KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Journal of Solution Focused Practices · Praxismodell

Lösungsfokussiertes Wellness-Coaching

Wohlbefinden ist nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Konstrukt mit fünf Dimensionen, körperlich, emotional, sozial, intellektuell und spirituell, und chronische Erkrankungen hängen vor allem mit dem Lebensstil zusammen. James Beauchemin und Mo Yee Lee schlagen ein Kurzzeitmodell vor, das lösungsfokussierte Wellness-Coaching, das die Werkzeuge der SFBT, Ausnahmen, Wunderfrage, Skalierung, Ziele, auf jede dieser Dimensionen anwendet, außerhalb des klinischen Bereichs. Das Gespräch mit Nico, einem zwanzigjährigen Studenten, der sich „überfordert“ fühlt, führt von einer 4 von 10 zu konkreten Zielen, sich den Aikido-Club ansehen, einen Freund anrufen, ohne dass ihm irgendetwas verordnet wird.

Verfassende James Beauchemin und Mo Yee Lee (Ohio State University)Erstveröffentlichung Journal of Solution Focused Practices, Bd. 1, Nr. 2, 2014, Artikel 6, S. 59-78Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von Solution-Focused Wellness Coaching von James Beauchemin und Mo Yee Lee, erschienen im Journal of Solution Focused Practices (2014), doi: 10.59874/001c.75103, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, auf Grundlage der im September 2026 aus dem eingescannten PDF der Zeitschrift erstellten Fassung: Der Originaltext wurde transkribiert, ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, das Diagramm von Tabelle 1 (fünf Dimensionen des Wohlbefindens um die Komponenten der SFBT) wird beschrieben, Tabelle 2 als Karte und der Falldialog in Kästen dargestellt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Abstract. Wohlbefinden als mehrdimensionales Konstrukt zu verstehen, hat erhebliche Folgen für die Behandlung der körperlichen wie der psychischen Gesundheit. Die Zusammenhänge zwischen chronischen Erkrankungen und Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Ernährung und Stress machen Fachkräfte mit spezieller Ausbildung erforderlich, die Menschen dabei unterstützen können, Fähigkeiten und Ressourcen für Veränderungen ihres Lebensstils zu entwickeln. Um solche auf Wohlbefinden ausgerichteten Lebensstiländerungen zu erleichtern, braucht es Modelle, die evidenzbasierte Ansätze integrieren. Die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie und das lösungsfokussierte Coaching sind evidenzbasierte Ansätze, die die Stärken der Ratsuchenden und den Aufbau von Lösungen in klinischen wie nichtklinischen Kontexten in den Mittelpunkt stellen. Ein Modell des lösungsfokussierten Wellness-Coachings (SFWC) bietet einen kurzen, wirksamen Coachingansatz, der in vielfältigen Gesundheits- und Wellnesskontexten anwendbar ist, darunter Primärversorgung, Beratung, Soziale Arbeit, Ergo- und Physiotherapie sowie Bewegung und Fitness. Das SFWC-Modell bietet einen Rahmen, der spezifische, replizierbare therapeutische Techniken nutzt, um Menschen dabei zu unterstützen, ihr Wohlbefinden im körperlichen, spirituellen, emotionalen, intellektuellen und sozialen Bereich zu stärken.

Dieses Modell wurde auf der Konferenz 2014 der Solution-Focused Brief Therapy Association in Santa Fe (New Mexico) vom 5. bis 8. November 2014 vorgestellt. Die erstgenannte verfassende Person erhielt damals einen SFBTA-Forschungspreis 2014 sowie eine Förderung, um die Wirksamkeit des SFWC-Modells weiter zu erforschen.

Hintergrund

Innerhalb des traditionellen medizinischen Modells hat sich eine mehrdimensionale Konzeption von Gesundheit und Wohlbefinden nur allmählich durchgesetzt. Das historisch vorherrschende biomedizinische Krankheitsmodell konzentrierte sich ausschließlich auf die Biologie und blendete psychische, umweltbezogene und soziale Einflüsse auf die Gesundheit aus. Dennoch belegen Befunde ein erhöhtes Risiko schwerer Erkrankungen und vorzeitigen Todes im Zusammenhang mit Lebensstilverhalten wie Bewegungsmangel, Ernährung, Rauchen und anhaltendem Stress (Smith et al., 2013). Eine Hinwendung zu einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis wird von der Weltgesundheitsorganisation gestützt, die Gesundheit als einen Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen definiert (WHO, 1992).

Ein verwandter Literaturstrang versteht Wohlbefinden als mehrdimensionales Konstrukt; in den letzten Jahren wurden zahlreiche Wellness-Modelle entwickelt und weiterentwickelt. So vielversprechend sie als entstehendes Paradigma sind, erschweren diese sich noch entwickelnden Modelle eine einheitliche Definition. Zu den bekanntesten Wellness-Modellen gehören das Lifespan Model of Wellness (Myers, Sweeney & Witmer, 1991), das Indivisible Self Model of Wellness (Myers & Sweeney, 2004), Hettlers Hexagonal Model of Wellness (1980) und das Clinical and Educational Model of Wellness (Granello, 2013). Auch wenn jedes Modell unterschiedliche Bereiche umfasst, finden sich in allen fünf ähnliche Komponenten, die sich auf emotionales, intellektuelles, körperliches, soziales und spirituelles Wohlbefinden beziehen (Roscoe, 2009).

