KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Family Relations · Familie

Das Paradox familiärer Unterstützung junger Mütter: eine interpretative phänomenologische Analyse

Mit 15 oder 16 Jahren Mutter zu werden heißt, die eigene Mutter genau in dem Moment zu brauchen, in dem die Adoleszenz einen von ihr wegdrängt. Anhand der Berichte von neun jungen Frauen aus der ländlichen Appalachenregion zeigen Casey McGregor und Joyce Arditti, wie die Hilfe der Großmütter die Tür zur Mutterschaft öffnen oder schließen kann und warum diese Unterstützung als Liebesbeweis erlebt wird.

Verfassende Casey M. McGregor (Department of Psychology, Counseling, and Family Science, Lipscomb University, Nashville, Tennessee) und Joyce A. Arditti (Department of Human Development and Family Science, Virginia Tech, Blacksburg, Virginia), USAErstveröffentlichung Family Relations, 15. November 2022Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von The paradox of family support for young mothers: An interpretive phenomenology analysis von Casey M. McGregor und Joyce A. Arditti, erschienen in Family Relations (Wiley) (2023), doi: 10.1111/fare.12800, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für die Online-Lektüre neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Der Kern des Gatekeepings ist die Macht, die jemand innehat und nutzt, um den Zugang zu Kindern zu erleichtern oder einzuschränken

Casey M. McGregor und Joyce A. Arditti

Zusammenfassung

Ziel. Wir wollten die gelebten Erfahrungen des Mutterwerdens in der Adoleszenz im Kontext familiärer Fürsorge über mehrere Generationen hinweg beleuchten.

Hintergrund. Die Adoleszenz ist eine Entwicklungsphase, in der die Identitätsbildung am stärksten im Vordergrund steht und die durch die Ablösung von den Eltern gekennzeichnet ist (Erikson, 1968). Eine Elternschaft im Jugendalter stellt daher eine besondere Situation dar, in der jugendliche Mütter und ihre Familien Autonomie und Fürsorgerollen möglicherweise neu aushandeln müssen.

Methode. Mit qualitativen Methoden und einer interpretativen phänomenologischen Analyse wurden die gelebten Erfahrungen von neun Frauen untersucht, die vor dem 19. Lebensjahr Mutter geworden waren. Die Mütter wurden in ländlichen Regionen der zentralen Appalachen in den Vereinigten Staaten gewonnen.

Ergebnisse. Wir haben den Kern der gelebten Erfahrungen junger Mütter im Hinblick auf die Fürsorge herausgearbeitet, die sie während des Übergangs zur Elternschaft im Jugendalter erhielten. Die Mütter setzten instrumentelle und emotionale Unterstützung durch die Familie mit ihrer eigenen „Liebenswürdigkeit“ gleich und deuteten Unterstützung als Hinweis auf ihre wachsende Kompetenz als Mütter.

Schlussfolgerungen. Junge Mutterschaft erwies sich insofern als Entwicklungsparadox, als ihre jugendliche Identität mit ihrer mütterlichen Identität in Konflikt geriet.

Implikationen. Junge Mütter würden von Interventionen auf mehreren Ebenen profitieren. Fachkräfte könnten stattdessen erwägen, die gesamte Familie junger Mütter zu unterstützen, indem sie die Mittel bereitstellen, um für die Mutter und ihr Kind ein gesundes, unterstützendes Umfeld zu schaffen.

Der Übergang zur Elternschaft ist ein wichtiger Wendepunkt im Lebenslauf, der erwachsene Identitäten, Verhaltensweisen und Beziehungen tiefgreifend neu ordnet (z. B. Belsky, 1986). Trotz der vielbeschworenen Freuden der Elternschaft hat die Forschung immer wieder gezeigt, dass Elternwerden in den Vereinigten Staaten häufig mit Stress und anderen negativen Indikatoren psychischer Gesundheit einhergeht (z. B. Epifanio et al., 2015). Für Jugendliche kann das Gewicht dieses Übergangs noch größer sein, angesichts der Bedeutung ihrer sich herausbildenden Identitätsentwicklung, ihres Unterstützungsbedarfs und ihrer Anfälligkeit für Stress und Depression (Allen et al., 1994). So litten 61% der jugendlichen Mütter an einer postpartalen Depression, gegenüber 38% der erwachsenen Mütter (Yozwiak, 2010). Jugendliche Mütter sind möglicherweise anfälliger für postpartale Depressionen und andere negative Folgen für die psychische Gesundheit, unter anderem weil sie versuchen müssen, mehrere Rollen zu integrieren, und gleichzeitig die Spannung zwischen ihrem Wunsch nach Autonomie gegenüber der Herkunftsfamilie und ihrem Bedarf an Unterstützung bei der Fürsorge aushandeln müssen (Birkeland et al., 2005). Tatsächlich fehlt es Jugendlichen meist an Erfahrung und Wissen über die kindliche Entwicklung (Bornstein et al., 2010); daher brauchen sie möglicherweise besonders familiäre Unterstützung, während sie lernen, die Elternschaft mit den übrigen Anforderungen zu vereinbaren, die das Jugendalter gewöhnlich mit sich bringt. Die Abhängigkeit von der Familie bei der Fürsorge kann für junge Mütter jedoch zur Herausforderung werden, da sie mit ihren mehrfachen Identitäten ringen (d. h. Jugendliche und Mutter; z. B. SmithBattle, 1996).

AUTONOMIE

Die Identitätsentwicklung in der Adoleszenz umfasst häufig die Individuation gegenüber den Eltern, da junge Menschen nach Autonomie streben und ihre Bindung an die engsten Familienmitglieder lockern (Koepke & Denissen, 2012). Diese Identitätsverschiebungen sind nicht nur intrapsychisch, sondern auch interpersonal und beinhalten dynamische Transaktionen zwischen jungen Menschen und ihren Eltern. Der Übergang zur Elternschaft, insbesondere die junge Mutterschaft, fügt der Identitätsentwicklung im Jugendalter weitere Schichten hinzu. Die Theorie des Mutterwerdens (Mercer, 2004) hebt den Prozess hervor, in dem mütterliche Erfahrung und Kompetenzen erworben werden, was letztlich zur Festigung der mütterlichen Identität beiträgt, d. h. zur Verinnerlichung der Mutterschaft und zur Bindung an den Säugling. Jugendliche sind möglicherweise körperlich und emotional nicht darauf vorbereitet, die Mutterrolle zu übernehmen (Panthumas & Kittipichai, 2019), was Folgen für die Entwicklung der mütterlichen Identität und für breitere Konzeptionen der Identitätsentwicklung hat, die auf Autonomie gegenüber den Eltern ausgerichtet sind (vgl. Koepke & Dennisen, 2012). So erschwert eine Mutterschaft im Teenageralter den Erwerb der Mutterrolle und die Identitätsentwicklung, weil sie von Jugendlichen in der Regel verlangt, sich ihren Eltern anzunähern, statt sich von ihnen zu lösen, da sie Hilfe bei der Versorgung des Säuglings und des Kindes brauchen (Panthumas & Kittipichai, 2019). Eine solche Konstellation trägt potenziell zu komplexen Dynamiken rund um die Frage bei, was es heißt, autonom zu sein, und rund um den Prozess der Individuation gegenüber den Eltern, der für die Versorgung und Erziehung der Kinder junger Mütter wesentlich sein kann. Tatsächlich beschrieb SmithBattle (1996) komplexe familiäre Konstellationen, in denen Jugendliche und ihre Familie mit den neuen Verantwortlichkeiten und Rollen rangen, die eine Teenagerschwangerschaft und die darauffolgende Geburt mit sich brachten. SmithBattle (1996) zeigte zwei Wege auf, denen Großmütter offenbar folgen, wenn sie für jugendliche Mütter und deren Kinder sorgen: responsive oder gegnerische Fürsorge. Responsive Fürsorge kennzeichnete Großmütter, die die Erziehungsfähigkeiten der jungen Mütter positiv einschätzten und sie unterstützten, ohne das Ruder zu übernehmen. Gegnerische Fürsorge beschrieb dagegen Großmütter, die die elterliche Verantwortung der jungen Mütter untergruben (SmithBattle, 1996). Die vorliegende Untersuchung wollte über die Betrachtung der von Großmüttern geleisteten Fürsorgetypen hinausgehen. Stattdessen sollten die Erfahrungen junger Mütter in Bezug auf ihre mütterliche Identität im Kontext familiärer Unterstützung bei der Fürsorge erkundet werden. Die übergeordnete Forschungsfrage der Studie lautete: Wie beschaffen sind die gelebten Erfahrungen junger Mütter im ländlichen Raum im Hinblick auf frühe Mutterschaft und Unterstützung bei der Fürsorge im familiären Kontext?

