KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Journal of Solution-Focused Brief Therapy · Klinische Praxis

SFBT in Hongkong: Initiativen von Studierenden des Masterstudiengangs Beratungspsychologie in Hongkong und Folgerungen für kulturelle Kontexte in Australien

Was wird aus einer in Wisconsin entstandenen Therapie, wenn man sie in Hongkong praktiziert? Ann Moir-Bussy, die an der Shue Yan University lösungsfokussierte Kurzzeittherapie lehrte, bevor sie nach Australien zurückkehrte, berichtet, was sechs Masterstudierende in einem Praxissemester erfunden haben. Ein Mädchen mit Legasthenie, das eine Sprite-Flasche als Skala ausmalt, ein Jugendlicher mit Schlafstörungen, der Angry Birds auf sein Ziel zufliegen lässt, eine 39-jährige Mutter, die nach einer Frage nach Ausnahmen nicht mehr sterben will. Und zwei Techniken, die haken: das Kompliment, das die konfuzianische Bescheidenheit zurückweist, und das Wunder, umgeschrieben als Besuch im Wong-Tai-Sin-Tempel oder als Film, bei dem die jugendliche Person selbst Regie führt. Ein kurzer Text von 2014, aus der ersten Ausgabe der Zeitschrift, der die Frage stellt, auf die jede Fachperson stößt: Was hält eine Methode zusammen, wenn man die Welt wechselt?

Autorin Ann Moir-Bussy, University of the Sunshine Coast, QueenslandErstveröffentlichung Journal of Solution-Focused Brief Therapy, Bd. 1, Nr. 1, Juli 2014, Artikel 5, S. 30-45Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von Using SFBT in Hong Kong: Initiatives from Hong Kong Master of Counselling psychology students and implications for cultural contexts in Australia von Ann Moir-Bussy, erschienen im Journal of Solution-Focused Brief Therapy (2014), heute Journal of Solution Focused Practices, doi: 10.59874/001c.75124, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die neun Abbildungen des Originals sind Fotografien von Kinderzeichnungen und Arbeitsblättern; sie werden nicht wiedergegeben, sondern anhand der Originalseiten in Kästen beschrieben. Die Autorin stellte eine Fassung dieses Beitrags auf der ersten Australian and New Zealand Solution-Focused Conference in Gold Coast (Queensland) im Juli 2013 vor. Die mit „Complexe Systémique“ gekennzeichneten Kästen stammen von uns, nicht von der Autorin. Diese Übersetzung stammt weder von der Autorin noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (SFBT) ist ein therapeutischer Ansatz, der überwiegend auf der Grundlage westlicher Kultur, Überzeugungen und Ideale entwickelt wurde. Sechs Studierende des Masterstudiengangs Beratungspsychologie in Hongkong absolvierten ein Semester lang ein klinisches Praktikum, in dem sie die Gelegenheit hatten, die Prinzipien der SFBT bei chinesischer Klientel anzuwenden. Der Beitrag beginnt mit einem Überblick über die Entwicklung der SFBT und der Beratung in Hongkong, gefolgt von Überlegungen zum kulturellen Kontext. Es werden drei Fallbeispiele vorgestellt, ergänzt um die Lernerfahrungen, kulturellen Herausforderungen und Erfahrungen der Studierenden in der Beratung. Abschließend werden die Folgerungen für den Einsatz der SFBT im australischen kulturellen Kontext kurz erörtert.

Wenn man die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (SFBT) in eine Gruppe einführt, die sich kulturell von derjenigen unterscheidet, für die sie entwickelt wurde, müssen der neue Kontext, die philosophischen Werte und die Überzeugungen berücksichtigt werden. Eine Gruppe von Studierenden des Masterstudiengangs Beratungspsychologie in Hongkong absolvierte ein klinisches Praktikum, in dem sie den Einsatz der SFBT bei sehr unterschiedlicher Klientel erprobte, darunter Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Behinderungen, Jugendliche sowie Menschen in psychiatrischer Behandlung. Dieser Beitrag beginnt mit einem Überblick über die Entwicklung der SFBT in Hongkong, gefolgt von einer kurzen Erörterung des chinesischen kulturellen Kontexts. Anschließend werden drei Fallbeispiele vorgestellt, in denen die Masterstudierenden die SFBT bei realer Klientel angewendet haben. In jeder Fallstudie werden Pseudonyme verwendet, und die Eltern haben ihre Zustimmung gegeben, die Zeichnungen in Vorträgen und Veröffentlichungen zu verwenden. Danach werden die Schwierigkeiten beim Einsatz einiger SFBT-Techniken untersucht, insbesondere beim Aussprechen von Komplimenten und bei der Wunderfrage. Zum Schluss werden kurz die Folgerungen für den Einsatz der SFBT in australischen kulturellen Kontexten erörtert.

