KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Journal of Marital and Family Therapy · Familientherapie

„Es ist großartig, wenn man erst einmal hineingewachsen ist“: Erfahrungen von Klientinnen und Klienten mit relationaler Teletherapie in Zeiten von COVID-19

Im Frühjahr 2020 wanderte die Paar- und Familientherapie auf den Bildschirm. Fünfundzwanzig Personen in Therapie in den USA beschreiben den Wechsel: Sie „behelfen sich“, fühlen sich zu Hause manchmal sicherer und sparen Zeit, doch die Verbindung bricht ab, es fehlt an Privatsphäre, und alles hängt davon ab, wie sich die therapeutische Fachkraft auf diesen neuen Raum einstellt.

Verfasserinnen Candice A. Maier (University of Wisconsin-Stout, Menomonie, WI, USA); Dana Riger (University of North Carolina at Chapel Hill, NC, USA); Heather Morgan-Sowada (Mount Mercy University, Cedar Rapids, IA, USA)Erstveröffentlichung Journal of Marital and Family Therapy, 15. März 2021Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von “It’s splendid once you grow into it:” Client experiences of relational teletherapy in the era of COVID-19 von Candice A. Maier, Dana Riger und Heather Morgan-Sowada, erschienen in Journal of Marital and Family Therapy (Wiley) (2021), doi: 10.1111/jmft.12508, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für das Lesen online neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Engagement in der Teletherapie beruht darauf, aktiv Rapport herzustellen, wo er durch die Distanz verloren gehen kann.

Candice A. Maier, Dana Riger und Heather Morgan-Sowada

Zusammenfassung

Die Pandemie des neuartigen Coronavirus (COVID-19) und die darauf folgenden Praktiken der sozialen Distanzierung haben verändert, wie wir uns in der Welt bewegen und Zugang zu körperlicher und psychischer Gesundheitsversorgung erhalten. Während Forschung und klinische Praxis begonnen haben, die Auswirkungen telemedizinischer Angebote auf Psychotherapie und Behandlungsergebnisse zu untersuchen, war das Ziel dieser Studie, die gelebten Erfahrungen von Personen in Teletherapie zu erkunden, insbesondere von jenen, die als Paar oder gemeinsam mit einem Familienmitglied an einer Teletherapie teilnehmen. Mittels einer thematischen Analyse offener Fragen einer Online-Befragung untersuchten wir die Erfahrungen von 25 Personen, die nach Beginn der sozialen Distanzierung an einer Paar- oder Familien-Teletherapie teilnahmen. Die herausgearbeiteten Themen waren „sich behelfen“, sicherer therapeutischer Raum, Bequemlichkeit, logistische Herausforderungen und therapeutische Anpassung. Wir diskutieren die klinischen Implikationen dieser Themen für eine wirksame Paar- und Familien-Teletherapie und geben Anregungen und Überlegungen für klinische Interventionen und Praktiken aus der Ferne. [Korrektur hinzugefügt am 22. März 2021, nach der ersten Online-Veröffentlichung: In dieser Fassung wurde der Ausdruck „19“ in der ersten Zeile der Zusammenfassung durch „(COVID-19)“ ersetzt.]

HINTERGRUND

In den Publikumsmedien wurde über eine Zunahme von Beziehungsbelastungen während der Pandemie des neuartigen Coronavirus (COVID-19) spekuliert, mit der Erklärung, dass Paare erhöhte Spannungen, Ängste und Trauer erleben (Bader, 2020). Die zwischenmenschlichen Herausforderungen, die aus dieser globalen Krise erwachsen, sind für diese Generation beispiellos (Lebow, 2020). Paare und Familien, die von zu Hause arbeiten und soziale Distanz wahren, bewältigen Ängste angesichts einer Pandemie, bringen Arbeit mit Hausarbeit und oft mit Homeschooling in Einklang und haben es mit einem Gesundheitssystem zu tun, das nun weniger zugänglich und riskanter ist. Zusätzlicher Arbeitsstress, insbesondere unter Beschäftigten in systemrelevanten Berufen, von denen 87% seit Beginn der Pandemie über zunehmenden Stress berichteten (Hammonds et al., 2020), erhöht nach dem Spillover-Crossover-Modell der Lebensbereiche Arbeit und Zuhause (Bakker & Demerouti, 2013) wahrscheinlich die Beziehungsbelastung im häuslichen Umfeld. Der „Lagerkoller“ hat zudem manche Paare und Familien stärker belastet als vor der Pandemie, auch wenn Quarantäne und soziale Distanzierung anderen ermöglicht haben, das Tempo zu drosseln und sich der notwendigen Beziehungspflege zu widmen (Perel, 2020). So oder so scheint es für manche Paare und Familien ein günstiger Zeitpunkt zu sein, eine Beziehungstherapie aufzunehmen, die nun aus der Ferne über Telekommunikationstechnologie durchgeführt und als „Teletherapie“ bezeichnet wird.

In den letzten Jahren hat die Teletherapie zunehmende wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten, vor allem im Hinblick auf Fragen der Aus- und Weiterbildung von Therapierenden wie Zugänglichkeit, Bequemlichkeit und Kompetenz bei der Erbringung teletherapeutischer Leistungen (Benson et al., 2018; Bischoff, 2004; Blumer et al., 2015; Cravens Pickens et al., 2019). Während Teletherapie für paar- und familientherapeutische Fachkräfte (MFT) bis vor Kurzem als Spezialleistung galt, sind Ausbildung und Praxis in dieser Modalität nun unerlässlich für MFT-Fachkräfte, die ihre Klientel aufgrund der sozialen Distanzierung weiter betreuen wollen oder müssen. Obwohl viele MFT-Masterstudiengänge die Integration der Teletherapie in die Ausbildung unterstützt haben, boten die meisten vor der COVID-19-Pandemie keine entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten an (Cravens Pickens et al., 2019). Zudem hat die Pandemie Fachkräfte in Ausbildung und Supervidierende gezwungen, in relativ kurzer Zeit auf Teletherapie umzustellen, was sich wahrscheinlich auch darauf auswirkt, wie die Klientel Leistungen erhält.

Die Pandemie und die Ausgangsbeschränkungen haben auch beeinflusst, wie MFT-Fachkräfte klinische Leistungen erbringen und wie Paare und Familien Therapie erhalten. Die neue Erfahrung und der Zustrom neuer Personen in Teletherapie sind teilweise auch darauf zurückzuführen, dass schlicht mehr Menschen über die Technik verfügen, um sich aus der Ferne mit Therapierenden zu verbinden. Zwischen 2000 und 2019 stieg der Anteil der US-amerikanischen Erwachsenen, die das Internet nutzen, von 50% auf 90%, und der Anteil der US-amerikanischen Erwachsenen mit Breitbandanschluss zu Hause von 1% auf etwa 75%, mit Unterschieden zwischen Gruppen nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Einkommen, Geschlecht, Bildung und Wohnumfeld (Pew Research Center, 2019). Insgesamt ist die US-Bevölkerung zunehmend vernetzt, und es ist sehr wahrscheinlich, dass Angebote einschließlich Telemedizin und Teletherapie künftig zunehmen werden.

Angesichts des aktuellen Stands der COVID-19-Pandemie und der Vorgabe für Paare und Familien, auf telemedizinische Versorgung umzustellen, ist es unerlässlich, die gelebten Erfahrungen von Personen zu erkunden, die in dieser Zeit als Paar oder gemeinsam mit einem Familienmitglied Teletherapie erhalten haben. Das Verständnis ihrer Erfahrungen kann die Erbringung dieser Leistungen und unser Verständnis guter Praxis in der MFT-Teletherapie verbessern. Ziel dieser Studie war es daher, die gelebten Erfahrungen von Personen in Teletherapie zu erkunden, insbesondere von jenen, die als Paar oder gemeinsam mit einem Familienmitglied an einer Teletherapie teilnehmen.

