KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Child and Adolescent Mental Health · Familie

Eine Grounded Theory des Prozesses der sozialen Transition im familiären Kontext aus der Perspektive geschlechtsdiverser junger Menschen und ihrer Eltern

Namen, Pronomen, Kleidung ändern: Die soziale Transition eines geschlechtsdiversen jungen Menschen vollzieht sich nie allein, sondern betrifft die ganze Familie. Auf der Grundlage von Interviews mit vier jungen Menschen und fünf Elternteilen, die vom ehemaligen britischen Gender Identity Development Service (GIDS) betreut wurden, beschreibt das Team um Sophie Razzel diesen Übergang als Prozess familiärer Resilienz, der von der jungen Person angeführt und durch die Feindseligkeit von Verwandten, Schule und mitunter auch Diensten auf die Probe gestellt wird.

Verfassende Sophie Razzel und Trish Joscelyne (Salomons Institute for Applied Psychology, Tunbridge Wells, Vereinigtes Königreich); Simon Levinson (Great Ormond Street Hospital, London, Vereinigtes Königreich)Erstveröffentlichung Child and Adolescent Mental Health, 27. Februar 2026Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von A grounded theory of the process of social transition in a family context from the perspective of gender diverse young people and their parents von Sophie Razzel, Simon Levinson und Trish Joscelyne, erschienen in Child and Adolescent Mental Health (Wiley) (2026), doi: 10.1111/camh.70078, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für das Lesen im Netz neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Tabellen werden als Listen dargestellt; die Erklärungen am Ende des Artikels sind in den Anmerkungen zusammengefasst. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Die entwickelte Theorie erklärt die soziale Transition innerhalb der Familie als einen von der jungen Person angeführten Prozess familiärer Resilienz.

Sophie Razzel, Simon Levinson und Trish Joscelyne

Zusammenfassung

Hintergrund. Manche geschlechtsdiversen jungen Menschen (GDYP) vollziehen eine soziale Transition – einen Prozess, in dem sie mit sozialen Mitteln vom Leben in dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zum Leben in einem anderen Geschlecht übergehen. Obwohl auf die Rolle der gesamten Familie bei den sozialen Transitionen von GDYP hingewiesen wurde, fehlt es an anwendbarer Theorie und Forschung zu den Prozessen sozialer Transition in Familien im Vereinigten Königreich. Ziel der vorliegenden Studie war es, diese Lücke zu schließen, indem eine Grounded Theory der sozialen Transition junger Menschen im familiären Kontext entwickelt wurde.

Methoden. Wir führten halbstrukturierte Einzelinterviews mit neun Teilnehmenden aus vier Familien im Vereinigten Königreich (vier GDYP und fünf Elternteile). Alle Teilnehmenden wurden über den britischen Gender Identity Development Service (GIDS) rekrutiert. Die Daten wurden nach der Methodologie der Grounded Theory ausgewertet.

Ergebnisse. Die entwickelte Theorie legt nahe, dass die soziale Transition junger Menschen im familiären Kontext ein von der jungen Person angeführter Prozess familiärer Resilienz ist, durch den Familien darauf hinarbeiten, dass die junge Person mehr Akzeptanz und Zugehörigkeit erfährt. Der Prozess bestand aus mehreren adaptiven Teilprozessen und wurde von kontextuellen Faktoren beeinflusst. Indem sie die Herausforderungen der sozialen Transition und insbesondere nicht bestätigende Reaktionen bewältigten, wurden die Familien ressourcenreicher und förderten Verständnis und Toleranz in ihrem Umfeld.

Schlussfolgerung. Weitere Forschung ist nötig, insbesondere mit Familien unterschiedlicher ethnischer Herkunft, und um die Übertragbarkeit des Modells auf Familien ohne einen bestätigenden Elternteil zu prüfen. Die Implikationen werden vor dem Hintergrund jüngster Veränderungen im klinischen Versorgungsangebot im Vereinigten Königreich und der Entwicklung bildungspolitischer Leitlinien erörtert.

Kernbotschaft für die Praxis

Was ist bisher bekannt?

  • Viele geschlechtsdiverse junge Menschen vollziehen eine soziale Transition. Die bisherige Evidenz deutet darauf hin, dass dies wichtige Folgen für das Wohlbefinden haben kann und ein Prozess auf Familienebene ist. Bislang fehlte es an einschlägiger Theorie und Forschung, um zu erklären, wie Wohlbefinden, soziale Transition und Familie zusammenhängen und wie Prozesse sozialer Transition in Familien im Vereinigten Königreich verlaufen

Was wurde gezeigt?

  • Soziale Transition im familiären Kontext des Vereinigten Königreichs scheint ein Prozess familiärer Resilienz zu sein, durch den Familien darauf hinarbeiten, dass ihr junger Mensch mehr Akzeptanz und Zugehörigkeit erfährt. Die Exposition gegenüber Minderheitenstressoren aufgrund des Geschlechts und die damit verbundenen Herausforderungen erfordern von den Familien eine Anpassung durch einen Prozess der Entwicklung familiärer Resilienz

Welche Bedeutung hat dies für die klinische Praxis?

  • Fachkräfte in Klinik und Bildungswesen sollten die Auswirkungen geschlechtsbezogener Minderheitenstressoren berücksichtigen, wenn sie mit geschlechtsdiversen jungen Menschen und ihren Familien arbeiten. Diagnostik und Intervention sollten routinemäßig auf Familienebene angeboten werden. Weitere Forschung ist nötig, um zu verstehen, wie Prozesse sozialer Transition in Familien mit anderen Merkmalen verlaufen, und um zu untersuchen, wie sich Veränderungen in Versorgung und Politik voraussichtlich auf die soziale Transition und das damit verbundene Wohlbefinden auswirken werden

Einleitung

In den letzten Jahren ist die Zahl geschlechtsdiverser Kinder und Jugendlicher (GDYP), die sich an psychiatrische und psychotherapeutische Dienste im Vereinigten Königreich und an die Genderidentitätsdienste des National Health Service (NHS) wenden, deutlich gestiegen (Cass Review, 2024). Auch wenn die Anwendung eines diagnostischen Rahmens auf diese Gruppe als pathologisierend angesehen werden und zu viktimisierenden Narrativen beitragen kann, sind GDYP tatsächlich einem deutlich erhöhten Risiko für mehrere negative gesundheitliche Folgen ausgesetzt, darunter vermehrte Angst, Depression und Suizidalität (American Psychiatric Association, 2022; Horton, 2020; Olson-Kennedy et al., 2016).

Eine Anmerkung zur Sprache

GDYP ist der in dieser Studie verwendete Begriff für Kinder und Jugendliche (CYP), deren Geschlechtsidentität, -rolle und/oder -ausdruck von dem abweicht, was kulturell von ihnen erwartet wird. Dazu können trans und/oder nichtbinäre junge Menschen gehören, aber auch junge Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten (Mermaids, o. J.; American Psychiatric Association, 2015). Die Verfassenden möchten jedoch auf die erhebliche Komplexität bei der Wahl eines Begriffs zur Beschreibung dieser Gruppe hinweisen sowie auf die Bedeutung der Selbstbestimmung bei der Wahl der Sprache. Der Begriff cisgender wird für Personen verwendet, deren Geschlechtsidentität mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt (American Psychiatric Association, 2015).