HINTERGRUND UND RELEVANZ

Obwohl die Schwangerschaftsraten im Teenageralter in den letzten Jahrzehnten gesunken sind, bleibt frühe Mutterschaft in den Vereinigten Staaten ein wichtiges Thema, insbesondere in der Appalachenregion, wo die Geburtenraten bei Teenagern besonders hoch sind (Hale et al., 2022). Die Appalachenregion umfasst 13 Bundesstaaten und erstreckt sich über 206.000 Quadratmeilen vom südlichen New York bis zum nördlichen Mississippi. Diese Region der Vereinigten Staaten ist seit Langem von chronischer Armut, verbreiteter Arbeitslosigkeit, hohen Geburtenraten bei Teenagern und einer überdurchschnittlichen Säuglingssterblichkeit geprägt (Hale et al., 2022). Hale et al. (2022) stellten sogar fest, dass die Geburtenraten bei Teenagern in wirtschaftlich gefährdeten Countys der Appalachenregion im Vergleich zu anderen Countys innerhalb und außerhalb der Region zu den höchsten des Landes gehörten. Zudem waren die Raten in den Countys der zentralen Appalachen, also in West Virginia sowie in Teilen von Virginia, Kentucky, Tennessee und North Carolina, außergewöhnlich hoch, obwohl diese Countys zwischen 2012 und 2018 auch den stärksten Rückgang der Geburtenraten bei Teenagern verzeichneten (Hale et al., 2022).

Die Belege für unverhältnismäßig hohe Geburtenraten bei Teenagern in der Appalachenregion rechtfertigen besondere Aufmerksamkeit dafür, wie Familien in den Countys der zentralen Appalachen eine Elternschaft im Teenageralter in umfassenderen benachteiligten Kontexten bewältigen. Über die Problematisierung von Teenagerschwangerschaften bei jungen Menschen der Region hinaus liefert ein ressourcenorientierter Ansatz zur Erforschung marginalisierter Familien (vgl. Walsh, 2015) entscheidende Erkenntnisse über Bewältigung und Resilienz junger Mütter und ihrer Verwandtschaft in überwiegend wirtschaftlich benachteiligten Kontexten. Tatsächlich wurden Familien in den Appalachen als resilient, selbstständig und einfallsreich beschrieben (Denham, 2016). Eine der wichtigsten Arten, wie diese Familien auf Widrigkeiten reagieren, besteht darin, sich stark auf die Unterstützung durch die Familie zu verlassen (Keefe, 1988). Junge Mutterschaft ist eine Situation, die den Bedarf an instrumenteller und emotionaler Unterstützung durch Familienmitglieder vermutlich verstärkt. Die vorliegende Studie untersucht, wie junge Mütter ihren Unterstützungsbedarf innerhalb der Herkunftsfamilie bewältigen, zusammen mit ihrer Individuation gegenüber den Eltern und der Entwicklung ihrer mütterlichen Identität. Das Verständnis dieser Prozesse kann Resilienzquellen junger Mütter und ihrer Familien sichtbar machen und den interpersonalen und vielfältigen Charakter der Identitätsentwicklung hervorheben.

THEORETISCHER RAHMEN

Die vorliegende Untersuchung stützte sich auf einen integrativen theoretischen Rahmen, der sich aus der Identitätsentwicklung im Kontext familiärer Prozesse auf Mikroebene (Koepke & Denissen, 2012) und aus dem Kinscripts-Ansatz, also den Verwandtschaftsskripten (Stack & Burton, 1993), speist. Erstens ist weithin anerkannt, dass ein Kennzeichen der Adoleszenz die Identitätsbildung ist, wobei Identität als ein Selbstgefühl verstanden wird, das aus verinnerlichten Überzeugungen, Beziehungen und Erfahrungen konstruiert wird (Erikson, 1968). Wenn die Adoleszenz eine Entwicklungsphase ist, in der die Identitätsbildung am stärksten im Vordergrund steht, ist es wichtig zu untersuchen, wie ein tiefgreifender Rollenwandel in der Adoleszenz im familiären Kontext erlebt wird. Nach Erikson (1968) wird Identität durch Interaktionen zwischen der Umwelt einer Person und ihren eigenen intrapsychischen Merkmalen konstruiert. Aus dieser Perspektive wird die Identität Jugendlicher teilweise durch Beziehungen auf Mikroebene geformt (Koepke & Denissen, 2012). Wird eine Jugendliche Mutter, kann man folglich annehmen, dass auch ihre neue mütterliche Identität durch die Interaktionen mit ihrer Familie geprägt wird. So zeigte sich, dass das Selbstwertgefühl jugendlicher Mütter, das als Indikator für erreichte Identität gilt (Erikson, 1968), direkt mit Erziehungskompetenzen korreliert (Hurlbut et al., 1997), was unterstreicht, wie wichtig es ist, die Entwicklung der mütterlichen Identität im Kontext junger Mutterschaft zu berücksichtigen.

Der Kinscripts-Ansatz (Stack & Burton, 1993) bietet eine genauere Struktur, um zu untersuchen, wie Rollenwechsel, etwa der Eintritt in die Mutterschaft während der Adoleszenz, im Familiensystem erlebt werden. Kinscripts bieten eine Linse, um zu untersuchen, wie Fürsorgerollen über die Konzepte Kinwork (Verwandtschaftsarbeit) und Kinscription (Zuweisung von Verwandtschaftsaufgaben) ausgehandelt und ausgeübt werden, und können helfen, unser Verständnis der Identitätsbildung zu fundieren, wenn eine junge Person Mutter wird. Kinwork bezeichnet die von Familiensystemen erwarteten Aufgaben und Aufträge, die erfüllt werden müssen, damit die Familie fortbesteht, etwa Aufgaben der Kinderversorgung (z. B. Füttern, Baden, Umsorgen; Stack & Burton, 1993). Kinscription umfasst den Prozess, Kinwork an Familienmitglieder zu vergeben, etwa bestimmte Familienmitglieder für die Betreuung kleiner Kinder vorzusehen. In der Konstellation junger Mutterschaft ist Kinscription generationenübergreifend, und bei der Zuweisung von Kinwork kann es Unklarheit oder Uneinigkeit geben. So können junge Mütter und Großmütter unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wer für elterliche Entscheidungen verantwortlich ist (z. B. welche Impfungen gegeben werden) und wie wesentliche elterliche Aufgaben auszuführen sind (z. B. das Baden). Die Adoleszenz kann Großmüttern und jungen Müttern ungleiche Macht verleihen, insofern die jungen Mütter noch als „Kinder“ und die Großmütter als „Expertinnen“ in Erziehungsfragen gesehen werden. Eine von Meinungsverschiedenheiten und Machtungleichheit geprägte Kinscription könnte für junge Mütter ein Entwicklungsdilemma darstellen, während sie versuchen, sich zu individuieren, erwachsene Kompetenzen zu entwickeln und die Hilfe zu sichern, die sie für die Erziehung brauchen. Zu den traditionellen Markern des Erwachsenseins zählen ein gewisses Maß an finanzieller und familiärer Unabhängigkeit sowie der Eintritt in die Elternschaft (Tagliabue et al., 2016); Elternwerden in der Adoleszenz geht jedoch nicht zwangsläufig mit den übrigen wirtschaftlichen und sozialen Markern des Erwachsenseins einher. Junge Mutterschaft erfordert oft ein hohes Maß an familiärer Unterstützung, besonders in sozial und wirtschaftlich benachteiligten Kontexten, was ein breiteres Verständnis davon notwendig macht, was es heißt, erwachsen zu sein.

DIE VORLIEGENDE STUDIE

Die vorliegende Studie untersuchte Kinscription im Kontext junger Mutterschaft in Mehrgenerationenhaushalten der ländlichen zentralen Appalachen. Besonders interessierte uns herauszuarbeiten, wie junge Mütter die Unterstützung bei der Fürsorge durch ihre Familie aushandelten und erlebten und wie diese Interaktionen ihr verinnerlichtes Gefühl mütterlicher Identität zu prägen schienen. Jugendliche Mütter bleiben häufig in ihrem Elternhaus, das ein unterstützendes Umfeld bieten kann, während sie lernen, kleine Kinder großzuziehen (SmithBattle, 1996). Zudem sind Familien in den Appalachen dafür bekannt, sich zur Deckung ihrer Bedürfnisse auf generationenübergreifende familiäre Fürsorge zu stützen (Keefe, 1988), was jungen Müttern und ihren Kindern ein förderliches Umfeld bieten kann. Ein Fokus auf die intergenerationalen Familiendynamiken in Familien der Appalachenregion ist angesichts der außergewöhnlich hohen Geburtenraten bei Teenagern in dieser Region der Vereinigten Staaten besonders wichtig.

Methode

Gewählt wurde ein phänomenologischer qualitativer Ansatz, der darauf abzielte, Einblick in die tiefere Bedeutung oder das „Wesen“ der gelebten Erfahrung (Burch, 2002) junger Mütter zu gewinnen. Gelebte Erfahrung bezeichnet das persönliche Wissen der Teilnehmerinnen, das auf ihrer unmittelbaren Beteiligung beruht. Sie verkörpert die eigenen Berichte der Teilnehmerinnen darüber, wie sie das untersuchte Phänomen erlebt haben und welche Bedeutungen sie damit verbanden, und nicht die Darstellungen anderer (van Manen, 2016). Im vorliegenden Fall wurde die gelebte Erfahrung über die Berichte junger erwachsener Mütter erfasst, wie sie familiäre Unterstützung im Zusammenhang mit ihrem Übergang zur Mutterschaft in der Adoleszenz und der Versorgung ihrer Kinder erlebt hatten.