Die Entwicklung der SFBT in Hongkong

Das erste SFBT-Ausbildungsprogramm fand um 1999–2000 unter der Leitung von Insoo Kim Berg in Singapur und Hongkong statt. Zum ursprünglichen Ausbildungsteam gehörten „Brian Cade, Michael Durrant und Therese Steiner“ (M. Durrant, persönliche Mitteilung, 2014). 2004 wurde die Academy for Solution-Focused Therapy Training gegründet, und 2006 „organisierte die Academy … die erste Asia-Pacific Solution-Focused Conference“ (M. Durrant, persönliche Mitteilung, 2014). 2006 entstand eine zweite Akademie, die Brief Academy (M. Durrant, persönliche Mitteilung, 2014). Damals hatte die SFBT keine große Anhängerschaft, und einige negative Erfahrungen mit der Wunderfrage hatten ihr einen schlechten Ruf hinsichtlich ihres Nutzens eingebracht. Zudem kannten die meisten Fachkräfte in Beratung und Psychologie die SFBT nicht und setzten sie folglich auch nicht ein. Heute sind jedoch beide Organisationen weiterhin präsent und an nationalen wie internationalen Veranstaltungen beteiligt (Durrant, 2014). Es gab außerdem einige lokale Veröffentlichungen auf Chinesisch, darunter Solution-Focused Therapy: Social Work Application (Ho & Chu, 1999), Solution-Focused Therapy: Practice and Reflections 1 (Ng & Ho, 2003) und Solution-Focused Therapy: Practice and Reflections 2 (Ho & Lau, 2003).

Beratungsausbildung in Hongkong

Die Beratung in Hongkong begann in den 1950er-Jahren im Bereich der Sozialfürsorge (Lai & Mak, 1996; Leung, T., 1990; Moir-Bussy, 2006; Shek, 1999). Sie war eine Antwort auf die Unruhen und Aufstände, die durch die Kulturrevolution ausgelöst worden waren, und auf die daraus folgende Zunahme sozialer Probleme, vor allem der Kinder- und Jugenddelinquenz. Kirchen und Sozialeinrichtungen versuchten, diese Probleme anzugehen. Leung (1999) stellte fest, dass der erste Beratungsdienst The Federation of Youth Groups war, „ein experimentelles Beratungsprogramm, getragen von Fachkräften, die aus Ausbildungsprogrammen in den Vereinigten Staaten zurückkehrten“ (S. 77). In den 1970er-Jahren wurde Beratung in Diplom- und Masterstudiengänge der Erziehungswissenschaft aufgenommen, und die Chinese University of Hong Kong gründete die Hong Kong Professional Counselling Association. Anfang 2004 gründeten Professorin Catherine Sun Tien-Lun und Tse Pui Chi zusammen mit einem Team engagierter Beratungsfachkräfte die Asian Professional Counselling Association.

Der erste formale Diplomkurs in Beratung wurde 1976 am Hong Kong Shue Yan College angeboten, mit dem Start des Diploma in Social Science (Counselling and Psychology). Das HK Shue Yan College wurde 2005 zur Universität und bot zu diesem Zeitpunkt bereits einen vierjährigen umfassenden Studiengang an, einen Bachelor of Social Science Honors (Counselling and Psychology). 2010 richtete die Universität einen Masterstudiengang Beratungspsychologie ein; in diesem Studiengang lehrte die Autorin SFBT, und die Studierenden absolvierten im Rahmen ihres Praktikums ein klinisches Praktikum mit SFBT. Die Diskussionen im Seminar und die Lernerfahrungen der ersten sechs Studierenden, die dieses klinische SFBT-Praktikum absolvierten, bilden die Grundlage dieses Beitrags.

Kultureller Kontext

Chinesische Menschen sind konservativ, autoritätsabhängig (Ho 1996; Ho, Peng & Chan, 2002; Sun, 2008) und in Hongkong im Allgemeinen zurückhaltend, wenn es darum geht, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie neigen dazu, sich einer Veränderung ihrer Denkweisen zu widersetzen, und bestehen darauf, ihr traditionelles Wissen und ihre Rituale zu bewahren. Da psychische Krankheit zudem als Schwäche oder Unvollkommenheit gilt, haftet denjenigen, die wegen psychischer Probleme Hilfe in einer Beratung suchen, ein Stigma an (Chung & Wong, 2004). Außerdem gilt in der chinesischen Kultur das interdependente Selbst als weit wichtiger als das individuelle Selbst; es bezieht „sein Selbstwertgefühl aus der Fähigkeit, sich zurückzunehmen, sich den gesellschaftlichen Sitten anzupassen und die Harmonie mit ihnen zu wahren“ (Sun, 2008, S. 56). Ein weiterer zentraler Aspekt zwischenmenschlicher Beziehungen ist das Konzept des Gesichts (mian zi), wonach das chinesische Selbst-in-Beziehung Gesicht gewinnen, anderen Gesicht geben und andere nicht ihr Gesicht verlieren lassen muss (Hu, 1994; Sun, 2008). Einzugestehen, dass ein Familienmitglied eine Beratung braucht und Hilfe von außen sucht, könnte daher dazu führen, dass die Familie in den Augen anderer ihr Gesicht verliert. Hilfesuche ist passiv oder wird nicht aktiv betrieben, was zu einer stärkeren Abhängigkeit von Familie und Freundeskreis führt. Wenn die Entscheidung fällt, um Unterstützung zu bitten, wenden sich Familien eher an eine Fachkraft der Sozialen Arbeit, weil dieser Beruf bekannter ist als die Beratung. Sowohl die Beratung als auch die Soziale Arbeit werden jedoch als Autorität wahrgenommen, und man erwartet von den Fachkräften dieser Disziplinen, dass sie die nötigen Antworten liefern.