Der britische Kontext

Der Cass Review war eine kürzlich durchgeführte unabhängige Überprüfung der Genderdienste für Kinder und Jugendliche, die von NHS England und NHS Improvement in Auftrag gegeben wurde (Cass Review, o. J.). Der Zwischenbericht führte zur Schließung des Gender Identity Development Service (GIDS) und zu einer Umstrukturierung der Versorgung (Stewart & Palmer, 2024). Dies hat, zusammen mit dem veröffentlichten Abschlussbericht, beträchtliche öffentliche Aufmerksamkeit erhalten – vor dem Hintergrund einer bereits bestehenden Kontroverse und öffentlichen Debatte über die Identitäten von GDYP, die zum Kontext der Zeit gehörte, in der diese Forschung durchgeführt wurde. Zudem hat das Bildungsministerium, teilweise gestützt auf den Cass-Zwischenbericht, kürzlich einen Entwurf nicht verbindlicher Leitlinien für Schulen und Colleges zur Unterstützung von Kindern, die ihr Geschlecht „hinterfragen“, veröffentlicht (Department for Education, 2023; Department for Education, Badenoch, & Keegan, 2023). Auch wenn dieser Entwurf nach unserer Datenerhebung veröffentlicht wurde, ist er für die Implikationen der Studie relevant, da er der sozialen Transition in Schulen offenbar Grenzen setzt und schulische Erfahrungen in den sozialen Transitionen der jungen Menschen dieser Studie eine herausragende Rolle spielten.

Soziale Transition und Familie

Im Vereinigten Königreich und international haben viele GDYP, die sich an Dienste wenden, eine soziale Transition vollzogen. Soziale Transition kann die Änderung von Namen, Pronomen, die Nutzung von Sanitäranlagen und Räumen sowie die Kleidung umfassen, schließt jedoch keine medizinische Transition ein, auch wenn diese Prozesse parallel verlaufen können (Hall et al., 2024; Cass Review, 2024). Es wurde vermutet, dass soziale Transition mit einer Verringerung der psychischen Belastung von GDYP einhergehen kann, und die Unterstützung sozialer Transition wurde als im Einklang mit geschlechtsbestätigender Versorgung verstanden (Ehrensaft, Giammattei, Storck, Tishelman, & Keo-Meier, 2018; Hall et al., 2024; Kuvalanka, Weiner, & Mahan, 2014). Die breitere Evidenz zu Zusammenhängen zwischen sozialer Transition und Wohlbefinden scheint jedoch eher uneinheitlich zu sein (Durwood, McLaughlin, & Olson, 2017; Morandini et al., 2023).

Frühere Forschung hat gezeigt, dass familiäre Reaktionen die Möglichkeit von GDYP, eine soziale Transition zu vollziehen, erheblich beeinflussen (Schimmel-Bristow et al., 2018), und dass familiäre Akzeptanz eine wichtige Rolle für die psychosoziale Anpassung von GDYP spielt (Pariseau et al., 2019). Diese zentrale Stellung der Familie unterstreichend, wurde vorgeschlagen, soziale Transition als Ereignis „auf Familienebene“ zu begreifen (Bull & D'Arrigo-Patrick, 2018). Die familiäre Erfahrung sozialer Transition zu verstehen, ist daher wichtig.

Frühere Forschung zur sozialen Transition wurde größtenteils in den Vereinigten Staaten und Kanada durchgeführt; die Studien heben Prozesse der Bedeutungsbildung und von der jungen Person geleitete Entscheidungsfindung hervor (z. B. Bull & D'Arrigo-Patrick, 2018; Olson et al., 2019). Angesichts des aktuellen britischen Kontexts dürften Studien aus anderen Ländern nur begrenzt übertragbar sein, und der Großteil der bisherigen Forschung hat die Stimmen von GDYP nicht einbezogen – eine erhebliche Einschränkung.

Trotz der vermuteten möglichen Rolle sozialer Transition für die psychische Gesundheit von GDYP und der zentralen Stellung der Familie fehlt es auch an einschlägiger Theorie, die die Prozesse erklärt, durch die beides miteinander verbunden ist. Bestehende systemische Theorien können einige Einsichten bieten. Die Theorie der familiären Resilienz konzeptualisiert familiäre Resilienz als die Fähigkeit der Familie, durch Anpassungsprozesse positiv auf Herausforderungen zu reagieren (Walsh, 2016). Catalpa und McGuire (2018) beschrieben, wie Cisnormativität, indem sie die Überzeugung aufrechterhält, dass Cis-Identitäten die Norm sind, die Existenz geschlechtsdiverser Menschen in Familien „nicht zulässt“. Diese Überzeugung deutet vielleicht darauf hin, dass die soziale Transition eines jungen Menschen eine Familie herausfordern und eine Anpassung erfordern kann, die sich mithilfe der Theorie der familiären Resilienz verstehen lässt.

GDYP sind zudem wahrscheinlich Erfahrungen ausgesetzt, die sich als geschlechtsbezogene Minderheitenstressoren verstehen lassen, darunter Viktimisierung durch Gleichaltrige, die mit vermehrten psychischen Schwierigkeiten und geringerer schulischer Zugehörigkeit verbunden ist (Hatchel, Valido, De Pedro, Huang, & Espelage, 2019; Hendricks & Testa, 2012; Hunter, Butler, & Cooper, 2021; Meyer, 2003). Es erscheint wahrscheinlich, dass geschlechtsbezogener Minderheitenstress auch die familiäre Resilienz auf die Probe stellt. Bemerkenswert ist, dass bestehende Modelle familiärer Resilienz nicht auf Forschung mit GDYP gegründet sind und dass bei weiterreichenden Schlussfolgerungen die Gefahr besteht, GDYP weiter zu pathologisieren (Horton, 2020; Toomey, 2021).

Um die genannten Lücken in Forschung und Theorie zu schließen, wollten wir eine Grounded Theory des Prozesses der sozialen Transition junger Menschen im familiären Kontext des Vereinigten Königreichs entwickeln. Vier Hauptfragen leiteten dieses Vorhaben:

  1. Wie wird die soziale Transition junger Menschen von der Familie verstanden und mit ihr ausgehandelt?
  2. Welche Veränderungen in der Familie als Ganzes sehen junge Menschen und Eltern bzw. Bezugspersonen während der sozialen Transition der jungen Person, und wie verstehen sie diese heute?
  3. Was wird im familiären Kontext als förderlich oder hinderlich für die soziale Transition eines jungen Menschen angesehen?
  4. Welcher Einfluss wird ethnischen Identitäten, Kultur, sozialer Schicht und Gemeinschaft darauf zugeschrieben, wie die Familie die soziale Transition ihres jungen Menschen versteht und aushandelt?

Methoden

Design

Gewählt wurden ein qualitatives Grounded-Theory-Design und die Methodologie von Corbin und Strauss (2015), da dieser induktive Ansatz es ermöglichte, die Stimmen der GDYP ins Zentrum der entstehenden Theorie zu stellen, und mit den kritisch-realistischen Positionen des Forschungsteams vereinbar ist. Die Betonung, die der kritische Realismus darauf legt, oft marginalisierten Menschen eine Stimme zu geben, wurde angesichts der minorisierten Identitäten von GDYP zudem als besonders angemessen erachtet (Bhaskar, 2008; Hunter et al., 2021; Looker, Vickers, & Kington, 2021).

