Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
The British Journal of Social Work · Gewalt
Wenn ein Vater die Mutter nach der Trennung weiter stalkt, setzt sich die Gewalt im Leben der Kinder fest: Umzüge, Schutzunterkünfte, Angst in der Schule, aufgezwungene Umgangskontakte. Ausgehend von achtzehn Berichten finnischer Kinder und Jugendlicher nutzt das Team um Anna Nikupeteri den Capability-Ansatz von Sen und Nussbaum, um herauszuarbeiten, was diesen Kindern wichtig ist, was sie daran hindert, es zu leben, und wie die Soziale Arbeit sie schützen kann.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von Using the Capability Approach in Social Work with Children Experiencing Post-Separation Parental Stalking von Anna Nikupeteri, Merja Laitinen, Anna Gupta und Enni Mikkonen, erschienen in The British Journal of Social Work (Oxford University Press) (2023), doi: 10.1093/bjsw/bcac163, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für das Lesen online neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.
Um sichere Bedingungen zu schaffen, müssen Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Aussagen von Kindern über ihren Vater ernst nehmen.
Anna Nikupeteri, Merja Laitinen, Anna Gupta und Enni Mikkonen
Zusammenfassung
Dieser Artikel analysiert die Erfahrungen finnischer Kinder mit elterlichem Stalking nach der Trennung als einer Form häuslicher Gewalt und untersucht, wie der Capability-Ansatz (CA) Fachkräften der Sozialen Arbeit helfen kann, das Problem zu verstehen und Kinder zu unterstützen. Die Daten bestehen aus thematischen Interviews mit achtzehn Kindern und Jugendlichen (im Alter von 4 bis 21 Jahren), deren Vater oder Stiefvater ihre Mutter nach der Trennung gestalkt hat. Die theoriegeleitete Datenanalyse wurde mit dem CA als theoretischem Rahmen durchgeführt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass elterliches Stalking das Wohlergehen der Kinder untergräbt, indem es ihre Sicherheit gefährdet und ihre Verwirklichungschancen, ihre Handlungsfähigkeit (Agency) einzusetzen, verringert. Die Studie hat unser Verständnis dessen vertieft, was Kinder in ihrem Leben wertschätzen und welche Möglichkeiten sie haben, unter elterlichem Stalking ihre Handlungsfähigkeit auszuüben. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Handlungsfähigkeit der Kinder und ihre Chancen, ihre Werte zu leben, durch Interventionen stärken können, die inneren und äußeren Schutz bieten. Es ist wichtig, dass die Fachkräfte ein situiertes Verständnis der Erfahrungen der Kinder entwickeln, und zwar in einer Beziehung, in der Kinder als empfindungsfähige Individuen gelten, denen zugehört wird und die wertgeschätzt werden. Der Artikel leistet einen neuen Beitrag zur Anwendung des CA in der Sozialen Arbeit mit Kindern, die elterlichem Stalking ausgesetzt sind.
Häusliche Gewalt endet nicht immer mit der Trennung. Sie kann sich stattdessen als Stalking durch den früheren Partner fortsetzen oder, wenn Kinder betroffen sind, als elterliches Stalking. Stalking umfasst eine intensive, verfolgende Aktivität, die aus wiederholten, zwingenden und kontrollierenden Verhaltensweisen besteht, etwa Verfolgen, Belästigen und Drohen, und bei den Opfern Angst und Belastung auslöst. Dazu können visuelle oder körperliche Nähe, nicht einvernehmliche Kommunikation sowie mündliche, schriftliche oder angedeutete Drohungen gehören. Es kann auch Handlungen umfassen, die für sich genommen kein rechtswidriges Verhalten darstellen – etwa das Verschicken von Geschenken –, die aber durch den Kontext, in dem sie stattfinden, zu Missbrauchserfahrungen werden können (z. B. Spitzberg and Cupach, 2014; Logan and Walker, 2017; Fissel et al., 2020). Heute bieten digitale Kommunikation und Überwachung über verschiedene Geräte, Apps und soziale Netzwerke Tätern eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre Opfer zu stalken (Woodlock, 2017; Nikupeteri et al., 2021). Zudem hat die COVID-19-Pandemie die Verletzlichkeit der Opfer erhöht, vor allem weil sie an ihr Zuhause gebunden waren und die Technik Tätern neue Wege eröffnet, sie zu kontrollieren, zu bedrohen und zu isolieren (Bracewell et al., 2022).
Die häufigste Form des Partnerschafts-Stalkings ist diejenige, bei der ein männlicher Täter seine Partnerin ins Visier nimmt (z. B. Spitzberg and Cupach, 2007; Fissel et al., 2020). Laut der Studie von Kuehner et al. (2012) wurden von insgesamt achtundsechzig Frauen und zehn Männern, die die Kriterien für eine Stalking-Viktimisierung erfüllten, nur ein Mann und jede dritte Frau vom früheren Partner bzw. von der früheren Partnerin gestalkt. Eine EU-weite Erhebung zu Gewalt gegen Frauen zeigt, dass in Finnland 40 Prozent der Frauen über 15 Jahren, die Stalking-Erfahrungen angaben, ihren Partner als Täter nannten. Auch im Vereinigten Königreich war die Hauptform des Stalkings (48 Prozent) diejenige durch den Partner der Frau (European Union Agency for Fundamental Rights, 2012). Stalking ist körperlich gewalttätiger und birgt ein höheres Risiko tödlicher Gewalt, wenn Opfer und Stalker eine sexuelle Beziehung hatten und es in der Beziehung bereits häusliche Gewalt gab (Farnham et al., 2000; DeKeseredy et al., 2017; Bendlin and Sheridan, 2021).
Stalking, das sich gegen die Mutter richtet, schafft für ihre Kinder ein viktimisierendes Umfeld. Kinder können für den Täter das Mittel sein, um mit der früheren Partnerin in Kontakt zu treten, oder sie können direkte Ziele gewalttätiger Handlungen und sogar von Morddrohungen werden (Nikupeteri and Laitinen, 2015; Løkkegaard et al., 2019; Nikupeteri et al., 2021). Kinder können nicht nur dadurch geschädigt werden, dass sie Gewalt miterleben, sondern auch durch die Bandbreite an Taktiken, die Täter häufig einsetzen: psychische bzw. emotionale Misshandlung, Manipulation, Überwachung und Mikrosteuerung von Aktivitäten sowie Isolation von Unterstützungsquellen (z. B. Nikupeteri and Laitinen, 2015; Callaghan et al., 2018; Katz et al., 2020). Wenn es gemeinsame Kinder gibt, kann der Täter Sorgerechtsfragen und Umgangsregelungen als Anlass nutzen, die frühere Partnerin zu belästigen (Humphreys et al., 2019; Katz et al., 2020). Der stalkende Elternteil kann rechtliche Schritte unternehmen, etwa Sorgerechtsverfahren anstrengen und falsche Anzeigen erstatten, in denen er den anderen Elternteil der Kindesmisshandlung beschuldigt. Der Stalker kann auch Fachkräfte als Mittel benutzen, um den anderen Elternteil weiter zu viktimisieren, beispielsweise indem er Sorge um das Wohlergehen der Kinder äußert, wenn sie Zeit mit der Mutter verbringen (z. B. Løkkegaard et al., 2019; Bracewell et al., 2022). Umgangsfragen erhöhen zudem das Risiko schwerer körperlicher Gewalt (Bendlin and Sheridan, 2021). Elterliches Stalking stellt somit eine erhebliche Bedrohung für das Wohlergehen von Kindern, ihre Rechte und ihre Freiheit dar, ihre Handlungsfähigkeit auszuüben. Die komplexe und subtile Natur des Stalkings und seiner Auswirkungen auf Kinder stellt Fachkräfte der Sozialen Arbeit vor die Herausforderung, das Kindeswohl zu wahren und zu fördern; daher wird neues theoretisches Wissen benötigt, um das Phänomen zu analysieren.