Entwicklung des Interviews

Auf der Grundlage des Kinscripts-Ansatzes wurde ein halbstrukturierter Interviewleitfaden erstellt, um Fragen zu den Erfahrungen junger Mütter mit Unterstützung bei der Fürsorge im familiären Kontext zu beantworten. Die Fragen waren offen, und die Mütter hatten Gelegenheit, Themen auszuführen, die ihnen wichtig waren. Die Einstiegsfrage des Interviews lautete: „Erzähl mir ein bisschen von deinem Kind.“ Die folgenden Fragen betrafen die Qualität der Beziehungen der Mütter und etwaige Veränderungen, die sie während Schwangerschaft und Geburt erlebt hatten, sowie ihre Wahrnehmung, wie ihre Herkunftsfamilie die Schwangerschaft gesehen hatte. Der größte Teil des Interviews diente dem Verständnis der Erfahrungen der Mütter mit familiärer Unterstützung nach der Geburt ihres Kindes. Beispiele für Fragen zur Unterstützung waren: „Wer hat dir am meisten bei der Versorgung des Babys geholfen?“; „Was hat diese Person für dich und das Baby getan?“; und „Wie wurde entschieden, wer bei der Versorgung deines Babys hilft?“ Alle Interviews wurden als Audio aufgezeichnet und wörtlich transkribiert; zum Schutz der Identität der Teilnehmerinnen wurden Pseudonyme vergeben. Jede Mutter wurde einmal interviewt, entweder bei sich zu Hause (n = 5), bei einer befreundeten Person (n = 1), an einem öffentlichen Ort wie einem Stadtpark (n = 2) oder in einem separaten Raum eines Universitätsgebäudes (n = 1).

Stichprobe und Rekrutierung

In der vorliegenden Studie wurden Strategien der gezielten Stichprobenziehung (Patton, 2002) angewandt. Um die mit jugendlicher Mutterschaft und Erfahrungen familiärer Unterstützung verbundenen Bedeutungen zu erfassen, waren junge erwachsene Frauen teilnahmeberechtigt, die vor dem 19. Lebensjahr mindestens ein Kind geboren und nach der Geburt in einem Mehrgenerationenhaushalt gelebt hatten. Die Rekrutierung konzentrierte sich auf ländliche Gebiete der zentralen Appalachen in Virginia und West Virginia. Sie umfasste die elektronische Verbreitung eines Studienflyers bei lokalen sozialen Diensten (z. B. dem Special Supplemental Nutrition Program for Women, Infants, and Children [WIC]), Einrichtungen der frühkindlichen Betreuung und lokalen Gruppen in sozialen Medien. Den Teilnehmerinnen wurde für ihre Teilnahme ein Walmart-Gutschein im Wert von 20,00 Dollar angeboten. Die Studie wurde von der Ethikkommission der Hochschule der Verfassenden genehmigt.

Teilnehmerinnen

An der vorliegenden Studie nahmen neun Mütter im Alter zwischen 19 und 28 Jahren teil (M = 23.33 Jahre). Die Mütter gaben an, bei der Geburt ihres ersten Kindes zwischen 15 und 18 Jahre alt gewesen zu sein (M = 16.6 Jahre). Zwei Mütter hatten zudem ein zweites Kind bekommen, als sie zwischen 18 und 19 Jahre alt waren. Zum Zeitpunkt der Studie waren die Kinder zwischen 5 Monaten und 12 Jahren alt (M = 6.27 Jahre). Der Bildungsstand der Mütter war wie folgt: High School ohne Abschluss (zwei Mütter; 22%), High-School-Abschluss oder GED (drei Mütter; 33%), College ohne Abschluss (drei Mütter; 33%) und College-Abschluss (eine Mutter; 11%). Von den neun Müttern der Studie gaben drei an, ledig zu sein (33%), drei verheiratet (33%), zwei lebten mit ihrem Partner zusammen (22%) und eine Mutter (11%) lebte getrennt. Gemessen an den bundesweiten Armutsgrenzen von 2018 lebten 78% der Mütter und ihrer Familien an oder unter der Armutsgrenze. Acht der jungen Mütter gaben ihre ethnische Zugehörigkeit als weiß an, eine Mutter als biracial.

Datenanalyse

Zur Analyse der Berichte der Mütter über ihre gelebten Erfahrungen beim Übergang zur Mutterschaft im Jugendalter wurde die Interpretative Phänomenologische Analyse (IPA; Smith, 1996) eingesetzt. Die IPA verfolgt zwei Ziele: erstens die Erfahrung der Teilnehmerinnen zu verstehen und zu beschreiben, wie sie sich anfühlt (Larkin et al., 2006); zweitens die gelebte Erfahrung der Teilnehmerinnen kritisch zu analysieren und mit umfassenderen sozialen, kulturellen und theoretischen Kontexten zu verbinden (Larkin et al., 2006). Getreu der IPA wurden die Interviewtranskripte zunächst zerlegt; es folgte eine genaue Prüfung wiederkehrender Themen oder Codes (d. h. eine thematische Analyse), und anschließend wurde die übergreifende Geschichte (d. h. die gelebten Erfahrungen) um die Hauptthemen herum rekonstruiert (Starks & Trinidad, 2007). Schließlich haben wir die Erfahrungen der Teilnehmerinnen kritisch untersucht und unsere Interpretationen auf die breitere Literatur und Theorie der Familienwissenschaften bezogen. Um während des gesamten Analyseprozesses Gründlichkeit zu gewährleisten, folgten wir den fünf von Groenewald (2004) beschriebenen Schritten der phänomenologischen Datenanalyse: Einklammern (Bracketing), Ableiten von Bedeutungseinheiten aus den Daten, Bündeln der Bedeutungseinheiten zu übergreifenden Themen, Zusammenfassen aller Interviews zur Validierung der Themen und Zusammenführen der Themen, die allen oder fast allen Teilnehmerinnen gemeinsam sind. Code- und Bedeutungssättigung (Hennink et al., 2017) wurde erreicht, indem jedes Interviewtranskript codiert und jeweils neu hinzukommende Codes dokumentiert wurden. Die beiden Verfassenden diskutierten anschließend die ersten Codes, bis ein Konsens erreicht war; dabei wurden wiederkehrende Themen identifiziert und zu einem Codierraster verdichtet, das zur Ordnung der Daten diente. Abschließend wurden alle Transkripte erneut gesichtet und codiert, um sicherzustellen, dass das endgültige Codierraster die gelebte Erfahrung der Teilnehmerinnen zutreffend erfasste.

ERGEBNISSE

Der Kern der gelebten Erfahrung der jungen Mütter war ein Paradox zwischen ihrem Wunsch, autonome Mütter zu sein, und dem gleichzeitigen Erhalt von Unterstützung bei der Fürsorge durch ihre engsten Familienangehörigen, in der Regel die Mutter der Teilnehmerin (im Folgenden Großmutter genannt). Die Spannung zwischen dem Autonomiewunsch der Mütter und der Unterstützung wurde im Allgemeinen als positive oder negative Erfahrung beschrieben, je nachdem, wie die jungen Mütter die Unterstützung durch die Familie erhielten. Die jungen Mütter dieser Studie beschrieben zwei Arten der Fürsorge durch Großmütter oder andere Elternfiguren, die wir als Dimensionen des Gatekeepings konzeptualisiert haben. In der familienwissenschaftlichen Literatur bezeichnet Gatekeeping in der Regel bewusste oder unbewusste Verhaltensweisen, die den Kontakt von Kindern zu anderen Familienmitgliedern, oft zum anderen Elternteil, erleichtern oder verhindern (Tasca, 2016). Wir verwenden den Begriff hier für Verhaltensweisen von Großmüttern, die darauf abzielen, die Erziehung und die Entscheidungen der jungen Mütter zu fördern oder zu bremsen. Wir entfalten diese Ergebnisse, indem wir zunächst beschreiben, wie die jungen Mütter den verschiedenen Formen familiärer Unterstützung Bedeutung gaben, und dann zeigen, wie das Gatekeeping der Großmütter eine ganze Bandbreite von Emotionen hervorrief, je nachdem, wie die Teilnehmerinnen ihre Identität und Kompetenz als Mütter deuteten. Schließlich zeigen wir, wie der Unterstützungsbedarf der jungen Mütter als Paradox erschien: Junge Mutterschaft schien mit den Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz – Autonomie zu entwickeln und sich von der Herkunftsfamilie zu lösen – in Konflikt zu geraten.

