Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
Child Care in Practice · Familienrat
Familienräte (Family Group Conferences, FGC) werden meist im Kinderschutz eingesetzt. Deanna Edwards und Kate Parkinson von der University of Salford haben Familien und Koordinierende eines englischen Dienstes befragt, der sie im Vorfeld anbietet, als frühe Hilfe. Die Familien fühlen sich am Steuer und entdecken die Unterstützung ihres Umfelds; offen bleibt, wer sie begleitet, sobald der Plan vereinbart ist.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von Early Help Family Group Conferences: A Small-Scale Analysis of an Existing Service and Implications for Practice von Deanna Edwards und Kate Parkinson, erschienen in Child Care in Practice (Taylor & Francis) (2026), doi: 10.1080/13575279.2025.2578768, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die Erklärungen am Ende des Artikels sind in den Anmerkungen zusammengefasst; das Online-Zusatzmaterial wird nicht wiedergegeben. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.
Beim Familienrat geht es im Wesentlichen darum, Familien an Entscheidungen zu beteiligen, und dieser Bericht liefert Belege dafür, dass dieses Familienrat-Angebot der frühen Hilfen dieses Ziel erreicht.
Deanna Edwards und Kate Parkinson
Zusammenfassung
Familienräte (Family Group Conferences, FGC) sind in den Kinder- und Jugendhilfediensten in England und Wales fest etabliert. Die Dienste konzentrieren sich meist auf den Kinderschutz und auf die Verringerung der Zahl der Kinder in öffentlicher Obhut der Kommunen. In den letzten Jahren haben einige Kommunen jedoch begonnen, Familienräte bereits auf der Ebene der frühen Hilfen anzubieten. Dieser Artikel stellt die Ergebnisse einer Evaluation eines etablierten Familienrat-Angebots der frühen Hilfen in einer städtischen Kommune in England vor. Dieser Abschnitt präsentiert die Ergebnisse einer kleinen qualitativen Datenerhebung. Vier Familienangehörige, die an einem Familienrat der frühen Hilfen teilgenommen hatten, und vier Koordinierende von Familienräten wurden zu ihren Erfahrungen mit Familienräten der frühen Hilfen befragt. Trotz der Grenzen solcher Studien ließen sich aus den Forschungsdaten einige klare Themen herausarbeiten: (1) die Bedeutung der Unterscheidung zwischen Familienräten und anderen behördlichen Besprechungen; (2) der Vergleich mit anderen Verfahren der Sozialen Dienste; (3) der ermächtigende Charakter von Familienräten; (4) Online-Familienräte und (5) Folgen für die Ressourcen. Die Forschung legt nahe, dass Familienräte der frühen Hilfen zu positiven Ergebnissen für Familien führen und formelle Hilfeleistungen überflüssig machen können. Zu den Empfehlungen für die künftige Praxis gehört, Familienrat-Angebote der frühen Hilfen auszubauen, um Eskalationen zu verringern, und dabei den Familien klar zu sagen, wer für die Umsetzung der Familienratspläne verantwortlich ist, wenn es keine „rote Linie“ (bottom line) gibt. Sowohl Familienangehörige als auch Koordinierende betonten den ermächtigenden Charakter von Familienräten als willkommene Alternative zu den oft stigmatisierenden herkömmlichen Besprechungen der Sozialen Dienste.
Schlüsselwörter: Soziale Arbeit in den frühen Hilfen; Familienrat; Frühintervention
Munro (2011) vertrat die Auffassung, dass einer der besten Wege, Kinder zu schützen, darin besteht, innovative Wege zur Verbesserung der Qualität der Hilfe zu entwickeln und frühzeitig zu intervenieren. Sie definierte Frühintervention sowohl als Intervention in den ersten Lebensjahren als auch als Intervention in einem frühen Stadium der Entstehung eines Problems. Dies, so argumentiert sie, verringert Leid, beugt vor, statt rückgängig zu machen, und ist kosteneffizienter.
Man könnte argumentieren, dass ein qualitativ gutes Familienrat-Angebot (Family Group Conference, FGC) der frühen Hilfen diese Ziele erfüllen würde. Tatsächlich argumentierten Frost et al. (2015) in ihrer Übersichtsarbeit zur Familienunterstützung in den frühen Hilfen, dass Familienräte ein wichtiger Bestandteil dieser Familienunterstützung sind und gemeinsam mit anderen Ansätzen dazu beitragen würden, der Marginalisierung präventiver Arbeit entgegenzuwirken.
Familienräte sind ein familiengeleiteter Ansatz der Entscheidungsfindung, wenn Entscheidungen über die Versorgung und den Schutz von Kindern oder Erwachsenen getroffen werden müssen. Familienräte sind in den Kinder- und Jugendhilfediensten seit Anfang der 1990er-Jahre fest etabliert (Edwards & Parkinson, 2018). Ein Familienrat unterscheidet sich von der behördlichen Entscheidungsfindung der Sozialen Dienste dadurch, dass die Familie die Führung übernimmt und eine „Familienzeit unter sich“ erhält, um einen eigenen Plan für den bestehenden Bedarf und die bestehenden Risiken zu entwickeln. Die Familie erhält einen klaren Rahmen, in dem sie diesen Plan entwickelt. Ein zentrales Element dabei ist die „rote Linie“, die Umfang und Grenzen der Entscheidungen festlegt, die die Familie in der Besprechung treffen kann. Die „rote Linie“ muss klar benennen, was die Kommune aus Sicht des Kinderschutzes nicht zulassen wird. Eine ausführliche Darstellung der Familienräte im Vereinigten Königreich findet sich bei Edwards und Parkinson (2018).
