Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
BMC Psychiatry · Multifamilientherapie
Bringt es mehr, mehrere Familien rund um die Anorexie ihrer Kinder zusammenzubringen, als die übliche Familientherapie? Das Team um Ivan Eisler hat am Maudsley und in fünf weiteren Londoner Einrichtungen 169 junge Menschen nach dem Zufallsprinzip den beiden Ansätzen zugeteilt. Bei Behandlungsende erreichten in der Multifamilientherapie mehr als drei von vier ein gutes oder mittleres Ergebnis, in der Einzelfamilientherapie knapp sechs von zehn. Sechs Monate später hatte sich der Abstand verringert.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von A pragmatic randomised multi-centre trial of multifamily and single family therapy for adolescent anorexia nervosa von Ivan Eisler, Mima Simic, John Hodsoll, Eia Asen, Mark Berelowitz, Frances Connan, Gladys Ellis, Pippa Hugo, Ulrike Schmidt, Janet Treasure, Irene Yi und Sabine Landau, erschienen in BMC Psychiatry (BioMed Central) (2016), doi: 10.1186/s12888-016-1129-6, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Die Tabellen werden als Listen mit sämtlichen Werten wiedergegeben; die Erklärungen am Ende des Artikels sind in den Anmerkungen zusammengefasst. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.
Diese Studie bestätigt frühere Forschungsergebnisse, die die Wirksamkeit einer auf die Essstörung fokussierten Familientherapie belegen, und unterstreicht den zusätzlichen Nutzen, Gruppen von Familien zusammenzubringen: Auf diese Weise werden die Ressourcen der Familien und ihre gegenseitige Unterstützung bestmöglich genutzt, was zu besseren Ergebnissen führt.
Ivan Eisler, Mima Simic, John Hodsoll et al.
Zusammenfassung
Hintergrund. In den letzten Jahren wurden beträchtliche Fortschritte bei der Entwicklung wirksamer Behandlungen der Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter erzielt, wobei in der Fachwelt weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass eine auf die Essstörung fokussierte Familientherapie (oft als Maudsley Family Therapy oder Family Based Treatment bezeichnet) derzeit die vielversprechendsten Ergebnisse bietet. Dennoch spricht eine erhebliche Zahl von Betroffenen nicht gut darauf an, und weitere Behandlungsentwicklungen sind nötig, um die Ergebnisse zu verbessern. Die Multifamilientherapie ist eine vielversprechende Behandlung, die auf großes Interesse gestoßen ist; wir berichten hier über die Ergebnisse der ersten randomisierten kontrollierten Studie zur Multifamilientherapie bei Anorexia nervosa im Jugendalter.
Methoden. Es handelte sich um eine pragmatische multizentrische randomisierte kontrollierte Überlegenheitsstudie, die zwei ambulante, auf die Essstörung fokussierte familienbezogene Interventionen verglich: die Multifamilientherapie (MFT-AN) und die Einzelfamilientherapie (FT-AN). Insgesamt 169 Jugendliche mit einer DSM-IV-Diagnose Anorexia nervosa oder nicht näher bezeichnete Essstörung (restriktiver Typ) wurden den beiden Behandlungen zugeteilt; dabei wurden computergenerierte Blöcke zufälliger Größe verwendet, um ausgewogene Fallzahlen in den Studienarmen sicherzustellen. Unabhängige, hinsichtlich der Zuteilung verblindete Bewertende führten Erhebungen zu Studienbeginn sowie nach 3 Monaten, 12 Monaten (Behandlungsende) und 18 Monaten durch.
Ergebnisse. Beide Behandlungsgruppen zeigten klinisch bedeutsame Verbesserungen: Bei Behandlungsende erreichten in der FT-AN-Gruppe knapp 60% und in der MFT-AN-Gruppe mehr als 75% ein gutes oder mittleres Ergebnis (auf den Morgan-Russell-Skalen) – ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten der Multifamilienintervention (OR = 2.55 95%; CI 1.17, 5.52; p = 0.019). Im Follow-up (18 Monate nach Studienbeginn) gab es im Vergleich zum Behandlungsende relativ wenig Veränderung, doch war der Unterschied im primären Endpunkt zwischen den Behandlungen nicht mehr statistisch signifikant. Klinisch bedeutsame Gewichtszunahmen gingen mit Verbesserungen der Stimmung und der essstörungsspezifischen Psychopathologie einher. Etwa die Hälfte der Behandelten in FT-AN und fast 60% derjenigen in MFT-AN hatten wieder eine Menstruation.
Schlussfolgerungen. Diese Studie bestätigt frühere Forschungsergebnisse, die die Wirksamkeit einer auf die Essstörung fokussierten Familientherapie belegen, und unterstreicht den zusätzlichen Nutzen, Gruppen von Familien zusammenzubringen: Auf diese Weise werden die Ressourcen der Familien und ihre gegenseitige Unterstützung bestmöglich genutzt, was zu besseren Ergebnissen führt.
Studienregistrierung. Current Controlled Trials ISRCTN11275465; registriert am 29. Januar 2007 (retrospektiv registriert)
Schlüsselwörter: Anorexia nervosa; Jugendliche; Familientherapie; Multifamilientherapie; randomisierte kontrollierte Studie
In den vergangenen 10–15 Jahren gab es beträchtliche Fortschritte bei der Evaluation von Behandlungen der Anorexia nervosa (AN) im Kindes- und Jugendalter. Dennoch sind unsere Wissenslücken nach wie vor erheblich. Die einzige Behandlung mit nennenswerter Unterstützung durch randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) ist die Familientherapie (FT) [1–5]. Vier Studien haben FT mit Einzeltherapie oder der üblichen Behandlung verglichen, entweder als Nachbehandlung im Anschluss an eine stationäre Behandlung [6, 7] oder als eigenständige ambulante Behandlung [8, 9], und dabei einen positiven Nutzen der FT gezeigt. Drei Studien haben verschiedene Formen der Familientherapie [10, 11] oder unterschiedliche Behandlungsdauern derselben Therapie [12] verglichen. Vier der genannten Studien [13–16] haben Katamnesen über 3–5 Jahre abgeschlossen, die niedrige Rückfallraten (unter 10%) und anhaltende Verbesserungen nach der Behandlung zeigen. Mit einer Ausnahme haben alle Studien eine auf die Anorexia nervosa fokussierte Familientherapie (FT-AN) eingesetzt.1
Godart et al. [6] evaluierten eine FT ohne Fokus auf die Essstörung und fanden dennoch einen positiven Nutzen im Vergleich zur üblichen Behandlung. Agras et al. [11] verglichen FT-AN mit einer allgemeinen systemischen FT und fanden insgesamt ähnliche Ergebnisse für beide Behandlungen, jedoch einige Vorteile für FT-AN: eine schnellere Gewichtszunahme zu Beginn der Behandlung, weniger Krankenhaustage, falls eine Aufnahme nötig war, und geringere Kosten. Während viele der früheren Studien relativ kleine Stichproben hatten, verfügten die beiden jüngsten Studien [8, 11] über eine ausreichende Teststärke und bestätigen die Befunde der früheren Studien. Zwei Einzelbehandlungen finden eine gewisse Unterstützung. Die Studien von Robin et al. [9] und Lock et al. [8] verwendeten dieselbe Einzeltherapie (in der ersten als Ego Oriented Individual Therapy, in der zweiten als Adolescent Focussed Therapy bezeichnet), die, obwohl etwas weniger wirksam als die Familientherapie, dennoch bei einer erheblichen Zahl von Betroffenen zu einem guten Ergebnis führte. Es gibt auch einige Belege für die KVT, wenngleich es nur eine sehr kleine RCT gibt, die KVT mit FT verglich und keinen Unterschied im Ergebnis fand [17], sowie eine offene Katamnesestudie [18], die bei denjenigen, die die vollständige 40-wöchige Behandlung abschlossen (knapp zwei Drittel der Stichprobe), ein positives Ansprechen und anhaltende Verbesserungen über die 60-wöchige Katamnese zeigte. Abgesehen von einer etwas geringeren Haltequote im Vergleich zu den meisten oben berichteten FT-AN-Studien war die KVT-Behandlung auch intensiver und erforderte etwa doppelt so viele Sitzungen, wie es bei FT-AN üblich ist.