Dieser Artikel ist Teil eines größeren finnischen Projekts mit dem Titel „Children’s Knowing Agency in Private, Multiprofessional and Societal Settings—the Case of Parental Stalking“, das die Erfahrungen von Kindern mit elterlichem Stalking sowie ihre Handlungsfähigkeit und ihre Rechte darin untersucht. In der vorliegenden Studie nutzen wir den von Sen (1999, 2005) entwickelten und von Nussbaum (2011) weitergeführten Capability-Ansatz (CA) als theoretischen Rahmen, um die Erfahrungen von Kindern mit elterlichem Stalking zu analysieren. Unsere Forschungsfrage lautet: „Was zeigt der CA über die Erfahrungen von Kindern mit elterlichem Stalking?“ In früheren Forschungsarbeiten haben wir uns den Erfahrungen der Kinder über die Theorie der Zwangskontrolle (Coercive Control) genähert und damit Geschlechterdynamiken und Machtungleichgewichte im elterlichen Stalking analysiert (Katz et al., 2020; Nikupeteri et al., 2021). Der CA als mehrdimensionaler theoretischer Rahmen ermöglicht es uns, die Erfahrungen von Kindern mit elterlichem Stalking, bei dem ihre Verwirklichungschancen zur Ausübung ihrer Handlungsfähigkeit bedroht sind, weitergehend zu analysieren. Er hilft auch, die alltäglichen qualitativen Schäden und Verluste zu analysieren, die das Stalkingverhalten des Vaters verursacht, sowie deren kumulative Wirkungen auf die Kinder, die ihnen letztlich ihre Verwirklichungschancen nehmen (Sen, 1999; Logan and Walker, 2017). Darüber hinaus ermöglicht er es, Faktoren zu untersuchen, die in solchen Situationen die Rechte und das Wohlergehen von Kindern fördern (Hart and Brando, 2018).
Die drei Schlüsselbegriffe des CA sind „Verwirklichungschancen“ (Capabilities), „Funktionsweisen“ (Functionings) und „Umwandlungsfaktoren“ (Conversion Factors). Verwirklichungschancen bezeichnen die tatsächliche Freiheit von Menschen, ein Leben zu führen, das sie mit guten Gründen wertschätzen. Der Unterschied zwischen einer Verwirklichungschance und einer Funktionsweise entspricht dem Unterschied zwischen der Freiheit (Gelegenheit), etwas zu erreichen, und dem Erreichten (Ergebnis) (Robeyns, 2003). Menschen verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten, Mittel oder Ressourcen in wertvolle Gelegenheiten (Verwirklichungschancen) oder Ergebnisse (Funktionsweisen) umzuwandeln. Unterschiede können selbst bei gleicher Ausstattung mit persönlichen Mitteln aus verschiedenen Gründen oder aufgrund von „Umwandlungsfaktoren“ entstehen. Robeyns (2005) unterscheidet drei Gruppen von Umwandlungsfaktoren: persönliche, sozialstrukturelle und kulturelle sowie institutionelle.
Nussbaum (2011) plädiert für die Erstellung einer Liste der grundlegenden Verwirklichungschancen, die für menschliches Wohlergehen notwendig sind, wobei eine endgültige Liste für alle Menschen umstritten ist, beispielsweise bei Sen (2005). Eine Reihe von Forschenden hat sich dafür ausgesprochen, den Verwirklichungschancen von Kindern besondere Aufmerksamkeit zu widmen (Biggeri et al., 2006). Der CA wird häufig als Möglichkeit betrachtet, Menschenrechte zu operationalisieren, indem der Fokus von formalen Rechten auf die Fähigkeit der Menschen verlagert wird, diese Rechte in der Praxis auszuüben. Burchardt und Vizard (2009) haben eine vorläufige Liste von Verwirklichungschancen von Kindern zusammengestellt, die das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes einbezieht, und zwar wie folgt: die Verwirklichungschance,
Obwohl jede Verwirklichungschance einen Eigenwert hat, kann sie für andere Verwirklichungschancen instrumentell sein. So ist etwa die Verwirklichungschance eines Kindes, gesund zu sein, ein Zweck an sich, aber auch ein Mittel, um seine Verwirklichungschance auf Bildung zu realisieren. Die Möglichkeiten von Kindern, Verwirklichungschancen in Funktionsweisen umzuwandeln, hängen von Entscheidungen Erwachsener ab, die ihre Handlungsfähigkeit einschränken können, oft, aber nicht immer, um ihr Wohlergehen zu sichern (Biggeri et al., 2011). Im Kontext häuslicher Gewalt zeigen Studien, dass Gewalt und Misshandlung die Verwirklichungschancen von Kindern beeinträchtigen, indem sie vielfältige Verluste und Schmerz verursachen; sie zeigen aber auch, dass Kinder über eine facettenreiche Handlungsfähigkeit verfügen, insofern sie Hoffnung für die Zukunft haben und auf häusliche Gewalt reagieren und sie bewältigen können (z. B. Morris et al., 2015; Arai et al., 2021).
Indem wir den CA zur Analyse der Erfahrungen von Kindern nutzen, wollen wir unser Verständnis der Faktoren vertiefen, die die Verwirklichungschancen von Kindern behindern und fördern. Die Identifizierung dieser Faktoren kann Fachkräften der Sozialen Arbeit helfen, das Wohlergehen und die Rechte von Kindern, die elterlichem Stalking ausgesetzt sind, zu fördern und ihre Sicherheit zu unterstützen (siehe IASSW, 2014; Stanley and Humphreys, 2015). Zunehmend wird beachtet, wie der CA Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit bereichern kann (Den Braber, 2014; Gupta et al., 2016; Hickle, 2020). Dieser Artikel leistet einen neuen Beitrag zur Anwendung des CA in der Sozialen Arbeit mit Kindern, die elterlichem Stalking ausgesetzt sind.
Der Artikel stützt sich auf Interviews mit achtzehn Kindern und Jugendlichen (fünfzehn Mädchen und drei Jungen im Alter von 4 bis 21 Jahren), deren Vater oder Stiefvater ihre Mutter nach der Trennung gestalkt hat. Die Daten wurden von den Erst- und Zweitverfassenden in Zusammenarbeit mit Fachleuten für häusliche Gewalt – Fachkräften der Sozialen Arbeit und der Psychologie – erhoben, die im nationalen finnischen Stalking-Beratungszentrum (Stalking Support Center) mit Stalking-Opfern arbeiten. Diese Fachleute kontaktierten Familien, die folgende Kriterien erfüllten: (1) Die Betreuung der Familie hatte sich wegen des Stalkings des Vaters in die Länge gezogen, (2) das Kind wurde oder war betreut worden und (3) das Kind eignete sich im Übrigen als teilnehmende Person, unter Berücksichtigung der Familiensituation bzw. seines Alters und Traumatisierungsgrads. In den meisten Fällen war der Stalker der leibliche Vater des Kindes, in einigen Fällen der Stiefvater. Alle Kinder lebten bei ihrer Mutter. Viele hatten Kontakt zu ihrem Vater, zumindest in begleiteter Form. Bei einigen Kindern bestand oder bestand früher ein Kontakt- und Annäherungsverbot gegen den Vater.