Ethik

Die Genehmigung der HRA/Health and Care Research Wales wurde erteilt (REC-Referenz: 21/LO/0854). Von allen Teilnehmenden ab 16 Jahren wurde eine informierte Einwilligung eingeholt; bei Teilnehmenden unter 16 Jahren wurde ihre Zustimmung zusammen mit der Einwilligung der Eltern eingeholt. Die ethischen Leitlinien von Vincent (2018) für die Forschung mit trans Personen wurden durchgehend berücksichtigt, einschließlich eines sorgfältigen Umgangs mit Sprache, der Wahrung von Transparenz und der Sicherstellung, dass die forschende Person die trans Geschichte und vernachlässigte Diskurse kennt. Diese Sorgfalt ist wichtig, da trans Bevölkerungsgruppen in der Vergangenheit einigen fehlerhaften Forschungspraktiken ausgesetzt waren (Vincent, 2018).

Teilnehmende

Um Zugang zu dieser sehr spezifischen Gruppe zu erhalten, wurden alle Teilnehmenden über den (inzwischen ehemaligen) GIDS rekrutiert. Um die Einschlusskriterien der Studie zu erfüllen, mussten die jungen Menschen zum Zeitpunkt der Teilnahme zwischen 11 und 18 Jahre alt sein. Neun Teilnehmende aus vier Familien nahmen teil: vier GDYP im Alter von 12–17 Jahren (Mittelwert = 15.5 Jahre) und fünf Elternteile im Alter von 36–58 Jahren (Mittelwert = 45.2 Jahre). Aus jeder Familie nahm ein Elternteil teil, außer in Familie 1, in der beide Elternteile teilnahmen. Detaillierte Merkmale der Teilnehmenden mit Pseudonymen finden sich in Tabelle 1. Alle Teilnehmenden wurden eingeladen, auf Wunsch ihr eigenes Pseudonym zu wählen; die Pseudonyme wurden daher entweder von den Teilnehmenden selbst gewählt oder andernfalls von SR aus dem Forschungsteam zufällig vergeben.

Tabelle 1 – Merkmale der Teilnehmenden nach Selbstbeschreibung (in der Reihenfolge der Interviews)

  • (Familiennummer) und Pseudonym: (1) Zoe; Beziehung zur GDYP: Mama; Geschlechtsidentität: Cis Frau; Pronomen: sie/ihr; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 36; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (1) Dan; Beziehung zur GDYP: Leiblicher Vater; Geschlechtsidentität: Heterosexueller Mann; Pronomen: er/ihm/sein; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 39; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (1) Ariana; Beziehung zur GDYP: Junge Person; Geschlechtsidentität: Ein Mädchen; Pronomen: sie/ihr; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 12; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (2) Ruby; Beziehung zur GDYP: Junge Person; Geschlechtsidentität: Ein Mädchen, und ich werde eine Frau sein; Pronomen: sie/ihr; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 15; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (2) Lori; Beziehung zur GDYP: Mutter; Geschlechtsidentität: Es gibt kein männlich und weiblich, ich bin einfach [Lori] und fertig.; Pronomen: sie/ihr; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 49; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch und Mensch!
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (3) Guitar; Beziehung zur GDYP: Junge Person; Geschlechtsidentität: Sehr maskulin. Habe feminine Sachen, Mädchenkram, schon immer gehasst; Pronomen: er/ihm; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 17; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (3) Sarah; Beziehung zur GDYP: Mama von [Guitar]; Geschlechtsidentität: Weiblich; Pronomen: sie/ihr; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 44; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (4) Zac; Beziehung zur GDYP: Junge Person; Geschlechtsidentität: Trans männlich/Trans Mann/Trans Typ; Pronomen: er/ihm; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 18; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch
  • (Familiennummer) und Pseudonym: (4) Elly; Beziehung zur GDYP: Mutter; Geschlechtsidentität: Frau; Pronomen: sie/ihr; Alter (zum Zeitpunkt des Interviews): 58; Ethnische Zugehörigkeit: Weiß, britisch

Beteiligung von Nutzenden des Dienstes

Mitglieder einer Stakeholder-Gruppe des GIDS, darunter GDYP sowie Eltern bzw. Bezugspersonen von GDYP, prüften die Eignung der Forschungsmaterialien. Ihre Rückmeldungen wurden sorgfältig berücksichtigt und entsprechende Änderungen vorgenommen.

Vorgehen

Auf Anfrage des Forschungsteams identifizierten klinische Fachkräfte des GIDS geeignete Familien aus ihren Fallzahlen und sprachen die Teilnehmenden direkt an, informierten sie und baten sie, sich bei Interesse per E-Mail beim Forschungsteam zu melden. In der ersten Rekrutierungsrunde wurde eine gezielte Stichprobe gemäß den Einschlusskriterien gezogen. Nach der ersten Rekrutierung, Datenerhebung und Analyse wurde ein theoretisches Sampling eingesetzt, um weitere Teilnehmende mit bestimmten Merkmalen zu gewinnen, sodass die Kategorien umfassender entwickelt werden konnten.

Alle Interviews fanden einzeln per Videoanruf unter vier Augen mit der hauptverantwortlichen forschenden Person statt. Die Interviews wurden als Audio aufgezeichnet und anhand von Interviewleitfäden geführt, mit einigen Abweichungen zur Unterstützung der Theorieentwicklung. GDYP und ihren Eltern wurden ähnliche Fragen gestellt, jedoch leicht umformuliert, um ihren unterschiedlichen Rollen Rechnung zu tragen. Die Aufnahmen wurden von SR wörtlich transkribiert und ausgewertet, beginnend mit offenem Kodieren nach dem ersten Interview. Ständiger Vergleich, axiales Kodieren mit Diagrammen, selektives Kodieren und Diagrammerstellung kamen zum Einsatz. Aufgrund begrenzter Ressourcen und Zeit konnte die Datenerhebung nicht unbegrenzt fortgesetzt werden; angestrebt wurde daher theoretische Hinlänglichkeit mit dem Ziel konzeptueller Tiefe (Dey, 1999; Nelson, 2017).

Reflexivität, Positionierung und Qualitätssicherung

Es wurden Leitlinien guter Praxis für qualitative Forschung angewandt (Yardley, 2000). Um die Reflexion über Annahmen, Voreingenommenheiten und emotionale Prozesse zu unterstützen, führte SR ein als Audio aufgezeichnetes Bracketing-Interview, führte ein Forschungstagebuch und nahm durchgehend Supervision in Anspruch. Zu diesen Prozessen gehörte eine fortlaufende Reflexion darüber, wie die eigene Identifikation von SR als queer, nichtbinär und kinderlos die Auseinandersetzung mit der Forschung beeinflusst haben könnte, ebenso wie über die erkannte Neigung, den Sichtweisen der GDYP mehr Aufmerksamkeit zu schenken als denen der Eltern. Zudem wurden theoretische Memos geführt, die den Prozess der Theorieentwicklung dokumentierten; die Analyse wurde hauptsächlich von SR durchgeführt und von allen Verfassenden überprüft. Alle Teilnehmenden wurden später eingeladen, einen Bericht über die Forschung zu lesen und zu kommentieren; drei antworteten und äußerten ihre Zustimmung zum Modell.