Im Hinblick auf die Lernerfahrungen und Fälle in diesem Beitrag erkannten die Studierenden der Beratungspsychologie, dass die klinische Allianz von einer abhängigen in eine kooperative Beziehung umgewandelt werden musste. Sie sahen auch, dass es angemessener wäre, die chinesische Neigung, sich auf das Schicksal und den Kollektivismus zu verlassen (Leung, 2010), hin zu einem ganzheitlicheren Ansatz zu verschieben, in dem die Klientel erkennen kann, dass sie über Stärken und über die Fähigkeit verfügt, Schwierigkeiten innerhalb der eigenen Familie auf positive Weise zu lösen.

Sprachliche und übersetzerische Herausforderungen

Die Übersetzung von Begriffen ins Chinesische kann manchmal zu Missverständnissen führen. So lautet die chinesische Übersetzung von Solution-Focused Brief Therapy 短期焦點解決治療, was kurzfristig/fokussiert/Lösung/Therapie bedeutet, und 尋解導向治療, Suche nach Lösung/Richtung/Therapie. Im Konfuzianismus bestimmen Namen Rollen und Verantwortlichkeiten. Daher bedeutet „die Richtigstellung der Namen (zheng ming), den eigenen Rollen und Verantwortlichkeiten gerecht zu werden, indem man sich in Sprache und Verhalten angemessen zeigt, also die gesellschaftliche Schicklichkeit wahrt“ (Sun, 2008, S. 13). Die chinesische Übersetzung von SFBT kann somit den Trugschluss erzeugen, Beratende hätten die Macht, alle Probleme zu lösen, und es sei ihre Aufgabe, dies zu tun. Folglich könnte chinesische Klientel den Eindruck gewonnen haben, dass in der SFBT die beratende Person die gesamte Verantwortung und Initiative übernimmt, Lösungen und Antworten zu liefern. Die angehenden Fachkräfte der Beratungspsychologie begegneten diesen Herausforderungen kreativ, indem sie die Schwierigkeiten angingen, die sich aus Sprache, Übersetzungen und den Erwartungen ihrer chinesischen Klientel ergaben.

Das Bildungssystem in Hongkong

Das Bildungssystem in Hongkong bietet zwölf Jahre kostenlose und allgemeine Schulbildung in der Primarstufe (6 Jahre) und der Sekundarstufe (6 Jahre). Es gibt etwa 568 Grundschulen, 542 Sekundarschulen und 61 Förderschulen. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SEN) werden je nach Schwere ihres Bedarfs einer Schule zugewiesen (Miho, 2013). Wird bei ihnen ein schwerer Förderbedarf diagnostiziert und haben sie Mehrfachbehinderungen, besuchen sie Förderschulen, andernfalls Regelschulen. Diagnose und Einschätzung des Bedarfs dieser Kinder folgen dem medizinischen Modell. Der Bedarf von Schulkindern mit SEN wird oft nicht erkannt, und an Regelschulen erleben sie mitunter Hänseleien und mangelnde Unterstützung (Miho, 2013). Zu den Aufgaben der Lehrkräfte gehören Unterricht, Klassenverwaltung, Orientierung, Disziplin und Beratung. Wenn die Lehrkraft mit den Problemen eines Kindes mit SEN nicht zurechtkommt, wird es oft an die für Beratung und Disziplin zuständige Lehrkraft verwiesen. Im Allgemeinen arbeiten Lehrkräfte und Eltern zusammen, um die Schwierigkeiten zu beheben, die Schwächen des Kindes auszugleichen und Lernbarrieren abzubauen. In manchen Fällen werden die Eltern überbehütend, sind stark in die Betreuung ihrer Kinder eingebunden und neigen dazu, sie zu hohen Leistungen zu drängen, selbst wenn diese ihre Fähigkeiten übersteigen. Der Fall von YL zeigt eine Anwendung der SFBT bei einem Kind mit besonderen Bedürfnissen. Eine studierende Person der Beratungspsychologie wurde mit der Arbeit mit diesem Kind betraut.

Fall 1: SFBT mit einer Grundschülerin mit besonderen Bedürfnissen, YL

YL (Pseudonym) war ein neunjähriges Mädchen, das mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester lebte. Ihre Mutter war die wichtigste Bezugsperson. Bei YL waren eine expressive Sprachstörung, eine Legasthenie im Chinesischen und Aufmerksamkeitsprobleme diagnostiziert worden. Sie besuchte eine Regelschule. Die Mutter beschrieb YL als wenig lernmotiviert, weil sie ihre Hausaufgaben hinauszögerte und, wenn sie dann endlich damit anfing, viele Stunden dafür brauchte, einschließlich der Wiederholung für Diktate und Rechtschreibung. Die Mutter gab außerdem an, dass YL zu Hause nicht folgte und manchmal Wutanfälle hatte. Es wurde berichtet, dass sie in der Klasse gehänselt wurde.

