KI-gestützte Übersetzung

Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.

Research on Child and Adolescent Psychopathology · Familientherapie

Prävention einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit nach sexuellem Kindesmissbrauch durch eine narrative Familienintervention in Burundi

Was lässt sich in den Wochen nach einem sexuellen Übergriff tun, damit sich die psychische Gesundheit eines Mädchens nicht verschlechtert? In Burundi bot das Team um Julia Schneider und Anselm Crombach Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren und ihren Eltern drei Sitzungen an: Psychoedukation, Arbeit mit den Eltern an Scham und Schuld sowie eine Erzählung des Geschehens nach dem Vorbild der Narrativen Expositionstherapie. Ein Jahr später hatte sich die elterliche Akzeptanz verbessert, und die posttraumatischen Belastungssymptome waren deutlich geringer als in der Kontrollkohorte.

Verfassende Julia Schneider (Clinical Psychology and Psychotherapy for Children and Adolescents, Saarland University, Saarbrücken, Deutschland); Anja C. Rukundo-Zeller (Clinical Psychology and Clinical Neuropsychology, University of Konstanz, Deutschland; Psychologues Sans Frontières Burundi; vivo international, Konstanz); Manassé Bambonyé (Department of Clinical Psychology, Université Lumière de Bujumbura; Psychologues Sans Frontières Burundi); Jean-Arnaud Muhoza, Thierry Ndayikengurukiye, Lydia Nitanga und Amini Ahmed Rushoza (Psychologues Sans Frontières Burundi, Bujumbura); Anselm Crombach (Saarland University; Psychologues Sans Frontières Burundi; vivo international)Erstveröffentlichung Research on Child and Adolescent Psychopathology, 10. Mai 2025Übersetzung Complexe Systémique, inoffizielle KI-gestützte Übersetzung

Inoffizielle deutsche Übersetzung von Preventing Childhood Sexual Abuse Related Mental Health Deterioration Using a Narrative Family Intervention in Burundi von Julia Schneider, Anja C. Rukundo-Zeller, Manassé Bambonyé, Jean-Arnaud Muhoza, Thierry Ndayikengurukiye, Lydia Nitanga, Amini Ahmed Rushoza und Anselm Crombach, erschienen in Research on Child and Adolescent Psychopathology (Springer) (2025), doi: 10.1007/s10802-025-01328-8, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die Tabelle wird als Liste wiedergegeben. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.

Letztlich müssen Bezugspersonen in der Lage sein, sowohl ihre eigenen traumabezogenen Reaktionen als auch die ihres Kindes zu verarbeiten, um wirksam auf das Kind zugehen und es unterstützen zu können.

Julia Schneider, Anja C. Rukundo-Zeller, Manassé Bambonyé, Jean-Arnaud Muhoza, Thierry Ndayikengurukiye, Lydia Nitanga, Amini Ahmed Rushoza und Anselm Crombach

Zusammenfassung

Trotz der gravierenden Auswirkungen sexuellen Kindesmissbrauchs (CSA) auf traumabezogene Störungen gibt es kaum präventive Interventionen, insbesondere in Konflikt- und Postkonfliktregionen. Wir haben einen narrativen Ansatz zur Familienkommunikation für sexuell missbrauchte burundische Mädchen und weibliche Jugendliche (N = 102) entwickelt und evaluiert. Die Interventionskohorte (n = 55) erhielt Psychoedukation, ein Training elterlicher Kompetenzen und eine präventive Narrative Expositionstherapie. Die Teilnehmerinnen der Intervention berichteten bei den Nachuntersuchungen nach 3 und 12 Monaten (3mFUP, 12mFUP) über eine verbesserte elterliche Akzeptanz und zeigten zwischen der Erstuntersuchung (IA) und dem 3mFUP (drm = -0.70) sowie zwischen IA und 12mFUP (drm = -1.36) eine stärkere Verbesserung der allgemeinen psychischen Gesundheit als die unbehandelte Kontrollgruppe (drm = -0.33 bzw. drm = -0.02). Zudem waren die PTBS-Symptome in der Interventionskohorte bei beiden Nachuntersuchungen signifikant schwächer ausgeprägt als in der Kontrollkohorte. Unsere Befunde legen nahe, dass die präventive narrative Familienintervention verheerende Folgen für die psychische Gesundheit, einschließlich beginnender PTBS-Symptome, nach CSA wirksam abfedern könnte. Die Studie und ihre Ergebnismaße wurden bei Clinical Trials (https://clinicaltrials.gov/) unter der Registrierungsnummer NCT05136105 präregistriert.

Sexueller Kindesmissbrauch (CSA) ist ein weltweites Phänomen, das in Kriegs- und Konfliktregionen sowie in Regionen nach Kriegen und Konflikten besonders verbreitet ist (Arieff, 2011). Die Forschung der vergangenen zwanzig Jahre hat einen substanziellen Zusammenhang zwischen CSA und schweren Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit und des sozialen Funktionsniveaus bei Kindern und Erwachsenen belegt (Batchelder et al., 2021; Collin-Vézina et al., 2013; Cutajar et al., 2010; Schalinski et al., 2016). Schätzungen des bevölkerungsbezogenen attributablen Risikos zufolge ist CSA für etwa 13% aller psychischen Störungen im Erwachsenenalter verantwortlich (Cutajar et al., 2010; Fergusson et al., 2008). Eine der häufigsten psychischen Störungen nach CSA ist die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). In einer Stichprobe von 4.208 Frauen erfüllten missbrauchte Personen mit 7.25-mal höherer Wahrscheinlichkeit die Lebenszeitkriterien einer PTBS als nicht missbrauchte (Cutajar et al., 2010).

Angesichts der schweren Folgen von CSA und des begrenzten Zugangs zu psychischer Gesundheitsversorgung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen besteht ein großer Bedarf an kurzen, aber wirksamen Interventionen, die einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit Betroffener vorbeugen. Klassisches Debriefing innerhalb von 3 Tagen nach traumatischen Ereignissen erbrachte jedoch gemischte und teilweise schädliche Ergebnisse hinsichtlich der PTBS-Prävention bei Patientinnen und Patienten ab 16 Jahren (Rose et al., 2002, 2003). Frühinterventionen auf der Grundlage traumafokussierter psychotherapeutischer Behandlungsansätze zeigten dagegen vielversprechende Ergebnisse bei erwachsenen Überlebenden sexueller Gewalt, auch wenn methodische Einschränkungen keine endgültigen Schlüsse über die Sicherheit von Frühinterventionen nach sexuellen Übergriffen zulassen (Dworkin & Schumacher, 2018; Oosterbaan et al., 2019). Der Anregung von Oosterbaan et al. (2019) folgend, „vor diesem Feld nicht zurückzuschrecken, sondern in die Erforschung und Weiterentwicklung wirksamer Interventionen zur Prävention von PTBS bei Opfern sexueller Übergriffe zu investieren“ (p.10), haben wir uns vorgenommen, einen präventiven Ansatz für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, die in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen einen sexuellen Übergriff überlebt haben. Im Einklang mit anderen vielversprechenden präventiven Interventionen haben wir unseren Ansatz auf die theoretischen und praktischen Grundlagen einer bestehenden traumafokussierten Psychotherapie gestützt, die sich in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie in Konflikt- und Postkonfliktregionen als wirksam erwiesen hat: die Narrative Expositionstherapie (NET; Schauer et al., 2011; Siehl et al., 2021). Genauer gesagt haben wir Elemente einer präventiven Version der NET (PreNET; Crombach et al., 2015) in einen Ansatz der Familienkommunikation integriert. PreNET wurde zuvor mit burundischen Soldaten entwickelt und eingesetzt. Ziel ist es, ein einzelnes traumatisches Ereignis zu verarbeiten und zugleich das Verständnis seines autobiografischen Kontexts im Leben der Person zu fördern. Zusammengefasst konzentrierten wir uns auf drei Hauptfaktoren, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung einer PTBS beitragen: (1) das Furchtnetzwerk und einen möglichen Building-Block-Effekt, (2) Vermeidungsverhalten des Kindes und der Familie, (3) elterliche Invalidierung nach sexueller Gewalt.

Neurobiologischen Befunden zufolge ist die Entstehung einer PTBS mit einer veränderten Gedächtniskonsolidierung während und nach CSA verbunden. Akute Stressreaktionen während traumatischer Ereignisse führen dazu, dass sensorisch-emotionale Informationen von ihrem ursprünglichen Kontext abgelöst werden (Brewin et al., 2010; Elbert & Schauer, 2002). Infolgedessen werden ereignisbezogene sensorisch-emotionale Informationen getrennt von ihren Kontextinformationen gespeichert und bilden ein sich wechselseitig erregendes assoziatives Netzwerk, das als Furchtnetzwerk bezeichnet wird (Elbert & Schauer, 2002). Da CSA selten als einmaliges, isoliertes Ereignis auftritt (Coker et al., 2000) und traumatische Erfahrungen sensorisch-emotionale Informationen teilen, dehnt sich das Furchtnetzwerk durch die kumulative Exposition gegenüber weiteren traumatischen Erfahrungen aus (Elbert & Schauer, 2002; Schauer et al., 2011). Über die wechselseitig erregenden Verbindungen löst die Aktivierung eines Elements dieses Netzwerks den Abruf aller assoziierten Erinnerungen aus. Aufgrund fehlender Kontextinformationen äußert sich diese Aktivierung in typischen Symptomen posttraumatischer Belastung wie Intrusionen und Hypervigilanz (Elbert & Schauer, 2002). Die NET zielt darauf ab, das Furchtnetzwerk aufzubrechen, indem das traumatische Ereignis ausführlich erzählt und die ereignisbezogenen Emotionen gemeinsam mit den Kontextinformationen erinnert werden, sodass die beiden Gedächtnissysteme wieder integriert werden (Schauer et al., 2011). Die Auflösung des Furchtnetzwerks nach einem sexuellen Übergriff könnte weiteren PTBS-Symptomen vorbeugen.