Die Anerkennung von Wohlbefinden als mehrdimensionales Konstrukt hat weitreichende Folgen für die Behandlung der körperlichen wie der psychischen Gesundheit. Es braucht wirksame Beratungs- und Lebensstilstrategien, um Ratsuchende zu informieren, einzubinden und zu stärken. Die Ansätze sollten sicherstellen, dass sie ihre Bedürfnisse wirksam mitteilen können und an veränderungsbezogenen Entscheidungen aktiv beteiligt sind (Caldwell, Gray & Wolever, 2013). Im Gesundheitswesen, in dem Fachkräfte der Primärversorgung eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Veränderung spielen, hindern zahlreiche Hürden sie daran, Patientinnen und Patienten zu beraten, etwa Zeitmangel, fehlende Beratungsausbildung, mangelnde institutionelle Unterstützung und fehlende Vergütung (Tulloch, Fortier & Hogg, 2006). Daher werden Fachkräfte benötigt, die in Theorien der Gesundheitsverhaltensänderung, gesundheitsbezogener Diagnostik und Intervention sowie in Beratungsstrategien ausgebildet sind, um Behandelte bei Veränderungen ihres Lebensstils zu unterstützen (Tulloch et al., 2006).

Aktuelle Beratungs- und Interventionsangebote der Gesundheitsförderung stützen sich auf verschiedene Theorien und Modelle, darunter die kognitive Theorie, das Health-Belief-Modell, die Theorie des überlegten Handelns und das transtheoretische Modell der Verhaltensänderung. Diese theoretischen Grundlagen lassen sich jedoch oft nicht genau in spezifische Beratungsstrategien übersetzen, was dazu führen kann, dass Fachkräfte unspezifische Beratungstechniken einsetzen und sich auf Gesundheitsinformationen und ihren beruflichen Status verlassen, um Behandelte zur Veränderung zu bewegen (Elder et al., 1999).

Die Betonung von Lebensstiländerungen als Vermittler ganzheitlichen Wohlbefindens und der Bedarf an zugänglichen, kurzen Ansätzen, die sich auf solche Veränderungen konzentrieren, haben zur wachsenden Verbreitung von „Coaching“-Modellen beigetragen. Coaching wird hier definiert als ein Weg, anderen Menschen zu helfen, ein gewünschtes Ziel oder einen angestrebten zukünftigen Zustand zu erreichen (O’Connell, Palmer & Williams, 2012). Es kann je nach theoretischer Grundlage viele Formen annehmen, darunter kognitives Coaching, verhaltensbasierte positive Psychologie und zielorientiertes Coaching (Ives, 2008). Zu den gängigen Coachingmodellen gehören Life-Coaching und Executive-Coaching, strukturierte Ansätze, die nichtklinischen Zielgruppen helfen, Ziele zu setzen und zu erreichen (Green, Oades & Grant, 2006).

Mehrere private Programme konzentrieren sich speziell auf Wellness- oder Gesundheitscoaching. So bieten etwa Wellcoaches, der American Council on Exercise und das National Institute of Whole Health Ausbildungen und Zertifizierungen im Coaching an. Darüber hinaus ist das an der US-amerikanischen Forschungseinrichtung Duke University entwickelte Integrative Health Coaching ein systematischer und kooperativer Prozess, der die Bereicherung der Lebenserfahrung und das Erreichen von Zielen im Zusammenhang mit einem bestimmten gesundheitlichen Anliegen fördert (Caldwell et al., 2013). Trotz der zahlreichen Modelle gibt es keine einheitliche Definition von Gesundheits- oder Wellness-Coaching, was zu großen Unterschieden in Ausbildung, Methodik und Tätigkeitsbereich führt (Smith et al., 2013). Es braucht daher ein klar definiertes Modell und einen klar definierten therapeutischen Ansatz für Gesundheits- und Wellness-Coaching, die Leitlinien und Strategien zur Förderung von Lebensstiländerungen bereitstellen.

Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie

Das Modell des lösungsfokussierten Wellness-Coachings bietet einen Ansatz für Gesundheits- und Lebensstiländerungen, der evidenzbasierte Beratungsstrategien und -techniken nutzt. Die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie (SFBT) ist eine stärkenorientierte Intervention, die sich dadurch auszeichnet, dass sie den Aufbau von Lösungen statt der Probleme in den Mittelpunkt stellt und davon ausgeht, dass Ratsuchende über die Ressourcen und die Fähigkeit zur Veränderung verfügen (De Jong & Berg, 2013). Sie entstand Anfang der 1980er-Jahre aus der Arbeit von de Shazer, Berg und ihrem Team am Milwaukee Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee, Wisconsin (de Shazer et al., 1986).

Die SFBT wird als postmoderner Beratungsansatz eingeordnet, der sich auf die Grundsätze der sozialkonstruktivistischen Theorie stützt (Crockett & Prosek, 2013) und betont, dass Probleme wie Lösungen Konstruktionen der Ratsuchenden in einem sozialen Kontext sind. Die SFBT pflegt mit ihnen eine kooperative, nicht hierarchische Beziehung und erkennt an, dass sie selbst Fachleute für ihre Ziele und Wünsche sind. Die therapeutische Fachkraft bringt ihre Expertise für das Veränderungsgespräch ein, das es Ratsuchenden ermöglicht, wieder Zugang zu ihren Ressourcen und Stärken zu finden und ihre selbstbestimmten Ziele zu erreichen. Zudem richtet die SFBT den Blick auf Gegenwart und Zukunft und geht davon aus, dass Probleme der Vergangenheit angehören (Lee, 2013).

Wie im von der Solution-Focused Brief Therapy Association anerkannten Behandlungsmanual beschrieben (Bavelas et al., 2013), gehören zu den Grundprinzipien der SFBT: Der Fokus liegt auf der von der ratsuchenden Person gewünschten Zukunft statt auf vergangenen Problemen oder aktuellen Konflikten; sie beruht auf Lösungsaufbau statt auf Problemlösung; kein Problem tritt ständig auf, es gibt Ausnahmen, also Alternativen zu den aktuellen unerwünschten Mustern von Verhalten, Kognition und Interaktion, die zum Repertoire der ratsuchenden Person gehören oder in der Therapie gemeinsam als solche konstruiert werden können; und Ratsuchende werden ermutigt, die Häufigkeit aktueller hilfreicher Verhaltensweisen zu steigern. Außerdem unterscheidet sich die SFBT von Fertigkeitstrainings und verhaltenstherapeutischen Interventionen dadurch, dass das Modell davon ausgeht, dass Lösungsverhalten bei den Ratsuchenden bereits vorhanden ist, und dass die Gesprächskompetenzen, die Therapierende benötigen, um Ratsuchende zum Aufbau von Lösungen einzuladen, andere sind als jene, die zur Diagnose und Behandlung ihrer Probleme nötig sind.