Obwohl Familienräte gut erforscht sind, insbesondere in der Anfangszeit ihrer Verbreitung (z. B. Crow & Marsh, 1997; Lupton & Nixon, 1999; Marsh & Crow, 1998; Merkel-Holguin et al., 2003) und in jüngerer Zeit durch Foundations (2023), hat sich die Forschung weitgehend auf die Ergebnisse für Kinder im Kinderschutzverfahren konzentriert. Dies mag daran liegen, dass die Forschung nicht hinreichend zwischen „frühen“ und „späteren“ Zuweisungen unterscheidet. „Ergebnisse“ zu definieren und zu messen, ist bei Familienräten mit Familien im Kinderschutz möglicherweise einfacher als bei solchen, die frühe Hilfen erhalten. Bei Familien im Kinderschutz ist die Soziale Arbeit beteiligt, und es gibt klare Ziele, die sich aus den Interventionen ergeben, etwa die Vermeidung familiengerichtlicher Verfahren, Kosteneinsparungen und die Vermeidung einer Unterbringung außerhalb der Familie. Zuweisungen zu Familienräten der frühen Hilfen sind möglicherweise nicht mit fortlaufender fachlicher Intervention und Unterstützung verbunden, sodass die Ziele des Familienrats weniger klar definiert und weniger messbar sein können. Möglicherweise gibt es auch keine Intervention der Sozialen Arbeit und folglich keine dokumentierten „Vorher“- und „Nachher“-Messungen. Daher wäre der Forschungsschwerpunkt womöglich besser auf „weiche Ergebnisse“ gelegt. Zu diesen weichen Ergebnissen können die Stimmen der am Prozess Beteiligten gehören.
Edwards (2018) argumentiert, dass es trotz spärlicher und kleiner Studien zur Wirksamkeit von Familienräten Forschung gibt, die sich auf die Teilhabe und Beteiligung von Familien an Familienräten konzentriert. Diese Forschung legt nahe, dass Familien sich gut auf Familienräte einlassen und sie positiv bewerten. Das gilt auch für junge Menschen, die ihre Einbeziehung in Entscheidungsprozesse oft als bloße Alibibeteiligung empfinden (Bell & Wilson, 2006; Frost & Elmer, 2008; Holland et al., 2005 Laws & Kirby, 2008).
Pennell und Burford (2000) stellten fest, dass zwei Drittel der Familienangehörigen ihren Familienrat als hilfreich empfanden, selbst wenn ihr Familienplan nicht vollständig umgesetzt worden war. Sie berichteten, der Familienrat habe die Familie einander nähergebracht und die Beziehungen verbessert, und kamen zu dem Schluss, dass es bei der Konferenz nicht nur um den daraus hervorgehenden Plan geht, sondern dass sie „ein fortlaufender Prozess der Zusammenarbeit und Ermächtigung ist, in dem Familien … eine aktive Rolle bei der Entfaltung ihres Potenzials übernehmen“ (S. 153).
Edwards (2018) untersuchte die Erfahrungen von Familienangehörigen im Kapitel „Family Members' Experiences“ des Buches von Edwards und Parkinson (2018). Die Ergebnisse zeigten, dass Familienangehörige Familienräte (Family Group Conferences, FGC) als hilfreich und unterstützend erlebten. Es wird jedoch ein Bedarf an mehr Evaluation und an gemeinsamen Anstrengungen sowohl bei der Entwicklung von Familienrat-Angeboten als auch in der entsprechenden Forschung anerkannt.
Diese Studie befasst sich mit einem Familienrat-Angebot in einem städtischen Bezirk mit 270.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer ethnisch vielfältigen Bevölkerung. Die vorliegende Forschung wurde im Bereich „frühe Hilfen“ durchgeführt, der Teil eines größeren Familienrat-Dienstes mit sechs Familienrat-Projekten ist. Das Projekt der frühen Hilfen nimmt Anfragen von Familien selbst sowie über die zentrale Anlaufstelle vermittelte Zuweisungen an. Es macht 15% aller Familienräte des Dienstes aus.
Halbstrukturierte Interviews (siehe Anhänge) wurden per Video oder Telefon geführt: Vier Familienangehörige, die an einem Familienrat der frühen Hilfen teilgenommen hatten, und vier Koordinierende von Familienräten wurden zu ihren Erfahrungen mit Familienräten der frühen Hilfen befragt. Alle Teilnehmenden gaben ihre schriftliche informierte Einwilligung zu diesen Interviews und dieser Forschung.
Informationen zur Forschung wurden an Familienangehörige verschickt, die einen Familienrat der frühen Hilfen erlebt hatten, sowie an Koordinierende, die Familienräte der frühen Hilfen moderiert hatten. Teilnehmende waren diejenigen, die Interesse an der Teilnahme bekundeten. Alle teilnehmenden Familienangehörigen waren Eltern oder Bezugspersonen.