Die Fachleute führten thematische Interviews mit den Kindern, insgesamt sechs Einzelinterviews und sechs Paarinterviews mit Geschwistern (zwölf Kinder). Die folgenden Themen der Interviews wurden in Zusammenarbeit zwischen dem Forschungsteam und den Fachleuten festgelegt: die Stalking-Erfahrungen der Kinder; ihre Emotionen, Beziehungen, Ressourcen und ihr Hilfebedarf sowie ihre Begegnungen mit Fachkräften. Die Interviews wurden zwischen 2012 und 2019 geführt, dauerten zwischen 18 und 105 Minuten und wurden aufgezeichnet und transkribiert. Die Interviewsprache war Finnisch; die Interviews wurden für die gemeinsame Analyse transkribiert und ins Englische übersetzt.
Da es sich bei den Teilnehmenden um Kinder in einer besonders verletzlichen Situation handelte, waren ethische Überlegungen von großer Bedeutung. Erstens wurde die ethische Genehmigung der Studie von der Forschungsethikkommission der Universität Lappland auf Grundlage der forschungsethischen Leitlinien des Finnish National Board on Research Integrity (2019) erteilt. Zweitens wurde die Forschungsgenehmigung von den beiden lokalen Abteilungen des Stalking Support Center bestätigt. Drittens gaben die Kinder und ihre Mütter eine schriftliche Einwilligung nach Aufklärung. Die Kinder wurden darüber informiert, dass sie in jeder Phase aus der Studie aussteigen und es ablehnen konnten, über Themen zu sprechen, bei denen sie sich unwohl fühlten. Bei der Datenerhebung wurde ein kindzentrierter Ansatz verfolgt, einschließlich des Grundsatzes des Rechts von Kindern auf Beteiligung, Handlungsfähigkeit und Schutz (Eriksson and Näsman, 2012). Die Fachleute passten die Interviews an Alter und Entwicklungsstand des Kindes an. Das Risiko möglicher schädlicher Folgen der Teilnahme wurde kritisch abgewogen. Die Fachleute achteten während der Interviews sorgfältig auf die Reaktionen der Kinder und boten ihnen nach jedem Interview die Gelegenheit, über die Gefühle zu sprechen, die das Interview möglicherweise ausgelöst hatte.
Bei der Analyse wählten wir ein theoriegeleitetes Vorgehen (Layder, 1998), in dem der CA als flexibler analytischer Rahmen diente. Wir begannen die Analyse damit, die Daten unter den Gesichtspunkten der Verwirklichungschancen, der Funktionsweisen, der Umwandlungsfaktoren und der Art, wie die Kinder ihre Handlungsfähigkeit ausübten, zu lesen und zu codieren (Robeyns, 2005; Nussbaum, 2011). Nach der Codierung gingen wir die im theoriegeleiteten Ansatz enthaltenen Begriffe systematisch durch. Zunächst achteten wir auf die Hoffnungen der Kinder, ihre gewünschten Verwirklichungschancen und tatsächlichen Funktionsweisen und konzeptualisierten drei Dimensionen von Kontinuitäten und Brüchen, die das Stalking im Leben der Kinder verursachte. Die Dimensionen – existenziell, sozial und physisch-räumlich – beschreiben Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Erfahrungen der Kinder. Zweitens identifizierten wir auf Grundlage der Gruppen von Umwandlungsfaktoren nach Sen (2005, 2009) und Robeyns (2005) individuelle, relationale, institutionelle sowie sozialstrukturelle und kulturelle Faktoren, die die Verwirklichungschancen der Kinder beeinflussten. Im Folgenden beschreiben wir unsere Ergebnisse anhand anonymisierter Auszüge aus den Erzählungen der Kinder mit Pseudonymen.
Die Daten zeigen, dass die Hoffnungen der Kinder die Grundlage der gewünschten Verwirklichungschancen bilden, während ihre tatsächlichen Funktionsweisen durch das Stalkingverhalten des Vaters eingeschränkt werden, was ihre Möglichkeit begrenzt, diese Verwirklichungschancen zu realisieren (Sen, 2005; Nussbaum, 2011). Gewünschte Verwirklichungschancen und tatsächliche Funktionsweisen sind als Dimensionen von Kontinuität und Brüchen im Leben der Kinder miteinander verflochten und zeigen sich auf existenzieller, sozialer und physisch-räumlicher Ebene (Tabelle 1).
Tabelle 1 — Dimensionen von Kontinuität und Brüchen im Leben der Kinder
Hoffnungen und gewünschte Verwirklichungschancen der Kinder
Tatsächliche Funktionsweisen
Diese Tabelle zeigt drei Dimensionen von Kontinuität und Brüchen im Leben der Kinder in Bezug auf ihre Hoffnungen und gewünschten Verwirklichungschancen sowie ihre tatsächlichen Funktionsweisen. Die Dimensionen sind: existenziell, sozial sowie physisch und räumlich.
Die Möglichkeiten der Kinder zu „existenzieller Kontinuität“ beruhten auf ihrem Wunsch, eine „normale“ Familie zu haben und sich zu Hause, in der Gemeinschaft und in der Schule bzw. im Kindergarten sicher zu fühlen.
Interviewende Person 1: Also … gibt es noch etwas … was für Wünsche habt ihr? In der Nähe der Schule und vom Freundeskreis. Was noch? Was fällt dir ein, Jesse, was würdest du dir wünschen? (…)
Jesse: Dass Papa nicht weiß, wo wir sind, und so was.
Interviewende Person 1: Ja …
Joonas: Und dass das Leben wieder so normal wird, wie es früher war.
Interviewende Person 1: Ja. Wie wäre es denn, wenn es ein normales Leben wäre?
Jesse: Dass Papa nicht mehr … irgendwas macht.
Interviewende Person 2: Wenn es ein normales Leben wäre, würdest du deinen Papa dann treffen?
Joonas: Ab und zu.
Sich sicher zu fühlen bedeutet, dass die verschiedenen Lebensbereiche frei von Belästigung sind. Die Erzählungen der Kinder waren jedoch von Angst und Furcht durchzogen, die das Stalking des Vaters auslöste. Die Kinder berichteten, dass sie sich zu Hause wie an öffentlichen Orten unsicher fühlten, Angst hatten, wenn sie den Vater trafen, und versuchten, sich auf sein unberechenbares Verhalten einzustellen, wie in einem Geschwisterinterview beschrieben:
Maija: Wir konnten nicht mehr zu Hause sein. (…) Und dann kam es am Ende so weit, dass, als wir bei Papas Eltern waren … er herausgefunden hat, dass wir dort waren. Also war es dort auch nicht sicher, und dann war der einzige Ort, wo wir zu dem Zeitpunkt hinkonnten, die Schutzunterkunft. Aber dort [in der Schutzunterkunft] war es auch nicht sicher, also (…)
Milla: (…) es gab den Verdacht, dass Papa irgendwie … über Insiderinformationen herausgefunden hatte, dass wir überhaupt dort in der Schutzunterkunft sind.