Mit der wachsenden Beliebtheit der SFBT ist auch ihre Forschungsbasis gewachsen. Zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Studien untersuchen die besonderen Merkmale der SFBT und grenzen sie von anderen Therapieformen ab. Zu den wesentlichen Unterschieden zwischen der SFBT und anderen verbreiteten Ansätzen wie der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) und der motivierenden Gesprächsführung (MI) zählen der Verzicht auf die Diagnose von Pathologie, der Fokus auf das, was gut läuft, statt auf das, was schiefläuft, und die Annahme, dass das, was hinter den Worten der ratsuchenden Person steht, nicht bedeutsamer ist als das, was sie sagt (McKergow & Korman, 2009). Studien zeigen, dass SFBT-Sitzungen im Vergleich zur KVT signifikant mehr positive und weniger negative Inhalte aufwiesen (Jordan, Froerer & Bavelas, 2013) und dass SFBT-Formulierungen einen signifikant höheren Anteil der genauen Worte der Ratsuchenden bewahrten und weniger therapeutische Deutungen hinzufügten als KVT oder MI (Korman, Bavelas & De Jong, 2013).

Die Evidenzbasis der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie wird durch mehrere Übersichtsarbeiten und Wirksamkeitsanalysen gestärkt. Die Reviews von Gingerich und Eisengart (2000), Gingerich und Peterson (2012) sowie Kim (2008) stützen den Nutzen der SFBT, mit starker Evidenz hinsichtlich der Behandlungsdauer, was darauf hindeutet, dass die SFBT kosteneffektiver sein kann als andere therapeutische Ansätze. Die Evidenz stützt die Wirksamkeit der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie bei sehr unterschiedlichen Zielgruppen. So zeigt die Wirksamkeitsliteratur im schulischen Bereich positive Effekte der SFBT auf Verhaltens- und Leistungsprobleme (Kim & Franklin, 2009), ein verbessertes Hörverstehen und eine flüssigere Lesefähigkeit, eine bessere Wahrnehmung der allgemeinen Intelligenz und positivere Einstellungen gegenüber Schule und Lehrkräften sowie eine verringerte Angst bei Kindern mit Leseschwierigkeiten (Daki & Savage, 2010).

Bei Erwachsenen hat sich die SFBT bei einer Reihe von Symptomen und Verhaltensweisen als wirksam erwiesen (Gingerich & Peterson, 2012), darunter depressive Symptome (Sundstrom, 1993), Medikamentenadhärenz (Panayotov, Anichkina & Strahilov, 2011), Alkoholabstinenz (Spilsbury, 2012), posttraumatischer Stress (Bannink, 2008) und Erziehungskompetenzen (Zimmerman, Jacobsen, MacIntyre & Watson, 1996). Die SFBT wurde bei verschiedenen Zielgruppen eingesetzt, darunter Paare (Zimmerman, Prest & Wetzel, 1997), Studierende (Sundstrom, 1993) sowie in der Gruppentherapie (Lafountain, Garner & Eliason, 1996). Ein SFBT-Ansatz wurde auch in einem Gesundheits- und Wellnesskontext bei Schwierigkeiten mit Gewichtsregulierung und Ernährung angewandt (Dolan, 1997) sowie in der Arbeit mit Sporttreibenden im Leistungsbereich (Hoigaard & Johansen, 2004).

Lösungsfokussiertes Coaching

Auf den Prinzipien der SFBT aufbauend, ist das lösungsfokussierte Coaching (SFC) eine Anpassung dieses Behandlungsansatzes für nichtklinische Zielgruppen. Wie die SFBT konzentriert sich das SFC darauf, Menschen dabei zu helfen, bevorzugte Ergebnisse und konkrete Ziele zu bestimmen, sich von problemfokussiertem Denken zu lösen sowie Ressourcen und Stärken zu erkennen und zu nutzen, in einer kooperativen Atmosphäre gegenseitigen Respekts (Grant, 2013). Das SFC beruht auf einigen Grundüberzeugungen, die die Praxis leiten: Fragen zu stellen ist wichtiger, als Antworten zu geben; der Fokus liegt auf der Zukunft, nicht auf der Vergangenheit; man baut auf den Stärken der Person auf und erkundet Lösungen; und „Was nicht kaputt ist, sollte man nicht reparieren, es sei denn, es lässt sich verbessern“ (O’Connell et al., 2012). Das SFC unterscheidet sich von der SFBT in mehreren wichtigen Punkten, darunter der Fokus auf nichtklinische Ziele, die Verwendung eines Coachingmodells statt eines psychologischen Modells und die Durchführung durch eine ausgebildete Coachingfachkraft statt durch eine Beratungs- oder Psychotherapiefachkraft (O’Connell et al., 2012).

Neben der nachgewiesenen Wirksamkeit der SFBT stützt die Literatur auch den Einsatz eines SFC-Ansatzes. Mehrere Bücher liefern Begründungen, Anleitungen und Techniken zum SFC (Jackson & McKergow, 2007; O’Connell et al., 2012). Zudem belegen zahlreiche Studien seine Wirksamkeit für eine Vielzahl von Ergebnissen. Im Coachingkontext erwiesen sich lösungsfokussierte Fragen als wirksamer als problemfokussierte Fragen, mit deutlichen Unterschieden in Bezug auf den Affekt der gecoachten Person, die Annäherung an Ziele und das Problemverständnis (Grant & O’Connor, 2010) sowie mit Verbesserungen der Selbstwirksamkeit und der Handlungsplanung (Grant, 2012). Lösungsfokussiertes Coaching hat sich zudem als wirksam zur Verbesserung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz erwiesen (Grant, Curtayne & Burton, 2009) und kann in Gruppeninterventionen wirksam sein (Green, Oades & Grant, 2006).