Bedeutungen familiärer Unterstützung

Die Erfahrungen der neun Mütter dieser Studie waren unterschiedlich, doch alle äußerten zentrale Themen, die wir als den Kern dessen gedeutet haben, was es heißt, im größeren Kontext der ländlichen Appalachen als junge Mutter familiäre Unterstützung bei der Fürsorge zu erhalten. Ein Thema, das sich herausschälte, war die tiefere Bedeutung, die die Mütter mit der familiären Unterstützung bei der Fürsorge verbanden. Unterstützung bei der Fürsorge, also Hilfe, während sich die frischgebackenen Mütter an ihre neuen elterlichen Aufgaben gewöhnten, schien mit Liebe gleichgesetzt zu werden. Mütter, deren Angehörige sie in ihrer neuen Rolle bereitwillig unterstützten, deuteten diese Handlungen als Zeichen von Akzeptanz und emotionaler Nähe. So beschrieb Ivy, die mit 16 schwanger wurde, wie ihr bewusst wurde, dass ihre Eltern sie liebten – daran, wie sie eine Bindung zu ihrem Kind aufbauten und wie entschlossen sie waren, sie während ihrer frühen Schwangerschaft und Elternschaft zu unterstützen:

Ivy: Ich glaube, sie [die Beziehungen zu meinen Eltern] sind stärker geworden, weil mir klar wurde, wie viel Unterstützung ich hatte und wie sehr ich wirklich geliebt wurde, und meine Mama und meinen Stiefvater mit meinem Sohn zu sehen, war echt schön. Die ganze Liebe, die sie ihm gegeben haben und so. Ich glaube, es hat uns mehr zusammengebracht als auseinandergerissen … Sie haben sich um mich gekümmert, wenn ich mir nichts für ihn [das Baby] leisten konnte, haben sie es gekauft, und weißt du, viele Eltern sind so: „Okay, du bist schwanger, tschüss!“, und schmeißen dich raus, aber meine haben mich behalten, mir geholfen, mich um meinen Sohn zu kümmern, mir geholfen, meinen GED zu machen, mir ein Auto gekauft, also sie haben alles getan, damit ich dahin komme, wo ich hinmusste, um mir und ihm ein Leben aufzubauen.

Betrachtet man Ivys Überlegungen dazu, wie ihre Eltern auf ihre frühe Schwangerschaft reagierten, lässt sich ableiten, dass Liebe in diesem Kontext als Gefühl emotionaler Nähe definiert wird. Dieses Gefühl schien aus der Akzeptanz des Kindes und der frühen Elternschaft durch die Herkunftsfamilie zu erwachsen, aus dem Erleben familiären Zusammenhalts und aus instrumenteller, emotionaler und finanzieller Unterstützung. Junge Mütter hingegen, denen eine Akzeptanz und Unterstützung verwehrt wurde, die ihre Autonomie respektierte und ihren Wert bestätigte, fühlten sich möglicherweise verletzt und ungeliebt. So bekam Amber, Mutter von drei kleinen Kindern und mit dem vierten schwanger, ihr erstes Kind mit 17. Amber erinnerte sich an ihre Not, weil ihre Mutter sie bei der Fürsorge nicht unterstützte:

Amber: Ich meine, sie [Ambers Mutter] hat nicht gemacht, was ich von ihr gebraucht hätte, es war ihr egal … aber abgesehen davon, diese Unterstützung oder was auch immer, sie war nicht – es hat’s nur kompliziert gemacht. Es hat mir auch wehgetan, weißt du, wie gesagt, die drücken dir ein Baby in den Schoß und ich hab keine Ahnung, was ich mach! Sie hätte mir helfen sollen, und statt mir zu helfen, nimmt sie es [das Baby] mir weg … Jeder will seine Mama und will, dass sie da ist, und ihre Unterstützung, aber ich hatte diese Unterstützung eigentlich nie. Es war nicht so, dass sie mir helfen wollte. Sie wollte mir einfach nur das Baby wegnehmen, so war’s.

Familiäre Schwierigkeiten wie Armut und Drogenabhängigkeit, die in der Appalachenregion weit verbreitet sind (Moody et al., 2017), sind besonders wichtig, um zu verstehen, wie und warum manche junge Mütter wie Amber vom Fehlen von Fürsorge und Unterstützung durch ihre Verwandtschaft berichten. So schilderte Amber im Interview, wie ihre Mutter mit Alkoholabhängigkeit kämpfte und nur eingeschränkt in der Lage war, Amber und ihre Geschwister zu erziehen. Amber berichtete, dass sie einen Großteil ihrer Kindheit in Pflegefamilien verbrachte, weil ihre Mutter sie nicht angemessen versorgen konnte. Außerdem berichtete Amber, dass ihre Mutter viele der Dinge gestohlen hatte, die Amber bei ihrer Babyparty für ihr Kind bekommen hatte. Als Amber im Interview gefragt wurde, warum ihre Mutter diese Dinge, etwa das Babybett, wohl gestohlen habe, sagte sie, es sei darum gegangen, sie bei Walmart zurückzugeben und Bargeld zu bekommen. Tatsächlich traten Probleme wie Substanzabhängigkeit, Armut und familiäre Instabilität in den Erzählungen der jungen Mütter über die Qualität der Unterstützung und Fürsorge, die sie von ihrer Verwandtschaft erhielten, deutlich zutage.

Die Bedeutung des Gatekeepings der Großmütter

Auch wenn die jungen Mütter Unterstützung bei der Fürsorge – oder deren Fehlen – offenbar als Liebe deuteten, schrieben sie dem Prozess, über den ihnen familiäre Unterstützung zuteilwurde, weitere Bedeutungen zu. Wir haben diesen Prozess im weiten Sinn als Gatekeeping gefasst und untersucht, welche Bedeutung die jungen Mütter Gatekeeping-Situationen gaben, vor allem in ihren Interaktionen mit den Großmüttern ihrer Kinder. Im Zusammenhang mit diesen Gatekeeping-Erfahrungen kamen tiefere Bedeutungen zur Sprache, die ihren Status als Erwachsene, ihre Kompetenz als Mütter und ihre emotionalen Beziehungen zu ihren Kindern und anderen Familienmitgliedern betrafen.

Gatekeeping bestand entweder aus ermutigenden (Tür öffnenden) oder entmutigenden (Tür schließenden) Verhaltensweisen, die die Beteiligung eines Elternteils an Aufgaben der Kinderversorgung erleichtern oder begrenzen sollten (Schoppe-Sullivan et al., 2008). Türöffnende Verhaltensweisen schienen für frischgebackene Mütter am hilfreichsten zu sein; sie beschrieben sie als förderlich für ihre sich entwickelnde Rolle als neue Mamas. Mütter, die diese Art von Unterstützung schilderten, schienen auch überzeugt zu sein, von ihrer Familie geliebt und angenommen zu werden, was ihnen Vertrauen in ihre Erziehungsfähigkeiten gab. Im Gegensatz zum Öffnen der Tür beschrieben die jungen Mütter türschließende Verhaltensweisen der Familie als etwas, das ihren Übergang zur Mutterschaft untergrub, der dann von Aufruhr und Kummer geprägt war.

„Sie hat mich nichts machen lassen!“: Das Schließen der Tür durch die Großmütter als Quelle von Leid.

Die jungen Mütter dieser Studie beschrieben türschließende Verhaltensweisen der Großmütter als Einschränkung oder Entmutigung ihrer Bemühungen, für ihre Kinder zu sorgen. Die Schilderungen reichten davon, den Zugang junger Mütter zu Gegenständen (z. B. Windeln) zu begrenzen, bis dahin, die Babys ohne Erlaubnis aus dem Haus mitzunehmen. Mütter, die türschließende Verhaltensweisen von Angehörigen beschrieben, zeichneten familiäre Situationen, die von Gewalt, Qual oder Ohnmacht geprägt waren, und schilderten oft einen inneren Aufruhr, wenn es darum ging, ihre mütterliche Identität anzunehmen.

Ambers Erfahrungen waren besonders belastend, da sie als Jugendliche schwanger wurde. Vor ihrer Schwangerschaft erlebte Amber körperliche Misshandlung durch ihre Mutter und war immer wieder in Pflegefamilien untergebracht. Als Amber 14 Jahre alt war, begann ihre Mutter, sie unterschwellig zu einer Schwangerschaft zu ermuntern. Aufgrund dieser Ermunterung erwartete Amber, dass ihre Mutter sie als neue, junge Mutter unterstützen würde, und betrachtete ihren Übergang zur Mutterschaft als Möglichkeit, ihre schwierige Beziehung zu kitten. Zu Ambers Bestürzung erfüllte ihre Mutter diese Erwartungen nicht und verhielt sich stattdessen türschließend.

Amber: Gleich nachdem ich sie gekriegt hatte, hat meine Mama … sie hat so … ich weiß nicht, wie ich’s sagen soll … sie hat so getan, als wäre Anna ihr Baby. Also, ich hab nachts in meinem Zimmer geschlafen, und sie ist reingekommen und hat sie [das Baby] aus meinem Zimmer geholt, während ich geschlafen hab. Total verrücktes Zeug! Sie hat mir gesagt, was ich mit ihr machen darf und was nicht. Einmal zum Beispiel, weil ich alle meine Babys meistens gestillt hab, saß ich auf der Couch und hab sie gestillt, und einer von den Nachbarn kam rüber und wollte das Baby sehen, und äh, ich sag zu meiner Mama „jetzt nicht“, und sie fängt an, sie zu packen, und hat sie mit nach draußen genommen! … Das Einzige, was ich echt total übertrieben fand, war, als ich meine Babyparty hatte, da hat sie mich in lauter verschiedenen Läden eine Wunschliste anlegen lassen, damit [unverständlich], sie ist alles durchgegangen und hat alles ausgesucht und mich nichts machen lassen. Da war ich so: „Das ist mein Baby! Lass mich mein Ding machen!“ … Das war furchtbar …

Solche türschließenden Verhaltensweisen, von denen auch andere Mütter der Studie berichteten, wurden zusammen mit Gefühlen von Depression und Ohnmacht in ihrer Rolle als Mütter geschildert.