Die Daten wurden einer thematischen Analyse nach dem sechsstufigen Verfahren von Braun und Clarke (2006) unterzogen, um zentrale Themen zu identifizieren. Die Themen wurden in reflexiver Diskussion zwischen den Forscherinnen herausgearbeitet und waren unvermeidlich von deren Praxiswissen und ihrer Erfahrung in der Durchführung von Familienräten geprägt.
Die Datenerhebung wurde vor Beginn der Studie von der Ethikkommission für Gesundheitsforschung der University of Salford genehmigt (Antragsnummer: HSR1819-015).
Die Grenzen dieser Studie müssen zu Beginn dieser Diskussion benannt werden. Als Teil eines größeren Projekts, das während der Covid-19-Pandemie stattfand, wurde die Arbeit durch die kleine Stichprobe und den Mangel an Teilnehmenden, die sich für ein Interview meldeten, beeinträchtigt. Das kann bedeutet haben, dass sich Personen ohne Ressourcen oder technisches Wissen nicht für ein Interview meldeten. Dies hat eine ohnehin kleine, auf ein einziges geografisches Gebiet beschränkte Untersuchung zweifellos verzerrt oder eingeschränkt. Die Einladungen zum Interview wurden vom Dienst verschickt und waren begrenzt. Obwohl auch Fachkräfte der Sozialen Arbeit und andere zuweisende Stellen zu den Interviews eingeladen wurden, meldete sich niemand von ihnen. Die Familienräte fanden in diesem Zeitraum zudem online statt. Eine Verallgemeinerung auf der Grundlage einer so kleinen und besonderen Stichprobe und eines so eng gefassten Forschungsauftrags ist nicht möglich; diese Diskussion strebt sie daher auch nicht an.
Zudem ist anerkannt, dass die Einladung zum Interview die Wahrscheinlichkeit eines Teilnahme-Bias erhöht (Robson, 2011): Wer sich zu einem Interview bereit erklärt, ist meist froh, das Angebot genutzt zu haben. So engagiert sich etwa eine familienangehörige Person inzwischen ehrenamtlich in dem Dienst. Ebenso neigten die Koordinierenden, die zu ihren Erfahrungen mit Familienräten befragt wurden, dazu, ihre eigene Arbeit in einem positiven Licht zu sehen. Alle Interviews fanden über Online-Plattformen oder per Telefon statt, was ein umfassenderes Gespräch wohl erschwert und den Beziehungsaufbau zwischen interviewender und interviewter Person schwieriger macht (Novick, 2008). Auch dies führt zu dem Schluss, dass eine Verallgemeinerung nicht möglich ist. Die Diskussion versucht stattdessen, das Gesagte der Interviewten einzuordnen und Schlüsse für die künftige Ausrichtung von Familienräten der frühen Hilfen zu ziehen.
Alle vier Interviewten äußerten sich positiv über den Familienrat, an dem sie teilgenommen hatten. Zwei gaben an, anfangs unsicher gewesen zu sein, ob sie einen Familienrat wollten und ob er funktionieren würde. Eine familienangehörige Person berichtete, die Idee des Familienrats habe sie anfangs „eingeschüchtert“, weil sie eine „schlechte Erfahrung mit dem Jugendamt in der Vergangenheit … “ gemacht hatte.
Eine andere Person sagte, sie habe zunächst gedacht, der Familienrat „ … wird nicht funktionieren, weil ich nicht verstanden habe, worum es geht … “. Beide merkten jedoch an, dass die koordinierende Person ihnen geholfen habe zu verstehen, wie der Familienrat ablaufen würde.
(Der Koordinator des Familienrats) war herzlich und voller Empathie. Er hat sich unsere Sorgen angehört, hat nicht geurteilt und war nicht herablassend. Er hat uns gestärkt, und weil er an uns geglaubt hat … daran, dass wir einen Plan entwickeln können, haben wir an ihn geglaubt und zugestimmt …
… nachdem ich mit der koordinierenden Person gesprochen hatte, ließ die Angst nach …
Alle vier äußerten sich positiv über die Vorbereitungsphase. Eine familienangehörige Person hob hervor, dass Koordinierende von Familienräten über die Besuche nichts protokollieren: „ … Das Beste daran war, dass sie nichts aufgeschrieben hat, außer Namen und Nummern.“
Eine andere Person sprach über die Unterstützung, die der Koordinator des Familienrats der Familie während der Vorbereitung bot: „ … Er hat sich die Zeit genommen, uns kennenzulernen … es fühlte sich an, als hätte er sich um die ganze Familie gelegt … “
Eine weitere Person meinte, die koordinierende Person sei „großartig darin gewesen, an ihn (ihren Sohn) heranzukommen, und er (der Sohn) hat auf (die koordinierende Person) gehört. Ich hätte nie gedacht, dass er das macht (den Familienrat), aber (die koordinierende Person) hat mit ihm auf Augenhöhe gesprochen … “.
Alle Familienangehörigen äußerten sich positiv über den eigentlichen Familienrat. Eine Person beschrieb ihn als „entspannt“ und sagte, die Besprechung sei „im Tempo der Familie“ verlaufen. Weiter sagte sie: „ … Es gab keine großen Worte, und ich wusste, dass alle da waren, um zu unterstützen … “.