LITERATURÜBERBLICK

Die Möglichkeit, Gesundheitsleistungen über Telekommunikationstechnologien zu erbringen, hilft, Zugangsbarrieren zu psychosozialen Angeboten zu überwinden, insbesondere für unterversorgte Bevölkerungsgruppen (Goss et al., 2017) und für Menschen, denen die Teilnahme an herkömmlichen bzw. Präsenzsitzungen schwerfällt (Hilty et al., 2013). Während Teletherapie sowohl mit Bequemlichkeit als auch mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist (O’Reilly et al., 2007), wenden sich Paare und Familien seit Beginn der COVID-19-Pandemie mehr denn je der Beziehungstherapie zu (Greenfield, 2020). Neben der besseren technischen Zugänglichkeit bringt die Pandemie viele Menschen emotional näher zusammen; zusätzliche Belastung erfordert Unterstützung, und viele wenden sich der eigenen Paarbeziehung oder Familie zu, weil andere Menschen fehlen, die normalerweise zu ihrem sozialen Umfeld und ihrer Gemeinschaft gehören würden (Perel, 2020), etwa Menschen aus dem Arbeitsumfeld und dem Freundeskreis.

Wirksamkeit der Teletherapie

Eine wachsende Zahl empirischer Befunde stützt die Teletherapie als wirksame Form der Erbringung therapeutischer Leistungen für Einzelpersonen (Godleski et al., 2012; Hilty et al., 2013; King et al., 2014; Rees & Maclaine, 2015; Spence et al., 2011); über die Erfahrungen der Klientel und die Wirksamkeit relationaler Teletherapie ist jedoch weniger bekannt. Wirksamkeitsstudien zur Teletherapie haben durchweg günstige Ergebnisse hinsichtlich der Zufriedenheit der Klientel und der therapeutischen Allianz gezeigt (Duncan et al., 2003). Auch die Wirksamkeit der Teletherapie bei verschiedenen Anliegen, darunter Depression, Angst und Substanzgebrauchsstörungen, ist belegt (Rees & Maclaine, 2015). Die meisten dieser Studien waren jedoch quantitativ (Backhaus et al., 2012; Wrape & McGinn, 2018) und auf Einzel-, nicht auf relationale Teletherapie ausgerichtet.

Relationale Teletherapie

Anderson et al. (2017) untersuchten familienbasierte Teletherapie in ihrer Machbarkeitsstudie zur familienbasierten Behandlung von Jugendlichen (n = 10) mit Anorexia nervosa (AN). Sie stellten fest, dass auftretende Behandlungsprobleme nicht nur genauso gehandhabt wurden wie in der familienbasierten Präsenzbehandlung der AN, sondern dass die Eltern auch eine hohe Zufriedenheit mit der angebotenen Behandlung zeigten (Anderson et al., 2017). Die Ergebnisse dieser Studie legen zudem nahe, dass familienbasierte telemedizinische Interventionen besonders geeignet sind, den Behandlungsbedarf von Jugendlichen ohne angemessene Behandlungsoptionen zu decken (Anderson et al., 2017). Darüber hinaus wurden die Erfahrungen von Paaren in Teletherapie untersucht; dabei zeigte sich, dass die Paare eine positive Veränderung ihrer Erwartungen erlebten und insbesondere angaben, dass die Teletherapie es ihnen ermöglichte, ganz in den therapeutischen Prozess einzutauchen (Kysely et al., 2020).

Yang et al. (2020) stellten in ihrer Fokusgruppenstudie zu familienbasierten telemedizinischen Angeboten der Frühförderung (FF) fest, dass Familien, die Telemedizin für die FF nutzen, diese lieber als Ergänzung und nicht als Ersatz für herkömmliche familienbasierte FF-Angebote betrachteten. Teletherapie als Ergänzung zur herkömmlichen Therapie und nicht unbedingt als Alternative zu begreifen, kann hilfreich sein, wenn Menschen nach dem Abklingen der sozialen Distanzierung zur herkömmlichen Therapie zurückkehren.

In ihrer Studie zu klinischen und ethischen Überlegungen zur Familien-Teletherapie beschreiben Wrape und McGinn (2018) verschiedene Facetten des therapeutischen Prozesses und der Erfahrungen der Klientel, die MFT-Fachkräfte berücksichtigen sollten. Sie stellten fest, dass der Umgang mit mehreren Personen in der Sitzung sowie Hindernisse beim Joining oder beim Aufbau von Rapport Bereiche sind, die MFT-Fachkräfte berücksichtigen und besser verstehen müssen (Wrape & McGinn, 2018). Sie riefen die MFT-Forschung dazu auf, speziell Therapieabbrüche und Engagement in familienbezogenen Angeboten bzw. Psychotherapie über Telemedizin zu untersuchen. Ebenso schlagen Wrape und McGinn (2018) vor, dass MFT-Fachkräfte Unterschiede im Rapport bzw. in der Allianz zwischen Paaren und Familien und ihren Therapierenden identifizieren und den Joining-Prozess erkunden.

Obwohl Forschung zu den Erfahrungen der Klientel mit Teletherapie während COVID-19 noch nicht veröffentlicht wurde, geben Stanley und Markman (2020) Therapierenden Anregungen, wie sie Paaren helfen können, ihre Beziehung in dieser Zeit zu pflegen und zu schützen, darunter: (1) bewusst handeln („entscheiden, nicht hineinschlittern“), um in Übergangszeiten als geeinte Front zusammenzuarbeiten, insbesondere als Eltern; (2) Sicherheit und Schutz in und um die Beziehung stärken („Verbindung sicher machen“); und (3) Muster von Schuldzuweisung, Rückzug und negativen Eskalationszyklen in der Beziehung erkennen („den eigenen Teil beitragen“). So wertvoll diese anekdotischen Daten sind, hat bislang keine empirische Studie die Erfahrungen von Personen untersucht, die während der Pandemie zu relationaler Teletherapie gewechselt sind, oder sich auf die relationalen Aspekte dieser Erfahrungen konzentriert. Diese Studie wollte diese Lücke schließen, indem sie die Erfahrungen von Personen erkundet, die als Paar oder mit einem Familienmitglied in Therapie sind, und die relationalen Elemente dieser Erfahrungen während der COVID-19-Pandemie erfasst.

METHODE

Um mehr über die gelebten Erfahrungen von Personen in relationaler Teletherapie zu erfahren, wählten wir eine hermeneutische Perspektive und einen phänomenologischen Rahmen (Heidegger, 1982; Saldaña, 2015). Die hermeneutische Phänomenologie ist eine qualitative Forschungsmethode, die die forschende Person als zentrales Instrument der Datenerhebung und -analyse betrachtet (Saldaña, 2015) und sich auf das Verstehen der gelebten Erfahrung eines bestimmten Phänomens konzentriert (van Manen, 1990). Phänomenologische Studien zielen darauf ab, die bedeutsamen Sinngehalte zu erkunden, die der gelebten Erfahrung bzw. den gelebten Erfahrungen eines Menschen innewohnen (Merriam, 2009).

Die leitenden Forschungsfragen dieser Studie lauteten: (1) Wie haben Paare und Familien den Übergang von herkömmlicher bzw. Präsenztherapie zu Online- bzw. telemedizinischer Therapie erlebt? (2) Bietet Teletherapie bestimmte Vorteile gegenüber der Präsenztherapie? (3) Gibt es besondere Herausforderungen bei telemedizinischer Therapie als Paar oder mit einem oder mehreren Familienmitgliedern, und wie wird mit ihnen umgegangen? (4) Welche Ratschläge würde die Klientel Paaren oder Familien geben, die eine Teletherapie in Betracht ziehen? und (5) Welche Ratschläge oder Rückmeldungen würde sie Therapierenden geben, um die Durchführung der Teletherapie zu verbessern?