Ergebnisse

Überblick über das Modell

Die Theorie, die den Prozess der sozialen Transition im familiären Kontext erklärt, wurde durch die übergeordnete Kategorie beschrieben: Auf einen Ort der Akzeptanz und Zugehörigkeit hinarbeiten. Es handelte sich um einen von der jungen Person angeführten Prozess familiärer Resilienz, in dessen Verlauf die Familien mehrere adaptive Teilprozesse durchliefen, beginnend im familiären Kontext und erst dann mit Veränderungen außerhalb der Familie. Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Ordnung der Kategorien. Abbildung 1 zeigt die Beziehung zwischen den Kategorien und das endgültige theoretische Modell.

Tabelle 2 – Ordnung der Kategorien und Unterkategorien

Übergeordnete Kategorie: Auf einen Ort der Akzeptanz und Zugehörigkeit hinarbeiten.

  • 1. Hauptkategorie: Diesen jungen Menschen erkennen und annehmen. (1.1) Die Geschlechtsidentität ist schon da; (1.2) Relationales Erkennen; (1.3) Verständnis entwickeln; (1.4) Das Offenlegen gestalten; (1.5) Die Bedeutung der Transition.
  • 2. Hauptkategorie: Die Veränderungen innerhalb und außerhalb der Familie aushandeln. (2.1) Reaktionen vorwegnehmen; (2.2) Anliegen vorbringen; (2.3) Nichtbestätigung; (2.4) Bestätigung.
  • 3. Hauptkategorie: Beziehungen innerhalb und außerhalb der Familie aushandeln. (3.1) Beziehungsunterschiede aushandeln; (3.2) Distanzierung; (3.3) Verbindungen bewahren und vertiefen.
  • 4. Hauptkategorie: Anpassung und Resilienz. (4.1) Die emotionale Herausforderung; (4.2) Bewältigung: Stärken, Fähigkeiten und Strategien; (4.3) Kampfstrategien; (4.4) Ressourcen erschließen: Zugang zur nötigen Unterstützung; (4.5) Selbstentwicklung; (4.6) Entwicklung der Gemeinschaft.
  • 5. Hauptkategorie (Kontext): Soziale Kontexte und prägende Merkmale. (Keine Unterkategorien)
Ein Modell der sozialen Geschlechtstransition junger Menschen im familiären Kontext des Vereinigten Königreichs; Zusammenspiel der Hauptkategorien
Abbildung 1. Ein Modell der sozialen Geschlechtstransition junger Menschen im familiären Kontext des Vereinigten Königreichs; Zusammenspiel der Hauptkategorien

Hauptkategorie 1: Diesen jungen Menschen erkennen und annehmen

Der Prozess der sozialen Transition begann damit, die Geschlechtsidentität der jungen Person zunehmend zu erkennen und anzunehmen.

Unterkategorie 1.1: Die Geschlechtsidentität ist schon da

Alle Familien verstanden die Geschlechtsidentität der jungen Person als etwas, das schon lange vorhanden war, auch bevor sie erkannt wurde: „…bevor ich wusste, was trans ist, glaube ich, da habe ich versucht, mich männlicher zu geben“ (Guitar, junge Person, 17 Jahre).

Unterkategorie 1.2: Relationales Erkennen

Das Erkennen schien sich in Beziehungen zu entwickeln. So begann Arianas (junge Person, 12 Jahre) soziale Transition damit, dass sie sich mit ihrer Cousine verkleidete: „…ich habe mich immer mit ihr verkleidet“. Auch die Prozesse des Erkennens der einzelnen Familienmitglieder waren miteinander verflochten. Zac (junge Person, 18 Jahre) beschrieb zum Beispiel: „…je mehr ich gezeigt habe, dass ich es [die Geschlechtsidentität] so hinterfrage, und je unsicherer ich war, desto mehr hat sich das, finde ich, auch bei ihnen [Mama] widergespiegelt“.

Unterkategorie 1.3: Verständnis entwickeln

Während die einzelnen Familienmitglieder Verständnis entwickelten, erkannten und akzeptierten sie die Geschlechtsidentität der jungen Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So beschrieb Dan mit Blick auf sein erstes Erkennen der Geschlechtsidentität seiner Tochter Ariana, dass er „ein paar Monate“ brauchte, „um sozusagen alles zu verarbeiten“.

Unterkategorie 1.4: Das Offenlegen gestalten

Während die frühe Hinwendung der jungen Menschen zu bevorzugten Dingen, etwa Spielzeug und Kleidung, die üblicherweise mit einem anderen Geschlecht verbunden werden, von der Familie meist akzeptiert worden war, äußerte die junge Person später auch den Wunsch, bestimmte Veränderungen vorzunehmen. Die jungen Menschen schienen dies zuerst dem Familienmitglied mitzuteilen, das ihre Geschlechtsidentität ihrer Einschätzung nach am ehesten akzeptieren würde. Indem die junge Person diesen Wunsch nach Veränderung mitteilte, legte sie auch ihre Identität offen. Die Berichte unterstrichen, wie wichtig es für die junge Person war, von nahestehenden Menschen in ihrer authentischen Geschlechtsidentität und ihrem authentischen Geschlechtsausdruck angenommen zu werden: „Ich wollte sicher sein, dass wir [ich und Mama] uns einig waren, und das waren wir“ (Guitar, junge Person, 17 Jahre).

Unterkategorie 1.5: Die Bedeutung der Transition

Die Familien erkannten zunehmend, wie wichtig es war, die soziale Transition zu unterstützen und den Prozess vom Kind leiten zu lassen. Dazu gehörte der Rat, den Guitar (junge Person, 17 Jahre) Eltern geben würde: „… lasst sie [die GDYP] einfach führen“. Soziale Transition wurde so verstanden, dass sie den jungen Menschen erlaubte, sich voll auszudrücken: „…ihnen zu erlauben, irgendwie aufzublühen und auszudrücken, wer sie sind, ohne jede Einschränkung“ (Dan, Vater von Ariana), und Zugehörigkeit zu erleben: „es ist sozusagen, dass er seinen Platz in der Welt findet“ (Elly, Mutter von Zac).

Hauptkategorie 2: Die Veränderungen innerhalb und außerhalb der Familie aushandeln

Beginnend in der Familie und anschließend mit der Umsetzung von Veränderungen in anderen Kontexten handelten die Familien die Veränderungen der sozialen Transition und die damit verbundenen Reaktionen aus.

Unterkategorie 2.1: Reaktionen vorwegnehmen

Die Teilnehmenden nahmen die Reaktionen anderer in der Regel vorweg. Bei Guitar (junge Person, 17 Jahre) begann dies mit seinen Eltern: „Ich glaube, ich hatte schon … vielleicht so eine Angst, dass mein Vater oder, und meine Mutter, einfach denken würden, weißt du, das ist eine Phase, ich lasse, ich lasse dich das nicht machen …“. Im Gegensatz dazu erleichterte bei Zac (junge Person, 18 Jahre) die Erwartung akzeptierender Reaktionen den Prozess: „Ich habe mich so extrem unterstützt gefühlt und extrem so, ich konnte fast vorhersagen, wie sie [die Mamas] reagieren würden, also hat es das einfach viel leichter gemacht“.