Obwohl die Ergebnisse der FT-AN ermutigend sind, sprechen nicht alle darauf an: 10–20% benötigen eine zusätzliche, intensivere Behandlung (medizinische Stabilisierung im Krankenhaus, stationäre psychiatrische Behandlung oder tagesklinische/teilstationäre Behandlung), und 10–15% sind bis ins Erwachsenenalter weiter auf Behandlung angewiesen [19]. In den letzten Jahren ist daher das Interesse gewachsen, FT-AN so abzuwandeln oder zu ergänzen, wie manche Familien es brauchen, um zusätzlichen Nutzen daraus zu ziehen. Dazu gehören ein zusätzlicher Fokus auf Schwierigkeiten mit emotionalen Themen und Bindungsmustern in der Familie [20, 21], eine weitere Stärkung der elterlichen Steuerung der Ernährung des jungen Menschen [22–24] sowie das Zusammenbringen von Gruppen von Familien im Rahmen einer Multifamilientherapie [25–27].
Die Multifamilientherapie bei Anorexia nervosa (MFT-AN) stützt sich auf dieselben Prinzipien wie FT-AN, wird aber in einem intensiveren Format durchgeführt, um den Familien zu helfen, ein Gefühl der Isolation und Stigmatisierung zu überwinden und ihre eigenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen. In der Regel nehmen 5–7 Familien an der MFT teil; sie teilen ihre Erfahrungen, lernen am Beispiel, lernen voneinander und unterstützen sich gegenseitig. In der MFT-AN werden die Prinzipien der FT-AN [19, 28–30] mit allgemeineren Konzepten der MFT [25–27, 31] sowie mit einem breiten Spektrum kognitiver, psychodynamischer und gruppentherapeutischer Konzeptualisierungen und Interventionstechniken verbunden. Mehrere deskriptive und offene Katamnesestudien berichten über eine hohe Zufriedenheit mit der Behandlung und minimale Abbruchraten [26, 32], Verbesserungen der Symptome und des zwischenmenschlichen Funktionsniveaus [32–35] sowie geringere Wiederaufnahmeraten im Krankenhaus [36]. In diesem Artikel beschreiben wir die erste RCT der MFT-AN, die ihre relative Wirksamkeit mit derjenigen der FT-AN vergleicht. Unsere primäre Hypothese lautete, dass MFT-AN wirksamer als FT-AN sein würde, den jungen Menschen zu einem gesunden Ernährungszustand zurückzuverhelfen. Eine Nebenhypothese lautete, dass die an MFT-AN Teilnehmenden eine höhere Zufriedenheit mit der Behandlung äußern würden als die der FT-AN Zugeteilten.
Es handelte sich um eine pragmatische multizentrische randomisierte kontrollierte Überlegenheitsstudie, die MFT-AN mit FT-AN verglich. Die Studie wurde in sechs spezialisierten Essstörungsdiensten des National Health Service im Vereinigten Königreich durchgeführt, die Behandlung in einem festgelegten Einzugsgebiet in oder bei London anbieten. Zur Teilnahme eingeladen wurden fortlaufend an die Dienste überwiesene Personen, die die Einschlusskriterien erfüllten. Um für die Studie in Frage zu kommen, mussten die Betroffenen zwischen 13 und 20 Jahre alt sein,2 die DSM-IV-Kriterien für Anorexia nervosa oder für eine nicht näher bezeichnete Essstörung (restriktiver Typ) erfüllen und entweder unter 86% des medianen BMI (%mBMI) für Alter und Geschlecht liegen oder in den letzten drei Monaten 15% ihres Körpergewichts verloren haben. Ausgeschlossen wurden Personen, die in öffentlicher Obhut lebten, eine Lernbehinderung hatten, an einer Psychose litten, alkohol- oder substanzabhängig waren oder eine gleichzeitig bestehende körperliche Erkrankung hatten, die ihr Gewicht beeinflussen konnte (etwa Diabetes). Ebenfalls ausgeschlossen wurden Personen mit ernsthaftem medizinischem Risiko, also mit einem Gewicht unter 67% mBMI oder mit einem oder mehreren Kriterien medizinischer Instabilität, z. B. Dehydrierung (orthostatischer Blutdruckabfall von 20 mmHg), Bradykardie (Puls unter 40 Schlägen pro Minute), nicht bestandener Kniebeugetest (Aufstehen nur mit Hilfe der Arme als Hebel möglich), Körpertemperatur unter 34,5 °C oder Elektrolytstörungen.
Die Therapierenden, die die Behandlung durchführten, wurden nicht eigens für die Studie ausgewählt, sondern umfassten alle Fachkräfte, die in den beteiligten Diensten routinemäßig Therapie anboten (einschließlich der Personen in Ausbildung). Die Schulung in beiden Behandlungen erfolgte zu Studienbeginn durch zwei der Verfassenden (IE, EA), und regelmäßige halbjährliche Treffen aller Studientherapierenden dienten dazu, die Einheitlichkeit des Vorgehens über die Zentren hinweg zu sichern. In jedem Dienst wurde für jede Behandlung regelmäßige Supervision durch erfahrene Supervisionsfachkräfte angeboten. Beide Behandlungen sind manualisiert [37].
Damit die Familien nicht unnötig lange warten mussten, bevor sie in eine Gruppe aufgenommen wurden, rotierten die MFT-Gruppen zwischen den beteiligten Zentren und setzten sich aus Familien aller Zentren zusammen. Die Gruppen bestanden aus 5–7 Familien und konnten auch Familien außerhalb der Studie einschließen. Typischerweise umfasste eine Gruppe 3–5 Studienfamilien. Die Behandlung wurde stets von zwei Therapierenden durchgeführt, wobei die Zweierteams von Gruppe zu Gruppe wechselten.
Die Studie wurde bei Current Controlled Trials (Registrierungsnummer ISRCTN11275465) und beim UK Clinical Research Network (UKCRN ID 6041) registriert. Die ethische Genehmigung erteilte das UK Integrated Research Approval System Committee (04/MREC/022). Alle Teilnehmenden gaben ihre schriftliche informierte Einwilligung, nachdem sie ausführliche Informationen über die Studie erhalten hatten, einschließlich des klaren Hinweises, dass eine Nichtteilnahme oder ein Rückzug aus der Studie zu jedem Zeitpunkt keinerlei nachteilige Auswirkungen auf die Behandlung durch die beteiligten Dienste haben würde. Bei unter 16-Jährigen wurde die Einwilligung der Eltern oder der gesetzlichen Vertretung des jungen Menschen eingeholt.
