Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
Contemporary Family Therapy · Familientherapie
Warum sagt eine Studentin, die mit einer Familie nicht weiterkommt, das nicht in der Supervision? Ausgehend von einer Vignette – der von Julia und ihrem Supervisor, der zugleich Studiengangsleiter, Dozent und Studienbetreuer ist – deutet das Team um Jennah Hanson-Daley das Schweigen von Supervidierten im Licht der Macht. Ihr Vorschlag: weniger Techniken und eine feministisch informierte Seinsweise, die von einer Rolle zur nächsten konsistent bleibt.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von Empowering Supervision in Academia: Fostering a Feminist-Informed Way of Being To Encourage Supervisee Self-Disclosure von Jennah Hanson-Daley, Travis J. Spencer, Jeremy L. Pierce und Stephen T. Fife, erschienen in Contemporary Family Therapy (Springer) (2026), doi: 10.1007/s10591-025-09756-w, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und für die Online-Lektüre neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.
Da die supervidierende Person die Machtposition innehat, liegt bei ihr die Verantwortung, sich selbst zu evaluieren und die SWA in erster Linie selbst zu bewerten, statt diese Verantwortung auf die supervidierte Person abzuwälzen.
Jennah Hanson-Daley, Travis J. Spencer, Jeremy L. Pierce und Stephen T. Fife
Zusammenfassung
Die supervisorische Arbeitsallianz (SWA, engl. Supervisory Working Alliance) gilt als Schlüsselkomponente wirksamer Supervision. Studien zeigen, dass das Fehlen einer tragfähigen SWA zu geringerer Selbstöffnung der Supervidierten führen kann, was deren Fähigkeit beeinträchtigt, klinisch und beruflich zu wachsen. Frühere Literatur, die feministische Anwendungen auf die klinische Supervision vorschlägt, hat hervorgehoben, wie wichtig es ist, dass Supervidierende ihre Macht anerkennen und eine kollaborative Haltung einnehmen. Wir bieten jedoch eine Perspektive an, die feministische Modelle weiterentwickelt, indem wir geltend machen, dass feministische Prinzipien auf die Seinsweise der supervidierenden Person angewandt werden müssen und nicht nur auf die eingesetzten Interventionen. Anhand einer Fallvignette greift dieser Artikel auf Konzepte der feministischen Theorie und der feministischen Familientherapie zurück, um die Schwierigkeiten rund um die Selbstöffnung von Supervidierten zu untersuchen, insbesondere im akademischen Kontext. Wir stellen ein Modell der Seinsweise von Supervidierenden vor, das auf feministischen Prinzipien gründet, um die Sicherheit zu stärken, die Supervidierte für ihre Selbstöffnung brauchen.
Schlüsselwörter: Supervision, Feministische Familientherapie, Doppelbeziehungen, Selbstöffnung in der Supervision, Seinsweise, Macht
Die Supervision noch nicht approbierter klinischer Fachkräfte (PLC, engl. pre-licensed clinicians) ist ein wesentlicher Bestandteil klinischer Ausbildungsprogramme; sie soll PLC dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten zu verfeinern, und eine ethische Praxis gewährleisten. Trotz fehlender Einigkeit über die Kernelemente wirksamer und ethischer Supervision (Rousmaniere et al., 2016; Watkins, 2020) besteht ein breiter Konsens, gestützt durch empirische Befunde, dass die supervisorische Arbeitsallianz (SWA) eine Schlüsselrolle für wirksame Supervision spielt (Apostol et al., 2025; Bordin, 1983; Watkins, 2020). Diese Allianz ist zentral für Prozess und Ergebnisse der Supervision (Watkin, 2018) und kann bestimmen, in welchem Maß Supervidierte klinisch relevante Schwierigkeiten offenlegen, mit denen sie in ihrer klinischen Praxis konfrontiert sind (Mehr et al., 2010). Selbstöffnung meint in diesem Artikel das bewusste Mitteilen persönlicher Informationen, Erfahrungen, Gedanken und Gefühle der supervidierten Person, die für ihre klinische Arbeit, ihre berufliche Entwicklung oder die supervisorische Arbeitsallianz relevant sein können. Eine schwache SWA beeinträchtigt die Fähigkeit der supervidierten Person zur Selbstöffnung, was häufig ein Hauptfaktor für weniger wirksame Supervision ist (Chircop Coleiro et al., 2023; Ladany et al., 1996). Ohne eine verletzliche Offenlegung klinischer, beruflicher und das therapeutische Selbst betreffender Schwierigkeiten können Supervidierte klinisch relevante Themen nicht bearbeiten, und Supervidierende laufen Gefahr, sie auf ihrem Weg des klinischen Wachstums zu isolieren.
Obwohl klinische Supervision ein Kernelement der klinischen Ausbildung und des Gatekeepings für den Beruf ist, bringen Prozess und Kontexte der Supervision sowohl für PLC als auch für Supervidierende eine Reihe von Herausforderungen mit sich. PLC sind darauf angewiesen, dass die supervidierende Person ihnen eine nützliche Supervision und Ausbildung bietet und die für den Abschluss oder die Approbation erforderlichen klinischen Stunden bestätigt. Diese Abhängigkeit kann Supervidierte dazu bringen, persönliche Erfahrungen, klinische Schwierigkeiten oder andere Themen, die ihre Arbeit mit der Klientel beeinträchtigen, für sich zu behalten (Mehr et al., 2010). SWA und Selbstöffnung der Supervidierten werden noch komplexer, wenn man die Intersektionalität von Geschlecht, Race, Kultur, hierarchischen Strukturen und den Machtdynamiken berücksichtigt, die der klinischen Supervision innewohnen (Green & Dekkers, 2010; McKibben et al., 2019). Hinzu kommen die komplexen Doppelbeziehungen, die PLC in Ausbildungsprogrammen mit ihren Lehrenden erleben und die die Beziehung zusätzlich verkomplizieren.
Neben den Supervidierten stehen auch Lehrende, die in CMFT-Ausbildungsprogrammen supervidieren, vor verschiedenen Herausforderungen, von denen einige ihre Arbeit mit Supervidierten beeinträchtigen können. Lehrende in Masterstudiengängen tragen oft eine hohe Arbeitslast aus Lehre, Forschung, Studienbetreuung, Gremienarbeit und Verwaltungsaufgaben. Die übliche Lehre umfasst zwei bis vier Lehrveranstaltungen pro Semester, darunter unter Umständen ein Praktikum. In manchen Fällen wird von Lehrenden klinische Supervision erwartet, ohne dass sie auf ihr Lehrdeputat angerechnet wird. Von CMFT-Lehrenden wird erwartet, dass sie auf hohem Niveau Studierende mit unterschiedlichen Erwartungen, Bedürfnissen, Fähigkeiten und Lernstilen unterrichten und supervidieren. Auch wenn die Erwartungen je nach Institution variieren, unterliegen Lehrende häufig hohen Anforderungen an ihre Forschungsproduktivität, gefasst in die Formel „publish or perish“ („publizieren oder untergehen“), was Druck erzeugt, sich auf Drittmittelanträge, empirische Forschung und Veröffentlichungen in hochrangigen begutachteten Fachzeitschriften zu konzentrieren. Obwohl CMFT-Lehrende im Allgemeinen eine positive Arbeitszufriedenheit angeben, insbesondere in Bezug auf ihre Lehrtätigkeit (Matheson & Rosen, 2012; Viers & Blieszner, 2004), kann der Druck im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mit Entfristung oder Beförderung ihre Aufmerksamkeit von der Supervision abziehen, was möglicherweise ihre Ansprechbarkeit für die Bedürfnisse der Supervidierten verringert, das Bewusstsein für Machtdynamiken schwächt und die SWA belastet.