Unterkategorie 2.2: Anliegen vorbringen

Die Familien begannen, in anderen Kontexten auf Akzeptanz und Zugehörigkeit hinzuarbeiten, indem sie geschlechtsbestätigende Veränderungen einforderten. Dabei dosierten sie die Einführung der Veränderungen, um die Wahrscheinlichkeit der Akzeptanz zu erhöhen. So beschrieb Ruby (junge Person, 15 Jahre) die Veränderungen an ihrer Schuluniform: „[Mama hat gesagt] ‚den Rock lassen wir erst mal, weil ich glaube, es ist am besten, wenn du in der Schule fragst oder ich in der Schule frage‘“. Auch Guitars Familie dosierte die Veränderungen, weil sie die Reaktionen anderer vorwegnahm; Guitars Mama, Sarah, erinnerte sich: „… mir war bewusst, weißt du, wie das (Guitars geschlechtsbestätigende Veränderungen) von anderen Leuten wahrgenommen werden könnte“.

Unterkategorie 2.3: Nichtbestätigung

Nicht bestätigende Reaktionen anderer waren in vielen Kontexten häufig: „[Meine Großeltern] nennen mich bei meinem Deadname, misgendern mich …“ (Zac, junge Person, 18 Jahre). Ruby (junge Person, 15 Jahre) erinnerte sich an die Reaktion ihres Vaters auf ihre Geschlechtsidentität und ihren Geschlechtsausdruck: „…er war ziemlich, so, psychisch übergriffig mir gegenüber. So, er meinte dann: ‚Nein, hör mal auf, dich so schwul aufzuführen‘“. Um damit umzugehen, versuchte Ruby, ihren Geschlechtsausdruck zu verbergen, bis sie ihn nach der Trennung ihrer Eltern freier ausleben konnte. Dazu trug auch die größere Freiheit bei, die Rubys Mutter Lori selbst nach der Trennung gewann. Lori beschrieb: „… auf einmal war ich frei, die zu sein, die ich war, ohne jede Einschränkung. Warum sollte ich dann meinem Kind etwas aufzwingen?“

Rubys soziale Transition schien von Erfahrungen der Nichtakzeptanz geprägt zu sein; sie berichtete von vielen Erfahrungen, in denen Gleichaltrige in der Schule ihr gegenüber „transfeindlich“ waren, und beschrieb: „…wenn man transitioniert, ist man generell so ein bisschen die Zielscheibe für alle“. Diese Reaktionen schienen die Zugehörigkeit der jungen Menschen zu untergraben. So erlebte Ariana (junge Person, 12 Jahre) mit Gleichaltrigen: „…sie wollten nicht mit mir auf derselben Toilette sein“, und Sarah (Guitars Mama) beschrieb, wie Guitars „…bester Freund ihn zurückgewiesen hat“.

Schwierige Erfahrungen mit Fachkräften schienen häufig zu sein. Ariana (junge Person, 12 Jahre) erinnerte sich an ein Erlebnis in der Schule: „…ich war so nervös deswegen, dass man in Mädchen und Jungen eingeteilt wird. Und ich wurde zu den Jungen gesteckt und war so traurig“. Auch Ruby (junge Person, 15 Jahre) machte schwierige Erfahrungen mit Fachkräften; offenbar aus Sorge über ihre soziale Transition meldete das Schulpersonal den Fall den Sozialdiensten: „… die Sozialdienste haben sich eingeschaltet und gesagt, dass Mama mir eine Gehirnwäsche verpasst, damit ich denke, ich wäre ein Mädchen … es hat sich wie ein großes Verhör angefühlt“.

Unterkategorie 2.4: Bestätigung

Mehrere Elternteile nannten die Priorität, die sie dem Glück ihres jungen Menschen einräumten, als Grund für ihre akzeptierende Reaktion: „Ich will einfach ein glückliches Kind. Mir ist egal, welches Geschlecht sie hat“ (Zoe, Arianas Mama). Über die Kernfamilie hinaus wurden Erfahrungen der Bestätigung erinnert, jedoch seltener als nicht bestätigende Reaktionen. Rubys (junge Person, 15 Jahre) Nachdenken über die selteneren bestätigenden Erfahrungen machte im Kontrast die Kraft der Bestätigung deutlich. Ihr kamen die Tränen, als sie sich an ein Geschenk aus den frühen Phasen ihres Geschlechtsausdrucks erinnerte, das sich besonders geschlechtsbestätigend angefühlt hatte: „…ich liebe sie dafür … sie hat mir diese wunderschönen blauen Ballerinas geschenkt. Die habe ich immer noch oben“.

Hauptkategorie 3: Beziehungen innerhalb und außerhalb der Familie aushandeln

Während die Familien die Veränderungen der sozialen Transition aushandelten, wurden Beziehungen ausgehandelt und neu definiert.

Unterkategorie 3.1: Beziehungsunterschiede aushandeln

Manche Elternteile schienen eine „Pufferrolle“ zwischen den jungen Menschen und anderen Familienmitgliedern zu übernehmen, etwa Elly (Mutter von Zac), die beschrieb: „Ich musste, ähm, mit seinem Vater reden. Früher, als er klein war, darüber, ‚bitte zieh ihm keine richtig mädchenhaften Kleider an‘“. Auch die Bedürfnisse der verschiedenen Familienmitglieder wurden ausgehandelt. Sarah (Guitars Mama) beschrieb zum Beispiel: „wenn man bedenkt, dass ich eine berufstätige Mama bin, ich habe noch ein Kind … ich glaube, manchmal ist mein zweites Kind ein bisschen zu kurz gekommen“.

Unterkategorie 3.2: Distanzierung

Soziale Transitionen brachten Veränderungen in der Art und Weise mit sich, wie die Kernfamilie mit der erweiterten Familie und anderen Systemen interagierte. Dass Elly (Mutter von Zac) eine „Pufferrolle“ übernahm und sich für Zac einsetzte, schien mit einer zunehmenden Distanz in ihrer Beziehung zu Zacs Vater zusammenzuhängen. Sie beschrieb: „…wir (Elly und Zacs Vater) reden nicht mehr miteinander … wahrscheinlich, weil ich die Böse war“. In manchen Familien wurde ein ausdrücklicher Kontaktabbruch erwogen oder genutzt, um die jungen Menschen vor nicht akzeptierenden Reaktionen zu schützen. So war es in Arianas Familie: „…Wir sprechen nicht mit der Familie von meinem Papa, weil sie es nicht so gut fanden, dass ich ein Mädchen bin“ (Ariana, junge Person, 12 Jahre). Rubys Mama, Lori, beschrieb, wie sie zum Kontaktabbruch bereit gewesen war: „Ich war absolut bereit, den Kontakt zu jedem einzelnen Mitglied meiner Familie abzubrechen, wenn das bedeutet hätte … [Lori beginnt zu weinen] wenn das bedeutet hätte, dass Ruby die sein kann, die sie sein sollte.“

Unterkategorie 3.3: Verbindungen bewahren und vertiefen

Alle Familien erlebten in manchen Beziehungen mehr Nähe. Zoe (Arianas Mama) reflektierte: „…wir stehen uns ehrlich gesagt wahrscheinlich näher als je zuvor, wegen, ich weiß nicht, der Tatsache, dass sie trans ist, dass sie, weißt du, so viel durchgemacht hat und weiß, dass wir hinter ihr stehen“. Beziehungsnähe aufrechtzuerhalten, war ebenfalls eine wichtige Strategie, wie der Rat zeigt, den Guitar (junge Person, 17 Jahre) Eltern bzw. Bezugspersonen anderer geschlechtsdiverser junger Menschen geben würde: „…bleibt nah dran, das wird euch und dem jungen Menschen wirklich guttun“. Während manche nicht akzeptierende Reaktionen zu Distanzierung führten, wurden in anderen Fällen Kompromisse geschlossen, um Beziehungen zu erhalten. Für Ruby (junge Person, 15 Jahre) bedeutete dies, mit ihrem Bruder zu verhandeln, als er sich weigerte, sie Ruby zu nennen. Ruby erinnerte sich: „…Also haben wir uns [alternativer Name] ausgedacht“.