Die Familientherapie bei Anorexia nervosa im Jugendalter (FT-AN) [19, 29, 31] stand im Mittelpunkt unserer früheren Behandlungsstudien [7, 10, 13, 38] – siehe auch Eisler et al. [30] für eine Darstellung der Entwicklung der Behandlung), und es wurde ein Behandlungsmanual entwickelt, das die Interventionen der Therapierenden anleitet [37]. Die Betroffenen werden über einen Zeitraum von 12 Monaten gemeinsam mit ihren Familien gesehen. Anzahl und Häufigkeit der Sitzungen richten sich nach dem klinischen Bedarf: anfangs wöchentliche Treffen, die dann schrittweise auf einen Abstand von 3–4 Wochen ausgedehnt werden. Es handelt sich überwiegend um gemeinsame Familiensitzungen, wobei bei Bedarf auch einige Einzelsitzungen vorgesehen sind (insbesondere mit älteren Jugendlichen in späteren Behandlungsphasen). Der Behandlungsansatz weist folgende Hauptmerkmale auf:
Die Multifamilientherapie bei Anorexia nervosa (MFT) [27, 31] teilt die wesentlichen konzeptuellen Prinzipien mit FT-AN, bietet aber eine intensivere Behandlungsform und ermöglicht es der Familie, auf die Unterstützung anderer Familien in der Gruppe zurückzugreifen. Die Behandlung beginnt mit einem intensiven viertägigen Multifamilienprogramm für 5–7 Familien, gefolgt von sechs weiteren eintägigen Treffen in Abständen von 4–8 Wochen über 9 Monate. Zwischen den Gruppentreffen werden nach Bedarf Einzelfamiliensitzungen angesetzt; die Gesamtdauer der Behandlung beträgt für jede Familie 12 Monate. Es kommt ein breites Spektrum an Interventionstechniken zum Einsatz (darunter gruppenbezogene, familientherapeutische, psychoedukative und kreative Techniken), wobei Multifamiliensitzungen mit getrennten Sitzungen für Eltern und für Jugendliche sowie mit Aktivitäten für einzelne Familien kombiniert werden. Hinzu kommt praktische Unterstützung rund um die Mahlzeiten, mit gemeinsamen Multifamilienmahlzeiten und fortlaufenden Gesprächen darüber, was für jede Familie am besten funktioniert, wenn die Eltern ihrem Kind helfen, die Angst vor dem Essen und vor der Gewichtszunahme zu überwinden.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen allgemeinen Prinzipien der FT-AN umfasst die MFT-AN Folgendes [25, 27]:
Die der MFT-AN-Gruppe zugeteilten Familien wurden zunächst alle einzeln in die Behandlung aufgenommen, bis 5–7 Familien rekrutiert waren, um eine neue Gruppe zu bilden (wodurch etwa alle sechs Wochen eine neue Gruppe begann). Zwischen den Gruppentreffen wurden die Familien gesehen, wobei Häufigkeit und Gesamtzahl dieser Treffen vom klinischen Bedarf abhingen, auch wenn erwartet wurde, dass diese Sitzungen seltener sein würden als in der FT-AN-Gruppe.
Unabhängige, hinsichtlich der Behandlungszuteilung verblindete Bewertende führten Erhebungen vor der Randomisierung (Ausgangswert), nach 3 Monaten, nach 12 Monaten (Behandlungsende) und nach 18 Monaten (6 Monate nach der Behandlung) durch. Es wurde alles daran gesetzt, alle Betroffenen in die Folgeerhebungen einzubeziehen, auch jene, die die Behandlung vorzeitig abbrachen, um eine Intention-to-treat-Analyse zu ermöglichen.
Der primäre Endpunkt wurde anhand der Morgan/Russell Global Outcome Scale [40] definiert, die von Russell et al. [7] modifiziert wurde, um bulimische Symptome zu berücksichtigen, und drei Ergebniskategorien vorsieht: Ein gutes Ergebnis umfasst Betroffene, deren Gewicht über 85% mBMI liegt, die menstruieren und keine bulimischen Symptome haben. Die Gruppe mit mittlerem Ergebnis erfüllt dasselbe Gewichtskriterium, menstruiert aber entweder nicht oder weist gelegentliche bulimische Symptome auf (im Durchschnitt weniger als einmal pro Woche im letzten Monat). Betroffene mit einem Gewicht unter 85% mBMI oder mit bulimischen Symptomen von einmal pro Woche oder häufiger werden als Fälle mit schlechtem Ergebnis eingestuft. Der primär interessierende Zeitpunkt war das Behandlungsende (12 Monate nach der Randomisierung).
Die sekundären Endpunkte 12 und 18 Monate nach der Randomisierung waren:
Die zufällige Zuteilung der Betroffenen zu den Studienarmen im Verhältnis 50:50 wurde computergeneriert. Die Randomisierung erfolgte in Blöcken zufälliger Größe zwischen 6 und 12 Personen, um gleiche Fallzahlen in den Studienarmen sicherzustellen. Sobald die Eingangserhebung durchgeführt und die Person in die Studie aufgenommen war, teilte die Studienkoordination sie unmittelbar einer der Behandlungsgruppen zu, mithilfe einer vor Studienbeginn erstellten Randomisierungsdatenbank. Diese Datenbank gab nach Eingabe der Kennung die zufällige Gruppenzuteilung aus und ließ danach keine Änderung der Zuteilung mehr zu. Die Forschungsmitarbeitenden, die die Erhebungen durchführten, waren hinsichtlich der Zuteilung verblindet. Die Studienkoordination informierte die für den Fall zuständige therapeutische Fachkraft, die dann mit der Familie Kontakt aufnahm, um den Beginn der zugeteilten Behandlung zu vereinbaren.
Für ambulant Behandelte in FT-AN erwarteten wir auf Grundlage von Eisler et al. [10] und Robin et al. [48], dass 63% bei Behandlungsende (12 Monate) ein Gewicht über 85% mBMI erreichen würden. Die Gewichtszunahme während MFT-AN war nicht so detailliert untersucht worden, doch unsere vorläufigen Daten [26] legten nahe, dass im selben Zeitraum 83% oder mehr ein gesundes Gewicht erreichen würden. Wir errechneten, dass pro Studienarm 77 Teilnehmende nötig wären, um mit einem zweiseitigen Chi-Quadrat-Test einen solchen Unterschied mit einer Teststärke von 80% bei einem Signifikanzniveau von 5% nachzuweisen. Unter Berücksichtigung eines Ausfalls von 15% bis zur Katamnese musste die Zahl auf 91 pro Studienarm erhöht werden (eine Gesamtstichprobe von n = 182).
Alle formalen statistischen Analysen folgten dem Intention-to-treat-Prinzip, wobei alle Teilnehmenden in dem Studienarm analysiert wurden, dem sie zugeteilt worden waren. Der primäre Endpunkt war eine binäre Variable, die ein gutes oder mittleres Ergebnis einem schlechten Ergebnis auf der Morgan Russell Global Scale bei Behandlungsende, 12 Monate nach der Randomisierung, gegenüberstellte, und wurde mittels logistischer Regression analysiert. Das Modell enthielt als erklärende Variablen den Studienarm, den Ausgangsstatus auf der Morgan-Russell-Skala (binäre Variable), eine etwaige frühere Behandlung wegen einer Essstörung sowie die Zeit (in Monaten) seit der Diagnose der Essstörung. Die letzten drei Ausgangsvariablen wurden aufgenommen, um die Präzision zu erhöhen, da sie bekannte Prädiktoren des Ergebnisses waren. Wir berichten Inferenzen für das Odds Ratio eines guten/mittleren Ergebnisses beim Vergleich von MFT-AN mit FT-AN nach 12 Monaten. Die angegebenen Odds sind marginale Populations-Odds, die über eine approximative Umrechnungsformel [49] aus dem (bedingten) personenspezifischen OR abgeleitet wurden. Wir stellen marginale Odds dar, weil sie den Gruppenunterschied in den durchschnittlichen Behandlungseffekten in der Population der Menschen mit Essstörung abbilden (im Gegensatz zum Unterschied in der individuellen Veränderung über die Zeit, den das bedingte OR beschreibt [49]).