Negative kognitive Bewertungen des traumatischen Ereignisses und seiner Folgen tragen zu einem akuten Gefühl der Gefahr bei. Um Gefühle akuter Bedrohung zu verhindern, neigen Überlebende zu vermeidenden Bewältigungsstrategien (Ehlers & Clark, 2000). Während Vermeidung kurzfristig wiederkehrende Gefühle akuter Bedrohung zu verringern scheint, behindert sie langfristig eine gründliche Verarbeitung und Neubewertung des traumatischen Ereignisses (Dunmore et al., 2001; Ehlers & Clark, 2000; Meiser-Stedman, 2002). Infolgedessen trägt Vermeidung zur Persistenz von PTBS-Symptomen bei (Batchelder et al., 2021; Nandi et al., 2020; Ullman & Peter-Hagene, 2014). Tatsächlich fällt es vielen Kindern und Jugendlichen schwer, CSA offenzulegen und darüber zu sprechen, weil sie missbrauchsbezogene Scham, Schuld und Angst um sich selbst oder andere empfinden (Winters et al., 2020). Zudem spielen Kinder und Jugendliche ihr Leid möglicherweise herunter, um ihre Bezugspersonen nicht zu belasten. Diese wiederum meiden das Thema womöglich, weil sie sich schuldig fühlen und sich schämen, ihr Kind nicht geschützt haben zu können (Gopalan et al., 2010). Letztlich dürften diese Strategien verhindern, dass Bezugspersonen ihre Kinder wirksam unterstützen, und negative Stereotype verstärken, die im Glauben an eine gerechte Welt wurzeln, was zu einer Schuldzuweisung an die Betroffenen führt (Dawtry et al., 2020; Pinciotti & Orcutt, 2020). Daher erscheint es äußerst wichtig, Bezugspersonen und Kinder zu ermutigen, die Vermeidung in Bezug auf den CSA-Vorfall zu überwinden, indem man ihnen Psychoedukation und die nötigen Kommunikationsfähigkeiten vermittelt.

Die Bedeutung der Einbeziehung von Bezugspersonen nach CSA bestätigend, hat eine wachsende Zahl von Studien einen substanziellen Zusammenhang zwischen elterlicher Invalidierung nach der Offenlegung von CSA und einer zusätzlichen Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Betroffenen nachgewiesen (Hong & Lishner, 2016; Ullman, 2003; Ullman & Peter-Hagene, 2014). Genauer gesagt: Da Kinder für ihr Überleben in hohem Maß von ihren primären Bezugspersonen abhängen, könnte elterliche Invalidierung oder Vernachlässigung für das betroffene Kind eine zusätzliche existenzielle Bedrohung darstellen (Schmid et al., 2013). Folglich beeinträchtigen erhöhte Stressreaktionen infolge elterlicher Invalidierung eine gründliche Gedächtniskonsolidierung nach CSA und fördern so zusätzlich die Entstehung einer PTBS (Brewin et al., 2010; Elbert & Schauer, 2002; Rukundo-Zeller et al., 2022). Empirische Studien fanden unterschiedliche Effekte traumaspezifischer gegenüber allgemeiner elterlicher Invalidierung auf spätere Psychopathologie. Hong und Lishner (2016) beispielsweise stellten fest, dass traumaspezifische Invalidierung nach CSA, nicht aber allgemeine Invalidierung, eine spätere PTBS positiv vorhersagte. Diese Ergebnisse wurden kürzlich in einer Studie im Postkonfliktland Burundi repliziert (Schneider et al., 2024). Möglicherweise führt ein maladaptiver Umgang mit missbrauchsbezogener Scham dazu, dass Bezugspersonen der Überlebenden die Schuld geben, was übergeneralisierte, überzogene Überzeugungen über sich selbst, andere und die Welt fördert und so familiäre Konflikte, soziale Ausgrenzung und Traumasymptome verschärft (Côté et al., 2022; Davies & Rogers, 2009; Yasinski et al., 2016). Die Einbeziehung von Bezugspersonen in Interventionen zur Traumabewältigung erscheint daher entscheidend. Das transdiagnostische Modell (McLaughlin et al., 2020) etwa betont die schützende Rolle sozialer Unterstützung, insbesondere durch Bezugspersonen, gegenüber traumabezogener Psychopathologie. In einer flämischen Jugendstichprobe ging unmittelbare Krisenunterstützung nach der Offenlegung mit weniger traumaspezifischen internalisierenden Symptomen einher als fehlende Unterstützung (Bal et al., 2005). Diese Ergebnisse stimmen mit früheren Forschungsbefunden überein, die puffernde Effekte sozialer Unterstützung nach CSA belegen (Bick et al., 2014; Guelzow et al., 2002; Lynskey & Fergusson, 1997; Ullman & Peter-Hagene, 2014). Umstritten ist allerdings die unterschiedliche Wirkung väterlicher gegenüber mütterlicher Validierung. Während einige Studien die Wirkung väterlicher Validierung nach der Offenlegung hervorheben (Guelzow et al., 2002; Lynskey & Fergusson, 1997), betonen andere die Bedeutung mütterlicher Validierung nach der Offenlegung (Bick et al., 2014; Hébert et al., 2014). Insgesamt scheinen ein unterstützendes Umfeld sowie akzeptierende und unterstützende Reaktionen auf die Offenlegung von CSA für die Genesung wesentlich zu sein. Um die emotionale Unterstützung der betroffenen Kinder zu stärken und einer Invalidierung durch die Bezugspersonen nach CSA vorzubeugen, muss ein präventiver Ansatz die Bezugspersonen dabei unterstützen, mit ihren eigenen Emotionen umzugehen. Letztlich müssen Bezugspersonen in der Lage sein, sowohl ihre eigenen traumabezogenen Reaktionen als auch die ihres Kindes zu verarbeiten, um wirksam auf das Kind zugehen und es unterstützen zu können (Yasinski et al., 2016).

Mit dem Ziel, die Durchführbarkeit einer präventiven Familienkommunikationsintervention in drei Sitzungen mit Psychoedukation, Training elterlicher Kompetenzen und PreNET zu evaluieren, arbeiteten wir mit spezialisierten Zentren für Überlebende sexueller Gewalt in Burundi zusammen. Nachdem Burundi mehr als ein Jahrzehnt unter einem Bürgerkrieg und seither unter wiederkehrenden Phasen von Gewalt und Unruhen gelitten hat, kämpft das Land weiterhin mit schwerer Armut und hohen Raten von Kindesmisshandlung (Charak et al., 2017; Uvin, 2009). Vorherrschende patriarchale Einstellungen verschärfen geschlechtsspezifische Gewalt (Richter & Dawes, 2008) und tragen zu deutlich erhöhten CSA-Raten bei (Haro, 2018). Das Centre Seruka, ein spezialisiertes Zentrum für Überlebende sexueller Gewalt in der Wirtschaftsmetropole des Landes, Bujumbura, betreute zwischen 2011 und 2015 insgesamt 3.124 sexuell missbrauchte burundische Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren (Bambonyé & Crombach, 2017). Sexualität ist jedoch nach wie vor ein Tabuthema, was eine angemessene Aufklärung über sexuellen Missbrauch erschwert. Folglich sind Bezugspersonen überfordert und belastet, wenn über traumatische Ereignisse gesprochen wird (Dyregrov & Yule, 2006), was dazu führen kann, dass vielen Überlebenden die Schuld am sexuellen Missbrauch gegeben wird und sie Ablehnung erfahren. Zudem bleibt den meisten Überlebenden nach CSA eine angemessene Unterstützung, einschließlich psychischer Gesundheitsversorgung, verwehrt (Haro, 2018).

Diese Umstände machen deutlich, dass standardisierte und wirksame Kurzinterventionen benötigt werden, um der Entstehung einer PTBS nach CSA in Konflikt- und Postkonfliktregionen vorzubeugen. Wir führten eine Studie mit zwei Kohorten von Kindern und Jugendlichen durch, die in den etwa drei vorangegangenen Monaten sexuelle Gewalt erlebt hatten. Eine Kohorte erhielt die übliche Behandlung in den spezialisierten Versorgungszentren, die andere unsere narrative Familienintervention. Wir stellten die Hypothese auf, dass die Kinder der Familien, die die Intervention erhalten hatten, bei den Nachuntersuchungen nach 3 und 12 Monaten im Vergleich zur Kontrollkohorte eine verbesserte elterliche Akzeptanz berichten würden (Côté et al., 2022; Dawtry et al., 2020; Gopalan et al., 2010; Yasinski et al., 2016). Um zwischen unterschiedlichen Effekten der Intervention auf die mütterliche und die väterliche Akzeptanz zu unterscheiden (Bick et al., 2014; Guelzow et al., 2002), führten wir getrennte Analysen für weibliche und männliche Bezugspersonen durch. Zudem nahmen wir an, dass wir langfristig bei den Kindern, die die Intervention erhalten hatten, eine bessere allgemeine psychische Gesundheit und weniger schwere PTBS-Symptome beobachten würden als bei denjenigen, die sie nicht erhalten hatten (Crombach et al., 2015; Elbert & Schauer, 2002; Siehl et al., 2021).