Hauptkategorie 4: Anpassung und Resilienz

Indem sie sich an Herausforderungen anpassten, entwickelten die Familien Fähigkeiten und Resilienz, die sie für die weitere Arbeit an anderen Aspekten der sozialen Transition rüsteten.

Unterkategorie 4.1: Die emotionale Herausforderung

Zac (junge Person, 18 Jahre) beschrieb den emotionalen Weg der Familie: „…so die engste Familie hat uns beide getroffen, also uns alle. So, psychisch“; „das war dieser Weg, den wir alle gehen mussten“. Die Teilnehmenden erlebten zudem Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit, die mit den vielen Beispielen schwieriger Reaktionen anderer zusammenhingen. Guitars Mama, Sarah, beschrieb: „als er [Guitar] diese sozialen Reaktionen von Leuten bekam, versuchte, mit diesen Pronomen zurechtzukommen, versuchte, weißt du, dieses Doppelleben lebte, ohne sein authentisches Selbst zu sein … Er hat zweimal versucht, sich zu erhängen“. Zum Eingreifen der Sozialdienste beschrieb Lori (Rubys Mutter) den „… Schaden, den das der Familie als Einheit zugefügt hatte. Und auch meiner psychischen Gesundheit“.

Unterkategorie 4.2: Bewältigung: Stärken, Fähigkeiten und Strategien

Die Teilnehmenden nutzten eine Reihe von Strategien, um mit Schwierigkeiten umzugehen. Zoe (Arianas Mama) versuchte, Ariana bei manchen Schwierigkeiten mit der Schule „abzuschirmen“ und sie „außen vor“ zu lassen, und der Bericht von Arianas Vater Dan deutete darauf hin, dass offene Kommunikation innerhalb der Familie manchmal ebenfalls eine wichtige Strategie war: „…wenn in der Schule etwas vorfällt, reden wir darüber“.

Auch kognitive Strategien wurden eingesetzt. Zum Umgang mit schwierigen geschlechtsbezogenen Erfahrungen mit Gleichaltrigen beschrieb Ariana (junge Person, 12 Jahre): „Ich muss einfach … loslassen und denken ‚na ja, die sind halt dumm‘ und … weißt du. ‚Vergiss sie einfach‘“. Vielleicht war dies eine Strategie, die sie von ihrer Mama Zoe gelernt hatte, die Ariana offenbar dabei unterstützte, eine positive Haltung zu bewahren, indem sie ihr riet: „…das ist eine Person, ignorier sie einfach …“. Die Teilnehmenden griffen auch auf frühere Erfahrungen und vorhandene Stärken zurück. Dazu gehörten Eigenschaften der jungen Menschen, die die soziale Transition zugleich trugen und sich durch sie weiterentwickelten. So reflektierte Ruby (junge Person, 15 Jahre): „Eines Tages habe ich einfach meinen Mut zusammengenommen und gesagt: ‚Mama, ich will ein Mädchen sein‘“.

Unterkategorie 4.3: Kampfstrategien

Mehrere Familien hatten das Gefühl, für die Akzeptanz der sozialen Transition „kämpfen“ zu müssen. Arianas (junge Person, 12 Jahre) Familie erlebte, dass das Schulpersonal mehrere Anliegen ablehnte: „…als sie in die Schule kam, hatte man einfach das Gefühl … ‚Gott, was denn noch? Was kommt als Nächstes?‘“ (Zoe, Arianas Mama). Auch die Akzeptanz von Rubys sozialer Transition an der weiterführenden Schule schien einen erheblichen „Kampf“ erfordert zu haben. Lori (Rubys Mutter) beschrieb: „… sie wurde immer noch gezwungen, die Jungentoiletten und Jungenumkleiden zu benutzen“. Lori schien die Strategie zu verfolgen, „sich seine Kämpfe auszusuchen“, und erzählte, wie sie Ruby riet, Kompromisse einzugehen: „Da musst du jetzt einfach durch“.

Unterkategorie 4.4: Ressourcen erschließen: Zugang zur nötigen Unterstützung

Die Teilnehmenden brauchten angemessene Unterstützung und bemühten sich, sie zu bekommen. Sarah (Guitars Mama) beschrieb Unterstützung als „entscheidend“ für Eltern und als „das Allerwichtigste, was man haben muss, finde ich persönlich“. Den Wert der Unterstützung durch enge Freundschaften und andere Familienmitglieder beschrieb auch Zoe (Arianas Mama): „…Unterstützung von der Familie zu haben, ist enorm …“.

Die Berichte hoben den Nutzen der Unterstützung durch verschiedene Dienste und Fachkräfte hervor, aber auch ungedeckten Unterstützungsbedarf. Schulen schienen ein großes Potenzial zu haben, soziale Transitionen zu unterstützen. So reflektierte Ruby (junge Person, 15 Jahre) über die Schulleiterin ihrer Grundschule: „… sie war echt, echt nett und hat Unisex-Toiletten einbauen lassen, damit alle zusammen gehen konnten“. Ebenso beschrieb Ariana (junge Person, 12 Jahre) ihre weiterführende Schule als „voll für Gleichberechtigung“, was darauf hindeutet, dass die Kultur einer ganzen Schule ein Ort der Akzeptanz und Zugehörigkeit für GDYP sein kann. Trotz dieser positiven Erfahrungen traten in den Berichten erhebliche Schwierigkeiten und offenkundige schulische Hindernisse für die soziale Transition deutlich hervor. Zudem beschrieb Sarah (Guitars Mama) große Schwierigkeiten, für Guitar Unterstützung durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie zu erhalten, auch als er suizidal war: „… [die psychologische Fachperson] meinte im Grunde, dass ich Guitar zu Hause ausreichend unterstütze. Also wollten sie ihn nicht sehen“.

Unterkategorie 4.5: Selbstentwicklung

Die Teilnehmenden reflektierten darüber, wie ihre Erfahrungen mit der sozialen Transition sie geprägt hatten, und schrieben ihnen neue, positive Bedeutungen zu. So reflektierte Ariana (junge Person, 12 Jahre), wie der Umgang mit den Reaktionen anderer sie geprägt hatte: „…das hat mich zu der gemacht, die ich bin“. Ebenso beschrieb Zac (junge Person, 18 Jahre): „…meine Identität ist etwas, das mir sehr am Herzen liegt, weil ich einen langen Weg gehen musste, um dahin zu kommen, wo ich bin …“.