Amber: Ich meine, ich war deprimiert, ich dachte, ich bin keine gute Mutter, äh, ich hab geweint, weil ich so war: „Ich hab nicht mal das Gefühl, dass das mein Kind ist“ … Ich meine … ich dachte, man kriegt ein Baby und dann fühlt man sich einfach … und so war’s nicht, ich weiß, viele Leute sagen „ich hab eine Wochenbettdepression“. Das war es überhaupt nicht. Ich meine, Depressionen hatte ich schon immer, aber mir ging’s super! Mir ging’s super. Es war einfach die Tatsache, dass ich buchstäblich nichts mit meinem eigenen Kind machen konnte, und das ist echt beschissen … und ich kenne viele Leute, die Probleme mit Grenzen haben, und weißt du, sie hat es, hat es echt schwer gemacht. Weil, weißt du, da sitz ich und mach mich fertig und fühl mich furchtbar und fühl mich hilflos. Ich kann buchstäblich nichts tun, weil ich keine Grenzen setzen kann. Selbst wenn ich’s täte, würden sie sowieso übertreten. Also einfach hilflos und deprimiert und das Gefühl, der schlechteste Mensch auf der ganzen Welt zu sein.

Gabby wurde mit 14 Jahren durch eine Vergewaltigung schwanger. Wie Amber beschrieb auch Gabby, wie ihre Mutter und ihre Großmutter mütterlicherseits ihre elterliche Autorität über ihren kleinen Sohn missachteten, indem sie ihn ohne Gabbys Einverständnis mitnahmen.

Gabby: Die haben nie was gefragt, bis ich ausgezogen bin! Und das auch nur, weil sie fragen mussten! Meine Mama kam einfach und hat ihn ohne Grund aus meinem Zimmer geholt, hat mit ihm gemacht, was sie wollte, ist irgendwo mit ihm hingefahren. Ich wusste es nicht mal … Sie haben immer versucht, sich einzumischen, immer helfen, Ratschläge geben. Das war der Teil, den ich nicht mochte. Ich hatte eigentlich nichts zu sagen. Es hieß immer: „Ach, dem geht’s doch gut!“

Für Amber und Gabby war das Schließen der Tür durch die Großmütter mit Gefühlen von Ohnmacht und Kummer verbunden. Sie schilderten, wie schwer es ihnen fiel, sich in ihrer Mutterrolle sicher zu fühlen, weil ihnen keine Autorität über ihre Kinder zugestanden wurde. Andere junge Mütter beschrieben ein ähnliches Gefühl der Ohnmacht in ihrer Mutterrolle, offenbar aufgrund türschließender Verhaltensweisen der Großmütter. So berichtete Danielle, ihre Eltern seien wütend auf sie gewesen, weil sie sich entschieden hatte, beim Vater ihrer kleinen Tochter zu bleiben, und hätten ihr deshalb den Zugang zu dem verweigert, was sie für ihr Baby brauchte. Diese Erfahrungen schienen für Danielle besonders belastend gewesen zu sein; sie beschrieb ihren Übergang zur Mutterschaft als „echt hart“. Zum Zeitpunkt des Interviews befand sich Danielle jedoch in der besonderen Lage, auf ihre frühe Zeit als Mutter, als sie bei ihrer Mutter lebte, aus ihrer damaligen Situation zurückblicken zu können: Sie lebte nun bei Angehörigen der erweiterten Familie, die sie als äußerst unterstützend für sich und ihr Kind beschrieb. Danielles Fähigkeit, über die Unterschiede zwischen der Unterstützung durch ihre Mutter und der Unterstützung durch die erweiterte Familie zum Zeitpunkt des Interviews nachzudenken, machte den Unterschied zwischen türschließenden und türöffnenden Verhaltensweisen deutlich – und wie schwer sie auf jungen Müttern lasteten.

Danielle: Also, bei denen [der erweiterten Familie] treffe ich meistens meine eigenen Entscheidungen, aber sie helfen mir. Wenn ich so, also ich wusste nicht, wann ich anfangen soll, Delilah Babybrei zu geben, oder äh, welchen ich kaufen soll. Und sie [die Cousine] hat mir geholfen, also sie hat recherchiert, so wie sie für ihr [Kind] recherchiert … hilft ihr und hilft mir, die Mutter von Delilah zu sein … Ja, also, sie [die Großmutter] war nicht offen für Möglichkeiten wie mach das oder mach das. Oder wenn ich was gesagt hab, war es nicht so „du musst“, ich weiß nicht. Wenn ich was ausprobieren wollte, hieß es: „Nein, so macht man das nicht, diesmal musst du es so machen, nicht so!“ Alles auf eine bestimmte Art. Und sie [die Cousine] ist offener, wenn ich eine Idee hab, na, dann probieren wir die Idee aus und schauen, ob sie funktioniert.

„Sie hat mir gezeigt, wie’s geht“: Das Öffnen der Tür als Ermutigung.

Danielle brachte den Unterschied zwischen türschließenden und türöffnenden Verhaltensweisen älterer Familienmitglieder auf den Punkt, die offenbar eine mächtige Rolle dabei spielten, wie junge Mütter ihre elterlichen Aufgaben wahrnehmen konnten. Für Danielle, Amber und Gabby beeinflussten türschließende Verhaltensweisen zutiefst, wie sie sich als neue Mütter fühlten, und alle beschrieben, wie sehr sie sich Macht in ihrer Rolle wünschten und zugleich weiterhin Unterstützung in Form von Erziehungsratschlägen der Großmütter erhalten wollten. Andere Mütter der Studie schienen im Großen und Ganzen genau die Art von Unterstützung zu beschreiben, nach der sich die jungen Mütter sehnten, die das Schließen der Tür erlebt hatten. So lebte Ivy bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, als sie mit 16 Mutter wurde. Wie andere Mütter erzählte sie, dass ihre Mutter beim Baden, Füttern und Beaufsichtigen ihres kleinen Sohnes half, um Ivy eine Pause von den elterlichen Aufgaben zu verschaffen. Mehr noch: Ivys Mutter brachte ihr bei, die Aufgaben der Kinderversorgung zu übernehmen, damit Ivy eine bessere Mutter werden konnte.

Ivy: Äh, als ich meinen Sohn zum ersten Mal nach Hause gebracht hab, wusste ich nicht so richtig, was ich machen soll. Ehrlich gesagt, ich hab nicht – ich wusste, dass er essen muss, dass seine Windel gewechselt werden muss, du weißt schon, die Basics. Aber ich wusste nicht, wie man ihn pucken muss, ich wusste nie, wie man ein Baby puckt, das hat sie mir beigebracht. Äh, die Fläschchen, das ganze Zeug hat sie mir beigebracht … Ja, äh, einfach bestimmte Tricks, was man zum Beispiel beim Zahnen machen kann, wenn er quengelig ist oder Blähungen hat. Ich wusste nichts davon, und meine Mama so: „Das brauchst du, so macht man das“, sie hat mir praktisch gezeigt, wie’s geht, kann man sagen … Sie hat mehr oder weniger versucht, mir zu helfen, meine eigene Art zu finden, Mutter zu sein.

Anders als junge Mütter, die das Schließen der Tür durch die Großmütter erlebt hatten, beschrieb Ivy, wie sie Unterstützung erhielt und dennoch die Gelegenheit bekam, ihren eigenen Weg zu finden, ihren Sohn zu erziehen. Genau das – Unterstützung zu geben und der jungen Mutter dennoch Macht zuzugestehen – schien für die Mütter dieser Studie besonders wichtig zu sein. Catelyn, Bailey und Hannah führten weiter aus, wie wichtig es war, Unterstützung von der Familie zu bekommen und zugleich ihre Rolle als Mütter etablieren zu dürfen.

Catelyn: Meine Mama hat mir viel geholfen, sehr viel. Äh, als er gerade geboren war, als ich nicht gearbeitet und nicht mit seinem Vater zusammengelebt hab, konnte er Medicaid bekommen, und meine Mama hat mir dabei geholfen, und äh, zum Arzt hab ich ihn meistens allein gebracht. Meine Mama war echt gut darin, mich in die richtige Richtung zu lenken, was ich tun musste, das war eine große Hilfe. Sogar heute noch kann ich meine Mama anrufen und sagen: „Mama, ich brauch Hilfe“ oder „Was meinst du, was soll ich machen?“ Sie ist also immer noch echt gut in solchen Sachen.

Hannah beschrieb, dass auch sie das Gefühl hatte, in ihren Eltern ein starkes Unterstützungssystem zu haben, dass ihre Rolle als Mutter von ihrer Familie aber dennoch bestätigt wurde, indem man ihr die Macht über Erziehungsentscheidungen ließ.