Schlüsselwörter: Sexueller Kindesmissbrauch; Präventive narrative Familienintervention; Psychische Gesundheit; PTBS; Elterliche Akzeptanz

Methode

Teilnehmerinnen

Die Ausgangsstichprobe umfasste insgesamt N = 150 burundische Mädchen und weibliche Jugendliche mit einer kürzlich (M = 1.7 Monate, SD = 4.0) erlebten sexuellen Missbrauchserfahrung. Während in der Interventionskohorte ausnahmslos sexuelle Gewalt innerhalb des letzten Monats berichtet wurde (M = 0.4, SD = 0.5, Spannweite = 0–1), beobachteten wir in der Kontrollkohorte eine größere Spannweite (M = 3.1, SD = 5.5, Spannweite = 0–31). In der Kontrollkohorte hatten 55,3 % den sexuellen Missbrauch innerhalb des letzten Monats erlebt, 83% innerhalb der letzten drei Monate. Für die Nachuntersuchung drei Monate später erreichten wir N = 131 (87,3 %) der ursprünglichen Teilnehmerinnen, für das Interview ein Jahr später N = 120 (80%) (siehe Abb. 1). Die endgültige Stichprobe bestand aus insgesamt N = 102 (nControl = 47, nIntervention = 55) burundischen Mädchen und weiblichen Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren (M = 15.8, SD = 1.5). Die Rekrutierung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Erstversorgungszentrum Centre Nturengaho in den Provinzen Ngozi und Makamba, Burundi. Diese Zentren versorgten in erster Linie Überlebende sexueller Gewalt. Die in unsere Studie aufgenommenen Jugendlichen hatten nach einer Missbrauchserfahrung in diesen Zentren Unterstützung gesucht. Geschulte Fachkräfte der Zentren identifizierten potenzielle Teilnehmerinnen und luden sie nach Prüfung ihrer Eignung zur Teilnahme ein. Einschlusskriterien waren, dass die Teilnehmerinnen in der vorgesehenen Altersspanne lagen, in den Monaten vor der Aufnahme sexuellen Missbrauch erlebt hatten und ihre informierte Einwilligung gaben. Ausschlusskriterien waren eine schwere kognitive Beeinträchtigung, die von lokalen psychologischen Fachkräften nach klinischem Urteil eingeschätzt wurde und die Teilnahme an den Untersuchungen verhindert hätte, oder Fälle, in denen Vorfälle berichtet wurden, die nicht der Definition sexuellen Missbrauchs der Studie entsprachen. Eine Person schlossen wir aus, weil sie nur an der 12-Monats-, nicht aber an der 3-Monats-Nachuntersuchung teilgenommen hatte. Bei der Aufbereitung der Daten stellten wir bei einigen Teilnehmerinnen Unstimmigkeiten zwischen Erst- und Nachuntersuchungen in den Berichten über ihre sexuelle Missbrauchserfahrung fest, etwa hinsichtlich der Zahl der Tatpersonen, ihrer Beziehung zur Tatperson und des Kontexts des Missbrauchs. Zudem fanden wir in diesen Fällen einige Abweichungen bei den soziodemografischen Daten.

Letztlich konnten wir in diesen Fällen nicht mit Sicherheit bestätigen, dass bei beiden Nachuntersuchungen dieselbe Person befragt worden war. Daher schlossen wir vorsorglich und um auszuschließen, dass wir zu den verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche Überlebende befragt hatten, n = 17 Teilnehmerinnen mit widersprüchlichen Berichten aus allen Analysen aus, wohl wissend, dass wir damit möglicherweise auch Teilnehmerinnen mit hoher Symptombelastung ausgeschlossen hatten.

Studiendesign und Ablauf

Wir untersuchten zwei Kohorten in einem Längsschnittdesign. Die erste Kohorte (n = 84), rekrutiert zwischen März und April 2021, diente als Kontrollkohorte. Die zweite Kohorte (n = 66), rekrutiert zwischen Mai und Juli 2021, erhielt die Intervention unmittelbar nach der Erstuntersuchung (IA). Beide Kohorten wurden zu einer Nachuntersuchung (FUP) nach 3 und nach 12 Monaten eingeladen. Die kurze IA wurde von geschulten lokalen Gesundheitsfachkräften des Centre Nturengaho und traumaerfahrenen lokalen Psychologinnen und Psychologen der Nichtregierungsorganisation Psychologues sans Frontières Burundi (PSF) durchgeführt. Die psychologischen Fachkräfte von PSF (aus dem Kreis der Verfassenden: J.-A. M., T. N., L. N. und A. A.) gehörten dem internationalen Team von Traumafachleuten an, das die Intervention entwickelt hatte. Vor den IA und der Intervention hatten die psychologischen Fachkräfte von PSF die lokalen Gesundheitsfachkräfte geschult. Sie verfügten über mehrjährige Erfahrung in traumafokussierter Psychotherapie. Zusätzlich nahmen sie an fortlaufender Supervision und Beratung durch das internationale Team von Traumafachleuten teil (aus dem Kreis der Verfassenden: A. C. R.-Z., M. B. und A. C.). Daher wurden die Intervention und die FUP-Untersuchungen von den psychologischen Fachkräften von PSF durchgeführt. Beide FUP-Interviews dauerten im Durchschnitt zwischen 1,5 und 2 Stunden, bei Bedarf mit Pausen. Zur Standardisierung der Untersuchungen übten alle klinischen Fachkräfte in gemeinsamen Interviews. Teilnehmerinnen der Kontrollkohorte mit schweren PTBS-Symptomen (n = 2) wurde nach der ersten FUP eine NET-Intervention angeboten. Beide lehnten weitere Angebote jedoch ab.

Die vorliegende Studie und alle angewandten Verfahren wurden von der Ethikkommission der Universität Konstanz genehmigt und im Einklang mit der Deklaration von Helsinki durchgeführt. Die Durchführung der Studie wurde von der Université Lumière de Bujumbura unterstützt. Jede Teilnehmerin wurde über die Studie, ihre Ziele und den Ablauf informiert. Vor dem ersten Screening und erneut vor jedem FUP-Interview wurde von allen Teilnehmerinnen und ihren Bezugspersonen eine schriftliche informierte Einwilligung eingeholt. Sie wurden darüber informiert, dass die Daten anonym für wissenschaftliche Zwecke und mögliche Veröffentlichungen verwendet würden und die Teilnahme an der Studie freiwillig sei. Allen Teilnehmerinnen wurde ein vertraulicher Umgang mit personenbezogenen Informationen zugesichert sowie, dass ihnen unabhängig von der Studienteilnahme keine Nachteile beim Zugang zur Versorgung entstehen würden. Außerdem erhielt jede Teilnehmerin einen individuellen Code, sodass sensible Informationen nicht mit identifizierenden Angaben verknüpft werden konnten. Die Fahrtkosten der Teilnehmerinnen wurden aus Forschungsmitteln erstattet (∼5€ pro Person). Die Studie und ihre Ergebnismaße wurden bei Clinical Trials (https://clinicaltrials.gov/) unter der Registrierungsnummer NCT05136105 präregistriert.

Flussdiagramm der Teilnehmerinnen mit nicht randomisierter Zuteilung. Anmerkung. NFI = Narrative Family Intervention. a Zuteilung nach Zeitpunkt der Zuweisung. b Abbruchrate bezogen auf n bei der Zuteilung
Abb. 1. Flussdiagramm der Teilnehmerinnen mit nicht randomisierter Zuteilung. Anmerkung. NFI = Narrative Family Intervention (narrative Familienintervention). a Zuteilung nach Zeitpunkt der Zuweisung. b Abbruchrate bezogen auf n bei der Zuteilung

Instrumente

Alle in den halbstrukturierten Interviews verwendeten Instrumente wurden in einem doppelblinden Verfahren unter Verwendung validierter Fragebogenversionen zwischen Englisch, Französisch und Kirundi übersetzt und rückübersetzt. Unstimmigkeiten in den Übersetzungen wurden ausführlich mit dem gesamten Team einschließlich der Übersetzenden besprochen. Die IA war kurz gehalten, weil die Kinder den CSA erst kürzlich erlebt hatten, und sie war so konzipiert, dass sie in die Standarderhebung der Erstversorgungseinrichtungen integriert werden konnte. Ausführlichere Fragebögen blieben den FUP-Untersuchungen vorbehalten. Alle relevanten Instrumente waren zuvor in Studien zu psychischen Problemen in Burundi eingesetzt und validiert worden (Crombach et al., 2014; Crombach & Elbert, 2014).

Erstuntersuchung (IA) und Nachuntersuchungsinterviews (3-Monats-FUP; 12-Monats-FUP)

Soziodemografische Angaben

Bei allen drei Untersuchungen erhoben wir soziodemografische Angaben wie Geschlecht, Alter, Geburtsort und Bildungsstand. Zudem fragten wir nach den Berufen der Eltern oder anderer Bezugspersonen. Wurden die Teilnehmerinnen von anderen Sorgeberechtigten als ihren Eltern begleitet, versuchten wir, die Art der Beziehung zu klären.

Sexueller Missbrauch

Wir erhoben Einzelheiten zum sexuellen Missbrauch, darunter Angaben zu Datum, Ort, genauem Ablauf des Ereignisses sowie Missbrauch mit und ohne Penetration. Außerdem erfassten wir die Beziehung der Teilnehmerin zur Tatperson sowie deren Alter und Geschlecht.

Missbrauchsspezifische elterliche Akzeptanz

Um die wahrgenommene missbrauchsspezifische Akzeptanz und Ablehnung durch Eltern oder andere Sorgeberechtigte zu untersuchen, wurden alle Kinder gefragt, ob sie sich unmittelbar nach dem Ereignis sowie drei und zwölf Monate später von ihren Bezugspersonen akzeptiert fühlten. Antwortmöglichkeiten waren ja (2), nein (1) oder kein regelmäßiger Kontakt (0). Der Einfachheit halber bezeichnen wir im Folgenden weibliche Bezugspersonen als Mütter und männliche Bezugspersonen als Väter.