Vorgehen

Nach der Genehmigung durch die Ethikkommission (Institutional Review Board, IRB #20200417) der Universität der Erstautorin wurden die Daten dieser Studie über verschiedene Rekrutierungswege erhoben. Genutzt wurden E-Mails an MFT-Fachkräfte, die aktuell Klientel in relationaler Teletherapie betreuten, berufliche Mailinglisten wie die Family Therapy Section des National Council on Family Relations und die American Association of Marriage and Family Therapy, Beiträge in sozialen Medien auf Seiten, die Paare und Familien vermutlich häufig besuchen, sowie Amazon Mechanical Turk (MTurk). Von den 214 Personen, die auf den Link klickten und in die Teilnahme einwilligten, erfüllten nur 25 die Voraussetzungen und füllten die gesamte Befragung aus. Zu Beginn der Befragung wurden den Teilnehmenden die Einwilligungserklärung und anschließend eine Beschreibung der Studie vorgelegt. Wenn sie den Bedingungen zustimmten und die Kriterien erfüllten, erhielten sie fünf offene Fragen und eine Reihe soziodemografischer Fragen. Die Teilnehmenden wurden darüber informiert, dass ihre Teilnahme an der Studie völlig freiwillig war und dass sie die Befragung jederzeit abbrechen konnten. Sie wurden außerdem darüber informiert, dass ihre anonymen Antworten nach dem Absenden der Befragung in keiner Weise identifiziert werden konnten. Die Teilnehmenden erhielten die Möglichkeit, an der Verlosung eines von vier Amazon-Gutscheinen im Wert von 25 $ teilzunehmen.

Teilnehmende

Die Zielpopulation dieser Studie waren Personen, die während der COVID-19-Pandemie an einer Paar- und/oder Familien-Teletherapie teilnahmen. Es gab zwei Einschlusskriterien: Die Teilnehmenden mussten mindestens 18 Jahre alt sein und als Paar oder mit einem Familienmitglied Teletherapie erhalten. Als ersten Versuch, dyadische Daten zu erheben, fragten wir die Teilnehmenden auch, ob die Person in der Paarbeziehung bzw. das Familienmitglied bereit wäre, an der Befragung teilzunehmen, und baten sie, einen Code zur Verknüpfung der dyadischen Daten zu erstellen. Es nahmen fünfundzwanzig Personen teil, die als Paar oder mit einem oder mehreren Familienmitgliedern Teletherapie machten. Das Alter der Teilnehmenden lag zwischen 18 und 54 Jahren. Sechzig Prozent der Teilnehmenden identifizierten sich als weiblich (n = 15), 36% als männlich (n = 9), und eine teilnehmende Person (4%) identifizierte sich als trans Mann. Die Mehrheit identifizierte sich als weiß (72%), 16% als lateinamerikanischer Herkunft, 4% als indigen-amerikanisch, 4% als nahöstlicher und 4% als südasiatischer Herkunft. Achtundachtzig Prozent identifizierten sich als heterosexuell, und 75% hatten einen Hochschulabschluss. Sechsundfünfzig Prozent der Teilnehmenden gaben an, aus einem Vorortgebiet zu stammen, 40% aus einem städtischen und 4% aus einem ländlichen Gebiet. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Regionen der USA, und eine Person lebte außerhalb der USA.

In unserer Stichprobe gaben die meisten Teilnehmenden an, seit 1–3 Monaten Paar- oder Familien-Teletherapie zu erhalten (68%), und alle bis auf zwei (92%) berichteten, wegen der sozialen Distanzierung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie als Paar oder mit einem oder mehreren Familienmitgliedern zur Teletherapie gewechselt zu sein. Wichtig ist, dass sich keine qualitativen Unterschiede zwischen den Teilnehmenden, die zur Teletherapie wechselten, und den beiden zeigten, die bereits vor der Pandemie daran teilnahmen. Mehr als die Hälfte (n = 14) der Teilnehmenden befand sich in Ehe- oder Paartherapie, die übrigen in Familientherapie (16% mit einem erwachsenen Familienmitglied und 8% in Eltern-Kind-Therapie). Zwei Teilnehmende (8%) waren sich über die hauptsächliche Grundlage ihrer aktuellen Teletherapie unsicher, und zwei Teilnehmende (8%) wählten „Sonstiges“, als nach ihrer Therapieform gefragt wurde. Die meisten gaben an, die Teletherapie als Paar oder mit einem oder mehreren Familienmitgliedern physisch gemeinsam in ihrer Wohnung im selben Raum zu machen (80%), während zwei Teilnehmende angaben, dies in derselben Wohnung, aber in getrennten Räumen zu tun. Drei Teilnehmende berichteten, die beziehungsorientierte Teletherapie von verschiedenen Wohnungen oder Orten aus zu machen.

Von den 25 Teilnehmenden gaben 92% an, dass außer ihnen weitere Personen im Haushalt lebten. Sechsunddreißig Prozent gaben an, mit nur einer weiteren Person zusammenzuleben, 20% mit zwei weiteren, 20% mit drei weiteren, 12% mit vier weiteren und 4% mit mehr als vier Personen. In der Teilgruppe der Teilnehmenden in Ehe- oder Paartherapie gaben 24% an, Kinder unter 12 Jahren zu haben, und 12% berichteten, mit Jugendlichen (12–17 Jahre) oder jungen Erwachsenen (18–24) zusammenzuleben. Schließlich gaben 40% an, Zoom als Plattform für die Teletherapie zu nutzen, 24% Doxy-me und 8% thera-LINK; die übrigen Teilnehmenden nannten Simple Practice, TheraNest, Google Teams Meeting und Better Help, und zwei waren sich nicht sicher. Eine Person gab an, eine telefonische Plattform zu nutzen (d. h. Therapie per Telefon).

Datenerhebung

Zur Erkundung der Erfahrungen der Teilnehmenden wurde eine Qualtrics-Befragung mit fünf offenen Fragen eingesetzt. Die Teilnehmenden wurden gebeten, die Fragen in Freitextfeldern zu beantworten, und ermutigt, so viel oder so wenig mitzuteilen, wie sie für angemessen hielten. Sie wurden gebeten, ihre Kontaktdaten (E-Mail-Adresse) anzugeben, falls sie zu Nachfragen per Telefon oder Videokonferenz bereit waren, um die Ergebnisse mit ihnen rückzukoppeln (Member Checking) und die Antworten aus der Befragung zu vertiefen. Nach der ersten Auswertung der Befragungsergebnisse zeigten sich 15 Teilnehmende offen für Folgeinterviews; jedoch willigten nur zwei in unsere Anfrage ein und wurden nach der ersten Datenanalyse über Zoom interviewt, um ausführlichere und differenziertere Kommentare zu ihren ersten Antworten und zu den Themen der Studie zu geben. Die Teilnehmenden beantworteten die Nachfragen in Interviews von 10 bis 30 Min. Die Interviews wurden aufgezeichnet, und es wurden Feldnotizen und analytische Memos dazu angefertigt.

Analyse

Alle drei Autorinnen waren an der Analyse beteiligt. Die Autorinnen sind allesamt weiße Cis-Frauen und Lehrende im Rang von Assistant Professors in den USA, die MFT aus einer postmodernen, sozialkonstruktionistischen Perspektive praktiziert haben. Trotz ähnlicher Identitäten und Ausbildungen weisen ihre Hintergründe und Erfahrungen Nuancen auf, und im Verlauf der interpretativen Analyse wurden unterschiedliche Sichtweisen eingebracht. Wenn Fragen aufkamen und Codes und Themen identifiziert wurden, erzielten die Autorinnen durch Dialog und die Suche nach gemeinsamen Bedeutungssystemen einen Konsens; zudem prüften sie sich im Analyseprozess gegenseitig und codierten einen Teil der Daten der jeweils anderen neu. Wir entschieden uns, die Daten auch aus einer sozialkonstruktivistischen Perspektive zu analysieren, da soziale Konstruktionen ihrem Wesen nach systemisch sind. Der soziale Konstruktionismus untersucht die gemeinsame Hervorbringung von Weltverständnissen innerhalb der Systeme, in denen diese Verständnisse entstehen, und geht davon aus, dass es geteilte Wirklichkeiten gibt, die in Beziehung mit anderen statt individuell geschaffen werden (Burkitt, 1996). Der soziale Konstruktionismus teilt mit der hermeneutischen Phänomenologie das Interesse an der dynamischen Rolle menschlicher Erfahrung sowie geteilten Verstehens und Bewusstseins bei der Entstehung von Wissen (Andrews, 2012). Während sowohl die Hermeneutik als auch der soziale Konstruktionismus den Relativismus stützen und fördern, versucht die Hermeneutik, Wahrheitsbegriffe zu bewahren, die für jene bedeutsam sind, die das interessierende Phänomen erlebt haben, selbst gegenüber überzeugender Kritik an objektivem Denken oder objektiver Bedeutung.