Lösungsfokussiertes Wellness-Coaching

Der SFWC-Rahmen

Die nachgewiesene Wirksamkeit von SFBT und SFC bildet zusammen mit der zunehmenden Anerkennung von Wohlbefinden als mehrdimensionalem Konstrukt eine ideale Kombination, um Veränderungen des Lebensstilverhaltens anzugehen. Das Modell des lösungsfokussierten Wellness-Coachings (Tabelle 1) verbindet die Grundprinzipien von SFBT und SFC mit einem Wellness-Rahmen, der den sozialen, emotionalen, intellektuellen, spirituellen und körperlichen Bereich des Wohlbefindens umfasst. Indem SFW-Coachingfachkräfte gemeinsam mit den Ratsuchenden deren Stärken und Ressourcen herausarbeiten, können sie sie dabei unterstützen, zukunftsorientierte Ziele zu bestimmen. Diese selbstbestimmten Ziele können sich sowohl auf einzelne Bereiche des Wohlbefindens als auch auf das ganzheitliche Wohlbefinden beziehen.

Tabelle 1. Lösungsfokussiertes Wellness-Modell

Diagramm nicht wiedergegeben: fünf Kreise, körperliches, emotionales, soziales, intellektuelles und spirituelles Wohlbefinden, ringförmig um ein gemeinsames Zentrum angeordnet, die Komponenten der SFBT. Das mehrdimensionale Wellness-Modell rahmt das Ganze.

Die Subjektivität des Konstrukts Wohlbefinden zu verstehen, die sich in den zahlreichen Modellen der Literatur zeigt, erlaubt Flexibilität bei der Art, wie Ratsuchende ihr eigenes Wohlbefinden konzipieren. Das SFWC-Modell bietet einen nützlichen Rahmen, der die Mehrdimensionalität des Wohlbefindens veranschaulicht. SFWC-Fachkräfte müssen jedoch darauf achten, das Gespräch nicht zu lenken oder „die ratsuchende Person dem Modell anzupassen“. Die SFBT baut auf den Wünschen, Bedürfnissen oder Verhaltensweisen der Ratsuchenden auf; daher übernimmt das SFWC eine unterstützende Rolle, die Optionen eher erweitern als einschränken will (de Shazer et al., 2007). Der lösungsfokussierte Ansatz kann mit anderen Techniken kombiniert werden, solange das Vertrauen in die Fähigkeit der Ratsuchenden erhalten bleibt, selbst zu wissen, was für sie am besten ist, und wirksam zu planen, wie sie dorthin gelangen (Trepper et al., 2006). So können SFWC-Fachkräfte Ratsuchende als Fachleute in eigener Sache darin unterstützen, die für ihr Gesamtwohlbefinden wichtigsten Bereiche zu erkennen und zu bestimmen, und sie zugleich dabei begleiten, die Beziehungen zwischen den verschiedenen Dimensionen des Wohlbefindens zu unterscheiden und zu erkunden und Veränderungen in Richtung Wohlbefinden anzustoßen.

Auch wenn Ratsuchende sich auf einen oder mehrere Aspekte des Wohlbefindens konzentrieren und diese Bereiche so „benennen“ können, wie es für sie bedeutsam ist, sind die folgenden der großen Mehrheit evidenzbasierter Wellness-Modelle gemeinsam (Roscoe, 2009) und bieten einen nützlichen Rahmen, um Veränderungen in Richtung Wohlbefinden anzugehen.

  • Soziales Wohlbefinden wird in der Literatur beschrieben als die Interaktionen einer Person mit anderen, mit der Gemeinschaft und der Umwelt (Hettler, 1980), als das Maß an erhaltener und erwiderter Unterstützung und als der Wert, der diesen Handlungen beigemessen wird (Adams, Bezner & Steinhardt, 1997).
  • Emotionales Wohlbefinden bezieht sich auf die Wahrnehmung und Akzeptanz von Gefühlen (Leafgren, 1990), den Umgang mit bzw. die Regulation von Emotionen (Hettler, 1980) und das Selbstgefühl (Adams et al., 1997).
  • Körperliches Wohlbefinden lässt sich beschreiben als die Erhaltung körperlichen Gleichgewichts und körperlicher Harmonie durch kardiovaskuläre Fitness, Beweglichkeit, Kraft und gesunde Ernährung (Hettler, 1980; Renger et al., 1990) sowie durch vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Krankheit.
  • Intellektuelles Wohlbefinden bezieht sich speziell darauf, Wissen und Fähigkeiten durch vielfältige kreative und anregende Aktivitäten und Ressourcen zu erweitern, zu verbessern und zu teilen (Leafgren, 1990; Hettler, 1980).
  • Spirituelles Wohlbefinden betrifft die Wahrnehmung von Sinn und Zweck im Leben, die Integration von Geist und Körper (Adams et al., 1997) und das Streben nach einem erfüllten Leben (Renger et al., 2000).

Mit einem SFWC-Ansatz lassen sich diese Bereiche des Wohlbefindens mit Ratsuchenden so erkunden, dass die Grundprinzipien der SFBT gewahrt bleiben. Fachkräfte können sie dabei unterstützen, ideale Zustände des Wohlbefindens zu bestimmen, die verschiedenen Aspekte oder Bereiche des Wohlbefindens zu definieren und zu klären, die sie für wichtig halten, vergangene Erfolge und Ausnahmen im Bereich des Wohlbefindens zu erkunden und für jeden Bereich zukunftsorientierte Ziele zu entwickeln. Mit einem lösungsfokussierten Ansatz gelingt dies in einer stärkenorientierten, kooperativen Beziehung, die Ratsuchende als Fachleute in eigener Sache wertschätzt, die über die nötigen Ressourcen und Fähigkeiten verfügen, um positive, auf Wohlbefinden ausgerichtete Veränderungen anzustoßen. Die Beispieltabelle für einen Bereich (Tabelle 2) zeigt, wie lösungsfokussierte Kompetenzen für einen bestimmten Bereich entwickelt werden.