Allgemeine psychische Gesundheit (SDQ)

Die allgemeine psychische Gesundheit wurde mit dem Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ; Goodman, 1997) für Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren erfasst. Der SDQ umfasst insgesamt 25 Items, die gleichmäßig auf fünf Subskalen verteilt sind: Verhaltensprobleme, Hyperaktivität, emotionale Symptome, Probleme mit Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten. Die Befragten geben ihre Zustimmung auf einer 3-stufigen Likert-Skala von 0 (nicht zutreffend) bis 2 (eindeutig zutreffend) an. Nach Umpolung von fünf positiv formulierten Items kann jede Skala durch Summierung der Itemwerte einen Wert zwischen 0 und 10 erreichen. Durch Addition aller Skalen außer der prosozialen lässt sich ein Gesamtproblemwert mit einem Maximum von 40 berechnen (Goodman, 1997; Goodman et al., 2003), wobei höhere Werte eine schlechtere psychische Gesundheit anzeigen. Der Fragebogen wurde in Burundi bereits eingesetzt (Song et al., 2013) und validiert (Zwicknagl, 2020). Für die Kirundi-Version des SDQ lagen die Cut-off-Werte in einer weiblichen Stichprobe zwischen 14 und 16 für das 80. bis 90. Perzentil und über 16 für das 90. bis 100. Perzentil. Zwicknagl (2020) berichtete ein Cronbachs α von 0.67 in einer Stichprobe von 397 burundischen Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren. In unserer Stichprobe ergab sich bei der IA ein Cronbachs α von 0.62.

Nur Nachuntersuchungsinterviews (3-Monats-FUP; 12-Monats-FUP)

Schweregrad der PTBS-Symptome. Die PTBS-Symptome wurden mit dem University of California Los Angeles (UCLA)-PTSD Reaction Index (RI; Steinberg et al., 2004; Steinberg et al., 2013) für Kinder und Jugendliche erfasst, der auf den DSM-5-Kriterien beruht (Pynoos & Steinberg, 2015). Der Fragebogen umfasst 31 Items, die auf einer 5-stufigen Likert-Skala von 0 (nie) bis 4 (die ganze Zeit) für den vergangenen Monat bewertet werden. Durch Summierung der einzelnen Symptomwerte ohne dissoziative Merkmale lässt sich gemäß den Auswertungsprotokollen (Pynoos & Steinberg, 2013) ein PTBS-Gesamtschweregrad zwischen 0 und 80 berechnen. Höhere Werte zeigen mehr PTBS-Symptome an. Der DSM-5 RI wurde in nicht-westlichen Ländern mit niedrigem Einkommen erfolgreich eingesetzt und validiert (Doric et al., 2019; Kaplow et al., 2020). In einer Stichprobe von 33 männlichen burundischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 Jahren ergab der DSM-5 RI ein Cronbachs α von 0.93 (Rukundo-Zeller et al., 2022). Cronbachs Alpha der Symptomcheckliste war in unserer Stichprobe mit α = 0.91 bei der 3-Monats-FUP ausgezeichnet.

Intervention

Die Intervention verfolgte drei Ziele: (1) den Aufbau des Furchtnetzwerks zu verhindern, (2) Vermeidungsverhalten sowohl des betroffenen Kindes als auch der Familie vorzubeugen und (3) elterlicher Ablehnung vorzubeugen. Die Intervention bestand aus drei Sitzungen von etwa 2–3 Stunden, bei Bedarf mit Pausen. Die erste Sitzung fand direkt nach der IA mit der (nicht tatbeteiligten) Bezugsperson und dem Kind beim ersten Besuch im spezialisierten Versorgungszentrum statt. Zwei Wochen später wurden nur die Bezugspersonen zu einer zweiten Sitzung eingeladen. Weitere zwei Wochen später wurden die Bezugspersonen und das Kind zur dritten und letzten Sitzung eingeladen (siehe Abb. 2).

In der ersten Sitzung wurden die Bezugsperson(en) und das Kind über Ziel und Dauer der Intervention informiert. Sie erhielten Psychoedukation über die Bedeutung elterlicher Validierung und darüber, wie Bezugspersonen das Kind unterstützen können, wenn es den sexuellen Missbrauch erwähnt oder ihnen offenlegt: (1) Die Bezugsperson(en) wurden ermutigt und angeleitet, Interesse und Mitgefühl zu signalisieren; (2) die Bedeutung eines angemessenen Umgangs mit den eigenen Emotionen, etwa authentisch zu reagieren, das Kind aber nicht mit den eigenen Schwierigkeiten zu überfordern und die Situation im Griff zu behalten; (3) die Bedeutung der Bereitschaft, Unterstützung zu signalisieren, indem sie beispielsweise sagen, dass sie ihr Kind lieben, mögen oder wertschätzen, oder Umarmungen anbieten, wenn das Kind dies wünscht. Darüber hinaus erhielten sie Informationen über traumatische Erinnerungen, das Furchtnetzwerk und darüber, warum es für das Kind hilfreich sein könnte, den kürzlich erlebten sexuellen Vorfall ausführlich zu erzählen. Anschließend wurde das Kind ermutigt, der psychologischen Fachkraft den kürzlich erlebten Vorfall sexueller Gewalt nach der Logik der NET zu erzählen. Dieser Teil der Sitzung fand mit dem Kind allein statt, es sei denn, die emotionale Unterstützung durch die Bezugsperson war nach Einschätzung der psychologischen Fachkraft notwendig. Nach der narrativen Exposition wurde das Kind ermutigt, sich bei jeder Intrusion in Erinnerung zu rufen, wann und wo der Vorfall geschehen war. Außerdem wurde das Kind um seine Einwilligung gebeten, dass die Erzählung in der zweiten Sitzung den Bezugspersonen vorgelesen werden durfte. Am Ende der ersten Sitzung erhielten die Bezugsperson(en) weitere Psychoedukation über häufige emotionale und verhaltensbezogene Reaktionen bei Kindern, die sexuellen Missbrauch überlebt haben, und darüber, wie Bezugspersonen das Kind dabei unterstützen und ermutigen können, Vermeidung, Schuldgefühle und Isolation zu überwinden. Diese Psychoedukation wurde durch ein ausführliches Merkblatt ergänzt. Außerdem wurden Maßnahmen besprochen, die die Bezugsperson(en) zur künftigen Sicherheit des Kindes ergriffen hatten. Zum nächsten Termin wurden ausdrücklich beide Hauptbezugspersonen eingeladen.

Die zweite Sitzung fand idealerweise mit beiden Bezugspersonen statt. Hauptziel dieser Sitzung war es, die Bezugspersonen bei der Verarbeitung ihrer eigenen Emotionen in Bezug auf den sexuellen Missbrauch ihres Kindes zu unterstützen. Darüber hinaus sollte die Sitzung (willentliche und unwillentliche) Ablehnung oder Invalidierung des Kindes durch die Bezugspersonen infolge des kürzlich erlebten sexuellen Missbrauchs verringern. In einem ersten Schritt wurde den Bezugspersonen die Erzählung des Kindes vorgelesen. Hatte das Kind seine Einwilligung nicht gegeben, wurden die Bezugspersonen stattdessen gebeten mitzuteilen, was sie über den sexuellen Missbrauch wussten. Anschließend wurden die Bezugspersonen ermutigt auszudrücken, wie sie sich beim Hören dieser ausführlichen Erzählung ihres Kindes über das traumatische Ereignis fühlten. In einem zweiten Schritt bot die psychologische Fachkraft Psychoedukation zu den aufgekommenen Emotionen an, normalisierte sie, half, ihre Gründe zu verstehen, und erläuterte, wie sie sich auf das Kind und die Familie auswirken könnten. Danach gab sie Anleitung, wie diese Emotionen wirksam verarbeitet werden können. Vor allem konzentrierte sich die Sitzung darauf, den Bezugspersonen zu helfen, Scham zu verstehen und anzugehen. Scham ist ein stark aversives Gefühl, das mit sozialer Zurückweisung verbunden ist und selten angegangen wird (Gilbert, 2000; Lewis, 2003). Unter Bezugnahme auf den Schamkompass (compass of shame; Elison et al., 2006) wurden häufig genutzte Strategien zur Vermeidung von Schamerleben erläutert. Insbesondere wurde das Risiko hervorgehoben, der Überlebenden, also dem Kind, die Schuld zu geben, um eigene elterliche Gefühle von Demütigung, Scham und Hilflosigkeit zu vermeiden (Dawtry et al., 2020; Stuewig et al., 2010). Indem die psychologischen Fachkräfte die Scham der Bezugspersonen mitfühlend verstanden und spiegelten, wollten sie die Bezugspersonen dabei unterstützen, maladaptive Strategien im Umgang mit Scham zu überwinden, und das Verständnis stärken, dass es keine hilfreiche Reaktion sein dürfte, dem Kind statt der Tatperson die Schuld zu geben. Darüber hinaus wurden die Reaktionen des Kindes während des sexuellen Missbrauchs besprochen und erklärt, einschließlich dissoziativer Reaktionen, und warum das Kind sich möglicherweise nicht gewehrt hatte (Schauer & Elbert, 2015). Schließlich half die psychologische Fachkraft den Bezugspersonen, mit Schuldgefühlen mithilfe kognitiver Techniken umzugehen. Am Ende der Sitzung wurden die Bezugspersonen eingeladen, erneut mitzuteilen, wie sie sich fühlten. Außerdem wurden sie an die in der ersten Sitzung erlernten Strategien zur Unterstützung ihres Kindes erinnert.