Ein gutes oder mittleres gegenüber einem schlechten Ergebnis auf der Morgan-Russell-Skala 18 Monate nach der Randomisierung wurde ebenfalls mittels logistischer Regression analysiert. Andere kontinuierliche sekundäre Endpunkte wurden mit analogen linearen Regressionsmodellen analysiert. Die Normalverteilung der Fehlerterme wurde anhand von Residuendiagnostik geprüft.
Um die Ursachen fehlender Katamnesedaten bei primären und sekundären Endpunkten zu untersuchen, wurde für jede Ergebnisvariable ein Indikator für fehlende Werte nach 12 Monaten gebildet. Anschließend wurde mit logistischen Regressionen geprüft, ob Zusammenhänge zwischen Ausgangsvariablen oder Behandlungsadhärenz und fehlenden Werten bestanden. Konkret enthielt das logistische Regressionsmodell den Studienarm als Prädiktor, und Ausgangsvariablen sowie die Einbindung in die Behandlung wurden schrittweise vorwärts hinzugefügt, um ihre Vorhersagekraft zu prüfen; Variablen, die auf dem großzügigen 15%-Niveau einen Zusammenhang zeigten, galten als mögliche Prädiktoren fehlender Werte. Hierfür wurde die Einbindung in die Behandlung durch eine binäre Variable erfasst, die angab, ob die Familie die vollen 12 Monate der Behandlung wahrgenommen hatte oder nicht. Da sich eine unvollständige Einbindung in die Behandlung als Prädiktor fehlender Werte erwies, setzten wir multiple Imputation ein (MI, mit 100 Imputationen), die es uns ermöglichte, Inferenzen zu gewinnen, die unter der Annahme zufällig fehlender Werte (MAR) gültig sind, wobei die empirisch ermittelten Variablen (einschließlich der Einbindung in die Behandlung nach der Randomisierung) fehlende Werte vorhersagen durften [50]. Konkret umfasste der Imputationsschritt alle Variablen des jeweiligen Analysemodells, weitere Messungen der Ergebnisvariable zu anderen Erhebungszeitpunkten und die Prädiktoren fehlender Werte.
Schließlich wurden Unterschiede in der Zufriedenheit der Bezugspersonen und der jungen Menschen mittels Regression der CSQ-Differenzwerte zwischen Bezugsperson und jungem Menschen untersucht. In Verbindung mit MI wurde ein einfaches Regressionsmodell verwendet, das prüfte, ob der Achsenabschnitt (der Differenzwerte) von 0 verschieden war. Das Signifikanzniveau wurde auf 5% festgelegt. Alle statistischen Analysen wurden mit Stata 14.1 und R 3.2 durchgeführt (die Abbildungen wurden mit ggplot2 [51] erstellt).
Abbildung 1 zeigt das CONSORT-Diagramm der Studie: 359 Jugendliche wurden gescreent; 253 erfüllten die Einschlusskriterien, und 169 erklärten sich zur Teilnahme an der Studie bereit. Zwei Personen, die der Teilnahme zugestimmt hatten und randomisiert worden waren, zogen ihre Einwilligung später zurück und gingen nicht in die Analysestichprobe ein. Insgesamt nahmen 167 Jugendliche an der Studie teil (82 in FT-AN und 85 in MFT-AN). Tabelle 1 zeigt die demografischen und klinischen Merkmale der Teilnehmenden. Das mittlere Alter bei Studieneintritt betrug 15.7 (SD 1.7), 91% waren weiblich, 70% stammten aus vollständigen Familien, und knapp 10% hatten einen nicht weißen ethnischen Hintergrund. Der mittlere %mBMI bei Eintritt lag bei 78.0 (SD 6.1), und die mediane Krankheitsdauer betrug 7 Monate. Sechsundsiebzig Prozent erfüllten die diagnostischen Kriterien für Anorexia nervosa, die übrigen wurden als EDNOS (restriktiver Typ) eingestuft. Tabelle 1 zeigt außerdem, dass die Randomisierung hinreichend ausgewogene Gruppen ergab: Keiner der beobachteten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen erreichte statistische Signifikanz.

Tabelle 1 — Demografische und klinische Merkmale zu Studienbeginn
Abkürzungen: %mBMI Prozentsatz des medianen Body-Mass-Index junger Menschen gleicher Größe, gleichen Alters und gleichen Geschlechts, EDE Eating Disorder Examination, BDI Beck’s Depression Inventory, RSE Rosenberg Self Esteem Scale aDa die Verteilung der Krankheitsdauer schief ist, ist der Median das angemessene Maß der zentralen Tendenz; die meisten anderen Studien haben den Mittelwert (SD) verwendet, und wir geben ihn ebenfalls an, um einen Vergleich mit anderen Berichten zu ermöglichen
Die Einbindung in die Behandlung war hoch: In jeder Gruppe brachen nur 9 Familien die Behandlung vorzeitig ab (definiert als Teilnahme über < 3 Monate), d. h. weniger als 11% der Gesamtzahl. Wir hatten angenommen, dass die zusätzlichen MFT-Sitzungen die Zahl der erforderlichen ambulanten Sitzungen verringern würden; doch obwohl die mediane Zahl wahrgenommener ambulanter Sitzungen in der MFT-AN-Gruppe niedriger war als in der FT-AN-Gruppe (Median 18.5; IQR 11–24 gegenüber 19; IQR 12 - 27), war der Unterschied statistisch nicht signifikant (Mann-Whitney-Test des Gruppenunterschieds z = 0.99, p = 0.32). Zusätzlich zu den Einzelfamiliensitzungen nahmen die Familien der MFT-AN-Gruppe im Median an 7 MFT-Tagen teil; IQR 1 – 10.
Beim primären Morgan-Russell-Endpunkt und beim %mBMI gab es nur wenige Ausfälle (19 bzw. 20 fehlende Werte bei Behandlungsende und 6 Monate nach der Behandlung), bei den sekundären Ergebnismaßen waren die fehlenden Katamnesedaten jedoch beträchtlich (im Median 88 Werte bzw. 53% fehlend). Mehrere Ausgangsvariablen sagten fehlende Werte vorher (Essstörungen in der Familienanamnese, Komorbidität und Geburtenrangfolge in der Familie). Insbesondere erwies sich der Umstand, die vollen 12 Behandlungsmonate nicht abzuschließen, als klarer Prädiktor fehlender Ergebnisdaten auf der Morgan-Russell-Skala (OR 12.5, 95% CI: 1.49 bis 104.9 z = −2.3, p = 0.02). Wir setzten daher multiple Imputation ein, um Ergebnisse zu gewinnen, die unter weniger restriktiven Annahmen gültig sind, wobei diese Variablen fehlende Werte vorhersagen durften (siehe Methoden).
Abbildung 2 fasst das kategorisierte Rohergebnis in den beiden Behandlungsgruppen nach 3 Monaten, 12 Monaten (Behandlungsende) und 18 Monaten (sechsmonatige Katamnese) zusammen. Tabelle 2 zeigt einen statistisch signifikanten Unterschied im primären Endpunkt (Einstufung auf der Morgan-Russell Global Outcome Scale nach 12 Monaten) zugunsten der MFT-AN: Die Odds eines guten oder mittleren Ergebnisses waren in der MFT-AN-Gruppe 2.55-mal so hoch wie in der FT-AN-Gruppe (p = 0.018; 95% CI 1.17 bis 5.52; p = 0.018). In der Katamnese nach 18 Monaten (sekundärer Endpunkt) war das Odds Ratio auf 2.01 gesunken, und dieser schwächere Effekt war nicht signifikant (95% CI 0.91 bis 4.45; p = 0.086). Die Verteilung der Ergebnisse war in den verschiedenen Behandlungszentren ähnlich.

