Diese Fassung wurde von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus dem Englischen übersetzt. Im Zweifelsfall ist die Originalfassung maßgeblich.
Child and Adolescent Social Work Journal · Soziale Arbeit
Was ändert sich nach einer familienorientierten Jugendhilfe wirklich für das Kind, die Eltern und die Familie, und was hat den Ausschlag gegeben? In den Niederlanden verbindet das Tilburger Forschungsteam einen Fragebogen zum Ende der Hilfe mit vierzehn Interviews, die Monate später geführt wurden: Dem Kind und der Familie geht es besser, den Eltern deutlich weniger.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von Understanding the Impact of Family-Focused Youth Care: Examining Outcomes, Effective Elements and Tipping Points as Experienced by Parents and Youth von Bernadette M. Janssen, Jolanda J. P. Mathijssen, Heleen I. J. Sillekens, Judith P. M. van Vugt und Hedwig J. A. van Bakel, erschienen in Child and Adolescent Social Work Journal (Springer) (2026), doi: 10.1007/s10560-026-01164-9, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt von Complexe Systémique im Oktober 2026 mit Unterstützung künstlicher Intelligenz: Der Originaltext wurde ins Deutsche übersetzt und neu gesetzt, was eine Bearbeitung des Werks im Sinne der Lizenz darstellt. Zwei Tabellen werden als Listen wiedergegeben; die Erklärungen am Ende des Artikels sind in den Anmerkungen zusammengefasst. Diese Übersetzung stammt weder von den Verfassenden noch vom Verlag, die weder für ihren Inhalt noch für etwaige Fehler verantwortlich sind. Maßgeblich ist die Originalfassung.
Während Jugendhilfe tendenziell positive Wirkungen auf das Funktionieren des Kindes und der Familie hat, ist ihr Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden der Eltern begrenzter.
Bernadette M. Janssen, Jolanda J. P. Mathijssen, Heleen I. J. Sillekens, Judith P. M. van Vugt und Hedwig J. A. van Bakel
Abstract
Vor dem Hintergrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Ergebnisse von Jugendhilfe untersuchte diese Studie die wahrgenommene Wirkung familienorientierter Jugendhilfe aus der Perspektive von Eltern und Jugendlichen. Ziel der Forschung war es, wahrgenommene Effekte zu erkunden, wirksame Elemente der Hilfe zu identifizieren und Kipppunkte zu untersuchen, die bedeutsame Veränderungen im Hilfeverlauf markierten. Quantitative Daten aus dem BESTE-Fragebogen (N = 75; n = 60 Eltern; n = 15 Jugendliche) und qualitative Daten aus Interviews (N=14 Familien) wurden kombiniert. Die quantitativen Befunde zeigten, dass die meisten Eltern (70,0 %) und Jugendlichen (73,4 %) die Hilfe im Hinblick auf Verbesserungen im Funktionieren des Kindes, der Eltern und der Familie als wirksam wahrnahmen. Auch die qualitativen Daten zeigten bedeutsame Veränderungen im Funktionieren des Kindes, der Eltern und der Familie, neben fortbestehenden Verletzlichkeiten, insbesondere beim elterlichen Wohlbefinden und bei komplexen familiären Kontextfaktoren. Therapeutische Allianz, Interventionsinhalte und organisationale Faktoren wurden als wirksame Elemente der Hilfe bestätigt. Förderliche Elemente fanden sich überwiegend in der therapeutischen Allianz und den Interventionsinhalten. Organisationale Faktoren, darunter Bürokratie, Wartelisten und fragmentierte Zusammenarbeit, wurden häufig als Hindernisse genannt. Kipppunkte waren oft mit respektvollen Interaktionen mit Fachkräften, diagnostischen Erkenntnissen und außertherapeutischen Ereignissen wie Veränderungen in Beziehungen oder im schulischen Umfeld verbunden. Die Befunde unterstreichen die Bedeutung eines systemischen Ansatzes, der die Bedürfnisse der Eltern, kontextuelle Belastungsfaktoren und informelle Unterstützungsnetzwerke berücksichtigt. Zu den Implikationen für die Praxis gehören ein ganzheitlicher Ansatz, der systemische Faktoren einbezieht, einschließlich integrierter Elternunterstützung in der Jugendhilfe, die Stärkung von Kompetenzen zum Aufbau der Allianz, eine verbesserte interdisziplinäre Zusammenarbeit und der Abbau organisationaler Barrieren. Weitere Forschung ist nötig, um die Abfolge und Integration von Hilfen für Jugendliche und für Eltern zu untersuchen und so die langfristigen Ergebnisse zu verbessern.
Schlüsselwörter: Familienorientierte Jugendhilfe, Wahrgenommene Effekte, Wirksame Elemente, Kipppunkte, Systemischer Ansatz, Interviews
Die Evaluation der Ergebnisse von Jugendhilfe ist unerlässlich, um die Qualität der Hilfe zu verbessern und über die Verwendung öffentlicher Mittel Rechenschaft abzulegen (Flynn et al., 2024). Aufgrund steigender Kosten und anhaltender kritischer Reflexionen über die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Jugendhilfe wird über ihre Effektivität seit Langem debattiert (De Swart et al., 2012; Gutterswijk et al., 2020; Souverein et al., 2013; Strijbosch et al., 2015). Um erneute Zuweisungen zu vermeiden, die Kosten niedrig zu halten und positive Ergebnisse für Familien zu erzielen, ist es unabdingbar zu wissen, was für Familien in der Jugendhilfe wirkt (Visscher et al., 2022). Dies ist nicht nur für Politik und Kostenträger wichtig, sondern vor allem für die Familien selbst, da Jugendhilfe oft ein intensiver und zeitaufwendiger Prozess ist. Um Einblick in die Wirkung von Jugendhilfe und die sie prägenden Faktoren zu gewinnen, untersucht diese Studie (1) die Effekte familienorientierter Jugendhilfe aus der Perspektive von Eltern und Jugendlichen, (2) wahrgenommene wirksame Elemente und (3) die kritischen Kipppunkte, die die wahrgenommenen Effekte möglicherweise entscheidend beeinflusst haben.
Die Perspektiven von Familien auf die erlebten Effekte der Hilfe und auf die Aspekte zu verstehen, die sie als hilfreich oder nicht hilfreich empfinden, ist unerlässlich, um Angebote besser auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden, mit dem Ziel, wirksamere und dauerhaftere Ergebnisse zu erzielen (Bjørknes & Ortiz-Barreda, 2021; Van Bijleveld et al., 2014). Zudem stärkt die aktive Einbeziehung von Familien das Gefühl von Empowerment, was ihre Zufriedenheit und Motivation steigern kann (Tilbury & Ramsay, 2018). Zu wissen, welche Ereignisse oder Elemente der Hilfe als Kipppunkte gelten, kann es Fachkräften ermöglichen, diese Elemente in künftigen Hilfeverläufen gezielt anzuregen und positive Veränderungen für Familien früher im Hilfeverlauf anzustoßen. Darüber hinaus kann die Untersuchung der Bedingungen, unter denen mögliche Kipppunkte entstehen, sowie der Faktoren, die zu ihrem Auftreten beitragen, wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung der Effekte von Jugendhilfeinterventionen liefern.