Sicherung der Güte

Die hermeneutisch-phänomenologische Forschung schreibt keine bestimmte Stichprobengröße vor; die Datensättigung ist bei dieser Methode jedoch ein gängiges Kriterium zur Bestimmung der Stichprobengröße. Nach Miles et al. (2014) hängen die interne Validität, die Zweckmäßigkeit der Ergebnisse und die Erkenntnisse aus qualitativer Forschung mehr von der Tiefe und dem Reichtum des gewonnenen Wissens ab als von der Zahl der Teilnehmenden. Unsere Studie zielte daher darauf ab, genügend Teilnehmende zu rekrutieren, um Datensättigung zu erreichen, also den Punkt, an dem weitere Informationen den bereits erhobenen Daten keine neuen Erkenntnisse mehr hinzufügen (Gehart et al., 2001). Das offene Codieren wurde über die Sättigung hinaus fortgesetzt, um sicherzustellen, dass sich die Codes im gesamten Datenmaterial wiederfanden. Nach dem 20. Interview war die Sättigung erreicht, und danach wurden keine neuen Codes mehr generiert.

Die Übertragbarkeit unserer Studie erreichten wir, indem zwei Teilnehmende ausführliche Beschreibungen lieferten und in Folgeinterviews gebeten wurden, ihre Bedeutungen weiter auszuführen. Zudem wurde die Übertragbarkeit durch eine gezielte Stichprobenziehung erreicht (Saldaña, 2015). Der Zuverlässigkeit (Lincoln & Guba, 1985) trugen wir Rechnung, indem alle drei Autorinnen die Daten zunächst einzeln codierten, bevor sie sich zu kollegialen Nachbesprechungen trafen. Nach der ersten Codierung fanden weitere kollegiale Nachbesprechungen statt, um die Glaubwürdigkeit des Codierprozesses zu erhöhen und sicherzustellen, dass ein hermeneutisch-phänomenologischer Rahmen die Analyse leitete (Daly, 2007; Lincoln & Guba, 1985). Selbstreflexive Tagebücher, Memos und Bracketing wurden genutzt, um Gedanken, Voreingenommenheiten, Annahmen und die Positionierung der Forscherinnen zu dokumentieren und zu prüfen.

ERGEBNISSE

Die Ergebnisse dieser Studie sind nach fünf übergreifenden Themen gegliedert, die sich aus den Erfahrungen der Teilnehmenden in Teletherapie als Paar oder mit einem Familienmitglied ergaben. Insgesamt erlebten viele Teilnehmende den Wechsel zur relationalen Teletherapie positiv und „behalfen sich“, d. h., sie blieben angesichts der unvorhergesehenen Umstände der COVID-19-Pandemie bei der relationalen Teletherapie. Die Teilnehmenden berichteten zudem von einer Veränderung des sicheren therapeutischen Raums durch die relationale Teletherapie und hoben häufig die Bequemlichkeit hervor, Teletherapie von zu Hause aus zu machen. Außerdem betonten sie die logistischen Herausforderungen der relationalen Teletherapie im Zusammenhang mit der Internetverbindung und fehlender Privatsphäre. Schließlich berichteten die Teilnehmenden, dass die Wirksamkeit der Teletherapie weitgehend davon abhing, ob die therapeutische Fachkraft sich auf die Besonderheiten der Teletherapie einstellen konnte, also von der therapeutischen Anpassung.

„Sich behelfen“

Das erste Thema spiegelte die Überzeugung der Teilnehmenden wider, die relationale Therapie trotz COVID-19-Pandemie und sozialer Distanzierung fortsetzen zu können; sie wollten sich lieber mit dem, was ihnen für die Therapie zur Verfügung stand, „behelfen“, als ganz auf Therapie zu verzichten. Eine Person brachte dieses Empfinden so zum Ausdruck: „Eigentlich ist mir Therapie vor Ort lieber, aber so wie die Lage hier gerade ist, habe ich keine Wahl.“ Eine andere griff diese Sichtweise auf: „Es fühlt sich schon ein bisschen weniger persönlich an, nicht vor Ort, verglichen mit online. Wir machen das Beste daraus, weil wir wissen, dass es nicht ewig so bleibt.“ In allen Antworten klang das Konzept des „Sich-Behelfens“ an und bekräftigte, dass der Wechsel zur Teletherapie zwar nicht dem entsprach, was ursprünglich vereinbart worden war, dass es aber das mit Veränderung einhergehende Unbehagen wert war, darin einen Nutzen zu finden: „Es war eine andere Erfahrung. Der persönlichere Kontakt einer Therapie macht einen Unterschied, aber unter den Umständen war es ein gutes Angebot.“ Eine weitere Person äußerte ein ähnliches Gefühl, sah aber auch die Vorteile telemedizinischer Angebote gegenüber gar keiner Therapie während der Pandemie:

Der Übergang verlief schrittweise. Am Anfang war es etwas schwierig. Ich hatte meine Zweifel, ob es wirksam sein würde. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass die telemedizinischen Angebote wirksam sind. Angesichts der aktuellen Pandemielage habe ich die Angebote schätzen gelernt. In diesen schwierigen Zeiten ist es viel sicherer und bequemer.

Die Vorteile des „Sich-Behelfens“ mit relationaler Teletherapie zogen sich durch die Antworten, etwa in Aussagen wie „Es ist eine tolle Ressource, wenn die Situation es erfordert“ und „[es bietet] die Möglichkeit, weiterhin dringend benötigte Hilfe zu bekommen, wenn Präsenz keine Option ist“. Das übergreifende Gefühl des „Sich-Behelfens“ spiegelte sich in der Aussage einer teilnehmenden Person: „Telemedizin ist auf jeden Fall besser als nichts!“ Außerdem gaben einige Teilnehmende Ratschläge zum „Sich-Behelfen“ an Menschen, die relationale Teletherapie während der Pandemie als Alternative zu Präsenzsitzungen in Betracht ziehen: „Ich würde ihnen sagen, dass man sich daran erst gewöhnen muss, dass es sich aber lohnt, es so zu machen, statt die Therapie während der Pandemie einfach abzubrechen.“ Und weiter: „Ich würde empfehlen, eine therapeutische Fachkraft zu suchen, mit der man einen Draht hat, weil es über Teletherapie etwas schwieriger sein kann, eine Verbindung aufzubauen.“

Sicherer therapeutischer Raum

Das zweite Thema spiegelte die Überzeugungen der Teilnehmenden zum sicheren therapeutischen Raum der Teletherapie wider und hing mit Aspekten von Behaglichkeit, Authentizität und empfundener Natürlichkeit zusammen, wenn relationale Teletherapie zu Hause stattfindet. Veranschaulicht wurde dieses Thema von einer teilnehmenden Person, die sagte: „Wir als Paar lieben es, in unserer eigenen Umgebung zu sein, weil sie sich sicher anfühlt“, und „…es fühlte sich schnell ganz natürlich an und war sogar eine positivere Erfahrung als vor Ort“. Die Teilnehmenden hatten insgesamt den Eindruck, dass zwar sowohl Präsenztherapie als auch Teletherapie hilfreich waren, um die emotionalen Bedürfnisse belasteter Paare und Familien zu erfüllen, dass der Teletherapie aber zugutegehalten wurde, der Klientel einen eigenen emotional sicheren Raum zu bieten, um als Paar oder mit einem oder mehreren Familienmitgliedern Therapie zu machen. Eine Person sagte: „Diese häusliche Umgebung steht meiner Meinung nach für einen menschlicheren Blick. Die Sitzungen fühlen sich organischer und weniger unter Druck an.“