In der dritten Sitzung waren sowohl die Bezugsperson(en) als auch das Kind anwesend. Gemäß der Logik der NET wurde das Kind eingeladen, seine Lebenslinie zu legen. Die Bezugspersonen konnten das Kind bei frühen Ereignissen und bei der Chronologie unterstützen. Ziel dieser Übung war es, den kürzlich erlebten sexuellen Missbrauch chronologisch in die Biografie des Kindes einzuordnen und das Verständnis der Reaktionen während und nach der neuen traumatischen Erfahrung zu verbessern. Sobald das Kind beim sexuellen Missbrauch ankam, wurde die Lebenslinie angehalten, und die psychologische Fachkraft las dem Kind und den anwesenden Bezugspersonen die Erzählung dieses Missbrauchs erneut vor. Die Bezugsperson(en) wurden ermutigt und dabei unterstützt, während dieses erneuten Vorlesens der Erzählung ihres Kindes mit den in den vorangegangenen Sitzungen erlernten Fähigkeiten unterstützendes Verhalten zu zeigen. Danach vervollständigte das Kind die Lebenslinie. Anschließend wurde das Kind eingeladen, seinen Bezugspersonen Fragen zum sexuellen Missbrauch zu stellen. Ebenso wurden die Bezugspersonen ermutigt, die Fragen zu beantworten und selbst Fragen zu stellen. Bei Bedarf gaben die psychologischen Fachkräfte weitere Erklärungen und Psychoedukation. Brachte die Lebenslinie weitere erklärungsbedürftige Ereignisse zutage, etwa schwere Bestrafungen durch die Bezugspersonen, erhielten das Kind und die Bezugsperson(en) Gelegenheit, darüber zu sprechen, um mögliche Konflikte nach Ende der Intervention zu vermeiden. Zum Abschluss der Intervention fasste die psychologische Fachkraft die von der Familie erlernten Fähigkeiten noch einmal zusammen. Sie betonte die von der Familie getroffenen Schutzvorkehrungen und das Recht des Kindes, zu jedem unerwünschten Körperkontakt „Nein“ zu sagen. Außerdem ermutigte sie die Familie, sich weiterhin gegenseitig zu unterstützen.

Die Kontrollkohorte nahm nur an den standardisierten Untersuchungen teil. Zusätzlich erhielt sie die übliche Behandlung im spezialisierten Versorgungszentrum. Diese umfasste eine nicht standardisierte niedrigschwellige psychologische Unterstützung und ein einzelnes Gesprächsangebot sowie rechtliche, medizinische und finanzielle Unterstützung (siehe Abb. 2). Aufgrund der begrenzten Infrastruktur und logistischer Herausforderungen in ländlichen Gebieten Burundis erhielten die meisten Teilnehmerinnen jedoch keinerlei Behandlung.

Narrative Familienintervention. Anmerkung. CSA = Childhood Sexual Abuse. a Zeitangaben bezogen auf die Erstuntersuchung. b Die NET-Intervention wurde nur mit dem Kind durchgeführt. Die Eltern
Abb. 2. Narrative Familienintervention. Anmerkung. CSA = Childhood Sexual Abuse (sexueller Kindesmissbrauch). a Zeitangaben bezogen auf die Erstuntersuchung. b Die NET-Intervention wurde nur mit dem Kind durchgeführt. Die Eltern wurden gebeten, den Raum zu verlassen. Ausnahmen wurden gemacht, wenn die psychologischen Fachkräfte emotionale Unterstützung während der Exposition für notwendig hielten

Datenanalyse

Um zu prüfen, ob es zu allen drei Untersuchungszeitpunkten statistisch signifikante Veränderungen der elterlichen Akzeptanz zwischen und innerhalb der beiden Kohorten gab, führten wir für Mütter und Väter getrennt eine Varianzanalyse mit Aligned-Rank-Transformation (ART ANOVA; Elkin et al., 2021; Higgins et al., 1990) mit der Statistiksoftware R Version 2021.09.2 und dem Paket „ARTool“ durch. Für diese Analysen schlossen wir zusätzlich n = 6 Teilnehmerinnen aus den Analysen zur mütterlichen und n = 4 aus den Analysen zur väterlichen Akzeptanz aus, weil sie im Verlauf des Projekts die Person gewechselt hatten, die sie als Hauptbezugsperson angaben. Die übrigen Datenanalysen wurden mit dem Statistikprogramm SPSS Version 28 durchgeführt. Wir berechneten eine ANOVA mit gemischtem Modell, um Kohortenunterschiede in der allgemeinen psychischen Gesundheit und den PTBS-Symptomen zu evaluieren. Wegen verletzter Voraussetzungen wurde für die Auswertung der PTBS eine robuste gemischte ANOVA durchgeführt. Da wir keine Unterschiede in der statistischen Signifikanz zwischen robuster und nicht robuster ANOVA fanden, berichten wir die Ergebnisse der nicht robusten Analyse. Abweichungen von der Normalverteilung wurden aufgrund der Robustheit der Analyse akzeptiert (Harwell et al., 1992; Lumley et al., 2002). Bei Ausreißern wurden alle Analysen ohne die Ausreißer wiederholt. Da sich keine Unterschiede in der statistischen Signifikanz ergaben, wurden die Ausreißer in den Daten belassen, in der Annahme, dass es sich um wahre Werte handelte. Bei nicht signifikanten Interaktionseffekten berechneten wir dennoch einfache Haupteffekte, um Effektstärken für längsschnittliche Effekte innerhalb der Kohorten in Bezug auf die allgemeine psychische Gesundheit zu erhalten. Um multiples Testen zu berücksichtigen, wurden die p-Werte der Post-hoc-Analysen nach der Bonferroni-Holm-Methode adjustiert. Aufgrund gerichteter Hypothesen zur Wirkung unserer Intervention wurde für alle Interaktionsanalysen und für die Analysen der Nachuntersuchungseffekte in der Interventionskohorte ein einseitiges Signifikanzniveau von α < 0.05 angenommen. Effektstärken für paarweise Vergleiche wurden mit Cohens d geschätzt (Cohen, 1988). Effektstärken für Messwiederholungen (drm) wurden nach Morris (2008) angepasst. Für die Effektstärken wurden 95%-Konfidenzintervalle berechnet. Wir berechneten Reliable-Change-Indizes (Jacobson & Truax, 1991), um signifikante Veränderungen der Werte auf individueller Ebene zu bewerten. Reliable-Change-Indizes über 1.65 wurden aufgrund der gerichteten Hypothesen als signifikant gewertet. Um die Robustheit der Ergebnisse zu überprüfen, wiederholten wir alle Analysen mit unterschiedlichen Einschlusskriterien: (1) Zusätzlich zu den Per-Protocol-Analysen führten wir Intention-to-Treat-Analysen durch, die in der Regel konservativere Ergebnisse liefern (Abraha et al., 2015; McCoy, 2017). Aufgrund der Besonderheiten dieser Studie hielten wir die Per-Protocol-Analysen jedoch für angemessener. Erstens hatten alle Teilnehmerinnen die Intervention abgeschlossen. Zweitens waren die Ausfälle in unserer Studie vor allem auf logistische und geografische Schwierigkeiten zurückzuführen und nicht auf systematische Unterschiede im Zusammenhang mit der Symptomschwere oder der Gruppenzuteilung. Drittens verloren wir mehr Teilnehmerinnen der Kontrollkohorte als der Interventionskohorte. (2) Wir führten zusätzliche Analysen mit der Gesamtstichprobe durch, also einschließlich der 17 Teilnehmerinnen, die wir wegen Unstimmigkeiten in ihren Berichten ausgeschlossen hatten, da wir womöglich die am stärksten belasteten Teilnehmerinnen ausgeschlossen hatten. (3) Wir führten zusätzliche Analysen durch, bei denen alle Personen ausgeschlossen wurden, die den sexuellen Missbrauch mehr als einen Monat vor der IA erlebt hatten (verbleibende Stichprobe: Interventionskohorte n = 55; Kontrollkohorte n = 26). Damit trugen wir der Literatur Rechnung, wonach sich PTBS-Symptome 3 Monate nach sexuellen Übergriffen tendenziell stabilisieren (Oosterbaan et al., 2019).

Ergebnisse

Deskriptive Statistik

Bei der IA hatten die Teilnehmerinnen durchschnittlich 4.9 Jahre Schulbildung (SD = 2.8, Spannweite = 0–10). Knapp ein Viertel der Teilnehmerinnen gab an, noch zur Schule zu gehen, während 73,5 % nie eine Schule besucht oder den Schulbesuch abgebrochen hatten. Eine Überlebende machte keine Angaben zu ihrem aktuellen Bildungsstatus. Von den Überlebenden berichteten 95,1 %, einen sexuellen Missbrauch mit Penetration erlebt zu haben, und 66,7 % aller Überlebenden gaben an, die Tatperson zu kennen. Detaillierte soziodemografische Daten nach Kohorte finden sich in Tabelle 1.

Tabelle 1 — Deskriptive Statistik der Teilnehmerinnen nach Studienkohorte

Für jede Variable: Mittelwert (M), Standardabweichung (SD) und Spannweite, zuerst in der Kontrollkohorte, dann in der Interventionskohorte.

  • Alter. Kontrolle: 16.4 (0.9), 14–18; Intervention: 15.2 (1.7), 10–17.
  • Bildungsstand. Kontrolle: 5.3 (3.0), 0–10; Intervention: 4.5 (2.5), 0–10.
  • Alter der Tatperson. Kontrolle: 27.2 (6.4), 18–40; Intervention: 30.6 (8.6), 18–60.
  • Zeit seit dem Missbrauch (Monate). Kontrolle: 3.1 (5.5), 0–31; Intervention: 0.4 (0.5), 0–1.
  • Lebensereignisse. Kontrolle: 5.4 (2.4), 1–11; Intervention: 4.5 (2.3), 1–11.
  • SDQ gesamt (IA). Kontrolle: 13.7 (5.3), 6–27; Intervention: 15.4 (4.4), 4–26.
  • SDQ gesamt (3mFUP). Kontrolle: 11.7 (4.6), 4–24; Intervention: 10.3 (4.9), 1–26.
  • SDQ gesamt (12mFUP). Kontrolle: 13.6 (4.9), 4–24; Intervention: 11.5 (4.5), 3–19.
  • UCLA-PTSD gesamt (3mFUP). Kontrolle: 16.7 (12.9), 0–52; Intervention: 7.8 (7.0), 0–38.
  • UCLA-PTSD gesamt (12mFUP). Kontrolle: 11.1 (11.4), 0–62; Intervention: 4.0 (3.3), 0–13.