Familienorientierte Jugendhilfe richtet sich an Kinder, einschließlich jüngerer Kinder und Jugendlicher, und ihre Eltern, bei denen schwere Entwicklungs-, emotionale oder Verhaltensprobleme des Kindes mit erheblichen Erziehungsproblemen zusammentreffen. Diese Schwierigkeiten werden häufig durch mehrere chronische Belastungsfaktoren verschärft, darunter finanzielle Not, gesundheitliche Probleme und instabile Beziehungen (Tausendfreund et al., 2016; Visscher et al., 2020b). Die Familiensystemtheorie (Minuchin, 1974) und das bioökologische Modell der menschlichen Entwicklung (Bronfenbrenner & Morris, 2007) bieten beide einen relevanten Rahmen zum Verständnis dieser komplexen Bedarfe, indem sie betonen, dass Individuen in ihrem weiteren Umfeld und Kontext betrachtet werden müssen (Tong & An, 2024; Willemse, 2015).
Nach der Familiensystemtheorie funktionieren Familien als miteinander verbundene Systeme, in denen Veränderungen bei einem Mitglied die gesamte Einheit betreffen (Bowen, 1978; Gavazzi & Lim, 2023). Zudem geht das bioökologische Modell davon aus, dass die Entwicklung von Kindern durch wechselseitige Interaktionen zwischen dem Individuum und mehreren ineinander verschachtelten Umweltsystemen geprägt wird, die vom unmittelbaren familiären und schulischen Kontext bis zu umfassenderen kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen reichen (Tong & An, 2024).
Dementsprechend nehmen familienorientierte Jugendhilfeinterventionen eine systemische Perspektive ein, indem sie nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern und andere wichtige Familienmitglieder einbeziehen (Willemse, 2015). Neben der Verbesserung des Funktionierens des Kindes, etwa durch die Verringerung emotionaler und Verhaltensprobleme und die Stärkung sozialer Kompetenzen, zielen diese Interventionen darauf, Erziehungskompetenzen zu verbessern, die wechselseitigen Familienbeziehungen und die Resilienz zu stärken und das soziale Netzwerk der Familie zu aktivieren (Damen et al., 2021; Evenboer et al., 2018; Visscher et al., 2020b). Beispiele für familienorientierte, systemische Interventionen sind überwiegend aufsuchende Interventionen wie Intensive Family Treatment (Visscher et al., 2020a), Functional Family Therapy (Alexander et al., 2013) und Multisystemische Therapie (Henggeler et al., 1998); sie können jedoch auch in stationären und teilstationären Settings erbracht werden (Blankestein et al., 2022).
Wahrgenommene Effekte von Jugendhilfe bezeichnen Veränderungen im Funktionieren des Kindes, der Eltern und der Familie, wie sie von Jugendlichen und Eltern selbst subjektiv erlebt und berichtet werden. Diese wahrgenommenen Effekte gehen über die Symptomreduktion hinaus (Ladmanová et al., 2025; Nooteboom et al., 2020) und können Veränderungen im Alltagsfunktionieren nach der Hilfe umfassen, etwa im emotionalen und relationalen Funktionieren, im Wohlbefinden und in der Selbsterkenntnis, die das Funktionieren des Kindes, der Eltern oder der Familie als Ganzes betreffen.
Bei der Durchsicht bisheriger Forschung zu den Effekten von Jugendhilfe, die sowohl quantitative als auch qualitative Studien und verschiedene Interventionsformen umfasst, fanden sich überwiegend positive Ergebnisse. Positive Effekte familienorientierter Jugendhilfeinterventionen auf das Funktionieren des Kindes, der Eltern und der Familie wurden in systematischen Übersichtsarbeiten von Janssen et al. (2025) und Pederson et al. (2019) festgestellt. Auf der Grundlage von Interviews mit Jugendlichen fanden Paradisopoulos et al. (2015) positive Ergebnisse der Multisystemischen Therapie (MST), etwa verbesserte Familienbeziehungen, das Erkennen der Folgen des eigenen Verhaltens und gesündere Beziehungen zu Gleichaltrigen. Eine verbesserte Familienkommunikation berichteten auch Celinska et al. (2015) und Morino (2018), die beide qualitativ die Perspektiven von Eltern und Jugendlichen auf Formen der Familientherapie untersuchten.
Internationale Forschung zu den Perspektiven von Familien auf die Ergebnisse von Jugendhilfe hebt durchgängig wirksame Faktoren im Hilfeprozess hervor (z. B. Soenen et al., 2013; Todd et al., 2025; Visscher et al., 2022). Diese Faktoren bündeln sich tendenziell um drei Kernkomponenten wirksamer Hilfe: therapeutische Allianz, Interventionselemente und organisationale Faktoren.
Das erste Kernelement, der Aufbau einer starken therapeutischen Allianz, sowohl zwischen Kind und Fachkraft als auch zwischen Elternteil und Fachkraft (De Greeff et al., 2018; Pölkki & Vornanen, 2015), erweist sich als eines der am durchgängigsten anerkannten Elemente, die zu positiven Ergebnissen beitragen. Eine therapeutische Allianz bezeichnet eine kooperative, auf Vertrauen beruhende Arbeitsbeziehung zwischen den Fachkräften und der Klientel (Jugendliche und/oder Eltern), die durch Übereinstimmung über die Ziele, ein gemeinsames Verständnis der Aufgaben und eine emotionale Bindung gekennzeichnet ist (De Greeff et al., 2018). Diese Allianz wird gefördert durch aktives Zuhören, Erreichbarkeit, echtes Interesse sowie die Förderung gegenseitigen Vertrauens und Engagements (Morino, 2018; Paradisopoulos et al., 2015; Pölkki & Vornanen, 2015; Soenen et al., 2013; Todd et al., 2025; Tranquilla, 2013). Praktische und emotionale Unterstützung, eine respektvolle und nicht wertende Haltung der Fachkraft (Morino, 2018; Tilbury & Ramsay, 2018; Visscher et al., 2022) und die ernsthafte Berücksichtigung der Sichtweisen des Kindes und der Eltern sind ebenfalls wesentliche Bestandteile der Allianz (Bouma et al., 2019; Pölkki & Vornanen, 2015; Tilbury & Ramsay, 2018; Visscher et al., 2022). Kinder und Eltern betonen, wie wichtig es ist, aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligt zu werden, die ihren Hilfeverlauf betreffen (Barnhoorn et al., 2025; Furrer et al., 2023; McLoughlin et al., 2020; Morino, 2018; Tilbury & Ramsay, 2018; Todd et al., 2025; Van Bijleveld et al., 2014). Familien schätzen es zwar, konsultiert zu werden und ihre Meinungen in endgültigen Entscheidungen berücksichtigt zu sehen, berichten aber, dass eine solche Beteiligung im Jugendhilfesystem noch keine Standardpraxis ist (Peper et al., 2025; Van Bijleveld et al., 2014). Transparenz, klare Kommunikation und Ehrlichkeit werden außerdem als entscheidend für den Vertrauensaufbau genannt (Doelman et al., 2024; McLoughlin et al., 2020; Morino, 2018; Tilbury & Ramsay, 2018). Was die Allianz zwischen Eltern und Fachkraft betrifft, wird eine positive Zusammenarbeit erleichtert, wenn Fachkräfte und Eltern ein gemeinsames Verständnis des Hilfebedarfs teilen (Doelman et al., 2024) und wenn Fachkräfte kulturelle Kompetenz und ein umfassendes Verständnis des Hintergrunds und der Lebensumstände der Familie zeigen (Bouma et al., 2019; McLoughlin et al., 2020; Pölkki & Vornanen, 2015; Todd et al., 2025). Familien schätzen zudem Entschlossenheit (Bouma et al., 2019; Doelman et al., 2024) und Verlässlichkeit und betonen, wie wichtig es ist, dass Fachkräfte ihre Zusagen einhalten (Tilbury & Ramsay, 2018).