Eine andere äußerte ihre „Überraschung“ darüber, dass „ … zwanzig Leute gekommen sind … “ und dass „ … es meinen Glauben an die Menschheit wiederhergestellt hat, weil ich nicht dachte, dass mir irgendjemand helfen würde … “.
Alle befragten Familienangehörigen waren mit dem Ergebnis ihres Familienrats und dem daraus hervorgegangenen Plan zufrieden, und alle hatten das Gefühl, dass im Familienrat auf die Bedürfnisse der Familie eingegangen worden war.
Er hat uns geholfen, uns bei vielen Dingen in der Mitte zu treffen. Der Plan hat mir als pflegender Bezugsperson etwas Druck genommen …
es hat geholfen … mein Sohn geht bald auf eine andere Schule, und die Familie hilft mit und tut, was sie zugesagt hat …
Wir verstehen uns jetzt besser, er (der Sohn) sagt mir, wo er ist und was er macht, und er spricht mit seinem Opa …
Ich war überglücklich. Ganz ehrlich. Mir war nicht klar, dass ich so vielen Menschen wichtig bin. Es hat mich demütig gemacht, es hat mir bewusst gemacht, dass … die Leute sich wirklich kümmern … und dass man alles schaffen kann, wenn man die Köpfe zusammensteckt
Alle Familienangehörigen gaben an, dass sie Familienräte anderen Familien empfehlen würden
Ich habe fast allen, die ich treffe, vom Familienrat erzählt. Ein paar habe ich gesagt: „Warum probiert ihr es nicht mal aus?“. Das Jugendamt hat nichts zu sagen, es ist deine Stimme.
Ich würde Familienräte auf jeden Fall weiterempfehlen. Die Fachleute und meine Familie sind zusammengekommen, um mir zu helfen, und niemand hat geurteilt.
Auf die Frage, was sie als negative Aspekte von Familienräten ansähen, äußerte sich niemand negativ über den Familienratsprozess an sich. Drei von vier Familienangehörigen sprachen über mögliche Schwierigkeiten, wenn sich eine Familie nicht versteht. Die wichtigsten Kritikpunkte betrafen jedoch Fragen im Zusammenhang mit den am Familienrat beteiligten Fachkräften.
In gewisser Weise hat das Jugendamt immer noch die Macht – wenn ihm der Plan nicht gefällt, kann es ihn ablehnen.
Interviewperson 2 sprach über das hohe Maß an Unterstützung, das die koordinierende Person ihrer Familie gegeben hatte, sagte aber, dass Familien, wenn sich die koordinierende Person „zurückzieht“, sich fragen könnten, wer sie nun unterstützt, da sich in ihrem Fall die zuständige Fachkraft der Sozialen Arbeit nicht bei ihnen gemeldet hatte,
… Wir brauchen jemanden wie (die koordinierende Person), der weiterhin dabei ist, weil wir die Fachkraft vom Jugendamt nicht erreichen. Wir wissen nicht, an wen wir uns wenden sollen, wenn etwas schiefgeht. Die Botschaft, die aus allen Interviews klar hervorging, lautete, dass nach einem Familienrat der frühen Hilfen eine Fachkraft mit der Familie befasst sein muss, die sie bei der Umsetzung des Familienratsplans unterstützt. Weithin anerkannt wurde allerdings, dass diese Fachkraft nicht aus der Sozialen Arbeit kommen sollte.
So fragte Interviewperson 1, ob Familienangehörige in einem Familienrat wirklich Macht haben können, wenn eine Fachkraft der Sozialen Arbeit dem Familienplan zustimmen muss, wie es bei anderen Familienräten der Fall ist. Sie betonte, dass das Fehlen der Sozialen Arbeit bei einem Familienrat der frühen Hilfen die Beteiligung und Ermächtigung der Familie stärken kann (siehe die Diskussion zur Ermächtigung weiter unten).
Das erste Thema, das sich in den Interviews mit den Koordinierenden zeigte, war, dass Familien Familienräte als etwas ansahen, das „nicht funktionieren wird“, oder als „einschüchternd“ – was darauf hindeutet, dass den Teilnehmenden der Ablauf womöglich nicht klar erklärt worden war oder dass sie ein verzerrtes Bild von Besprechungen der Sozialen Dienste entwickelt hatten. Muench et al. (2016) stellten fest, dass sich Familien in Kinderschutzbesprechungen wenig unterstützt fühlten und nur minimal beteiligt waren. Sie argumentierten, dass dies zu Rückzug führe und Veränderung möglicherweise hemme. Wenn Familien Erfahrungen mit solchen Besprechungen gemacht haben, blicken sie dem Erfolg anderer Besprechungen der Sozialen Dienste womöglich pessimistisch entgegen. Auch Buckley et al. (2010) stimmten zu, dass Menschen Kinderschutzbesprechungen oft als „einschüchternd und belastend“ erlebten (S. 101). Edwards und Parkinson (2023) befragten Eltern, die mit den Sozialen Diensten für Kinder zu tun hatten; eine Person sagte: „Ich hatte einfach das Gefühl, alle hacken auf mir herum … Da saßen buchstäblich lauter Fachleute, und alle sind nur auf mich losgegangen“ (S. 133). Neuere Forschung von Raws (2025) ergab, dass negative frühere Erfahrungen mit behördlichen Diensten und mangelndes Vertrauen in die Wirksamkeit von Familienräten Familien davon abhielten, das Angebot eines Familienrats anzunehmen.
