Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
Current Psychology · Familie
Wie geht eine traumatische Geburt von einer Frauengeneration auf die nächste über? In der Türkei hat ein Team aus Kütahya dreißig Frauen aus zehn Familien befragt: Großmutter, Mutter und Enkelin. Ihre Berichte zeichnen eine Weitergabe durch Schweigen, Scham und Fürsorge nach, aber auch Brüche: besser informierte Töchter, präsentere Partner und neue Verletzungen, die mit der Medikalisierung zusammenhängen.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von From grandmother to granddaughter: a phenomenological study to assess the intergenerational transmission of birth-related traumatic experiences von Sercan Mansuroğlu und Ayşegül Unutkan, erschienen in Current Psychology (Springer) (2026), doi: 10.1007/s12144-026-09142-1, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Tabellen werden als Listen dargestellt; ein in der Online-Fassung des Originals doppelt vorhandener Absatz („Erhebungsinstrument“) wird so wiedergegeben, wie er veröffentlicht wurde; Danksagungen und Erklärungen am Ende des Artikels sind in den Anmerkungen zusammengefasst; das Zusatzmaterial (Interviewleitfäden) wird nicht wiedergegeben. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.
Dieses Schweigen steht nicht nur für die Weitergabe des Traumas, sondern auch für das Erbe der Unwissenheit.
Sercan Mansuroğlu und Ayşegül Unutkan
Zusammenfassung
Die Geburt ist nicht nur ein biologisches Ereignis, sondern auch eine tief verankerte psychologische und soziokulturelle Erfahrung, die das Wohlbefinden von Frauen über den gesamten Lebenslauf prägen kann. Während die psychischen Folgen traumatischer Geburten zunehmend dokumentiert sind, ist weit weniger darüber bekannt, wie diese Erfahrungen über Generationen hinweg weitergegeben werden, insbesondere in patriarchalen und familienzentrierten Gesellschaften. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, wie traumatische Geburtserfahrungen über drei Generationen von Frauen weitergegeben werden, und die relationalen und soziokulturellen Mechanismen zu identifizieren, die dieser Weitergabe zugrunde liegen. Im Rahmen dieser phänomenologischen Untersuchung wurden halbstrukturierte Interviews mit 30 Teilnehmerinnen aus 10 Familien (Großmutter, Mutter, Enkelin) geführt. Die Daten wurden mittels thematischer Analyse ausgewertet, die drei übergreifende Themen ergab: (1) Quellen und Erscheinungsformen des Traumas, (2) Wege der intergenerationalen Weitergabe und (3) Generationenunterschiede und Wandel. Die Ergebnisse zeigen, dass geburtsbezogene Traumata nicht nur eine individuelle psychische Erfahrung sind, sondern auch ein sozial und kulturell vermitteltes Phänomen, das durch Schweigen, Fürsorgepraktiken und sich wandelnde Familiendynamiken weitergegeben wird. Indem sie drei Generationen gleichzeitig untersucht, trägt diese Studie zur internationalen Literatur bei und zeigt, wie intergenerationale Traumata reproduziert und in manchen Fällen im Lauf der Zeit verwandelt werden. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer traumasensiblen, kultursensiblen Geburtshilfe und Versorgung sowie intergenerationaler Interventionen, die über klinische Ansätze auf individueller Ebene hinausgehen.
Schlüsselwörter: Schwangerschaft, Geburt, intergenerationales Trauma, Traumaweitergabe, Erfahrungen von Frauen
Schwangerschaft und Geburt sind nicht bloß biologische Ereignisse; sie sind komplexe Erfahrungen, die in der Lebensgeschichte einer Frau mit psychologischen, sozialen und kulturellen Bedeutungen verwoben sind (Olza et al., 2018). Diese Übergangsphasen können mitunter stärkende Momente der Verwandlung sein, zu anderen Zeiten hinterlassen sie traumatische Spuren, die die psychische Integrität tief erschüttern. Faktoren wie fehlende Unterstützungssysteme, Kontrollverlust, Verletzungen der körperlichen Selbstbestimmung und Gefühle der Isolation können die Geburt für Frauen zu einer traumatischen Erfahrung machen (Unutkan et al., 2025; Avcı & Kaydırak, 2023).
Die Auswirkungen eines solchen Traumas beschränken sich nicht auf den Moment, in dem es geschieht; sie können über einen Prozess intergenerationaler Weitergabe prägen, wie nachfolgende Generationen Weiblichkeit, Mutterschaft und den weiblichen Körper wahrnehmen (Roubinov et al., 2022). Die wachsende Literatur zum intergenerationalen Trauma betont, dass ein Trauma nicht nur die psychische Struktur eines Menschen beeinträchtigt, sondern auch nachhaltige Wirkungen in familiären, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen entfaltet. Diese Weitergabe erfolgt nicht nur über explizite Erzählungen, sondern auch über unterdrückte Gefühle, Erziehungsmuster, Schweigen und sogar epigenetische Mechanismen (Aydın & Yıldız, 2018; Horsch & Stuijfzand, 2019).
Die lang anhaltenden und oft unerkannten Folgen von Geburtstraumata werden in der Weitergabe unter Frauen besonders sichtbar (Ayers et al., 2024; Horsch & Garthus-Niegel, 2019). Die eigenen Geburtserfahrungen einer Frau werden häufig – oft unbeabsichtigt – durch Erzählungen, Haltungen oder emotionale Reaktionen an ihre Töchter weitergegeben. Dieses Phänomen betrifft nicht nur die persönliche Erinnerung; es spiegelt auch die intergenerationale Zirkulation von Geschlechternormen, patriarchalen Werten und verschwiegenen Traumata rund um den weiblichen Körper wider (Aydın & Yıldız, 2018).
Es gibt mehrere Mechanismen, über die Traumata von Generation zu Generation weitergegeben werden. Abraham und Torok (2005) führten den Begriff der „kryptischen Identifizierung“ ein, um zu beschreiben, wie ein Trauma unbewusst vererbt werden kann. Menschen, die einem Trauma ausgesetzt waren, zeigen häufig Symptome wie Angst, Depression, posttraumatischen Stress, eine erhöhte Bedrohungswahrnehmung und Pessimismus gegenüber sich selbst und der Welt. Diese psychischen Muster können auch bei ihren Kindern auftreten. Kinder traumatisierter Eltern können ähnliche Erziehungsstile und psychische Probleme übernehmen; Symptome wie Stressanfälligkeit, Schuldgefühle, Angst, Depression, Phobien und Panik können sich bei ihnen zeigen. Das unverarbeitete Trauma eines Elternteils kann sich unmittelbar auf das Kind auswirken, das unausgesprochene Ängste aufnehmen und sie verinnerlichen kann, als wären es seine eigenen. Lebovici (1993) beschreibt diesen Prozess mit dem Begriff des „familiären Auftrags“, der die Rollen und Verantwortlichkeiten bezeichnet, die einem Kind von Geburt an zugewiesen werden. In ähnlicher Weise legen Stierlin und sein Team (1979) sowie Boszormenyi-Nagy (2014) nahe, dass Eltern ihren Kindern oft unbewusst bestimmte Rollen und Erwartungen auferlegen: vergangene Fehler wiedergutzumachen, elterlichen Schmerz zu lindern oder Ängste zu beruhigen. Diese impliziten Weitergaben können ein tiefes Gefühl der Loyalität und Verpflichtung gegenüber früheren Generationen nähren und so eine Art „intergenerationale Schuld“ entstehen lassen. Mit der Zeit häufen sich diese Lasten an, und neue Familienmitglieder werden in dieses ererbte emotionale Vermächtnis hineingeboren.
Die Theorie des epigenetischen Traumas geht davon aus, dass diese Weitergaben nicht nur psychosoziale, sondern auch biologische Grundlagen haben könnten. So deuten Studien darauf hin, dass ein hohes Stressniveau während der Schwangerschaft die neuronale Entwicklung des Fötus beeinflussen und sogar an die nächste Generation weitergegeben werden kann (Yehuda et al., 2016). Yamagata und sein Team untersuchten die intergenerationale Psychopathologie zwischen Müttern und Töchtern, indem sie mittels Magnetresonanztomografie die Ähnlichkeit des Volumens der grauen Substanz in den kortiko-limbischen Systemen von Eltern-Kind-Paaren prüften. Ihre Ergebnisse zeigten eine signifikant stärkere Ähnlichkeit zwischen Müttern und Töchtern als in anderen Dyaden (z. B. Mutter-Sohn, Vater-Tochter), was auf eine mögliche neuronale Grundlage der intergenerationalen Weitergabe hindeutet (Yamagata et al., 2016).
Psychodynamische Theorien gehen davon aus, dass ein Trauma, das auf bewusster Ebene unverarbeitet bleibt, unwissentlich an künftige Generationen weitergegeben werden kann (Bowe et al., 2025). Diese unbewusste Weitergabe kann die psychische Entwicklung eines Kindes behindern und sich später im Leben als unerklärliche Ängste, Unbehagen oder psychische Symptome äußern (Abraham & Torok, 1994). Während die Forschung zu diesem Thema häufig auf Studien über die Enkelkinder Überlebender des Holocaust zurückgeführt wird (Rakoff et al., 1966), betonten schon frühe psychoanalytische Konzeptionen, dass unausgesprochene Gefühle und Schuld aus dem Trauma der Eltern auf die Kinder projiziert werden können (Ferenczi, 1988). Spätere theoretische Ansätze verglichen diese ungelösten Traumata mit unsichtbaren „Gespenstern“ oder heimsuchenden Präsenzen, die weiterhin auf künftige Generationen einwirken (Fraiberg et al., 1975). Solche Lasten können die Entwicklung des Selbstgefühls eines Kindes stören (Fraiberg et al., 1975; Abraham & Torok, 1994). Das psychoanalytische Denken legt zudem nahe, dass kollektive Traumata – die ganze Gesellschaften erlebt haben – Teil des kollektiven Unbewussten werden und still weitergegeben werden können, wenn sie unterdrückt, ignoriert oder nicht anerkannt werden (Jung, 1964; Feldman, 2022).