Ein zweites Kernelement wirksamer Jugendhilfe betrifft interventionsbezogene Faktoren, also den methodischen Inhalt der erbrachten Hilfe. Der methodische Inhalt bezeichnet die spezifischen Interventionskomponenten, Techniken und Methoden, durch die Veränderung erreicht werden soll. Ein zentrales Anliegen, das Familien äußern, ist die Notwendigkeit, Kinder als Individuen mit eigenen Bedürfnissen, Stärken und Lebensumständen anzuerkennen. Wirksame Hilfe muss entsprechend zugeschnitten sein und einen personalisierten Ansatz betonen (McLoughlin et al., 2020; Visscher et al., 2022). Zudem erhöht eine stärkenorientierte Intervention die Motivation, aktiv an ihr teilzunehmen (Todd et al., 2025). Familien betonen außerdem, wie wichtig es ist, alle relevanten Hilfebedarfe anzugehen, statt sich auf ein einzelnes Problem zu konzentrieren. Ein systemischer Ansatz, der das weitere soziale Umfeld des Kindes einbezieht – etwa Familie, Schule und Gemeinwesen –, gilt als unerlässlich für bedeutsame und dauerhafte Ergebnisse (McLoughlin et al., 2020; Todd et al., 2025; Visscher et al., 2022). Ein Fokus auf die Erweiterung des sozialen Netzwerks des Kindes ist wesentlich für die Unterstützung durch Gleichaltrige und die Förderung eines Identitätsgefühls (Paradisopoulos et al., 2015). Bei Kindern und Jugendlichen fördert Jugendhilfe die Entwicklung der Perspektivübernahme und stärkt ihre Fähigkeit, die Auswirkungen ihres Verhaltens auf andere Familienmitglieder zu erkennen (Paradisopoulos et al., 2015). Dieses zwischenmenschliche Bewusstsein gilt als wichtiges therapeutisches Ziel von Jugendhilfeinterventionen. Speziell von Eltern wird Unterstützung bei der Entwicklung von Erziehungskompetenzen, beim Verständnis der kindlichen Entwicklung und im Umgang mit Verhalten sehr geschätzt (Fernandez, 2004; Todd et al., 2025). Schließlich hoben Jugendliche in der stationären Jugendhilfe die Verfügbarkeit und Nähe von Fachkräften als wichtige Faktoren hervor, ebenso klare Abläufe, Strukturen und Grenzen (Soenen et al., 2013).
Organisationale Faktoren und Faktoren auf Teamebene werden von Familien ebenfalls als drittes Kernelement der Jugendhilfe anerkannt. Ein erster organisationaler Faktor ist die Fähigkeit der Fachkraft, die Intervention wirksam umzusetzen, gestützt auf Kompetenzen, die Kommunikation, emotionalen Ausdruck und Perspektivübernahme im Familiensystem fördern (Bouma et al., 2019; Todd et al., 2025). Zweitens ist eine klar formulierte Vision der Organisation, gestützt durch konsequente Supervision, kollegiale Beratung und Möglichkeiten kontinuierlicher beruflicher Weiterbildung, unerlässlich, damit Fachkräfte wirksam arbeiten können (Pölkki & Vornanen, 2015; McLoughlin et al., 2020). Systemische Faktoren wie lange Wartelisten (Doelman et al., 2024; Tilbury & Ramsay, 2018) und eine hohe Personalfluktuation (Bouma et al., 2019; Doelman et al., 2024; Pölkki & Vornanen, 2015; Tilbury & Ramsay, 2018; Vliet et al., 2020) werden jedoch häufig als Hindernisse für die Hilfe genannt. Hohe Fluktuation unterbricht die Kontinuität und erschwert es Kindern, stabile, vertrauensvolle Beziehungen zu Fachkräften aufzubauen. Jeder Wechsel der Fachkraft kann als neuer Verlust erlebt werden (Vliet et al., 2020) und möglicherweise zu Verzögerungen in der Hilfe sowie zu verminderter Motivation oder geringerem Vertrauen in das System führen (Sanders, 2019). Ein letzter organisationaler Faktor, der als wesentlich für positive Ergebnisse identifiziert wurde – insbesondere angesichts der vielfältigen und komplexen Herausforderungen, mit denen Familien in der Jugendhilfe konfrontiert sind –, ist die Notwendigkeit einer koordinierten, interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern (McLoughlin et al., 2020; Pölkki & Vornanen, 2015; Tranquilla, 2013).
Die dritte thematische Dimension dieser Studie – neben wahrgenommenen Effekten und wirksamen Elementen – betrifft die Identifizierung von Kipppunkten im Jugendhilfeprozess. Ein Kipppunkt wird definiert als „der erste Punkt in einer Reihe identischer Beobachtungen, an dem Menschen zu dem Schluss kommen, dass ein Muster keine Anomalie mehr ist“ (O’Brien, 2020 S. 55). Anders gesagt ist ein Kipppunkt der Punkt, an dem jemand entscheidet, dass kleine, wiederholte Anzeichen sich zu einer größeren, dauerhaften Veränderung summieren. Ein Kipppunkt oder Wendepunkt kann auch ein bestimmtes Ereignis oder eine bestimmte Situation sein, die nach der Wahrnehmung der betreffenden Person eine Richtungsänderung des Weges bewirkt, auf dem sie sich befindet (Taussig et al., 2022). In Bezug auf Jugendhilfe kann ein Kipppunkt ein Ereignis, eine Intervention oder eine Situation sein, die den Verlauf der Jugendhilfe umlenkt oder ihre Ergebnisse verändert. Dieses Ereignis oder diese Intervention kann eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Intervention der Fachkraft sein oder sich im Leben des Elternteils oder des Kindes ergeben, etwa eine neue Beziehung eines Elternteils oder eines Jugendlichen, ein neues Zuhause oder ein Schulwechsel.
Insgesamt zielt diese Studie darauf ab, die Erfahrungen von Familien mit Jugendhilfe zu erkunden, indem sie wahrgenommene Effekte und wirksame Elemente untersucht und ein tieferes Verständnis der zentralen Kipppunkte in der familienorientierten Jugendhilfe gewinnt. Obwohl sich die Jugendhilfeforschung weitgehend auf quantitative Ergebnisse im Funktionieren von Kind, Eltern und Familie konzentriert hat (z. B. Janssen et al., 2025), ist vergleichsweise wenig darüber bekannt, wie Familien selbst diese Veränderungen wahrnehmen und welche Elemente sie als hilfreich erleben. Insbesondere der Einblick in Veränderungsmechanismen – etwa die Prozesse oder Faktoren, die Fortschritte erleichtern oder behindern – bedarf weiterer Untersuchung (Tang et al., 2024). Durch die Integration quantitativer Ergebnisse und qualitativer Erkenntnisse will diese Studie ein umfassenderes Verständnis dafür liefern, wie Jugendhilfe zu Veränderungen in Familien beiträgt.
