KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

BMC Psychiatry · Familientherapie

Eine explorative Studie zur Machbarkeit und Angemessenheit der Familienpsychoedukation für Frauen mit postpartaler Psychose in Uganda

Wie lässt sich ein US-amerikanisches Programm der Familienpsychoedukation für ugandische Mütter anpassen, die wegen einer postpartalen Psychose stationär behandelt werden, in einer Kultur, die die Erkrankung Ahnengeistern oder der Untreue zuschreibt? Gesundheitsfachkräfte, Mütter und Bezugspersonen veränderten Form und Inhalt: nur eine angehörige Person, ältere Luganda sprechende Moderatorinnen, aber auch Familienplanung, Stillen und Einkommen.

Autorinnen und Autoren Janet Nakigudde und Seggane Musisi (Department of Psychiatry, Makerere University College of Health Sciences, Kampala, Uganda); Florence Mirembe (Department of Obstetrics and Gynecology, Makerere University College of Health Sciences, Kampala, Uganda); Eija Airaksinen, mit Janet Nakigudde (Department of Public Health Sciences, Karolinska Institute, Stockholm, Sweden); Anna Ehnvall (Department of Clinical Neuroscience, Gothenburg University, und Psychiatric Out-patient Clinic, Varberg, Sweden)Erstveröffentlichung BMC Psychiatry, 8. Mai 2013Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von An exploratory study on the feasibility and appropriateness of family psychoeducation for postpartum women with psychosis in Uganda von Janet Nakigudde, Anna Ehnvall, Florence Mirembe, Seggane Musisi und Eija Airaksinen, erschienen in BMC Psychiatry (BioMed Central) (2013), doi: 10.1186/1471-244x-13-131, unter der Lizenz CC BY 2.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Tabellen werden als Listen dargestellt; die im Quelltext verschobenen Zellen von Tabelle 2 wurden neu ausgerichtet; die Erklärungen am Ende des Artikels sind in den Anmerkungen zusammengefasst. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Es war offensichtlich, dass sich ein Interventionsprogramm nicht von den soziokulturellen und wirtschaftlichen Kontexten einer bestimmten Bevölkerung trennen ließ.

Janet Nakigudde et al.

Zusammenfassung

Hintergrund. Wir untersuchten, wie Familienpsychoedukation für Mütter mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt in einem ugandischen Setting kultursensibel gestaltet werden kann.

Methoden. In einem qualitativen Multimethodenansatz wurde ein bereits bestehendes Tool Kit zur Familienpsychoedukation angepasst, um Laienvorstellungen über psychotische Erkrankungen in der Postpartalzeit in diesem ugandischen Setting einzubeziehen. Teilnehmende waren Frauen mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt, Bezugspersonen bzw. Familienangehörige, psychiatrische Pflegefachkräfte sowie psychologische Fachkräfte. Eine modifizierte Fassung eines Programms der Familienpsychoedukation für Frauen mit postpartaler Psychose wurde formuliert und in einer Pilotphase erprobt.

Ergebnisse. Die Änderungen am Standardprogramm der Familienpsychoedukation betrafen sowohl den Prozess als auch den Inhalt. Beim Prozess wurden wirksame Kommunikation, kultureller Hintergrund, angemessene Kleidung, die Einbeziehung nur eines Familienmitglieds, geringe Lese- und Schreibkompetenz sowie Flexibilität bei der Pünktlichkeit angesprochen. Das Thema Inhalt führte dazu, Laienvorstellungen über psychische Erkrankungen, Familienplanung und Einkommensschaffung einzubeziehen und die prämorbide und morbide Persönlichkeit der Patientinnen stärker hervorzuheben.

Schlussfolgerung. Die Grundprinzipien und Grundannahmen der Psychoedukation blieben unverändert. Die Änderungen an Prozess und Inhalt der Familienpsychoedukation spiegelten die soziale, kulturelle und geschlechtsbezogene Realität der Bevölkerung wider.

Schlüsselwörter: Psychoedukation; Evidenzbasierte Praktiken; Kultur; Kultursensibilität; Kulturelle Adaptation

Hintergrund

Psychoedukation wurde definiert als die Schulung von Patientinnen und Patienten und ihren Familien, die Informationen, Wissen und die Fertigkeiten vermittelt, die für die Rückfallprävention und die Wiederherstellung der Gesundheit psychiatrisch Erkrankter notwendig sind [1]. Psychoedukation ist eine evidenzbasierte Praxis, die zu zahlreichen positiven gesundheitlichen Ergebnissen führt [2]. Sie gilt als wirksame ergänzende psychosoziale Behandlung bei verschiedenen psychischen Problemen [3]. Randomisierte kontrollierte Studien haben eine höhere Wirksamkeit pharmakologischer Interventionen gezeigt, wenn diese bei der Behandlung psychischer Probleme mit Familienpsychoedukation kombiniert werden [4]. Obwohl Psychoedukation ursprünglich zur Unterstützung von Menschen mit Schizophrenie entwickelt wurde, gibt es inzwischen spezielle Module für verschiedene psychische Störungen wie die bipolare Störung, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen [2]. Familienpsychoedukation ist ein bestehendes, aber nicht öffentlich zugängliches Paket, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen.

Theoretische Begründung, Struktur und Inhalt der Familienpsychoedukation

Fachkräfte der psychischen Gesundheitsversorgung entwickelten die Familienpsychoedukation von der Prämisse ausgehend, dass eine wahllose Verschreibung von Medikamenten den Bedürfnissen der Erkrankten und ihrer Bezugspersonen nicht gerecht würde. Daher bedurfte es psychosozialer Interventionen. Diese psychosozialen Interventionen mussten zudem gut strukturiert sein. Man erkannte die Belastungen, denen sowohl die Erkrankten als auch ihre Familien ausgesetzt waren, weil die Erkrankten nicht verstanden wurden und die Familien nur unzureichende Informationen über psychische Erkrankungen erhielten. Daher wurde ein Behandlungsmodell formuliert, das Behandelnde, Erkrankte und Familien anleiten sollte, den Verlauf der Pathophysiologie psychotischer Störungen positiv zu beeinflussen. Familienpsychoedukation unterstützt die Zusammenarbeit der Gesundheitsfachkräfte mit den Angehörigen einer Person mit schwerer psychischer Erkrankung. Ziel sind Rückfallprävention, weniger Klinikaufenthalte, weniger Stigmatisierung, Therapietreue, eine bessere Einbeziehung der Angehörigen und dadurch eine bessere soziale Unterstützung der erkrankten Person. Familienpsychoedukation soll den Stress sowohl der erkrankten Person als auch ihrer Angehörigen verringern und vermittelt zudem mehr Wissen über die Art der Erkrankung.

Je nach Zusammensetzung der Gruppe, die aus einer oder mehreren Familien bestehen kann, werden verschiedene Formen der Psychoedukation beschrieben. Bei der Einzelfamilien-Psychoedukation nimmt eine Familie an den Schulungssitzungen teil, während bei der Mehrfamilien-Psychoedukation mehrere Familien zusammenkommen, um ihr Wissen über eine psychische Erkrankung zu erweitern, die ein Familienmitglied betrifft [5]. Psychoedukation, die sich an Bezugspersonen psychiatrisch Erkrankter richtet, hat ähnliche Ergebnisse erzielt wie Einzel- oder Mehrfamilienmodelle [6]. Die Mehrfamilien-Psychoedukation umfasst jeweils 6 bis 12 Gruppenmitglieder, die bis zu vier Familien vertreten. Die Intervention kann je nach Häufigkeit und Dauer der Sitzungen kurz- oder langfristig angelegt sein [7] und in der Klinik oder in der Gemeinde stattfinden. In klinischen Studien dauert jede Psychoedukationssitzung Berichten zufolge etwa 60 Minuten [8]. Der Prozess ist stark strukturiert, mit Inhalten, die auf Wissenszuwachs, Problemlösen und Fertigkeitentraining abzielen. In den ersten Joining-Sitzungen lernen die Teilnehmenden die Moderierenden einzeln kennen. Darauf folgen Gruppensitzungen zu Schulung, Problemlösen und Fertigkeitentraining [9].

Obwohl allgemein akzeptiert, unterscheidet sich die Praxis der Psychoedukation je nach kulturellem Kontext. Eine modifizierte, kulturell angepasste psychoedukative Intervention wurde mit koreanisch-amerikanischen Familien psychiatrisch erkrankter Menschen durchgeführt [10]. Die Ergebnisse zeigten verbesserte Bewältigungsfähigkeiten, mehr Handlungsmacht im Umgang mit Krisen und einen signifikanten Rückgang der Stigmatisierung. In China zeigte eine kontrollierte Studie zu einer familienpsychoedukativen Intervention in der Interventionsgruppe eine bessere Therapietreue, ein besseres Erkennen psychischer Störungen und eine bessere Partnerschaft zwischen Familie und Behandelnden [3].