Unterkategorie 4.6: Entwicklung der Gemeinschaft

Die Familien trugen auch zur Entwicklung ihres Umfelds bei, unter anderem indem sie andere aufklärten. Lori (Rubys Mutter) beschrieb Gespräche, die sie mit Menschen an ihrem Arbeitsplatz führt: „Ich nutze diese Gelegenheit dann immer, um sie aufzuklären (über Geschlechtervielfalt)“. Zoe (Arianas Mama) reflektierte über Arianas Freundeskreis: „…da ist so, scheint es keine Vorurteile deswegen zu geben. Aber ich glaube, ich weiß nicht, ob wir da sozusagen ein bisschen den Weg geebnet haben“. Ebenso reflektierte Dan (Arianas Papa) über die mit Arianas Schule ausgehandelten Herausforderungen: „hoffentlich hat der Wirbel, den wir gemacht haben, die Schule jetzt in die Lage versetzt, zu verstehen …“.

Hauptkategorie (Kontext) 5: Soziale Kontexte und prägende Merkmale

Soziale Transitionen waren in andere soziale Kontexte eingebettet. Zac (junge Person, 18 Jahre) beschrieb, wie andere gemeinsame Übergänge den Gesprächen mit Gleichaltrigen einen ernsteren Ton gaben, was das Offenlegen seiner Geschlechtsidentität erleichterte: „Ich würde sagen, dieser Übergang zwischen den Schulen und der Lockdown waren wahrscheinlich der größte Anstoß“.

Die Teilnehmenden reflektierten auch darüber, wie persönliche und soziale Merkmale die soziale Transition prägten, einschließlich der Reaktionen anderer. Zac hatte den Eindruck, dass die Erfahrungen seiner Eltern mit Vorurteilen aufgrund ihrer eigenen homosexuellen Identität ihr Verständnis seiner Geschlechtsidentität geprägt hatten: „…da gab es auf jeden Fall eine Art Verständnis, das sie gehabt haben müssen“, betonte aber auch die Einzigartigkeit der trans Erfahrung. Zac überlegte zudem, wie das Privileg, weiß zu sein, ihm wahrscheinlich den Zugang zu Diensten erleichtert hatte, und reflektierte: „das hat einfach, glaube ich, mehr Türen geöffnet“; „… das macht uns sozusagen eher zu einer Priorität …“.

Zusammenspiel der Kategorien (Abbildung 1)

Nach der Anfangsphase des „Erkennens und Annehmens dieses jungen Menschen“ verliefen die Prozesse der anderen Hauptkategorien nicht linear. Ein Doppelpfeil zeigt, dass „die Veränderungen der sozialen Transition aushandeln …“ und „Beziehungen aushandeln …“ gleichzeitig stattfanden und sich gegenseitig beeinflussten. Pfeile von „Anpassung und Resilienz“ zurück zu „diesen jungen Menschen erkennen und annehmen“ machen deutlich, dass Anpassung und Resilienz sich sowohl als Ergebnis der anderen Aspekte der sozialen Transition entwickelten als auch dazu beitrugen, dass die soziale Transition sich fortsetzte und wiederholte, auch in anderen Kontexten. Da die sozialen Transitionen in vielen Lebensbereichen stattfanden, wurde der Gesamtprozess in der Regel mehrmals durchlaufen, beginnend mit der engsten Familie und dann darüber hinaus, etwa in der erweiterten Familie, in der Schule, im weiteren Umfeld und in der Öffentlichkeit. Alle Aspekte des Prozesses wurden zudem von Kontextfaktoren geprägt, dargestellt durch die Anordnung von „soziale Kontexte und prägende Merkmale“ auf einem äußeren Kreis. Die Kreise haben eine gestrichelte Außenlinie, die die Durchlässigkeit der Prozesse sozialer Transition für diese Kontexte und Merkmale darstellt.

Diskussion

Die entwickelte Theorie erklärt die soziale Transition von GDYP im familiären Kontext des Vereinigten Königreichs als Prozess familiärer Resilienz. Die Berichte deuteten darauf hin, dass diese familiäre Resilienz vor allem aufgrund schwieriger Erfahrungen nötig war, die sich als geschlechtsbezogene Minderheitenstressoren konzeptualisieren lassen. In Übereinstimmung mit früheren Befunden schien die Exposition gegenüber solchen Stressoren das Wohlbefinden zu beeinträchtigen, und sie trat häufig in Schulen auf (Brecht et al., 2024; Hatchel et al., 2019; Meyer, 2003). Schulen schienen jedoch auch ein erhebliches Potenzial zu haben, bestätigende Umfelder zu sein.

Ein hervorstechender Strang, der mit anderer Forschung übereinstimmt, war die zentrale Stellung der Familien in den sozialen Transitionen und die Bedeutung familiärer Akzeptanz, um soziale Transition zu ermöglichen (Bull & D'Arrigo-Patrick, 2018; Schimmel-Bristow et al., 2018). Die teilnehmenden Familien sahen in der sozialen Transition eindeutig einen Schlüsselfaktor für das Wohlbefinden und beschrieben viele Beispiele für damit verbundene positive Effekte. Diese Auswirkungen decken sich mit Befunden anderer neuerer Forschung, darunter Zusammenhänge zwischen einem höher wahrgenommenen Fortschritt der Transition und geringeren psychischen Symptomen (Thoma, C, Ej, S., & Salk, 2023).

Bemerkenswert ist, dass die Evidenz zu Wohlbefinden und sozialer Transition teilweise umstritten ist und einige uneinheitliche Ergebnisse vorliegen (Durwood et al., 2017; Hall et al., 2024; Morandini et al., 2023). Angesichts der offenkundigen Bedeutung geschlechtsbezogenen Minderheitenstresses erscheint es jedoch möglich, dass dieser manche potenziell positiven Wirkungen sozialer Transition untergräbt. Dies zu untersuchen, wäre ein lohnendes Feld für künftige Forschung.

Implikationen

Angesichts der Bedeutung geschlechtsbezogener Minderheitenstressoren empfehlen wir, diese bei Diagnostik und Behandlung von GDYP in psychiatrischen und psychotherapeutischen Diensten sowie in Genderdiensten sorgfältig zu berücksichtigen. Der Bedarf an Diensten, die für die Bedürfnisse dieser jungen Menschen sensibel sind, erscheint im jüngsten britischen Kontext besonders dringlich, da sich die öffentliche und mediale Debatte über das Leben und die Identitäten von GDYP seit Beginn des Cass Review offenbar weiter verschärft hat (Fox, 2024). Ein Fokus auf geschlechtsbezogenen Minderheitenstress könnte auch ein systemischeres Verständnis von Geschlechtsdysphorie als etwas eröffnen, das mit nicht akzeptierenden sozialen Kontexten zusammenhängt. Dies würde mit anderer neuerer Forschung übereinstimmen. So fanden Brecht et al. (2024), dass erlebte Transfeindlichkeit bei trans Jugendlichen mit höheren Raten von Geschlechtsdysphorie einherging.

Aufbauend auf der Bedeutung der Familie in sozialen Transitionen lautet eine weitere Empfehlung, Diagnostik und Behandlung durchgängig auf Familienebene anzubieten. Dazu könnten systemische familientherapeutische Interventionen zu Themen wie sich verändernden familiären Bedürfnissen infolge veränderter Beziehungsnähe gehören, die Familien dabei unterstützen, mit Veränderungen umzugehen, und das familiäre Funktionieren stärken.