Für diese Studie wurden quantitative und qualitative Daten aus dem Forschungsprojekt „What happens afterwards?“ („Was passiert danach?“) verwendet. Das Forschungsprojekt untersucht die Erfahrungen von Eltern und Jugendlichen mit der familienorientierten Jugendhilfe, die sie erhalten haben. Das Forschungsprojekt wurde von der Ethikkommission der Tilburg University genehmigt (Aktenzeichen RP245). In dieser Studie wird der Begriff „Jugendliche“ weit und kontextbezogen verwendet und bezeichnet sowohl Kinder als auch Heranwachsende, die familienorientierte Hilfe erhalten.
Das Projekt What Happens Afterwards? wurde in vier Jugendhilfeorganisationen in den Niederlanden durchgeführt, die alle dem Academic Collaborative Center for Youth der Tilburg University angeschlossen sind. Diese Organisationen bieten ein Kontinuum familienorientierter Leistungen auf der Grundlage systemischer Interventionsrahmen an und beziehen nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern und andere wichtige Personen aus dem Netzwerk der Familie ein, um die Bedürfnisse sowohl des Kindes als auch der Familie umfassend anzugehen. Ihr Hilfeangebot umfasst intensive aufsuchende Unterstützung, teilstationäre Programme und stationäre Unterbringungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 0 bis 27 Jahren sowie für ihre Eltern und andere Familienmitglieder. Grob lässt sich die Jugendhilfe dieser Organisationen in drei Formen einteilen: aufsuchende Hilfe, bei der Fachkräfte mit der Familie in ihrem häuslichen Umfeld an vereinbarten Zielen arbeiten; teilstationäre Hilfe, bei der das Kind einen Teil des Tages eine Behandlungsgruppe besucht und weiterhin zu Hause lebt; und stationäre Hilfe, bei der das Kind vorübergehend oder dauerhaft in einer Behandlungseinrichtung lebt. Sowohl teilstationäre als auch stationäre Hilfe werden in allen Verläufen mit intensiver aufsuchender Hilfe kombiniert.
Systemische Interventionen umfassen zum Beispiel Elternunterstützung (Nuntavisit & Porter, 2022), die Bearbeitung generationenübergreifender Themen (Mooren et al., 2023) sowie die Erfassung und Aktivierung des sozialen Netzwerks der Familie (Visscher et al., 2022). Zusätzlich zu systemischen Interventionen haben die Organisationen bei Bedarf die Möglichkeit, Formen kindzentrierter Therapie wie EMDR, kognitive Verhaltenstherapie oder künstlerische Therapien anzubieten.
Eltern von Kindern, die zu Beginn der Hilfe 6 bis 16 Jahre alt waren und an eine der vier beteiligten Jugendhilfeorganisationen überwiesen worden waren, wurden zu Beginn eines neuen Hilfeverlaufs zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Zusätzlich wurden auch Kinder ab 11 Jahren zur Teilnahme eingeladen. Die Stichprobe umfasst folglich Familien, die in einer der vier Organisationen einen neuen Verlauf begannen, entweder mit intensiver aufsuchender Hilfe, teilstationärer Hilfe oder stationären Leistungen.
Nach dem Einschluss nahmen 86 Familien, mit insgesamt 88 Kindern und Jugendlichen in der Jugendhilfe, am Forschungsprojekt What Happens Afterwards? teil. Zwei Jugendliche nahmen ohne ihre Eltern bzw. ihren Elternteil teil, während in allen anderen Fällen mindestens ein Elternteil mitwirkte, sodass insgesamt 89 Elternteile teilnahmen. Bei der Messung nach Abschluss der Hilfe trugen 60 Elternteile zur quantitativen Komponente dieser Studie bei. Der Ausfall bei den Eltern lässt sich teilweise dadurch erklären, dass die Hilfe bei Ende der Datenerhebung im Juli 2024 für acht Familien noch nicht abgeschlossen war. Zudem füllten 21 Elternteile den Fragebogen am Ende der Behandlung nicht aus, entweder weil sie nicht antworteten oder weil sie angaben, nicht mehr teilnehmen zu wollen. Analysen zur Ausfallverzerrung ergaben keine signifikanten Unterschiede zwischen Antwortenden und Nicht-Antwortenden hinsichtlich Alter und Geschlecht des Kindes oder der Art der Intervention.
Zusätzlich nahmen 23 Jugendliche am Forschungsprojekt teil, von denen 15 an der quantitativen Komponente dieser Studie mitwirkten. Zu diesem Zeitpunkt hatten 22 Jugendliche ihren Hilfeverlauf abgeschlossen; sieben von ihnen reagierten jedoch nicht auf die Einladung zum Ausfüllen des Fragebogens.
Im Rahmen des Forschungsprojekts What Happens Afterwards? füllten die teilnehmenden Eltern und Kinder zu Beginn und am Ende ihres Jugendhilfeverlaufs Fragebögen aus. Für diese Studie wurden querschnittliche quantitative Daten aus einem Fragebogen (BESTE) verwendet, der zum Abschluss des Hilfeverlaufs erhoben wurde.
Die quantitative Datenerhebung mit dem Instrument BESTE fand zwischen Februar 2021 und Juli 2024 statt.
Das Instrument BESTE (BEoordelingsSchaal voor Tevredenheid en Effect bzw. Beurteilungsskala für Zufriedenheit und Effekte) (De Meyer et al., 2004) ist ein praxisbasierter Fragebogen, den Eltern und Jugendliche nach Abschluss der Hilfe ausfüllen, um ihre Erfahrungen mit dem Jugendhilfeverlauf des Kindes zu bewerten. Die Skala umfasst sieben Items und erfasst sowohl die wahrgenommene Wirksamkeit der Intervention als auch die allgemeine Zufriedenheit der Eltern bzw. der Jugendlichen mit der erbrachten Hilfe. Die Antwortoptionen der meisten Items wurden auf einer 4-stufigen Likert-Skala bewertet, von 1 (eher verschlechtert als verbessert) über 2 (keine Veränderung) und 3 (gewisse Verbesserung) bis 4 (deutliche Verbesserung). Beispielitems sind Hat sich das Verhalten Ihres Kindes durch die Behandlung verändert? (BESTE-O = Elternversion) oder Hat sich das Funktionieren der Familie, zu der du gehörst, durch die Behandlung verändert? (BESTE-J = Jugendversion).
Die mit dem Instrument BESTE gemessenen wahrgenommenen Effekte der Intervention werden durch den Mittelwert der ersten vier Items bestimmt. Ein Mittelwert von 3.00 oder höher weist auf einen positiven Effektwert der Behandlung hin. Die vier Items, die sowohl in der Eltern- als auch in der Jugendversion verwendet werden, sind in Tabelle 2 vollständig wiedergegeben.
Die interne Konsistenz der ersten vier Items erwies sich als akzeptabel bis gut (α = .69 für die Elternversion; α = .91 für die Jugendversion). Die Konstruktvalidität erwies sich als ausreichend (De Meyer et al., 2004).
Zur Bewertung der wahrgenommenen Effekte der Jugendhilfe wurden die Mittelwerte der ersten vier Items der Instrumente BESTE-O (Eltern) und BESTE-J (Jugendliche) verwendet, wobei ein Schwellenwert von 3.0 oder höher positive Effekte anzeigt. Neben dem Mittelwert der vier Items untersuchten wir auch den Prozentsatz der Antwortenden mit einem Wert von 3 oder höher bei jedem Item, um Einblick in die spezifischen Bereiche zu gewinnen, in denen Eltern und Jugendliche Effekte wahrnahmen.