Adaptation psychologischer Programme

Verschiedene klinische Studien weisen auf die Wirksamkeit kulturell angepasster psychologischer Interventionen hin. Zu den Grundannahmen solcher kultureller Adaptationen wurden theoretische Rahmenmodelle aufgestellt [11]. Eine Parent Child Interaction Therapy (PCIT) wurde für mexikanisch-amerikanische Familien kulturell angepasst, nachdem Hindernisse für ihren Zugang zur Behandlung ermittelt worden waren. Dazu wurden Fokusgruppen und Interviews mit mexikanisch-amerikanischen Müttern, Vätern und therapeutischen Fachkräften genutzt, aus denen Änderungen abgeleitet wurden, auf deren Grundlage eine kulturell angepasste Fassung der PCIT entstand [12].

Setting der Studie

Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika mit einer Gesamtfläche von 240,000 km². Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf beträgt US $ 490 (Datenbank der Weltbank, 2011). Das Land hat rund 34,600,000 Einwohnerinnen und Einwohner und eine Wachstumsrate von 3.57% [13]. Kulturell haben Frauen in Uganda einen niedrigen sozialen Status und eine geringere Alphabetisierungsrate von 56%, verglichen mit etwa 71% bei Männern. Uganda hat eine hohe Fertilitätsrate von 6.7 Kindern pro Frau. Frauen im gebärfähigen Alter machen 23% der Gesamtbevölkerung aus, und im Durchschnitt bekommen Frauen ihre Kinder in jungen Jahren. Fünfundzwanzig Prozent aller Geburten entfallen auf Mädchen im Teenageralter. Ugandische Frauen sind einem hohen Risiko ausgesetzt, an Schwangerschaftskomplikationen zu sterben. Das Lebenszeitrisiko einer ugandischen Frau, an mütterlichen Ursachen zu sterben, liegt bei 1 zu 12. Schätzungen zufolge sind für jede ugandische Frau, die an einer schwangerschaftsbedingten Ursache stirbt, 20 bis 30 Frauen von kurz- oder langfristigen Beeinträchtigungen infolge von Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen betroffen. Perinatale und mütterliche Erkrankungen stehen mit 20% an erster Stelle der wichtigsten Ursachen für Mortalität und Morbidität in Uganda [14].

Kulturelle Vorstellungen über psychiatrische Erkrankungen und postpartale Psychosen in der Kultur der Ganda in Uganda

Die Ganda in Zentraluganda führen psychische Erkrankungen kulturell auf übernatürliche Kräfte zurück [15,16]. Sie glauben an hoch organisierte Systeme von Ahnengeistern; an deren Spitze steht Lubaale. Jede Familienlinie bzw. jeder Clan hat verschiedene Ahnengeister, die verstorbene Vorfahren repräsentieren und mizimu genannt werden. Lubaale ist eine Gruppe von Ahnengeistern derselben Abstammungslinie. Nach kultureller Überzeugung kann er schützend wirken, wenn er besänftigt ist, doch wenn er grollt, kann Lubaale rachsüchtig sein und angeblich eine Krankheit verursachen, die dann als Kiganda-Krankheit bezeichnet wird [17]. Dazu gehören häufig schwere psychische Erkrankungen, die sich als Psychose äußern. Weit verbreitet ist die Überzeugung, dass diese Art von Erkrankung (Psychose) nur von traditionellen afrikanischen Heilkundigen behandelt werden kann [17]. Auch postpartale psychotische Erkrankungen werden in der Kultur der Ganda in Uganda übernatürlichen Geistern zugeschrieben, die angeblich durch die Promiskuität der Frau während der Schwangerschaft herbeigerufen werden [18]. In der Kultur der Ganda ist die postpartale Psychose daher eine Erkrankung, die mit kulturellen Familiendynamiken aufgeladen ist.

In geringerem Maße wurde die postpartale Psychose der Promiskuität des männlichen Partners der Frau zugeschrieben [19]. Wenn die Frau weiß, dass sie selbst nicht promisk war, wird sie aufgrund der kulturellen Überzeugungen misstrauisch gegenüber ihrem Partner. Sie fühlt sich dann von ihrem Partner betrogen, doch auch der Partner hat Grund, sich von ihr betrogen zu fühlen. Die kulturellen Überzeugungen über die postpartale Psychose bürden den Frauen nach der Geburt und ihren Bezugspersonen somit eine emotionale Last auf, zu einem Zeitpunkt, an dem sie bereits durch die psychotische Erkrankung belastet sind.

Aktuelle Versorgungsangebote für Frauen mit postpartaler psychotischer Erkrankung in Uganda

Das nationale psychiatrische Referenzkrankenhaus Butabika verfügt über Räumlichkeiten, in denen eine Frau nach der Geburt zusammen mit ihrem Säugling und ihrer Bezugsperson stationär aufgenommen werden kann. Diese Praxis ermöglicht es ihr, während des Klinikaufenthalts weiter zu stillen und eine emotionale Bindung zum Säugling aufzubauen. Wenn die Frauen ins Krankenhaus gebracht werden, erhalten sie die übliche medikamentöse Behandlung. Beratung oder Psychoedukation gibt es kaum, und die Mythen über die postpartale Psychose werden nicht entkräftet, solange die Frauen und ihre Bezugspersonen im Krankenhaus sind. Dadurch entsteht eine Versorgungslücke für diese Frauen. Unseres Wissens wurde bisher keine Forschung speziell mit Frauen mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt durchgeführt, um das Programm der Familienpsychoedukation kulturell angemessen und geschlechtersensibel zu gestalten. In dieser Studie untersuchten wir, wie Familienpsychoedukation für Frauen mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt in Zentraluganda kultursensibel, machbar und angemessen gestaltet werden kann.

Methoden

Es wurde ein qualitatives Multimethodendesign verwendet, mit Daten aus Einzelinterviews, Konsultationstreffen, Gruppendiskussionen und Beobachtungen einer psychoedukativen Pilotintervention für Frauen mit einer aktuellen psychotischen Episode nach der Geburt und ihre Bezugspersonen. Die Studie wurde am nationalen psychiatrischen Referenz- und Lehrkrankenhaus Butabika in Zentraluganda durchgeführt. Das Einzugsgebiet des Krankenhauses wird überwiegend von Angehörigen der Volksgruppe der Ganda in Zentraluganda bewohnt.

Methoden zur Rekrutierung der verschiedenen Teilnehmendengruppen

Frauen nach der Geburt und ihre Bezugspersonen

Die Frauen wurden fortlaufend aus den Patientinnen rekrutiert, die zwischen Dezember 2009 und März 2010 mit verschiedenen Formen postpartaler psychischer Erkrankung auf der Frauenaufnahmestation der psychiatrischen Einrichtung aufgenommen worden waren. Ihre Namen wurden bei der Aufnahme und nach Erhalt der üblichen medikamentösen Behandlung in ein Register eingetragen. Bei der Entlassung wurde diesen Frauen die Studie fortlaufend vorgestellt, und sie wurden um ihre freiwillige Teilnahme gebeten. Die Auswahlkriterien für die Frauen waren: eine schwere psychische Erkrankung, eine Entbindung in den vergangenen sechs Monaten, verfügbare Bezugspersonen, die Fähigkeit, sich in der Landessprache zu verständigen, und ein Wohnort im Umkreis von 30 Meilen um das Krankenhaus. Die Frauen benannten die Bezugspersonen, die ihnen während der akuten Erkrankung die meiste soziale Unterstützung gegeben hatten; auch diese wurden nach einer angemessenen Erklärung um ihre freiwillige Teilnahme an der Studie gebeten. Dies geschah mit Erlaubnis der Frauen. Zunächst wurden acht Frauen und ihre acht Bezugspersonen rekrutiert. Zwei Frauen schieden jedoch mit ihren Bezugspersonen aus: die erste, weil sie unter der Telefonnummer, die sie der Studienkoordination angegeben hatte, nicht erreichbar war, die zweite, weil sie an Komplikationen von HIV/AIDS litt und von ihren Angehörigen in ihr Dorf geschickt worden war. Folglich nahmen sechs Frauen und ihre sechs Bezugspersonen an den Psychoedukationssitzungen teil und schlossen die Studie ab.

Rekrutierung der teilnehmenden psychiatrischen Pflegefachkräfte

Fünf psychiatrische Pflegefachkräfte wurden einbezogen, weil sie eng mit den Patientinnen im Krankenhaus zusammenarbeiteten. Vier wurden ausgewählt, weil sie auf der Frauenaufnahmestation arbeiteten, von der die Frauen rekrutiert wurden. Eine dieser vier Fachkräfte war die Leiterin der Frauenaufnahmestation. Die fünfte Pflegefachkraft wurde rekrutiert, weil sie die Abteilung für Familienplanung des psychiatrischen Krankenhauses leitete und ständig mit Frauen mit psychischen Problemen arbeitete, die Familienplanung benötigten.

Klinisch-psychologische Fachkräfte

Sie wurden aufgrund eines besonderen Interesses an der psychischen Gesundheit von Frauen gezielt ausgewählt.