Anmerkung. NControl = 47, NIntervention = 55. SDQ = Strengths and Difficulties Questionnaire, Summenwert (0–40); UCLA-PTSD = University of California - Posttraumatic Stress Disorder - Reaction Index, Summenwert (0–80). IA = Erstuntersuchung, 3mFUP = Nachuntersuchung nach 3 Monaten, 12mFUP = Nachuntersuchung nach 12 Monaten

Elterliche Validierung

Hinsichtlich der mütterlichen Validierung zeigte die ART ANOVA einen signifikanten Haupteffekt der Kohorte (F (1, 94) = 8.41, p =.005, ηp² = 0.08, 95% CI [0.01, 0.20]) und der Zeit (F (2, 188) = 11.47, p <.001, ηp² = 0.11, 95% CI [0.03, 0.19]) sowie einen signifikanten Interaktionseffekt Zeit*Kohorte (F (2, 188) = 6.68, p =.002, ηp² = 0.07, 95% CI [0.01, 0.14]), was auf eine stärkere Verbesserung der mütterlichen Akzeptanz in der Interventionskohorte hinweist (siehe Abb. 3a und c). Post-hoc-Kontrasttests mit Bonferroni-Holm-korrigierten p-Werten ergaben einen statistisch signifikanten Unterschied der mütterlichen Akzeptanz bei der IA (t(282) = 52.31, p =.003), nicht aber bei der 3-Monats-FUP (t(282) = -31.19, p =.103) oder der 12-Monats-FUP (t(282) = -31.93, p =.101). Mit Bonferroni-Holm-korrigierten p-Werten fanden wir in der Interventionskohorte statistisch signifikante Verbesserungen der wahrgenommenen mütterlichen Akzeptanz über die Zeit, sowohl zwischen IA und 3-Monats-FUP (t(188) = 71.28, p <.001) als auch zwischen IA und 12-Monats-FUP (t(188) = 80.18, p <.001). Für die Kontrollkohorte fanden sich über die Zeit keine statistisch signifikanten Unterschiede der wahrgenommenen mütterlichen Akzeptanz, weder zwischen IA und 3-Monats-FUP (t(188)= -12.23, p >.999) noch zwischen IA und 12-Monats-FUP (t(188) = -4.06, p >.999).

Hinsichtlich der väterlichen Validierung zeigte die ART ANOVA keinen signifikanten Haupteffekt der Kohorte (F (1, 96) = 0.01, p =.932, ηp² = 0.00, 95% CI [0.00, 0.00]), jedoch einen signifikanten Haupteffekt der Zeit (F (2, 192) = 6.51, p =.002, ηp² = 0.06, 95% CI [0.01, 0.13]) und einen signifikanten Interaktionseffekt Zeit*Kohorte (F (2, 192) = 4.82, p =.009, ηp² = 0.05, 95% CI [0.00, 0.11]), was auf eine stärkere Verbesserung der väterlichen Akzeptanz in der Interventionskohorte hinweist (siehe Abb. 3b und d). Post-hoc-Kontrasttests mit Bonferroni-Holm-korrigierten p-Werten ergaben keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Kohorten in der väterlichen Akzeptanz bei der IA (t(187) = 27.51, p =.995), bei der 3-Monats-FUP (t(187) = -9.94, p =.500) oder bei der 12-Monats-FUP (t(187) = -32.46, p =.281). Mit Bonferroni-Holm-korrigierten p-Werten fanden wir jedoch in der Interventionskohorte statistisch signifikante Verbesserungen der wahrgenommenen väterlichen Akzeptanz über die Zeit, sowohl zwischen IA und 3-Monats-FUP (t(192) = 30.01, p =.036) als auch zwischen IA und 12-Monats-FUP (t(192) = 38.98, p =.003). Für die Kontrollkohorte fanden sich über die Zeit keine statistisch signifikanten Unterschiede, weder zwischen IA und 3-Monats-FUP (t(192)= -7.43, p >.999) noch zwischen IA und 12-Monats-FUP (t(192) = -20.99, p =.833). Die Interaktionseffekte Kohorte mal Zeit für die mütterliche und väterliche Akzeptanz blieben in der Intention-to-Treat-Analyse, in der Gesamtstichprobe und in der kleineren Stichprobe ohne alle Personen, die den sexuellen Missbrauch mehr als einen Monat vor der IA erlebt hatten, statistisch signifikant.

Häufigkeiten der spezifischen elterlichen Akzeptanz. Anmerkung. a) und c): für die mütterliche Akzeptanz: NControl = 44, NIntervention = 52; b) und d) für die väterliche Akzeptanz: NControl = 45, NIntervention
Abb. 3. Häufigkeiten der spezifischen elterlichen Akzeptanz. Anmerkung. a) und c): für die mütterliche Akzeptanz: NControl = 44, NIntervention = 52; b) und d) für die väterliche Akzeptanz: NControl = 45, NIntervention = 53. a) und b) zeigen die Häufigkeiten der berichteten Akzeptanzkategorien, c) und d) die Mittelwerte der berichteten Akzeptanzkategorien, wobei höhere Mittelwerte mehr Akzeptanz anzeigen. IA = Erstuntersuchung, 3mFUP = Nachuntersuchung nach 3 Monaten, 12mFUP = Nachuntersuchung nach 12 Monaten. Die Fehlerbalken stellen Standardfehler dar

Allgemeine psychische Gesundheit

Hinsichtlich der allgemeinen psychischen Gesundheit zeigte die ANOVA mit gemischtem Modell keinen signifikanten Haupteffekt der Kohorte (F(1, 100) = 0.95, p =.332, ηp² = 0.01, 95% CI [0.00, 0.08]), jedoch einen signifikanten Haupteffekt der Zeit (F(2, 200) = 16.22, p <.001, ηp² = 0.14, 95% CI [0.06, 0.22]) und einen signifikanten Interaktionseffekt Zeit*Kohorte (F(2, 200) = 5.15, p =.007, ηp² = 0.05, 95% CI [0.00, 0.11], siehe Abb. 4). Bonferroni-Holm-korrigierte Post-hoc-Vergleiche zwischen den Kohorten über die Zeit ergaben keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Kohorten bei der IA (p =.078, d = 0.36, 95% CI [-0.04, 0.75]), bei der 3-Monats-FUP (p =.151, d = 0.29, 95% CI [-0.68, 0.10]) und bei der 12-Monats-FUP (p =.151, d = 0.45, 95% CI [-0.84, -0.05]). Bonferroni-Holm-korrigierte Post-hoc-Vergleiche innerhalb der Kohorten über die Zeit ergaben eine Verbesserung der allgemeinen psychischen Symptome in der Interventionskohorte zwischen IA und 3-Monats-FUP (p <.001; drm = -0.81, 95% CI [-0.92, -0.14]) und zwischen IA und 12-Monats-FUP (p <.001; drm = -0.66, 95% CI [-0.87, -0.10]). Für die Kontrollkohorte fanden sich keine signifikanten Verbesserungen zwischen IA und 3-Monats-FUP (p =.092 drm = -0.33, 95% CI [-0.70, 0.11]) und zwischen IA und 12-Monats-FUP (p =.903 drm = -0.02, 95% CI [-0.42, 0.39]). Die Ergebnisse zur allgemeinen psychischen Gesundheit blieben in allen Analysen statistisch signifikant: in der Intention-to-Treat-Analyse (Interventionskohorte: IA und 3mFUP drm = -0.74 sowie IA und 12mFUP drm = -0.60; Kontrollkohorte: IA und 3mFUP drm = -034 sowie IA und 12mFUP drm = -0.05), in der Gesamtstichprobe und in der kleineren Stichprobe ohne alle Personen, die den sexuellen Missbrauch mehr als einen Monat vor der IA erlebt hatten.

Laut Reliable-Change-Index zeigten die Ergebnisse auf individueller Ebene eine ähnliche Richtung hinsichtlich der allgemeinen psychischen Gesundheit. Zwischen IA und 3-Monats-FUP berichteten 12 (21,8 %) Teilnehmerinnen der Interventionskohorte eine Verbesserung und 1 (1,8 %) Teilnehmerin eine Verschlechterung der allgemeinen psychischen Gesundheit. Zwischen IA und 12-Monats-FUP berichteten 8 (14,5 %) Teilnehmerinnen eine Verbesserung und 0 Teilnehmerinnen eine Verschlechterung der allgemeinen psychischen Gesundheit. Demgegenüber berichteten in der Kontrollkohorte 3 (4,3 %) Teilnehmerinnen eine Verbesserung und 1 (2,1 %) Teilnehmerin eine Verschlechterung der allgemeinen psychischen Symptome zwischen IA und 3-Monats-FUP. Zwischen IA und 12-Monats-FUP berichteten 2 (4,3 %) Teilnehmerinnen der Kontrollkohorte eine Verbesserung und 2 (4,3 %) Teilnehmerinnen eine Verschlechterung der allgemeinen psychischen Symptome.