In den ersten fünf Sitzungen verwendete die beratende Person einen psychodynamischen Ansatz, mit wenig Erfolg und kaum Fortschritten. In der sechsten Sitzung begann sie, nachdem sie SFBT gelernt hatte, diese bei dem Kind anzuwenden. Zu Beginn dieser Sitzung bemerkte YL, dass sie sich an das erinnere, was sie in den vorigen Sitzungen gemacht hatten; die beratende Person machte ihr daraufhin ein Kompliment für ihr gutes Gedächtnis, benannte damit eine von YLs Stärken und vertiefte die Beziehung. Außerdem bezog sie Techniken der Kunsttherapie (Nims, 2007) in die Skalierungsfragen und die Zielformulierung ein, um bei dem Mädchen Hoffnung zu wecken. Eine weitere Möglichkeit, YL bei der Formulierung ihrer Ziele zu helfen, war die Umstellung der Syntax, zum Beispiel:

  • 這場比賽很精彩,運動員們很努力 — Dieser Wettkampf ist sehr spannend. Die Teilnehmenden strengen sich sehr an.
  • 這場比賽越來越精彩,運動員們越來越努力 — Dieser Wettkampf wird immer spannender. Die Teilnehmenden strengen sich immer mehr an.

Diese Umformulierung ließ sie erkennen, dass die Dinge allmählich besser werden können. Zudem stellte Nims (2007) fest, dass Kunst ein hervorragendes Mittel ist, um Kindern zu helfen, sich ein Bild davon zu machen, was gerade in ihrem Leben geschieht, und zu zeigen, was sie tun würden, woran man erkennen könnte, dass die Dinge besser sind. Deshalb wurde YL gebeten:

  • Zeichne ein Bild von dem, worüber du gern sprechen möchtest;
  • Zeichne ein Bild von dem, was gerade passiert; und
  • Zeichne ein Bild von etwas, das du gern ändern möchtest.

Das erste Bild (siehe Abbildung 1), das YL zeichnete, zeigte sie an ihrem Schreibtisch sitzend. Ihr Gesicht war missmutig, ohne Lächeln. Sie sprach über die Schwierigkeiten, die sie zu Hause und in der Schule hatte. Die zweite Zeichnung (siehe Abbildung 2) stellte ein lächelndes Mädchen dar und zeigte, dass die Veränderung, die sie sich wünschte, darin bestand, ein fröhliches, lächelndes Mädchen zu werden.

YL liebte außerdem Sprite, also wurde die in der SFBT verwendete Idee der Skalierung für sie als Sprite-Flasche zum Ausmalen gezeichnet (siehe Abbildung 3) – die beiden Farbtöne stehen für die Veränderung nach einigen Sitzungen. Das vierte Bild (Abbildung 4) zeigt das Ziel, die Hausaufgaben zu machen, ohne angetrieben zu werden, und im Diktat viel bessere Noten zu bekommen – und all das erreichte sie.

Abbildungen 1 bis 4. Die Zeichnungen von YL (beschrieben)

Abbildung 1, „YL am Schreibtisch, das Gesicht missmutig“: eine Bleistiftzeichnung, ein Mädchen mit Pferdeschwanz und kariertem Pullover, die Arme seitlich am Körper, die Mundwinkel nach unten. Abbildung 2, „Wie YL gern sein möchte“: dieselbe Figur, dieselbe Kleidung, aber ein breites Lächeln. Abbildung 3, „Skala der Sprite-Flasche“: eine aufrecht gezeichnete Flasche, in zwei Grautönen ausgemalt, mit vier chinesisch beschrifteten Kästchen am Rand und dem Vermerk „4-10“: Die Füllung markiert, wo YL steht, der dunklere Ton die bereits zurückgelegte Strecke. Abbildung 4, „YL macht fröhlich Hausaufgaben“: ein schwarzhaariges Mädchen, lächelnd, in dunkler Kleidung, eine stilisierte Schultasche, eine in die Ecke gekritzelte Sonne.

In den späteren Sitzungen lud die beratende Person die Mutter ein, teilzunehmen, und zeigte ihr, wie die Sprache der SFBT und bestimmte Formen der Ermutigung YL helfen könnten, sich weiter zu verbessern. Das war keine leichte Aufgabe, denn viele chinesische Mütter wünschen sich sehr, dass ihre Kinder perfekt sind. Die Mutter versuchte, YL mehr zu loben, und in dem Maße, wie sie es tat, verbesserten sich YLs Verhalten und ihre Einstellung zu den Hausaufgaben, und sie wurde viel glücklicher. In der letzten Sitzung verkündete die Mutter stolz, dass YL im Diktat 80% erreicht hatte und ihre Hausaufgaben nun bereitwilliger erledigte. Die beratende Person lobte nicht nur die Mutter, sondern auch YL dafür, dass sie wusste, was ihre Mutter wollte, und bereit war, auf das hinzuarbeiten, was ihre Mutter sich für sie wünschte.

Fall 2: SFBT mit einem Sekundarschüler mit besonderen Bedürfnissen, CN

CN (Pseudonym) war ein 13-jähriger Junge, der die erste Klasse der Sekundarstufe an einer Regelschule besuchte. Er lebte mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester zusammen. Seine Mutter war die wichtigste Bezugsperson. Die Beratungslehrerin der Schule überwies ihn an die Beratung, weil CN ihr berichtet hatte, dass er unter Schlafstörungen litt; außerdem war aufgefallen, dass sein Selbstwertgefühl nicht ausreichte, um den Übergang in die Sekundarschule zu bewältigen.

Die beratende Person gestaltete auf kreative Weise Arbeitsblätter, um CN zu helfen, sich auszudrücken, und um einzuschätzen, wie viel Zuversicht er zu Beginn der Beratung hatte. Das erste Arbeitsblatt unten (siehe Abbildung 5) diente dazu, CNs Ziele festzulegen und seine Motivation einzuschätzen, die vorgebrachten Anliegen zu lösen.