Darüber hinaus sprachen die Teilnehmenden häufig von der Leichtigkeit und Erleichterung, sich virtuell aus dem eigenen persönlichen Raum mit ihren Therapierenden verbinden zu können, statt für ihre Termine in ein Praxisgebäude gehen zu müssen. So sagten Teilnehmende etwa: „Ich finde es toll, dass ich nicht physisch in irgendein bestimmtes Gebäude gehen muss, um ein tiefes Gespräch über meine Probleme und Herausforderungen führen zu können“, und „Wenn man in eine Praxis geht, ist das ein bisschen einschüchternd; mit Telemedizin sind wir in einer vertrauten Umgebung geblieben, was die Therapie etwas weniger überwältigend macht.“ Eine teilnehmende Person gab Therapierenden einen Rat zur gestärkten emotionalen Sicherheit im therapeutischen Raum:

Mein Rat ist, daran zu denken, dass Menschen in ihrem eigenen Raum anders fühlen und sprechen als im Raum von jemand anderem. Ich glaube, dass aus Teletherapie echte Ehrlichkeit und echtes Wachstum entstehen können, solange sie mit Umsicht und Absicht gemacht wird. Je mehr die Welt um uns herum ins digitale Zeitalter übergeht, desto angenehmer und natürlicher wird es, Teletherapie zu nutzen.

Darüber hinaus sprachen die Teilnehmenden ausführlicher über die Angst und Beklommenheit, die mit Wartezimmern in Therapiepraxen verbunden sind. Eine Person sagte über die Teletherapie: „Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, was die Leute im Wartezimmer von mir denken.“ Während viele Teilnehmende ihre Sicht auf die positiven Aspekte dieses Themas, des sicheren therapeutischen Raums, teilten, führten einige aus, dass ihre häusliche Umgebung zu mangelnder emotionaler Beteiligung und Natürlichkeit beitrug: „Leichter, mit Leuten persönlich zu sprechen“; „Es war schwer, aus dem Zuhause-Modus herauszukommen und bei der Therapiesitzung dabeizubleiben. Ich finde es wichtig, Grenzen zwischen meinem Privatleben und meinem Therapieraum zu ziehen“; und „Es fühlt sich schon ein bisschen weniger persönlich an, nicht vor Ort, verglichen mit online.“ Ebenso berichtete eine teilnehmende Person, dass die Teletherapie Hürden für den emotionalen Ausdruck schuf:

Meistens habe ich einfach das Gefühl, dass ich nicht so gut rüberbringe, was ich sagen will, und mich irgendwie zurückhalte. Ich merke zum Beispiel, dass ich nicht die Sprache verwende, die ich vor Ort verwenden würde. Ich fühle mich einfach anders. Bisher habe ich keinen Weg gefunden, mich in der Online-Umgebung mehr zu öffnen.

Außerdem gaben die Teilnehmenden künftigen Hilfesuchenden einen warnenden Hinweis: „Sorgen Sie für einen ruhigen Ort, an dem Sie sich voll einbringen können, und bleiben Sie dran.“ Insgesamt wollten die Teilnehmenden sowohl die Vorteile und das gestärkte Gefühl emotionaler Sicherheit im therapeutischen Raum mitteilen, die mit Teletherapie als Paar oder mit einem oder mehreren Familienmitgliedern verbunden sind, als auch die Nachteile (d. h. mangelnde emotionale Beteiligung und mangelnder emotionaler Ausdruck in der beziehungsorientierten Teletherapie) im Vergleich zur Präsenztherapie.

Schließlich äußerten die Teilnehmenden einige Bedenken hinsichtlich des physischen Raums und der fehlenden Privatsphäre in ihrer Umgebung, um sich wirksam auf die Teletherapie einlassen zu können. Eine Person berichtete: „Es ist definitiv eine Herausforderung, einen ruhigen Ort zu haben, an dem man sich nur auf die Therapie konzentrieren kann …“, sowie „Etwas schwierig, außerhalb der Wohnung einen privaten Raum zu finden, um die Privatsphäre zu wahren“ und „… wir versuchen, bei uns zu Hause einen ruhigen Platz zu finden“.

Bequemlichkeit

Das dritte Thema drehte sich um die Leichtigkeit und die praktischen Vorteile der relationalen Teletherapie, genauer um ihre Bequemlichkeit. Die Teilnehmenden verwiesen oft auf die Geld- und Zeitersparnis der Teletherapie: „… es spart Zeit und ist für beide Seiten sehr bequem“; „Es spart Zeit und Benzin“; und „Mein üblicher Termin liegt in der Hauptverkehrszeit, deshalb war es angenehm, mich an meinen Termintagen nicht damit herumschlagen zu müssen.“

Die Teilnehmenden betonten auch den Vorteil der Privatsphäre bei der Teletherapie. Eine Person sagte: „Mir gefällt, dass ich nach einem Termin schon in meinem sicheren Raum bin und mich weiter um mich kümmern kann, statt ins Auto zu steigen und irgendwohin fahren zu müssen.“ Dieselbe Person reflektierte über die Flexibilität der relationalen Teletherapie: „Die Person an meiner Seite raucht und hat davon profitiert, eine Pause machen zu können, um zu rauchen, sich zu beruhigen und ein paar Minuten zu verarbeiten, bevor das Gespräch weitergeht.“

Logistische Herausforderungen

Das vierte Thema spiegelte die logistischen Herausforderungen wider, mit denen die Teilnehmenden während der Teletherapie konfrontiert waren. Häufig nannten sie Bedenken bezüglich der Internetverbindung und der für Teletherapie nötigen Bandbreite. So sagte eine Person: „Der Ablauf war zeitaufwendiger, weil ich sicherstellen musste, dass meine Technik und mein WLAN funktionieren.“ Eine andere bestätigte das: „Manchmal ist es schwer, mit der therapeutischen Fachkraft zu kommunizieren, wenn es Verzögerungen oder Verbindungsprobleme gibt …“ Die Teilnehmenden rieten Therapierenden daher, bei Teletherapie für eine stabile Internetverbindung zu sorgen.

Eine Teilnehmerin sprach über die zusätzliche Verantwortung, die mit der praktischen Seite der Teletherapie verbunden ist: „Ich bin die Mutter, und an mir bleibt es hängen, alle daran zu erinnern, wann sie sich einloggen müssen. Das musste ich nicht so oft, als wir zu unseren Terminen gefahren sind.“ Eine andere Person mahnte Therapierende, die Sitzungen sollten „nicht so lang oder ermüdend sein“. Die Teilnehmenden hatten also insgesamt den Eindruck, dass die logistischen Herausforderungen der Teletherapie auch bedeuteten, auf die Zeit der Klientel und die zusätzlichen Aufgaben zu achten, die eine beziehungsorientierte Teletherapie mit sich bringt.