Angesichts der vielfältigen Machtebenen in dieser supervisorischen Beziehung, akademischer Strukturen, die hohe Erwartungen erzeugen, und sich überschneidender Kontextfaktoren sowohl bei der supervidierenden als auch bei der supervidierten Person bedarf es einer feministischen Perspektive, um die im Supervisionsprozess auftretenden Komplexitäten ethisch zu bewältigen. Ziel dieses Beitrags ist es daher, die Anwendung einer feministischen Perspektive auf die klinische Supervision voranzubringen und ein feministisch informiertes Modell der „Seinsweise“ von Supervidierenden vorzustellen, das die Komplexität der Identitäten von supervidierender und supervidierter Person sowie deren Wechselspiel aufgreift. Damit vertreten wir die Auffassung, dass es nicht in der Verantwortung der supervidierenden Person liegt, das persönliche und berufliche Wachstum hervorzubringen, das PLC brauchen; wohl aber ist sie dafür verantwortlich, einen Kontext zu ermöglichen, in dem dieses Wachstum stattfinden kann. Dazu gehört, die eigene Macht anzuerkennen, sich für den Einfluss der supervidierten Person zu öffnen und bereit zu sein, das eigene Vorgehen angemessen anzupassen, sowie Supervidierte zu stärken, indem man ihre Erfahrungen hört und anerkennt. Wir beginnen mit einer beschreibenden Fallvignette, die Stück für Stück die Komplexität und die inhärenten Machtgefälle in supervisorischen Beziehungen im Hochschulkontext veranschaulicht. Gestützt auf Erfahrungen der Verfassenden und anderer Personen sowohl in der Rolle der Supervidierenden als auch in der Rolle der Supervidierten, ist diese Vignette eine Zusammenstellung von Supervisionserfahrungen, die auf die Kontextfaktoren, die Doppelbeziehungen und die Seinsweise der supervidierenden Person fokussiert, welche die SWA beeinflussen können, gestützt durch Literatur zu diesen Themen. Darüber hinaus heben wir mit der Darstellung dieses Falls die komplexen Machtdynamiken hervor, die mit Kontextfaktoren und Doppelbeziehungen verbunden sind, und wollen für die Schwierigkeiten sensibilisieren, die für Supervidierende und Supervidierte entstehen können, wenn sie nicht angesprochen werden. Außerdem bieten wir Reflexionspunkte zu SWAs an, die ein angemessenes und notwendiges Wachstum der Supervidierten fördern, insbesondere durch Selbstöffnung, im Kontext von CMFT-Masterstudiengängen.
Julia Gomez ist eine 25-jährige Cis-Frau und Latina. Sie stammt aus einer katholischen Familie, die drei Jahre vor ihrer Geburt aus Mexiko in die Vereinigten Staaten eingewandert ist. Derzeit absolviert sie einen Masterstudiengang in einem klinischen Bereich der psychischen Gesundheit und befindet sich in ihrem ersten Semester mit eigener klinischer Tätigkeit. Seit einem Monat arbeitet sie therapeutisch mit der Familie Sanders, um die Klagen der Eltern über Verhaltensprobleme ihrer Tochter Elizabeth, die kurz vor der Pubertät steht, zu bearbeiten. Die Sanders, eine weiße Cis-Familie aus der Mittelschicht, haben kürzlich erklärt, Elizabeths Verhaltensprobleme hätten sich seit Beginn der Therapie verschlimmert: Sie gebe Widerworte, weigere sich, im Haushalt zu helfen, und schleiche sich aus dem Haus. Je mehr die Eltern über Elizabeths Verhalten klagen, desto schwerer fällt es Julia, in dem Fall voranzukommen.
Wie es ihr Studiengang vorschreibt, trifft sich Julia wöchentlich mit einem Supervisor, um relevante Fragen zu ihren Fällen zu besprechen und ihre klinische Entwicklung zu beurteilen. Zu ihrer Supervisionserfahrung gehört außerdem, dass sie von ihrem Supervisor eine Beurteilung und für ihr Praktikumsseminar eine Note erhält. Ihr Supervisor, Dr. Thomas Martin, ist ein weißer Cis-Mann aus der Mittelschicht in seinen Vierzigern. Neben seiner Rolle als ihr klinischer Supervisor ist Dr. Martin Studiengangsleiter, ihr zugewiesener Studienbetreuer und Dozent eines Theorieseminars, das Julia im nächsten Studienjahr besuchen wird. Dr. Martin schätzt die Möglichkeit, in jeder dieser Rollen Beziehungen zu seinen Studierenden aufzubauen, und bemüht sich, die Erwartungen der Hochschule mit seinem Wunsch in Einklang zu bringen, ein authentischer und präsenter Mentor zu sein. In ihrer ersten Supervisionssitzung sagte Julia Dr. Martin, dass sie mit den Sanders nicht vorankomme, spielte diese Schwierigkeiten jedoch als mangelnde Erfahrung mit dem gewählten Behandlungsmodell herunter und bat um Hilfe bei dessen Umsetzung. Was Julia nicht offenlegte, war, dass es ihr schwerfiel, eine Beziehung zu Elizabeth aufzubauen und deren Perspektive zu verstehen, während sie zugleich versuchte, auf die Sorgen der Eltern einzugehen. Auch wenn Julia nicht genau wusste, warum gerade dies ihr so schwerfiel, erkannte sie, dass ihre Familiengeschichte und andere Kontextfaktoren eine erhebliche Rolle dabei spielten, wie sie mit der Familie Sanders interagierte und sie wahrnahm.
Die SWA ist ein zentrales Vehikel für Entwicklung und Veränderung bei Supervidierten (Lampropoulos, 2003; Nicholas & Goodyear, 2020; Park et al., 2019). Damit Wachstum stattfinden kann, muss die SWA jedoch Raum und Ermutigung für Selbstreflexion und Offenlegung bieten (Calvert et al., 2020). Wer sich auf den Aufbau einer SWA konzentriert, die das Personsein von supervidierender und supervidierter Person in den Vordergrund stellt, kann das Sicherheitsgefühl der Supervidierten in der Supervision stärken (Beinart, 2014), das für die Selbstöffnung nötige Umfeld schaffen und letztlich ihre Selbstwirksamkeit erhöhen (Apostol et al., 2025; Lohani & Sharma, 2023). Dieses sichere Umfeld führt, zusammen mit der durch eine tragfähige SWA gesteigerten Selbstwirksamkeit und Selbstwahrnehmung der supervidierten Person, zu wirksamer Supervision, die sich durch eine Transformation der supervidierten Person und positive Ergebnisse für die Klientel auszeichnet (Lohani & Sharma, 2023).