Aus Sicht der Bindungstheorie kann eine traumatische Geburtserfahrung die emotionale Zuwendung der Mutter zu ihrem Kind beeinträchtigen und damit künftige Beziehungsmuster prägen (Frankham et al., 2023). Die Systemtheorie betont darüber hinaus, dass ein Trauma nicht nur ein individuelles Phänomen ist, sondern das gesamte Familiensystem betrifft (Fitzgerald et al., 2020; Reshef et al., 2023).
Feministische Perspektiven leisten in diesem Feld einen wichtigen Beitrag, indem sie aufzeigen, wie die Geburtserfahrungen von Frauen oft unsichtbar gemacht, auf den privaten Bereich beschränkt und in systemisches Schweigen gehüllt werden. Wird die Geburt medizinischer Autorität und Kontrolle unterworfen, können Frauen die Verfügung über ihren Körper verlieren, was zu unerkannten Traumata führt. Dieses Schweigen wird über Generationen hinweg reproduziert, nicht nur individuell, sondern als Teil eines kollektiven Gedächtnisses (Tsakmakis et al., 2023).
Diese Studie wurde in der Türkei durchgeführt, einer Gesellschaft, in der patriarchale Werte und Geschlechterrollen stark spürbar sind und in der die Familienstruktur sowohl in Kern- als auch in Großfamilien fortbesteht. Die Entscheidungsautonomie von Frauen während der Geburt wird häufig von den Älteren der Familie und vom Ehemann beeinflusst. Zudem wird berichtet, dass Frauen im Verlauf der Geburt aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen, mütterlicher Rollen und fehlender Unterstützung Angst und Depression erleben und Symptome traumatischen Stresses zeigen (Ozansoy Tunçdemir, 2024; Unutkan et al., 2024; Yildiz et al., 2017). Darüber hinaus macht ein unzureichender Zugang zu Gesundheitsleistungen traumatische Geburtserfahrungen wahrscheinlicher, was die psychische Belastung sowohl auf individueller als auch auf intergenerationaler Ebene erhöht (Özcan et al., 2017). Obwohl beim Zugang zur Gesundheitsversorgung insgesamt erhebliche Fortschritte erzielt wurden, zeigen die Ergebnisse der türkischen Bevölkerungs- und Gesundheitserhebung (TNSA, 2018), dass die Schwangerenvorsorge in ländlichen Gebieten und bei Frauen mit niedrigem Bildungsniveau eingeschränkter ist. In einem solchen sozialen Kontext schafft der starke Einfluss patriarchaler Strukturen und Geschlechternormen die Grundlage dafür, dass Geburtstraumata über familiäre Rollen und kulturelle Werte reproduziert werden, weit über eine individuelle Erfahrung hinaus. Die Türkei bietet daher einen besonderen und entscheidenden Kontext, um die intergenerationale Traumaweitergabe speziell im Zusammenhang mit Geburtsprozessen zu untersuchen.
In Ländern wie der Türkei, in denen traditionelle Werte tief verwurzelt sind, ist die intergenerationale Weitergabe von Geburtserfahrungen unzureichend erforscht, und die meisten vorliegenden Untersuchungen stützen sich auf quantitative Methoden (Demir, 2024; Aktaş Reyhan & Dağlı, 2022). Die einschlägige Literatur hat die Weitergabe geburtsbezogener Traumata auf der Ebene von einer oder zwei Generationen untersucht, was die Komplexität der Weitergabemechanismen und ihre vielschichtigen Auswirkungen auf innerfamiliäre Dynamiken nur teilweise sichtbar macht. Ein qualitativer Ansatz, der drei Generationen gleichzeitig einbezieht, ermöglicht ein tieferes Verständnis der Wege der Traumaweitergabe, der Ähnlichkeiten zwischen den Generationen und der Veränderungen. Zudem lässt sich sagen, dass die Durchführung dieser Studie in der türkischen Kultur eine wichtige Lücke in der Literatur schließt, indem sie zeigt, wie kulturelle Normen, der Zugang zur Gesundheitsversorgung und Geschlechterrollen die Weitergabe von Traumata prägen.
Diese Studie möchte diese Lücke schließen und untersuchen, wie traumatische Geburtserfahrungen von Frauen über Generationen hinweg bleibende Spuren hinterlassen.
Die Untersuchung orientiert sich an folgenden Kernfragen:
Diese Studie wurde mit einem phänomenologischen Ansatz, einer der Methoden qualitativer Forschung, konzipiert und zwischen November 2024 und Februar 2025 durchgeführt. Die Phänomenologie zielt darauf ab, die subjektiven Bedeutungen zu erkunden, die Menschen ihren gelebten Erfahrungen zuschreiben (Creswell, 2013). Unter den phänomenologischen Forschungsdesigns wählt diese Untersuchung den Ansatz der hermeneutischen Phänomenologie. Die hermeneutische Phänomenologie will Erfahrungen nicht nur beschreiben, sondern auch verstehen, wie Menschen ihnen innerhalb ihrer sozialen, kulturellen und relationalen Kontexte Sinn verleihen (Errasti-Ibarrondo et al., 2019). Der Ansatz beruht daher auf einer erkenntnistheoretischen Haltung, die sich aus den subjektiven Erfahrungen der Menschen aufbaut, im Gegensatz zur Annahme einer einzigen und unveränderlichen Wirklichkeit. Diesem Ansatz zufolge ist die Interpretation der Daten durch die Forschenden ebenso wichtig wie die Erzählungen der Menschen. Deshalb wurde das Prinzip der Reflexivität übernommen, damit sich die Forscherinnen ihrer eigenen Voreingenommenheiten bewusst bleiben. In dieser Studie wurde die Phänomenologie gewählt, um aufzuzeigen, wie Frauen ihren traumatischen Geburtserfahrungen Sinn verleihen, wie sich diese Erfahrungen über Körper, Gefühle und Beziehungen strukturieren und wie sie durch intergenerationale Weitergabe Kontinuität gewinnen. Anhand der Erzählungen der Frauen geht die Studie von der Annahme aus, dass traumatische Geburtserfahrungen nicht nur ein individuelles Erleben sind, sondern auch ein Phänomen, das in kulturellen, familiären und sozialen Kontexten geformt werden kann. In diesem Sinne will die Untersuchung die individuellen, relationalen und intergenerationalen Dimensionen des Traumas sichtbar machen, indem sie die sich wandelnden oder fortbestehenden Darstellungen von Geburtserfahrungen analysiert.
Die Untersuchungsgruppe bestand aus 30 Frauen aus 10 Familien, jeweils mit Teilnehmerinnen aus drei Generationen (Großmutter–Mutter–Enkelin). Der Kontext der Studie beruht auf der Annahme, dass Geburtserfahrungen nicht bloß individuelle Erlebnisse sind, sondern auch Erfahrungen, die über Familienerzählungen und die Interaktion zwischen den Generationen weitergegeben werden. Daher wurde die Untersuchung in einem familienbezogenen Rahmen angelegt, der Frauen aus drei Generationen – Großmutter, Mutter und Enkelin – gemeinsam betrachtet. Die Teilnehmerinnen wurden durch eine zielgerichtete, kriterienbasierte Stichprobenziehung ausgewählt, sofern sie folgende Kriterien erfüllten: älter als 18 Jahre, mindestens eine Geburt erlebt und in der Lage, an Interviews über drei Generationen derselben Familie teilzunehmen. Diese Stichprobenmethode gibt der Auswahl von Personen den Vorrang, die reich an einschlägiger Erfahrung sind und sinnvoll zum Ziel der Studie beitragen können (Patton, 2002).
Die Teilnehmerinnen wurden über eine Ausschreibung an einer staatlichen Universität gewonnen, an der die Forscherinnen tätig sind. Diese Universität ist eine Bildungseinrichtung, die eine große Zahl von Studierenden aus verschiedenen Regionen des Landes aufnimmt. Die in die Studie einbezogenen Familientriaden (Großmutter-Mutter-Enkelin) beschränkten sich daher nicht auf das Umfeld des Campus; die Herkunft der Teilnehmerinnen verteilte sich über das ganze Land (siehe Tabelle 1 zum Stadt-Land-Unterschied unter den Teilnehmerinnen). Die Auswahl der Stichprobe beruhte auf einer zielgerichteten Absicht und einer Strategie maximaler Variation: Zu den Einschlusskriterien gehörten das gemeinsame Vorhandensein von drei Generationen, das Vorliegen von Erzählungen über die Geburtserfahrung und die Abbildung unterschiedlicher soziokultureller Hintergründe. Darüber hinaus wurden während der Feldarbeit sowohl Aushänge auf dem Campus als auch Empfehlungen der Teilnehmerinnen genutzt, damit auch Großmütter oder Mütter, die in anderen Provinzen lebten, an den Interviews teilnahmen. Wenn persönliche Interviews nicht möglich waren, wurden Online-Interviews angeboten; diese Form erleichterte die Einbeziehung von Familienangehörigen an unterschiedlichen geografischen Orten in die Datenerhebung. Dank dieser Strategien erreichte die Stichprobe trotz ihrer Herkunft aus einer einzigen Einrichtung eine geografische, städtisch-ländliche und soziokulturelle Vielfalt, die eine eingehende Untersuchung der angestrebten intergenerationalen Weitergabemechanismen ermöglichte. Insgesamt meldeten sich 19 Studierende auf die Ausschreibung. Neun davon wurden jedoch ausgeschlossen, weil kein Zugang zu Familienangehörigen der anderen Generationen bestand. Schließlich wurden über die Vermittlung von 10 Studierenden Frauen aus drei Generationen in 10 Familien für die Interviews gewonnen.