Die Teilnehmenden äußerten auch Bedenken, dass in der relationalen Teletherapie nicht mehr als ein Gerät verbunden werden konnte; eine Person gab folgenden Rat: „Es wäre besser, wenn es mehrere (Verbindungsmöglichkeiten) gäbe; in der Paarberatung ist es schwer, dass beide im Bild sind.“ Eine andere Person ergänzte: „Zu versuchen, uns beide die ganze Zeit im Bild zu halten und den Bildschirm trotzdem nah genug zu haben, um die therapeutische Fachkraft zu sehen.“

Therapeutische Anpassung

Das letzte Thema, das sich im Verlauf der Analyse herauskristallisierte, betraf die Anpassung der Therapierenden an die Teletherapie. Die Teilnehmenden führten die Wirksamkeit der Teletherapie häufig darauf zurück, ob Therapierende die besondere Umgebung, in der die Teletherapie stattfand, erkennen und sich darauf einstellen konnten. So mahnte eine teilnehmende Person Therapierende, die Besonderheiten des Online-Raums und die dortigen Grenzen zu beachten:

Die andere Rückmeldung, die ich geben würde, ist, dass ich denke, therapeutische Fachkraft[sic] sollte weiterhin die eigene Präsenz im Raum im Blick behalten. Ich habe festgestellt, dass meine Therapeutin mehr Persönliches erzählt als damals in ihrer Praxis. Und ich habe sie auch ein paarmal sagen hören: „Ich wünschte, ich könnte dich jetzt umarmen.“ Ich halte das nicht an sich für problematisch, ich finde nur, es ist wichtig, darüber nachzudenken, wie wir uns in unterschiedlichen Räumen zeigen und wie sich das auf die Klientel auswirken könnte.

Während viele Teilnehmende berichteten, dass ihre Therapierenden den Übergang zur Teletherapie gut bewältigten, wollten sie Therapierende wissen lassen, dass sie sich online womöglich anders einbringen. So sagte eine Person: „(Ich habe) gemerkt, dass ich mich nicht so offen fühle, wenn ich über den Computer spreche … Ich habe das Gefühl, mich etwas mehr zurückzuhalten als vor Ort.“ Eine andere teilte dieses Empfinden und sagte, dass „Menschen in ihrem eigenen Raum anders fühlen und sprechen als im Raum von jemand anderem“.

Einige Teilnehmende äußerten Frustration über mangelnde Anpassung an die besondere Umgebung und schlugen vor, dass Therapierende verbindungsfördernde Aktivitäten einsetzen, wo die Verbindung durch die räumliche Distanz verloren gegangen sein könnte. So schlug eine Person „eine Atemübung oder etwas Ähnliches vor, das die Verbindung zwischen Therapierenden und Klientel fördern könnte“. Eine andere Person regte an, die therapeutische Fachkraft könne „Techniken einsetzen, um die kalte Barriere der Distanz zu durchbrechen“.

Die Teilnehmenden hatten insgesamt den Eindruck, dass therapeutische Anpassung auch bedeutete, auf den eigenen Raum der Therapierenden zu achten und Hilfsmittel zu nutzen, um die Kontinuität der Versorgung zu wahren. Eine Person sagte, sie fände es gut, wenn die therapeutische Fachkraft „Materialien bereitstellen würde, die wir auf unserer Seite ausdrucken können und die Sie auch haben, damit wir uns stärker verbunden fühlen“; andere hielten es für wichtig, „Blickkontakt mit der Kamera zu halten und eine gut ausgeleuchtete, stabile Kamera zu haben“. Insgesamt wollten die Teilnehmenden die besonderen Weisen mitteilen, in denen sie Teletherapie anders als Präsenztherapie erleben können; sie wünschten sich, dass Therapierende die Besonderheiten des Raums erkennen, kreativ werden und Strategien und Aktivitäten entwickeln, die diese Besonderheiten berücksichtigen und Lücken in der Kontinuität der Versorgung, im Rapport und in der Sicherheit ausgleichen.

DISKUSSION

Die vorliegende Studie untersuchte die Erfahrungen von Personen, die während der COVID-19-Pandemie als Paar oder mit einem Familienmitglied Teletherapie erhielten. Aus den Daten ergaben sich fünf Themen: „sich behelfen“, sicherer therapeutischer Raum, Bequemlichkeit, logistische Herausforderungen und therapeutische Anpassung.

„Sich behelfen“

Die englische Redewendung „making do“ („sich behelfen“) war während des Zweiten Weltkriegs weit verbreitet und bedeutet allgemein, mit dem, was einem zur Verfügung steht, unvorhergesehene Umstände durchzustehen. Das britische Informationsministerium gab die Broschüre „Make Do and Mend“ heraus, die der Bevölkerung nützliche Tipps geben sollte, wie man in harten Zeiten der Kriegsrationierung mit begrenzten Mitteln sparsam und kreativ wirtschaftet (Magruder-Newman et al., 2018).

Derzeit ist unklar, ob die COVID-19-Pandemie eine ähnliche Redewendung hervorbringen wird, die die Erfahrungen der Bewältigung mit begrenzten Mitteln in einer nationalen Krise zusammenfasst; es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass Paare und Familien während der Pandemie durchhalten und ihre Prioritäten neu ordnen, um sich auf ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zu konzentrieren (Greenfield, 2020; Perel, 2020). Diese klientenbezogenen bzw. extratherapeutischen Faktoren sollten im Zusammenhang mit erfolgreichen Therapieergebnissen berücksichtigt werden (Blow & Sprenkle, 2001). Paare und Familien mussten sich umstellen, und wie eine teilnehmende Person über die Umstellung auf Teletherapie sagte: „Man muss sich erst daran gewöhnen, aber es lohnt sich.“

Sicherer therapeutischer Raum und Bequemlichkeit

Zu den in der Literatur am besten dokumentierten Vorteilen relationaler Teletherapie gehören weniger Stigmatisierung, gute Umsetzbarkeit und ein besserer Zugang für Paare und Familien, die von beziehungsorientierten Behandlungen profitieren können (Kruse et al., 2017; Wrape & McGinn, 2018). Tatsächlich decken sich diese Vorteile mit vielen Erfahrungen, die unsere Teilnehmenden in den Themen sicherer therapeutischer Raum und Bequemlichkeit schilderten. Insbesondere kamen in beiden Themen der vorliegenden Studie die Bequemlichkeit und Behaglichkeit relationaler Teletherapie aus dem eigenen häuslichen Umfeld oder der „Sicherheitszone“ (Kysely et al., 2020), die geringere Angst im Wartezimmer und die Zeitersparnis zum Ausdruck. Obwohl eines der wichtigsten in der MFT-Literatur diskutierten Hindernisse für die Ausbildung in Teletherapie der Zeitaufwand und die finanziellen Kosten für Masterstudiengänge sind (Cravens Pickens et al., 2019), liegt der Widerspruch darin, dass genau diese wirtschaftlichen und zeitlichen Vorteile von der Klientel oft als förderlich für ihre Teilnahme an relationaler Teletherapie genannt werden. Unter dem Gesichtspunkt der Motivation der Klientel im Kontext gemeinsamer Wirkfaktoren (Blow & Sprenkle, 2001) sind Handlungsfähigkeit der Klientel und Zugänglichkeit von größter Bedeutung für erfolgreiche Therapieergebnisse.

Die Themen vertiefen frühere Studien, die Telemedizin als praktikable, wirksame und sichere Alternative zur Präsenztherapie gestützt haben (Wrape & McGinn, 2018). Während die Teilnehmenden die größere Sicherheit betonten, die sie in der relationalen Teletherapie erlebten, beschrieben einige die Schwierigkeit, über Telemedizin mit ihren Therapierenden zu sprechen. Zweifellos ist emotionale und physische Sicherheit — sowohl in der therapeutischen Beziehung als auch in nahen Beziehungen — die Grundlage dafür, sich in gesunden Beziehungen offen und verletzlich zeigen zu können, wie Stanley und Markman (2020) in ihren Empfehlungen für Therapierende festhalten, die Paaren helfen, ihre Beziehung während der COVID-19-Pandemie zu schützen und zu bewahren. Die Aufmerksamkeit auf das Engagement der Klientel zu richten und einen physischen wie emotionalen Raum zu schaffen, der eine wirksame relationale Therapie begünstigt, sind daher wichtige Empfehlungen für Therapierende (Wrape & McGinn, 2018).