Dies legt nahe, dass Familienräte gründlich erklärt und klar von anderen Besprechungen der Sozialen Dienste abgegrenzt werden müssen. Die Rolle der Beteiligung der Familie wird hervorgehoben. Zudem spielen Familienräte der frühen Hilfen eine wichtige Rolle dabei, behördliche Verfahren der Sozialen Dienste zu vermeiden, die Familien als bevormundend und strafend erleben können (Edwards & Parkinson, 2023). Interviewperson 4 schlug vor, Familienräte sollten Kinderschutzkonferenzen ersetzen; ob das nun möglich oder wünschenswert ist oder nicht – Familienräte der Frühintervention können eine Rolle dabei spielen, eine Eskalation bis zum Kinderschutz zu verhindern. Tatsächlich war einer der Stränge des Leeds Family Valued Project (2017) der Einsatz von Familienräten in Fällen häuslicher Gewalt als Alternative zu Kinderschutzkonferenzen. Die anschließende Evaluation des Angebots ergab, dass Familienräte das Potenzial haben, familiäre Gewalt zu verringern und eine Eskalation im Kinderschutzverfahren zu verhindern (Mason et al., 2017).
Auf die Bitte, den Unterschied zwischen Familienräten und anderen behördlichen Besprechungen, an denen sie teilgenommen hatten, zu kommentieren, äußerten sich alle Familienangehörigen positiv über ihren Familienrat im Vergleich zu anderen Besprechungen.
… In anderen Besprechungen haben die Fachleute das Gespräch geführt, aber nicht in meinem Familienrat …
Ich fühlte mich wohl und entspannt. Ich hatte das Gefühl, dass ich das in der Hand habe und dass es um mich geht. Ich fühlte mich nicht unterlegen, anders als damals bei der Kinderschutzbesprechung.
… Es war anders, weil wir das Sagen hatten und nicht sie (die Fachleute) uns gesagt haben, was wir tun sollen …
… die Fachleute haben über ihn (den Vater) geredet, als wäre er nicht da (in anderen Besprechungen), aber im Familienrat haben nur wir entschieden, was zu tun ist …
Weitere Punkte, die sich in den Interviews zeigten, bestätigen einige der oben erörterten negativen Sichtweisen auf Verfahren der Sozialen Dienste. Eine teilnehmende Person sprach vom „Stigma“ der Beteiligung der Sozialen Arbeit und meinte, dass in einem Familienrat zwar die Entscheidungsmacht weiterhin bei der Fachkraft der Sozialen Arbeit liege, die Familie aber wenigstens gehört werde. Dieses Gefühl, gehört zu werden, wurde durch weitere Kommentare zum Familienratsprozess ergänzt: dass er „entspannt“ sei, dass es keinen Fachjargon gebe, keine Zeitvorgaben – weder in der Vorbereitung noch in der Besprechung – und dass die Organisation grundsätzlich nichts protokolliere. All dies entspricht den Praxisstandards für Familienräte, die 2011 von der Family Rights Group herausgegeben wurden. Diese Praxisstandards führen zu einer Qualitätszertifizierung („Kitemarking“) von Familienrat-Angeboten, und obwohl dies ein freiwilliges Verfahren bleibt, schützt es vor der Aushöhlung einiger Grundsätze des Modells.
Die Kommentare der Koordinierenden waren größtenteils positiv; sie sahen ihre Arbeit zugleich als präventiv und als Angebot von etwas „Therapeutischem“ und von „Mediation“.
Familienräte sind zwar weder Therapie noch Mediation, doch es gibt einige Ähnlichkeiten. So legten Holland und O Neill (2006) sowie Holland und Rivett (2008) nahe, dass Familienräte und Familientherapie vieles gemeinsam haben. Johansen (2020) verglich den Familienratsprozess mit der Netzwerktherapie: Der Familienrat sei zwar kein therapeutisches Programm, weise aber gewisse Ähnlichkeiten mit der Netzwerktherapie auf, etwa das Ziel, Unterstützung aus dem sozialen Netzwerk zu mobilisieren, und den Fokus darauf, dass alle Teilnehmenden zu Wort kommen.
Familienangehörige merkten an, dass Familienräte
einem ein Stück Angst nehmen … . Denn wenn die Soziale Arbeit beteiligt ist, gibt es dieses Stigma, ein schlechter Elternteil zu sein. Der Familienrat dagegen setzt dich wieder ans Steuer und lässt dich deine Meinung entspannt äußern, ohne dass sie protokolliert wird. Die Fachkraft vom Jugendamt hört das Gespräch nicht; sie bekommt am Ende nur den Plan
Andere Familienangehörige griffen diesen Gedanken auf, dass die Familie am Steuer sitzt, und sagten, sie hätten sich im Familienrat „ermächtigt“ gefühlt.
Alle Familienangehörigen äußerten sich positiv darüber, dass ihre Familie zusammengekommen sei, um sie zu unterstützen, und alle bis auf eine Person zeigten sich etwas überrascht, wie bereitwillig ihre Familie half.