Dieses Bild half CN, seine Ziele konkreter zu fassen und sich vorzustellen, wo er hinwollte: frei von Schlafstörungen und mit wachsendem Selbstvertrauen. Die beratende Person wollte auch CNs Stressniveau erfassen und setzte dazu erneut ein Arbeitsblatt ein (siehe Abbildung 6), zu Beginn und am Ende, um den Unterschied zu vergleichen.

Ein weiteres Arbeitsblatt (siehe Abbildung 7) wurde verwendet, um die Wunderfrage anzuwenden und CN bewusst zu machen, wie die Dinge für ihn sein sollten, indem er auf seine Empfindungen, Gefühle und Handlungen achtete und darauf, wer die Veränderung sonst noch bemerken würde. Norum (2000) betonte, dass für den Erfolg einer Therapie das kognitive Bewusstsein und das Körperbewusstsein, die die Person von sich selbst hat, entscheidende Faktoren sind. Daher wurde die Vorstellung vom idealen Zustand der Person mit mehreren Sinneseindrücken (Hören, Sehen und Fühlen) formuliert. Diese finden sich im folgenden Arbeitsblatt und halfen CN, tiefer anzuerkennen, was er wollte, und realistischer und geerdeter mit Blick auf sein ideales Leben zu sein.

Nachdem seine Vision der bevorzugten Zukunft feststand, wurden die Ziele konkreter, und das Stressniveau sowie die Zuversicht, sein Ziel zu erreichen, wurden skaliert (siehe Abbildungen 8 und 9). Die kreativen Bilder der beratenden Person halfen CN, sich auf positive Weise auszudrücken. Darüber hinaus wurde CN ermutigt, seine Stärken aufzulisten und die Eigenschaften, die ihm helfen würden, sein Ziel zu erreichen.

Abbildungen 5 bis 9. Die Arbeitsblätter von CN (beschrieben)

Abbildung 5, „Die Angry-Bird-Skala für CN“ (Arbeitsblatt 1: Sitzungsziel und Motivationsniveau): eine Schleuder unten links, ein Bogen aus zehn Vögeln, die auf einen Turm aus Schweinen unten rechts zufliegen, und ein Kästchen „Mein Ziel“, handschriftlich auf Chinesisch ausgefüllt. Abbildung 6, „CNs Stressskala“ (Arbeitsblatt 2: Belastungsniveau vor und nach der Sitzung): zwei von 0 bis 10 skalierte Thermometer, ein großer Pfeil dazwischen, das erste höher markiert als das zweite. Abbildung 7, „CNs praktische Ziele“ (Arbeitsblatt 3: von der Wunderfrage angeregte Empfindungen und Gefühle): eine Feensilhouette in der Ecke und ein fünfzackiger Stern, dessen Zacken Hören, Sehen, Fühlen, Handeln, Wer lauten, jeweils auf Chinesisch ausgefüllt. Abbildung 8, „CNs praktisches Arbeitsblatt“ (Arbeitsblatt 4: Lösung und Zuversicht, sie umzusetzen): eine kleine Figur mit einer Fahne, eine auf Chinesisch ausgefüllte Gedankenblase, ein Bündel Luftballons. Abbildung 9, „CNs Erfolgsgeschichte“ (Arbeitsblatt 5: Stärken, Arbeitsplan und Zuversicht): eine strahlende Comicfigur, eine große Sprechblase auf Chinesisch, ein skaliertes Thermometer am Rand.

Was dem Schüler zu Beginn unmöglich erschienen war, war nun eine Erfolgsgeschichte: Er erreichte, was er wollte, und gewann an Selbstvertrauen.

Anwendung der SFBT in der psychiatrischen Versorgung

Eine Person aus der Gruppe, die in der psychiatrischen Pflege tätig war, interessierte sich dafür, wie SFBT bei psychiatrischen Patientinnen und Patienten eingesetzt werden könnte. Die Behandlung psychischer Probleme in Hongkong stützt sich stark auf das medizinische Modell und auf Medikation. Laut Bakker, Bannink und Macdonald (2010) ist SFBT in der Krisenintervention wirksam. Auch wenn SFBT in der Krisenintervention sehr nützlich sein kann, ist es wichtig, dass das klinische Personal den Zustand des psychiatrischen Notfalls und die Bedürfnisse der behandelten Person versteht. Anguilera (1998) beschreibt ein Modell für den Umgang mit psychiatrischen Notfällen, bei dem der aktuelle Zustand der Person, ihr Verhalten und die Situation, wie sie sie selbst begreift, so verstanden werden, dass die Person keinen Bewältigungsmechanismus und keine soziale Unterstützung zu erkennen vermag. Die Intervention zielt daher darauf ab, der Person zu helfen, bessere Bewältigungsmechanismen zu finden, und ihr soziale Unterstützung zu bieten. Für solche Fälle ist SFBT besonders nützlich. Psychiatrische Notfälle erfordern rasche therapeutische Ergebnisse, die wahrscheinlicher sind, wenn die Interventionen einfach und direkt sind (Callahan, 2009).

Fall 3: SFBT mit einer Klientin mit Suizidgedanken

Eine Klientin kam mit Suizidgedanken zu der beratenden Person. Die Frau war 39 Jahre alt und litt seit mehreren Jahren an einer postpartalen Depression.