Angesichts des offenkundigen Potenzials von Schulen, soziale Transition zu bestätigen und zu unterstützen, aber auch der vielen Erfahrungen von Nichtbestätigung, empfehlen wir schulische Unterstützung als weiteren Handlungsbereich. Tatsächlich erscheint die Unterstützung sozialer Transition (sofern von GDYP gewünscht) angesichts der positiven Erfahrungen der Teilnehmenden nach der sozialen Transition in der Schule als wichtiger Bereich für das Wohlbefinden von GDYP. Die geplanten bildungspolitischen Leitlinien zur Unterstützung von Kindern, die ihr Geschlecht „hinterfragen“, werfen jedoch die Frage auf, inwieweit eine solche Unterstützung der Transition künftig möglich sein wird: Bildungseinrichtungen im Vereinigten Königreich werden nicht verpflichtet sein, soziale Transition zu unterstützen, und wo Anliegen entsprochen wird, wird ein „vorsichtiger Ansatz“ empfohlen (Department for Education, 2023). Wir empfehlen daher, die längerfristigen Auswirkungen dieser neuen Leitlinien auf die Möglichkeit sozialer Transition und ihre möglichen Folgen für das Wohlbefinden von GDYP weiterhin zum Gegenstand der Forschung zu machen.

Auch wenn wir uns hier auf den jüngsten britischen Kontext konzentriert haben, ist eine gewisse internationale Übertragbarkeit wahrscheinlich; tatsächlich wurde die Bedeutung der britischen Entwicklungen für klinische Fachkräfte in den USA hervorgehoben (Knopf, 2024).

Limitationen

Die Stichprobe bestand ausschließlich aus weißen Personen, und es ist unerlässlich, die Stimmen von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft in die Theorieentwicklung einzubeziehen. Dieser Mangel an ethnischer Diversität ist zudem angesichts der Bedeutung geschlechtsbezogener Minderheitenstressoren besonders einschränkend, da davon ausgegangen wird, dass sich Minderheitenstressoren, die mit verschiedenen Aspekten der Identität verbunden sind, überschneiden (Parent, DeBlaere, & Moradi, 2013; Prendergast & MacPhee, 2018). Da außerdem alle jungen Menschen eine Transition zu einer binären Geschlechtsidentität vollzogen hatten, bleibt unklar, inwieweit dieses Modell auf GDYP mit anderen Geschlechtsidentitäten zutrifft. Schließlich stammen alle Befunde aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil die Identität des jungen Menschen bestätigte. Das Fehlen weniger akzeptierender Familien schränkt die Übertragbarkeit des vorgestellten Modells erheblich ein; es bleibt offen, ob und wie Familien ohne eine bestätigende Elternfigur einen familiären Resilienzprozess der sozialen Transition durchlaufen würden. Künftige Forschung könnte hier ansetzen und die Erfahrungen von Familien mit vielfältigeren Merkmalen untersuchen.

Schlussfolgerung

Die vorliegende Studie hat eine bisherige Forschungslücke bearbeitet, ein vertieftes Verständnis der Erfahrungen von GDYP und ihren Familien geliefert und ein ausgearbeitetes Modell der sozialen Transition im familiären Kontext beigetragen. Die entwickelte Theorie erklärt die soziale Transition innerhalb der Familie als einen von der jungen Person angeführten Prozess familiärer Resilienz. Eine weitere Entwicklung in diesem Bereich ist dringend nötig.

Complexe Systémique: Kernpunkte

Für eine systemische Lektüre besteht der Beitrag der Studie darin, die soziale Transition von der jungen Person auf das Familiensystem zu verlagern, das sie aufnimmt, aushandelt und auch ihren Preis zahlt. Das Modell läuft als Schleife: erkennen, Veränderungen und Beziehungen aushandeln, sich anpassen und dann in jedem neuen Kreis (erweiterte Familie, Schule, Dienste) von vorn beginnen. Was die Resilienz auf die Probe stellt, ist weniger die Transition selbst als die Reaktionen des Umfelds: Misgendering, Ablehnungen durch die Schule, eine Meldung an die Sozialdienste, ein erschwerter Zugang zur Versorgung trotz Suizidrisiko. Für die klinische Praxis lädt dies dazu ein, auf Familienebene zu arbeiten, den Elternteil wahrzunehmen, der als Puffer wirkt, die Brüche und Annäherungen zu begleiten, die die Transition mit sich bringt, und die Schule als mögliche Partnerin in der Versorgung zu behandeln. Die Grenzen sind klar: vier weiße Familien, alle mit mindestens einem Elternteil, der die Transition bestätigt, und junge Menschen mit binären Identitäten; über Familien, die uneins sind, sagt das Modell nichts. Dazu passen der Artikel über trans Kinder und ihre Eltern angesichts der Transition und der Artikel über Multifamiliengruppen für trans Jugendliche.

Anmerkungen zum Original

Danksagung. Die Verfassenden danken den teilnehmenden Familien von Herzen dafür, dass sie ihre Geschichten geteilt und so viel gegeben haben. Sie danken den klinischen Fachkräften des GIDS für all ihre Hilfe und großzügige Unterstützung.

Erklärung zu Interessenkonflikten. Die Verfassenden erklären, dass keine konkurrierenden oder potenziellen Interessenkonflikte bestehen.

Finanzierung. Es wurde keine externe finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen.

Ethische Aspekte. Von allen Teilnehmenden ab 16 Jahren wurde eine informierte Einwilligung eingeholt; bei Teilnehmenden unter 16 Jahren wurde ihre Zustimmung zusammen mit der Einwilligung der Eltern eingeholt. Die Genehmigung der HRA/Health and Care Research Wales wurde am 10/01/2022 erteilt (REC-Referenz: 21/LO/0854). Für die Verwendung und Veröffentlichung der in Tabelle 1 dargestellten Daten wurden die entsprechenden Genehmigungen eingeholt.

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Inoffizielle deutsche Übersetzung von A grounded theory of the process of social transition in a family context from the perspective of gender diverse young people and their parents von Sophie Razzel, Simon Levinson und Trish Joscelyne, Child and Adolescent Mental Health, Online-Vorabveröffentlichung (2026), doi: 10.1111/camh.70078, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Übersetzung, Tabellen als Listen dargestellt). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Inoffizielle deutsche Übersetzung des Originalartikels „A grounded theory of the process of social transition in a family context from the perspective of gender diverse young people and their parents“, erschienen in Child and Adolescent Mental Health (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; die Darstellung wurde für das Lesen im Netz angepasst, wie oben auf dieser Seite beschrieben. Maßgeblich ist die Originalfassung.

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Razzel, S., Levinson, S., und Joscelyne, T. (2026). A grounded theory of the process of social transition in a family context from the perspective of gender diverse young people and their parents. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/a-grounded-theory-of-the-process-of-social-transition-in-a-family-context (Originalarbeit erschienen 2026 in Child and Adolescent Mental Health, Online-Vorabveröffentlichung (2026); erneut veröffentlicht 2026 von Child and Adolescent Mental Health, https://acamh.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/camh.70078)

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