Hannah: Ich habe das Gefühl, dass das, was ich mir für sie gewünscht habe und was ich wollte, immer respektiert wurde; ich meine, ja, ich höre mir immer ihre Meinung an und schätze sie, weil sie mehr Erfahrung haben als ich. Ich werde nicht einfach sagen, na, es ist mein Kind, mir ist egal, was ihr denkt, weil ich finde, dass jeder kleine Beitrag hilfreich sein kann. Ich habe also nicht das Gefühl, dass es je eine Situation gab, in der sie gesagt haben „nein, du musst das so machen“; ich habe das Gefühl, sie haben mich irgendwie versuchen lassen, Dinge allein zu machen, und wenn ich scheitere oder ihre Hilfe brauche und nicht weiß, was ich tun soll, wissen sie, dass ich komme und sage: „Ich weiß nicht weiter, ich brauche eure Hilfe.“ Äh, ich finde, sie waren echt gut darin, mich meine eigenen Erziehungsfehler machen und daraus lernen zu lassen und zu sagen: Okay, wir haben versucht, dir zu sagen, dass das der bessere Weg ist, aber jetzt weißt du, dass unser Rat doch ziemlich wichtig war [lacht leise]!

Diese Mütter beschrieben, wie ihre Familien, oft ihre eigenen Mütter, finanzielle, emotionale, materielle und instrumentelle Unterstützung auf eine Weise leisteten, die auch ihr Selbstgefühl in ihrer Position als Mütter stützte. Über türöffnende Verhaltensweisen hinaus, bei denen es darum ging, jungen Müttern grundlegende Erziehungsfertigkeiten beizubringen, gaben Großmütter manchen jungen Müttern zudem die Möglichkeit, ihre Schwangerschaft anzunehmen, was möglicherweise den Grundstein für ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit in der Mutterrolle legte. So erzählte Hannah, wie viel Angst sie hatte, ihrer Mutter und ihrem Vater mit 16 von ihrer Schwangerschaft zu erzählen, dass ihre eigene Mutter ihr aber schließlich erlaubte, sich auf das Kind zu freuen.

Hannah: Ich habe das Gefühl, ihre Begeisterung hat irgendwie auf mich abgefärbt, gerade bei meiner anfänglichen Sorge und Angst und so. Ich habe das Gefühl, sie war diejenige, die mir das Gefühl gegeben hat, dass es okay ist, sich darüber zu freuen. Weil viele Leute dasitzen und dir einreden, dass du dich schämen sollst, weißt du? Du bist, weißt du, du bist selbst noch ein Kind, das ein Kind bekommt, du sollst dich schämen, in der Situation zu sein, in der du bist. Aber sie hat mir das Gefühl gegeben, dass es in Ordnung ist, mich darüber zu freuen, und dafür war ich dankbar, weil ich das Gefühl hatte, dass niemand wollte, dass ich mich darüber freue. Ich finde also, das war etwas Gutes, das sie in die Situation einbringen konnte.

Gabby, die ebenfalls türschließende Verhaltensweisen erlebt hatte, beschrieb, wie sie ihrer Familie (den Großeltern mütterlicherseits) mit 14 von ihrer Schwangerschaft erzählte. Ähnlich wie Hannah schilderte Gabby, dass sie sich durch die Akzeptanz ihrer Schwangerschaft durch die Familie gestärkt fühlte.

Gabby: Also haben wir geredet, und dann hat meine Oma mich gefragt, ob ich vorhabe, es [die Schwangerschaft] zu behalten … Und als ich ja gesagt hab, hat sie gesagt, okay. Dann hat sie schon geplant, was wir kaufen und so. Und mein Opa, als er mich gefragt hat, hab ich ihm gesagt, dass ich Angst hab und glücklich bin und aufgeregt. Alles auf einmal, alle Gefühle, die man hat, plus extra Angst. Er hat mich unterstützt …

Interviewende Person: Äh, mir ist aufgefallen, dass du gesagt hast, dass deine Großeltern beide mit ihren ersten Fragen dir die Macht gegeben haben, dich entscheiden lassen haben. Das hat dir also anscheinend ziemlich gutgetan?

Gabby: Ja, ich war überrascht … Na ja, ich und meine Großeltern, wie sie mit mir geredet haben, dadurch hatte ich mehr das Gefühl, die Kontrolle zu haben, und so, als hätte ich eine Ahnung, was ich da mache.

Emily, die insgesamt von keinerlei Unterstützung durch ihre Familie berichtete, erzählte, wie nervös sie war, ihrer Familie von ihrer Schwangerschaft zu erzählen. Sie beschrieb, wie sich ihre Familie anfangs über die Aussicht auf ein neues Baby freute, die Begeisterung aber schnell verflog.

Emily: Na ja, sie haben sich gefreut, also in meiner Familie haben wir uns alle gefreut, weil wir ein Baby bekommen! Aber während meiner Schwangerschaft haben sie sich immer weniger gefreut. Der Reiz des „Neuen“ war wohl weg, und es war ihnen egal. So nach dem Motto, na ja, du kriegst ein Kind, was soll’s. Äh, sie haben mir nicht geholfen, irgendwas fürs Baby zu besorgen, gar nichts. Und der Stiefschwester haben sie alles gekauft, als wäre sie was ganz Tolles, was auch immer. Aber im Grunde, nachdem sie erfahren hatte, dass sie schwanger ist, waren sie nicht mehr froh darüber, dass ich schwanger war.

Emilys eigene Gefühle in Bezug auf ihre Schwangerschaft schienen sich nach den wechselnden Gefühlen ihrer Familie im Laufe der Schwangerschaft zu richten, was zeigt, wie sehr die jungen Mütter dieser Studie bei emotionaler Unterstützung auf ihre Familien angewiesen sein konnten.

Emily: Äh, ich meine, ich war nervös. Ich war aufgeregt und dann war ich wütend. Weil ich wütend auf mich selbst war, warum hab ich mich so jung in diese Lage gebracht? Ich wollte aufs College gehen und mir ein Leben aufbauen. Und dann saß ich fest mit einem Kind, mit jemandem, dem es egal ist, mit einer Familie, der es egal ist, also war es hart. Und ich wusste, dass es hart wird. [Emily fing an zu weinen.]

Emilys Bericht verdeutlicht, dass die allgemeine Unterstützung oder Ablehnung der Schwangerschaft junger Mütter durch Familienmitglieder offenbar beeinflusste, was die Mütter selbst gegenüber ihrer Schwangerschaft empfanden. Diese Deutungen wurden zudem dadurch bestätigt, wie das Gatekeeping der Großmütter die Möglichkeiten der Teilnehmerinnen prägte, mütterliche Kompetenz und Identität zu entwickeln.

Jugendliche Elternschaft als Paradox

Im Allgemeinen beschrieben die Teilnehmerinnen die Bedeutungen, die sie mit den Gatekeeping-Verhaltensweisen der Großmütter verbanden. Unter diesen Gatekeeping-Erfahrungen beschrieben die jungen Mütter jedoch ein Paradox zwischen ihrem Wunsch nach Unterstützung bei der Fürsorge und ihrem Wunsch nach Autonomie – unabhängig davon, welche Art von Gatekeeping sie als neue Mütter erlebt hatten. Das heißt: Sowohl Mütter, die insgesamt positive Erfahrungen mit Unterstützung bei der Fürsorge gemacht hatten (d. h. Öffnen der Tür), als auch jene mit negativen Erfahrungen (meist als Schließen der Tür beschrieben) schilderten eine Spannung zwischen ihrem Unterstützungsbedarf und ihrem starken Wunsch, sich und ihre Kinder allein versorgen zu können. Dieses Paradox lässt sich in den scheinbar widersprüchlichen Rollen Jugendliche und Mutter zusammenfassen.

Genauer gesagt beschrieben Ivy, Hannah und Bailey, wie das Öffnen der Tür durch ihre Mütter ein Umfeld schuf, das von gesunden Grenzen und Unterstützung geprägt war. Obwohl sie ausdrücklich darüber sprachen, wie sehr sie die familiäre Unterstützung bei der Fürsorge schätzten, erinnerten sich diese Mütter auch an ihren Wunsch, unabhängig zu sein. Sie beschrieben, dass sie sich schuldig oder „schlecht“ fühlten, weil sie so stark auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen waren.

Ivy: Ich weiß nicht, ob es eher Schuld war oder … ich weiß nicht, was das richtige Wort wäre, aber ich war von mir selbst enttäuscht, dass sie mir all diese Dinge geben mussten, und ich hab mich, ich hab mich schlecht gefühlt, dass ich auch ihre ganze Hilfe annehmen musste, weil ich eigentlich keine andere Wahl hatte, als ihre Hilfe anzunehmen. Ich fand es schlimm, dass alles an ihnen hängen geblieben ist.

Hannah führte das Paradox, zugleich Jugendliche und Elternteil zu sein, weiter aus:

Hannah: Weil normalerweise, wenn Leute heiraten, wollen sie ihre eigene Familiendynamik … Stabilität aus eigener Kraft. Sie wollen nicht von jemand anderem abhängig sein, das gibt dir das Gefühl, nicht gut genug zu sein … als ob du das nicht allein schaffst. Du bist es nicht wert, dieses Kind zu haben, wenn du dich nicht darum kümmern kannst. Wozu brauchst du dann dein Kind, so in der Art. Ich habe das Gefühl, das macht es für Leute, die jung Eltern werden, viel emotionaler, weil sie diesen Kampf haben: „Ich will das schaffen, aber ich kann nicht, weil ich nur das hier kann. Aber ich will das, aber ich kann nicht, weil ich noch …“ – also ist es ein ständiges Problem, sich schlecht zu fühlen, weil sie sie immer wieder um diese Hilfe bitten müssen.