Materialien und Datenquellen

Ein Arbeitshandbuch zur Umsetzung der Familienpsychoedukation als Datenquelle

Die in dieser Studie angepasste Familienpsychoedukation ist eine evidenzbasierte Praxis, die ursprünglich für die Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) in den USA auf der Grundlage von Evidenz und Fachmeinungen entwickelt wurde [2]. Das Arbeitshandbuch zur Umsetzung der Familienpsychoedukation ist Teil des Tool Kits zur Familienpsychoedukation. Das Handbuch beschreibt die Begründung für die Durchführung von Psychoedukation, die Prinzipien der Arbeit mit Familien, die Kernkomponenten und den Prozess der Psychoedukation. Es beschreibt Struktur und Inhalt der verschiedenen Formen der Familienpsychoedukation für unterschiedliche psychische Störungen. Es legt dar, wie die Standard-Familienpsychoedukation durchgeführt werden sollte. Das Handbuch diente dazu, den psychologischen Fachkräften und den psychiatrischen Pflegefachkräften das Konzept der Familienpsychoedukation vorzustellen. Sie wurden gebeten, das Handbuch vor den Interviews zu lesen.

Für die Studie zu Machbarkeit und Angemessenheit wurden mehrere Datenquellen genutzt. Familienpsychoedukation ist eine evidenzbasierte Intervention mit anerkannter Struktur, anerkanntem Inhalt und Prozess (2). Hätten wir unsere Studie nicht auf ein bereits anerkanntes Protokoll gestützt, hätten wir Zeit darauf verwendet, neu zu erfinden, was anderswo bereits vorhanden war; deshalb wurde es als Datenquelle genutzt.

Ein halbstrukturierter Interview- und Gruppenleitfaden

Für die psychiatrischen Pflegefachkräfte und die psychologischen Fachkräfte wurde ein halbstrukturierter Interviewleitfaden zur Familienpsychoedukation, wie sie im Tool Kit beschrieben ist, formuliert. Ebenso wurde ein halbstrukturierter Leitfaden für die Frauen und ihre Bezugspersonen erstellt. Die Interviews dauerten im Durchschnitt etwa anderthalb Stunden.

Datenmanagement und Datenanalyse

Die Einzelinterviews mit den psychologischen Fachkräften und den psychiatrischen Pflegefachkräften wurden auf Tonband aufgezeichnet und transkribiert. Auch das Pilotprogramm der Familienpsychoedukation mit den Frauen und ihren Bezugspersonen wurde aufgezeichnet und transkribiert. Aus den transkribierten Daten leiteten wir Themen ab. Diese Themen wurden anschließend in den Konsultationstreffen besprochen, um sicherzustellen, dass sie getreu wiedergaben, wie sich die Teilnehmenden eine kultursensible Familienpsychoedukation vorstellten. Die psychologischen Fachkräfte und die Pflegefachkräfte nahmen am ersten Konsultationstreffen teil. Am zweiten Treffen hingegen nahmen die psychologischen Fachkräfte, die Pflegefachkräfte, die Bezugspersonen und die Frauen gemeinsam an diesem letzten Konsultationstreffen teil. Bei diesem letzten Treffen wurden die Frauen und ihre Bezugspersonen in derselben Gruppe befragt. Sie hatten gemeinsam an den Diskussionen der Psychoedukation teilgenommen und dazu beigetragen, und es hatte sich eine harmonische Beziehung entwickelt.

Es gibt zwei Hauptgründe, weshalb die Sitzungen des zwölfwöchigen Programms aufgezeichnet und transkribiert wurden. Erstens erfolgten die Aufzeichnungen, um die wöchentliche Supervision der 2 psychologischen Fachkräfte durch eine erfahrene psychologische Fachkraft zu erleichtern. Die aufgezeichneten Daten halfen den psychologischen Fachkräften, ihre Moderationsfähigkeiten zu reflektieren. Zweitens wurden die transkribierten Daten aus der Durchführung des zwölfwöchigen Programms genutzt, um die Anliegen und Wahrnehmungen der Frauen und der Bezugspersonen zu validieren; dies war ein Weg, auf dem die Themen des Ergebnisteils gewonnen wurden.

Familienpsychoedukation für Frauen nach der Geburt

Zum ersten Mal wurde das Programm nach den Interviews mit den psychologischen Fachkräften und den Pflegefachkräften verändert. Anschließend wurde das Programm der Familienpsychoedukation mit 12 Teilnehmenden pilotiert. Es handelte sich um eine Gruppenintervention. Nach der Pilotierung des modifizierten Programms fand eine Besprechung mit den Teilnehmenden, den psychologischen Fachkräften, die das Programm moderiert hatten, und den Pflegefachkräften statt, und das bereits modifizierte Programm wurde weiter verändert. Die psychiatrischen Pflegefachkräfte waren nicht direkt an der Moderation des Programms beteiligt. Das modifizierte Programm der Familienpsychoedukation wurde von 2 psychologischen Fachkräften gleichzeitig moderiert, sodass sich Fragen der Interrater-Reliabilität nicht stellten. Ihre Aufgabe bestand darin, die Diskussionen der Psychoedukation zu moderieren und den Frauen und ihren Bezugspersonen Informationen zu vermitteln. Die 2 psychologischen Fachkräfte waren geschult worden und wurden während der gesamten Programmdauer weiterhin von einer erfahrenen psychologischen Fachkraft mit besonderem Interesse an Familienpsychoedukation supervidiert.

Sicherung der Glaubwürdigkeit der endgültigen Fassung des modifizierten Programms der Familienpsychoedukation

Während der Studie hielten wir uns eng an die Komponenten, die für eine wirksame Familienpsychoedukation in den USA vereinbart worden waren [9]. Die Datenerhebenden bzw. Moderierenden waren psychologische Fachkräfte mit mindestens einem Masterabschluss in Klinischer Psychologie. Sie waren Mitglieder der Uganda Counseling Association und der Uganda Clinical Psychology Association. Alle Teilnehmenden sprachen fließend Luganda, die Landessprache, in der die Studie durchgeführt wurde. Um die Programmtreue zu bestimmen, verwendeten wir eine Checkliste der Fidelity-Skala für Familienpsychoedukation, um sicherzustellen, dass Prozess und Inhalt der Psychoedukation eingehalten wurden [2]. Schließlich supervidierte die Studienleiterin (JN) wöchentlich die psychologischen Fachkräfte, die das modifizierte Programm der Familienpsychoedukation pilotierten.

Ethische Überlegungen und Verfahren

Die Genehmigung zur Durchführung der Studie wurde von der Forschungs- und Ethikkommission der School of Medicine der Makerere University, von der Forschungskommission des nationalen psychiatrischen Referenz- und Lehrkrankenhauses Butabika und schließlich vom Uganda National Council of Science and Technology eingeholt. Auch die Leitungen der beiden Krankenhausstationen, aus denen die Mütter rekrutiert wurden, wurden um Erlaubnis gebeten. Die Mütter, die sich zur Teilnahme bereit erklärten, willigten in ihre eigene Teilnahme an der Studie ein sowie in die Teilnahme ihrer Bezugspersonen am Psychoedukationsprogramm. Die Bezugspersonen gaben ihrerseits ihre informierte Einwilligung zur Teilnahme an der Studie zur Adaptation der Familienpsychoedukation. Schließlich wurde die freiwillige informierte Einwilligung der Pflegefachkräfte und der psychologischen Fachkräfte eingeholt.

Die Literatur zu Psychoedukationsmodellen für Frauen nach der Geburt zeigt, dass die Mehrheit der Frauen mit postpartaler psychotischer Erkrankung eine DSM-IV-Diagnose einer bipolaren Störung hat [20]. Daher wurde vereinbart, für die Frauen der Studie ein Psychoedukationsmodell für bipolare Störungen anzupassen. Zunächst wurden die psychiatrischen Pflegefachkräfte und die psychologischen Fachkräfte einzeln angesprochen und anhand des Arbeitshandbuchs in die Grundprinzipien der Familienpsychoedukation eingeführt. Sie wurden gebeten, bestimmte Kapitel zu lesen, darunter Themen zur Begründung der Psychoedukation, zum Ablauf der Psychoedukation (Joining, Schulungsworkshop, Problemlösen) und zu anderen klinischen Psychoedukationsmodellen. Darauf folgten Einzelinterviews mit jeder Pflegefachkraft und jeder psychologischen Fachkraft, die zu Prozess und Inhalt des Programms befragt wurden. Nach den Interviews fand das erste Konsultationstreffen mit den Pflegefachkräften und den psychologischen Fachkräften statt. Dieses Treffen führte zu den ersten Änderungen am Prozess des Standard-Tool-Kits zur Psychoedukation bei bipolarer Störung, um es kultursensibler zu machen.