Tabelle 2. Beispieltabelle für einen Bereich: körperliches Wohlbefinden

Stärken und Ausnahmen erkennen: „Was tun Sie derzeit, das Ihnen hilft, sich körperlich wohlzufühlen?“ „Wie wichtig ist körperliches Wohlbefinden in Ihrem Leben?“ „Was tun Sie konkret, um körperlich für sich zu sorgen?“ „Fallen Ihnen Zeiten ein, in denen Sie sich körperlich wohlgefühlt haben? Wie hat sich das angefühlt? Was haben Sie damals getan?“ Zukunftsorientierte Fragen: „Wie würde Ihr idealer körperlicher Zustand aussehen? Wie würde sich das anfühlen?“ „Was werden Sie in Zukunft tun, das dazu beitragen könnte, dass Sie sich körperlich wohlfühlen?“ Wunderfrage: „Angenommen, Sie gehen heute Abend schlafen, und es geschieht ein Wunder, aber Sie wissen nicht, wie es geschehen ist. Über Nacht haben Sie ein vollständiges körperliches Wohlbefinden erlangt: Was wäre am Morgen anders?“ Skalierung: „Wie würden Sie Ihr körperliches Befinden auf einer Skala von 1 bis 10 einschätzen?“ „Wie würde sich eine 10 anfühlen?“ Positive Rückmeldung: „Es scheint, als hätten Sie mehrere sehr gute Ideen, wie Sie sich körperlich wohler fühlen könnten.“ „Sie haben beim körperlichen Wohlbefinden schon gute Fortschritte gemacht.“ Zielsetzung: „Welche Ziele könnten Sie umsetzen, um beim körperlichen Wohlbefinden von einer 4 auf eine 6 zu kommen?“ „Was könnten Sie in den nächsten ein, zwei Wochen ändern, damit Sie sich körperlich wohler fühlen?“

SFWC in der Praxis

Das SFWC kann Menschen dabei unterstützen, eigene Definitionen von Wohlbefinden zu entwickeln und den Wert zu bestimmen, den sie jedem Bereich beimessen. Dies ermöglicht es, Stärken, Ausnahmen, „ideale Zustände“ und Ziele in den Bereichen zu erkunden, die die Ratsuchenden selbst als diejenigen benennen, auf die sie sich derzeit konzentrieren möchten. Indem es die Stärken der ratsuchenden Person untersucht, kann das SFWC gemeinsam mit ihr herausarbeiten, was sie bereits tut, um sich körperlich wohlzufühlen. Es lassen sich weitere Strategien finden, die auf diesen Gewohnheiten aufbauen, und positive, erreichbare Ziele festlegen, die ihre Werte widerspiegeln. Regelmäßige positive Rückmeldungen können ihre Stärken festigen, und der Fokus auf Erfolge statt auf fortbestehende Probleme kann Lebensstiländerungen erleichtern.

Darüber hinaus können Fachkräfte Ratsuchende dabei unterstützen zu erkennen, wie die Bereiche des Wohlbefindens miteinander zusammenhängen, und zu untersuchen, wie die Verbesserung eines Bereichs nicht nur andere Bereiche, sondern auch die Wahrnehmung des Wohlbefindens insgesamt beeinflussen kann. Indem die Verflechtung der Bereiche betont und stärkenorientierte Ziele entwickelt werden, können Ratsuchende Lebensstiländerungen vornehmen, die zu besserer Gesundheit und größerem Wohlbefinden insgesamt führen.

Das SFWC-Modell ist für nichtklinische Zielgruppen konzipiert und kann daher von spezifischen Zielen und Kompetenzen abweichen, die in einem therapeutischen Kontext eingesetzt werden. Auch wenn es innerhalb eines SFBT-Ansatzes Unterschiede in den Techniken gibt, veranschaulichen die von Bavelas et al. (2012) im Solution-Focused Therapy Treatment Manual for Working with Individuals benannten Grundprinzipien die Kernkomponenten, die lösungsfokussierten Techniken zugrunde liegen. Zu den spezifischen Wirkfaktoren der SFBT gehören die kooperative Allianz, der Fokus auf Lösungen, das Setzen erreichbarer Ziele, die Zukunftsorientierung, der Einsatz von Skalierung und der Fokus auf Ausnahmen von Problemen (Bavelas et al., 2012).

Fallbeispiel zum SFWC

Nico war ein 20-jähriger Student, der im Wellnesszentrum der Universität in einem individuellen Wellness-Coaching begleitet wurde. Er war von der Studienberatung an das Wellness-Coaching verwiesen worden, weil er sich überfordert fühlte. Nachdem Hintergrundinformationen gesammelt worden waren und ausgeschlossen werden konnte, dass eine intensivere Versorgung nötig war, vereinbarten Nico und die Fachkraft für Wellness-Coaching gemeinsam, eine lösungsfokussierte Wellness-Beratung auszuprobieren. Man ging davon aus, dass dieser Ansatz Nico helfen könnte, ein Gleichgewicht in seinem Leben zu finden und sein Wohlbefinden zu verbessern.

Der Einsatz des lösungsfokussierten Wellness-Coachings bei Nico schloss ein Gespräch über seine Vorstellungen von Gesundheit und Wohlbefinden ein. Im Einklang mit den Grundsätzen der SFBT, die Kooperation und eine nicht hierarchische Beziehung betonen, sammelte das SFWC Informationen über Nicos Stärken und Erfahrungen im Bereich Wohlbefinden. Dieser Ansatz erkannte Nico als Experten an und würdigte seine Vorstellung von Wohlbefinden. In diesem Dialog konnte die Coachingfachkraft gemeinsam mit Nico die Mehrdimensionalität des Wohlbefindens erkunden und sich dabei auf Lösungen statt auf aktuelle Probleme konzentrieren. Der Dialog bot zudem Gelegenheiten, Ausnahmen hervorzuheben, Momente, in denen Nicos Stärken und Ressourcen ihm Zugang zu einem Zustand größeren Wohlbefindens verschafften.