Tabelle 1 Demografische Merkmale der Teilnehmerinnen
Alle 10 in die Studie einbezogenen Studentinnen waren an der Fakultät eingeschrieben, an der die Forscherinnen arbeiteten. Diese Situation wurde mit Blick auf das Verhältnis zwischen Forschenden und Teilnehmenden, das in der qualitativen Forschung häufig diskutiert wird, sorgfältig bedacht. Da das akademische Verhältnis der Forscherinnen zu den Studentinnen die Antworten der Teilnehmerinnen beeinflussen konnte, wurde die Wirkung dieses Verhältnisses auf den Forschungsprozess sowohl unter ethischen als auch unter methodischen Gesichtspunkten bewertet. In diesem Zusammenhang wurden bei der Datenerhebung die Grundsätze der Freiwilligkeit, der Vertraulichkeit und der Autonomie der Teilnehmerinnen besonders hervorgehoben. Darüber hinaus nehmen die Forschenden aufgrund der Natur des phänomenologischen Ansatzes keine distanzierte Beobachtungsposition ein, sondern eine reflexive und interpretierende Position bei der Sinnbildung aus den Erzählungen. Deshalb übernahmen die Forscherinnen, im Bewusstsein ihrer eigenen akademischen Rollen und möglicher Voreingenommenheiten, das Prinzip der Reflexivität und hinterfragten dieses Verhältnis während der gesamten Datenanalyse fortlaufend. Gleichzeitig wurde der Umstand, dass einige der Teilnehmerinnen Studentinnen der Forscherinnen waren, als eine der Grenzen der Studie betrachtet. Diese Situation könnte einen Effekt sozialer Erwünschtheit erzeugt haben, insbesondere in den Erzählungen der Enkelinnengeneration. Da die Großmütter- und Müttergeneration, auf der der Schwerpunkt der Untersuchung liegt, jedoch in keinem direkten akademischen Verhältnis zu den Forscherinnen stand, ist davon auszugehen, dass dieser Effekt bei der Weitergabe intergenerationaler Erzählungen begrenzt blieb. In dieser Hinsicht folgt die Studie einem qualitativen Forschungsansatz, der mögliche Machtgefälle benennt, transparent darlegt und in die Interpretation einbezieht.
Den demografischen Daten zufolge (siehe Tabelle 1) hatten die Großmütter (1. Generation) ein Durchschnittsalter von 71.10 ± 9.14 Jahren. Acht von ihnen hatten vor dem 18. Lebensjahr geheiratet, vier hatten zwischen 2 und 4 Kinder, acht hatten eine Fehl- oder Totgeburt erlebt, sechs lebten auf dem Land, sieben in Kernfamilien, und neun gaben keine psychiatrische Vorgeschichte oder psychische Erkrankung an. Die Mütter (2. Generation) hatten ein Durchschnittsalter von 46.90 ± 5.72 Jahren. Sieben hatten vor dem 18. Lebensjahr geheiratet, alle hatten 2–4 Kinder, sechs hatten keine Fehl- oder Totgeburt erlebt, sechs lebten auf dem Land, und neun lebten in Kernfamilien und gaben keine psychiatrischen Erkrankungen an. Die Enkelinnen (3. Generation) hatten ein Durchschnittsalter von 23.01 ± 4.48 Jahren. Sechs hatten vor dem 18. Lebensjahr geheiratet, alle hatten 2–4 Kinder, sechs hatten keine Fehl- oder Totgeburt erlebt, sechs lebten auf dem Land, und neun lebten in Kernfamilien ohne angegebene psychiatrische Vorgeschichte.
Die Daten wurden mit einem Fragebogen zu demografischen Angaben und mit von den Forscherinnen entwickelten halbstrukturierten Interviewleitfäden erhoben. Die Interviewleitfäden sollten die Teilnehmerinnen darin unterstützen, ihre Erfahrungen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in eigenen Worten und ausführlich zu schildern, im Einklang mit den Grundprinzipien des phänomenologischen Ansatzes. Bei der Entwicklung der Fragen wurden frühere qualitative Studien zu traumatischen Geburtserfahrungen, intergenerationaler Weitergabe und psychischer Gesundheit von Frauen sowie klinische und akademische Erfahrungen berücksichtigt. Aufgrund der Besonderheit der Untersuchung wurden für jede Generation eigene Interviewbögen erstellt. Die Leitfäden für die Gruppen der Großmütter (1. Generation), Mütter (2. Generation) und Enkelinnen (3. Generation) wurden unter Berücksichtigung des sozialen, kulturellen und familiären Kontexts der jeweiligen Lebenszeit der Teilnehmerinnen differenziert, wobei die thematische Kontinuität gewahrt blieb. Dies ermöglichte eine vergleichende Betrachtung der Weitergabe und Veränderung von Erfahrungen zwischen den Generationen. Alle Interviewleitfäden sind als Zusatzmaterial verfügbar.
Die Daten wurden mit einem Fragebogen zu demografischen Angaben und mit von den Forscherinnen entwickelten halbstrukturierten Interviewleitfäden erhoben. Die Interviewleitfäden sollten die Teilnehmerinnen darin unterstützen, ihre Erfahrungen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in eigenen Worten und ausführlich zu schildern, im Einklang mit den Grundprinzipien des phänomenologischen Ansatzes. Bei der Entwicklung der Fragen wurden frühere qualitative Studien zu traumatischen Geburtserfahrungen, intergenerationaler Weitergabe und psychischer Gesundheit von Frauen sowie klinische und akademische Erfahrungen berücksichtigt (Horsch & Stuijfzand, 2019; Feldman, 2022; Aktaş Reyhan & Dağlı, 2022; Bekes & Starrs, 2024; Aydın & Yıldız, 2018). Aufgrund der Besonderheit der Untersuchung wurden für jede Generation eigene Interviewbögen erstellt. Die Leitfäden für die Gruppen der Großmütter (1. Generation), Mütter (2. Generation) und Enkelinnen (3. Generation) wurden unter Berücksichtigung des sozialen, kulturellen und familiären Kontexts der jeweiligen Lebenszeit der Teilnehmerinnen differenziert, wobei die thematische Kontinuität gewahrt blieb. Dies ermöglichte eine vergleichende Betrachtung der Weitergabe und Veränderung von Erfahrungen zwischen den Generationen. Alle Interviewleitfäden sind als Zusatzmaterial verfügbar.
Die Interviews wurden von der Erstautorin einzeln, persönlich oder online, in einem Rahmen geführt, in dem sich jede Teilnehmerin sicher und wohl fühlen konnte. Jede Generation wurde getrennt befragt. Die Interviews dauerten zwischen 40 und 70 min und wurden mit Einverständnis der Teilnehmerinnen als Audiodatei aufgezeichnet. Vor dem Ende der Gespräche wurden die Teilnehmerinnen gefragt, ob sie noch etwas ergänzen oder fragen wollten, und die Interviews endeten mit einem Dank. Die Datenerhebung wurde fortgesetzt, bis eine thematische Sättigung erreicht war. Obwohl die Zahl der Interviews während der Kodierung bis zur 10. Familie der Studie zunahm, ergaben sich in den drei aufeinanderfolgenden Interviews nach der 8. Familie keine neuen Codes oder Hauptthemen; die Datenerhebung wurde daher nach 10 Familien beendet. Als Sättigungskriterium wurden drei aufeinanderfolgende Interviews ohne neue Informationen festgelegt. Wiederholungsinterviews wurden nicht geführt. Die Aufnahmen wurden anschließend von der Forscherin transkribiert und für die Analyse aufbereitet.
Um die Kommunikation zu stärken und mögliche Stockungen in den Interviews zu überwinden, wurden verschiedene unterstützende Gesprächsstrategien eingesetzt. Neben offenen Fragen stellten die Forscherinnen bei Bedarf vertiefende und reflektierende Fragen wie „Könnten Sie das etwas genauer ausführen?“ und „Könnten Sie beschreiben, wie Sie sich in diesem Moment gefühlt haben?“. Bei den persönlichen Interviews kam es zu keinen Unterbrechungen, auch nicht, wenn Teilnehmerinnen emotional belastet waren. Bei den Online-Interviews gab es einige Unterbrechungen, die Verbindung wurde jedoch wiederhergestellt und das Interview fortgesetzt. Zudem wurden Schweigepausen nicht übergangen, sodass die Teilnehmerinnen Zeit hatten, ihre Gedanken zu ordnen. Diese Flexibilität galt als grundlegendes Element der Technik des halbstrukturierten Interviews. Alle Interviews wurden mit ausdrücklicher Zustimmung der Teilnehmerinnen als Audiodatei aufgezeichnet und nach dem Gespräch wörtlich transkribiert. Der Interviewleitfaden diente während der gesamten Datenerhebung nicht als feste Fragenliste, sondern als flexible Orientierung, die die Erzählungen der Teilnehmerinnen unterstützte, ohne sie zu lenken. Dieser Ansatz sollte das Prinzip wahren, „die Erfahrung aus der eigenen Perspektive der Teilnehmerin zu verstehen“, das grundlegende Ziel phänomenologischer Forschung. Die Audioaufnahmen wurden mit kodierten Namen der Teilnehmerinnen in einem Cloud-Konto gespeichert, auf das nur die Forscherinnen Zugriff hatten.