Eine weitergehende Untersuchung der SWA durch Zhu und Team (2021) kam zu dem Schluss, dass kulturelle Demut ein wesentliches Element für den Aufbau einer wirksamen und sicheren SWA ist. Wilcox und Team (2023) stützen dies mit dem Befund, dass eine höhere Einschätzung der kulturellen Demut der supervidierenden Person durch die PLC mit einer insgesamt positiveren SWA einhergeht. Zu hilfreichen kulturellen Supervisionserfahrungen gehört, dass sich die supervidierende Person mit multikulturellen Fragen auseinandersetzt und anerkennt, Raum dafür schafft und berücksichtigt, wie Kultur und Intersektionalität die verschiedenen am Supervisionsprozess Beteiligten beeinflussen (Wilcox et al., 2023; Zhu et al., 2021).
In ihrem ersten Supervisionstreffen begannen Dr. Martin und Julia nach einer kurzen Vorstellung und einem Durchgehen von Julias Zielen für die Supervision, über ihre klinische Arbeit zu sprechen, einschließlich ihrer Fallzahl und ihrer Konzeptualisierung der laufenden Fälle. Julia gab bei ihren Zielen an, dass sie gern Unterstützung bei Themen des therapeutischen Selbst hätte, ohne jedoch zu sagen, um welche Themen es ging. Sie zögerte, sich Dr. Martin gegenüber verletzlich zu zeigen, da dies ihre erste klinische Supervisionserfahrung mit ihm war und sie seit seiner Ansprache an ihren Jahrgang als Studiengangsleiter bei der Einführungsveranstaltung kaum Kontakt mit ihm gehabt hatte. Im weiteren Verlauf der Supervision über das Semester hinweg zögerte Julia weiterhin, Themen des therapeutischen Selbst mit Dr. Martin anzusprechen, und gab Fragen der Fallkonzeptualisierung und der Intervention den Vorrang, während sie ihre persönlichen Schwierigkeiten herunterspielte. Julia empfand die Supervision oft als lästige Pflicht oder als einen weiteren Ort, an dem sie Leistung zeigen musste, ähnlich wie in anderen akademischen Kontexten. Sie wusste, dass die supervisorische Beziehung, die sie mit Dr. Martin aufbaute, ihren Bedürfnissen nicht gerecht wurde, war sich aber unsicher, wie sie dies ihm gegenüber ansprechen sollte und ob ihre Bedenken hinsichtlich der supervisorischen Allianz und ihre persönlichen Schwierigkeiten verstanden und anerkannt würden.
Auch Dr. Martin spürte zu Beginn der Supervision Distanz und Zurückhaltung bei Julia. Er hoffte, dass ihre Zurückhaltung im weiteren Verlauf nachlassen und Julia komplexere und klinisch relevantere persönliche Themen offenlegen würde, die sie gemeinsam bearbeiten könnten. Dr. Martin scheute sich, vorschnell nach Julias Hintergrund und Lebenserfahrungen außerhalb ihrer klinischen Arbeit zu fragen, weil er befürchtete, dies könnte zu viel Unbehagen auslösen, während sie ihre supervisorische Allianz aufbauten. Da ihr Personsein und die verschiedenen Aspekte ihrer Identität jedoch nicht anerkannt wurden, öffnete Julia sich weiterhin nicht und begann zu empfinden, dass ihre Beziehung zu Dr. Martin kein sicherer Ort war (Wilcox et al., 2023; Zhu et al., 2021). Letztlich kam Julia mit der Familie Sanders weiterhin nicht voran, weil sie klinisch relevante Themen ihres therapeutischen Selbst zurückhielt, die ihre Arbeit beeinträchtigten (Lohani & Sharma, 2023).
Supervision findet innerhalb einer hierarchischen Struktur statt, mit inhärenten Unterschieden an Macht und Einfluss zwischen supervidierender und supervidierter Person. Macht, die nicht erkannt, nicht angesprochen oder nicht begrenzt wird, kann verheerende Auswirkungen auf die SWA und die Wirksamkeit der Supervision insgesamt haben. Eine bereits untersuchte Auswirkung ist, dass Supervidierte klinisch relevante Anliegen in Bezug auf ihre Klientel oder auf sich selbst nicht offenlegen (Ladany et al., 1996; Mehr et al., 2010). Ohne gezielte Schritte der supervidierenden Person, um Machtdynamiken in der SWA anzusprechen, kann die supervidierte Person einen Mangel an emotionaler Sicherheit empfinden, was sowohl ihre Fähigkeit zur Selbstöffnung als auch die Wirksamkeit der SWA einschränkt (Apostol et al., 2025; Ladany et al., 1999; Mehr et al., 2010). Mehr und Team (2010) stellten fest, dass eine Mehrheit der Supervidierten ihren Supervidierenden klinisch relevante Informationen vorenthielt. Häufig zurückgehaltene Inhalte waren berufliche Unzulänglichkeiten, Sorgen aus dem Privatleben, Befürchtungen darüber, wie die supervidierende Person sie wahrnimmt, sowie negative Supervisionserfahrungen. Zudem nannten Supervidierte als Gründe für die Nichtoffenlegung Ehrerbietung, befürchtete negative Konsequenzen und Eindrucksmanagement (Apostol et al., 2025; Mehr et al., 2010) – Gründe, die sich allesamt mit dem Machtgefälle zwischen supervidierender und supervidierter Person in Verbindung bringen lassen. Weitere Befunde stützen dies und zeigen, dass Supervidierte sich oft nicht öffnen, weil sie die Information für unwichtig oder für zu persönlich halten oder weil die Allianz mit der supervidierenden Person schwach ist (Ladany et al., 1996). Letztlich gibt es viele Gründe, warum Supervidierte Schwierigkeiten in der Supervision nicht offenlegen; wir vertreten jedoch die Auffassung, dass fehlende Selbstöffnung in Machtfragen wurzelt, von denen einige aus Kontextfaktoren von supervidierender und supervidierter Person hervorgehen (Apostol et al., 2025; Hernández et al., 2009; Hernández & McDowell, 2010).
Obwohl es für die Entwicklung von PLC entscheidend ist, offenzulegen, wenn sie in einem Fall nicht vorankommen, können soziale Identitäten und Machtdynamiken das Sicherheitsgefühl, das Selbstöffnung voraussetzt, hemmen (Apostol et al., 2025). Kontextfaktoren wie Geschlecht und Alter sind Paradebeispiele dafür, wie Macht die SWA und die Selbstöffnung von Supervidierten beeinflussen kann (Nelson et al., 2006). In Julias Fall spielten die kontextuellen Unterschiede zwischen ihr und Dr. Martin eine Rolle bei ihrem Zögern, ihm ihre Verletzlichkeit zu zeigen. In einer patriarchalen Gesellschaft wird Männern unverdiente und unverhältnismäßige Macht über Frauen eingeräumt (MacKinnon, 1988). Diese Macht wird durch Dr. Martins Vorsprung an klinischer Erfahrung, seine Autorität im Ausbildungsprogramm und sein Alter verstärkt, sodass Julia sich in ihrer Macht, die gemeinsam aufgebaute SWA mitzugestalten, geschwächt fühlt.