Tabelle 2 — Geschätzte mittlere Unterschiede in den Ergebnissen zwischen den Studienarmen bei Behandlungsende und in der Katamnese
Für jedes Maß: mittlerer Gruppenunterschied (95% CI), Test und standardisierter Koeffizient bei Behandlungsende (12 Monate nach der Randomisierung), dann in der Katamnese (18 Monate nach der Randomisierung).
Die Ergebnisse wurden mittels multipler Imputation mit 100 Imputationen gewonnen. Abkürzungen: MR Morgan Russell Scale, %mBMI Prozentsatz des medianen Body-Mass-Index junger Menschen gleicher Größe, gleichen Alters und gleichen Geschlechts, EDE Eating Disorder Examination, BDI Beck Depression Inventory, RSE Rosenberg Self Esteem Scale, ECI Experience of Caregiving Inventory, CSQ Client Satisfaction Questionnaire aDer Effekt ist als marginales Odds Ratio (OR) angegeben; das bedingte OR betrug 4.57 (95% CI 1.28, 16.44) nach 12 Monaten und 3.16 (95% CI 0.84, 11.82) nach 18 Monaten bDie standardisierten Koeffizienten wurden gewonnen, indem der geschätzte Unterschied durch die Standardabweichung der Ergebnisvariable zu Studienbeginn geteilt wurde cDie standardisierten Koeffizienten wurden gewonnen, indem die Differenzwerte durch die Standardabweichung der Kontrollgruppe (FT-AN) geteilt wurden
Die Jugendlichen beider Behandlungsgruppen nahmen im Verlauf der Behandlung und der Katamnese beträchtlich an Gewicht zu (Abb. 3). Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse der Vergleiche zwischen den Studienarmen nach 12 und 18 Monaten, und Tabelle 3 gibt die geschätzten Veränderungen in jedem Studienarm seit Studienbeginn an. Nach 12 Monaten gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Studienarmen beim %mBMI, bei der essstörungsspezifischen Psychopathologie, bei der Depression oder beim Selbstwert (Tabelle 2). Nach 18 Monaten bestand ein signifikanter Unterschied beim %mBMI zugunsten der MFT-AN (Differenz = 4.11; 95% CI 0.98, 7.24; p = 0.01). Bei keinem der anderen Maße gab es signifikante Unterschiede.

Tabelle 3 — Geschätzte mittlere Veränderunga gegenüber dem Ausgangswert bei Behandlungsende (12 Monate) und in der Katamnese (18 Monate)
Für jedes Maß und jede Gruppe: beobachtetes n (%); mittlere Veränderung (95% CI); Test; standardisierter Koeffizientb; vorhergesagter Mittelwert (95% CI), bei Behandlungsende (12 Monate nach der Randomisierung), dann in der Katamnese (18 Monate nach der Randomisierung).
Angegeben ist die Zahl der Beobachtungen mit dem Prozentsatz der in jedem Studienarm möglichen Beobachtungen. Die Schätzungen wurden mittels multipler Imputation mit 100 Imputationen gewonnen. Abkürzungen: %mBMI Prozentsatz des medianen Body-Mass-Index junger Menschen gleicher Größe, gleichen Alters und gleichen Geschlechts, EDE Eating Disorder Examination, BDI Beck Depression Inventory, RSE Rosenberg Self Esteem Scale, ECI Experience of Caregiving Inventory aZur Berechnung der vorhergesagten mittleren Veränderungswerte wurden kontinuierliche Kovariaten auf den Stichprobenmittelwert zu Studienbeginn und kategoriale Variablen auf den häufigsten Wert gesetzt: für jedes Ergebnismaß auf den Ausgangsmittelwert dieses Maßes sowie auf folgende zusätzliche Schätzwerte: Essstörung in Monaten: Mittelwert 9.34; frühere Behandlung wegen Essstörung: nein; Essstörungen in der Familienanamnese: Geburtenrangfolge in der Familie: ältestes Kind bDie standardisierten Koeffizienten wurden berechnet, indem die geschätzte mittlere Veränderung durch die Standardabweichung der Ergebnisvariable zu Studienbeginn geteilt wurde
Infolge der Gewichtszunahme hatten in FT-AN nach 12 Monaten 51,2 % wieder eine Menstruation (Jungen und Personen, die orale Kontrazeptiva einnahmen, nicht eingerechnet) und nach 18 Monaten 51,4 %. In der MFT-AN-Gruppe lagen die Werte bei 56,3 % nach 12 Monaten und 59% nach 18 Monaten.
Eine kleine Zahl der jungen Menschen hatte einige bulimische Symptome entwickelt – in FT-AN drei nach 12 Monaten und zwei nach 18 Monaten, in MFT-AN fünf nach 12 Monaten (von denen eine Person die diagnostischen Kriterien einer Bulimia nervosa erfüllt hätte) und drei nach 18 Monaten.
In beiden Gruppen gab es im Zeitverlauf signifikante Verbesserungen der essstörungsspezifischen Psychopathologie und der Depression (Tabelle 3). Beim Selbstwert gab es im Zeitverlauf nur geringe und nicht signifikante Verbesserungen (Tabelle 3), wobei allerdings zu beachten ist, dass die durchschnittlichen Werte dieses Maßes bereits zu Studienbeginn im Normbereich lagen (Tabelle 1).
Eine kleine Zahl von Betroffenen musste im Verlauf der Behandlung ins Krankenhaus aufgenommen werden: drei in der MFT-AN-Gruppe (2 im Zusammenhang mit der Essstörung; 1 wegen Suizidgefahr) und zwei in der FT-AN-Gruppe (beide im Zusammenhang mit der Essstörung). Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus setzten die Betroffenen ihre ambulante Behandlung bis zum geplanten Behandlungsende nach 12 Monaten fort. In der sechsmonatigen Katamnesezeit nach Ende der geplanten ambulanten Behandlung kam es zu sechs weiteren Aufnahmen (2 im MFT-AN-Arm und 4 im FT-AN-Arm) – alle sechs Betroffenen hatten in der ambulanten Therapie nur geringe Fortschritte gemacht und waren nach 12 Monaten als Fälle mit schlechtem Ergebnis eingestuft worden
Die Daten zur Behandlungszufriedenheit finden sich in Tabelle 4. Wichtig ist der Hinweis, dass nur 60% der Eltern und 50% der jungen Menschen den Fragebogen zur Behandlungszufriedenheit ausfüllten; die Befunde sind daher mit großer Vorsicht zu interpretieren. Von denjenigen, die das Instrument ausfüllten, bewerteten mehr als 80% der jungen Menschen wie der Eltern ihre Zufriedenheit mit der Behandlung als mittel bis hoch (Tabelle 4). Die Vorhersage, dass die Teilnehmenden an MFT-AN zufriedener sein würden als die mit FT-AN Behandelten, bestätigte sich jedoch weder für die jungen Menschen noch für die Eltern. Die Eltern gaben im Allgemeinen höhere Bewertungen ab: Fast 60% waren sehr zufrieden, was nur auf knapp über 30% der jungen Menschen zutraf. Im Vergleich der Zufriedenheit von Eltern und jungen Menschen war die elterliche Zufriedenheit signifikant höher als die der jungen Menschen (Mittelwert = 2.3; 95% CI 1.16, 3.46; p < 0.001). Der Unterschied zwischen elterlicher Zufriedenheit und der Zufriedenheit der jungen Menschen war in der MFT-AN-Gruppe größer (Mittelwert = 3.19; 95% CI 1.61, 4.76, p < 0.0001) als in der FT-AN-Gruppe (Mittelwert = 1.39; 95% CI −0.26, 3.04), wenngleich dieser Gruppenunterschied keine statistische Signifikanz erreichte (p = 0.118).