Vor der Datenerhebung wurde die Zustimmung der Ethikkommission der Kütahya Health Sciences University eingeholt (Datum: 30.09.2024 – Beschluss Nr. 2024/11–46). Die Teilnehmerinnen wurden über das Ziel der Studie, die Grundsätze der freiwilligen Teilnahme und der Vertraulichkeit der Daten sowie über ihr Recht informiert, jederzeit zurückzutreten. Von jeder Teilnehmerin wurde eine schriftliche oder mündliche informierte Einwilligung eingeholt. Die ethischen Grundsätze der aktuellen Deklaration von Helsinki wurden in jeder Phase der Studie streng eingehalten.
Die erhobenen Daten wurden mittels thematischer Analyse ausgewertet (Braun & Clarke, 2006). Diese Methode zielt darauf ab, bedeutungstragende Muster in den Erzählungen zu identifizieren, sie zu kodieren und die Codes anschließend zu thematischen Clustern zu ordnen. Zu Beginn der Analyse wurde kein vorab festgelegter begrifflicher Rahmen vorgegeben. Die Studie folgte einem induktiven phänomenologischen Ansatz, bei dem Bedeutungen, Themen und Deutungsstrukturen unmittelbar aus den Erzählungen der Teilnehmerinnen hervorgingen. Obwohl die Phänomenologie vor allem verstehen will, wie Menschen ihren gelebten Erfahrungen Sinn verleihen, wurde die thematische Analyse als analytische Strategie eingesetzt, um gemeinsame Bedeutungsmuster der Teilnehmerinnen systematisch herauszuarbeiten. In dieser Studie diente die thematische Analyse als phänomenologisch fundierte Methode, die es den Forscherinnen ermöglichte, in den subjektiven Erfahrungen der Teilnehmerinnen verankert zu bleiben und zugleich gemeinsame Erfahrungsstrukturen im Zusammenhang mit traumatischen Geburten über die Generationen hinweg zu erkennen. Begriffliche Verbindungen zum intergenerationalen Trauma und zu soziokulturellen Prozessen wurden während und nach der Kodierung analytisch entwickelt, statt als vorab festgelegte Leitannahmen zu dienen. Die Analyse folgte diesen Schritten:
Die theoretische Sättigung wurde in dieser Studie mit dem Kriterium operationalisiert, dass „in mindestens drei aufeinanderfolgenden Interviews kein neues Hauptthema und kein bedeutsamer neuer Subcode auftritt“ (Guest et al., 2006; Saunders et al., 2018). Insgesamt wurden 30 Interviews aus 10 Familien analysiert; die Analysen zeigten, dass die Kernthemen und Schlüsselkategorien im vorliegenden Datensatz wiederholt auftraten und keine neuen Informationen erbrachten; die thematische Sättigung wurde daher als analytisch erreicht betrachtet.
Alle im Forschungsprozess geführten Interviews wurden aufgezeichnet und wörtlich transkribiert. Um die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse zu erhöhen, wurden die transkribierten Aussagen den Teilnehmerinnen zur Bestätigung vorgelegt. Die so entstandenen Transkripte wurden von beiden Forscherinnen unabhängig voneinander mehrfach durchgesehen. Die Studie wurde im Einklang mit dem akademischen Hintergrund und der Felderfahrung der Forscherinnen durchgeführt. Die Erstautorin bringt durch ihre Arbeit im Bereich Trauma und psychische Gesundheit eine theoretische und praktische Perspektive auf die Analyse der psychischen und relationalen Dimensionen traumatischer Erfahrungen ein. Ihre Erfahrung mit qualitativen Forschungsmethoden verlieh der Interpretation der Erzählungen zudem eine interdisziplinäre Tiefe. Die Zweitautorin ist promovierte Pflegewissenschaftlerin im Bereich Frauengesundheit und auf Geburtserfahrungen, die Wahrnehmung traumatischer Geburten und das subjektive Geburtserleben von Frauen spezialisiert. Ihre international veröffentlichten Studien zu qualitativen Forschungsmethoden trugen dazu bei, den phänomenologischen Ansatz in dieser Studie wirksam anzuwenden. Die unterschiedlichen, aber einander ergänzenden Fachgebiete der Forscherinnen ermöglichten es, traumatische Geburtserfahrungen nicht nur als geburtshilflichen Vorgang, sondern auch als Erfahrung mit psychischen und intergenerationalen Auswirkungen zu betrachten. Beide Forscherinnen verfolgten jedoch während der gesamten Studie einen reflexiven Ansatz, im Bewusstsein, dass ihre beruflichen Positionen und ihre Expertise im Traumabereich den Analyseprozess beeinflussen könnten; sie betrachteten das Bewusstsein für mögliche Voreingenommenheiten und deren kritische Prüfung als methodische Anforderung. Im Bewusstsein ihrer akademischen Rollen, ihrer Werte in Bezug auf Frauengesundheit und ihrer Annahmen über traumatische Geburtserfahrungen hielten die Forscherinnen diese Vorannahmen vor Beginn der Datenanalyse schriftlich fest. In diesem Zusammenhang wurde das in der phänomenologischen Forschung empfohlene reflexive Einklammern (Bracketing) angewandt, um die Interpretationen der Forscherinnen so weit wie möglich von den Erfahrungen der Teilnehmerinnen zu trennen (Errasti-Ibarrondo et al., 2019).
Während der Kodierung und der Entwicklung der Themen trafen sich die Forscherinnen regelmäßig, um einen gemeinsamen analytischen Konsens über die endgültigen Themen zu erzielen. Dabei wurde besonders darauf geachtet, die Themen unmittelbar aus den Daten abzuleiten und zu verhindern, dass die Vorannahmen der Forscherinnen die Analyse lenkten. Die von beiden Forscherinnen vereinbarten Themen wurden anschließend von einer in qualitativer Forschung erfahrenen, mit dem Thema jedoch nicht vertrauten Fachperson überprüft, womit die dreiteilige Analyse abgeschlossen war. Auf Grundlage dieser Rückmeldungen wurde Unterthema 1.2, ursprünglich „Einsamkeit und fehlende Unterstützung“, zur besseren Klarheit in „Gewalt, Einsamkeit und fehlende Unterstützung“ umbenannt. Die Übereinstimmung zwischen den Kodierenden wurde nach dem Modell von Miles und Huberman bestimmt, demzufolge eine Übereinstimmung von mindestens 80% erwartet wird (Miles & Huberman, 1994). In dieser Studie lag die Übereinstimmung zwischen den Kodierenden bei 88%.
Darüber hinaus wurde die Untersuchung im Rahmen der Grundsätze methodischer Strenge, Glaubwürdigkeit, Übertragbarkeit, Konsistenz und Nachprüfbarkeit durchgeführt. Der Studienkontext und die Merkmale der Teilnehmerinnen wurden ausführlich beschrieben, und die Übertragbarkeit wurde gestärkt, indem die Themen mit direkten Zitaten aus den Erzählungen der Teilnehmerinnen belegt wurden. Die Nachprüfbarkeit wurde durch eine klare Darstellung aller Entscheidungen im Analyseprozess gewährleistet. Die Forscherinnen achteten auf innere Konsistenz, indem sie Daten, Codes und Themen während der gesamten Analyse fortlaufend miteinander verglichen. Ihre Positionen in der Studie wurden klar bestimmt, mit ihren Stärken und Grenzen, und der mögliche Einfluss dieser Positionen auf die Erzeugung und Interpretation der Daten wurde in jeder Phase des Forschungsprozesses kritisch bewertet. Es ist davon auszugehen, dass dieser Ansatz die methodische Transparenz und die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit der Studie gestärkt hat.
Die thematische Analyse ergab drei Hauptthemen: Quellen und Erscheinungsformen des Traumas, Wege der intergenerationalen Weitergabe sowie intergenerationale Unterschiede und Wandel. Zum ersten Hauptthema gehörten die Unterthemen körperliche Belastung und übermäßige Arbeitslast; Gewalt, Einsamkeit und fehlende Unterstützung; sowie fehlendes Wissen und mangelnde medizinische Unterstützung. Das zweite Hauptthema umfasste die Kultur des Schweigens und der Scham, die Weitergabe von Wissen und mütterliches Wissen sowie die bewusste Wiederholung oder Unterbrechung negativer Erfahrungen. Im dritten Hauptthema zeigten sich Unterthemen wie veränderte Rollen und Paardynamiken, Veränderungen der Geburtsorte und des Zugangs zur Gesundheitsversorgung sowie intergenerationale Veränderungen in der Unterstützung durch Ehemann und Familie (Tabelle 2). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass traumatische Geburtserfahrungen keine isolierten Ereignisse sind, sondern in eine dynamische und vernetzte Struktur eingebettet sind, die sich über Generationen hinweg entfaltet. Wie Abb. 1 veranschaulicht, ergab die Analyse drei Hauptthemen, die zusammen erklären, wie Traumata entstehen, weitergegeben und im Lauf der Zeit verwandelt werden. Diese Themen sind eher als analytisch miteinander verbunden denn als getrennte Kategorien zu verstehen; sie spiegeln das komplexe Zusammenspiel von individuellen Erfahrungen, Familiendynamiken und soziokulturellen Kontexten wider.