Neben Geschlecht und Alter beeinflussen auch Race und Kultur die Machtdynamik in der supervisorischen Beziehung. Julia erkannte, dass ihre eigene Kultur und Familiengeschichte ihre klinische Arbeit mit der Familie Sanders beeinflussen. Wegen der Unterschiede in Race und Kultur zwischen ihr und Dr. Martin und weil die Auswirkungen dieser Kontextfaktoren in der Supervision nie besprochen wurden, zögert Julia jedoch, das Thema anzusprechen. Auch wenn Julias Zögern, sich zu öffnen, dem Fortschritt im Fall Sanders schadet, ist es aus zwei Gründen nachvollziehbar. Erstens stammt Julia aus einer hierarchisch geprägten Kultur, die Autorität und Respekt betont (Díaz-Guerrero, 1975). Sie bemerkte, dass es ihr in der Arbeit mit der Familie Sanders oft schwerfiel, Elizabeths Perspektive Raum zu geben, und dass sie stattdessen den Eltern mehr Raum ließ, ihren Frust über Elizabeth zu äußern, ohne dies zu hinterfragen. Dies führte zu einem Bruch in der therapeutischen Allianz zwischen Julia und Elizabeth, und Julia fühlte sich in ihrer Arbeit mit der Familie festgefahren. Da Dr. Martin einen anderen kulturellen und ethnischen Hintergrund hat als sie, befürchtet Julia, dass er nicht verstehen kann, wie ihr Hintergrund ihre Arbeit beeinflusst, oder, schlimmer noch, dass er urteilt, ihre Voreingenommenheit mache sie ungeeignet für den Beruf der Therapeutin.
Zweitens lässt sich Julias Zurückhaltung, sich Dr. Martin gegenüber zu öffnen, vor dem Hintergrund von Macht und rassistischer Diskriminierung in den Vereinigten Staaten verstehen. Diskriminierung trifft Menschen lateinamerikanischer Herkunft in allen Bereichen ihres Alltags, einschließlich ihrer beruflichen Perspektiven, ihrer Bildungserfolge, ihres Zugangs zur Gesundheitsversorgung und ihres psychischen und emotionalen Wohlbefindens (Ayón & Becerra, 2013; Findling et al., 2019; Torres et al., 2011). Die Folgen dieser allgegenwärtigen Diskriminierung können für eingewanderte Familien durch polarisierende politische Diskurse, gewaltsame Abschiebungen und unmenschliche Praktiken an der Grenze der Vereinigten Staaten in den letzten Jahren noch verstärkt werden (Ayón & Becerra, 2013; Cheatham & Roy, 2023). Da Julia nicht nur Latina ist, sondern auch aus einer eingewanderten Familie stammt, zögert sie, Dr. Martin gegenüber offenzulegen, wie ihre Kultur ihre Fallkonzeptualisierung und ihre Behandlung dieser Familie beeinflussen könnte, weil sie sich sorgt, wie er auf die Offenlegung ihres familiären Hintergrunds und ihrer Familiengeschichte reagieren könnte. Ihre Angst wird durch Mikroaggressionen verstärkt, die sie in der Vergangenheit von Menschen mit einem ähnlichen Hintergrund wie Dr. Martin erfahren hat.
Dr. Martin wiederum teilt zwar Julias kulturelle Erfahrungen nicht, ist sich aber der Diskriminierung von Menschen lateinamerikanischer Herkunft in den USA bewusst. Er glaubt, keine persönlichen Vorurteile gegenüber ihrer Kultur zu haben, und bemüht sich, dies zu zeigen, indem er Julia nicht anders behandelt als andere Studierende. Dennoch spricht er das Thema ihrer unterschiedlichen Identitäten weiterhin nicht an, aus dem, was er als Respekt vor ihrer Autonomie bei einem möglicherweise heiklen Thema versteht, denn er fürchtet, dass dies in ihrer supervisorischen Beziehung noch mehr Distanz zwischen ihnen schaffen würde.
Supervision umfasst zwar einen umfangreichen Prozess der Beurteilung und des Gatekeepings (Russell et al., 2007), ist aber zugleich eine intime und kollaborative Ausbildungserfahrung (Stargell et al., 2020). Diese beiden Dynamiken, die oft Spannungen erzeugen können, erfordern ein hohes Maß an Klarheit über die Rolle jeder Partei in der Supervision, einschließlich ihrer jeweiligen Verantwortlichkeiten und der Art und Weise, wie mit Konflikten oder Fördermaßnahmen umgegangen wird. So kann der der Supervision inhärente Beurteilungsprozess die Angst von PLC steigern, insbesondere in Gatekeeping-Situationen, womöglich bis zu einem Punkt, an dem das Angstniveau ihre klinische Leistung und ihre Lernfähigkeit beeinträchtigt (Ellis et al., 2015; Lambie et al., 2023). Wenn die supervidierende Person aber zugleich Lehrperson, Hauptbetreuung, Mitglied des Prüfungsausschusses und/oder Forschungsmentorat usw. der PLC ist, wie insbesondere in akademischen Programmen der Paar-, Ehe- und Familientherapie (CMFT), kann es zunehmend schwierig werden, die Rollen in der Supervision zu klären und aufrechtzuerhalten.
Biaggio und Team (1997) vergleichen die therapeutische Beziehung mit Beziehungen zwischen Lehrenden und ihnen Unterstellten und beschreiben, wie das jeweils machthabende Mitglied der Beziehung das andere belohnt, missbilligt, unter Druck setzt oder überzeugt. Obwohl sie der therapeutischen Beziehung ähneln, sind Beziehungen zwischen Lehrenden und Unterstellten oft durch unvermeidliche Doppelbeziehungen gekennzeichnet (Koocher & Keith-Spiegel, 2016), in denen sich Studierende bzw. Supervidierte häufig unwohl fühlen oder im schlimmsten Fall diskriminiert werden (Biaggio et al., 1997; Kitchener, 1988). Auch wenn dies noch nicht untersucht wurde, ließe sich ebenso argumentieren, dass Doppelbeziehungen zwischen Supervidierenden und Supervidierten im akademischen Kontext Vorteile haben. So bieten Mehrfachrollen mehr Gelegenheiten, das gegenseitige Vertrauen und den gegenseitigen Respekt in Mentoringbeziehungen zu vertiefen, die eine Bereicherung weit über die klinische Ausbildung hinaus bieten und zu lebenslangen Bindungen heranwachsen können (Barnett et al., 2002). Kolbert und Team (2002) fanden jedoch heraus, dass Lehrende in Doppelrollen sich der negativen Wahrnehmung dieser Doppelbeziehungen durch Studierende oft nicht bewusst sind, was das Risiko ungerechter Behandlung und fehlender Selbstöffnung in Supervisionsbeziehungen mit Lehrenden erhöht. Den Druck dieser unterschiedlichen Rollen auszubalancieren, kann PLC auf eine Gratwanderung zwingen, um den akademischen und politischen Selbstmord zu vermeiden (Ladany et al., 1996), stets bemüht, dass das, was sie sagen und tun, keine negativen Folgen nach sich zieht (Mehr et al., 2010). Es ist möglich, dass die vielfachen Beziehungen, die eine Universität von einer supervidierenden Person gegenüber einer PLC erwartet, Misstrauen erzeugen und die gemeinsame Konstruktion einer gesunden, kultursensiblen und wirksamen SWA untergraben.