Von den 60 teilnehmenden Elternteilen waren 73,3 % Mütter (n = 44) und 25,0 % Väter (n = 15). In einem Fall (1,7 %) füllten beide Elternteile den BESTE-O gemeinsam aus. Die Stichprobe umfasste etwas mehr Jungen als Mädchen (53,3 % vs. 46,7 %), mit einem Durchschnittsalter von 12,1 Jahren (SD = 2.8). Hinsichtlich der Interventionsform erhielten 50,0 % der Teilnehmenden aufsuchende Hilfe, 23,3 % teilstationäre Hilfe und 26,7 % stationäre Hilfe.
Von den 15 teilnehmenden Jugendlichen waren 33,3 % Jungen (n = 5) und 66,7 % Mädchen (n = 10), mit einem Durchschnittsalter von 14,2 Jahren (SD = 2.4). Hinsichtlich der Interventionsform erhielten 46,7 % (n = 7) aufsuchende Hilfe, während die Anteile für teilstationäre und stationäre Hilfe gleich waren (jeweils n = 4; 26,7 %).
Für die qualitative Datenerhebung wurden Eltern angesprochen, die am Forschungsprojekt What Happens Afterwards? teilnahmen. Entsprechend der Gesamtstudie führte dies zum Einschluss von Eltern von Kindern, die zu Beginn der Hilfe 6 bis 16 Jahre alt waren und in einer der vier beteiligten Organisationen einen familienorientierten Jugendhilfeverlauf erhalten hatten. Letztlich nahmen 11 Familien aus der Stichprobe des Forschungsprojekts teil. Zusätzliche Rekrutierungsbemühungen, wie unter Ablauf und Datenerhebung beschrieben, führten zu drei weiteren Familien. Insgesamt willigten 14 Familien in die Teilnahme am Interview ein, darunter fünf Kinder und Jugendliche, von denen eines jünger als 11 Jahre war, mit entsprechender Einwilligung.
Die Interviews wurden zwischen April 2022 und November 2023 geführt.
Für die qualitative Datenerhebung nahm die forschende Person drei bis sechs Monate nach dem Ende des Jugendhilfeverlaufs per E-Mail, Messenger-App oder Telefon Kontakt zu allen teilnehmenden Eltern auf, um sie zu einem halbstrukturierten Interview über ihre Erfahrungen mit dem Hilfeprozess und den Ergebnissen einzuladen. Zusätzlich zu ihrer früheren Einwilligung gaben die Eltern eine gesonderte informierte Einwilligung für ihre Teilnahme am Interview.
Aufgrund von Schwierigkeiten, Teilnehmende aus der bestehenden Forschungsstichprobe einzuschließen, wurden weitere Eltern aus den beteiligten Organisationen über die ursprüngliche Stichprobe hinaus für die Interviews angesprochen. Es galten dieselben Einschlusskriterien: Eltern mit Kindern, die zu Beginn der Hilfe zwischen 6 und 16 Jahre alt waren, die eine Form intensiver aufsuchender oder (teil-)stationärer Hilfe erhalten und ihren Hilfeverlauf vor drei bis sechs Monaten abgeschlossen hatten.
Angesichts der für die Rekrutierung der Teilnehmenden und die Terminplanung erforderlichen Zeit wurden alle Interviews sechs bis neun Monate nach Abschluss der Hilfe geführt.
Je nach Wunsch des Elternteils fand das Interview online oder persönlich bei ihm zu Hause statt. Je nach Tiefe und Detailreichtum der Erzählung des Elternteils dauerten die Interviews zwischen 1,5 und 2 Stunden. Alle Interviews wurden als Audio aufgezeichnet. Die Eltern erhielten für ihre Teilnahme einen Geschenkgutschein im Wert von 25 Euro. Um die Perspektive des Kindes auf die erhaltene Hilfe einzubeziehen, fragte die forschende Person die Eltern am Ende ihres Interviews, ob sie der Teilnahme ihres Kindes an einem separaten Interview zustimmten. Wenn die elterliche Zustimmung vorlag, bat anschließend entweder die forschende Person oder der Elternteil das Kind um seine Einwilligung. Das Interview mit dem Kind wurde dann unabhängig zu einem späteren Zeitpunkt angesetzt oder unmittelbar im Anschluss an das Interview des Elternteils geführt, wenn das Kind anwesend und zur Teilnahme bereit war. Die Kinder erhielten einen Geschenkgutschein im Wert von zehn Euro.
Die Rekrutierung für die qualitative Datenerhebung durch Interviews begann im März 2022. Zu diesem Zeitpunkt hatten von den 86 teilnehmenden Familien 24 die Hilfe vor mehr als sechs Monaten abgeschlossen und wurden daher von der Teilnahme ausgeschlossen. Von den 47 zum Interview eingeladenen Familien antworteten 27 nicht und 9 lehnten die Einladung ab. Insgesamt nahmen 14 Familien an den Interviews teil, davon 11 Familien aus der Stichprobe der Studie.
Wir strebten an, ein Spektrum von Perspektiven einzubeziehen, um ein reichhaltiges und kontextualisiertes Verständnis der Hilfeprozesse und der wahrgenommenen Effekte zu erreichen, darunter die Perspektiven von Müttern, Vätern und Kindern, sowie eine Variation hinsichtlich Alter und Geschlecht des Kindes, Familienstruktur, Interventionsform und freiwilligem oder verpflichtendem Charakter der Hilfe. Im November 2023 wurde die Rekrutierung eingestellt, da sich in späteren Interviews keine wesentlich neuen Erkenntnisse über Erfahrungen mit oder Ergebnisse von Jugendhilfe mehr ergaben. Zu diesem Zeitpunkt galt die Datensättigung als erreicht.
Am Ende der Rekrutierung, im November 2023, erhielten 15 Familien noch Hilfe. Der Einschluss zusätzlicher Eltern und Jugendlicher, der drei weitere Familien ergab, erfolgte im Mai und Juni 2023.
Das Interviewformat beruhte auf einem phänomenologischen Ansatz, der sich auf die gelebte Erfahrung von Individuen konzentriert, also darauf, wie sie eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Phänomen wahrnehmen und ihm Bedeutung zuschreiben (Hossain et al., 2024; Kars, 2023). In unserer Studie bestand das untersuchte Phänomen in den Erfahrungen von Eltern und Jugendlichen mit ihrem Jugendhilfeverlauf, einschließlich des Verlaufs selbst, erlebter positiver oder negativer Effekte der Hilfe, förderlicher und hinderlicher Elemente sowie Kipppunkte. Zu diesem Zweck erstellten wir in einem vierstufigen Prozess einen halbstrukturierten Interviewleitfaden. Erstens wurde der Klientelbeirat einer der beteiligten Organisationen konsultiert, um Anregungen zu den Hauptthemen des Interviews zu geben. Zweitens erstellte die erstverfassende Person dieses Artikels auf Grundlage dieser Anregungen und der Forschungsziele die erste Fassung des halbstrukturierten Leitfadens, beginnend mit Leitfragen entlang der aufeinanderfolgenden Phasen des Jugendhilfeprozesses: d. h. Verlauf der Zuweisung, zuvor erhaltene Hilfe und Beginn der Hilfe, Inhalt der Hilfe, Ende der Hilfe, aktuelles Funktionieren des Kindes, der Eltern und der Familie sowie Bedarf an Nachsorge. Als erster Schritt zur Untersuchung wahrgenommener Effekte wurden offene Fragen zu Hoffnungen und Erwartungen vor Beginn des Jugendhilfeverlaufs aufgenommen, gefolgt von offenen Fragen zu wahrgenommenen Effekten der Hilfe, wirksamen Elementen während des Hilfeprozesses, möglichen Kipppunkten und dem Beitrag sozialer Netzwerke zum Wohlbefinden der Familie während und nach der Hilfe. Um Verzerrungen zu minimieren und Suggestivfragen in den Interviews zu vermeiden, wurden Fragen zu den wahrgenommenen Effekten der Hilfe nicht direkt formuliert. Stattdessen wurden Informationen zu diesen Themen über Nachfragen erhoben, inwieweit sich die anfänglichen Hoffnungen und Erwartungen erfüllt hatten und ob die hilfebezogenen Ziele erreicht worden waren.