Tabelle 2 Interviewzitate zu den Haupt- und Unterthemen der Geburtserfahrungen von Frauen
Dieses Thema konzentriert sich auf die körperlichen und psychosozialen traumatischen Erfahrungen, die die Teilnehmerinnen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett machten, und erfasst die Bedingungen, unter denen traumatische Geburtserfahrungen zunächst entstehen. Bei den Teilnehmerinnen der ersten Generation rührte das Trauma häufig von Geschlechterrollen, Armut, familiärer Hierarchie und fehlender Unterstützung her. In der zweiten und dritten Generation traten emotionaler Druck, Einsamkeit, medizinische Eingriffe und systemische Gewalt als bedeutsamere Quellen hervor. Dieses Thema zeigt, wie körperliche Belastung und übermäßige Arbeitslast, Gewalterfahrungen, Einsamkeit und fehlende Unterstützung sowie unzureichendes Wissen und mangelnde medizinische Unterstützung zusammenwirken und die ersten Begegnungen der Frauen mit Schwangerschaft und Geburt prägen. Diese Erfahrungen bilden die grundlegende Schicht des Traumas und den emotionalen und erfahrungsbezogenen Hintergrund, vor dem spätere Bedeutungen entstehen.
Viele Frauen der ersten Generation berichteten, dass sie während ihrer gesamten Schwangerschaft schwer arbeiten mussten, was mitunter zu Fehl- oder Frühgeburten führte. Ihre körperlichen Grenzen wurden missachtet – Ausdruck einer Sicht auf den weiblichen Körper als einen Körper, der zur Arbeit verpflichtet ist.
„Die Gayınnam (ein örtliches Dialektwort für die angeheiratete Familie) haben mich nie wie eine Schwangere behandelt. Ich musste alles machen. Sie haben mich aufs Feld geschickt, und ich bin gegangen. Ich habe das ganze Kochen und die ganze Wäsche gemacht.“ (Interview 3 – Großmutter).
„Meine Schwiegermutter gab mir den störrischeren Esel zum Hüten. Ich musste auf den Feldern Futter schneiden. Mit meinem riesigen Bauch habe ich das nicht geschafft. Ich habe mich einfach hingelegt und geweint.“ (Interview 10 – Großmutter).
„Ich habe entbunden, mir das Baby auf den Rücken gebunden und bin auf die Felder gegangen. Arbeit und Kind, beides zugleich. Niemand hat mir geholfen.“ (Interview 9 – Großmutter).
Dieses Unterthema verdeutlicht nicht nur das körperliche Trauma, sondern zeigt auch, wie Frauen die Möglichkeit verwehrt wurde, ihre eigenen physiologischen Vorgänge wahrzunehmen oder zu achten.
Viele Teilnehmerinnen fühlten sich während Schwangerschaft und Geburt emotional vernachlässigt; oft standen sie unter dem Druck ihrer Schwiegermütter oder erhielten keinerlei Unterstützung von ihren Ehemännern. Die Formen der Gewalt reichten von offenen (Ohrfeigen, Beschimpfungen) bis zu verdeckten (Ignorieren, Aufbürden von Verantwortung).
„Mein Schwiegervater hat mich beschimpft. Mein Mann hat mich nie in Schutz genommen. Ich fühlte mich völlig allein.“ (Interview 3 – Mutter).
„Nach der Geburt hat mein Baby eines Nachts viel geweint. Ich konnte es nicht beruhigen. Mein Schwiegervater hat mich geohrfeigt, weil er nicht schlafen konnte. Das werde ich nie vergessen.“ (Interview 10 – Großmutter).
„Meine Schwiegermutter hat das Gesicht verzogen, weil ich ein Mädchen bekommen hatte. Sie gab mir die Schuld am Geschlecht. Ich habe die Tränen zurückgehalten.“ (Interview 10 – Enkelin).
Emotionale Einsamkeit und Unsichtbarkeit waren besonders in der zweiten Generation verbreitet. Manche zweifelten aufgrund dieser Isolation an ihrer Fähigkeit, Kinder großzuziehen.
Viele Frauen gingen in die Wehen, ohne zu verstehen, was eine Geburt mit sich bringt, was sie erwartet oder welche Anzeichen auf Gefahr hindeuten. Dieses fehlende Wissen war eine wesentliche Traumaquelle, vor allem für die erste Generation.
„Ich dachte, ich hätte mir in die Hose gemacht. Dabei hatten die Wehen eingesetzt. Wenn meine Schwägerin es mir nicht gesagt hätte, hätte ich es nicht gewusst.“ (Interview 10 – Großmutter).
„Sie haben mir künstliche Wehen gegeben. Ich wusste nicht, was das ist. Ich habe 50 Stunden gelitten. Niemand hat mir erklärt, wie eine Geburt abläuft.“ (Interview 10 – Enkelin).
„Die Hebamme kam, sagte, das Baby sei noch nicht heruntergekommen, und ging wieder. Ich habe 10 Tage gelitten. Am Ende kam das Baby tot zur Welt.“ (Interview 6 – Großmutter).
In manchen Fällen führten Gleichgültigkeit, schlechte Kommunikation oder Fehler von Gesundheitsfachkräften über die Generationen hinweg zu traumatischen Ausgängen.
Dieses Thema untersucht, wie Frauen ihre Schwangerschafts- und Geburtserfahrungen an die nächste Generation weitergaben – oder nicht weitergeben konnten. Drei Hauptformen zeichneten sich ab: Schweigen und Scham, schützendes Teilen von Informationen sowie Wiederholung oder Unterbrechung des Traumas. Dieses Thema erklärt, wie geburtsbezogene Traumata über die einzelne Person hinausreichen und sich in die familiären Beziehungen einschreiben. Es beleuchtet die Mechanismen, durch die mit der Geburt verbundene Bedeutungen in Familienerzählungen und Fürsorgepraktiken bewahrt, verändert oder infrage gestellt werden.
Frauen der ersten und zweiten Generation betrachteten Themen wie Schwangerschaft, Geburt und Sexualität als Tabu. Dies verhinderte die Weitergabe wesentlichen Wissens und ließ jüngere Generationen unvorbereitet.
„Über so etwas hat man nicht gesprochen. Das war beschämend. Wir haben uns geniert.“ (Interview 10 – Mutter).
„Meine Töchter haben nie etwas davon gehört. Meinen Schwiegertöchtern habe ich ein wenig erzählt, aber sie waren auch schüchtern.“ (Interview 7 – Großmutter).
„Meine Mutter hat mir nie etwas erzählt. Ich habe nicht einmal gesagt, dass ich meine Periode bekommen hatte – ich habe mich zu sehr geschämt.“ (Interview 10 – Mutter).
Dieses Schweigen steht nicht nur für die Weitergabe des Traumas, sondern auch für das Erbe der Unwissenheit.
Einige Mütter und Großmütter versuchten, ihre Töchter zu schützen, indem sie praktische Ratschläge gaben und ihr hart erworbenes Wissen weitergaben.
„Ich wollte nicht, dass sie so unwissend ist wie ich. Ich habe ihr gesagt, sie soll nicht einfach jeder Hebamme trauen.“ (Interview 6 – Großmutter).
„Ich habe gemacht, was meine Mama mir gesagt hat. Sie hat immer gesagt: ‚Heb nichts Schweres, mach dir keinen Stress.‘“ (Interview 10 – Enkelin).
„Ich habe meinen Töchtern immer gesagt, sie sollen die Füße warm halten und nichts Schweres heben.“ (Interview 7 – Großmutter).
Dieser Austausch spiegelt fürsorgebasierte Beziehungen wider, doch das geteilte Wissen blieb oft begrenzt und rein praktisch.
Manche Frauen wurden sich schädlicher Muster bewusst und versuchten, sie nicht an ihre Kinder weiterzugeben. Andere sahen, wie ihre Töchter trotz ihrer Warnungen ähnliche Erfahrungen wiederholten.
„Wenn ich es gewesen wäre, hätte ich meiner Tochter von den Anzeichen der Wehen erzählt. Ich hätte ihr Hygiene beigebracht. Aber uns hat man nie etwas beigebracht.“ (Interview 10 – Enkelin).
„Ich habe meiner Tochter gesagt, sie soll das nicht tun, aber sie hat nicht auf mich gehört. Am Ende ging es ihr wie mir – sie hat sogar in der Schwangerschaft schwer gearbeitet.“ (Interview 10 – Mutter).
„Ich wünschte, meine Mama hätte mir von der Geburt erzählt. Ich wäre besser vorbereitet gewesen und hätte weniger Angst gehabt.“ (Interview 10 – Enkelin).
Dieses Unterthema zeigt, dass ein Trauma stillschweigend weitergegeben oder bewusst unterbrochen werden kann, vor allem von Frauen der dritten Generation, die eine größere Bereitschaft zeigen, sich zu informieren.
Dieses Thema untersucht die deutlichen Unterschiede zwischen den drei Generationen. Im Lauf der Zeit haben veränderte soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen die Wahrnehmungen, Rollen und Erfahrungen von Frauen in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt verändert. Das Thema spiegelt auch wider, wie diese über Generationen weitergegebenen Erfahrungen mit der Zeit neu geformt werden. Veränderungen der Geschlechterrollen und Paardynamiken, der Wandel der Geburtsorte und des Zugangs zur Gesundheitsversorgung sowie sich entwickelnde Formen der Unterstützung durch Ehemann und Familie zeigen, dass intergenerationale Weitergabe keine statische Wiederholung bedeutet. Vielmehr deuten Frauen ererbte Erfahrungen unter sich wandelnden sozialen und strukturellen Bedingungen aktiv um und handeln sie neu aus, sodass zwischen den Generationen sowohl Kontinuität als auch Wandel möglich werden.
In der ersten Generation waren frühe Ehen und auf Gehorsam und Schweigen beruhende Rollen verbreitet. Frauen der dritten Generation hingegen setzten klarere Grenzen und lebten gleichberechtigtere Paarbeziehungen.