Tabelle 4 — Zufriedenheit mit der Behandlung
Client Satisfaction Questionnaire: Zufriedenheitswert, n (%) der Jugendlichen und der Eltern, nach Gruppe und insgesamt.
Dies ist die erste randomisierte Studie zur Multifamilientherapie bei Anorexia nervosa im Jugendalter. Die Studie bestätigt Befunde kleinerer offener Studien, die den Nutzen des Multifamilienansatzes zeigen [32–35], und erweitert die Gesamtevidenz für die Wirksamkeit der Familientherapie in der Behandlung von Essstörungen im Jugendalter [3–5]. Der Hauptbefund der Studie lautet: Obwohl es in beiden Behandlungen klinisch bedeutsame Verbesserungen gab (knapp 60% erreichten bei Behandlungsende ein gutes oder mittleres Ergebnis in der FT-AN-Gruppe und mehr als 75% in der MFT-AN-Gruppe), bestand bei Behandlungsende, 12 Monate nach Studienbeginn, ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Studienarmen im primären Endpunkt. In der Katamnese (18 Monate nach Studienbeginn) gab es im Vergleich zum Behandlungsende relativ wenig Veränderung, doch der Unterschied im primären Endpunkt zwischen den beiden Behandlungen lag nun unter der Schwelle statistischer Signifikanz von 0.05. Signifikante Gewichtszunahmen gingen mit Verbesserungen der Stimmung und der essstörungsspezifischen Psychopathologie einher, doch von den sekundären Endpunkten zeigte nur der %mBMI nach 18 Monaten eine statistisch signifikant größere Verbesserung unter MFT-AN als unter FT-AN. Etwa die Hälfte der Behandelten in FT-AN und fast 60% derjenigen in MFT-AN hatten wieder eine Menstruation. Acht junge Menschen wiesen bei Behandlungsende einige bulimische Symptome auf (von denen eine Person die Diagnose Bulimia nervosa erfüllt hätte), und fünf von ihnen hatten solche Symptome auch nach 18 Monaten noch. Dies ist nicht ungewöhnlich, da sich das Erscheinungsbild der Anorexia nervosa entweder vorübergehend als Teil des Genesungsprozesses verändern kann oder als Übergang von einer Anorexia nervosa zu einer Bulimia-nervosa-Diagnose. Die Zahl derjenigen, die in dieser Studie BN-Symptome entwickelten (in beiden Studienarmen), ist relativ gering, doch wir geben diese Einzelheiten an, um ein umfassenderes Bild des Genesungsprozesses zu vermitteln.
Zwei Indikatoren belegten die gute Akzeptanz beider Behandlungen: hohe Adhärenzraten (etwa 90% in jedem Studienarm) und positive Bewertungen auf dem Client Satisfaction Inventory bei Behandlungsende. Unsere Vorhersage, dass Familien in der Multifamilienbehandlung zufriedener sein würden als jene in der Einzelfamilientherapie, bestätigte sich nicht; wohl aber fand sich in beiden Behandlungen ein Unterschied zwischen den Bewertungen der Eltern und der jungen Menschen: Die Eltern bezeichneten sich am häufigsten als sehr zufrieden, während die jungen Menschen eher angaben, mäßig zufrieden zu sein. Auch wenn wir die Befunde zur Behandlungszufriedenheit angesichts der geringen Zahl zurückgesandter Fragebögen vorsichtig interpretieren, stehen sie im Einklang mit anderen Studien zur Familientherapie bei AN [52]. Die gute Einbindung in die ambulante Behandlung spiegelt sich auch darin wider, dass nur 3% der Betroffenen während der Behandlungsphase der Studie stationär aufgenommen werden mussten (und weniger als 7% über die gesamte Studiendauer).
Mehrere Grenzen der Studie sind zu nennen. Die rekrutierte Stichprobe lag nahe an der Größe, die die Teststärkeberechnung für die primäre Analyse verlangte. Die Erhebung der sekundären Ergebnisvariablen fiel jedoch erheblich geringer aus, als wir es uns gewünscht hätten; die Vergleiche bei diesen sekundären Endpunkten haben daher eine verringerte Teststärke und sind mit Vorsicht zu betrachten. Unsere Analysen berücksichtigen zudem nicht, dass MFT-AN in Gruppen von Familien durchgeführt wurde, da es uns nicht gelungen war, hinreichend verlässliche Informationen zu erheben, um dies in der Analyse zu berücksichtigen. Da jedoch nur ein Teil der Therapie in Gruppen stattfand, an denen typischerweise 3–4 Studienfamilien teilnahmen, und die Zweierteams der Therapierenden von Gruppe zu Gruppe wechselten, ist nicht zu erwarten, dass dies die Variabilität der Daten wesentlich erhöht. Die andere bedeutende Einschränkung besteht darin, dass die Studienfinanzierung nur eine sechsmonatige Katamnese nach Behandlungsabschluss erlaubte; eine längere Katamnese wäre nötig, um die längerfristigen Ergebnisse der beiden Behandlungen zu bestimmen.
Die Studie hat auch eine Reihe von Stärken. Sie ist derzeit eine der größten RCTs zur AN im Jugendalter und kann, da es relativ wenige Ausschlüsse gab – ausgeschlossen wurden nur die am schwersten Erkrankten, die eine dringende Krankenhausaufnahme benötigten (Personen unter 67% mBMI oder mit anderen ernsten Anzeichen medizinischer Instabilität) –, als weitgehend repräsentativ für die untersuchte klinische Population gelten. Aufgrund des pragmatischen Designs der Studie können die Behandlungen zudem als repräsentativ für die Art von Behandlung gelten, die in spezialisierten gemeindenahen Essstörungsdiensten im Vereinigten Königreich angeboten würde. So wurden die Therapierenden beispielsweise nicht eigens für die Studie rekrutiert, sondern es waren alle Therapierenden der beteiligten Dienste einschließlich der Personen in Ausbildung beteiligt. Zwar erhielten die Therapierenden eine zusätzliche Schulung und fortlaufende Supervision, um die Behandlungen manualgetreu durchzuführen, doch unterscheidet sich dies nicht von dem, was man von guten Diensten erwarten würde, die den Anspruch erheben, evidenzbasierte Behandlungen anzubieten.
Bevor sie Schlussfolgerungen aus der Studie ziehen, sollten Lesende mehrere Punkte bedenken. Erstens war das Studiendesign so angelegt, dass der Behandlungsumfang nicht vollständig durch das Studienprotokoll festgelegt war, sondern Fachkräfte und Familien über die Häufigkeit der Sitzungen entscheiden konnten; dies führte zu einem etwas höheren Umfang an Therapiezeit im MFT-AN-Arm der Studie, und manche könnten argumentieren, dass dies allein die Unterschiede im Ergebnis zwischen den Studienarmen erklären könnte. Damit dies zuträfe, müsste man einen direkten und linearen Zusammenhang zwischen therapeutischer Kontaktzeit und Ergebnis annehmen – eine problematische Annahme, die weder berücksichtigt, dass Veränderung nicht einfach im Rahmen von Therapiesitzungen geschieht, noch, dass eine höhere Sitzungsfrequenz Veränderung in manchen Fällen hemmen kann, indem sie eine Abhängigkeit von der Therapie fördert. Für die Familientherapie, die darauf abzielt, die Familie als Ressource für Veränderung zu mobilisieren, wird seit Langem argumentiert, dass seltenere Sitzungen, besonders in späteren Behandlungsphasen, oft wirksamer sind als sehr häufige Treffen, weil sie die Familie ermutigen, auf ihre eigenen Ressourcen zurückzugreifen, was mit dem konzeptuellen Rahmen der FT-AN übereinstimmt [53]. Es gibt auch empirische Belege aus den Forschungsarbeiten von Lock und Kollegen [12, 15], die in einer RCT 10 und 20 Sitzungen FT-AN verglichen und keine Unterschiede im Gesamtergebnis bei der höheren Sitzungszahl fanden, was darauf hindeutet, dass eine Erhöhung der „Dosis“ an Therapie für sich genommen nicht der entscheidende Wirkfaktor von Veränderung sein muss. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass zumindest ein Teil der Ergebnisunterschiede zwischen den beiden Studienarmen in der vorliegenden Studie auf den intensiveren therapeutischen Kontakt mit den Familien zurückging.