Darüber hinaus können die Anforderungen der Universität an die Lehrenden, die auch supervidieren, zu publizieren und in vielen anderen Bereichen zu glänzen, die Supervision zur Nebensache machen und mitunter nur wenig Zeit und Energie für eine wirksame Supervision übrig lassen. Dies könnte erklären, warum eine häufige Klage von Supervidierten lautet, die supervidierende Person habe zu wenig beobachtet und zu wenig Rückmeldung gegeben (Ladany et al., 2013). Zudem kann der Druck des weiteren akademischen Kontexts zu einer möglichen Ausnutzung von Supervidierten für akademische Vorteile führen (Cohen & Baruch, 2022), was die Allianz weiter beschädigen würde – trotz klarer ethischer Richtlinien, die die Ausnutzung Unterstellter verbieten (AAMFT, 2015; ACA, 2014; APA, 2017; NASW, 2021). Letztlich kann dies die Selbstöffnung von PLC auch durch wechselnde und mitunter widersprüchliche Loyalitäten zwischen ihnen und der supervidierenden Person behindern, während beide versuchen, sich in einem größeren akademischen ökologischen System zurechtzufinden.
Ein weiterer Aspekt, der bei der Konzeptualisierung von Julias fehlender Selbstöffnung zu berücksichtigen ist, sind die vielfachen Beziehungen zwischen Julia und Dr. Martin. Wie in CMFT-Programmen üblich, sind Julia und Dr. Martin jeweils in mehreren sich überschneidenden Rollen aktiv. Julia ist neben ihrer Rolle als Supervidierte noch nicht approbierte klinische Fachkraft, Mentee und Studentin; Dr. Martin ist neben seiner Rolle als Supervisor auch Studiengangsleiter, Professor, Forscher, Studienbetreuer und praktizierender Kliniker. Obwohl klinische Ethikkodizes Supervidierende dazu anhalten, Doppelbeziehungen nach Möglichkeit zu vermeiden (AAMFT, 2015), machen die vielen Rollen, die Supervidierende in akademischen und Ausbildungsprogrammen innehaben, dies oft unmöglich. Für Julia geht die Zurückhaltung bei der Selbstöffnung über die Verletzlichkeit gegenüber einem Supervisor hinaus, denn sie würde Aspekte ihres Privatlebens und ihre Schwierigkeiten zugleich mit ihrem Studiengangsleiter, ihrem Professor und ihrem Studienbetreuer teilen. Die Folgen dieser Doppelbeziehung bereiten Julia Sorgen, denn sie befürchtet, dass das Teilen ihrer Schwierigkeiten als schlechte Arbeit in ihrer Rolle als Therapeutin wahrgenommen werden könnte, was möglicherweise beeinflusst, wie Dr. Martin ihr Kompetenzniveau in den anderen Rollen beurteilt, in denen er sie bewertet.
Die Informationen, die sie in der Supervision mit Dr. Martin teilt, werden nicht vergessen, wenn Dr. Martin in die Rolle des Dozenten oder Studienbetreuers wechselt. Diese Informationen prägen unvermeidlich, wenn auch unbeabsichtigt, Dr. Martins Wahrnehmung von Julia während ihrer gesamten Zeit im Masterstudiengang und beeinflussen so die Art, wie er ihr in anderen Rollen begegnet. Diese zusätzlichen Beziehungen verstärken die Macht, die Dr. Martin über Julia hat, was Julias Zurückhaltung bei der Selbstöffnung verfestigt und ihr Wachstum als Therapeutin sowie die Fortschritte ihrer Klientel behindert.
Die Seinsweise einer supervidierenden Person spiegelt ihr Selbst im jeweiligen Moment wider, wenn sie mit anderen in Beziehung tritt (Davis et al., 2021; Fife et al., 2014). Die Seinsweise ist ein Konzept, das in der Beziehungsphilosophie Martin Bubers gründet, der davon ausging, dass wir uns in jedem Moment auf eine von zwei Arten auf andere beziehen: als Objekte (Ich-Es) oder als wirkliche Menschen (Ich-Du) (Buber, 1958). Wenn wir anderen in der Ich-Es-Haltung begegnen, betrachten wir sie als Hindernisse, Mittel zum Zweck oder Belanglosigkeiten (Fife, 2015). Wenn wir uns in der Ich-Du-Haltung auf sie beziehen, antworten wir auf ihr Menschsein und erkennen an, dass sie, wie wir selbst, eigene Bedürfnisse, Hoffnungen, Pläne und Herausforderungen haben. Eine Ich-Du-Seinsweise schließt einen Prozess der Reflexivität über die eigene soziale Position, die eigenen Machtpositionen und die Intersektionalität ein (Zu, 2022). Die vielfachen Beziehungen, die eine supervidierende Person mit ihrer PLC unterhält, erfordern eine ansprechbare und verlässliche Seinsweise, die sich durch jede dieser Beziehungen zieht. Die Seinsweise der supervidierenden Person wirkt sich unmittelbar auf die Verletzlichkeit der PLC und ihre Bereitschaft zur Selbstöffnung aus (Hutman et al., 2023; Stargell et al., 2020). So wird eine supervidierte Person, die das Gefühl hat, für die supervidierende Person ein Hindernis oder eine Last zu sein, Einzelheiten ihrer Schwierigkeiten weniger bereitwillig teilen. Ist die Aufmerksamkeit der supervidierenden Person dagegen auf die supervidierte Person gerichtet und geht sie auf deren Bedürfnisse ein, kann diese sich verletzlicher oder offener in Bezug auf die Schwierigkeiten zeigen, die sie erlebt. Der Ethikkodex der AAMFT betont, dass Supervidierende in der CMFT alle notwendigen Vorkehrungen treffen müssen, um Beziehungen zu vermeiden, die PLC schaden (AAMFT, 2015). Daher liegt es in der Verantwortung der Supervidierenden, beim Supervidieren auf ihre Seinsweise zu achten und darauf, wie diese ihren Supervidierten hilft oder sie behindert.
Wegen der vielen Rollen, die Dr. Martin innehaben soll, und der Anforderungen seiner Stelle an der Universität fühlt er sich oft überlastet und hat nicht genug Zeit, um die klinische Supervision mit Julia vorzubereiten. Obwohl Dr. Martin seine Rolle als Supervisor schätzt, erkennt er, dass andere Aufgaben in seiner akademischen Position mehr Anerkennung finden. In einem kürzlichen Supervisionstreffen kam Julia mit vorbereiteten Fragen zur Anwendung einer bestimmten Intervention in ihrer Arbeit mit der Familie Sanders. Dr. Martin wusste, dass er sich mit mehr Aspekten von Julias Entwicklung befassen musste als mit der Umsetzung von Therapiemodellen und Interventionen, doch er fühlte sich in diesem Semester durch ein anspruchsvolles Forschungsprojekt und eine hohe Verwaltungslast besonders ausgelaugt. Obwohl er durch diese Verpflichtungen etwas abgelenkt war, wandte er seine Aufmerksamkeit der Supervision zu und begann, Julia Fragen zu ihrem therapeutischen Selbst zu stellen, ohne zuerst die Distanz anzusprechen, die er ihr gegenüber spürte, und ihre auffällig fehlende Offenheit. Als Julia ihm Widerstand entgegenbrachte, reagierte er mit weniger Mitgefühl als sonst und drängte sie weiter zu mehr Selbstwahrnehmung und Offenheit. Julia wurde ängstlich und sagte, sie fühle sich unwohl und sei unsicher, ob sie weitere persönliche Fragen beantworten wolle. Nachdem Dr. Martin eine Bemerkung über die Bedeutung von Selbstreflexion gemacht hatte, wechselten sie wieder zu einem neuen Therapiemodell, das sie bei der Familie Sanders ausprobieren wollte, in der Hoffnung, damit einen Fortschritt anzustoßen. Sie beendeten die Supervision etwas früher, und Dr. Martin wusste, dass er die Dinge anders angehen musste, wenn er Julia helfen wollte, sich zu einer kompetenten klinischen Fachkraft zu entwickeln.