Anschließend durchliefen die Frauen nach der Geburt zusammen mit ihren Bezugspersonen dieses modifizierte Programm der Familienpsychoedukation, das zwölf Sitzungen in zwölf aufeinanderfolgenden Wochen umfasste. Dies war die Pilotphase. Der Psychoedukationsplan begann damit, dass sowohl die Frauen als auch die Bezugspersonen zu jeweils zwei individuellen Joining-Sitzungen eingeladen wurden. Die Frau hatte 2 Sitzungen ohne ihre Bezugsperson, und auch die Bezugsperson hatte 2 Sitzungen ohne die Frau. Darauf folgte eine gemeinsame Sitzung, in der die Frau und ihre Bezugsperson zusammen teilnahmen und auf die neun folgenden Sitzungen vorbereitet wurden, an denen weitere Frauen und Bezugspersonen in der Mehrfamilien-Psychoedukationsgruppe teilnehmen würden. Am Ende der 12 Wochen hielten die Frauen und die Bezugspersonen gemeinsam mit den Pflegefachkräften und den psychologischen Fachkräften ein zweites Konsultationstreffen ab. Weitere Änderungen am Inhalt der Standard-Familienpsychoedukation wurden in das Psychoedukationsprogramm aufgenommen.

Ergebnisse

Soziodemografische Merkmale der Teilnehmenden

Die Teilnehmenden der Studie waren Frauen nach der Geburt, ihre Bezugspersonen und westlich ausgebildete Gesundheitsfachkräfte. Insgesamt wurden 23 Teilnehmende für die Studie rekrutiert: 5 psychiatrische Pflegefachkräfte, 2 psychologische Fachkräfte, 8 Frauen nach der Geburt und 8 Bezugspersonen. Die Stichprobe war klein, weil wir die kleinste Zahl von Teilnehmenden suchten, die unsere Kriterien für das Vortesten, Modifizieren und Anpassen des Psychoedukationsprogramms erfüllte. Erstens war es wichtig, alle Beteiligten zusammenzubringen, nämlich die Gesundheitsfachkräfte, die die Frauen mit psychischer Erkrankung nach der Geburt versorgten; zweitens bezogen wir die Frauen und ihre Bezugspersonen ein, da sich die Psychoedukation an sie richtete.

Das Durchschnittsalter der psychiatrischen Pflegefachkräfte und der psychologischen Fachkräfte lag bei 40.4 Jahren, bei einer Spanne von 26 bis 48 Jahren. Das Durchschnittsalter der Frauen nach der Geburt lag bei 29 Jahren, bei einer Spanne von 20 bis 43 Jahren. Das Durchschnittsalter der Bezugspersonen lag bei 31 Jahren, bei einer Spanne von 20 bis 46 Jahren. Die Mehrheit der Frauen und ihrer Bezugspersonen hatte zwischen 1 und 7 Jahre Schulbildung. Nur eine Frau gab an, verheiratet zu sein, und bei allen Frauen lag die Diagnose einer bipolaren Störung vor, wie in Tabelle 1 dargestellt.

Tabelle 1 — Soziodemografische Merkmale der Mütter und der Bezugspersonen

  • Alter; Höchstes; Mütter: 43; Bezugspersonen: 46
  • Niedrigstes; Mütter: 20; Bezugspersonen: 20
  • Durchschnittsalter; Mütter: 29; Bezugspersonen: 31
  • Geschlecht
  • Männlich; Mütter: -; Bezugspersonen: 2
  • Weiblich; Mütter: 6; Bezugspersonen: 4
  • Schulbildung; 1-7; Mütter: 3; Bezugspersonen: 2
  • 8-11 Jahre; Mütter: 3; Bezugspersonen: 3
  • >11 Jahre; Mütter: -; Bezugspersonen: 1
  • Familienstand; verwitwet; Mütter: 2; Bezugspersonen: -
  • getrennt; Mütter: 2; Bezugspersonen: 1
  • Ledig; Mütter: -; Bezugspersonen: 1
  • Partnerschaft ohne gemeinsamen Haushalt; Mütter: 1; Bezugspersonen: -
  • Verheiratet; Mütter: 1; Bezugspersonen: 4
  • Beziehung zur Mutter; Elternteil; Mütter: -; Bezugspersonen: 2
  • Geschwister; Mütter: -; Bezugspersonen: 1
  • Onkel; Mütter: -; Bezugspersonen: -
  • Ehemann; Mütter: -; Bezugspersonen: 2
  • Freundschaft; Mütter: -; Bezugspersonen: 1
  • Diagnose; Bipolare Störung, manische Phase; Mütter: 4; Bezugspersonen: -
  • Bipolare Störung, depressive Phase; Mütter: 2; Bezugspersonen: -
  • Organische Psychose; Mütter: -; Bezugspersonen: -

Die Ergebnisse stammen aus drei Datenquellen: den Einzelinterviews, den Konsultationstreffen in der Gruppe und der pilotierten Familienpsychoedukation. Die in den verschiedenen Phasen erhobenen Daten wurden zusammengeführt, um die im Ergebnisteil dargestellten Themen abzuleiten. Einzelinterviews wurden mit den Pflegefachkräften und den psychologischen Fachkräften geführt. Sie dienten dazu, Informationen darüber zu gewinnen, wie die Psychoedukation mithilfe des Tool Kits, das die Pflegefachkräfte und die psychologischen Fachkräfte vor den Interviews gelesen hatten, am angemessensten durchgeführt werden könnte. Viele der folgenden Zitate stammen aus den Daten der Einzelinterviews. Die Daten aus den Einzelinterviews wurden zur Modifikation der Psychoedukation verwendet. Die Daten aus den Konsultationstreffen wurden aus mehreren Gründen erhoben und mit den Daten der Einzelinterviews zusammengeführt. Der erste Grund war die Validierung der in den Einzelinterviews gewonnenen Informationen. Der zweite Grund war die Ergänzung dieser Daten. Einige Zitate im Ergebnisteil stammen aus den Konsultationstreffen. Die Daten aus den Konsultationstreffen wurden genutzt, um die Psychoedukation nach der Pilotierung zu modifizieren. Das pilotierte Psychoedukationsprogramm ermöglichte es uns, Themen herauszugreifen, die den Frauen und ihren Bezugspersonen besonders wichtig waren. Diese Themen wurden später in den Konsultationstreffen angesprochen und in das bereits pilotierte Psychoedukationsprogramm aufgenommen.

Aus diesen Datenquellen ergaben sich zwei übergreifende Themen:

i. Der Prozess der Familienpsychoedukation

ii. Der Inhalt der Familienpsychoedukation

Thema I: Prozess der Familienpsychoedukation

Die Unterthemen zum Prozess der Familienpsychoedukation waren: wirksame Kommunikation einschließlich des Einsatzes von Metaphern; kultureller Hintergrund, einschließlich gleicher Sprache und gleichen Geschlechts der Moderierenden; angemessene Kleidung; die Einbeziehung nur eines Familienmitglieds in die Intervention; geringe Lese- und Schreibkompetenz; und schließlich Flexibilität bei der Pünktlichkeit.

a) Wirksame Kommunikation

Unabhängig von der kulturellen Vielfalt verlangen psychologische Programme, dass die Moderierenden bzw. die therapeutischen Fachkräfte, die die Sitzungen leiten, die grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, die für jede therapeutische Begegnung notwendig sind [21]. Entsprechend betonten sowohl die Pflegefachkräfte als auch die psychologischen Fachkräfte, wie wichtig Moderierende mit guten Kommunikations- und Beratungsfähigkeiten seien.

„Die Moderierenden sollten in der Lage sein, wirksam mit den Müttern zu kommunizieren, und sie sollten in Beratung geschult sein“

Psychiatrische Pflegefachkraft 1

Die Bedeutung wirksamer Kommunikation wurde durch den Gebrauch lokal geschätzter Redewendungen, Metaphern und Sprichwörter verstärkt. Es zeigte sich, dass kulturell akzeptierte Redewendungen die Kommunikation mit den Frauen erleichterten, vor allem wenn etwas betont werden musste. Ein solches Sprichwort lautete „Lubaale mbeera nga nembiro kwootadde“. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Gott hilft denen, die sich selbst helfen“. Für die Mütter lag die Bedeutung dieser Metapher bzw. dieses Sprichworts darin, dass es, auch wenn sie weiterhin an die Heilkraft ihrer Ahnen glaubten, entscheidend war, sich selbst zu helfen, indem sie westliche Behandlung in Anspruch nahmen und sich daran hielten.

b) Kultureller Hintergrund, einschließlich Sprache, Alter und gleichen Geschlechts der Moderierenden

Kultureller Hintergrund und Sprache wurden unter zwei Gesichtspunkten erörtert. Zum einen sollten die Moderierenden der Psychoedukation dieselbe Sprache sprechen wie die Frauen. Dies fördert nachweislich die Kommunikation mit Klientinnen und Klienten [22], da es eine wirksame Kommunikation zwischen den Frauen, den Bezugspersonen und den Moderierenden begünstigt.

„Die Moderierenden der Psychoedukation sollten vorzugsweise Frauen sein, die Sprache beherrschen, die die Mütter am besten sprechen, und denselben kulturellen Hintergrund haben wie die Frauen“

Psychiatrische Pflegefachkraft 3

Es wurde als wichtig erachtet, dass reife Frauen den Psychoedukationsprozess moderierten, mit denen sich die Mütter leicht identifizieren konnten. Dazu bemerkte eine teilnehmende Person:

„Eine Moderatorin der Psychoedukation sollte alt genug wirken, um Fragen rund um Geburt und Ehe zu verstehen. Ist die Moderatorin zu jung, bekommen die Frauen den Eindruck, dass sie sich mit ihren Problemen rund ums Kinderkriegen nicht gut auskennt.“

Psychiatrische Pflegefachkraft 4

Neben anderem brachten die Moderierenden ihre eigenen kulturellen Überzeugungen, Werte und Praktiken in die Sitzungen ein. Teilten sie diese mit den Patientinnen, so hatten sie bessere Chancen, die von ihnen begleiteten Personen zu verstehen, und umgekehrt [23].