Die beratende Person griff auf einige der im Studium gelernten SFBT-Techniken zurück. Im Folgenden ist ein Teil des Transkripts einer der Therapiesitzungen wiedergegeben.

Sitzungsauszug

Klientin (K): Ich habe seit 9 Jahren Suizidgedanken, und sie sind immer noch aktiv. Gestern habe ich daran gedacht, mich irgendwo hinunterzustürzen.

Therapeutische Fachkraft (T): Können Sie mir mehr darüber erzählen?

K: Mein Leben ist zu schmerzhaft. Niemand liebt mich und unterstützt mich. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Mann über meine Probleme spreche, redet er eine Weile mit mir und lenkt das Gespräch dann auf etwas, das mit unserem Sohn zu tun hat. Meistens findet er, dass ich anstrengend bin und ständig Probleme mache.

T: Viele Menschen, die sich von wichtigen Bezugspersonen übergangen fühlen, würden darunter leiden (Normalisieren). Andererseits müssen Sie Ihre Familie und Ihren Mann sehr lieben. Vielleicht bemerken Sie das Problem, weil Sie möchten, dass die Paarbeziehung wächst (Kompliment und Hervorhebung der Bedeutung der Beziehung bei chinesischer Klientel).

K: Ja … (Schluchzt)

T: Erzählen Sie mir von einem Mal, als Ihr Mann Sie nicht übergangen hat, als Sie mit ihm über Ihre persönlichen Probleme sprachen? (Frage nach Ausnahmen)

K: … Ich weiß nicht … Er übergeht mich immer.

T: Wann war denn das letzte Mal, dass Sie sich ein bisschen weniger übergangen gefühlt haben oder besser mit Ihrem Mann kommunizieren konnten? (Fragen nach Ausnahmen)

K: Letzte Woche. Als ich über die Nebenwirkungen meiner Antidepressiva gesprochen habe

T: Wow! Wie haben Sie das geschafft? (Bewältigungsfrage)

K: Ich habe aufrichtig mit meinem Mann gesprochen. Anders als bei anderen Gelegenheiten, bei denen ich einen Wutanfall bekommen hätte, habe ich ihn nicht dafür beschimpft, dass er meine Nebenwirkungen nicht bemerkt hat. Ich habe ihm nur gesagt, dass mich die Nebenwirkungen sehr belasten. Da hat er sich große Sorgen um mich gemacht, und wir haben fast eine halbe Stunde darüber gesprochen.

T: Ich möchte Ihnen eine seltsame Frage stellen … stellen Sie sich vor … Sie schlafen heute Nacht sehr gut … während Sie schlafen, geschieht ein Wunder … das Wunder schafft Ihnen die Möglichkeit, perfekt mit Ihrem Mann zu kommunizieren … es geschieht, während Sie schlafen … Sie wissen also nicht, dass es geschehen ist, aber wenn Sie aufwachen, ist etwas anders … Welche Veränderungen bemerken Sie also nach dem Aufwachen? (Wunderfrage)

K: Ich wäre sehr glücklich. Mein Leben wäre farbiger. Mein Mann und ich würden mit unserem Sohn verreisen, und beide würden mich in meiner gedrückten Stimmung sehr unterstützen.

T: Auf einer Skala von eins bis zehn, wobei eins die schlimmste Situation ist und zehn dem Wunder entspricht … wie schätzen Sie Ihren jetzigen Zustand ein? (Skalierungsfrage)

K: Ich würde sagen „4“

T: Also … was müssten Sie tun, und was wären Sie bereit zu tun, damit Ihre Situation ein wenig näher an der Zehn liegt, höher als die 4, und Sie mehr Lebenswillen haben? (Bewältigungsfrage)

K: Wissen Sie … meine Launen können unsere Kommunikation kaputtmachen, aber es ist nicht leicht, sie im Griff zu behalten, wenn ich mit meinem Mann rede. Stattdessen würde ich versuchen, eine bessere Art zu finden, mit meinem Mann zu kommunizieren. Zum Beispiel kann ich meine Gefühle in ein Tagebuch schreiben und es meinem Mann zeigen. Wenn er meine Situation versteht, fühle ich mich von ihm geliebt, und dann würde ich eher besser leben (Lösung).

Am Ende dieses Gesprächs war die Stimmung der Patientin leichter, und sie hatte das Gefühl, nun nach Hause gehen und besser zurechtkommen zu können. Sie sagte, dass sie keine Suizidgedanken mehr habe, und in den Folgesitzungen zeigte sich, dass sie bessere Bewältigungsmuster entwickelt hatte und keine Suizidgedanken mehr hatte.