Vergleich der allgemeinen psychischen Gesundheit nach Kohorte. Anmerkung. Analyse mit gemischtem Modell zum Vergleich der Veränderungen der psychischen Gesundheit je Kohorte zwischen Erstuntersuchung, 3-Monats- und 12-Monats-Nachuntersuchung
Abb. 4. Vergleich der allgemeinen psychischen Gesundheit nach Kohorte. Anmerkung. Analyse mit gemischtem Modell zum Vergleich der Veränderungen der psychischen Gesundheit je Kohorte zwischen Erstuntersuchung, 3-Monats- und 12-Monats-Nachuntersuchung anhand der SDQ-Gesamtwerte. SDQ = Strengths and Difficulties Questionnaire, Summenwert (0–40). NControl = 47, NIntervention = 55. IA = Erstuntersuchung, 3mFUP = Nachuntersuchung nach 3 Monaten, 12mFUP = Nachuntersuchung nach 12 Monaten. Die Fehlerbalken stellen Standardfehler dar

PTBS-Symptome

Eine weitere ANOVA mit gemischtem Modell, die die Veränderung der posttraumatischen Belastungssymptome zwischen der 3-Monats- und der 12-Monats-FUP untersuchte, ergab signifikante Haupteffekte der Kohorte, F(1, 100) = 28.71, p <.001, ηp² = 0.22, 95% CI [0.09, 0.35], und der Zeit, F(1, 100) = 19.69, p <.001, ηp² = 0.17, 95% CI [0.05, 0.29]. Es gab keinen signifikanten Interaktionseffekt Zeit*Kohorte, F(1, 100) = 0.72, p =.200, ηp² = 0.01, 95% CI [0.00, 0.07]. Die Kohorten unterschieden sich signifikant bei der 3-Monats-FUP, t(68.39) = 4.20, p <.001, d = 0.87, 95% CI [0.46, 1.28], und bei der 12-Monats-FUP, t(52.70) = 4.12, p <.001, d = 0.87, 95% CI [0.46, 1.28]. Die Interventionskohorte berichtete bei der 3-Monats- (M3mFUP = 7.8, SD3mFUP = 7.0) und der 12-Monats-FUP (M12mFUP = 4.0, SD12mFUP = 3.3) signifikant geringere PTBS-Symptome als die Kontrollkohorte (M3mFUP = 16.7, SD3mFUP = 12.9; M12mFUP = 11.1, SD12mFUP = 11.4). In beiden Kohorten verbesserten sich die PTBS-Symptome von der 3-Monats- zur 12-Monats-FUP (Interventionskohorte: drm = -0.45, 95% CI [-0.83, -0.07]; Kontrollkohorte: drm = -0.38, 95% CI [-0.77, 0.05]). Die Ergebnisse zum Schweregrad der PTBS-Symptome waren in der Intention-to-Treat-Analyse (Interventionskohorte: 3mFUP und 12mFUP drm = -0.46; Kontrollkohorte: 3mFUP und 12mFUP drm = -0.29) und in der Gesamtstichprobe ähnlich. Die Haupteffekte der Kohorte, nicht aber der Zeit, auf den Schweregrad der PTBS-Symptome blieben in der Analyse mit der kleineren Stichprobe ohne alle Personen, die den sexuellen Missbrauch mehr als einen Monat vor der IA erlebt hatten, statistisch signifikant.

Diskussion

Wir haben gezeigt, dass sich eine narrative Familienintervention zur Prävention einer Verschlechterung psychischer Symptome bei Kindern, die CSA überlebt haben, in Burundi umsetzen lässt, einem Land mit niedrigem Einkommen, das in der Vergangenheit schwere Gewalt erlitten hat. In einem Kohortendesign stellten wir fest, dass sich die mütterliche und die väterliche Akzeptanz in der Interventionskohorte im Zeitverlauf signifikant verbesserten, während in der Kontrollkohorte keine Veränderungen zu beobachten waren. Ebenso verbesserten sich die allgemeinen psychischen Symptome im Zeitverlauf in der Interventionskohorte, nicht aber in der Kontrollkohorte. Der Schweregrad der PTBS-Symptome war bei beiden Nachuntersuchungen in der Interventionskohorte signifikant geringer als in der Kontrollkohorte. Der Verlauf der allgemeinen psychischen Symptome wie auch der PTBS-Symptome in der Interventionskohorte legt nahe, dass die Verbesserungen über den Zeitraum eines Jahres stabil blieben. Alle Ergebnisse erwiesen sich bei unterschiedlichen Analysestrategien und Einschlusskriterien als robust, etwa beim Ausschluss aller Teilnehmerinnen der Kontrollkohorte, die angaben, dass der sexuelle Missbrauch mehr als einen Monat vor der Erstuntersuchung stattgefunden hatte.

Wir nehmen an, dass wir die elterliche Akzeptanz fördern konnten, indem wir die psychischen und verhaltensbezogenen Folgen von CSA sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern erklärten und normalisierten (Borbé et al., 2017; Liedl et al., 2013). Indem die Eltern lernten, ihre eigenen traumabezogenen Emotionen zu verarbeiten, und Bewältigungsstrategien erwarben, gaben sie ihrem Kind seltener die Schuld am Missbrauch (Stuewig et al., 2010). Vielmehr konnten sie eine unterstützende Beziehung zu ihrem Kind eingehen. Zudem deutet das steigende Akzeptanzniveau in der Interventionskohorte darauf hin, dass wir das Wissen der Eltern stärken konnten, dass eine validierende Beziehung den Symptomverlauf nach CSA substanziell und positiv beeinflussen kann (Lynskey & Fergusson, 1997; Ullman & Peter-Hagene, 2014). Möglicherweise ist die Verbesserung der väterlichen Akzeptanz ein Hinweis darauf, dass sich die Familien aufgrund unserer Intervention über den sexuellen Missbrauch ausgetauscht haben, da Väter seltener als Mütter zur Elternsitzung der Intervention erschienen. Für diesen möglichen Wirkweg spricht, dass die väterliche Akzeptanz in der Kontrollkohorte im Verlauf des Projekts abnahm. Diese Abnahme der Akzeptanz könnte Ausdruck der eigenen Belastung der Väter und ihrer Unfähigkeit sein, den CSA ihrer Tochter zu bewältigen. Infolgedessen könnten die Väter begonnen haben, ihre Tochter zu meiden oder ihr die Schuld zu geben (Dawtry et al., 2020; Yasinski et al., 2016), was bei den Mädchen der Kontrollkohorte den Eindruck erweckt haben könnte, nicht akzeptiert zu werden.

Darüber hinaus beobachteten wir bei den Personen, die die Intervention erhalten hatten, eine signifikante Verbesserung der allgemeinen psychischen Probleme im Zeitverlauf. Wir nehmen an, dass eine verbesserte innerfamiliäre Kommunikation in der Interventionskohorte eine Neubewertung des Vorfalls nicht nur auf individueller, sondern auch auf familiärer Ebene angestoßen haben könnte (Dunmore et al., 2001; Ehlers & Clark, 2000). Die Intervention könnte somit negativen Kognitionen und Vermeidung innerhalb der Familie wirksam entgegengewirkt haben. Durch Psychoedukation und das Training elterlicher Kommunikation könnten wir zudem maladaptive Bewältigungsmechanismen wie elterliche Scham oder Schuldzuweisungen an das Opfer abgewendet und damit mögliche familiäre Konflikte und die soziale Isolation der Überlebenden abgemildert haben (Côté et al., 2022; Davies & Rogers, 2009). Indem wir die Eltern dabei unterstützten, ihre eigenen traumabezogenen Reaktionen neben denen ihres Kindes zu verarbeiten, haben wir – so unsere Hypothese – dazu beigetragen, im familiären Umfeld einen Raum zu schaffen, in dem die Überlebende den Missbrauch verarbeiten und bewältigen konnte (Yasinski et al., 2016), was zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit im ersten Jahr nach dem Missbrauch führte. Unsere Ergebnisse stehen im Einklang mit der vorhandenen Literatur, die zeigt, dass elterliche Unterstützung nach CSA mit weniger psychischen Symptomen verbunden ist (Bick et al., 2014; McLaughlin et al., 2020; Yasinski et al., 2016).

Obwohl wir den anfänglichen Schweregrad der PTBS-Symptome nicht erhoben haben, liefern unsere Ergebnisse zusätzliche vorläufige Hinweise darauf, dass die Interventionskohorte bei den Nachuntersuchungen signifikant weniger belastet war als die Kontrollkohorte. Im Einklang mit dem theoretischen Hintergrund des Furchtnetzwerks könnte das Vorgehen der narrativen Familienintervention (NFI) die ereignisbezogenen Emotionen durch ausführliche Erzählungen des Missbrauchsereignisses erfolgreich wieder mit ihrem Kontext verbunden haben (Brewin et al., 2010; Elbert & Schauer, 2002). Die Verbesserung der allgemeinen psychischen Gesundheit stützt diese Annahme, da frühere Befunde signifikante Zusammenhänge zwischen posttraumatischer Belastung und emotionalen sowie Verhaltensproblemen zeigten (Barboza et al., 2017; Grassetti et al., 2018; Haller & Chassin, 2012; Logue et al., 2013; Miller & Resick, 2007). Typischerweise stabilisieren sich PTBS-Symptome etwa 3 Monate nach einem traumatischen Ereignis, was die Bedeutung einer rechtzeitigen Intervention unterstreicht (Oosterbaan et al., 2019). So erfüllen der Literatur zufolge in der ersten Woche nach einem sexuellen Übergriff bis zu 94% der Überlebenden die diagnostischen Kriterien einer akuten Belastungsstörung, deren Kriterien denen der PTBS bis auf die Dauer der Symptome ähneln. Dieser Anteil sinkt innerhalb der ersten drei Monate auf 45–80% (Elklit & Christiansen, 2010; Rothbaum et al., 2006; Steenkamp et al., 2012). Möglicherweise hat die hohe Zahl erlebter traumatischer Ereignisse die Spontanremission in der Kontrollkohorte beeinträchtigt (Kolassa et al., 2010). Aufgrund der nicht randomisierten Zuteilung der Teilnehmerinnen und weil wir die anfängliche PTBS-Symptombelastung vor der Intervention nicht erhoben haben, können wir die Ergebnisse jedoch nicht abschließend auf die Wirksamkeit unseres familienorientierten Ansatzes zurückführen.