Die Spannung zwischen dem Wunsch, autonome Mütter zu sein, und dem Wunsch, dennoch Hilfe bei der Erziehung zu bekommen, beschränkte sich nicht auf die Mütter, die eine unterstützende Familie erlebt hatten.

Amber: Ich meine, ich war einfach frustriert, weil ich nichts für mich selbst tun konnte. Ich war so abhängig … Ich hab das gehasst, aber ich hab’s schon immer gehasst, nicht tun zu können, was ich will und wie ich will. Und ich meine das nicht so wie ein rebellisches Kind. Ich weiß, was für mich funktioniert und was ich brauche und was ich will. Wenn Leute versuchen, mir was anderes aufzuzwingen, das, ich meine, egal was es ist … und dann ein Kind zu sein, und ein Kind zu sein, das ein Kind austrägt, du musst so viel werden! Verantwortung … aber du bist selbst eingeschränkt, weil dir immer noch gesagt wird, was du tun sollst, und du zurückgehalten oder kleingehalten wirst, weil du minderjährig bist. Das war für mich immer echt schwer.

Für viele junge Mütter der Studie prägten Schuld- und Frustrationsgefühle die Spannung zwischen ihrem Autonomiewunsch und ihrem Bedarf an Unterstützung durch die Großmütter.

DISKUSSION

Ziel der vorliegenden Studie war es, die gelebte Erfahrung junger Mütter in der ländlichen Appalachenregion im Kontext des Übergangs zur Mutterschaft und der familiären Unterstützung bei der Fürsorge zu untersuchen. Aus Tiefeninterviews mit jungen Müttern, die vor dem 19. Lebensjahr mindestens ein Kind bekommen hatten, ergaben sich drei zentrale Erkenntnisse: (a) Unterstützung durch die Familie wurde als Geliebtwerden gedeutet, (b) junge Mütter schufen Bedeutungen rund um die Gatekeeping-Verhaltensweisen der Großmütter, die sich auf ihre Rolle als Mütter bezogen, und (c) junge Mutterschaft ist ein Entwicklungsparadox.

Das erste große Thema der vorliegenden Studie waren die mit familiärer Unterstützung verbundenen Bedeutungen: Gefühle von Liebe. Die Erinnerungen der jungen Mütter an die Reaktionen ihrer Familie auf ihre Schwangerschaft und an deren Bereitschaft oder Weigerung, sie beim Übergang zur Elternschaft zu unterstützen, waren von Gefühlen der Nähe oder der Not durchdrungen. Für die Mütter dieser Studie war es ein Zeichen von Liebe, von ihrer Familie emotionale und instrumentelle Unterstützung bei der Erziehung zu erhalten. Den Erzählungen der jungen Mütter zufolge schien Liebe Ausdruck innerer Bedeutungsgebung zu sein, während Unterstützung und Fürsorge nach außen gerichtete Handlungen waren, die Familienmitglieder entweder anboten oder verweigerten. Zudem schienen die jungen Mütter Liebe als bedingungsloses Angenommensein zu definieren. Die Weigerung der Familie dagegen, junge Mütter auf eine Weise zu unterstützen, die ihre Autonomie bestätigte, wurde so verstanden, dass sie nicht liebenswert und keines Respekts würdig seien. Die jungen Mütter fassten die Unterstützung durch die Großmütter als Gatekeeping-Verhaltensweisen auf, die mit tieferen Bedeutungen für ihr Gefühl mütterlicher Identität verbunden waren.

Gatekeeping und die Entwicklung der Mutterrolle

Die Ergebnisse, die die Mütter dieser Studie vorlegten, legen nahe, dass das Gatekeeping der Großmütter ein Mechanismus ist, über den Kinscription – also die Art, wie Aufgaben (z. B. Fürsorge) den Familienmitgliedern zugewiesen werden (Stack & Burton, 1993) – umgesetzt wird. Traditionell wurde maternales Gatekeeping als Bemühen definiert, die Beteiligung des Vaters durch türöffnende oder türschließende Verhaltensweisen zu fördern oder einzuschränken (Wang & Schoppe-Sullivan, 2021). Das Öffnen der Tür (Gate-Opening) wird als die Überzeugungen und Verhaltensweisen konzeptualisiert, die die elterliche Beteiligung an Aufgaben der Kinderversorgung fördern, während das Schließen der Tür (Gate-Closing) die Überzeugungen und Verhaltensweisen beschreibt, die diese Beteiligung einschränken (Trinder, 2008). Während traditionelle Definitionen von Gatekeeping sich meist auf mütterliche Überzeugungen und Verhaltensweisen konzentrieren, die die Beteiligung von Vätern erleichtern oder behindern sollen, zeigten die Mütter dieser Studie, wie Gatekeeping von Großmüttern ausgeübt wurde. Damit erweitern wir die Konzeptualisierungen von Gatekeeping um eine differenzierte Darstellung, wie Gatekeeping von jeder Person in der Familie ausgeübt werden kann, die Macht über verletzlichere Familienmitglieder hat. Tatsächlich ist der Kern des Gatekeepings die Macht, die jemand innehat und nutzt, um den Zugang zu Kindern zu erleichtern oder einzuschränken; Gatekeeping-Verhaltensweisen beschränken sich daher nicht zwangsläufig auf Mütter. In dieser Studie etwa waren die Mütter die verletzlichen Mitglieder des Familiensystems, während die Großmütter die meiste Macht innehatten. Wie die teilnehmenden Mütter schilderten, hüteten die Großmütter den Zugang zu den kleinen Kindern.

Forschung aus früheren Jahrzehnten mit jungen Müttern schien unsere Ergebnisse zum Gatekeeping der Großmütter zu spiegeln. Insbesondere SmithBattle (1996) beschrieb Fürsorgetypen, die dem umfassenderen Konzept des Gatekeepings ähneln (z. B. Wang & Schoppe-Sullivan, 2021), wie sie Großmütter in der Konstellation junger Mutterschaft ausübten. Unsere Ergebnisse gehen jedoch über Typologien der Fürsorge hinaus, indem sie hervorheben, wie die Erfahrungen solcher Fürsorgesituationen mit dem Zugang der Mütter zu ihrem Baby zusammenhingen und damit, wie sie sich selbst als Mütter empfanden. Tatsächlich hatte das Erleichtern oder Einschränken der elterlichen Möglichkeiten junger Mütter weiterreichende Folgen für die Teilnehmerinnen dieser Studie, und darin liegt der eigentliche Kern ihrer Erfahrungen. Insbesondere schienen die jungen Mütter Gatekeeping mit Gefühlen in Verbindung zu bringen, die ihre Mutterrolle betrafen. Das Schließen der Tür durch die Großmütter wurde zusammen mit der Not der Mütter beschrieben, das Gefühl zu haben, ihre elterlichen Aufgaben nicht erfüllen zu können, wodurch ihre mütterliche Identität bedroht war. Mütter hingegen, die das Öffnen der Tür durch die Großmütter erlebt hatten, beschrieben Gefühle, die mit Zuversicht verbunden waren. Insgesamt verknüpften die jungen Mütter die Bedeutungen, die sie ihrem Gefühl gaben, als Mütter fähig zu sein, mit positiver Unterstützung (oder deren Fehlen) durch die Großmütter.

Die Pflegeliteratur bietet eine Grundlage für das Verständnis, wie positive Unterstützung bei der Erziehung Frauen beim Übergang zur Mutterschaft fördern kann, und kann so die Ergebnisse der vorliegenden Studie untermauern. Neuen Müttern zentrale Fertigkeiten positiver Erziehung und die Fähigkeit zu informierten Erziehungsentscheidungen zu vermitteln, wurde mit dem Erwerb mütterlicher Identität in Verbindung gebracht (für einen Überblick siehe Koniak-Griffin, 1993). Der Erwerb mütterlicher Identität, heute als „Mutterwerden“ bezeichnet, ist eine Theorie, die Mutterschaft als dynamischen und sich ständig weiterentwickelnden Prozess begreift (Mercer, 2004). Ein zentraler Aspekt, der mit der Fähigkeit von Müttern verbunden war, sich erfolgreich und positiv als Mütter zu identifizieren, war das Vertrauen in die eigenen Erziehungsfähigkeiten. Die Mütter der vorliegenden Studie beschrieben jedoch, wie Gatekeeping ihr Selbstvertrauen als neue, junge Mütter entweder hemmte (Schließen der Tür) oder förderte (Öffnen der Tür).