Zweitens muss der Anteil derjenigen, die gut auf die Behandlung ansprachen, im Vergleich zu denjenigen mit schlechtem Ergebnis im Kontext der von uns gewählten Ergebniskriterien betrachtet werden. Die Definitionen dessen, was bei Anorexia nervosa ein positives Ergebnis ausmacht, sind so vielfältig wie die Begriffe, mit denen es beschrieben wird (gutes Ergebnis, Genesung, Remission, Teilremission). Zwar verwenden fast alle Ergebnisklassifikationen der Anorexia nervosa ein Gewichtskriterium als zentralen Bestandteil ihrer Definition, doch schwankt dieses stark, von 85% des erwarteten Gewichts bis zu 95% oder sogar 100%. In gewissem Maß spiegelt die fehlende Einigkeit darüber, was ein gutes Ergebnis ausmacht, schlicht die Variabilität des Gewichts bei gesunden Menschen wider sowie die Variabilität der zeitlichen Verzögerung, mit der sich nach Erreichen eines gesunden Gewichts körperliche Funktionen wie die Menstruation und psychische Aspekte wie essstörungsbezogene Kognitionen normalisieren. Während wir im klinischen Kontext die Unsicherheit darüber aushalten können, wie gut es einer einzelnen Person zu einem bestimmten Zeitpunkt geht, benötigen wir im Forschungskontext klare Definitionen, mit der Folge, dass manche Personen falsch eingestuft werden. Der Vorzug der von uns gewählten Definition liegt darin, dass sie in mehreren Studien zwischen den Ergebnissen verschiedener Behandlungen zu unterscheiden vermochte [6, 7] und, was noch wichtiger ist, das Langzeitergebnis vorhersagt [14, 15]. Sie erlaubt zwar keinen direkten Vergleich mit Studien, die ein höheres Gewichtskriterium zur Definition der Remission verwenden, ist aber gut vergleichbar mit den in diesen Studien verwendeten Definitionen der Teilremission [8, 54].
Dennoch sind Vergleiche mit den Ergebnissen anderer Studien nicht einfach. Selbst bei vergleichbaren Ergebnisdefinitionen schwanken die berichteten Ergebnisse zwischen den Studien beträchtlich [8, 11, 56]. Dafür gibt es vermutlich mehrere Gründe, darunter Unterschiede in der Demografie, in den Rekrutierungsmethoden und, vielleicht am wichtigsten, Unterschiede in der Organisation der Gesundheitsversorgung zwischen verschiedenen Ländern. So umfassten beispielsweise die britischen ambulanten RCTs im Allgemeinen Stichproben mit durchschnittlich 75–78% mBMI zu Studienbeginn [10, 38, 55], während die Ausgangsgewichte in den US-amerikanischen und australischen Studien tendenziell höher liegen, im Durchschnitt zwischen 82–86% mBMI [8, 11, 12, 48, 56]. Dieser Unterschied wird in erster Linie dadurch bestimmt, wie Krankenhausaufnahmen in der Behandlung der Anorexia nervosa in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. In den USA werden Betroffene unter 75% im Allgemeinen von ambulanten Studien ausgeschlossen (können aber nach einer kurzen Aufnahme, die ihr Gewicht über diese Schwelle anhebt, eingeschlossen werden), während die britischen ambulanten Studien im Allgemeinen auch Betroffene mit niedrigerem Gewicht einschlossen (und nur dann stationär aufnahmen, wenn andere Kriterien medizinischer Instabilität vorlagen). Ebenso ist die Zahl der Krankenhausaufnahmen während der Studien in den USA und in Australien tendenziell höher als im Vereinigten Königreich, wobei diese Aufnahmen im Allgemeinen sehr kurz sind. In den britischen Studien sind die Aufnahmen zwar meist seltener, dauern aber tendenziell länger. Wir wissen nicht, welche Auswirkungen diese Unterschiede auf den Genesungsprozess und auf das Gewicht haben, das die Betroffenen bei Behandlungsende erreichen; dies erschwert nicht nur Vergleiche mit anderen Studien, sondern schränkt auch die Übertragbarkeit der Studienbefunde von einem Versorgungskontext auf einen anderen ein [57].
Das Behandlungsergebnis dürfte auch von anderen Faktoren wie der Krankheitsdauer beeinflusst werden [58]. Die Krankheitsdauer in der vorliegenden Studie ist mit den meisten veröffentlichten RCTs zur AN im Jugendalter vergleichbar und stimmt auch mit Versorgungsforschung im Vereinigten Königreich überein [57, 59]. Eine neuere Studie in Deutschland ergab jedoch, dass die Krankheitsdauer vor der ersten Behandlung bei jungen Menschen mit AN in verschiedenen Behandlungssettings fast 2–3-mal so lang war [60], was erneut zeigt, wie vorsichtig man bei der Übertragung von Befunden zwischen verschiedenen Versorgungskontexten sein muss.
Die Ergebnisse der vorliegenden Studie halten in beiden Behandlungen, besonders aber im MFT-AN-Arm, dem Vergleich mit anderen RCTs im Jugendalter gut stand, vor allem in Anbetracht der niedrigen Ausgangsgewichte der Teilnehmenden. Angesichts der oben genannten Vorbehalte und der Tatsache, dass dies noch immer die einzige RCT zur MFT-AN ist, sind wir in unseren Schlussfolgerungen jedoch zurückhaltend. Zudem wirft die Studie zwangsläufig viele neue Fragen auf. In dieser Studie kombinierte der MFT-AN-Arm Einzelfamilien- und Multifamiliensitzungen, was der Art und Weise entspricht, wie MFT-AN am Maudsley Hospital entwickelt wurde. Andere Dienste haben das MFT-Modell inzwischen auf unterschiedliche Weise angewandt, etwa MFT-AN als eigenständige ambulante Behandlung [32, 34, 36] oder als Teil einer tagesklinischen [33] oder stationären Behandlung [61]. Unsere Studie schloss nur junge Menschen mit der Diagnose AN oder restriktive EDNOS ein (was wiederum der aktuellen klinischen Praxis des Maudsley-Dienstes entspricht), während andere die Multifamilieninterventionen in Gruppen mit gemischten Essstörungsdiagnosen eingesetzt haben. In einem neueren Artikel [62] haben wir eine MFT beschrieben, die sich speziell an Jugendliche mit BN richtet, weniger intensiv ist als MFT-AN und KVT- sowie DBT-Komponenten in die Behandlung einbezieht. Die vorliegende Studie zeigt, dass die besondere Kombination aus intensiver MFT-AN mit fortlaufenden FT-AN-Einzelfamiliensitzungen und MFT-AN-Treffen die Ergebnisse bei Behandlungsende im Vergleich zu FT-AN verbessert, und sie unterstreicht den Nutzen, Gruppen von Familien als potenziell wirkungsvolle Behandlungsressource zusammenzubringen. Es ist jedoch noch viel weitere Forschung nötig, um herauszufinden, wie diese Ressource in verschiedenen klinischen Kontexten und bei verschiedenen klinischen Essstörungsgruppen am besten genutzt werden kann.