Die ganze Familie war da, um mir zu helfen, und ich wusste nicht, ob sie kommen würde oder nicht. Alle tun jetzt, was sie zugesagt haben.
Es war schön zu wissen, dass ich nicht allein bin … die Leute kümmern sich wirklich und helfen …
Ich wollte es von den Dächern rufen. Ich habe zu den Leuten gesagt: ‚Mein Gott, ich hatte dieses Ding, mir war nicht mal klar, dass ich euch wichtig bin.‘ Es war berauschend …
Alle Koordinierenden sprachen über den ermächtigenden Charakter von Familienräten
… es geht darum, Familien zu stärken; es geht darum, Familien ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen, sie können uns das am besten sagen, weil sie ihre Kinder besser kennen als alle anderen.
Es geht um die Ermächtigung der Familie und nicht darum, dass Fachleute sagen, was das Beste für sie ist.
Der in diesen Interviews hervorgehobene ermächtigende Charakter von Familienräten ist in Forschung und Evidenz gut belegt. Parkinson (2018) begründete den Zusammenhang zwischen Familienräten und der Empowerment-Theorie unter Berufung auf Metze et al. (2013), die versuchten, einen theoretischen Rahmen für Familienräte auf der Grundlage des Konzepts des relationalen Empowerments zu entwickeln. Metze et al. (2013) argumentieren, dass bedeutsame menschliche Beziehungen über die soziale, emotionale und praktische Unterstützung, die Menschen einander geben, zur Ermächtigung von Einzelnen führen können. Ein Familienrat beruht darauf, ein soziales Netzwerk zusammenzubringen, um einen Plan für die Versorgung und/oder den Schutz eines Kindes oder einer schutzbedürftigen erwachsenen Person in einer Familie zu entwickeln, gestützt auf soziale, emotionale und praktische Unterstützung. Daher ist relationales Empowerment eine geeignete Perspektive, um den ermächtigenden Charakter des Familienrats zu verstehen (Parkinson, 2018). Eine ausführlichere Diskussion zu Familienräten und relationalem Empowerment findet sich bei Metze et al. (2013) und Parkinson (2018).
Alle vier befragten Familienangehörigen hatten aufgrund der Covid-Beschränkungen an Online-Familienräten teilgenommen. Interviewperson 1 hatte einige Jahre zuvor auch an einem Familienrat in Präsenz teilgenommen und konnte die beiden Besprechungen vergleichen:
Ich glaube, beide hatten unterschiedliche Stärken. Ich glaube, der online hat … anderen Familienangehörigen im Ausland eine Stimme gegeben. Ich fand den in Präsenz persönlicher und angenehmer.
Die drei anderen Interviewten sahen ihre Erfahrung mit einem Online-Familienrat recht pragmatisch:
… Es lief gut, weil die ganze Familie zusammen war und nur (die koordinierende Person) per Zoom dabei war. Es lief richtig gut, weil (die koordinierende Person) ihn gut geleitet hat …
Es war in Ordnung, weil heutzutage alle mit Technik umgehen können.
Alle drei Koordinierenden betonten die Auswirkungen von Covid-19 und der Durchführung von Familienräten online. Alle Familienräte, die sie im vergangenen Jahr moderiert hatten, fanden online statt. Alle drei gaben an, dass die Ergebnisse dieser Familienräte dennoch positiv waren.
Ich glaube, in mancher Hinsicht fanden Familien es so sogar leichter … die Ergebnisse waren trotzdem gut.
Darüber hinaus sprach koordinierende Person 1 über die Bequemlichkeit virtueller Online-Familienräte und darüber, dass es in mancher Hinsicht leichter war, Familienangehörige zusammenzubringen.
… Es war leichter, die Leute zu erwischen, einen Termin festzulegen.
Es wurden jedoch Bedenken hinsichtlich der Schwierigkeiten geäußert, im virtuellen Raum aussagekräftige Familienräte zu koordinieren.
Es ist schwierig, die menschliche Note geht verloren. Wenn man jemanden besucht, begegnet man sich von Angesicht zu Angesicht.
… manche sagen: ‚Oh, wir finden es nicht gut, dass es am Telefon sein muss.‘ Selbst bei den Jugendlichen: Sie wissen nicht so recht, was los ist; es ist schwierig.
… Wenn man dagegen online oder am Telefon ist, braucht es viel mehr Anrufe, es braucht viel mehr Zeit, um eine Beziehung aufzubauen.
Auf die Frage nach den Unterschieden zwischen Familienräten der frühen Hilfen und anderen Familienräten konzentrierten sich die zentralen Unterschiede auf zwei Bereiche:
Alle drei Koordinierenden waren sich einig, dass die Organisation des Familienrats schwieriger war, wenn es keine benannte zuweisende Fachkraft gab.
… es ist schwieriger, diese Familienräte zu organisieren, und es dauert länger, weil niemand da ist, der sagt: Jetzt macht mal.
die Leute sind es gewohnt, dass man ihnen sagt, was sie tun sollen, und dass die Soziale Arbeit die Führung übernimmt; manchmal, wenn es um frühe Hilfen geht, tun sie sich damit schwer – sie warten darauf, dass ich mich wie eine Fachkraft vom Jugendamt verhalte. Ich bin keine Fachkraft vom Jugendamt; ich bin unabhängig. Meine Aufgabe ist nur, diese Besprechung zu moderieren.
normalerweise ist keine Soziale Arbeit beteiligt, und das gibt den Familien die Entscheidungsgewalt über das, was passiert.