„Ich habe mit 15 geheiratet. Ich war hochschwanger und habe immer noch auf den Feldern gearbeitet. Niemand hat auch nur gefragt, wie es mir geht.“ (Interview 10 – Großmutter).
„Meine Schwiegermutter wollte, dass ich ihr helfe. Mein Mann hat ihre Bitte abgelehnt und mich an erste Stelle gesetzt. Ich fühlte mich wertgeschätzt.“ (Interview 10 – Enkelin).
„Zu unserer Zeit hat die Frau entbunden, gearbeitet und das Kind großgezogen. Der Mann hat das Baby nicht einmal angesehen. Und heute? Die Männer spielen mit ihren Kindern, sie kochen.“ (Interview 4 – Großmutter).
Diese Veränderungen deuten darauf hin, dass sich die Rollen der Frauen in der Familie wandeln und patriarchale Systeme sich über die Generationen hinweg zu lockern beginnen.
Frauen der ersten Generation brachten ihre Kinder meist zu Hause unter einfachsten Bedingungen mit Hilfe traditioneller Hebammen zur Welt. In der dritten Generation fanden die Geburten im Krankenhaus mit medizinischer Unterstützung statt – wobei diese Eingriffe mitunter neue Traumata hervorriefen.
„Sie haben mich knien lassen. Mir den Rücken gerieben. Das Baby kam nicht heraus. Sie haben auf meinen Bauch gedrückt.“ (Interview 10 – Mutter).
„Ich hatte 50 Stunden künstliche Wehen. Es war eine schwere Geburt, weil mein Becken eng war. Das Personal sagte: ‚Sie kann nicht einmal gebären.‘“ (Interview 10 – Enkelin).
„Die Hebamme kam nicht. Es waren die Frauen aus dem Dorf oder die Nachbarinnen, die geholfen haben. Sie haben mir mit dem Ellbogen auf den Bauch gedrückt – ich dachte, ich bekomme keine Luft mehr.“ (Interview 6 – Großmutter).
Während die Medikalisierung bestimmte Risiken verringerte, brachte sie auch neue Stressquellen mit sich, etwa geburtshilfliche Gewalt, unaufmerksames Personal und schlechte Kommunikation.
In der ersten Generation gab es so gut wie keine Unterstützung durch den Ehemann. In der dritten Generation war emotionale und körperliche Unterstützung häufiger und wirkte sich positiv auf das Wohlbefinden im Wochenbett aus.
„Mein Mann war bei keiner meiner Geburten je dabei. Damals bedeutete Anstand, dass wir nicht einmal die Stimme erheben durften.“ (Interview 10 – Großmutter).
„Mein Mann hat für mich gekocht, mir Orangensaft gemacht, mich massiert. Im Wochenbett hat er mich nie allein gelassen.“ (Interview 10 – Enkelin).
„Ich habe meine Tochter in jeder Hinsicht unterstützt. Ich wollte nicht, dass sie durchmacht, was ich durchgemacht habe.“ (Interview 10 – Mutter).
Manche Frauen versuchten aktiv, ihren Töchtern die Unterstützung zu geben, die sie selbst nie erhalten hatten.
Zusammengenommen bieten diese drei Hauptthemen einen kohärenten analytischen Rahmen, der veranschaulicht, wie traumatische Geburtserfahrungen über Generationen hinweg erlebt, erinnert und sinnhaft gedeutet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass geburtsbezogene Traumata nicht auf isolierte Ereignisse reduziert werden können; sie erscheinen vielmehr als fortdauernde gelebte Erfahrung, die von den körperlichen Erfahrungen, emotionalen Reaktionen und Beziehungskontexten der Frauen geprägt ist. Diese Erfahrungen entstehen unter bestimmten Bedingungen, werden über familiäre Interaktionen und implizite Erzählungen an die nächsten Generationen weitergegeben und von Frauen in sich wandelnden sozialen und strukturellen Kontexten neu gedeutet. Dieser Prozess zeigt, dass intergenerationale Weitergabe keine mechanische Wiederholung ist, sondern eine dynamische Struktur widerspiegelt, in der Kontinuität und Wandel durch die Sinnbildungsprozesse der Frauen nebeneinander bestehen.
Ziel dieser Studie war es zu verstehen, wie traumatische Geburtserfahrungen von Frauen über Generationen hinweg bleibende Spuren hinterlassen. Die Ergebnisse zeigen, dass Geburts- und Schwangerschaftserfahrungen nicht rein persönlich sind, sondern von kulturellen, historischen und strukturellen Bedingungen geprägt werden. Während Armut, Patriarchat und fehlende Informationen in der ersten Generation dominierende Faktoren waren, traten in der jüngsten Generation emotionale Bedürfnisse stärker in den Vordergrund. Auch der Zugang zu Informationen und die Erwartungen an soziale Unterstützung erwiesen sich als zentrale Anliegen. Ein auffälliger Befund ist, wie ein Trauma, das durch Schweigen weitergegeben wird, sich in späteren Generationen als Unwissenheit und Hilflosigkeit äußert. Doch einige Frauen haben diesen Kreislauf erkannt und versucht, ihn zu durchbrechen. Diese Themen beantworten unmittelbar die zentrale Forschungsfrage und veranschaulichen, dass die intergenerationale Traumaweitergabe sowohl über innere (kognitiv-emotionale) als auch über äußere (sozial-strukturelle) Mechanismen wirkt. Die Diskussion folgt einer induktiven Logik, deren Interpretationen unmittelbar aus den Ergebnissen der Studie hervorgehen. Die einschlägige Literatur wird anschließend einbezogen, um diese empirisch gewonnenen Themen einzuordnen und ihr Verständnis zu vertiefen, nicht um vorab festgelegte theoretische Annahmen aufzuzwingen.
Im ersten Thema blieben bestimmte Elemente bestehen, auch wenn sich Quellen und Formen des Traumas von Generation zu Generation unterschieden. Vor allem die Frauen der ersten Generation erlitten körperliche Traumata infolge übermäßiger Arbeitslast und eines unzureichenden Zugangs zur Gesundheitsversorgung. Die gesellschaftliche Wahrnehmung des weiblichen Körpers als eines Körpers, der auch in der Schwangerschaft weiterarbeiten muss, spiegelt verfestigte Geschlechternormen wider (Shibeshi et al., 2023). Diese Sichtweise hängt damit zusammen, den weiblichen Körper vor allem unter dem Gesichtspunkt seiner Produktivität zu betrachten und Frauen das Recht auf Ruhe abzusprechen. Nhampoca und Maritz (2024) stellten fest, dass früh verheirateten Frauen in der Familie oft die Rolle der „Hausfrau“ zugewiesen wurde und sie schwere häusliche Lasten zu tragen hatten. In der Stichprobe dieser Studie erhöhten strukturelle Benachteiligungen wie der Anteil früher Eheschließungen und das Leben auf dem Land die körperliche Belastung in der ersten Generation; sozioökonomische Faktoren auf der Makroebene prägten somit sowohl die Entstehung des Traumas als auch seine Weitergabe.
In der zweiten und dritten Generation wurde das Trauma stärker durch emotionale Vernachlässigung, Einsamkeit, systemische Gewalt und medizinische Eingriffe geprägt. Besonders während der Geburt hinterließen medizinische Maßnahmen ohne Einwilligung oder ohne ausreichende Erklärung bleibende psychische Narben. Die Berichte der Teilnehmerinnen decken sich mit der Literatur zur geburtshilflichen Gewalt, die hervorhebt, wie eine uninformierte und herablassende Versorgung selbst zum Trauma werden kann (Unutkan et al., 2025). Mehrere Frauen in unserer Studie beschrieben, wie die Geburt, einst ein frauenzentrierter natürlicher Vorgang, zu einem mechanisierten, von Gesundheitsfachkräften kontrollierten Verfahren geworden war, das sie zu passiven Objekten machte. Diese Erzählungen spiegeln eine in der Literatur beschriebene breitere Tendenz wider: den Verlust weiblicher Handlungsmacht während der Geburt (Karabulut & Unutkan, 2025; Sidesinger, 2024). Die Ergebnisse verweisen auf die Notwendigkeit, im Gesundheitssystem die Grundsätze einer respektvollen Geburt und humanen Versorgung umzusetzen, familienzentrierte Geburtsvorbereitungsprogramme anzubieten, Schulungen in empathischer Kommunikation für die Geburtshilfe einzuführen, Praktiken zu fördern, die die Beteiligung der Familie unterstützen, und leicht zugängliche Meldewege für geburtshilfliche Gewalt zu schaffen.