Gesprächsauszug: körperliches Wohlbefinden

SFWC: Können Sie beschreiben, wie es ist, wenn Sie sich am meisten „wohl“ fühlen? [Fokus auf Lösungen statt auf das Problem]
Nico: Na ja, ich bin nicht die ganze Zeit gestresst. Ich würde wahrscheinlich besser schlafen und mich konzentrieren können. Ich hätte wohl mehr Zeit, um mit meinen Freunden abzuhängen …
SFWC: Es klingt, als ob, wenn Sie davon sprechen, sich „wohl“ zu fühlen, eigentlich ziemlich viel dazugehört.
Nico: Ja, schon.
SFWC: Dann versuchen wir mal Folgendes. Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute Abend schlafen, und irgendwann in der Nacht geschieht ein „Wunder“. Wegen dieses „Wunders“ fühlen Sie sich, wenn Sie morgens aufwachen, vollkommen, rundum wohl. Was wäre das Erste, das Ihnen auffallen würde und Ihnen verraten würde, dass ein Wunder geschehen ist? [Wunderfrage]
Nico: Ich würde mich wohl einfach besser fühlen.
SFWC: Was genau würde sich besser anfühlen? [Vertiefen]
Nico: Na ja, zum einen wäre ich ausgeruht. Vielleicht nicht so gestresst. Ich würde wahrscheinlich mehr trainieren.
SFWC: Was würden die Menschen, die Ihnen am nächsten stehen, oder die Leute in Ihrer WG an Ihnen anders bemerken? [Vertiefen]
Nico: Ich glaube, ich hätte mehr Energie. Ich würde wahrscheinlich nicht so müde aussehen. Sie würden wahrscheinlich merken, dass ich besser in Form bin.
SFWC: Wenn dieser „Wunder“-Zustand also eine 10 wäre, wo würden Sie sich im Moment auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen? [Skalierungsfrage]
Nico: Hm. Wahrscheinlich ungefähr bei einer 4.
SFWC: Woran merken Sie, dass Sie bei einer „4“ sind und nicht darunter?
Nico: Na ja, ich fühle mich gestresst. Ich habe bei Weitem nicht so viel Sport gemacht, wie ich gern würde, und ich glaube, ich verbringe zu viel Zeit zu Hause und zu wenig mit Freunden. Aber ich habe auch nicht das Gefühl, depressiv zu sein oder so. Ich meine, ich habe immer noch Freunde und komme im Studium ziemlich gut zurecht.
SFWC: Fallen Ihnen Zeiten in Ihrem Leben ein, in denen Sie sich näher an einer „10“ gefühlt haben? [Ausnahmen finden]
Nico: Klar, im zweiten Studienjahr. Da war ich wahrscheinlich bei einer 8 oder 9. Das Leben lief ziemlich gut.
SFWC: Was war damals anders? [Ausnahmen]
Nico: Ich habe ständig trainiert, gute Noten bekommen. Ich habe mit ein paar guten Freunden zusammengewohnt. Ich war bei Weitem nicht so ständig gestresst.
SFWC: Was tun Sie derzeit, das Ihnen hilft, sich am gesündesten oder am meisten „wohl“ zu fühlen? [Stärken erkennen]
Nico: Ich gehe ab und zu noch ins Fitnessstudio, aber bei Weitem nicht so oft, wie ich gern würde.
SFWC: Schön, dass Sie immer noch Zeit für Sport finden. Es klingt, als wäre es Ihnen wichtig, sich körperlich wohlzufühlen.
Nico: Ja, ich glaube, das macht für mich einen ziemlich großen Unterschied.
SFWC: Gibt es andere Lebensbereiche, die von Ihrem körperlichen Wohlbefinden beeinflusst werden könnten?
Nico: Na ja, wenn ich mehr Energie hätte, könnte ich wahrscheinlich mehr Zeit ins Studium stecken, was hoffentlich zu besseren Noten führen würde.
SFWC: Es klingt, als würde körperliches Wohlbefinden vieles an Ihrem allgemeinen Wohlbefinden verändern.
Nico: Ja, ich glaube schon.
SFWC: Fallen Ihnen noch weitere Dinge ein, die Sie tun könnten und die Ihr körperliches Wohlbefinden verbessern könnten?
Nico: Hm. Auf jeden Fall mehr Sport. Vielleicht regelmäßiger schlafen. Und meine Ernährung könnte wohl auch etwas besser werden …
SFWC: Was könnte Ihrer Meinung nach ein realistisches kurzfristiges Ziel sein, um Ihr körperliches Wohlbefinden zu verbessern? [Zielsetzung]

Wie in vielen Psychotherapie- und Coachingmodellen sind konkrete und spezifische Ziele ein wichtiger Bestandteil eines lösungsfokussierten Ansatzes (de Shazer et al., 2007). Durch kurzfristige, messbare und realistische Ziele für jeden Bereich konnte Nico Strategien zur Verbesserung seines allgemeinen Wohlbefindens finden, die auf seinen eigenen Stärken und Ressourcen beruhten. In diesem Fall war es wesentlich, die Ziele schrittweise einzuführen, da Nicos Anliegen gerade das Gefühl der Überforderung war. Die ersten Ziele, die aus dem obigen Gespräch hervorgingen, konzentrierten sich deshalb ausschließlich auf das körperliche Wohlbefinden. In den folgenden wöchentlichen Coachingsitzungen kamen bisweilen Ziele aus anderen, von Nico benannten Bereichen des Wohlbefindens hinzu, wodurch sichergestellt war, dass die Ziele für ihn relevant waren. Das ermöglichte es Nico nicht nur, eigene Ziele auf der Grundlage seiner eigenen Werte zu entwickeln, sondern verbesserte sowohl das bereichsspezifische als auch das allgemeine Wohlbefinden und stärkte seine Selbstwirksamkeit beim Erreichen von Zielen.