Koordinierende Person 2 sprach eine Frage zu den Erwartungen der Familien an ihre Rolle als unabhängige Koordination an, wenn die Soziale Arbeit nicht beteiligt ist.
Das Hindernis könnte sein, dass die Leute es gewohnt sind, dass man ihnen sagt, was sie tun sollen, und dass die Soziale Arbeit die Führung übernimmt; manchmal, wenn es um frühe Hilfen geht, tun sie sich damit schwer – sie warten darauf, dass ich mich wie eine Fachkraft vom Jugendamt verhalte.
für die Koordination ist es viel mehr Arbeit, weil man selbst die Rolle der Sozialen Arbeit übernimmt, man nimmt die Probleme auf sich. Ich habe das Gefühl, man arbeitet viel härter daran, es braucht mehr Zeit.
Was das Fehlen von Fristen bei einem Familienrat der frühen Hilfen betrifft, so meinte koordinierende Person 2, dass dieser fehlende Fokus die Organisation des Familienrats komplizierter mache.
Es gibt keine Frist … deshalb ist es komplizierter
Koordinierende Person 1 deutete dagegen an, dass keine Frist zu haben mehr Flexibilität gebe und dass es im Gegenteil komplizierter sei, wenn die Soziale Arbeit beteiligt ist, da dies zu Verzögerungen führen könne.
manchmal, weil die Soziale Arbeit beteiligt ist, verzögert sich der Prozess … Wir machen den Bericht zusammen. Dann ist es Sache der Fachkraft vom Jugendamt, ihn der Familie zu schicken: Die Familie ist mit dem Inhalt einverstanden oder nicht. Wenn nicht, muss die Fachkraft den Bericht noch einmal überarbeiten und ihn dann der Familie schicken, dann mir … wir drehen uns im Kreis. Deshalb sind mir die frühen Hilfen lieber.
Ein weiterer Punkt, den alle drei Koordinierenden ansprachen, war, dass das Fehlen einer zuweisenden Fachkraft bei manchen Familienräten der frühen Hilfen zu einer gewissen Unklarheit über die „rote Linie“ führte und darüber, welche Unterstützung die Kommune für die Familie bereitstellen konnte. Zwei Koordinierende äußerten die Sorge, dass die Familie ohne zuweisende Fachkraft manchmal ohne Unterstützung dastand und diese Unterstützung dann bei ihnen suchte (siehe die Kommentare oben).
Ich glaube, ein Familienrat ist eine Brücke zwischen der Sozialen Arbeit und der Familie, weil die koordinierende Person weder zur Sozialen Arbeit noch zur Familie gehört, aber versucht, diese Lücke zu überbrücken, damit es hoffentlich ein positives Ergebnis gibt und die Soziale Arbeit nicht lange eingreifen muss. So verkürzt sich die Zeit, die die Soziale Arbeit für jeden Fall aufwenden muss.
Interviewperson 1 sprach auch über das Stigma, die Soziale Arbeit im Haus zu haben, und darüber, dass der Familienrat dies abmildern kann, indem er die Familie „ans Steuer“ setzt.
Die Frage der Ressourcen zur Unterstützung einer Familie wurde von Koordinierenden und Familienangehörigen angesprochen.
eines der wichtigsten Dinge ist Unterstützung. Ich glaube, es ist die Unterstützung, die die Familie vielleicht braucht und die man selbst nicht geben kann; das kann finanzielle Hilfe sein, Entlastungspflege, man weiß nie, was, es ist bei jeder Familie anders.
Was ebenfalls ein Hindernis ist, sind die Ressourcen. Wenn die Soziale Arbeit beteiligt ist, können Familien Unterstützung bekommen.
Man könnte jedoch argumentieren, dass dies kein Problem des Modells der Familienräte in den frühen Hilfen an sich ist, sondern ein umfassenderes strukturelles Problem: der Mangel an verfügbaren Ressourcen zur Unterstützung von Familien auf der Ebene der frühen Hilfen.
Dies schien dadurch verschärft zu werden, dass es bei einem Familienrat der frühen Hilfen oft keine zuweisende Fachkraft gibt, die Ressourcen und Dienste zur Unterstützung der Familien koordiniert, und die Familien sich offenbar an die unabhängige koordinierende Person wenden, um diese Rolle zu übernehmen. Parkinson (2018) argumentiert, ein Kritikpunkt am Familienrat-Ansatz sei, dass die Gefahr besteht, dass Fachkräfte, indem sie Familien ermutigen, Verantwortung für ihre eigenen Probleme und Sorgen zu übernehmen, die gesamte Verantwortung für die Bewältigung der Probleme der Familie und den Ressourcen, über die sie gemeinsam verfügt, überlassen, statt fachlichen Rat und Unterstützung zu bieten. Darüber hinaus legt die Forschung nahe, dass das Scheitern von Familienplänen in vielen Fällen darauf zurückzuführen ist, dass eine Kommune der Familie die zugesagten Ressourcen und ausreichende Unterstützung nicht bereitstellt (Crampton, 2007; Kanyi, 2013; Weigensberg et al., 2009).