Complexe Systémique: das Wichtigste
Zunächst fällt auf, dass beide Studienarme erfolgreich sind: Die auf die Anorexie fokussierte Familientherapie bleibt eine solide Grundlage, selbst bei jungen Menschen, die bei Behandlungsbeginn stark untergewichtig sind. Das Multifamilienformat bringt bei Behandlungsende dennoch einen deutlichen Zugewinn, der sich in der Katamnese abflacht. Für eine systemische Lesart liegt das Interesse im vorgeschlagenen Wirkmechanismus: die Familien aus Isolation und Scham herausholen, sie voneinander lernen lassen, andere Eltern sehen, die mit derselben Angst vor dem Essen ringen, und die Gruppe zu einer Ressource statt zu einem Publikum machen. Zwei Vorbehalte mahnen zur Vorsicht. Der Multifamilienarm erhielt etwas mehr Therapiezeit, und das Forschungsteam erörtert diesen „Dosis“-Effekt offen; die Hälfte der sekundären Daten fehlt. Auch die Kluft in der Zufriedenheit zwischen Eltern und jungen Menschen, die in der Multifamilientherapie größer ist, verdient die Aufmerksamkeit der Fachkräfte: Was die Eltern entlastet, erleben die Jugendlichen nicht immer auf dieselbe Weise. Dazu passend: der Artikel über die Erfahrungen von Patientinnen, Patienten und Familien mit der Multifamilientherapie sowie die Scoping-Review zur Multifamilientherapie bei Essstörungen.
Anmerkungen des Originals
1 Für die auf Essstörungen fokussierte Familientherapie wurden verschiedene Bezeichnungen verwendet, darunter Maudsley Family Therapy, Maudsley Model Therapy und in den letzten Jahren am häufigsten Family Based Treatment oder FBT. Wir haben argumentiert [19], dass solche Begriffe irreführend sind, weil sie ein theoretisch eigenständiges Behandlungsmodell nahelegen, statt einer Behandlung, die einen gemeinsamen theoretischen Rahmen mit anderen systemischen Therapien teilt, aber einen spezifischen Fokus auf die Behandlung einer Essstörung hat (ganz so, wie „angstfokussierte KVT“ oder „traumafokussierte KVT“ beides Formen der KVT sind). Der Begriff FBT ist zudem mehrdeutig, weil er mal nur für Behandlungen nach einem bestimmten Behandlungsmanual [63] verwendet wird und mal für alle Studien mit einer auf Essstörungen fokussierten Familientherapie. Unsere Verwendung des Begriffs FT-AN betont, dass es sich um eine Behandlung handelt, die auf der Familiensystemtheorie beruht und ein breites Spektrum familientherapeutischer Interventionstechniken nutzt, während ihre Spezifität aus ihrem Fokus auf die Behandlung einer Essstörung erwächst [64].
2 Während die meisten Studien im Jugendalter 18 Jahre als obere Altersgrenze verwendet haben, entschieden wir uns aus zwei Hauptgründen für eine breitere Altersspanne. Erstens ist 18 Jahre eine willkürliche Grenze, die zwar gewisse Änderungen im rechtlichen Status eines jungen Menschen widerspiegelt, aber gewiss weder eine soziale noch eine biologische Reifegrenze zwischen Jugend und Erwachsenenalter darstellt. Zweitens wird zunehmend anerkannt, dass die Übergänge zwischen Diensten für Jugendliche und für Erwachsene flexibler sein müssen, und wir wollten daher sicherstellen, dass unsere Befunde über die eng gezogene Grenze zwischen den Diensten hinaus anwendbar sind.
Danksagung. Wir danken allen Studientherapierenden, den Forschungsmitarbeitenden und insbesondere den Betroffenen und ihren Familien für ihre Teilnahme. I. Eisler, J. Hodsoll, S. Landau, U. Schmidt und J. Treasure wurden vom NIHR Biomedical Research Centre for Mental Health, South London and Maudsley NHS Foundation Trust und Institute of Psychiatry, Psychology and Neuroscience, King’s College London, gehaltlich unterstützt.
Finanzierung. Wir danken der Health Foundation (früher PPP Foundation) für die Förderung, die die Studie finanziell unterstützt hat.
Verfügbarkeit von Daten und Materialien. Datenanfragen sind an die korrespondierende Autorschaft zu richten und werden von einer Untergruppe des Studienteams geprüft. Jede Weitergabe von Daten setzt eine Datenweitergabevereinbarung voraus und unterliegt einer ethischen Genehmigung.
Beiträge der Verfassenden. IE, MS, SL, US und JT waren für die Konzeption, das Gesamtdesign der Studie und das Verfassen des Förderantrags verantwortlich. IE war für das Gesamtmanagement der Studie und ihre Umsetzung in allen Zentren verantwortlich; GE, US, IY, PH, MB und FC waren für die Rekrutierung und das Studienmanagement an den einzelnen Standorten verantwortlich. EA und IE übernahmen die Schulung der Therapierenden. SL und JH waren für den statistischen Analyseplan und die Datenanalyse verantwortlich. IE und JH entwarfen das Manuskript, und alle Verfassenden haben zum endgültigen Manuskript beigetragen und es freigegeben.
Interessenkonflikte. Die Verfassenden erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.
Einwilligung zur Veröffentlichung. Der Artikel enthält keine personenbezogen identifizierbaren Daten.
Ethische Genehmigung und Einwilligung zur Teilnahme. Die ethische Genehmigung der Studie erteilte das UK Integrated Research Approval System Committee (04/MREC/022), und die Teilnehmenden gaben ihre schriftliche informierte Einwilligung zur Teilnahme an der Studie. Bei unter 16-Jährigen wurde die Einwilligung der Eltern oder der gesetzlichen Vertretung des jungen Menschen eingeholt.
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Inoffizielle deutsche Übersetzung von A pragmatic randomised multi-centre trial of multifamily and single family therapy for adolescent anorexia nervosa von Ivan Eisler, Mima Simic, John Hodsoll, Eia Asen, Mark Berelowitz, Frances Connan, Gladys Ellis, Pippa Hugo, Ulrike Schmidt, Janet Treasure, Irene Yi und Sabine Landau, BMC Psychiatry, Bd. 16, Artikel 422 (2016), doi: 10.1186/s12888-016-1129-6, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt und gesetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz – das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (Übersetzung ins Deutsche, Tabellen als Listen). Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die für sie keine Verantwortung tragen; maßgeblich ist die Originalfassung.
Dies ist eine inoffizielle deutsche Übersetzung des Originalartikels „A pragmatic randomised multi-centre trial of multifamily and single family therapy for adolescent anorexia nervosa“, erschienen in BMC Psychiatry (2016) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, wie am Anfang dieser Seite erläutert; maßgeblich ist die Originalfassung.
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Eisler, I., Simic, M., Hodsoll, J., Asen, E., Berelowitz, M., Connan, F., Ellis, G., Hugo, P., Schmidt, U., Treasure, J., Yi, I., et Landau, S. (2016). A pragmatic randomised multi-centre trial of multifamily and single family therapy for adolescent anorexia nervosa. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/a-pragmatic-randomised-multi-centre-trial-of-multifamily-and-single-family-therapy (Originalarbeit 2016 erschienen in BMC Psychiatry, 16, 422 (2016); 2016 erneut veröffentlicht von BMC Psychiatry, https://bmcpsychiatry.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12888-016-1129-6)
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