Kulturelle Herausforderungen mit SFBT-Techniken bewältigen

Ein zentrales Prinzip der SFBT ist der Einsatz von Komplimenten. Westlicher Klientel ist das in der Regel recht angenehm, doch Menschen chinesischer Herkunft oder aus anderen östlichen Kulturen haben mitunter Schwierigkeiten damit, Komplimente zu erhalten. Menschen mit chinesischem kulturellem Hintergrund betrachten Bescheidenheit als Tugend und sind es nicht gewohnt, direkte Komplimente zu erhalten (Yeung, 1999). Auf Komplimente reagieren sie oft mit Selbstabwertung. Eine der Personen im Praktikum hatte große Mühe, ein Kompliment anzunehmen, und setzte sich im Seminar mit uns damit auseinander. Zudem stellte sie fest, dass auch manche der von ihr beratenen Personen verlegen reagierten oder sich unwohl zu fühlen schienen und das Kompliment sogar zurückwiesen. Sie begann sich zu fragen, ob es sich um eine wirksame Technik handelte. In der Gruppendiskussion kam man zu dem Schluss, dass es wichtig sei, die Maximen der Bescheidenheit zu wahren, was bedeutete, dass die Klientel vermeiden würde, stolze oder unbescheidene Gefühle auszudrücken. Alle waren sich einig, dass eine tragfähige Beziehung zur Person aufgebaut sein müsse, bevor man Komplimente einsetzt. Wörter und Wendungen mussten kulturell angemessen sein, und die Gruppe kam zu dem Schluss, dass die Klientel profitieren würde von:

  • Komplimenten für Anstrengungen statt für Leistungen;
  • Komplimenten zu persönlichen Eigenschaften (z. B. Geduld) statt zu Errungenschaften; und
  • Wertschätzung ihrer Bemühungen, zum Wohl der Menschen beizutragen, mit denen sie arbeiteten. Das legt den Akzent auf das Selbst-in-Beziehung.

Sollte eine Person das Kompliment wiederholt zurückweisen, könne man dies, so die Einschätzung der Gruppe, mit ihr ansprechen und über die Gründe dafür sprechen.

Eine weitere verbreitete SFBT-Technik ist die Wunderfrage, die einem Teil der chinesischen Klientel ebenfalls Schwierigkeiten bereitete. Ein Wunder war etwas Unmögliches und Unpragmatisches oder wurde mit Religion verbunden. Laut Yeung (1999) gibt es zwei chinesische Übersetzungen des Wortes Wunder – qi ji und shen ji. Da chinesische Wörter Piktogramme sind, muss man die Zusammensetzung der Schriftzeichen im Piktogramm und ihre Konnotationen verstehen. Yeung schreibt:

Das Zeichen qi ist ein Ideogramm, das aus zwei Wörtern besteht, nämlich da, was ‚groß‘ bedeutet, und ke, was möglich oder annehmen bedeutet. In der chinesischen Kultur bedeutet qi seiner Schreibweise nach ‚etwas Großes ist möglich‘. Der Kerngedanke von qi ji ist daher, dass allen, die an seine Möglichkeit glauben, alles widerfahren kann.

Yeung, 1999, S. 7

Indem er dies einem Klienten erklärte und ihm dann als Beispiel anführte, wie dessen Mutter es für möglich gehalten hatte, dass ihr Sohn Arzt wird, konnte Yeung seinem Klienten helfen, sich auf die Wunderfrage einzulassen.

Die Studierenden der Beratungspsychologie hatten den Eindruck, dass viele chinesische Menschen in Hongkong einen starken Sinn für eine höhere Macht haben und an den Himmel (天), an Gott, an Unsterbliche (z. B. 黃大仙, 關公) glauben, die sie beschützen können. Daher bezog eines ihrer Beispiele für die Wunderfrage diesen Glauben ein:

Stellen Sie sich vor … Sie besuchen heute den Wong-Tai-Sin-Tempel und verehren Wong Tai Sin. Ihre Mühe beeindruckt den Unsterblichen. In der Nacht, während Sie schlafen, nimmt er Ihnen mit seiner Superkraft alle Sorgen und Belastungen. Wie ist Ihre Welt am nächsten Morgen anders, wie sieht sie aus, und welche Veränderungen entdecken Sie?

Von den Studierenden umformulierte Wunderfrage

Ein weiteres Beispiel, das die Studierenden bei Jugendlichen einsetzten, bestand darin, sie sich selbst bei der Regie ihres eigenen Films sehen zu lassen; so stellten sie die Wunderfrage folgendermaßen:

Ich gebe dir eine Aufgabe. In dieser Aufgabe führst du Regie und spielst die Hauptrolle in einem Film. Der Film heißt „Deine Zukunft“. Du bist für alles verantwortlich, was den Film betrifft. Du kannst ihn frei schneiden und alles darüber entscheiden, wie du dich in deinem Zukunftsfilm sehen möchtest … Jetzt hast du den Film fertig gedreht und schaust ihn dir an. Was siehst du dich in dem Film tun? Wie ist die Welt dieses Films?

Wunderfrage für Jugendliche, von den Studierenden formuliert

Fazit

Die vorstehenden Beispiele für die Arbeit, die eine Gruppe von Masterstudierenden der Beratungspsychologie in nur einem Semester in Hongkong mit SFBT geleistet hat, zeigen, wie bewusst sie den kulturellen Kontext wahrgenommen haben und dass sie chinesischer Klientel nicht einfach eine westliche Therapie überstülpten. Sie sehen den Wert der SFBT bei chinesischen Menschen in Hongkong, da diese typischerweise sehr pragmatisch sind und rasch zu Lösungen kommen wollen. Dieselben Prinzipien, die sie angewendet haben, nämlich auf die kulturellen Werte ihrer Klientel zu achten, lassen sich auch im multikulturellen Australien anwenden.