Das zweite Thema zeigt, dass ein Trauma nicht mit einer einzigen Generation endet. Es setzt sich durch Weitergabe fort – oft über Schweigen, Scham und das Tabu, das die reproduktiven Erfahrungen von Frauen umgibt. Dies steht im Einklang mit Foucaults (1978) Begriff der „Politik des Schweigens“, wonach gesellschaftliche Kontrolle aufrechterhalten wird, indem jedes Wissen über den weiblichen Körper unterdrückt und unsagbar gemacht wird (Caneda-Cabrera & Carregal-Romero, 2023). Ohne Vorwissen oder Vorbereitung in die Geburt zu gehen, vertieft nicht nur das körperliche, sondern auch das psychische Trauma (Callister, 2004). Dieses psychische Trauma beeinträchtigt die emotionale Kapazität der Mutter und ihre Fähigkeiten zur Emotionsregulation, gefährdet eine sichere Bindung zwischen Mutter und Kind und kann den Boden für Beziehungs-, Angst- und Anpassungsprobleme beim heranwachsenden Kind bereiten (Bowlby, 1982). Aus familiensystemischer Sicht setzt sich ein Trauma nicht nur in einzelnen Personen fort, sondern auch über familiäre Rollen, Verantwortlichkeiten und implizite Erwartungen (Fitzgerald et al., 2020). Die in einigen Erzählungen beobachteten Haltungen der „Selbstwiederholung“ verweisen auf die Weitergabe familiärer Verantwortung von Generation zu Generation, verbunden mit Gefühlen von „Pflicht“ oder „Verpflichtung“; dies lässt sich auch mit Prozessen traumatischer Bindung in Verbindung bringen (Dutton & Painter, 1993). Gesundheitsfachkräfte sollten daher nicht nur medizinisch versorgen, sondern Frauen vor der Geburt auch psychisch und emotional unterstützen. Die Achtung der informierten Einwilligung und der körperlichen Selbstbestimmung spielt eine entscheidende Rolle dabei, traumatische Geburten zu verhindern und den Kreislauf der Traumaweitergabe zu durchbrechen.
Demgegenüber stellen die Bemühungen einiger Teilnehmerinnen, ihr eigenes Leid nicht weiterzugeben – oder es zu verwandeln –, hoffnungsvolle Zeichen des Wandels dar. Frauen der dritten Generation zeigten sich besonders offen dafür, sich Wissen anzueignen, sich auf die Geburt vorzubereiten und die Unterstützung ihres Ehemanns zu suchen. Dieses wachsende Bewusstsein spiegelt van der Kolks (1994) These wider, dass „der Körper Buch führt“: Auch unausgesprochene Traumata finden ihren Ausdruck im Verhalten. In unserer Studie erklärten einige Mütter, die im Schweigen aufgewachsen waren, ausdrücklich, sie versuchten, dieses Schweigen um ihrer Töchter willen zu brechen. Man kann argumentieren, dass die Resilienzprozesse, die Masten (2001) als „gewöhnliche Magie“ bezeichnet, diese Situation erklären könnten. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Kinder, die unter benachteiligten Bedingungen aufwachsen (etwa Armut, Trauma oder ungünstige sozioökonomische Umfelder), nicht zwangsläufig ähnliche Probleme erleben und sich problematisch entwickeln, sondern dass Resilienz ein normaler Zustand ist und eine gesunde Entwicklung dank schützender Systeme möglich ist. Ebenso kann Walshs (2003) Modell der familiären Resilienz auf die Rolle sozialer Unterstützungsnetze und innerfamiliärer Neuorganisation beim Durchbrechen des intergenerationalen Weitergabezyklus hinweisen. Nach dem historischen Modell der intergenerationalen Traumaweitergabe wiederum können Eltern, die ein Trauma erlebt haben, die Welt als gefährlich, ungerecht oder unkontrollierbar wahrnehmen. Wird diese Weltsicht an ihre Kinder weitergegeben, kann sie zu erhöhter Angst, Misstrauen oder emotionaler Vorsicht führen. Fehlt ein offener Dialog über vergangene Traumata, können zudem Lücken in der Art entstehen, wie Kinder die Welt verstehen – zugleich kann dies sie jedoch dazu anregen, Fragen zu stellen, nachzuforschen und neue Bedeutungen zu konstruieren (Békés & Starrs, 2024). Andererseits könnte sich auch die Wahrnehmung geburtsbezogener Traumata infolge kultureller Veränderungen zwischen den Generationen unterschieden haben. Im Einklang mit dem Ansatz von Jordan (1993), der betont, dass Geburt kulturell konstruiert ist, stellte unsere Studie fest, dass ältere Generationen Geburtserfahrungen eher im Zusammenhang mit Intimität und Privatsphäre deuten, während jüngere Generationen sie unter dem Blickwinkel individueller Rechte, bewusster Entscheidungen und geplanter Geburt bewerten. Diese Unterscheidung legt nahe, dass sich intergenerationale Weitergabe nicht auf traumatische Erfahrungen beschränkt; auch kulturelle Werte können sich im Lauf der Zeit wandeln und Einfluss ausüben.
Das dritte Thema veranschaulicht, wie sich Geburtserfahrungen im Lauf der Zeit sowohl gesellschaftlich als auch individuell wandeln. Veränderungen beim Heiratsalter, bei den familiären Rollen und bei der Beteiligung des Ehemanns haben sich unmittelbar darauf ausgewirkt, wie Frauen die Geburt wahrnehmen und erleben. Frühe Ehen und auf Gehorsam ausgerichtete Rollen in der ersten Generation spiegeln die tiefe Verankerung der Geschlechterungleichheit wider (Yoosefi Lebni et al., 2023). Frauen der dritten Generation hingegen suchten aktiv nach Informationen, setzten persönliche Grenzen und traten für ihre Rechte ein – ein Hinweis auf das Zusammenwirken von persönlichem Bewusstsein und gesellschaftlichem Wandel. Studien stützen dies und deuten darauf hin, dass Bildungsfortschritte über die Generationen hinweg zu einem höheren Maß an Bewusstsein und psychischem Wohlbefinden führen (Raghupathi & Raghupathi, 2020). Die in der dritten Generation beobachteten Veränderungen lassen sich als Schutzfaktoren betrachten, die den Weitergabekreislauf durchbrechen können. Diese Ergebnisse stützen das Potenzial von Psychoedukation in der Schwangerschaft, familienorientierter Beratung und partnereinbeziehenden Interventionen zur Verringerung der intergenerationalen Weitergabe.
Auch die Unterschiede im Zugang zur Gesundheitsversorgung zwischen den Generationen waren bedeutsam. Während frühere Generationen mit Zugangsschwierigkeiten zu kämpfen hatten, profitierten spätere von medizinisch begleiteten Geburten – allerdings nicht ohne neue Risiken. Studien bestätigen Ungleichheiten beim Zugang zum System zwischen den Generationen (Hussein et al., 2020). Obwohl Hausgeburten mit traditionellen Hebammen den Krankenhausgeburten gewichen sind, hat die Zunahme medizinischer Eingriffe Traumata nicht beseitigt. Vielmehr haben fehlende persönliche Betreuung und die Mechanisierung der Geburt mitunter neue Formen von Leid hervorgebracht. Diese Ergebnisse decken sich mit früheren Forschungsarbeiten, wonach inhumane medizinische Praktiken während der Geburt langfristige psychische Folgen haben können (Leinweber & Stramrood, 2024; Olza et al., 2018). Während ältere Generationen wegen fehlenden Zugangs vor Herausforderungen standen, laufen jüngere Generationen Gefahr, durch die Übermedikalisierung der Geburt traumatisiert zu werden. Unnötige Eingriffe zu verringern und die menschliche Seite der Geburt zu bewahren, ist daher nicht nur für die heutigen, sondern auch für künftige Generationen unerlässlich.
Schließlich zeigten sich tiefgreifende intergenerationale Veränderungen in der Unterstützung durch Ehemann und Familie. In der ersten Generation waren die Ehemänner völlig vom Geburtsgeschehen abgekoppelt. In der dritten Generation leisteten viele Partner emotionale und körperliche Unterstützung. Dies spiegelt eine Neubestimmung der Vaterschaft und eine gerechtere Verteilung der Sorgeverantwortung wider (Doğan & Dudu Karaman, 2023). Zudem zeigen die Ergebnisse, dass unterstützte Frauen im Wochenbett ein besseres psychisches Wohlbefinden erlebten. Die fehlende Unterstützung früherer Generationen scheint spätere Generationen dazu bewogen zu haben, ihren Töchtern ganz bewusst Fürsorge zukommen zu lassen. Studien zeigen, dass Frauen aller Generationen Information und soziale Unterstützung brauchen und dass Mütter und Ehepartner die am leichtesten zugänglichen Quellen dieser Unterstützung sind (Demir, 2024; Taghizdeh et al., 2017). Daher ist es entscheidend, dass Gesundheitsfachkräfte diese sich wandelnden generationsspezifischen Bedürfnisse erkennen und Familien befähigen, angemessen für sie zu sorgen.