Logistische Herausforderungen

Gängige logistische Herausforderungen der Teletherapie (Kysely et al., 2020; Simpson & Reid, 2014; Wrape & McGinn, 2018) wurden von unseren Teilnehmenden hervorgehoben und bestätigt, nämlich die Internetverbindung, Fragen der Privatsphäre und die Anpassung an räumliche Einschränkungen in virtuellen Settings — was wiederum die Bedeutung extratherapeutischer Faktoren im Veränderungsprozess unterstreicht (Blow & Sprenkle, 2001). Während Studien gezeigt haben, dass Teletherapie einige für Paare und Familien besonders relevante Hindernisse wie Terminplanung und Kinderbetreuung abbaut (Kysely et al., 2020; Wrape & McGinn, 2018), schienen unsere Teilnehmenden dies nicht als Vorteil hervorzuheben, was sich dadurch erklären lässt, dass weniger als ein Viertel (24%) unserer Teilnehmenden angab, Kinder unter 12 Jahren im Haushalt zu haben. Es ist jedoch wichtig festzuhalten, dass Eltern mit Kindern infolge der Auswirkungen von COVID-19 sowie von Quarantäne und Lockdowns mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert sein können, insbesondere in marginalisierten Gemeinschaften (z. B. Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status, Beschäftigte in systemrelevanten Berufen, People of Color usw.).

Darüber hinaus sind MFT-Fachkräfte aufgefordert, mögliche technische Probleme von Beginn der Therapie an zu besprechen und strategisch zu planen, welche Familienmitglieder dafür zuständig sind, dass die Technik geladen ist (in manchen Fällen mehrere Geräte), dass man auf Signalverlust vorbereitet ist usw. (Blumer et al., 2015; Wrape & McGinn, 2018). So sprach eine unserer Teilnehmerinnen über die zusätzliche Verantwortung, die sie als Mutter empfand, die Familienmitglieder an genau diese Aufgaben zu erinnern, etwa wann sie sich einloggen müssen, ob die virtuelle Verbindung zur therapeutischen Fachkraft steht usw. Therapierende könnten daher offene, lösungsorientierte Gespräche über diese Aufgabenverteilung führen, im Voraus einen Plan machen und die Zuständigkeit für solche Aufgaben sogar rotieren lassen, damit der Stress nicht bei einem einzelnen Familienmitglied liegt, wobei die Handlungsfähigkeit der Klientel zu berücksichtigen ist (Blow & Sprenkle, 2001; Wrape & McGinn, 2018).

Therapeutische Anpassung

Dieses Thema greift zunächst Anregungen für künftige Forschung auf, wie sie Wrape und McGinn (2018) formuliert haben, die MFT-Fachkräfte dazu aufriefen, besser zu verstehen, wie Therapierende mit mehreren Personen in der Sitzung umgehen. Die Daten zeigten, dass Therapierende, um mehrere Personen in der Sitzung zu begleiten, sich auf die Besonderheiten der jeweiligen Therapieform der Klientel einstellen, die spezifischen Hindernisse bei mehreren Beteiligten anerkennen und die potenziellen Vorteile der Teletherapie hervorheben müssen. Wrape und McGinn (2018) riefen die MFT-Forschung außerdem dazu auf, das Engagement in der Familien-Teletherapie zu verstehen. Dieses Thema machte deutlich, dass Engagement in der Teletherapie darauf beruht, aktiv Rapport herzustellen, wo er durch die Distanz verloren gehen kann, und nicht einfach anzunehmen, dass der Rapport über unterschiedliche Angebotsformen hinweg erhalten bleibt (O’Reilly et al., 2007).

Wenn Klientel und Therapierende Wege finden, sich auf die Besonderheiten der Teletherapie einzustellen, können sie womöglich eine ähnliche Zufriedenheit erreichen wie in der Präsenztherapie. Das steht im Einklang mit den Befunden von Anderson et al. (2017), wonach auftretende Behandlungsprobleme bei AN über Teletherapie genauso gehandhabt werden können wie in der familienbasierten Präsenzbehandlung, und mit den Befunden von Kysely et al. (2020), wonach veränderte Erwartungen einen intensiveren therapeutischen Prozess ermöglichen. Werden die Besonderheiten der Teletherapie berücksichtigt, kann sie zudem als langfristige Ergänzung und nicht als Ersatz der herkömmlichen Präsenztherapie dienen, wie bereits in der Stichprobe von Familien festgestellt wurde, die Teletherapie für die FF nutzten (Yang et al., 2020).

KLINISCHE IMPLIKATIONEN

Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studie ergeben sich mehrere wichtige klinische Implikationen für die relationale Teletherapie. Praktisch gesehen äußerten die Teilnehmenden den Wunsch nach mehr Struktur und Beständigkeit in ihren Therapiesitzungen und betonten, wie wichtig es ist, dass die therapeutische Fachkraft der Klientel hilft, sich mit Teletherapie-Plattformen wohler und sicherer zu fühlen.

Mit Blick auf die Themen der Studie — sicherer therapeutischer Raum, Bequemlichkeit und therapeutische Anpassung — sollten gemeinsame Wirkfaktoren wie klientenbezogene und extratherapeutische Faktoren hervorgehoben werden (Blow & Sprenkle, 2001; Sprenkle et al., 1999). Insbesondere steht das Wecken von Hoffnung bei Menschen, die „sich behelfen“, im Einklang mit den besonderen Aspekten der MFT-Theorien, die Veränderung bewirken (Davis et al., 2012). Auf der Interventionsebene kann der Einsatz postmodern fundierter Techniken wie der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie (SFBT), der narrativen Therapie (NT) und der kollaborativen Sprachsysteme (CLS) hilfreich sein, um erfolgreiche Therapieergebnisse zu fördern, etwa Beziehungsfaktoren, klientenbezogene bzw. extratherapeutische Faktoren sowie Hoffnung und Erwartung (Bliss, 2005; Reiter, 2010). Diese Modelle beruhen auf der theoretischen Annahme, dass die Zukunft sowohl konstruiert als auch verhandelbar ist, was in Zeiten der Ungewissheit besonders wertvoll ist (Malinen, 2004). Interventionen, die darauf abzielen, Stärken, Ausnahmen und frühere Bewältigungserfolge zu identifizieren, können der Klientel helfen, sich in der Nutzung der Teletherapie sicherer zu fühlen und in ihren relationalen telemedizinischen Sitzungen eine Struktur zu erleben.

Postmodern arbeitende Therapierende gehen im Allgemeinen davon aus, dass es im Leben und in den Beziehungen der Klientel Ausnahmen von Problemen sowie noch zu entdeckende bestärkende Narrative und Lösungen gibt, die genutzt werden können. Um der Klientel bei der Anpassung an die Teletherapie zu helfen, können Therapierende nach Ausnahmen oder bestärkenden Narrativen in der Vergangenheit von Paaren und Familien suchen, als diese neue Technologien erlernten oder sich an neue, schwer zu akzeptierende Umstände anpassten. Zudem können Therapierende Bewältigungsstrategien erkunden, die Paare und Familien früher genutzt haben, um sich an Lebensveränderungen anzupassen. Therapierende können auch die Erwartungen der Klientel an die Teletherapie erfassen, indem sie die Wunderfrage (De Shazer & Molnar, 1984) abwandeln und dazu einladen, sich ideale Teletherapiesitzungen vorzustellen oder Anzeichen zu bedenken, die auf eine ideale Teletherapie als Paar oder mit einem Familienmitglied hindeuten würden. Solche Fragen könnten lauten: „Was werden Sie an unserer Interaktion anders bemerken, das Ihnen hilft, sich stärker verbunden zu fühlen?“; „Was müsste geschehen, damit die Teletherapie erfolgreich ist?“; „Was müsste geschehen, damit Sie das Gefühl haben, dass ich mich auf die Besonderheiten unserer Umgebung einstelle?“ und „Welche Ihrer Stärken könnten sich in dieser Kommunikationsform zeigen, die sich sonst vor Ort nicht zeigen würden?“.