Die Gesamtschlussfolgerung aus dieser Forschung lautet, dass Familienräte der frühen Hilfen ein wichtiges Angebot und ein wertvoller Teil des gesamten Familienrat-Angebots sind. Beim Familienrat geht es im Wesentlichen darum, Familien an Entscheidungen zu beteiligen, und dieser Bericht liefert Belege dafür, dass dieses Familienrat-Angebot der frühen Hilfen dieses Ziel erreicht. Darüber hinaus legten sowohl die befragten Familienangehörigen als auch die Koordinierenden nahe, dass Familienräte der frühen Hilfen zu positiven Ergebnissen für Familien führen und formelle Leistungen der Sozialen Arbeit überflüssig machen können. Eine koordinierende Person wies darauf hin, wie wichtig es ist, dass Familienräte früher stattfinden, um eine Eskalation zu verhindern. Das ist ein wichtiger Punkt, der kürzlich auch vom Welsh Families 1st Project (2017) hervorgehoben wurde.
Der kontinuierliche Ausbau wirksamer Unterstützung durch Frühintervention ist ein kluger Ansatz für die Arbeit mit Familien und für Investitionen in Dienste. Diese Dienste können Familien nicht nur wirksame, rechtzeitige Unterstützung bieten, eine Zuspitzung des Bedarfs und schlechte langfristige Ergebnisse verhindern, sondern auch langfristig Einsparungen bringen. (S. 44)
Die Ergebnisse dieser Studie sind insofern bedeutsam, als sie die Rolle von Familienräten der frühen Hilfen bei der Vermeidung von Kinderschutzinterventionen der Sozialen Dienste hervorheben. Die Verfassenden sehen die Notwendigkeit weiterer Längsschnittforschung zur Wirkung von Familienräten der frühen Hilfen als Präventionsinstrument.
Die Gesamtempfehlungen der Evaluation lauten wie folgt:
Complexe Systémique: Das Wichtigste
Der Familienrat entstand, um Familien die Macht zurückzugeben, selbst zu entscheiden, wenn der Kinderschutz eingreift. Diese kleine Studie betrachtet ihn im Vorfeld, in den frühen Hilfen, wo es oft weder eine Fachkraft der Sozialen Arbeit noch eine vorgegebene Frist gibt, und diese Verschiebung ist aufschlussreich. Familien beschreiben eine Besprechung, die in ihrem Tempo verläuft, ohne Fachjargon und ohne Protokoll, und die Überraschung, das erweiterte Netzwerk erscheinen zu sehen; aus systemischer Sicht ist es die eigene Ressource des Systems, die zutage tritt, wenn die Institution zurücktritt. Doch derselbe Rückzug hat seinen Preis: Ohne zuweisende Fachkraft wendet sich die Familie an die koordinierende Person, die weder Mandat noch Mittel hat, und die „rote Linie“ verschwimmt. Die Grenzen sind erheblich: acht Interviews, aus der Ferne während der Pandemie geführt, mit zufriedenen Personen, die sich selbst gemeldet haben, und ein Forschungsteam, das der Familienratspraxis verbunden ist. Das Interesse liegt anderswo: in der Erinnerung daran, dass die Ermächtigung von Familien ein institutionelles Sicherheitsnetz voraussetzt, nicht dessen Fehlen. Zu lesen zusammen mit dem Artikel über die Praktiken der Familienrat-Koordination und dem Artikel darüber, was der Familienrat den Kinderschutz lehrt.
Anmerkungen aus dem Original
Beiträge der Verfassenden. Deanna Edwards und Kate Parkinson waren an Konzeption und Design, an der Analyse und Interpretation der Daten sowie an der Abfassung des Artikels beteiligt. Deanna Edwards war für die kritische Überarbeitung hinsichtlich des intellektuellen Gehalts und die endgültige Freigabe der zu veröffentlichenden Fassung verantwortlich. Beide übernehmen die Verantwortung für alle Aspekte der Arbeit.
Erklärung zu Interessenkonflikten. Die Verfassenden haben keine potenziellen Interessenkonflikte angegeben.
Literatur
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Inoffizielle deutsche Übersetzung von Early Help Family Group Conferences: A Small-Scale Analysis of an Existing Service and Implications for Practice von Deanna Edwards und Kate Parkinson, Child Care in Practice, Bd. 32, Nr. 3 (2026), doi: 10.1080/13575279.2025.2578768, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet. Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.
Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels „Early Help Family Group Conferences: A Small-Scale Analysis of an Existing Service and Implications for Practice“, erschienen in Child Care in Practice (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie am Anfang dieser Seite angegeben.
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Edwards, D., et Parkinson, K. (2026). Early Help Family Group Conferences: A Small-Scale Analysis of an Existing Service and Implications for Practice. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/early-help-family-group-conferences-a-small-scale-analysis-of-an-existing-service (Originalwerk 2025 erschienen in Child Care in Practice, 32(3), 368-379 (2026); 2026 erneut veröffentlicht von Child Care in Practice, https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13575279.2025.2578768)
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