Diese Studie weist einige Grenzen auf. Als phänomenologische Studie ist die Analyse ihrem Wesen nach interpretativ und von der Positionierung der Forscherinnen und ihrer reflexiven Auseinandersetzung mit den Daten geprägt, was die den Erfahrungen der Teilnehmerinnen zugeschriebenen Bedeutungen beeinflusst haben kann. Die Studie stützte sich zu Beginn nicht auf einen vorab festgelegten theoretischen Rahmen. Dieser induktive Ansatz ermöglichte es zwar, dass die Ergebnisse unmittelbar aus den Erzählungen der Teilnehmerinnen hervorgingen, könnte aber die Erkundung alternativer theoretischer Deutungen intergenerationaler Traumata eingeschränkt haben. Die Stichprobe stammte aus einer kulturell homogenen Gruppe, was die Vielfalt und die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse begrenzen kann. Die Teilnehmerinnen wurden über einen Aushang an einer staatlichen Universität und über die Vermittlung der betreffenden Studentinnen gewonnen. Dieses Vorgehen erleichterte es, für das Forschungsziel geeignete Familientriaden aus drei Generationen zu erreichen; obwohl maximale Vielfalt angestrebt wurde, kann diese Methode die sozioökonomische Vielfalt aufgrund der universitätsbasierten Ausgangsstichprobe einschränken. Da sich die Studie ausschließlich auf die Erzählungen von Frauen konzentriert, konnte die Rolle männlicher Familienmitglieder (Ehemann, Schwiegervater) nicht direkt untersucht werden. Die Literatur zeigt jedoch, dass die Unterstützung durch den Partner oder partnerbezogene Traumata einen entscheidenden Einfluss auf das Geburtserleben der Mutter und die anschließenden Bindungsprozesse haben. Diese Einschränkung verhindert ein vollständiges Verständnis der Familiendynamik; künftige Studien, die die Erfahrungen von Ehemännern und anderen männlichen Familienmitgliedern einbeziehen, werden eine umfassendere Erklärung der Weitergabemechanismen ermöglichen. Darüber hinaus beruhen die Berichte älterer Generationen auf rückblickender Erinnerung und können selektives Erinnern oder eine im Lauf der Zeit entstandene narrative Rekonstruktion widerspiegeln statt objektiver Darstellungen vergangener Ereignisse. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass die Interviews nur einmal geführt wurden, was die Möglichkeit begrenzt zu analysieren, wie sich Erfahrungen und Erzählungen im Lauf der Zeit entwickeln. Längsschnittliche Interviews würden ein dynamischeres und differenzierteres Verständnis des Weitergabeprozesses ermöglichen. Schließlich untersuchte diese Studie die Mechanismen der Traumaweitergabe innerhalb von Familien anhand der Geburtserfahrungen von Frauen aus drei Generationen. Es ist jedoch zu beachten, dass traumatische Geburtserfahrungen nicht nur innerhalb von Familien, sondern auch auf gemeinschaftliche Beziehungen und die Gesundheitspolitik ausstrahlen können. Diesen Aspekt deckt die Studie nicht ab; künftige Forschung, die die gesellschaftlichen Folgen von Geburtstraumata und ihre Wechselwirkung mit der Gesundheitspolitik untersucht, würde daher wichtige Beiträge zur Literatur leisten. Trotz dieser Grenzen leistet die Studie einen originellen und tiefgehenden Beitrag zum Verständnis der intergenerationalen Dimensionen von Geburtstraumata. Die Ergebnisse haben wichtige Implikationen für die klinische Praxis, insbesondere für Fachkräfte der Geburtshilfe und Mutterschaftsversorgung, die mit Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen arbeiten. Auch wenn die Studie in einem spezifischen regionalen und kulturellen Kontext angesiedelt ist, könnten die herausgearbeiteten Prozesse emotionaler Weitergabe, des Schweigens und der Sinnbildung auf andere soziokulturelle Kontexte übertragbar sein, in denen die Geburt in ähnlicher Weise in Familienerzählungen eingebettet ist. Diese Erkenntnisse können auch Bildungsprogramme und künftige qualitative Forschung zu einer traumasensiblen Geburtshilfe anregen.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass ein Geburtstrauma weit über eine individuelle Erfahrung hinausreicht und häufig unbewusst von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird – über alltägliche familiäre Interaktionen, geteilte Erzählungen und in vielen Fällen über Schweigen. Vermittelnde Faktoren wie Schweigen, Scham und fehlende Informationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Fortschreibung des Traumas, indem sie nicht nur prägen, was erzählt wird, sondern auch, was in Familien unausgesprochen bleibt. Dennoch zeigen die Bemühungen einiger Frauen, diesen Kreislauf des Schweigens zu erkennen und zu durchbrechen, dass Wandel tatsächlich möglich ist, und unterstreichen die Handlungsmacht von Frauen, ererbte Erfahrungen in ihren familiären Kontexten neu zu deuten.
Diese Studie beleuchtet, wie Geschlechternormen, systemische Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung und patriarchale Strukturen das Geburtserleben prägen, und zeigt die langfristigen psychischen und körperlichen Folgen solcher Eingriffe für Frauen im spezifischen soziokulturellen und gesundheitlichen Kontext der Türkei auf, wo die Geburt nach wie vor stark in familiäre und geschlechtsbezogene Erwartungen eingebettet ist. In diesem Zusammenhang besteht ein dringender Bedarf an umfassenden gesundheitspolitischen Maßnahmen, die nicht nur dem individuellen Wohlbefinden, sondern auch dem kollektiven sozialen Wohl Vorrang geben, indem sie die Geburt als relationales und intergenerationales Phänomen und nicht nur als klinisches Ereignis begreifen.
Die intergenerationale Weitergabe traumatischer Geburtserfahrungen kann zu emotionalen Brüchen in der Familie führen und zur Aushöhlung des intergenerationalen Wohlbefindens beitragen, indem sie Muster der Kommunikation, des Vertrauens und der emotionalen Unterstützung zwischen Müttern, Töchtern und anderen Familienmitgliedern stört. Die Folgen intergenerationaler Traumaweitergabe in Familien wirken sich auch auf die gesellschaftliche Belastung durch psychische Erkrankungen und die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen aus, insbesondere dort, wo die psychosozialen Dimensionen der Geburtshilfe wenig anerkannt oder unzureichend in die Routinepraxis integriert sind. Daher ist es unerlässlich, dass Gesundheitsfachkräfte Frauen bei der Geburtsvorbereitung nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und emotional begleiten – im Bewusstsein sowohl der persönlichen als auch der ererbten Geburtserfahrungen.
Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig es ist, respektvolle und inklusive Praktiken in der Geburtshilfe zu fördern und familienorientierte psychosoziale Unterstützungsprogramme in eine Gesundheitspolitik zu integrieren, die kultursensibel ist und den bestehenden Familienstrukturen Rechnung trägt. Diese Programme sollten ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld zwischen Müttern und Töchtern fördern, die Kultur des Schweigens durch Offenheit und gemeinsamen Dialog ersetzen und so Gelegenheiten schaffen, die intergenerationale Weitergabe von Traumata zu unterbrechen. Künftige Forschung sollte zudem so angelegt sein, dass sie mehrere Perspektiven einbezieht, auch die von Männern, um ein ganzheitlicheres Verständnis der Traumaweitergabe im Familiensystem zu fördern, dabei auf regionale und kulturelle Besonderheiten achtet und ungerechtfertigte Verallgemeinerungen vermeidet. Auf diese Weise lassen sich Interventionen entwickeln, die das Wohlbefinden nicht nur von Frauen, sondern aller Mitglieder der Familie in vergleichbaren soziokulturellen Kontexten fördern.
Complexe Systémique: das Wichtigste
Das Interesse dieser Studie liegt in ihrem Design: drei Generationen von Frauen aus derselben Familie, getrennt zu ihren Geburten befragt. Man sieht, dass das Trauma weniger über Erzählungen zirkuliert als über das Ungesagte: Scham, weitergegebene Unwissenheit, praktische Ratschläge, die schützen, ohne zu erklären. Für eine systemische Lektüre verdienen zwei Punkte Aufmerksamkeit. Erstens ist eine Geburt nie allein Sache der Mutter: Schwiegermutter, Schwiegervater, Ehemann und Hebamme bilden den Kontext, der eine Geburt traumatisch oder erträglich macht, und dieser Kontext ändert sich von einer Generation zur nächsten. Zweitens ist Weitergabe kein Schicksal: Manche Mütter brechen bewusst für ihre Töchter das Schweigen, und die Medikalisierung, die bestimmte Risiken verringert hat, schafft neue Verletzungen. Für die klinische Arbeit kann die Erkundung der Familiengeschichte der Geburten, etwa in einem Genogramm, einen Dialog zwischen den Generationen eröffnen. Die Grenzen sind deutlich: eine kleine, über Studentinnen des Teams gewonnene Stichprobe, Jahrzehnte später rekonstruierte Erinnerungen, das Fehlen der Männer und Zitate, die überwiegend aus einer einzigen Familie stammen. Lesenswert zusammen mit dem Artikel über Familienmitglieder in perinatalen Interventionen und dem Artikel über intergenerationale Traumaweitergabe und die Resilienz von Geschwistern.
Anmerkungen aus dem Original
Danksagung. Dank gilt den Frauen aller Generationen, die freiwillig an der Studie teilgenommen haben.
Finanzierung. Die Open-Access-Finanzierung wurde vom Rat für wissenschaftliche und technologische Forschung der Türkei (TÜBİTAK) bereitgestellt.
Zustimmung der Ethikkommission. Schriftliche Genehmigungen wurden von der Ethikkommission der Kütahya Health Sciences University eingeholt (Nummer 2024/11-46 vom 30.09.2024).
Informierte Einwilligung. Nachdem den teilnehmenden Frauen das Ziel der Studie erläutert worden war, wurde ihre informierte Einwilligung eingeholt. Während der gesamten Studie wurden die ethischen Grundsätze der aktuellen Deklaration von Helsinki befolgt.
Interessenkonflikt. Als Autorinnen erklären wir, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Inoffizielle Übersetzung von From grandmother to granddaughter: a phenomenological study to assess the intergenerational transmission of birth-related traumatic experiences von Sercan Mansuroğlu und Ayşegül Unutkan, Current Psychology, Bd. 45, Nr. 6, Artikel 554 (2026), doi: 10.1007/s12144-026-09142-1, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz — das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Tabellen als Listen dargestellt). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.
Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels „From grandmother to granddaughter: a phenomenological study to assess the intergenerational transmission of birth-related traumatic experiences“, erschienen in Current Psychology (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Text der Autorinnen wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie zu Beginn dieser Seite erläutert.
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Mansuroğlu, S., und Unutkan, A. (2026). From grandmother to granddaughter: a phenomenological study to assess the intergenerational transmission of birth-related traumatic experiences. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/from-grandmother-to-granddaughter-a-phenomenological-study-to-assess-the-intergenerational (Originalwerk 2026 erschienen in Current Psychology, 45(6), 554 (2026); 2026 erneut veröffentlicht von Current Psychology, https://link.springer.com/article/10.1007/s12144-026-09142-1)
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