Als die Aufmerksamkeit für Frauenthemen in der Mitte und gegen Ende des 20. Jahrhunderts weiter wuchs, gerieten Modelle der Familientherapie in die Kritik, weil sie die Rolle des Geschlechts in Familiensystemen nicht anerkannten (Evans et al., 2005; Goodrich et al., 1988; Hare-Mustin, 1978; Hall & Greene, 1994; Holmes, 2023; Silverstein & Goodrich, 2003; Walters et al., 1988). Daraus entstand ein Rahmen feministischer Familientherapie mit drei Hauptkomponenten: Feminismus ist humanistisch und richtet sich auf die Regeln, die Interaktionsmuster zwischen Männern und Frauen bestimmen; die Erfahrungen von Frauen sollen in Beziehungen, Familien und Gesellschaft gehört und gleichberechtigt berücksichtigt werden; und Feminismus richtet den Blick eher auf die gesellschaftliche Rolle, die männlich dominierte und sexistische Überzeugungen fortschreibt, als auf die individuelle Rolle (Walters et al., 1988). Während sich die feministische Bewegung weiter für Gleichberechtigung einsetzte, gewannen erweiterte Definitionen des Feminismus an Verbreitung. Neue Definitionen stellten die Intersektionalität in den Mittelpunkt – einen von Crenshaw (1989, 1995) geprägten Begriff. Bowleg (2012) liefert eine klare Definition, um die Bedeutung der Intersektionalität für den Feminismus zu verstehen:
Intersektionalität ist ein theoretischer Rahmen, um zu verstehen, wie sich multiple soziale Identitäten wie Race, Geschlecht, sexuelle Orientierung, sozioökonomischer Status und Behinderung auf der Mikroebene der individuellen Erfahrung überschneiden und dabei ineinandergreifende Systeme von Privilegierung und Unterdrückung (d. h. Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Klassismus) auf der gesellschaftlich-strukturellen Makroebene widerspiegeln. (S. 1267)
Mit einem inklusiveren Blick heben Feminismus und feministische Familientherapie hervor, wie sich die Diskriminierung verstärkt, der Minderheiten aufgrund ihrer multiplen sozialen Identitäten wie Klasse, Kultur, Race und sexueller Orientierung ausgesetzt sind (Almeida, 1994; Brown, 2016; Gunderson, 2022; Hill & Ballou, 2005; Silverstein & Goodrich, 2003; Turan et al., 2019; Walters et al., 1988; Wandschneider et al., 2022). Dieser Beitrag führt daher das Gespräch über Intersektionalität fort, indem er Prinzipien der feministischen Familientherapie und der feministischen Bewegung nutzt, um die Machtdynamiken und sozialen Identitäten sichtbar zu machen, die in der SWA wirksam sind.
Fehlende Selbstöffnung von Supervidierten ist im klinischen Bereich der psychischen Gesundheit verbreitet – ein Muster, das nicht folgenlos bleibt, etwa durch negative Auswirkungen auf die SWA und schlechtere Ergebnisse für Supervidierte und Klientel (Lohani & Sharma, 2023). Um diese Tradition zu verändern, schlagen wir vor, dass Supervidierende eine feministisch informierte Seinsweise annehmen, die gezielt darauf ausgerichtet ist, Supervidierte zur Offenlegung persönlicher Erfahrungen und klinisch relevanter Themen zu ermutigen – eine wesentliche Voraussetzung für wirksame Supervision (Mehr et al., 2010; Staples-Bradley et al., 2019). Die Einbeziehung feministischer Prinzipien und die Entwicklung spezifischer feministischer Supervisionsinterventionen sind keine neuen Ideen (Brown, 2016; Porter & Vasquez, 1997; Prouty et al., 2001). Eine stärkere Beachtung und Anwendung feministischer Perspektiven in der klinischen Supervision könnte sich jedoch deutlich positiv auf die SWA und die Selbstöffnung von Supervidierten auswirken. Wir ermutigen zum Einsatz feministischer Supervisionsmethoden, etwa einer stärkenden Sprache und der Anerkennung der Machtgefälle, die in supervisorischen Beziehungen bestehen (Brown, 2016; Porter & Vasquez, 1997; Prouty et al., 2001). Darüber hinaus plädieren wir für einen kollaborativen Ansatz, um das Machtungleichgewicht zu verringern, und fordern Supervidierende auf, multikulturelle Gespräche und gemeinsames Lernen mit Supervidierten zu fördern (Brown, 2016; Porter & Vasquez, 1997; Prouty et al., 2001; Wilcox et al., 2023; Zhu et al., 2021). Eine feministische Orientierung und die Auseinandersetzung mit multikulturellem Lernen sind förderliche Faktoren wirksamer Supervision und können zusätzlich dazu beitragen, eine tragfähige SWA zu schaffen, in der sich Supervidierte sicher genug fühlen, um sich zu öffnen (McKibben et al., 2019; Wilcox et al., 2023; Zhu et al., 2021).
Eine feministisch informierte Seinsweise einzunehmen erfordert, dass die supervidierende Person PLC aktiv in Gespräche über Unterschiede in Kultur, Identität und Macht sowie deren Implikationen einbezieht (McKibben et al., 2019; Walsh et al., 2017). Sensibilität für Vielfalt und kulturelle Demut beginnen bei der supervidierenden Person, und es liegt an ihr, kulturelle, kontextuelle und intersektionale Themen und Praktiken einzuführen, anzuleiten, einzuschätzen und zu bearbeiten. Dazu müssen Supervidierende ihrer Seinsweise gegenüber den Supervidierten größeren Vorrang einräumen als spezifischen Verhaltensweisen in der Supervision (Anderson, 2012; D’Aniello et al., 2016; Fife et al., 2014). Wie bereits erwähnt, wird die Seinsweise als „eine Art, sich mit“ einer anderen Person zu positionieren, definiert (Anderson, 2012, S. 13; Davis et al., 2021). Das Konzept der „Seinsweise“ wurde auch an anderer Stelle erörtert, mit Blick auf seinen Nutzen für die therapeutische Beziehung. Fife und Team entwickelten ein Metamodell der therapeutischen Pyramide, das die Seinsweise als Fundament wirksamer therapeutischer Beziehungen begreift (Fife et al., 2014). Da die supervisorische Beziehung isomorph zur therapeutischen Beziehung ist (Watkins, 2017), kann eine Betonung der Seinsweise der supervidierenden Person positive Auswirkungen auf die SWA haben (Watkins, 2018). Wir schlagen daher eine Adaptation der von Fife und Team (2014) entwickelten therapeutischen Pyramide vor, die sie in einen feministisch informierten Supervisionsrahmen überträgt und die Seinsweise der supervidierenden Person in den Vordergrund stellt.