Im Hinblick auf existenzielle Brüche schilderten die Kinder Erfahrungen von Ungerechtigkeit und des Andersseins im Vergleich zu anderen Kindern. Aurora fand es ungerecht, dass sie so oft in eine Schutzunterkunft hatten fliehen müssen. Viele Kinder hielten ihre Erfahrungen für unerklärlich und meinten, dass andere Kinder ohne ähnliche Erfahrungen sie nicht verstehen würden, wenn sie davon erzählten (Callaghan et al., 2017). Infolgedessen schwiegen manche Kinder:
Am Anfang war es für mich echt schwer, darüber zu reden, also hab ich mich vielleicht irgendwie, na ja, geschämt. Aber ich hatte immer Leute im Freundeskreis, die nichts davon wussten, und ich wollte es ihnen nicht erzählen. Aber dann gab es Bekannte der Familie, die davon wussten, und mit denen war es leichter zu reden. (Liisa)
Die zweite Dimension betrifft die Möglichkeiten der Kinder, „soziale Kontinuität“ in ihrem Leben zu haben. Bei den Hoffnungen nannten die Kinder Dinge wie gegenseitig bereichernde Beziehungen aufrechtzuerhalten, sich mit dem Freundeskreis zu treffen und selbst zu entscheiden, ob sie ihren Vater sehen oder nicht. Im Gegensatz zu sozialer Kontinuität machten sich die Kinder Sorgen um das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Mütter, Geschwister, Freundschaften und Haustiere. Ihre sozialen Beziehungen waren beeinträchtigt, weil sie die möglichen Risiken abwägen mussten, wenn sie ausgingen, draußen mit dem Freundeskreis zusammen waren oder jemanden bei sich übernachten ließen.
Man wollte nicht unbedingt, dass diese Leute aus dem Freundeskreis einen so oft besuchen. Und dann manchmal, selbst wenn er angerufen hatte, hatte ich ein bestimmtes Gefühl, oder ich hab mich irgendwie nirgendwo hingetraut. (Taina)
In manchen Fällen führte es zu Mobbing, wenn man die eigenen Erfahrungen jemandem aus der Schule anvertraute, weil Stalking für andere Kinder keinen Sinn ergab (auch Callaghan et al., 2017).
… Na ja, ich hatte dort nur eine Freundschaft, weil die anderen immer schlecht über mich geredet haben und so. (Piia)
Die Daten zeigen, dass die Kinder ihren Vater oft nur widerwillig trafen. Viele, besonders ältere Kinder, verstanden gut, wie die kontrollierende Dynamik des Vaters in den Familienbeziehungen wirkte. Einige gaben an, der Hauptgrund, warum sie ihren Vater nicht sehen wollten, sei die schlechte Qualität der Kind-Vater-Beziehung. Manche Kinder fühlten sich mit der Zeit sicherer, als der Vater sein Stalkingverhalten wegen neuer Interessen, etwa einer neuen Partnerschaft, verringerte. Sicherer fühlten sie sich auch, wenn sie keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater hatten, etwa in einem Fall, in dem der Vater verstorben war. Insgesamt gewannen die Kinder an Sicherheit, nachdem sie den Kontakt zum Vater eingeschränkt oder abgebrochen hatten:
Für mich war es eine Erleichterung, in dem Sinne, dass ich Grenzen setzen konnte. Und entscheiden konnte, dass ich keinen Kontakt zu ihm haben will, weil ich gesehen habe, wie er meine Geschwister, die Kontakt zu ihm haben, behandelt hat und immer noch behandelt. (Katja)
Die dritte Dimension der Verwirklichungschancen und Funktionsweisen der Kinder umfasst ihre Möglichkeiten zu „physischer und räumlicher Kontinuität“. Die Hoffnungen und gewünschten Verwirklichungschancen betrafen die Möglichkeit, sich frei zu bewegen und zu spielen und sich durch schulische Leistungen auf die Bildung einzulassen. Die Daten zeigen, dass diese Bestrebungen durch ständige Veränderungen im Alltag, wiederholte Umzüge sowie Einschränkungen ihres Raums und ihrer Bewegungsfreiheit draußen unterbrochen wurden. Die physischen und räumlichen Brüche verschärften die sozialen, etwa wenn Kinder durch den Umzug in eine neue Stadt und den Wechsel an eine neue Schule ihre Freundschaften verloren. Im Folgenden spricht Aurora über ihren Wunsch nach einem sicheren Umzug und einem stabilen Leben:
Interviewende Person: Was würdest du dir wünschen, wie es jetzt weitergeht?
Aurora: Na ja, dass der Umzug [an einen neuen Ort] gut klappt und, in dem Sinne, dass man nicht in eine Schutzunterkunft muss. Dass das Leben einigermaßen gut weitergeht. (…) Dass Papa uns nicht mehr findet und … (…) Und dass wir trotzdem unseren Freundeskreis sehen.
Die Erzählungen zeigen, dass die zersetzende Wirkung der physischen und räumlichen Brüche auf die Verwirklichungschancen der Kinder für Wohlergehen und Handlungsfähigkeit ihre soziale und schulische Entwicklung beeinträchtigte. Matti, dessen Vater ins Ausland geflohen war, sagte, er fühle sich besser und sicherer, brauche aber noch die Unterstützung seiner Mutter, um sich fortzubewegen. Taina schilderte negative Auswirkungen des Kontakts zu ihrem Vater auf ihren Schulbesuch:
Oft, besonders [nach Treffen mit dem Vater] … wenn am nächsten Tag Schule war, dann (…) war es schwer, sich zu konzentrieren, weil man irgendwie … oder manchmal fragt man sich, ob man was Falsches gesagt hat und ob er wütend geworden ist, oder jedenfalls hat man dieses miese Gefühl, nachdem man gezwungen war, ihn zu sehen. (Taina)
Insgesamt zeigen die Daten, dass die Kinder gewöhnliche Hoffnungen haben, das Stalkingverhalten ihres Vaters aber, indem es existenzielle, soziale, physische und räumliche Brüche verursachte, nachteilige Wirkungen auf sie hatte. Die Daten machen auch die Komplexität und Widersprüchlichkeit der gewünschten Verwirklichungschancen der Kinder sichtbar. So wünschen sie sich etwa, wie andere zu sein und eine Beziehung zu ihrem Vater zu haben, wollen sich aber auch sicher fühlen.
Die Daten enthalten Beschreibungen der Kinder von positiven und negativen Umwandlungsfaktoren (Robeyns, 2005), die ihre Verwirklichungschancen nicht nur auf individueller und relationaler Ebene, sondern auch auf institutioneller, sozialstruktureller und kultureller Ebene beeinflussten. Die Umwandlungsfaktoren sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2 — Positive und negative Aspekte der Umwandlungsfaktoren
Diese Tabelle veranschaulicht die positiven und negativen Aspekte der Umwandlungsfaktoren, die die Verwirklichungschancen der Kinder beeinflussten. Die Umwandlungsfaktoren sind: individuell, relational, institutionell sowie sozialstrukturell und kulturell.