Therapierende können das Engagement der Klientel und ihre Annahme der Teletherapie fortlaufend beobachten, indem sie Skalierungsfragen (Berg & de Shazer, 1993) nutzen, um konkrete Maße zu schaffen und Veränderung sichtbar zu machen, oder Session Rating Scales (Duncan et al., 2003), die das Wohlbefinden in der virtuellen Umgebung einschließen. Diese Kennwerte können auch dazu dienen, der Klientel zu helfen, ihr eigenes Maß an Wohlbefinden mit der Teletherapie einzuschätzen, ebenso den virtuellen Rapport, die Grenzen in der Fernsituation, wie gut sich die therapeutische Fachkraft auf Besonderheiten einstellt, die räumliche Anordnung des Ortes, von dem aus die Videokonferenz stattfindet, und wie sich ihre zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern werden, wenn die relationale Teletherapie gelingt.

GRENZEN UND KÜNFTIGE FORSCHUNG

Obwohl versucht wurde, eine vielfältige Stichprobe zu rekrutieren und inklusives Rekrutierungsmaterial zu erstellen, sind mehrere Einschränkungen zu berücksichtigen. Erstens stammen die Daten aus einer überwiegend weißen (72%), weiblichen (60%) und heterosexuellen (88%) Stichprobe. Daher ist es möglich, dass Daten aus einer vielfältigeren Stichprobe abweichende oder andere Themen zeigen würden. Künftige Forschende, die diese Studie replizieren möchten, sollten eine vielfältigere Stichprobe mit größerer Diversität hinsichtlich Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und sexueller Orientierung anstreben. Künftige Forschung sollte auch berücksichtigen, wie der sozioökonomische Status und damit der Zugang zu Technik und einer stabilen Internetverbindung die Erfahrungen mit relationaler Teletherapie beeinflusst.

Die Teilnehmenden haben sich zudem selbst ausgewählt, und es ist möglich, dass sie ausgeprägte (positive oder negative) Ansichten über die besonderen Hindernisse, Herausforderungen oder Vorteile relationaler Teletherapie hatten. Ebenso ist es möglich, dass die in unseren Rekrutierungstexten verwendete Sprache die Teilnahme eingeschränkt hat. So waren potenzielle Teilnehmende mit dem Begriff „Telemedizin“ im Zusammenhang mit Psychotherapie möglicherweise weniger vertraut. Außerdem wurden die Teilnehmenden nicht ausdrücklich gebeten, auszuführen, welche Schritte oder Strategien ihre Therapierenden unternommen hatten, um den Übergang von der Präsenz- zur Teletherapie zu erleichtern. Künftige Forschung sollte diese wichtigen Lücken und Fragen berücksichtigen.

Schließlich ist es wichtig, die dyadischen und systemischen Daten weiter zu berücksichtigen und die Erfahrungen innerhalb von Paaren und Familien in beziehungsorientierter Teletherapie zu erkunden. Obwohl die Teilnehmenden gefragt wurden, ob die Person in der Paarbeziehung bzw. das Familienmitglied bereit wäre, an der Befragung teilzunehmen, lieferte nur ein Paar Daten beider Beteiligten; die Daten dieser Teilnehmenden wurden daher nicht dyadisch ausgewertet. Künftige Forschung mit dyadischen Daten würde klären, wie sich mehrere Perspektiven auf den Beziehungsprozess auf die Zufriedenheit von Paar- und Familienmitgliedern mit der Teletherapie auswirken, zusätzlich zu Faktoren wie dem Verbleib in der Therapie, Wirksamkeitsergebnissen und anderen abhängigen Variablen.

FAZIT

Die Ergebnisse dieser Studie liefern wichtige Einblicke in die Erfahrungen der Klientel mit relationaler Teletherapie. Teilnehmende in relationaler Teletherapie berichteten, dass das Gefühl, sich mit der Teletherapie zu „behelfen“, ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung war, dass sichere therapeutische Räume unerlässlich waren, dass Teletherapie überraschende Elemente der Bequemlichkeit bot und dass es dennoch logistische Herausforderungen gab, denen sich Therapierende widmen müssen. Schließlich betonten die Teilnehmenden, dass die Fähigkeit der Therapierenden, sich auf die Besonderheiten dieser neuen virtuellen Umgebung einzustellen, von größter Bedeutung war. Insgesamt spiegelten sich die Erfahrungen dieser Studie in einem Zitat einer teilnehmenden Person: „Es ist großartig, wenn man erst einmal hineingewachsen ist.“ Relationale Teletherapie kann, auch wenn sie mitunter herausfordernd ist, überraschende Vorteile bieten. Es obliegt den MFT-Fachkräften, die besonderen Vorteile und Herausforderungen der Teletherapie zu erkunden und mit der Klientel in einen Dialog über die besondere Umgebung zu treten, in der sie sich nun befindet. Wir verstehen noch nicht, wie sich die COVID-19-Pandemie langfristig auf unser Leben auswirken wird; angesichts der Dringlichkeit, Paaren und Familien psychosoziale Versorgung anzubieten, muss die MFT-Gemeinschaft jedoch gute Praxis und klare Leitlinien etablieren, damit die Bedürfnisse der Klientel erfüllt werden.

Complexe Systémique: Kernpunkte

Diese Momentaufnahme reicht über die Pandemie hinaus: In der Teletherapie findet die Sitzung auf dem Territorium der Familie statt. Manchen bringt das Sicherheit und Natürlichkeit; für andere erschwert das Zuhause den Einstieg in die Sitzung, und die Grenze zwischen häuslichem Leben und therapeutischem Raum verschwimmt. Eine hilfreiche systemische Lesart: Der Rahmen verschwindet nicht, er wechselt die Hände und muss mit dem System neu aufgebaut werden: Wer verbindet sich, wer sitzt wo, wer darf hinausgehen, um zu rauchen und sich zu beruhigen? Die Mutter, die die Logistik allein trägt, erinnert daran, dass die Verteilung dieser Aufgaben bereits klinisches Material ist. Die Bemerkung über eine Therapeutin, die am Bildschirm mehr von sich preisgibt, lädt zudem dazu ein, die eigene Präsenz im Blick zu behalten. Die Grenzen sind erheblich: 25 schriftliche Antworten auf eine Online-Befragung, eine selbstselektierte, überwiegend weiße und heterosexuelle Stichprobe, nur zwei Folgeinterviews und eine einzige vollständige Dyade in einer Studie, die sich als relational versteht. Zu lesen zusammen mit den Erfahrungen emotionsfokussiert arbeitender Therapierender beim Wechsel zur Teletherapie und der Studie zur therapeutischen Allianz in der Online-Paartherapie.

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Inoffizielle deutsche Übersetzung von “It’s splendid once you grow into it:” Client experiences of relational teletherapy in the era of COVID-19 von Candice A. Maier, Dana Riger und Heather Morgan-Sowada, Journal of Marital and Family Therapy, Bd. 47, Nr. 2 (2021), doi: 10.1111/jmft.12508, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz — das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet. Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung oder etwaige Fehler verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Der Originalartikel ist „“It’s splendid once you grow into it:” Client experiences of relational teletherapy in the era of COVID-19“, erschienen in Journal of Marital and Family Therapy (2021) unter der Lizenz CC BY 4.0. Complexe Systémique hat ihn mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt und für das Lesen online gesetzt, wie zu Beginn dieser Seite angegeben: Es handelt sich um eine inoffizielle Übersetzung, maßgeblich ist die Originalfassung.

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Maier, C. A., Riger, D., und Morgan-Sowada, H. (2021). “It’s splendid once you grow into it:” Client experiences of relational teletherapy in the era of COVID-19. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/its-splendid-once-you-grow-into-it-client-experiences-of-relational-teletherapy (Originalwerk 2021 erschienen in Journal of Marital and Family Therapy, 47(2), 304-319 (2021); 2021 neu veröffentlicht von Journal of Marital and Family Therapy, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jmft.12508)

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