Die folgenden Einschränkungen begrenzen die Interpretation der Ergebnisse. Unserem Kohortendesign fehlte eine zufällige Zuteilung zur Kontroll- oder Interventionskohorte. Daher können wir nicht ausschließen, dass Stichprobeneffekte unsere Befunde beeinflusst haben. Trotz dieser Möglichkeit gab es keinen Hinweis darauf, dass die Rekrutierungszeitpunkte die Ergebnisse dieser Studie beeinflusst haben könnten, da sich die beiden Kohorten bei der Ausgangserhebung nur hinsichtlich der mütterlichen Akzeptanz unterschieden, die wir statistisch kontrollierten. Da die Kontrollgruppe jedoch die übliche Behandlung erhielt (d. h. nicht standardisierte, niedrigschwellige Unterstützung), könnte das Fehlen standardisierter Behandlungen zu den beobachteten Gruppenunterschieden beigetragen haben, was die Möglichkeit einschränkt, die Effekte allein der Intervention zuzuschreiben. Möglicherweise haben Placeboeffekte im Zusammenhang mit allgemeinen Wirkfaktoren psychotherapeutischer Interventionen wie Empathie und Hoffnung zu einigen Verbesserungen in der Interventionsgruppe beigetragen (Cuijpers, 2012). Um die Wirkung der Intervention unter kontrollierten Bedingungen strenger zu belegen, wäre eine künftige randomisierte kontrollierte Studie (RCT) erforderlich. Zudem waren die Interviewenden aufgrund der Logistik bei der Organisation der Nachuntersuchungen nicht hinsichtlich der Kohortenzuteilung verblindet. Ferner berichtete die Kontrollkohorte eine große Spannweite an Monaten seit dem Missbrauch, während in der Interventionskohorte der Missbrauch höchstens einen Monat vor der Erstuntersuchung stattgefunden hatte. Dennoch gehen wir davon aus, dass unsere Ergebnisse robust sind, da wir diese Abweichung prüften, indem wir die statistischen Analysen mit einer Teilstichprobe derjenigen wiederholten, die den Missbrauch einen Monat vor der Erstuntersuchung erlebt hatten. Die Daten dieser Studie wurden in Zusammenarbeit mit zwei ländlichen Außenstellen eines Erstversorgungszentrums für Überlebende sexueller Gewalt erhoben. Vielfältigere Settings und idealerweise eine multizentrische Studie könnten Schlussfolgerungen über die Generalisierbarkeit dieses Ansatzes und sein Verbreitungspotenzial ermöglichen. Andererseits möchten wir darauf hinweisen, dass wir die Durchführbarkeit der Intervention unter schwierigen Bedingungen außerhalb städtischer Settings mit sehr wenig Infrastruktur geprüft haben, was als Hinweis auf die Umsetzbarkeit des Ansatzes gewertet werden könnte. Schließlich bestand unsere Stichprobe ausschließlich aus Mädchen und jungen Frauen, was die Generalisierbarkeit unserer Interpretationen auf das weibliche Geschlecht beschränkt.

Während späte Interventionen nach CSA gründlich erforscht und in ihrer Wirksamkeit gut dokumentiert sind (Regehr et al., 2013; Vickerman & Margolin, 2009), sind die Daten zu Frühinterventionen noch begrenzt, was endgültige Schlüsse über deren Wirksamkeit verhindert (Oosterbaan et al., 2019). Mit unserer Forschung konnten wir die Durchführbarkeit und potenzielle Wirksamkeit einer Frühintervention zur Prävention einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit nach CSA zeigen. Darüber hinaus haben wir zur Entwicklung eines standardisierten präventiven Interventionsprogramms nach CSA in ressourcenarmen Regionen beigetragen.

Complexe Systémique: das Wichtigste

Zuerst fällt der Zeitpunkt auf: innerhalb eines Monats nach dem Missbrauch eingreifen, bevor sich die posttraumatische Belastung festsetzt, und mit der Familie statt nur mit dem Mädchen arbeiten. Das Format ist bescheiden, drei Sitzungen, nimmt aber einen gut belegten Beziehungsmechanismus ernst: die Scham der Eltern, die in Schuldzuweisungen an das Kind umschlagen und das Trauma verstärken kann. Indem die Eltern die Erzählung ihrer Tochter hören, dann an ihrer eigenen Scham arbeiten, bevor alle um die Lebenslinie zusammenkommen, verwandelt die Intervention familiäres Schweigen in ein mögliches Gespräch. Dass sich die väterliche Akzeptanz verbessert, obwohl Väter selten anwesend waren, legt nahe, dass Veränderung über die Anwesenden hinaus im System zirkuliert. Die Grenzen sind real: keine Randomisierung, keine Ausgangsmessung der posttraumatischen Belastung, Interviewende, die die Kohorte kannten, eine rein weibliche Stichprobe. Für die klinische Praxis erinnert die Studie daran, dass die Offenlegung eines Missbrauchs auch ein familiäres Ereignis ist und dass die Unterstützung der Eltern bereits Sorge für das Kind bedeutet. Zusammen zu lesen mit dem Artikel über familienbasierte intensive Traumabehandlung und dem Artikel über den Umgang von Kindern mit der Offenlegung.

Anmerkungen aus dem Original

Anmerkung des Verlags Springer Nature bleibt neutral in Bezug auf Zuständigkeitsansprüche in veröffentlichten Karten und institutionellen Zugehörigkeiten.

Danksagung. Wir danken dem Centre Nturengaho, einem Erstversorgungszentrum für Überlebende sexueller Gewalt in Burundi, für die Zusammenarbeit und die Unterstützung bei der Rekrutierung von Klientinnen für diese Studie. Ferner danken wir allen Teilnehmerinnen, die dieser Forschung ihre Zeit und ihre Geschichten geschenkt haben. Justin Preston hat unser Manuskript Korrektur gelesen. Die NGOs Psychologues sans Frontières Burundi und vivo international stellten die notwendige Infrastruktur für dieses Forschungsprojekt bereit.

Beiträge der Verfassenden. Julia Schneider: Konzeptualisierung, Datenkuratierung, formale Analyse, Methodik, Software, Visualisierung, Schreiben – Originalentwurf, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Anja Rukundo-Zeller: Konzeptualisierung, Einwerbung von Fördermitteln, Methodik, Ressourcen, Supervision, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Manassé Bambonyé: Konzeptualisierung, Methodik, Supervision, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Jean-Arnaud Muhoza: Konzeptualisierung, Untersuchung, Methodik, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Thierry Ndayikengurukiye: Konzeptualisierung, Untersuchung, Methodik, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Lydia Nitanga: Konzeptualisierung, Untersuchung, Methodik, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Amini Ahmed Rushoza: Konzeptualisierung, Untersuchung, Methodik, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung. Anselm Crombach: Konzeptualisierung, Datenkuratierung, formale Analyse, Einwerbung von Fördermitteln, Methodik, Projektverwaltung, Ressourcen, Supervision, Visualisierung, Schreiben – Originalentwurf, Schreiben – Überprüfung und Bearbeitung.

Finanzierung. Open-Access-Förderung ermöglicht und organisiert durch Projekt DEAL. Diese Arbeit wurde unterstützt von der W. P. Schmitz Stiftung (VWN 81-5-1 an A. Crombach); der Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ; bw-Burundi_2020 − 116 an A. Crombach und A. C. Rukundo-Zeller); der University of Konstanz (Young Scholar Fund an A. Crombach); der Saarland University (Anschubfinanzierung an A. Crombach). Die Hector Fellow Academy vergab ein Promotionsstipendium an A. C. Rukundo-Zeller.

Ethische Genehmigung. Die vorliegende Studie und alle angewandten Verfahren wurden von der Ethikkommission der Universität Konstanz genehmigt und im Einklang mit der Deklaration von Helsinki durchgeführt.

Einwilligung zur Teilnahme. Jede Teilnehmerin wurde über die Studie, ihre Ziele und den Ablauf informiert. Vor dem ersten Screening und erneut vor jedem FUP-Interview wurde von allen Teilnehmerinnen und ihren Bezugspersonen eine schriftliche informierte Einwilligung eingeholt. Sie wurden darüber informiert, dass die Daten anonym für wissenschaftliche Zwecke und mögliche Veröffentlichungen verwendet würden und die Teilnahme an der Studie freiwillig sei. Allen Teilnehmerinnen wurde ein vertraulicher Umgang mit personenbezogenen Informationen zugesichert sowie, dass ihnen unabhängig von der Studienteilnahme keine Nachteile beim Zugang zur Versorgung entstehen würden. Außerdem erhielt jede Teilnehmerin einen individuellen Code, sodass sensible Informationen nicht mit identifizierenden Angaben verknüpft werden konnten.

Interessenkonflikte. Die Verfassenden haben keine für den Inhalt dieses Artikels relevanten Interessenkonflikte zu erklären.

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Inoffizielle Übersetzung von Preventing Childhood Sexual Abuse Related Mental Health Deterioration Using a Narrative Family Intervention in Burundi von Julia Schneider, Anja C. Rukundo-Zeller, Manassé Bambonyé, Jean-Arnaud Muhoza, Thierry Ndayikengurukiye, Lydia Nitanga, Amini Ahmed Rushoza und Anselm Crombach, Research on Child and Adolescent Psychopathology, Bd. 53, Nr. 7 (2025), doi: 10.1007/s10802-025-01328-8, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz – das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Tabelle als Liste wiedergegeben). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.

Dies ist eine Übersetzung des Originalartikels „Preventing Childhood Sexual Abuse Related Mental Health Deterioration Using a Narrative Family Intervention in Burundi“, erschienen in Research on Child and Adolescent Psychopathology (2025) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Text der Verfassenden wurde ins Deutsche übersetzt und die Darstellung für das Lesen online angepasst, wie zu Beginn dieser Seite erläutert.

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Schneider, J., Rukundo-Zeller, A. C., Bambonyé, M., Muhoza, J.-A., Ndayikengurukiye, T., Nitanga, L., Rushoza, A. A., und Crombach, A. (2025). Preventing Childhood Sexual Abuse Related Mental Health Deterioration Using a Narrative Family Intervention in Burundi. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/preventing-childhood-sexual-abuse-related-mental-health-deterioration-using-a-narrative (Originalarbeit 2025 erschienen in Research on Child and Adolescent Psychopathology, 53(7), 1061-1076 (2025); 2025 erneut veröffentlicht von Research on Child and Adolescent Psychopathology, https://link.springer.com/article/10.1007/s10802-025-01328-8)

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