Der andere Aspekt der Sprache bestand darin, die psychoedukative Diskussion an das Laienverständnis medizinischer Begriffe anzupassen. Fachleute lassen sich in ihren Erklärungen sehr leicht mitreißen und verwenden komplizierte Begriffe, die die Teilnehmenden nicht verstehen. Daher wurde betont, während der Diskussion eine einfache Sprache zu verwenden, mit der sich alle wohlfühlen.

„Man muss in der Diskussion vorsichtig sein, denn medizinisches Personal verwendet gern Fachjargon, den die anderen nicht verstehen. Wenn Leute etwas nicht verstehen, trauen sie sich manchmal nicht zu fragen, langweilen sich und kommen nicht wieder.“

Psychiatrische Pflegefachkraft 2

c) Angemessene Kleidung

Es galt, den Teilnehmenden respektvoll zu begegnen; dies zeigte sich in angemessener Kleidung der Moderierenden und im Respekt vor den unterschiedlichen religiösen Überzeugungen. So mussten die Psychologinnen ausreichend lange Röcke oder Kleider tragen, die als kulturell angemessen galten. Ebenso mussten die religiösen Überzeugungen der Teilnehmenden respektiert werden, indem keine Person nach ihrem Glauben beurteilt wurde.

„Wenn wir wollen, dass sich die Frauen und ihre Bezugspersonen in den Diskussionen wohlfühlen, sollten wir uns angemessen kleiden. Nicht genau so, wie sie sich kleiden, aber so, dass sie uns weiterhin respektieren.“

„Wenn wir ihren Angehörigen keinen Respekt zeigen, wollen sie nicht wiederkommen. Welchem Glauben jemand auch angehört, er muss mit Respekt anerkannt werden.“

Psychologische Fachkraft 1

d) Einbeziehung eines einzigen Familienmitglieds

Die Pflegefachkräfte betonten, wie wichtig ein praktisches und nachhaltiges Programm sei, das sich bei der Umsetzung realisieren lasse, vor allem angesichts der begrenzten Ressourcen. Es wurde vorgeschlagen, dass das Programm zunächst nur ein Familienmitglied statt vieler einbeziehen sollte, weil der Transport für eine Person billiger sei als für die ganze Familie. Zudem könne der Rest der Familie seiner gewohnten Arbeit nachgehen, wie eine befragte Person erklärte:

„In unserem Umfeld ist es nicht praktikabel, dass alle Familienmitglieder an einer Psychoedukationssitzung teilnehmen. Wie viele Mitglieder sollten wir zulassen, wenn man bedenkt, dass wir Großfamilien haben? Es wäre zu teuer und nicht praktikabel, wenn alle Familienmitglieder kämen. Außerdem käme ihre Arbeit zum Stillstand, und die Abbruchquote wäre hoch.“

Teilnehmende Person 1 aus einem der Konsultationstreffen

Weniger Familienmitglieder würden auch die Kommunikationskosten für Telefonanrufe senken, mit denen an die Teilnahme an den Psychoedukationssitzungen erinnert wird

„Es ist schon schwer genug, eine einzige Bezugsperson erfolgreich zu erreichen. Viele Familienmitglieder zu erreichen ist fast unmöglich, wenn sie zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme vielleicht nicht einmal am selben Ort wohnen. Vielleicht haben sie auch keine Kommunikationsmittel.“

Psychiatrische Pflegefachkraft 1

Es ist gut belegt, dass die Kosten der Psychoedukation ihre Verfügbarkeit selbst in Ländern mit hohem Einkommen behindert haben [24]. Die Pflegefachkräfte sprachen sich daher gegen einen ganztägigen Workshop aus, der bedeutet hätte, den Teilnehmenden Mittagessen und Pausensnacks zu stellen. Dies wäre weder für die vorliegende Studie noch für die künftige Praxis finanziell machbar und nachhaltig gewesen.

e) Geringe Lese- und Schreibkompetenz als Herausforderung

Die Pflegefachkräfte gaben aufgrund ihrer Beobachtungen an, dass die Lese- und Schreibkompetenz gering sei und die Frauen eine Teilnahme ablehnen könnten, wenn sie erführen, dass sie in den Interventionsgruppen lesen und schreiben müssten.

„Ich denke, wir müssen an diejenigen denken, die nicht lesen und schreiben können. Damit sie sich nicht diskriminiert fühlen, sollten wir die Idee des Lesens und Schreibens gar nicht erst aufbringen.“

„Wir sollten klar und deutlich erklären, dass sich die Teilnehmenden auch ohne Mitschreiben an die Diskussion erinnern können. Wir sollten auch so flexibel sein, dass wir Teilnehmenden, die schreiben und Lesematerial bekommen möchten, dies ermöglichen.“

Psychiatrische Pflegefachkraft 3

f) Pünktlichkeit

Teilnehmende und Moderierende vereinbarten einen passenden Zeitpunkt für die nächste Psychoedukationssitzung. Einige Teilnehmende kamen jedoch regelmäßig zu spät und brachten damit andere Teilnehmende in Schwierigkeiten. Dies war vor allem zu beobachten, wenn es morgens regnete. Dies erforderte Flexibilität seitens der Moderierenden bzw. psychologischen Fachkräfte und derjenigen, die pünktlich waren. Daher wurde festgehalten, dass am Ende jeder Sitzung an die Bedeutung der Pünktlichkeit erinnert werden sollte.

Thema II: Inhalt der Familienpsychoedukation

Die Unterthemen zum Inhalt waren: die Einbeziehung der Laienvorstellungen der Teilnehmenden über Ursachen und Behandlung psychischer Erkrankungen; Aufklärung über Familienplanung; die Entkräftung von Mythen über das Stillen, wenn eine Frau nach der Geburt psychisch erkrankt ist; mögliche einkommensschaffende Tätigkeiten; und schließlich die Betonung der Persönlichkeitsveränderungen, die die Frau bei Ausbruch der Erkrankung vor und nach der psychotischen Episode durchläuft.

a) Einbeziehung der Laienvorstellungen über Ursachen und Behandlung psychischer Erkrankungen

Es war notwendig herauszufinden, was die Teilnehmenden als Ursache und Behandlung der psychischen Erkrankung ansahen, da dies häufig das Hilfesuchverhalten der Patientinnen beeinflusste [15,16]. Frühere Forschung hat dokumentiert, dass die Ganda übernatürliche Kräfte als Ursache schwerer psychischer Erkrankungen betrachten [25]. Diese Überzeugung führt oft dazu, dass westliche Behandlungen psychischer Erkrankungen nicht befolgt werden. Die Pflegefachkräfte schlugen vor, die kulturellen Vorstellungen der Patientinnen über Ursache und Behandlung psychischer Erkrankungen zu erkunden. Diese wurden in die Inhalte der Psychoedukation aufgenommen.

„Viele Erkrankte und ihre Bezugspersonen glauben, dass psychische Krankheit eine Folge von Hexerei oder eine Clan-Krankheit ist. Um westliche Vorstellungen über Ursache und Behandlung einzuführen, muss man verstehen, was die Menschen über die vermuteten Ursachen und damit über die Behandlungen denken.“

Psychiatrische Pflegefachkraft 1

b) Einbeziehung der Aufklärung über Familienplanung

Einige Bezugspersonen und Frauen waren der Ansicht, dass die Aufklärung über Familienplanung Teil der Psychoedukation für Frauen nach der Geburt sein sollte.