Gesprächsauszug: soziales Wohlbefinden

SFWC: Abgesehen davon, dass Sie sich körperlich wohler fühlen würden, was wäre in Ihrem Leben noch anders, wenn Sie sich näher an einer 10 fühlten? [Vertiefen]
Nico: Ich wäre wohl geselliger, hätte mehr Lust rauszugehen. Würde vielleicht nicht mehr so viel in der Wohnung herumhängen.
SFWC: Ihr Wohlbefinden hat also eine soziale Komponente?
Nico: Ja. Oft geht es mir gut, wenn ich mich mit einem Freund zum Mittagessen oder so treffen kann. Es ist nur schwierig, regelmäßig Zeit für so etwas zu finden.
SFWC: Wenn eine „10“ Ihr Idealzustand in Bezug auf den sozialen Aspekt Ihres Wohlbefindens ist, können Sie beschreiben, wie das aussehen würde? [Skalierung, das „Ideal“ bestimmen]
Nico: Ich würde wohl mehr Zeit mit Freunden verbringen, mich mit anderen stärker verbunden fühlen, mehr eingebunden sein. Ich wäre wahrscheinlich selbstsicherer im Umgang mit anderen.
SFWC: Gut. Wenn das eine „10“ ist, wie würden Sie Ihr soziales Wohlbefinden derzeit einschätzen?
Nico: Realistisch gesehen im Moment nur bei einer „3“ oder „4“.
SFWC: Fallen Ihnen Zeiten ein, in denen Sie sich sozial näher an einer „10“ gefühlt haben? [Ausnahmen]
Nico: Ja, ich glaube, im ersten und im zweiten Studienjahr war ich näher an einer „10“. Vielleicht bei einer „7“ oder „8“.
SFWC: Was war damals anders? [Vertiefen]
Nico: Na ja, im ersten Jahr war alles neu. Ich habe neue Leute kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, bin viel mehr ausgegangen.
SFWC: Was tun Sie derzeit, um sich sozial wohlzufühlen? [Stärken erkennen]
Nico: Wissen Sie, ich komme schon noch ein bisschen raus. Ich gehe jeden Tag zu den Lehrveranstaltungen und verbringe Zeit mit meinen Mitbewohnern … zumindest am Wochenende.
SFWC: Gibt es noch andere Dinge, die Sie sozial tun könnten und die Sie einer 10 näherbringen könnten? [Skalierung]
Nico: Es gibt auf jeden Fall ein paar Freunde, zu denen ich, glaube ich, ein bisschen den Kontakt verloren habe und bei denen ich mich schon länger melden wollte.
SFWC: Gut. Fällt Ihnen noch etwas ein?
Nico: Wissen Sie, schon ein Anruf wäre wahrscheinlich gut. Es gibt auch ein paar Clubs hier auf dem Campus, die ich mir mal ansehen wollte und die cool sein könnten.
SFWC: Inwiefern könnte es hilfreich sein, sich die Clubs anzusehen? [zukunftsorientierte Fragen]
Nico: Na ja, im Idealfall würde ich neue Freunde finden, neue soziale Kontakte. Ich käme mehr raus, wäre mehr eingebunden.
SFWC: Gibt es bestimmte Clubs, die Sie sich gern ansehen würden?
Nico: Als ich jünger war, habe ich Kampfsport gemacht. Ich habe überlegt, dem Aikido-Club beizutreten. Ich interessiere mich auch für Science-Fiction, und ich habe gesehen, dass es auch einen Science-Fiction-Club gibt.
SFWC: Sehr gut. Wenn Sie also an den sozialen Aspekt des Wohlbefindens denken, was könnte ein gutes kurzfristiges Ziel für Sie sein? [Zielsetzung]
Nico: Ich glaube, mir in der nächsten Woche mindestens einen Club anzusehen, wäre realistisch. Außerdem würde ich mich gern wieder bei einem bestimmten Freund melden, den ich schon länger anrufen wollte.
SFWC: Das klingt nach sehr guten Zielen. Wie könnten sie Ihre aktuelle Einschätzung von „4“ verändern, wenn Sie sie erreichen würden?
Nico: Wenn ich in einem Club wäre? Ich glaube, allein das würde mich schon mindestens auf eine 5 oder 6 bringen.

Die Konzeption von Wohlbefinden als mehrdimensionalem Konstrukt schuf eine Grundlage, von der aus das SFWC Nico dabei unterstützen konnte, jeden Bereich einzeln zu erkunden, allgemeine oder bereichsspezifische Ziele zu entwickeln und auf ein insgesamt ausgewogenes Wohlbefinden hinzuarbeiten. Dies gab dem SFWC die Gelegenheit, mit lösungsfokussierten Techniken wie der Wunderfrage und Skalierungsfragen gezielt Informationen über Nicos Vorstellungen von Wohlbefinden zu sammeln. Das half zu klären, wie Nico seinen Idealzustand in jedem Bereich des Wohlbefindens konzipierte, was wiederum die Ziele in diesem Bereich leiten konnte.

Gesprächsauszug: allgemeines Wohlbefinden

SFWC: Wir haben uns Ziele sowohl für das körperliche als auch für das soziale Wohlbefinden angesehen. Wie werden sich diese Ihrer Meinung nach auf Ihr allgemeines Wohlbefinden auswirken? [zukunftsorientiert]
Nico: Ich stelle mir vor, wenn ich diese Ziele erreichen kann, fühle ich mich deutlich besser als jetzt. Ich habe wahrscheinlich mehr Energie, bessere Laune, mehr Selbstvertrauen.
SFWC: Körperliches und soziales Wohlbefinden können sich also auch auf andere Bereiche auswirken?
Nico: Auf jeden Fall.
SFWC: Vorhin haben Sie gesagt, Sie würden Ihr allgemeines Wohlbefinden bei etwa einer „4“ einordnen. Wenn Sie diese körperlichen und sozialen Ziele erreichen, wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf Ihre derzeitige 4 auswirken?
Nico: Wenn ich das regelmäßig hinbekomme, würde es mich wohl mindestens auf eine 6 oder so bringen.
SFWC: Es klingt, als hätten Sie einige Bereiche gefunden, die Ihr allgemeines Wohlbefinden auf jeden Fall verbessern können.