Drittens überprüfte, diskutierte und ergänzte das Forschungsteam den Leitfaden. Dies führte zu zusätzlichen offenen Fragen zum aktuellen Funktionieren von Kind, Eltern und Familie, einschließlich der Erwartungen an die Zukunft. Viertens wurde der Leitfaden in einem ersten Interview mit einem Elternteil erprobt. Auf Grundlage der wörtlichen Transkription dieses Pilotinterviews kam das Forschungsteam zu dem Schluss, dass das Interviewformat die zentralen Themen, die zur Beantwortung der Forschungsziele nötig waren, angemessen erfasste.
Die reflexive thematische Analyse (Braun & Clarke, 2021) leitete den Kodier- und Analyseprozess, für den ATLAS.ti (ATLAS.ti, 2023) verwendet wurde. Zunächst wurden alle Interviews wörtlich transkribiert und gründlich gelesen. Zweitens entwickelte die erstverfassende Person deduktiv ein erstes Codebuch auf der Grundlage dichotomer Interviewfragen und erster Codes zu den Interviewthemen, gestützt auf die einschlägige Literatur. Anschließend kodierten die erst- und die zweitverfassende Person gemeinsam drei Interviews, fügten induktiv neue Codes hinzu und diskutierten Zitate, um Konsens zu erzielen. Die erstverfassende Person und eine wissenschaftliche Hilfskraft kodierten anschließend die übrigen Interviews, überprüften die Codes und ergänzten bei Bedarf neue. Um die Kodiersättigung sicherzustellen und mögliche Verzerrungen zu prüfen, kodierte die zweitverfassende Person unabhängig zwei zufällig ausgewählte Interviews mit dem erstellten Codebuch. Die meisten Codes zeigten eine hohe Übereinstimmung zwischen den Kodierenden, mit Ausnahme der Identifizierung eines übergeordneten Codes zur wahrgenommenen Nachhaltigkeit der Effekte. Dieser Code wurde in das Codebuch aufgenommen und auf alle Transkripte angewendet. Im dritten Schritt überprüfte die erstverfassende Person die ersten Codes und gruppierte sie zu übergeordneten Codegruppen, wobei überlappende Codes zusammengeführt wurden, um die Klarheit zu erhöhen und Redundanz zu verringern. Im vierten Schritt überprüften zwei Mitglieder des Forschungsteams unabhängig und kritisch alle Codegruppen und zugeordneten Codes und erzielten mit der erstverfassenden Person Konsens über die Zusammenlegung von Codegruppen, wo dies angemessen war. Zuletzt wurden vor der Darstellung der Ergebnisse der Kerninhalt und die Benennung aller Codegruppen überprüft und bei Bedarf überarbeitet.
Die Interviewstichprobe bestand aus vierzehn Familien, die in einer der vier beteiligten Organisationen spezialisierte Formen familienorientierter Jugendhilfe erhalten hatten. Die Interviewenden sprachen mit zehn Müttern, zwei Vätern und zwei Elternpaaren. Zusätzlich wurden drei Kinder im Alter von 9, 12 und 14 Jahren getrennt von ihren Eltern bzw. ihrem Elternteil interviewt, was ihnen die Möglichkeit gab, ohne Anwesenheit der Eltern über ihre Erfahrungen zu sprechen. In zwei Familien waren Jugendliche teilweise bei den Gesprächen anwesend und schlossen sich den Interviews nach und nach an, wobei sie ihre Perspektiven neben denen ihrer Eltern einbrachten. In diesen Interviews lud die interviewende Person ausdrücklich zur Darstellung der Perspektive und der Meinungen des Kindes ein und vergewisserte sich, dass es sich wohl dabei fühlte, seine eigenen Erfahrungen zu schildern.
Jede der 14 teilnehmenden Familien umfasste ein direkt an der Intervention beteiligtes Kind, insgesamt sieben Jungen und sieben Mädchen. Sechs Familien erhielten intensive aufsuchende Hilfe, in drei Familien besuchte das Kind eine teilstationäre Einrichtung, und fünf Jugendliche waren vorübergehend in einer stationären Behandlungsgruppe untergebracht. Die beiden letztgenannten Hilfeformen wurden mit intensiver aufsuchender Hilfe kombiniert. Die intensive aufsuchende Hilfe umfasste mehrere Komponenten, darunter Elternunterstützung, Hilfe bei trennungsbezogenen Fragen wie der Wiederherstellung des Eltern-Kind-Kontakts, therapeutische Gespräche mit Kindern und Interventionen zur Erhöhung der Sicherheit, jeweils auf die Bedarfe der Familie zugeschnitten. Bei sieben Familien wurde die Intervention durch kindzentrierte Therapie ergänzt, zum Beispiel EMDR. Vier Familien der Stichprobe erhielten verpflichtende Hilfe, 10 Familien waren freiwillig zugewiesen worden. Alle Familien hatten vor dem Verlauf, um den es im Interview ging, bereits irgendeine Form von Jugendhilfe erhalten, meist in Form psychodiagnostischer Testung des Kindes, einer Beteiligung des Kinderschutzsystems oder von Elternunterstützung. Zum Zeitpunkt des Interviews erhielten zwölf Familien irgendeine Form von Anschlusshilfe. Was die Familienstruktur betrifft, waren drei Elternpaare noch zusammen, während es in 11 Familien zu einer Trennung der Eltern gekommen war; in acht dieser Fälle ging es um komplexe trennungsbezogene Probleme wie elterlichen Substanzkonsum, häusliche Gewalt und/oder den Kontaktverlust zu einem Elternteil. In zwei dieser getrennten Familien waren zwei Elternteile verstorben. Eine Übersicht über die Merkmale der Stichprobe zeigt Tabelle 1.
Tabelle 1 Merkmale der qualitativen Stichprobe
HBC = intensive aufsuchende Hilfe (intensive home based care); SRC = teilstationäre Hilfe (semi-residential care); RC = stationäre Hilfe (residential care); CFT = kindzentrierte Therapie (child focused therapy). Die Interventionsdauer bei Fall 11 wurde im Interview nicht erfasst
Mit dem Instrument BESTE wurden die wahrgenommenen Effekte der erbrachten Jugendhilfe aus Sicht der Eltern und Jugendlichen quantitativ untersucht. Von den teilnehmenden Eltern und Jugendlichen füllten 60 Elternteile und 15 Jugendliche den BESTE am Ende der Hilfe aus.