„Können Sie in diesen Sitzungen anfangen, über Familienplanung aufzuklären? Meine Tochter hat sechs Kinder, und jedes hat einen anderen Vater. Jedes Mal, wenn sie zusammenbricht, wird sie von einem anderen Mann schwanger! Ich kann mich nicht um all diese Kinder kümmern … Sie müssen uns über Familienplanung aufklären.“

Bezugsperson 7

Eine andere Bezugsperson sagte:

„Ich wünschte auch, es gäbe Familienplanung. Meine Tochter bricht jedes Mal zusammen, wenn sie entbindet. Dann bringt ihr Mann sie her und lädt sie vor meiner Tür ab! Dann muss ich mich um sie kümmern, und wenn es ihr besser geht, läuft sie zu ihrem Mann zurück und wird wieder schwanger.“

Bezugsperson 3

„Ich werde nur krank, wenn ich entbinde. Ich brauche Familienplanung“

Frau nach der Geburt 2

Und der Ehemann einer Frau sagte:

„Diese Krankheit kam nach ihrer Entbindung. Kann man da nicht etwas tun? Wir haben schließlich sechs Kinder! Diese Kinder reichen.“

Bezugsperson 4

Der Bedarf an Aufklärung und Angeboten zur Familienplanung wurde in einem der Konsultationstreffen zusätzlich von der Pflegefachkraft unterstützt, die darauf hinwies, dass die Frauen diese Angebote zur selben Zeit erhalten könnten, zu der sie an der psychoedukativen Intervention teilnahmen.

c) Stillen

Die Teilnehmenden hoben hervor, wie wichtig es sei, dass Frauen auch während einer psychischen Erkrankung weiter stillen. In der Diskussion berichteten einige Teilnehmende von kulturellen Überzeugungen, wonach das Stillen eines Säuglings während einer akuten psychischen Erkrankung die Krankheit später im Leben auf das Kind übertrage. Andere äußerten Befürchtungen: Wenn eine Frau nach der Geburt einmal mit dem Stillen aufgehört habe, sei es wichtig, nicht wieder damit anzufangen, weil man annahm, die Muttermilch sei verdorben und mache den Säugling körperlich krank. Die folgenden Auszüge veranschaulichen diese Überzeugungen:

„Man hat mir verboten, mein Baby wieder zu stillen, weil man mir gesagt hat, dass meine Muttermilch die psychische Krankheit überträgt und mein Baby später womöglich genauso psychisch krank wird wie ich“

Frau nach der Geburt 6

„Man hat mir gesagt, ich soll mein Baby nicht mehr stillen, weil die Leute sagen, dass meine Milch sauer geworden ist, während ich im Krankenhaus war“

Frau nach der Geburt 2

Da die Säuglinge der Frauen auf die Vorteile des Stillens verzichten mussten und Uganda ein Land mit niedrigem Einkommen ist, waren sich alle Teilnehmenden einig, dass die Vorstellung, während einer psychischen Erkrankung abzustillen, in der psychoedukativen Intervention aufgegriffen werden sollte. Dies wurde beim letzten Konsultationstreffen angesprochen, an dem die Frauen, ihre Bezugspersonen, die Pflegefachkräfte und die psychologischen Fachkräfte teilnahmen.

d) Einkommensschaffende Tätigkeiten

Aus der Gruppendiskussion ging hervor, dass ein Grund, weshalb die Frauen die medizinische Behandlung nicht befolgten, darin lag, dass sie kein Geld für die Fahrt ins Krankenhaus zu Kontrollterminen oder für den Kauf von Medikamenten aufbringen konnten. Hinzu kam, dass die meisten Frauen aufgrund der Art ihrer psychischen Erkrankung keine dauerhafte Beschäftigung halten konnten. Die Frauen und ihre Bezugspersonen schlugen vor, einkommensschaffende Tätigkeiten in die Problemlösefertigkeiten der Psychoedukation aufzunehmen, um sie finanziell handlungsfähig zu machen:

„Manchmal können wir nicht zur Medikamentenausgabe zurückkommen, weil uns das Geld für die Fahrt nach Butabika fehlt“

Frau nach der Geburt 1

„Es fällt mir schwer, daran zu denken, ins Krankenhaus zurückzukommen, wenn ich nicht einmal etwas zu essen im Haus habe“

Frau nach der Geburt 3

e) Persönlichkeitsveränderungen der Frauen vor und nach der Erkrankung

Die Frauen waren der Ansicht, dass ihre Bezugspersonen verstehen müssten, dass sie, wenn sie gereizt waren oder Dinge zerstörten, dies taten, weil sie krank waren, und nicht absichtlich. Außerdem war es ihnen wichtig, die kulturell verankerte Überzeugung zu entkräften, dass psychische Krankheit nicht geheilt oder gebessert werden könne und man, einmal psychisch erkrankt, für immer „verrückt“ sei.

„Ich finde es wichtig, unseren Bezugspersonen klarzumachen, dass wir wirklich krank sind, auch wenn wir uns so verhalten, als wüssten wir, was wir tun. Sie wollen nicht glauben, dass wir krank sind. Sie sagen immer wieder, dass wir nur so tun, wenn wir Dinge kaputt machen und sie während unserer Rückfälle beschimpfen.“

Frau nach der Geburt 2

„Das stimmt. Meine Angehörigen denken genauso. Sie glauben, dass ich ihnen absichtlich schaden will. Wenn es mir dann besser geht, will niemand bei mir bleiben. Sie sind sehr wütend auf mich und bestehen darauf, dass ich absichtlich Dinge kaputt mache und sie beschimpfe.“

Frau nach der Geburt 4

Obwohl die Krankheitssymptome Teil der Standard-Psychoedukation waren, hielt man es für notwendig, sie besonders hervorzuheben, weil die Mütter, wie oben erwähnt, glaubten, von ihren Bezugspersonen missverstanden zu werden. Zudem fürchteten viele Mütter, als „für immer verrückt“ abgestempelt zu werden, und zogen es vor, ihre psychische Erkrankung aus Angst, verlassen zu werden, geheim zu halten, sogar vor ihren Ehemännern.

Eine Übersicht über die Standard-Familienpsychoedukation und die modifizierte Familienpsychoedukation gibt Tabelle 2. Die abgeleiteten, für Frauen mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt in diesem Setting spezifischen Inhalte wurden aufgenommen. Während die Standard-Familienpsychoedukation darauf abzielt, Erkrankte und Familien über die Epidemiologie bestimmter psychischer Erkrankungen aufzuklären, entschieden sich die Pflegefachkräfte und die psychologischen Fachkräfte des Forschungsteams dafür, die kulturellen Laienvorstellungen über die Ursachen psychischer Erkrankungen einzubeziehen, da diese das Hilfesuchverhalten der Patientinnen bestimmen. Aufklärung über Familienplanung, Stillen und einkommensschaffende Tätigkeiten sind nicht Teil der Standard-Familienpsychoedukation, wurden aber in die modifizierte Psychoedukation aufgenommen.

Tabelle 2 — Vergleich der Standard-Familienpsychoedukation bei bipolarer Störung mit der modifizierten Familienpsychoedukation für Mütter mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt

Für jede Phase: Standard-Familienpsychoedukation (SFP), dann modifizierte Familienpsychoedukation. Die Zellen der Originaltabelle sind im Quelltext verschoben; sie wurden hier Phase für Phase neu ausgerichtet.

  • 1. Joining. SFP: Frühwarnzeichen erkennen; Reaktionen auf die Erkrankung erkunden; Bewältigungsstrategien und Auslöser ermitteln; familiäre Netzwerke überprüfen; Wege zur Verringerung der Belastung untersuchen. Modifiziert: Wie in der Standard-Familienpsychoedukation.
  • 2. Gemeinsame Sitzung. SFP: Ermöglicht es der Familie, als Einheit zusammenzukommen, bevor sie in die Mehrfamiliengruppe eintritt. Modifiziert: Wie in der Standard-Familienpsychoedukation.
  • 3. Schulungsworkshop. SFP: Ganztägiger Workshop zu Geschichte und Epidemiologie, Biologie der Erkrankung, Behandlung und Nebenwirkungen sowie emotionalen Reaktionen der Familie. Modifiziert: Statt eines ganztägigen Workshops wurden diese Inhalte auf andere Psychoedukationssitzungen verteilt. Epidemiologie und Biologie der Erkrankung wurden weggelassen. Stattdessen wurden Laienvorstellungen einschließlich kultureller Überzeugungen über Ursachen und Behandlungen aufgenommen, und Frühwarnzeichen und Auslöser wurden partizipativ bearbeitet.
  • 4. Problemlösen, Kommunikation und berufliche Qualifizierung. SFP: (keine Angaben in der Originaltabelle). Modifiziert: Blieb wie in der Standard-Familienpsychoedukation, doch wurden Familienplanung und Stillen sowie gezielte einkommensschaffende Tätigkeiten aufgenommen, und die Hauptmoderierenden waren die Bezugspersonen.

Diskussion

Unser Ziel war es, herauszufinden, was die Standard-Familienpsychoedukation für eine Population von Frauen nach der Geburt in einem ugandischen Setting kulturell akzeptabel und relevant machen würde. Wir stellten fest, dass die grundlegenden therapeutischen Elemente, die als notwendig gelten, damit Moderierende in der Psychoedukation in einem interkulturellen Setting wirksam arbeiten können, anwendbar waren. Die Befunde der Studie zeigen, dass bei der Adaptation des Programms der Familienpsychoedukation die wesentlichen Elemente des grundlegenden therapeutischen Prozesses, also wirksame Kommunikation, sowie kulturell akzeptierte Normen wie Sprache, Alter und gleiches Geschlecht der Moderierenden beibehalten wurden. Die Bedeutung, diese Grundelemente der Psychoedukation während der Adaptation zu bewahren, damit das Programm seine Programmtreue nicht verliert, kann gar nicht genug betont werden [2]. Ideen, die das Programm im ugandischen Setting kulturell relevant und geschlechtersensibel machen würden, wurden aufgenommen.

Frühere Forschungsbefunde haben betont, wie wichtig es ist, Familienmitglieder bei der Entwicklung von Psychoedukationscurricula einzubeziehen, um den spezifischen Bedürfnissen bestimmter Populationen gerecht zu werden [26], und viele der Änderungen in der modifizierten Psychoedukation gingen auf die Bezugspersonen zurück.