Die Daten zeigen, dass Umwandlungsfaktoren auf individueller Ebene Erinnerungen, Emotionen und Handlungen umfassen, die die Fähigkeit der Kinder beeinflussen, mit Angst umzugehen und ihre Handlungsfähigkeit einzusetzen, um Wege zu entwickeln, in Sicherheit zu bleiben und in den schwersten Fällen am Leben zu bleiben. Sich emotional von schädlichen Erfahrungen und Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Vater zu distanzieren, stärkte die Handlungsfähigkeit der Kinder (siehe auch Morris et al., 2015). Das Potenzial der Kinder, ihre Verwirklichungschancen zu realisieren, hing mit der Bereitschaft des Vaters zusammen, sein schädliches Verhalten zu ändern. So begann Maria etwa, ihren Vater wieder zu besuchen, nachdem er eine Suchtbehandlung durchlaufen hatte. Zudem wirkten positive Erinnerungen und die Fähigkeit, mit Stalking-Erfahrungen umzugehen, als Umwandlungsfaktor, der die Verwirklichungschancen des Kindes beeinflusste.
Viele Kinder beschrieben Hobbys und Lernen als ihre Bewältigungsmechanismen, die wir als positive Faktoren für ihre Handlungsfähigkeit betrachten. Die Kinder beschrieben auch verschiedene Sicherheitsroutinen, die sie befolgen, um ein Gefühl der Kontrolle über ihre Umgebung zu haben, etwa mit einem Hund nach draußen zu gehen. Manche Kinder nahmen bewusst unterschiedliche Positionen in sozialen Beziehungen ein, um ihr Wohlergehen zu sichern. So begannen ältere Kinder in der Familie beispielsweise, Verantwortung für die Sicherheit ihrer Mutter und Geschwister zu übernehmen. Manche Kinder waren bei der Wahl ihrer Beziehungen kritisch und gingen nur solche ein, die ihr eigenes Wohlergehen förderten:
Aber dann, bei Freundschaften wirkt es sich am meisten aus, dasselbe. Man ist ziemlich kritisch, und es ist echt … na ja, im Prinzip ist es schwer, Freundschaften zu schließen, weil es eben diese harte Kritik gibt. Oder ein genaues Muster, das man akzeptiert, in dem Sinne. (Tiina)
Unsere Analyse zeigte auch, dass „relationale Umwandlungsfaktoren“ mit den individuellen Faktoren verflochten waren, die die Handlungsfähigkeit und das Wohlergehen der Kinder beeinflussten. Was positive Umwandlungsfaktoren betrifft, stellten viele Kinder fest, dass ihr Wohlergehen neben der räumlichen Distanz zum Vater stark von den Beziehungen zu Mutter und Geschwistern, Verwandten mütterlicherseits, Sporttrainerinnen und -trainern und ausgewählten Freundschaften abhing. Besonders die Mutter-Kind-Beziehung war wichtig, sowohl im Hinblick auf körperliche als auch auf emotionale Nähe:
Im Allgemeinen haben wir ziemlich viel mit Mama geredet. Schon bevor sie sich getrennt haben, haben wir ziemlich viel über die Situation unserer Familie gesprochen, und wir haben nicht versucht, es zu verstecken. Oder so zu tun, als wäre alles normal und alles in Ordnung. Stattdessen hat Mama immer betont, dass so etwas eigentlich nicht passieren sollte. (Katja)
Obwohl Mutter, Geschwister und Verwandte oft eine unterstützende Rolle spielten, traten negative Wirkungen auf, wenn sie die Kinder überredeten, gegen ihren Willen Kontakt zum Vater zu halten, oder wenn der Mutter die Schuld am Zerbrechen der Familie gegeben wurde:
Und immer wenn wir uns irgendwo getroffen haben, so zufällig auf dem Hof, hat Oma [väterlicherseits] immer gesagt, es wäre schön, wenn ihr uns besuchen würdet und so. Aber dann, wenn wir hingegangen sind, hat sie gesagt, vielleicht nicht zu uns, aber zu Mama, dass es [die Trennung] Mamas Schuld ist, und deshalb wollte ich selbst auch nicht [hin], weil man wusste, dass das nicht stimmt. (Liisa)
Die Daten zeigen auch, dass „institutionelle Umwandlungsfaktoren“ die Handlungsfähigkeit und das Wohlergehen der Kinder beeinflussen. Die Erzählungen der Kinder zu institutionellen Faktoren variierten je nach Alter. Jüngere Kinder konnten über Fachkräfte nur begrenzt berichten, und manche konnten die Rollen der Fachkräfte, die der Familie halfen, nicht auseinanderhalten, während ältere Kinder in der Lage waren, die Dienste und das Handeln der Fachkräfte zu bewerten. Alle Kinder erlebten ihre Beziehungen zu Fachkräften jedoch als positiv, wenn die Interaktion wirksam war und sie das Gefühl hatten, dass ihre Wünsche und Gefühle gehört wurden und darauf eingegangen wurde. Die Kinder schätzten therapeutische Gespräche mit Fachkräften und mit anderen Kindern, die ebenfalls Stalking erlebt hatten. Älteren Kindern war es wichtig, sagen zu können, ob sie beim Vater oder bei der Mutter leben wollen:
Interviewende Person: Erinnerst du dich, dass du gesagt hast, bei wem du leben willst?
Minttu: Bei Mama.
Interviewende Person: Was meinst du, wurde dir zugehört?
Minttu: Na ja, im Prinzip konnte man die Entscheidung treffen. Oder zumindest die eigene Meinung dazu sagen; ich finde, es war echt wichtig, dass sie uns nach unserer Meinung zu Dingen fragen.
Als weitere positive institutionelle Faktoren identifizierten wir begleitete und ausgesetzte Kontakte zum Vater sowie Vorrichtungen, die die Verwirklichungschancen der Kinder erhöhten, sich tatsächlich sicher zu fühlen. Jüngere Kinder hoben konkrete, physische Vorrichtungen hervor, etwa Schlösser und Alarmanlagen. Sichere Räumlichkeiten ermöglichten es den Kindern, räumliche Distanz zum Vater zu halten:
Na ja, so, hier [in der Schutzunterkunft] ist es ein bisschen sicherer, und Papa weiß wahrscheinlich nicht, dass wir so weit weg sind. Er weiß nicht, dass wir hier [in dieser Stadt bzw. Gemeinde] sind. Jetzt kommt er uns nicht hinterher. So wie in [der vorherigen Schutzunterkunft]. (Aurora)
Bei den negativen institutionellen Faktoren nannten ältere Kinder kurzfristige professionelle Hilfe, die endet, wenn das Stalking vorbei zu sein scheint, und keine konkrete Hilfe bietet. So verwiesen einige Kinder auf Kinderschutzbehörden, die auf administrativer Ebene tätig sind und Kindern in ihrer Lebenssituation nicht wirklich helfen:
Interviewende Person: Gab es Menschen, die von außen geholfen haben, so wie hier in der Schutzunterkunft natürlich und die Arbeit, die hier gemacht wird? (…)
Milla: Na ja, irgendwann gab es den Kinderschutz.
