirkfaktoren hält fest, dass Fachkräfte, die selbstsicher wirken, mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Klientel haben, die positive Ergebnisse erzielt (Kort et al., 2021).

Stärkere Anerkennung von Spiritualität

Dieser Befund war überraschend und nichts, was wir als Forschungsteam in den Ergebnissen erwartet hatten. Angesichts dessen, was wir oben im Abschnitt Gesteigerter Einfallsreichtum ausgeführt haben, ist es allerdings durchaus nachvollziehbar, dass er in dieser Studie auftauchte. Die Studie konzentrierte sich nicht eigens auf Spiritualität; ihre Einbeziehung war jedoch nicht ausgeschlossen, wenn die Teilnehmenden das Gespräch darauf brachten. Da Bolivien weitgehend von einer katholisch-synkretistischen Kultur geprägt ist, liegt es nahe, dass dies eine Ressource ist, auf die man in Zeiten von Trauma und Not zurückgreift. Wie Edelkott, Engstrom, Hernandez-Wolfe und Gangsei (2016) festhielten, kann stellvertretende Resilienz zu Veränderungen der Selbstwahrnehmung, der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Lebensphilosophie führen.

Gesteigerte Selbstwahrnehmung

Wie oben erwähnt, sank der Wert für Von der Klientel inspirierte Hoffnung in der Kontrollgruppe. Das könnte an der Erwartung der klinisch Tätigen liegen, die Probleme der Menschen „reparieren“ zu müssen. Es könnte darauf hindeuten, dass diese Fachkräfte überzeugt sind, die Fachperson verfüge über die Expertise und solle von der Klientel nichts bekommen – vielmehr solle die Klientel etwas von der Fachperson bekommen. Das unterstreicht einen zentralen Bestandteil des SFBT-Ansatzes, nämlich dass Klientel und Fachperson durch Sprache gemeinsam eine neue Wirklichkeit konstruieren. Wichtig ist, dass sich dieselbe Subskala bei den SFBT-Teilnehmenden der statistischen Signifikanz näherte. Das könnte darauf hindeuten, dass die SFBT-Intervention, an der die Experimentalgruppe teilnahm, einen Perspektivwechsel bewirkt hat.

Diese Befunde sind angesichts der kurzen Dauer dieser Pilotstudie besonders beeindruckend. Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe hatten nur begrenzt Zeit, die SFBT in ihrer tatsächlichen Arbeit mit der Klientel anzuwenden. Es erscheint vernünftig anzunehmen, dass ein längerer Abstand zwischen Prä- und Posttest (und sei es nur ein paar Monate) zusammen mit einer supervidierten Schulung zur Umsetzung der SFBT in der Arbeit mit der Klientel zu noch robusteren Ergebnissen bei den Forschungsinstrumenten zur stellvertretenden Resilienz führen könnte. Solche robusteren Befunde könnten wiederum Entwicklungen in den tatsächlichen Richtlinien und Verfahren für die Schulung der SLIM-Fachkräfte stützen – was sehr bedeutsam wäre!

Wie oben erwähnt, veränderte sich zudem die Subskala Fähigkeit, präsent zu bleiben, weder in der Experimental- noch in der Kontrollgruppe nennenswert. Ein möglicher Grund dafür, dass die Menschen weiterhin nicht präsent bleiben konnten, ist, dass sie mitten in der COVID-Pandemie weiterhin zur Arbeit gehen mussten (dies war möglicherweise eine Störvariable, die wir aufgrund des Zeitpunkts der Studie nicht kontrollieren konnten). Diese Fachkräfte erhielten weder Masken noch andere COVID-bezogene Schutzvorkehrungen, mussten aber Schutzausrüstung an Mitglieder der Gemeinschaft weitergeben. Das bedeutet, dass sie zwar für das Wohlergehen ihrer Klientel arbeiten konnten, ihr eigenes Wohlergehen aber kaum sichern konnten. Diese Fachkräfte durften auch nicht zu Hause bleiben, wenn sie krank waren (obwohl sie sich mit COVID-19 infiziert haben könnten), und sie hatten keine Krankenversicherung, die einige ihrer Symptome wirksamer hätte lindern können. Diese Personengruppe hatte viele weitere persönliche Sorgen, die die Ergebnisse der Studie verzerrt haben könnten. Aus diesen Gründen sind die signifikanten Befunde auf vielen der anderen Subskalen umso beeindruckender. Trotz dieser anhaltenden persönlichen Sorgen gelang es den SFBT-Teilnehmenden, ihren eigenen Einfallsreichtum zu steigern, sich von ihrer Klientel inspirieren zu lassen und ihre Anerkennung von Spiritualität zu stärken, während der Kontrollgruppe diese Zuwächse nicht gelangen. Bemerkenswert ist außerdem: Da einige SLIM-Fachkräfte der Kontrollgruppe Teile der SFBT-Schulung absolviert hatten (einige sahen Teile der Videos, andere bearbeiteten Teile der Hausaufgaben), ohne jedoch alles abzuschließen, was für die Aufnahme in die Experimentalgruppe nötig war, ist es wahrscheinlich, dass die SFBT-Gruppensitzung am Ende des Protokolls eine erhebliche Rolle bei den Verbesserungen der lösungsfokussierten Gruppe spielte. Es lohnte sich, dies in weiterer Forschung genauer zu untersuchen.