Wirksame Kommunikation wurde als Grundlage jeder psychotherapeutischen Begegnung beschrieben [21]. Im Einklang mit früheren Forschungsbefunden gaben die Teilnehmenden an, dass die Moderierenden über gute Kommunikations- und Beratungsfähigkeiten verfügen müssten, damit Familienpsychoedukation im ugandischen Setting wirksam sei, wie es auch für die Standard-Familienpsychoedukation in anderen Settings festgestellt wurde [8]. Daher wurden die Moderierenden unseres kultursensiblen Programms der Familienpsychoedukation danach ausgewählt, ob sie fließend Luganda sprachen, die Sprache, die die Frauen fließend beherrschten, um den Aufbau einer tragfähigen Beziehung zu unterstützen [11]. Es war wichtig, sich an die kulturellen Verhaltensnormen der Ganda anzupassen, etwa an einen akzeptierten Kleidungsstil mit Kleidern und Röcken, die deutlich über das Knie reichten. Darüber hinaus galten ältere Moderatorinnen mit ähnlichem ethnischem Hintergrund als am besten geeignet, weil so kulturelle und geschlechtsbezogene Unterschiede berücksichtigt und die kulturelle Identifikation zwischen den Frauen und den Moderatorinnen gestärkt würden. Ähnliche Befunde gibt es in anderen Studien [11,27]. Die kulturelle Angemessenheit eines Programms berücksichtigt die verschiedenen Dimensionen einer Kultur, einschließlich der Lese- und Schreibkompetenz. Während die Alphabetisierungsraten im Westen im Allgemeinen hoch sind, sind sie in Ländern mit niedrigem Einkommen niedrig [14], und dies wurde entsprechend in die Angemessenheit des Programms einbezogen.

Erklärungsmodelle zu Ursache und Behandlung psychotischer Erkrankungen können beeinflussen, ob ein Mensch eine Behandlung befolgt oder nicht [15,16]. Daher wurde beschlossen, dass die Moderierenden die Vorstellungen der Ganda über die Ursache psychischer Erkrankungen in der Postpartalzeit erkunden sollten, damit diese angemessen aufgegriffen werden konnten. Dies wird in den Dimensionen des Modells der ökologischen Validität hervorgehoben. Die Erklärungsmodelle der Patientinnen stimmen nicht unbedingt mit denen der Moderierenden überein, und wenn eine Verständigung über eine wirksame therapeutische Intervention stattfinden soll, müssen die Moderierenden das Erklärungsmodell der Patientin zu Ursache und Behandlung der Erkrankung verstehen [22,28] und ein Programm entwickeln, das die Ansichten der Teilnehmenden über Ursache und Behandlung der Erkrankung entmystifiziert, wenn sie von der evidenzbasierten Forschung abweichen [12].

Familienpsychoedukation ist eine erfolgreiche evidenzbasierte Praxis, wird aber wegen ihrer hohen Kosten selbst in Ländern mit hohem Einkommen nicht breit angewendet [7]. Die teilnehmenden Pflegefachkräfte und psychologischen Fachkräfte meinten, dass eine Senkung der Kosten die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung erhöhen würde, wenn die Intervention in einem Land mit niedrigem Einkommen in die Behandlung psychischer Erkrankungen integriert werden solle.

Obwohl das Forschungsteam nicht beabsichtigt hatte, die Machbarkeit der Familienpsychoedukation in diesem Setting zu untersuchen, tauchte sie in den Diskussionen der psychologischen Fachkräfte und der Pflegefachkräfte immer wieder als Anliegen und Thema auf und wurde daher aufgenommen. Um die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung des Programms zu erhöhen, schlugen die Teilnehmenden vor, dass statt vieler Familienmitglieder nur das Mitglied an den Sitzungen teilnehmen solle, das am meisten Unterstützung leistete, um die Fahrtkosten zu senken.

Die Erzielung von Einkommen war für die Frauen und ihre Bezugspersonen ein wichtiges Anliegen. Uganda hat eine Arbeitslosenquote von etwa 3.5% und eine Unterbeschäftigung von etwa 17%. Verständlicherweise beschäftigte die Teilnehmenden die Frage, wie Arbeit sowohl für die Frauen als auch für die Bezugspersonen geschaffen werden könne. Gestützt wird dies zudem dadurch, dass viele Frauen mit psychotischer Erkrankung nach der Geburt schon in der Adoleszenz oder sogar in der Kindheit eine bipolare Störung entwickelt haben könnten und ihre Schulbildung nicht abschließen konnten, sodass sie im Wettbewerb um hochqualifizierte Stellen kaum bestehen würden [29].

Das Stillen wurde als wichtiges Thema identifiziert, das in der Psychoedukation aufgegriffen werden sollte. Die Mütter waren unsicher, ob sie ihre Säuglinge weiter stillen sollten, wenn sie nach der Geburt psychisch erkrankten. Sie gingen davon aus, dass, wenn eine Frau nach der Geburt psychisch erkrankte und weiter stillte, das Kind später wegen der „verunreinigten Muttermilch“ eine ähnliche Erkrankung entwickeln würde. Solche Vorstellungen mussten ausgeräumt werden. Die Entmystifizierung von Mythen, die mit kulturellen Überzeugungen verbunden sind, ist in Bernals Modell der ökologischen Validität mit seinen 8 Dimensionen vorgesehen [11]. Familienpsychoedukation bedeutet, die Beteiligten zu informieren und zu schulen; daher waren Informationen zum Stillen geboten, weil sie das Wissen der Patientinnen erweitern würden.

Limitationen der Studie

Wir verwendeten ein Multimethoden-Studiendesign, um die Daten zu gewinnen. Es gab keine Literatur, die darauf hinwies, dass dies das geeignetste Design für diese spezielle Studie sei. Es gab kein Goldstandard-Verfahren, mit dem sich vergleichen und feststellen ließ, dass die vorgenommene kulturelle Adaptation ihre Programmtreue nicht verloren hatte, und es lagen nicht genügend Daten vor, um festzustellen, dass die resultierende kulturelle Adaptation der Anwendung der evidenzbasierten Standard-Familienpsychoedukation in Uganda überlegen war. Angesichts der unterschiedlichen kulturellen Erklärungsmodelle psychischer Erkrankungen, des Settings mit niedrigem Einkommen und der geringen Lese- und Schreibkompetenz ist es jedoch wahrscheinlich, dass die überarbeitete Fassung in der ugandischen Bevölkerung bessere Ergebnisse erzielen würde, als wenn die evidenzbasierte Standard-Familienpsychoedukation unverändert umgesetzt worden wäre. Die Wahrnehmungen und Ansichten der Teilnehmenden des Programms zu Vollständigkeit, Akzeptanz und Nutzen der Psychoedukation wurden nicht erhoben. Das bedeutet, dass ihre Ansichten zu diesen Fragen in dieser Machbarkeitsstudie fehlen, obwohl wir uns vorgenommen hatten, die Beteiligten einzubeziehen.

Schlussfolgerung

Die allgemeinen Prinzipien der Durchführung von Familienpsychoedukation waren in einem ugandischen Setting in dieser Adaptationsstudie ebenso anwendbar wie anderswo. Es war offensichtlich, dass sich ein Interventionsprogramm nicht von den soziokulturellen und wirtschaftlichen Kontexten einer bestimmten Bevölkerung trennen ließ. Die Änderungen an der Standard-Familienpsychoedukation in der vorliegenden Studie spiegelten die besondere soziokulturelle und wirtschaftliche Realität dieser Bevölkerung wider.

Vorveröffentlichungsgeschichte

Die Vorveröffentlichungsgeschichte dieses Artikels ist hier abrufbar:

http://www.biomedcentral.com/1471-244X/13/131/prepub

Complexe Systémique: das Wichtigste

Diese kleine Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, was der Export eines evidenzbasierten Modells tatsächlich bedeutet. Die Invarianten (Joining, gemeinsame Sitzung, Mehrfamiliengruppe, Problemlösen) bleiben bestehen; alles andere wird mit dem Kontext neu ausgehandelt. Aus systemischer Sicht stechen zwei Punkte hervor. Erstens ist die postpartale Psychose von Anfang an eine Angelegenheit des Paares und der Abstammungslinie: Sie wird Geistern oder der Untreue des einen oder anderen Partners zugeschrieben, erzeugt Misstrauen genau in dem Moment, in dem die Mutter Unterstützung braucht, und die Psychoedukation muss mit diesen Erklärungen arbeiten, statt sie zu übergehen. Zweitens waren es die Familien, die den Inhalt erweiterten (Familienplanung, Stillen, Einkommen, die Angst, „für immer verrückt“ zu sein), eine Erinnerung daran, dass sich das Anliegen eines Systems nicht auf das Symptom beschränkt. Die Grenzen sind klar: sechs Dyaden, keine Ergebnismessung, eine einzige angehörige Person pro Familie und das eingestandene Bedauern, die Sicht der Teilnehmenden auf das endgültige Programm nicht erhoben zu haben. Zu lesen zusammen mit dem Artikel über den TIPS-Ansatz für Gruppen der Familienpsychoedukation und dem Artikel über die kulturelle Adaptation der emotionsfokussierten Paartherapie in Uganda.