Da ich über mehrere Jahre mit Indigenen gearbeitet habe, lässt sich vieles von dem, was die chinesischen Studierenden erreicht haben, meiner Ansicht nach auf diese Gruppe übertragen. Auch indigene Menschen sind stark auf andere und auf die Familie ausgerichtet – auch ihre Kultur ist eine des Selbst-in-Beziehung, und familiäre Beziehungen sind entscheidend. Wir können auf diesen Wert zurückgreifen, um ihnen zu helfen, die Lösungen und die bevorzugte Zukunft zu finden, die sie sich wünschen. Wir können ihre starke Beziehung zum Land nutzen und daran anknüpfen, damit sie ihre bevorzugte Zukunft gestalten können. Ebenso ist bei anderen multikulturellen Gruppen die Aufmerksamkeit für ihren Kontext, ihre Werte und ihren philosophischen Hintergrund entscheidend für den erfolgreichen Einsatz der SFBT in der Beratung.

Complexe Systémique: Was man mitnehmen sollte

Ein bescheidener Beitrag im Umfang, wertvoll durch das, was er zeigt: Eine Methode reist nicht unverändert. Das Kompliment, die Grundgeste der SFBT, stößt auf die Tugend der Bescheidenheit und muss eher auf die Anstrengung als auf den Erfolg zielen, eher auf die Eigenschaft als auf die Leistung, eher auf den Beitrag für andere als auf das eigene Verdienst. Das Wunder, verdächtig nach Magie oder Religion, wird mit den Überzeugungen der Person neu geschrieben: der Wong-Tai-Sin-Tempel oder ein Film, bei dem man selbst Regie führt. Genau das nennt Gale Miller einen interkulturellen Ansatz der Beratung, und genau das finden Hsu und Chen in Taiwan auf der Seite der Supervision wieder. Drei Fälle, keine Messung, eine Autorin, die auch für ihr eigenes Land spricht: als Feldnotizbuch zu lesen, nicht als Beleg. Zum Gespräch mit einer suizidgefährdeten Person siehe auch Suizidgedanken bei jungen Menschen und das Familienklima.

Literatur

Anguilera, D. C. (1998). Crisis intervention: Theory and methodology (8th ed.). St. Louis, MO: Mosby.

Bakker, J.M., Bannink, F.P., & Macdonald, A. (2010). Solution-focused psychiatry. The Psychiatrist, 34, 297-300. doi: 10.1192/pb.bp.109.025957

Callahan, J. (2009). Emergency intervention and crisis intervention. In P. M. Kleespies (Ed.), Behavioral emergencies: An evidence-based resource for evaluating and managing risk of suicide, violence, and victimization (pp. 13-32). Washington, DC: American Psychological Association.

Chung, K. F., & Wong, M. C. (2004). Experience of stigma among Chinese mental health patients in Hong Kong. Psychiatric Bulletin, 28(12), 451-454.

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Über die Autorin

Dr Ann Moir-Bussy is Program Leader and Senior Lecturer in Counselling at the University of Sunshine Coast. She has extensive experience as a Counsellor and Counsellor Educator and was Lecturer and Coordinator of the counselling programs at the University of New England from 2002–mid 2007 and then Senior Lecturer and Assistant Professor at the Shue Yan University in Hong Kong until moving back to Australia in September 2012. Ann also has extensive experience teaching in both primary and secondary schools in varying parts of Australia, including working in remote Indigenous stations in the Northern Territory. Ann is a Level 4 registered counsellor and supervisor with the Australian Counselling Association (ACA) and is also the Vice President of ACA. She has published numerous peer-reviewed articles on counselling education and other topics in counselling. Ann has also presented at many conferences both nationally and internationally. Ann has supervised both Master students of counselling and PhD students. Email: AMoirbussy@usc.edu.au

Originalartikel Using SFBT in Hong Kong: Initiatives from Hong Kong Master of Counselling psychology students and implications for cultural contexts in Australia von Ann Moir-Bussy, erschienen im Journal of Solution-Focused Brief Therapy, Bd. 1, Nr. 1 (2014), Artikel 5, S. 30-45, doi: 10.59874/001c.75124, unter der Lizenz CC BY 4.0. Inoffizielle deutsche Übersetzung von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, mit für das Lesen am Bildschirm angepasster Gestaltung und mit beschriebenen statt wiedergegebenen neun Abbildungen. Diese Übersetzung stammt weder von der Autorin noch vom Verlag. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Inoffizielle Übersetzung des Originalartikels „Using SFBT in Hong Kong: Initiatives from Hong Kong Master of Counselling psychology students and implications for cultural contexts in Australia“, erschienen in Journal of Solution-Focused Brief Therapy (2014) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, wie zu Beginn dieser Seite erläutert; die Übersetzung stammt weder von der Autorin noch vom Verlag. Maßgeblich ist die Originalfassung.

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Moir-Bussy, A. (2014). Using SFBT in Hong Kong: Initiatives from Hong Kong Master of Counselling Psychology Students and Implications for Cultural Contexts in Australia. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/using-sfbt-in-hong-kong-initiatives-from-master-of-counselling-psychology-students-and-implications-for-cultural-contexts-in-australia (Originalwerk 2014 erschienen in Journal of Solution-Focused Brief Therapy, Bd. 1, Nr. 1 (2014), Artikel 5, S. 30-45; 2014 erneut veröffentlicht von Journal of Solution-Focused Brief Therapy, https://journalsfp.org/article/75124)

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