Der Mittelwert der Eltern (n = 57; für drei Elternteile wurde wegen fehlender Itemwerte kein Mittelwert berechnet) bei den Items zu den wahrgenommenen Effekten (BESTE-O) lag bei M=3.28 (SD=0.74). Die Mehrheit der Eltern (70,0 %) berichtete im Mittel positive Effekte der Behandlung (M>3.00). Von dieser Gruppe gaben 23,3 % den Höchstwert bei den wahrgenommenen Effekten an (M=4.00). Der Mittelwert der Jugendlichen (n = 15) beim BESTE-J lag bei M=3.56 (mit SD=0.37). Von den Jugendlichen berichteten 73,4 % im Mittel positive Effekte der Behandlung (M>3.00). Von dieser Gruppe gaben 13,3 % den Höchstwert bei den wahrgenommenen Effekten an (M=4.00). Tabelle 2 führt die Prozentsätze positiver Behandlungseffekte pro Frage auf, die Effekte auf das Funktionieren des Kindes, die Elternkompetenzen und das Funktionieren der Familie anzeigen, sowie den wahrgenommenen Effektwert der vier Items für Eltern und Jugendliche.
Tabelle 2 — BESTE: Mittelwerte, SD und Prozentsätze positiver Effekte pro Frage und für alle vier Items des BESTE
BESTE: Beurteilungsskala für Zufriedenheit und Effekte. Mittelwert und SD aller vier Items = Effektwert. Ein Wert > 3 zeigt positive Effekte an
Mithilfe der reflexiven thematischen Analyse identifizierten wir im Kodierprozess mehrere übergeordnete Themen und Unterthemen. Hinsichtlich der wahrgenommenen Effekte der Hilfe ergaben sich drei übergeordnete Themen: wahrgenommene Effekte am Ende der Hilfe, begrenzte Effekte und nachhaltige Effekte. Innerhalb der Themen wahrgenommene und nachhaltige Effekte erfassten Unterthemen Veränderungen auf der Ebene des Funktionierens von Kind, Eltern und Familie, die eng mit den anfänglichen Hoffnungen und Erwartungen zusammenhingen, die ebenfalls in diesen Bereichen beschrieben wurden. Zudem umfasste das Thema Nachhaltigkeit die Unterthemen nachhaltige Effekte, fortbestehende Verletzlichkeit und Rückschläge im Funktionieren.
Die Befunde zu wahrgenommenen wirksamen Elementen der Hilfe entsprachen weitgehend den in der Literatur identifizierten Klassifikationen, darunter therapeutische Allianz, interventionsbezogene Faktoren und organisationale Faktoren. Im Kodierprozess wurden wahrgenommene wirksame Elemente entweder als förderlich oder als hinderlich klassifiziert. Ein viertes übergeordnetes Thema betraf individuelle Faktoren wie die Motivation.
Bei der Analyse der Kipppunkte wurden ähnliche übergeordnete Themen identifiziert, darunter therapeutische Allianz, interventionsbezogene Faktoren, organisationale Faktoren und individuelle Faktoren. Schließlich erfasste ein zusätzliches übergeordnetes Thema externe Einflüsse auf die wahrgenommenen Effekte der Hilfe, etwa finanzielle Schwierigkeiten und die Rolle des sozialen Netzwerks.
Die Erfahrungen von Eltern und Kindern mit der erbrachten Jugendhilfe werden im Folgenden entlang der Forschungsziele dargestellt, mit den im Kodierprozess identifizierten übergeordneten Themen und Unterthemen.
Beginn der Hilfe: anfängliche Erwartungen und Hilfebedarfe. Als ersten Schritt zur Untersuchung wahrgenommener Effekte luden die Interviewenden die teilnehmenden Eltern und Kinder ein, über ihre anfänglichen Hoffnungen und Erwartungen vor Beginn der Hilfe nachzudenken sowie über die konkreten Hilfebedarfe, die sie dazu veranlasst hatten, Unterstützung zu suchen. Die meisten Erwartungen und Hilfebedarfe betrafen die Verbesserung des Funktionierens des Kindes im Zusammenhang mit internalisierenden und externalisierenden Verhaltensproblemen oder traumabezogenen Symptomen.
„Mehr Selbstvertrauen und ein besseres Selbstbild, und dass ich nachts nicht mehr wegen meiner Traumata wach liege.“ (Kind 10).
Ein Vater beschrieb eskalierende Konflikte mit seiner Tochter, Ausdruck externalisierenden Problemverhaltens, als Grund, Unterstützung zu suchen.
„Ach, also erstens gingen die Türen kaputt. Zweitens konnte sie (Tochter) oben wirklich alles auf den Kopf stellen. Und im Extremfall ist sie einfach weggelaufen. Das ist ein paar Mal passiert – ich musste ihr hinterherfahren, weil sie in dem Moment schneller war als ich.“ (Elternteil 6).
Hinsichtlich des Funktionierens der Eltern war die Stärkung der Erziehungskompetenzen und die Kontrolle über das Verhalten des Kindes ein zentrales Thema, ebenso die Verringerung der Erziehungsbelastung.
„ADHS und solche Dinge waren mir fremd. Ich weiß noch, wie ich dachte: ‚Wie soll ich damit umgehen?‘ Deshalb habe ich Hilfe gesucht – damit sie mich unterstützen, weil ich das in dem Moment wirklich gebraucht habe. Sein (des Sohnes) Verhalten war nicht immer leicht zu handhaben.“ (Elternteil 2).
Die Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen und des Familienklimas wurde häufig als vorrangiges Ziel in Bezug auf das Funktionieren der Familie genannt.
„Es fühlte sich zu Hause immer so an, als würden wir darauf warten, dass eine Bombe hochgeht. Was wir uns erhofft haben, war einfach, eine ruhige Umgebung zu schaffen, in der wir uns alle friedlich bewegen und die Kinder mit einem Lächeln im Gesicht ins Bett bringen können, statt ständig von einer düsteren Stimmung umgeben zu sein.“ (Eltern 13).
„Mein Sohn hat aufgehört, Freunde einzuladen, weil er sich für seine Schwester geschämt hat. Im Haus gab es ständig Streit. Meine Tochter war immer ängstlich. (…). Unser Leben war komplett von ihrem Verhalten bestimmt. Zu Hause herrschte Unruhe, ständiger Konflikt.“ (Elternteil 8).
Einige Eltern gaben aufgrund früherer Erfahrungen mit Jugendhilfeleistungen an, überhaupt keine Erwartungen an die angebotene Hilfe gehabt zu haben.
„Zu dem Zeitpunkt hatte ich eigentlich keine Erwartungen mehr. Ich dachte: ‚Mal sehen, was passiert.‘ Wenn ich nichts erwarte, kann es auch keine Enttäuschung werden.“ (Elternteil 11).
Wahrgenommene Effekte der Jugendhilfe. Die Befunde zu den wahrgenommenen Effekten der erbrachten Jugendhilfe werden in drei Unterthemen beschrieben: (1) wahrgenommene Effekte der erbrachten Hilfe, (2) wahrgenommene begrenzte Effekte der erbrachten Hilfe und (3) Nachhaltigkeit der wahrgenommenen Effekte.
Wahrgenommene Effekte der erbrachten Hilfe. Neun Elternteile und zwei Kinder gaben an, dass aus ihrer Sicht die vorab gesetzten Ziele oder Erwartungen erreicht worden waren.
„Ich habe jetzt viel weniger Traumata, und sie belasten mich viel weniger. Ich denke nicht mehr so oft daran. Nur manchmal, wenn ich allein bin, denke ich noch daran – aber es ist nicht mehr so heftig.“ (Kind 10).