Anmerkungen aus dem Original

Interessenkonflikte. Die Verfassenden erklären, dass im Zusammenhang mit der Studie keine Interessenkonflikte bestehen.

Beiträge der Verfassenden. JN und AE hatten die Idee. JN führte die Datenerhebung durch. Alle Verfassenden wirkten an der Konzeption der Studie und an der Analyse mit. Diese Arbeit wurde von allen Verfassenden in Rücksprache mit einer Person mit Englisch als Erstsprache gelesen und wieder gelesen und von ihnen gebilligt. Alle Verfassenden haben das endgültige Manuskript gelesen und genehmigt.

Danksagung. Wir danken der Swedish International Development Agency für die Finanzierung dieser Studie im Rahmen der Kooperation SIDA/SAREC-Makerere University. Wir danken auch den Frauen und ihren Bezugspersonen, die uns Einblick in ihre Erfahrungen mit der postpartalen Psychose gewährt haben. Wir danken den psychiatrischen Pflegefachkräften und den psychologischen Fachkräften, die trotz ihres vollen Terminkalenders unermüdlich daran gearbeitet haben, eine kulturell angemessene Fassung der Familienpsychoedukation zu entwickeln. Schließlich danken wir Professor Derek Pomeroy für das Lektorat des Manuskripts.

Literatur

Atri A, Sharma M. Psychoeducation: implications for the profession of health education. Californian Journal of Health Promotion. 2007;5(4):32–39.

Singer PW. Implementation resource KIT User’s guide. Substance abuse mental health services administration, editor. Bethesda: Center for Mental Health Services; 2003.

Xiang M, Ran M, Li S. A controlled evaluation of psychoeducational family intervention in a rural Chinese community. Br J Psychiatry. 1994;165:544–548. https://doi.org/10.1192/bjp.165.4.544.

Miklowitz DJ, Otto MW, Frank E, Reilly-Harrington NA, Wisniewski SR, Kogan JA, Sachs GS. Psychoscial treatments for bipolar depression; a 1-year randomized trial from systematic treatment enhancement program. Arch Gen Psychiatry. 2007;64:419–427. https://doi.org/10.1001/archpsyc.64.4.419.

Goldman CR. Toward a definition of psychoeducation. Hosp Community Psychiatry. 1988;39:666–668. https://doi.org/10.1176/ps.39.6.666.

Reinares M, Colom F, Sanchez-Moreno J, Torrent C, Martinez-Aran A, Comes M, Goikolea JM, Benabarre A, Salamero M, Vieta E. Impact of caregiver group psychoeducation on the course and outcome of bipolar patients in remission: a randomized controlled trial. Journal of Bipolar Disorders. 2008;10:511–519. https://doi.org/10.1111/j.1399-5618.2008.00588.x.

Dixon L, McFarlane WR, Lefley H, Lucksted A, Cohen M, Faloon I, Mueser K, Miklowitz D, Solomon P, Sondheimer D. Evidence-based practices for services to families of people with psychiatric disabilities. Psychiatr Serv. 2001;52(7):903–910. https://doi.org/10.1176/appi.ps.52.7.903.

Bauml J, Frobose T, Kraemer S, Rentrop M, Pitschel-Walz G. Psychoeducation: a basic psychothereuptic intervention for patients with schizophrenia and their families. Schizophrenia Bulletin. 2006;32:S1–S9. https://doi.org/10.1093/schbul/sbl017.

MacFarlaneWREvidence-based practices2010Retrieved from http://www.okhca.org/provider/types/bh/pdflib/family_psychoeducation.ppt

Shin SK, Lukens EP. Effects of psychoeducation for Korean Americans with chronic mental illness. Psychiatric Services. 2002;53(9):1125–31. https://doi.org/10.1176/appi.ps.53.9.1125.

Bernal G, Bonilla J, Bellido C. Ecological validity and cultural sensitivity for outcome research: Issues for the cultural adaptation and development of Psychological treatments with Hispanics. Abnormal Child Psychology. 1995;23:67–82. https://doi.org/10.1007/BF01447045.

McCabe KM, Yeh M, Garland AF, Lau AS, Chavez G. The GANA program: a tailoring approach to adapting parent child interaction therapy for Mexican Americans. Education and Treatment of Children. 2005;22:146–156.

CIA World Fact book2010https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook. Accessed on 16-05-2013

USAID Maternal & Child Health, Maternal and Neonatal Program Effort Index for Ugandahttp://pdf.usaid.gov/pdf_docs/PNACR881.PDF. Accessed on 2011-05-0923667333

Okello ES, Neema S. Explanatory models and help-seeking behavior: pathways to psychiatric care among patients admitted for depression in mulago hospital, Kampala, Uganda. Qualitative Health Reseach. 2007;17(1):14–25. https://doi.org/10.1177/1049732306296433.

Orley J, Wing J. Psychiatric disorders in Two African villages. Arch. Gen. Psychiatry. 1979;36:513–5. https://doi.org/10.1001/archpsyc.1979.01780050023001.

Muhwezi WW. The Interface between Family Structure, Life Events and Major Depression in Uganda, in Department of Clinical Neuralscience, and Department of Psychiatry. Stockholm, Sweden and Kampala, Uganda: Karolinska Institute and Makerere University; 2007.

The life event of childbirth: socialcultural aspects of postnatal depression. London: Wright; 1988.

Cox JL. Amakiro: a Ugandan puerperal psychosis. Soc Psychiatry. 1979;14:49–52. https://doi.org/10.1007/BF00583573.

Chaudron LH, Pies RW. The relationship between postpartum psychosis and bipolar disorder: a review. J Clin Psychiatry. 2003;64(11):1284–1292. https://doi.org/10.4088/JCP.v64n1102.

Lo HT, Fung KP. Culturally competent psychotherapy. Can J Psychiatry. 2003;48(3):161–170. https://doi.org/10.1177/070674370304800304.

Gowrisunkur J, Burman E, Walker K. Working in the mother-tongue: first language provision and cultural matching in inter-cultural therapy. Br J Psychother. 2002;19(1):45–57. https://doi.org/10.1111/j.1752-0118.2002.tb00061.x.

Sue S. Cultural Competency: from philosophy to research and practice. Community Psychology. 2006;34(2):237–245. https://doi.org/10.1002/jcop.20095.

The Hogg Foundation: Cultural Adaptation: Providing Evidence-Based Practices to Populations for Mental Health2010Retrieved from http://www.hogg.utexas.edu/resources pubs.htm1#info ed

Okello ES, Musisi S. Depression as a clan illness (eByekika): an indigenous model of psychotic depression among the Baganda of Uganda. World Cultural Psychiatry Research Review. 2006;1(2):60–73.

Polio DE, North CS, Foster DA. Content and curriculum in psychoeducation groups for families of persons with severe mental illness. Psychiatr Serv. 1998;49(6):816–822. https://doi.org/10.1176/ps.49.6.816.

Bhui K, Morgan N. Effective psychotherapy in a racially and culturally diverse society. Adv Psychiatr Treat. 2007;13:187–193. https://doi.org/10.1192/apt.bp.106.002295.

McCabe R, Priebe S. Explanatory models of illness in schizophrenia: comparison of four ethnic groups. Br J Psychiatry. 2004;185:25–30. https://doi.org/10.1192/bjp.185.1.25.

Post RM, Luckenbaugh DA, Leverich GS, Altshuler LL, Frye MA, Suppes T, Keck PE, McElroy SL, Nolen WA, Kupka R, Grunze H, Walden J. Incidence of childhood onset of bipolar illness in the USA and Europe. Br J Psychiatry. 2008;192:150–151. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.107.037820.

Inoffizielle Übersetzung von An exploratory study on the feasibility and appropriateness of family psychoeducation for postpartum women with psychosis in Uganda von Janet Nakigudde, Anna Ehnvall, Florence Mirembe, Seggane Musisi und Eija Airaksinen, BMC Psychiatry, Bd. 13, Artikel 131 (2013), doi: 10.1186/1471-244x-13-131, unter der Lizenz CC BY 2.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz — das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Tabellen als Listen dargestellt). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels mit dem Titel „An exploratory study on the feasibility and appropriateness of family psychoeducation for postpartum women with psychosis in Uganda“, erschienen in BMC Psychiatry (2013) unter der Lizenz CC BY 2.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Text der Verfassenden wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie zu Beginn dieser Seite erläutert.

Originalartikel lesen

So zitieren Sie diesen Artikel

Nakigudde, J., Ehnvall, A., Mirembe, F., Musisi, S., et Airaksinen, E. (2013). An exploratory study on the feasibility and appropriateness of family psychoeducation for postpartum women with psychosis in Uganda. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/an-exploratory-study-on-the-feasibility-and-appropriateness-of-family-psychoeducation (Originalwerk erschienen 2013 in BMC Psychiatry, 13, 131 (2013); 2013 erneut veröffentlicht von BMC Psychiatry, https://bmcpsychiatry.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-244X-13-131)

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.