Wie das Team, das die therapeutische Pyramide entwickelt hat, ausführt, „bezeichnet die Seinsweise die Haltung, die Therapierende im jeweiligen Moment gegenüber ihrer Klientel einnehmen, und bildet ein Fundament für die therapeutische Allianz“ (Fife et al., 2014, S. 24). Um jedoch wirklich „das Personsein der Klientel wertzuschätzen und ihre Bedürfnisse an die erste Stelle zu setzen“ (Fife et al., 2014, S. 25), muss man den Kontext berücksichtigen, in dem dieses Personsein verortet ist. Ebenso muss eine supervidierende Person, die eine tragfähige SWA aufbauen und die für die Entwicklung notwendige Selbstöffnung der supervidierten Person fördern möchte, „das Personsein der [supervidierten Person] wertschätzen und die Bedürfnisse der [supervidierten Person] an die erste Stelle setzen“ (Fife et al., 2014, S. 25).
Unsere Adaptation der therapeutischen Pyramide (Abb. 1) hebt Aspekte sozialer Identität hervor, die feministische Familientherapie in ihrer Arbeit betont, indem sie Kontextfaktoren in das Fundament der Seinsweise der supervidierenden Person aufnimmt. Jeder „Baustein“ eines Kontextfaktors bildet und beeinflusst die Seinsweise der supervidierenden Person und unterstreicht, wie wichtig es ist, die Prinzipien feministischer Familientherapie in das Fundament der SWA einzubauen. Indem die supervidierende Person jeden Kontextfaktor-Baustein ihres Gegenübers in der Supervision berücksichtigt, baut sie eine feministisch informierte Seinsweise auf, misst dem Personsein der supervidierten Person Wert bei und ist besser gerüstet, Machtgefälle anzugehen, die sich auf die supervisorische Beziehung auswirken. Angesichts der vielfachen Rollen, die Supervidierende gegenüber ihren Supervidierten innehaben können, sollte die Anwendung dieser Ideen bei der Arbeit mit PLC jedoch über die SWA hinausreichen. Wir ermutigen Supervidierende mit mehreren Rollen gegenüber ihren Supervidierten, diese Seinsweise auch im Seminarraum, in der Studienbetreuung, im Forschungsmentoring und bei anderen Tätigkeiten beizubehalten, die in akademischen und Ausbildungsprogrammen häufig vorkommen. Auf diese Weise vermeiden Supervidierende eine Spaltung ihrer Identitäten und können konsistenter eine Ich-Du-Beziehung zu ihren Supervidierten aufrechterhalten, was ein sicheres und inklusives Umfeld für Selbstöffnung und klinische Entwicklung fördert (Nicholas & Goodyear, 2020).

Im Folgenden finden sich Fragen für Supervidierende, die zur Reflexion über die aktuelle Supervisionspraxis, über Bereiche des Unbehagens und über Möglichkeiten anregen sollen, eine feministisch informierte Seinsweise in den eigenen Supervisionsstil einzubringen. Wir laden alle, die die Rolle der Supervision innehaben, insbesondere in akademischen Programmen mit PLC, dazu ein, diese Fragen sorgfältig zu bedenken, während sie über die Fallvignette und ihre eigenen Supervisionserfahrungen nachdenken.
Wie die Fallvignette zeigt, treten Fragen von Geschlecht, Race, Kultur, hierarchischen Strukturen und Machtdynamiken zutage, wenn man die Seinsweise der supervidierenden Person und die SWA durch eine feministische Brille betrachtet. Neben dem Bewusstsein für diese Faktoren gilt es zu verstehen, dass die von Buber beschriebene Ich-Du-Seinsweise „einen fortwährenden Widerstand gegen Verallgemeinerungen, Universalien und Kategorien, die die unaufhebbare Einzigartigkeit des Anderen verdecken“, einschließt (Fife, 2015, S. 211). Eine Seinsweise, die einen sicheren, offenen Dialog über die Anliegen oder Schwierigkeiten der Supervidierten ermöglicht, ist sich daher der verschiedenen Aspekte ihrer Identität bewusst und geht auf sie ein, ordnet sie aber nicht nach diesen Faktoren in Kategorien ein. Eine supervidierende Person, die ihr Gegenüber „wirklich im Sinn hat“, wird „die Absicht haben, eine lebendige wechselseitige Beziehung zwischen sich [sic] und ihnen herzustellen“ (Buber, 1965, S. 19). Im Folgenden stellen wir eine Fortsetzung der Fallvignette vor, in der der Supervisor in seiner Supervision eine feministisch informierte Seinsweise anwendet, die vorgeschlagenen Reflexionsfragen bedenkt und auf Grundlage seiner Bedürfnisse und Erfahrungen Veränderungen umsetzt.
Nach dem angespannten letzten Supervisionstreffen mit Julia berät sich Dr. Martin mit einer Kollegin oder einem Kollegen darüber, wie er seine SWA mit Julia reparieren könnte, damit sie verletzlichere Themen des therapeutischen Selbst bearbeiten können. Im Gespräch wird darauf hingewiesen, dass Unterschiede in sozialer Verortung und Macht die SWA beeinträchtigen könnten, was Dr. Martins Interesse weckt. Im Laufe seiner Laufbahn war ihm die Bedeutung von Themen wie Privilegien und Macht stets bewusst, und er hat seine Supervidierten und Studierenden ermutigt, diese Dynamiken in ihrer therapeutischen Beziehung zur Klientel im Blick zu behalten. Er erkennt jedoch, dass sich sein Verständnis von kultureller Demut nicht immer gut auf seine Beziehung zu Supervidierten übertragen hat. Nachdem er über seine derzeitige Supervisionspraxis nachgedacht hat, beschließt er, das Thema beim nächsten Supervisionstreffen behutsam mit Julia anzusprechen. Er tut sein Bestes, ein sicheres Umfeld zu schaffen, indem er einfühlsam die Herausforderungen anerkennt, die sie in ihrer Beziehung erleben könnte, einschließlich der Themen Geschlecht, Alter, Race, Kultur und Doppelbeziehungen, und sich dabei stets bei ihr vergewissert, um diese von ihm wahrgenommenen Herausforderungen zu klären oder bestätigen zu lassen. Er entschuldigt sich auch dafür, dass er dieses Gespräch nicht zu Beginn ihrer Zusammenarbeit geführt hat. Er ist ehrlich interessiert und zeigt eine demütige Neugier, als er sie bittet, mehr darüber zu erzählen, wie es ihr damit ergangen ist. Julia spürt seine Aufrichtigkeit und teilt ihre Bedenken und die Gründe, warum sie gezögert hat, ihre Schwierigkeiten offenzulegen; dabei hebt sie besonders ihre Angst hervor, er könne ein negatives Bild von ihren Fähigkeiten als Therapeutin entwickeln, das sich auf künftige Begegnungen im Studiengang, etwa in Lehrveranstaltungen und in der Studienbetreuung, übertragen könnte. Er stellt weitere Fragen und hört aufmerksam zu, während Julia ihre Gefühle näher ausführt. Dr. Martin bemüht sich, Macht abzugeben, indem er sich verpflichtet, die von ihr geschilderten Bedenken im Blick zu behalten. Er dankt Julia für ihre Verletzlichkeit, und gemeinsam besprechen sie einen Plan, wie die Supervision bedeutsamer und durchgehend sicher genug werden kann, damit sie offenlegen kann, womit sie zu kämpfen hat. Er fragt auch, ob sie im weiteren Verlauf der Supervision weiterhin über Julias Erfahrungen in der Supervision und über etwaige weitere Bedenken sprechen können. Er sagt, er hoffe, aus ihrer Erfahrung zu lernen, damit er darauf achten kann, auch für andere Studierende Sicherheit zu schaffen.