Das Gespräch zwischen der Fachkraft für lösungsfokussiertes Wellness-Coaching und Nico bot Gelegenheiten, die Mehrdimensionalität des Wohlbefindens gemeinsam zu erkunden. Das war wichtig, um zu untersuchen, welchen Einfluss jeder Bereich auf das allgemeine Wohlbefinden haben kann. Die Auseinandersetzung mit dem Konstrukt Wohlbefinden half zu klären, wie Nico über Wohlbefinden denkt und wie bestimmte Bereiche seine Fähigkeit beeinflussen, im Gleichgewicht zu bleiben.

Fazit

Das Gesundheitsparadigma entwickelt sich hin zu einem präventiven, mehrdimensionalen Verständnis von Wohlbefinden. Angesichts der Belege für den Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen und Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Ernährung und Stress braucht es Fachkräfte mit spezieller Ausbildung, die Menschen dabei unterstützen können, in einem nichtklinischen Kontext Fähigkeiten und Ressourcen für Lebensstiländerungen zu entwickeln. Lösungsfokussiertes Wellness-Coaching nutzt evidenzbasierte Techniken, um Menschen bei auf Wohlbefinden ausgerichteten Veränderungen in mehreren Bereichen zu unterstützen. Trotz zahlreicher Coachingansätze und Zertifizierungen fehlt es an einer einheitlichen Definition, an verbindlichen Anforderungen und an der Nutzung evidenzbasierter Praktiken.

Anders als das traditionelle westliche medizinische Modell, das sich auf das Lösen von Problemen konzentriert, unterstützt das SFWC Menschen dabei, eigene Vorstellungen von optimalem Wohlbefinden zu entwickeln und auf der Grundlage vorhandener Stärken und Ressourcen zukunftsorientierte Ziele und Strategien zu bestimmen. Dieser stärkenorientierte Ansatz zur Förderung eines gesunden Lebensstils stellt eine Abkehr von traditionellen Coaching- oder Behandlungsmodellen dar, bei denen das Beheben von Problemen im Vordergrund steht. Es braucht Forschung, einschließlich Studien zu individuellem und gruppenbasiertem SFW-Coaching, um lösungsfokussierte Techniken als führenden Ansatz für gesundheits- und wellnessbezogene Veränderungen zu etablieren und eine Grundlage für ihre Integration in die körperliche wie psychische Gesundheitsversorgung zu schaffen.

Dieses Modell bietet einen kurzen, wirksamen Coachingansatz, der in vielfältigen Gesundheits- und Wellnesskontexten anwendbar ist, darunter Primärversorgung, Psychologie und Beratung, Soziale Arbeit, Ergo- und Physiotherapie sowie Bewegung und Fitness. Indem es Fachkräften Strategien und Techniken an die Hand gibt, verbindet das SFWC leicht umsetzbare, replizierbare und evidenzbasierte Strategien mit einem mehrdimensionalen Verständnis von Wohlbefinden. Statt Ratsuchende zu pathologisieren oder sich auf Probleme zu konzentrieren, können Gesundheitsfachkräfte das SFWC-Modell nutzen, um sie mit einem stärkenorientierten, kooperativen Ansatz bei präventiven Lebensstiländerungen zu unterstützen.

Complexe Systémique: Kernpunkte

Ein programmatischer Artikel von 2014, der das Modell darlegt, das Beauchemin zehn Jahre später in einer Gruppe erprobte, mit Studierenden in Master- und Promotionsstudiengängen. Sein praktischer Wert liegt in der Bereichstabelle, die sich unverändert übertragen lässt: für jede Dimension des Wohlbefindens dasselbe Raster, Ausnahmen, Zukunft, Wunder, Skala, Kompliment, Ziel. Zwei Lesevorbehalte: Die inzwischen ältere Literaturübersicht schreibt der SFBT eine solidere Evidenzbasis zu als neuere Metaanalysen, und Nicos Fall ist eher eine didaktische Vignette als ein klinischer Bericht. Bleibt eine Lehre, die für klinisch Tätige wie für Coachingfachkräfte gleichermaßen nützlich ist: die ratsuchende Person nicht „dem Modell anpassen“, denn die fünf Bereiche dienen als Landkarte zum Erkunden, nie als Programm zum Abhaken. Zusammen zu lesen mit dem Wirksamkeitsreview von Eads und Lee und dem Plädoyer für lösungsfokussierte Praxis bei AMHP-Interventionen.

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Inoffizielle Übersetzung von Solution-Focused Wellness Coaching von James Beauchemin und Mo Yee Lee, erschienen im Journal of Solution Focused Practices, Bd. 1, Nr. 2 (2014), Artikel 6, S. 59-78, doi: 10.59874/001c.75103, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; das Werk wurde im Rahmen der Lizenz bearbeitet (Übersetzung, Diagramm beschrieben, Tabelle als Karte, Dialog in Kästen). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Originalartikel „Solution-Focused Wellness Coaching“, erschienen im Journal of Solution Focused Practices (2014) unter der Lizenz CC BY 4.0. Inoffizielle Übersetzung von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Text wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie oben auf dieser Seite erläutert.

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So zitieren Sie diesen Artikel

Beauchemin, J., & Lee, M. Y. (2014). Solution-Focused Wellness Coaching. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/solution-focused-wellness-coaching (Originalwerk erschienen 2014 in Journal of Solution Focused Practices, Bd. 1, Nr. 2 (2014), Artikel 6, S. 59-78; erneut veröffentlicht 2014 von Journal of Solution Focused Practices, https://journalsfp.org/article/75103)

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