Maija: Stimmt.
Milla: Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir so eine … so eine Art Unterstützungsperson hatten, in keiner Weise. Ich meine, vielleicht nur offiziell, haben sich um Angelegenheiten gekümmert. Aber ich selbst habe nicht das Gefühl, dass es irgendeine konkrete Hilfe gab, die uns etwas gebracht hätte. Haben nur diese Sitzungen möglich gemacht und so. Also in dem Sinne schon, aber nichts irgendwie … Sichtbares. Und vor allem, weil es auf ihrer Seite immer Pannen und Unterbrechungen in der Kommunikation gab.
Unabhängig vom Alter standen die Kinder fachlichen Praktiken kritisch gegenüber, die die Schwere ihrer Situation nicht anerkannten. Selbst jüngere Kinder nahmen den Widerspruch zwischen einer Haftstrafe oder einem Kontakt- und Annäherungsverbot gegen den Vater und seiner fortdauernden Präsenz in ihrem Leben wahr (siehe Humphreys et al., 2019; Katz et al., 2020). In dieser Studie sprachen zwei Geschwister über Probleme im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Sorgerecht ihrer Eltern und der Weitergabe von Informationen über die Kinder durch Fachkräfte. Im Fall dieser Geschwister ließen Fachkräfte des Kinderschutzes den Vater, absichtlich oder unabsichtlich, die neue Adresse der Mutter und der Kinder wissen (auch Callaghan et al., 2017).
Ich glaube, das war, als wir dorthin gezogen sind … In diesem [Ort], als wir in unsere Wohnung [gezogen] sind, hat es nicht lange gedauert [ohne Kontakt zum Vater], aber dann hat wahrscheinlich der Kinderschutz unsere neue Adresse durchsickern lassen. (…) Er hat natürlich viel damit argumentiert … bevor Mama das alleinige Sorgerecht bekam, dass er ein Recht darauf hat zu wissen, wo wir wohnen, oder wo wir Kinder wohnen. Aber Mama wohnt ja am selben Ort wie wir, also … (Milla)
Den Daten zufolge beeinflussen auch „sozialstrukturelle und kulturelle Umwandlungsfaktoren“ das Wohlergehen und die Handlungsfähigkeit der Kinder. Der finnische rechtliche, organisatorische und kulturelle Kontext spielte eine entscheidende Rolle dafür, wie die Handlungsfähigkeit der Kinder anerkannt wurde und welche fachlichen Maßnahmen ergriffen wurden, um den Folgen des Stalkings zu begegnen. Sozialstrukturelle und kulturelle Faktoren wurden vor allem in den Möglichkeiten der Kinder sichtbar, ihre Familienbeziehungen selbst zu bestimmen. Die Daten zeigen, dass besonders jüngere Kinder typischerweise in einer untergeordneten Position gegenüber ihren Eltern waren und wenig Kontrolle darüber hatten, auf welche Weise sie Kontakt zu ihrem Vater haben:
Na ja, manchmal [haben wir bei Papa übernachtet] oder sind zum Essen zu Papa gegangen oder so, aber wenn wir eigentlich nicht hinwollten, dann ist er, ist er wütend oder beleidigt geworden, wenn wir uns nicht getraut haben, es ihm zu sagen. Dann haben wir Mama gebeten, es ihm zu sagen, aber er hat ihr nicht geglaubt und dachte, sie hätte es sich ausgedacht. (Taina)
Ältere Kinder hatten mehr Möglichkeiten, auf Angelegenheiten Einfluss zu nehmen, die sie selbst betreffen (siehe auch Dixon and Nussbaum, 2012). Obwohl Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Sichtweise eines Kindes ermitteln müssen, zeigen die Daten, dass Kinder unter Umständen selbst um ihr Recht wissen müssen, gehört zu werden. So war beispielsweise das in der Schule erworbene Wissen der Kinder über ihre Rechte als Bürgerinnen und Bürger ein wichtiger Faktor, der sie bei Entscheidungen unterstützte, die sie selbst betreffen:
Minna: Dann hat man ja ziemlich viele Rechte.
Interviewende Person: Ja, das stimmt. Woher weißt du, dass ein 12-jähriges …?
Minna: Aus dem Sozialkundebuch [in der Schule].
Interviewende Person: Du hast also in der Schule, in Sozialkunde, gelernt, dass man mit 12 Jahren entscheiden kann, ob man [den Vater treffen] geht, und das hast du der beratenden Fachkraft beim Treffen gesagt?
Minna: Mhm. Ja, uns wird beigebracht, dass die Rechte, dass man mehr Rechte hat, wenn man 12 wird.
Einige Schlüsselfaktoren, die die Fähigkeit der Kinder beeinflussten, ihre Handlungsfähigkeit auszuüben, und in manchen Fällen ihr Wohlergehen gefährdeten, hingen mit kulturellen und sozialen Erwartungen an Familie und mit der Ideologie des Familienerhalts im finnischen Kinder- und Jugendhilfesystem zusammen (Pösö et al., 2014). Einige Kinder betrachteten das kulturelle Familienverständnis als bedeutsamen Faktor für ihr Wohlergehen und ihre Möglichkeiten, ihre Handlungsfähigkeit auszuüben:
Ich finde irgendwie, dass sie nicht unbedingt den Zusammenhalt der Familie unterstützen sollten, sondern das Wohlergehen der Kinder. Sie [die Fachkräfte] … das Zuhause ist nicht immer der beste Ort. Vielleicht geht es auch darum, dass Kinder ihre Eltern schützen wollen. (…) Oder ein Kind fühlt sich vielleicht schuldig, wenn es gegen seinen Elternteil spricht oder anderen erzählt, was [der Elternteil] getan hat, und [das Kind] sagt am Ende, dass es nicht von [dem Elternteil] getrennt werden will. (Katja)
Insgesamt zeigte die Analyse der Umwandlungsfaktoren, dass die Faktoren widersprüchlich sein und das Leben der Kinder verkomplizieren können. Auch wenn die Umwandlungsfaktoren verschiedene positive Aspekte enthalten, die Kinder und ihre Resilienz schützen, wenn sie das Stalking des Vaters erleben, können widersprüchliche Aspekte der Faktoren auch eine Kette negativer Wirkungen im Leben der Kinder bilden (Wolff and De-Shalit, 2007), der sie widerstehen und die sie abmildern müssen.
Unsere Untersuchung der Erfahrungen der Kinder hat gezeigt, dass elterliches Stalking Hoffnungen und gewünschte Verwirklichungschancen untergräbt, die für das Wohlergehen der Kinder und die Verwirklichung ihrer Rechte grundlegend sind. Die Auswirkungen und Schäden, die Stalking Kindern zufügt, etwa Angst, Schmerz, Verlust, gemischte Gefühle und der Wunsch nach einem normalen Leben, ähneln sehr den Schäden, die Kinder bei anderen Formen häuslicher Gewalt und Misshandlung erleben (z. B. Morris et al., 2015; Arai et al., 2021). Diese Studie hebt jedoch die vielfältigen Erscheinungsformen des Stalkings nach der elterlichen Trennung hervor sowie die daraus folgenden Arten von Schäden, die über Gewalt hinausgehen und sich auf verschiedene Lebensbereiche der Kinder erstrecken. Hilfe und Schutz für diese Kinder sollten daher auf einem mehrdimensionalen Rahmen beruhen (siehe Logan and Walker, 2017). Die Ergebnisse legen nahe, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Verwirklichungschancen von Kindern unter elterlichem Stalking durch Interventionen unterstützen können, die inneren und äußeren Schutz bieten (Abbildung 1).