Im Rahmen seiner Fortbildungspflichten sucht Dr. Martin eine weiterführende Supervisionsfortbildung, insbesondere zum Umgang mit Macht in der Supervision und dazu, wie die SWA von der Intersektionalität von supervidierender und supervidierter Person beeinflusst wird. Er erkundigt sich weiterhin bei Julia und bei allen seinen Supervidierten nach den Machtdynamiken in ihrer SWA. In neuen Supervisionsbeziehungen spricht er Machtfragen als vorrangiges Anliegen und als Fundament der SWA an, um Sicherheit und die notwendige Selbstöffnung weiter zu fördern. Außerdem achtet er, wenn er gegenüber seinen Supervidierten in die Rolle des Studiengangsleiters, Dozenten, Forschungsmentors oder Studienbetreuers wechselt, auf seine Seinsweise und bemüht sich, in seinen Beziehungen konsistent zu bleiben und an seiner Verpflichtung festzuhalten, Macht und Intersektionalität zu thematisieren.
Dieser Beitrag hat den Nutzen klinischer Supervisionspraktiken untersucht, indem er eine feministische Perspektive auf sie angewandt hat. Insbesondere haben wir Machtdynamiken in supervisorischen Beziehungen mit noch nicht approbierten klinischen Fachkräften untersucht, die häufig dazu führen, dass Supervidierte sich nicht öffnen. Indem sie feministische Prinzipien auf ihre Seinsweise anwenden und die Intersektionalität der Identitäten von supervidierender und supervidierter Person berücksichtigen, können Lehrende in der Supervision das Machtungleichgewicht verringern, das der supervisorischen Beziehung innewohnt. Die Qualität der Supervision und der supervisorischen Arbeitsallianz kann sich verbessern, wenn klinisch Supervidierende eine Seinsweise verkörpern, die das Zusammenspiel der Kontextfaktoren von supervidierender und supervidierter Person demütig als unverzichtbare Bestandteile ihrer SWA anerkennt – eine Seinsweise, die über alle supervisorischen Rollen und unvermeidlichen Machtpositionen hinweg konsistent ist; eine Seinsweise, die einen gesunden Umgang mit diesen schwierigen Fragen nicht nur für die Supervidierten, sondern mit ihnen vorlebt; eine Seinsweise, die radikal achtsam dafür ist, was es braucht, um ein sicheres Supervisionsumfeld zu ermöglichen und eine angemessene, für die Entwicklung unverzichtbare Selbstöffnung der Supervidierten zu fördern.
Auch wenn unsere Fallvignette Beispiele für Verhaltensweisen liefert, die mit einer feministisch informierten Seinsweise einhergehen können, ist die Anwendung feministischer Prinzipien in der Supervision für jede supervidierende Person und jeden Supervisionskontext individuell, und alle Supervidierenden sollten prüfen, wie sie sich persönlich eine feministisch informierte Seinsweise zu eigen machen können. Der bewusste Verzicht auf vorschreibende Verhaltensregeln in diesem Beitrag dient allen Lesenden als Anstoß zur Selbstreflexion, um ihre derzeitige Seinsweise zu prüfen und zu erkunden, wie sie einen feministisch informierten Ansatz voll annehmen kann. Da die supervidierende Person die Machtposition innehat, liegt bei ihr die Verantwortung, sich selbst zu evaluieren und die SWA in erster Linie selbst zu bewerten, statt diese Verantwortung auf die supervidierte Person abzuwälzen. Die Bewertung den Supervidierten zu überlassen, kann ein unsicheres Supervisionsumfeld aufrechterhalten. Wir ermutigen alle, die sich von dieser Botschaft angesprochen fühlen, sie mutig an Supervidierende in ihrem Umfeld weiterzugeben. Wir hoffen, dass Supervidierende überall dieses feministisch informierte Supervisionsmodell aufgreifen, während wir die nächste Generation von Fachkräften der psychischen Gesundheit unterrichten, anleiten und begleiten, und dass noch nicht approbierte klinische Fachkräfte sich sicher und gestärkt genug fühlen, um sich in der Supervision verletzlich zu zeigen.
Complexe Systémique: Kernpunkte
Der Artikel verschiebt die Frage der Supervision: Das Schweigen der supervidierten Person ist kein zu überwindender Widerstand, sondern eine stimmige Antwort auf einen Kontext. Wenn dieselbe Person supervidiert, benotet, unterrichtet und den Studiengang leitet, wandert jede Offenlegung von einer Rolle zur nächsten; Schweigen wird zu einer vernünftigen Art, sich zu schützen. Eine zutiefst systemische Lesart also: Es ist die Konfiguration der Beziehungen, die das Symptom hervorbringt, und der Isomorphismus zwischen Supervision und Therapie verlangt, die supervidierte Person so zu behandeln, wie man es sich für Familien wünschen würde. Die Vignette zeigt deutlich, wie guter Wille scheitert, wenn er Unterschiede in Geschlecht, Alter, Race und Kultur übergeht. Bedauern mag man, dass die Reparatur ganz auf der Einsicht der supervidierenden Person beruht und die Institution, die diese Mehrfachrollen organisiert, nicht stärker infrage gestellt wird. Die Grenzen sind die eines konzeptuellen Textes: eine zusammengesetzte Vignette, keine empirischen Daten, ein US-amerikanischer Hochschulkontext. Zu lesen zusammen mit dem Artikel über Supervision in der systemischen Therapie und der Übersicht über diskursive Forschung zu Macht und Dialog.
Anmerkungen aus dem Original
Interessenkonflikte. Die Verfassenden erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.
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Inoffizielle deutsche Übersetzung von Empowering Supervision in Academia: Fostering a Feminist-Informed Way of Being To Encourage Supervisee Self-Disclosure von Jennah Hanson-Daley, Travis J. Spencer, Jeremy L. Pierce und Stephen T. Fife, Contemporary Family Therapy, Bd. 48, Nr. 2 (2026), doi: 10.1007/s10591-025-09756-w, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet. Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.
Der Originalartikel „Empowering Supervision in Academia: Fostering a Feminist-Informed Way of Being To Encourage Supervisee Self-Disclosure“ ist in Contemporary Family Therapy (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0 erschienen. Diese Fassung ist eine inoffizielle deutsche Übersetzung, die Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt hat, mit einer für die Online-Lektüre angepassten Darstellung, wie zu Beginn dieser Seite angegeben. Maßgeblich ist die Originalfassung.
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Hanson-Daley, J., Spencer, T. J., Pierce, J. L., und Fife, S. T. (2026). Empowering Supervision in Academia: Fostering a Feminist-Informed Way of Being To Encourage Supervisee Self-Disclosure. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/empowering-supervision-in-academia-fostering-a-feminist-informed-way-of-being (Originalarbeit 2025 erschienen in Contemporary Family Therapy, 48(2), 209-220 (2026); 2026 erneut veröffentlicht von Contemporary Family Therapy, https://link.springer.com/article/10.1007/s10591-025-09756-w)
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