Auch wenn diese Studie die erste ihrer Art in Südamerika ist und einige vielversprechende Ergebnisse liefert, ist es wichtig, ihre Grenzen anzuerkennen. Der Pilotcharakter dieser Studie bedeutet, dass die Stichprobe klein und begrenzt war; daher sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren. Wer diese Arbeit liest, sollte darauf achten, diese Ergebnisse nicht auf alle Fachkräfte an vorderster Front zu verallgemeinern. Weitere Forschung mit einer größeren und vielfältigeren Stichprobe würde das Vertrauen in diese Ergebnisse erhöhen. Außerdem hat, wie bereits erwähnt, der Zeitpunkt dieser Studie während der COVID-19-Pandemie Störvariablen mit sich gebracht, die die Befunde beeinflusst haben könnten. Es wäre sinnvoll, diese Studie außerhalb von COVID-Zeiten zu wiederholen, um festzustellen, ob die Befunde mit diesen übereinstimmen. Noch einmal: Trotz der vielversprechenden Befunde sind die Ergebnisse dieser Studie mit Vorsicht zu interpretieren, und man sollte die gesamte Veränderung nicht allein der SFBT-Intervention zuschreiben, auch wenn diese Intervention für die SFBT-Interventionsgruppe offenbar wirksam war.

Die SFBT scheint die stellvertretende Resilienz selbst bei klinisch Tätigen zu erhöhen, die gerade erst mit ihr in Berührung gekommen sind. Die SFBT scheint den Einfallsreichtum, das Bewusstsein für sich selbst und das Bewusstsein für die Rolle der Spiritualität zu stärken. Wir hoffen, dass diese Ergebnisse auf positive Weise zur wachsenden Literatur über stellvertretende Resilienz beitragen. Da diese Pilotstudie einen vorläufigen Zusammenhang zwischen stellvertretender Resilienz und lösungsfokussierter Kurzzeittherapie zeigt, ist es zudem möglich und wahrscheinlich, dass sich dieser Zusammenhang nicht nur bei SLIM-Fachkräften nachweisen, sondern auch in anderen klinischen und Dienstleistungskontexten replizieren lässt. Weitere Forschung zum Zusammenhang zwischen stellvertretender Resilienz und dem lösungsfokussierten Ansatz wäre sehr wertvoll.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie selbst in kleiner Dosis dazu beitrug, die stellvertretende Resilienz der SLIM-Fachkräfte in Bolivien zu erhöhen. Wie Hernandez-Wolfe (2016) jedoch sagt, wäre es ein Trugschluss zu behaupten, diese Verbesserung trete spontan ein; daher ist es wichtig, die dringende Notwendigkeit hervorzuheben, die Arbeitsbedingungen der öffentlich Bediensteten zu verbessern – in dem Wissen, dass sie nicht wie in anderen Verwaltungsberufen austauschbar sind, da sie, indem sie Erfahrung und Inspiration aus den Überlebensgeschichten ihrer Klientel sammeln, Wertschätzung für Vielfalt und Inklusion entwickeln, dazu die Kreativität, Brücken über soziale Gräben zu schlagen. Mit anderen Worten: Die helfenden Fachkräfte sind unersetzlich, denn sie sind ihr eigenes Arbeitsinstrument, das sie in der Erfahrung und Inspiration aus der Hitze und Intensität der Kämpfe um die Erfüllung ihrer anspruchsvollen Aufgaben schmieden. Verfahren wie die SFBT tragen dazu bei, dass diese Entwicklung beständig ist.

Complexe Systémique: das Wichtigste

Eine Pilotstudie, die als solche zu lesen ist: selbst ausgewählte Gruppen (wer alles absolviert hat, bildet die SFBT-Gruppe), 41 Teilnehmende, eine winzige Intervention (vier Videos von je vier Minuten, vier Aufgaben, eine Online-Gruppensitzung), mitten in der Pandemie. Ihr Beitrag liegt weniger in den p-Werten als in ihrem Gegenstand: stellvertretende Resilienz, das positive Gegenstück zum stellvertretenden Trauma, gemessen bei Helfenden, deren eigene Arbeitsbedingungen traumatisierend sind. Die Frage an die Gruppe ist eine kollektive Wunderfrage, sechs Monate in die Zukunft projiziert und mit den Augen der Klientel betrachtet. Zu lesen neben dem Review von Eads und Lee zur Wirksamkeitsliteratur bei Traumaüberlebenden und neben John Henden zum Weg vom Überleben zum Aufblühen.

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Originalartikel von Marcos Pérez Lamadrid und Adam Froerer, Solution Focused Brief Therapy and Vicarious Resilience in Bolivian Protective Family Services Workers, erschienen in Journal of Solution Focused Practices, Bd. 6, Nr. 1 (2022), doi: 10.59874/001c.74999, unter der Lizenz CC BY 4.0. Inoffizielle deutsche Übersetzung von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt, wie zu Beginn dieser Seite angegeben. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Inoffizielle deutsche Übersetzung des Originalartikels „Solution Focused Brief Therapy and Vicarious Resilience in Bolivian Protective Family Services Workers“, erschienen in Journal of Solution Focused Practices (2022) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, wie zu Beginn dieser Seite angegeben. Maßgeblich ist die Originalfassung.

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Pérez Lamadrid, M., & Froerer, A. (2022). Solution Focused Brief Therapy and Vicarious Resilience in Bolivian Protective Family Services Workers. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/solution-focused-brief-therapy-and-vicarious-resilience-in-bolivian-protective-family-services-workers (Originalwerk erschienen 2022 in Journal of Solution Focused Practices, Bd. 6, Nr. 1 (2022); 2022 erneut veröffentlicht von Journal of Solution Focused Practices, https://journalsfp.org/article/74999)

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