Unsere Ergebnisse unterstreichen die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung der Verwirklichungschancen von Kindern durch inneren Schutz, damit Kinder existenzielle Kontinuität erreichen können. Innerer Schutz bedeutet, für Kinder Sicherheit in der Ungewissheit und Angst zu schaffen, die das Stalking des Vaters verursacht. Im Vergleich zu vielen anderen Formen häuslicher Gewalt und Misshandlung tritt dieser Aspekt beim Stalking besonders hervor. Das Stalkingverhalten des Vaters kann weitergehen, selbst wenn Mutter und Kinder umziehen, der Vater zu einer Haftstrafe verurteilt wird oder ins Ausland geflohen ist. Der Vater kann nach einer langen Phase der Stille angreifen und Mittelspersonen einsetzen, um die Opfer aufzuspüren (Logan and Walker, 2017; Nikupeteri et al., 2021). Dies erfordert, dass Fachkräfte ein situiertes Verständnis der gelebten Erfahrungen des Kindes gewinnen, das sich in einer Beziehung entwickelt, in der Kinder als Individuen gesehen werden und spüren können, dass ihnen zugehört wird und sie wertgeschätzt werden (auch Arai et al., 2021; Tisdall et al., 2021). Der Dialog zwischen Kind und Fachkraft würde Fragen umfassen wie: „Was sind deine Hoffnungen und Wünsche?“ (Verwirklichungschancen); „Wie ist dein Leben jetzt?“ (Funktionsweisen) und „Wie unterscheidet sich das von dem, was du vom Leben erwartest?“ (gewünschte Verwirklichungschancen). Gehört zu werden spielt eine wichtige Rolle dabei, Kindern zu helfen, ein Gefühl von Sicherheit zu entwickeln, Bewältigungsfähigkeiten zu üben und Beziehungen zu sicheren Erwachsenen aufzubauen (auch Morris et al., 2015; Arai et al., 2021).
Die Ergebnisse zeigen die Komplexität individueller Situationen und dass die Wünsche von Kindern widersprüchlich sein können. So äußerten die Kinder beispielsweise widerstreitende Gefühle gegenüber ihrem Vater, etwa Abscheu und Angst, aber auch Nähe zu ihm und den Wunsch nach einem gemeinsamen Zuhause. Ebenso erzeugte der Umzug in eine neue Stadt ein Gefühl der Erleichterung und Sicherheit, brachte aber auch Unvorhersehbarkeit mit sich, die den Wunsch nach Sicherheit und Kontinuität durchkreuzte und Gefühle von Einsamkeit und Scham hervorrief. Darüber hinaus waren einige positive und negative Umwandlungsfaktoren miteinander verflochten, was Widersprüche bei Entscheidungen über die Herstellung von Sicherheit erzeugte. Die Widersprüche zeigten sich etwa bei Entscheidungen darüber, ob die Kinder ihren Vater sehen wollten oder nicht. Es ist wichtig, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit mit diesen Komplexitäten umgehen, indem sie psychosoziale Unterstützung anbieten, damit Kinder zu kundigen handelnden Personen werden können, die ihre Erfahrungen verstehen und durchdenken (auch Burchardt and Vizard, 2009; Morris et al., 2015; Arai et al., 2021). Eine am CA orientierte fachliche Praxis sollte Macht „mit“ statt Macht „über“ ausüben, um bei den Funktionsweisen einen positiven Unterschied zu bewirken und persönliche Identitäten, die Kinder mit gutem Grund wertschätzen, nicht zu beschädigen (Entwistle and Watt, 2013).
Darüber hinaus heben unsere Ergebnisse die Rolle der Sozialen Arbeit und anderer Fachkräfte bei der Schaffung sicherer äußerer Bedingungen für Kinder hervor (Nussbaum, 2011). Entscheidend sind die Beziehungen der Kinder zu ihren Müttern und insbesondere zu ihren Vätern, was auch in anderen Studien zu häuslicher Gewalt ein zentrales Thema ist (z. B. Holt, 2015; Morris et al., 2015). Im Hinblick auf soziale Kontinuität hängt der Schutz eines Kindes in hohem Maße davon ab, die Beziehungen aufrechtzuerhalten, die das Kind als bereichernd empfindet. So erleben viele Kinder ihre Mutter als wichtige Unterstützung (auch Katz, 2015; Morris et al., 2015). Um sichere Bedingungen zu schaffen, müssen Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Aussagen von Kindern über ihren Vater ernst nehmen (Arai et al., 2021; Tisdall et al., 2021) und, falls nötig, einige elterliche Rechte einschränken, um die Verwirklichungschancen und Rechte der Kinder zu schützen (Dixon and Nussbaum, 2012; Holt, 2015). Das ist wichtig, da Umgangskontakte eines Kindes mit dem Risiko schwerer Gewalt verbunden sein können (Bendlin and Sheridan, 2021). Fachkräfte der Sozialen Arbeit sollten die gesamte Bandbreite verfügbarer Umgangsoptionen zwischen Kind und Vater nutzen, von begleiteten Übergaben und Besuchen bis zur Aussetzung des Umgangs des Vaters mit dem Kind, und Wege finden, sicherzustellen, dass der Stalker ein „hinreichend guter“ Vater ist (Holt, 2015). Wie Holt (2015) vorschlägt, sollten gewalttätige Väter im Kontext von Vater-Kind-Kontakten nach der Trennung als „Risiko“ betrachtet werden, und sie müssen für ihr missbräuchliches Verhalten zur Verantwortung gezogen werden, bevor die Möglichkeit eines sicheren Umgangs erwogen werden kann.
Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des äußeren Schutzes der physischen und räumlichen Aspekte des Alltags von Kindern. Äußere Sicherheitsmaßnahmen, etwa die Bereitstellung von Sicherheitssystemen und die Umsiedlung des Kindes und der misshandelten Mutter, spielen bei der stalkingbezogenen Sicherheitsplanung eine entscheidende Rolle. Der Schutz des Kindes verlangt von Fachkräften der Sozialen Arbeit eine starke Handlungsfähigkeit, um das missbräuchliche Verhalten des Vaters im Namen des Kindes anzugehen, die Straftaten des Vaters anzuzeigen und dabei zu helfen, gerichtliche Schutzmaßnahmen wie Kontakt- und Annäherungsverbote gegen den Vater durchzusetzen. Fachkräfte der Sozialen Arbeit müssen die institutionellen und kulturellen Vorstellungen von Familie und Elternschaft kritisch reflektieren, die den Prozess fördern oder behindern können, Kindern zu helfen, ihre Verwirklichungschancen zu nutzen. Dazu gehört, bei der Beurteilung der Elternschaft des Vaters nach der Trennung die Dynamiken zwingender und kontrollierender Verhaltensweisen zu erkennen, wobei missbräuchliches Verhalten gegenüber Kindern hinter der Maske einer „fürsorglichen“ Vaterschaft verborgen sein kann (Katz et al., 2020). Zudem ist es wichtig, sich der möglichen Strategie des Täters bewusst zu sein, Fachkräfte in eine weitere Viktimisierung einzubinden (Løkkegaard et al., 2019; Bracewell et al., 2022). Kindern zu helfen erfordert, dass Fachkräfte über Wissen zu Stalking als spezifischer Form häuslicher Gewalt und Misshandlung verfügen. Sie müssen außerdem feststellen können, ob der Hilfebedarf eines Kindes auf das Stalkingverhalten des Vaters zurückgeht.