Jugendliche Mutterschaft als Entwicklungsparadox

Die Mütter der vorliegenden Studie äußerten den Wunsch nach instrumenteller und emotionaler Unterstützung durch die Großmütter, während sie die frühe Mutterschaft bewältigten, beschrieben aber auch ihren Wunsch, auf eigenen Füßen zu stehen. Für diese Mütter war es eine Notwendigkeit, sich bei der Fürsorge auf die Familie zu verlassen, da ihnen das Wissen fehlte, das man zur Versorgung eines Säuglings braucht. Gleichzeitig zweifelten sie jedoch an ihrer Fähigkeit, gute Mütter zu sein, weil sie nicht von sich aus wussten, wie man wesentliche Aufgaben der Fürsorge erledigt. Zudem schienen die jungen Mütter Mutterschaft mit Erwachsensein gleichzusetzen. Das heißt, ihr neuer Status als Mutter stand im Konflikt mit ihrem Status als Teenager.

Der Kinscripts-Ansatz (Stack & Burton, 1993) und Mercers (2004) Theorie des Mutterwerdens bieten eine theoretische Grundlage für das Verständnis des Entwicklungsparadoxes, das die jungen Mütter dieser Studie schilderten. Aus der Kinscripts-Perspektive nehmen Großmütter den Übergang junger Mütter zur Mutterschaft möglicherweise als „zur Unzeit“ wahr. Die Erwartungen der Großmütter an junge Mütter in Bezug auf Kinwork, also die spezifischen Aufgaben, die einzelnen Familienmitgliedern zugewiesen werden, könnten daher weiterhin Rollen widerspiegeln, die mit der Adoleszenz verbunden sind. Die jungen Mütter wiederum schienen ihre neue Mutterrolle als Möglichkeit zu begreifen, die mit der Adoleszenz verbundenen Grenzen aufzuheben. Im Grunde glaubten die jungen Mütter, Erziehungsentscheidungen ohne Mitsprache ihrer eigenen Eltern treffen zu dürfen. Dennoch erkannten die jungen Mütter ihren Bedarf an Unterstützung bei der Fürsorge durch die Großmütter an, was offenbar eine gewisse Not verursachte. Aus Mercers (2004) theoretischer Perspektive des Mutterwerdens könnte es sein, dass die widerstreitenden Identitäten junger Mütter ein zusätzliches Hindernis darstellen, wenn sie versuchen, ihre mütterliche Identität zu bekräftigen.

IMPLIKATIONEN

Die jungen Mütter schufen Bedeutung in Bezug auf ihre Mutterrolle und ihre Erfahrungen mit den Gatekeeping-Verhaltensweisen der Großmütter. In erster Linie wurde die Unterstützung durch die Familie als Spiegel der Wahrnehmung der Mütter von ihrer eigenen „Liebenswürdigkeit“ gedeutet. Das heißt, emotionale und instrumentelle Unterstützung von der Familie zu erhalten, schien den jungen Müttern zu bestätigen, dass sie bedingungslos geliebt wurden. Mütter dagegen, die keine Unterstützung von ihrer Familie erhielten, beschrieben ein Gefühl der Verlassenheit. Genauer gesagt schienen türöffnende Verhaltensweisen mit dem Selbstvertrauen der jungen Mütter verbunden zu sein, während türschließende Verhaltensweisen Gefühle der Not hervorriefen. Fachkräfte in Praxis und Gemeinwesen, die mit jungen Müttern und ihren Familien arbeiten, sollten die Implikationen der Gatekeeping-Verhaltensweisen von Großmüttern bedenken und sich gezielt darauf konzentrieren, Großmüttern oder anderen zentralen Elternfiguren zu helfen, mögliche negative Gefühle im Zusammenhang mit einer frühen Schwangerschaft zu bearbeiten, und sie so begleiten, dass sie junge Mütter sinnvoll unterstützen können. Tatsächlich kann ein positives und klares Gefühl mütterlicher Identität Risiken abpuffern und eine bessere Erziehung sowie bessere Entwicklungsergebnisse bei Kindern fördern, was im Kontext jugendlicher Elternschaft besonders wichtig sein kann (z. B. Coleman & Karraker, 2003; Williams et al., 1987). Für klinisch Tätige kann es besonders entscheidend sein, Machtunterschiede zu berücksichtigen, um die Ambivalenz in intergenerationalen Beziehungen (Luescher & Pillemer, 1998) im Hinblick auf Fürsorgerollen und deren Folgen für das Wohlbefinden anzugehen.

Einige junge Mütter dieser Studie berichteten auch, wie wichtige Personen aus Diensten des Gemeinwesens sie während der Schwangerschaft und der frühen Elternschaft sehr unterstützten. Insbesondere bietet der Bundesstaat Virginia ein Programm an, das die Situation jugendlicher Eltern und ihrer Babys verbessern soll. In diesem Programm namens Resource Mothers leisten Fachkräfte der Sozialen Arbeit jungen Müttern eine Unterstützung, die von emotionaler bis zu instrumenteller Hilfe reicht. Die jungen Mütter dieser Studie, denen über die Sozialdienste eine Resource Mother zur Seite gestellt wurde, beschrieben fast einhellig, wie sehr sie die erhaltene Unterstützung schätzten. Sie schilderten, dass sie sich durch ihre Resource Mothers, die offenbar Türöffnerinnen waren, in ihrer Mutterrolle gestärkt und unterstützt fühlten; sie leisteten also die Unterstützung, die junge Mütter brauchten, um die Versorgung ihrer Säuglinge zuversichtlich zu bewältigen und zugleich andere Verpflichtungen zu vereinbaren. Das Resource-Mothers-Programm in Virginia kann ein Modell bieten, nach dem andere Bundesstaaten oder Kommunen Unterstützungsangebote aufbauen, die das Leben junger Eltern und ihrer Kinder verbessern sollen.

Schließlich ist dem spezifischen Kontext, in dem die vorliegende Studie durchgeführt wurde, besondere Aufmerksamkeit zu schenken: den zentralen Appalachen. Auch wenn es den Rahmen dieser Studie sprengte, kritisch zu untersuchen, inwieweit Großmütter emotional und finanziell in der Lage waren, junge Mütter auf gesunde Weise zu unterstützen, schienen Hindernisse, mit denen viele Familien in der Appalachenregion konfrontiert sind, etwa Sucht und Armut (Moody et al., 2017), in den Erfahrungen der Mütter dieser Studie eine herausragende Rolle zu spielen. So berichteten mehrere junge Mütter, wie ihre eigenen Eltern (meist ihre Mütter) während ihrer Kindheit und während ihres Übergangs zur Elternschaft in der Adoleszenz körperlich oder emotional abwesend waren – aufgrund von Sucht, Inhaftierung und der Notwendigkeit, mehrere Jobs zu haben, um über die Runden zu kommen. Fachkräfte und Forschende, die sich mit intergenerationalen Familiensystemen im Kontext der Appalachen befassen, sollten daher sorgfältiger berücksichtigen, wie sich Unterdrückungssysteme und Widrigkeiten mit der Fähigkeit der Familie überschneiden, Sorgearbeit zu leisten.

Complexe Systémique: das Wichtigste

Die Studie findet präzise Worte für eine aus der Familientherapie vertraute Szene: die Großmutter, die der Tochter das Baby aus den Armen nimmt, oder die ihr im Gegenteil zeigt, wie man es pucken kann, und sie dann machen lässt. Von einer Tür zu sprechen, die sich öffnet oder schließt, und Gatekeeping auf jede Person in der Familie auszuweiten, die Macht über eine andere hat, hilft, verwischte Generationengrenzen, Koalitionen rund um das Kind und die Hierarchie zu erkennen, die neu inszeniert wird, wenn eine Jugendliche Mutter wird. Die Berichte zeigen außerdem, dass die erhaltene Hilfe als Botschaft der Liebe – oder der Ablehnung – gelesen wird: Oft liegt genau dort das Leid. Die praktische Implikation ist systemisch im starken Sinn: die Großmutter so zu begleiten, dass sie stützt, statt zu ersetzen. Diese Ergebnisse sind gleichwohl mit Vorsicht zu lesen: neun Frauen, fast alle weiß, aus einer einzigen ländlichen Region, Erinnerungen, die teils zwölf Jahre zurückliegen, nur die Sicht der jungen Mütter (weder Großmütter noch Väter wurden befragt) und kein Abschnitt zu den Grenzen der Studie. Dazu passend: der Beitrag über die Unterstützung von Coparenting sowie Fehler und Dilemmata in der Arbeit mit Jugendlichen.

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Inoffizielle Übersetzung von The paradox of family support for young mothers: An interpretive phenomenology analysis von Casey M. McGregor und Joyce A. Arditti, Family Relations, Bd. 72, Nr. 4 (2023), doi: 10.1111/fare.12800, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz – das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet. Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels „The paradox of family support for young mothers: An interpretive phenomenology analysis“, erschienen in Family Relations (2023) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Text der Verfassenden wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für die Online-Lektüre angepasst, wie zu Beginn dieser Seite dargelegt.

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McGregor, C. M., et Arditti, J. A. (2023). The paradox of family support for young mothers: An interpretive phenomenology analysis. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/the-paradox-of-family-support-for-young-mothers (Originalwerk erschienen 2022 in Family Relations, 72(4), 1859-1874 (2023); 2023 erneut veröffentlicht von Family Relations, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/fare.12800)

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