Inneren und äußeren Schutz zu schaffen erfordert eine Risikoeinschätzung in Zusammenarbeit zwischen Sozialer Arbeit, Strafverfolgungsbehörden und Fachkräften des Gesundheitswesens (auch Løkkegaard et al., 2019). In dieser Zusammenarbeit kommt der Sozialen Arbeit eine wichtige Rolle zu: die Dienste mit einer kindzentrierten Ausrichtung zu koordinieren (vgl. Pösö et al., 2014) und sich für die Beteiligung der Kinder an Entscheidungen in Kindschaftsangelegenheiten einzusetzen. Stalking als Verhaltensmuster, das sich im Laufe der Zeit verschärfen oder abschwächen kann (Logan and Walker, 2017), unterstreicht die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs der Fachkräfte mit Kindern, um ihr Wohl zu gewährleisten, ihr Wohlergehen zu sichern und den Bedarf an Schutzmaßnahmen zutreffend einzuschätzen. Mit Kindern über die Faktoren zu sprechen, die Sicherheit behindern oder fördern, hilft Fachkräften, Sicherheitspläne zu entwickeln, die es Kindern ermöglichen, unter anderem im Umgang mit ihren Gefühlen und ihren physischen und sozialen Lebensumständen mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben (siehe Morris et al., 2015; Logan and Walker, 2017; Nikupeteri and Laitinen, 2021; Bracewell et al., 2022). In dieser Studie waren Zusammenhänge zwischen Wahlfreiheit, Kontrolle und Wohlergehen in den Erzählungen der älteren Kinder deutlich erkennbar. Folglich ist es auch wichtig, dass jüngere Kinder an Entscheidungen über ihr eigenes Leben mitwirken können (Dixon and Nussbaum, 2012).
Die Studie weist einige Einschränkungen auf. Die methodischen betreffen die qualitative Methode und den relativ kleinen Datenbestand. Auch der spezifische Kontext der Studie kann als Einschränkung gelten: Die Studie wurde in Finnland durchgeführt, das als nordischer Wohlfahrtsstaat über ein umfassendes und fortschrittliches Wohlfahrtssystem verfügt, das allen Familien soziale und gesundheitliche Dienste bietet (Pösö et al., 2014). Das finnische System der sozialen Sicherheit unterstützt Kinder dabei, ihre gewünschten Verwirklichungschancen auf eine Weise zu realisieren, die in den meisten anderen Ländern nicht möglich ist. Für künftige Forschung wäre es wichtig, die Verwirklichungschancen von Kindern auf Grundlage umfassenderer, in unterschiedlichen Kontexten erhobener Daten zu untersuchen.
Unsere Studie hat gezeigt, wie der CA Fachkräften der Sozialen Arbeit helfen kann, die Erfahrungen von Kindern zu verstehen und ihre Rechte zu operationalisieren, wenn sie elterlichem Stalking ausgesetzt sind. Der CA als analytischer Rahmen ermöglichte es uns, ein differenziertes Verständnis der mehrdimensionalen und miteinander verknüpften Faktoren zu gewinnen, die die Handlungsfähigkeit und das Wohlergehen dieser Kinder beeinflussen. Um Kindern echte Möglichkeiten zu geben, ein Leben zu führen, das sie wertschätzen, müssen Fachkräfte der Sozialen Arbeit mit Kindern in einen Dialog über die Faktoren auf mehreren Ebenen treten, die ihre Verwirklichungschancen und ihr Wohlergehen beeinflussen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Verwirklichungschancen von Kindern unter elterlichem Stalking unterstützen können, indem sie inneren und äußeren Schutz bieten.
Complexe Systémique: Kernpunkte
Stalking nach der Trennung setzt die Zwangskontrolle mit anderen Mitteln fort, und das Kind wird oft zu ihrem Kanal: Nachrichtenübermittlung, Vorwand für Rechtsstreitigkeiten, Zielscheibe. Der Artikel hat zwei Verdienste für die systemische Praxis. Erstens zeigt er, dass Institutionen Teil des Stalking-Systems sind, ob sie es behindern (Schutzunterkünfte, Kontakt- und Annäherungsverbote, ausgesetzter Umgang) oder nähren (eine durchgesickerte Adresse, administrative Hilfe ohne Präsenz, die Ideologie des Familienerhalts). Zweitens verlagert er den Blick vom Defizit auf das, was dem Kind wichtig ist: eine „normale“ Familie, Freundschaften, das Recht, den Vater zu sehen oder nicht zu sehen. Die drei Fragen, die er vorschlägt (deine Hoffnungen, dein Leben jetzt, die Lücke dazwischen), lassen sich leicht in die Sitzungen übertragen. Bleibt die Aufgabe, Zuhören nicht mit Delegieren zu verwechseln: Ein Kind, das sich „entscheidet“, den Vater zu sehen, tut dies manchmal, um diesen Elternteil zu schützen. Grenzen: achtzehn finnische Berichte, erhoben von spezialisierten Teams, ohne die Stimmen der Mütter oder Väter. Zu lesen zusammen mit dem Artikel über die Angst von Kindern in Gruppen zu elterlichem Stalking und dem Artikel darüber, was Kinder, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, an der Sozialen Arbeit schätzen.
Anmerkungen des Originals
Danksagung. Wir danken allen Kindern, die an dieser Studie teilgenommen haben. Ebenso danken wir den Begutachtenden für ihre sorgfältige Lektüre und ihre aufschlussreichen Kommentare und Anregungen, die zur Verbesserung der Qualität dieses Manuskripts beigetragen haben.
Förderung. Diese Studie wurde von der Academy of Finland gefördert (Grant No. 308470).
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Inoffizielle Übersetzung von Using the Capability Approach in Social Work with Children Experiencing Post-Separation Parental Stalking von Anna Nikupeteri, Merja Laitinen, Anna Gupta und Enni Mikkonen, The British Journal of Social Work, Bd. 53, Nr. 2 (2023), doi: 10.1093/bjsw/bcac163, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz — das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet. Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.
Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels „Using the Capability Approach in Social Work with Children Experiencing Post-Separation Parental Stalking“, erschienen in The British Journal of Social Work (2023) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Text der Verfassenden wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie zu Beginn dieser Seite erläutert.
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Nikupeteri, A., Laitinen, M., Gupta, A., et Mikkonen, E. (2023). Using the Capability Approach in Social Work with Children Experiencing Post-Separation Parental Stalking. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/using-the-capability-approach-in-social-work-with-children-experiencing-post-separation (Originalwerk erschienen 2022 in The British Journal of Social Work, 53(2), 900-920 (2023); 2023 erneut veröffentlicht von The British Journal of Social Work, https://academic.oup.com/bjsw/article/53/2/900/6693662)
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