Die berichteten Effekte der Hilfe bezogen sich auf das Funktionieren von Kind, Eltern und Familie. Die am häufigsten berichteten Verbesserungen betrafen das Funktionieren des Kindes, darunter bessere Kommunikationsfähigkeiten, bessere Emotionsregulation, verbesserte soziale Interaktionen, mehr Wohlbefinden und größeres Selbstvertrauen.
„Früher ist er oft wütend geworden, aber jetzt nicht mehr. (…). Wenn wir erklären, was wir tun müssen und was los ist, sagt er: ‚Okay, ich verstehe.‘ Früher war das viel schlimmer. Er hat also auch etwas über Gefühle gelernt.“ (Elternteil 5).
„Ich habe miterlebt, wie dieses Mädchen (die Tochter) richtig aufgeblüht ist – von einem schüchternen, zurückgezogenen Kind über eine Trotzphase, wie sie nach und nach ruhiger wurde und schließlich zu einer selbstbewussten jungen Frau herangewachsen ist, die genau weiß, was sie will, und beständig darauf hinarbeitet.“ (Elternteil 4).
„Zu Hause läuft es jetzt besser. Früher bin ich schnell wütend geworden, jetzt nicht mehr. Manchmal werde ich noch wütend, aber ich glaube, das kennt doch jeder Mensch.“ (Kind 10).
Hinsichtlich der Verbesserungen im Funktionieren der Eltern wurden zwei übergreifende Komponenten berichtet: Verbesserungen im Sinne eines gesteigerten Wohlbefindens des Elternteils und eine größere Erziehungskompetenz, z. B. Struktur geben und Grenzen setzen.
Zu einem gesteigerten Wohlbefinden berichtete Elternteil 1:
„B: Mehr Ruhe, wirklich. (…). Ich kann ich selbst sein, (…). Ich habe nicht das Bedürfnis, mich vor anderen zu rechtfertigen. Dass dieses Verhalten [des Sohnes] – wie er sich verhält – einfach zu seinem Alter gehört. Und dass er, wenn er auf mich losgeht, das tut, weil ich ihm nahestehe und er das Gefühl hat, bei mir alles sagen und tun zu können.“
Insgesamt ist der am häufigsten berichtete Effekt auf die Erziehungskompetenz eine bessere Einsicht in Strategien, um die Bedürfnisse des Kindes zu verstehen und auf sie einzugehen.
„Eine Fachkraft der Familienhilfe kam zu uns nach Hause und hat Psychoedukation zu ADS und ADHS gemacht – wie man damit umgeht. (…). Diese Person hat mir zusätzliche Werkzeuge gegeben – wie man auf bestimmte Situationen reagiert oder wie man damit umgeht. Solche Dinge. Dabei bekommt man wirklich Unterstützung. Also ja, ich habe definitiv etwas daraus gelernt.“ (Elternteil 2).
„Ich sehe es jetzt wirklich – jetzt sehe ich die jugendliche Seite von [Tochter], den sozial-emotionalen Aspekt, und ich habe angefangen, das anders zu betrachten. Das hat sich definitiv verändert. Vorher habe ich [Tochter] einfach als 16-Jährige gesehen. Wir waren richtig geschockt, als wir die Ergebnisse [des psychologischen Tests] bekamen – so nach dem Motto: Wow, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Und dann fängt man an, alles, was sie durchgemacht hat und wie sie damit umgegangen ist, anders zu sehen.“ (Eltern 12).
Schließlich wurden Effekte der Hilfe auf das Funktionieren der Familie überwiegend als Verbesserungen der Familienbeziehungen und des Familienklimas beschrieben.
„Irgendwann dachte ich: Das ist nicht gesund, dass du (Sohn) dich so für mich einsetzt. Das ist unglaublich lieb, aber du musst auch deine eigene Rolle einnehmen. Daran habe ich zusammen mit [Fachkraft] bei [Organisation] gearbeitet.“ (Elternteil 10).
„Es hat mich auch darüber nachdenken lassen, wie ich mit meinen Kindern gesprochen und wie ich sie behandelt habe. (…). So nach dem Motto: Ja, manches war wirklich nicht in Ordnung. Zum Beispiel die eigenen Kinder zu beschimpfen – ‚Gör‘, ‚kleine Scheißer‘, solche Sachen. Sie (die Fachkraft) sagte: ‚Das geht einfach nicht.‘ Und ich dachte: Ja, sie hat recht. Ich habe wirklich angefangen, darüber nachzudenken.“ (Elternteil 3).
Wahrgenommene begrenzte Effekte der erbrachten Hilfe. Während einige Familien berichteten, dass ihre anfänglichen Hoffnungen oder Erwartungen
nicht erfüllt wurden, erlebten sie dennoch andere bedeutsame Effekte der Hilfe. Insgesamt benannten alle Familien bis auf eine ein oder mehrere Ergebnisse in Bezug auf das Funktionieren von Kind, Eltern oder Familie. Neben den berichteten Effekten merkten mehrere Elternteile an, dass die wahrgenommene Wirkung der Hilfe begrenzt war, insbesondere hinsichtlich Verbesserungen in der Entwicklung ihres Kindes oder ihrer eigenen Erziehungsfähigkeiten.
„B: Es war nicht das Richtige für ihn. (…) Vielleicht lag es an den anderen Kindern um ihn herum. Da waren viele depressive Kinder (…). Das Personal war gut – er hat wieder Witze gemacht. Mit dem Personal ist er besser klargekommen als mit den anderen Kindern.“ (Elternteil 9).
„Ich bin ein bisschen ruhiger geworden – das ist eigentlich die einzige Veränderung. Aber abgesehen davon, nein, für mich hat es nicht viel verändert.“ (Elternteil 6)
Eine Mutter berichtete von keinerlei wahrgenommenen Effekten der erbrachten Hilfe, da ihre wichtigste Hoffnung und Erwartung darin bestand, nach mehreren gescheiterten Aufenthalten in Pflegefamilien und vorübergehenden Betreuungssettings eine langfristige stationäre Unterbringung für ihren Sohn zu sichern.
„[Sohn] muss jetzt wieder allein mit den Folgen klarkommen, weil die zusätzliche Hilfe nicht rechtzeitig angefangen hat. Er wurde wütend und hat am Ende die Betreuungsperson in der Wohngruppe geschlagen. Natürlich ist das kein akzeptables Verhalten – aber ich verstehe, woher es kommt. Und dann musste er sofort gehen.“ (Elternteil 14).
Nachhaltigkeit der wahrgenommenen Effekte. Alle Interviews wurden etwa sechs bis neun Monate nach Abschluss des Jugendhilfeverlaufs geführt. Die Erkundung des aktuellen Wohlbefindens des Kindes und des Funktionierens der Eltern und der Familie zum Zeitpunkt des Interviews war eines der Interviewthemen und lieferte Informationen über die Nachhaltigkeit der Ergebnisse.
In den 14 geführten Interviews berichteten acht Elternteile und drei Kinder, dass das Kind gut zurechtkam.
„Gut. Er hat wirklich enorme Fortschritte gemacht. (…). Vor allem in der Schule und bei solchen Dingen. Er fühlt sich besser mit sich selbst. Er fängt auch an, mehr Kontakt zu Freunden zu haben – na ja, die Dinge, die für sein Alter typisch sind.“ (Elternteil 2).
„Sie geht wieder zur Schule. Sie lächelt, läuft fröhlich durchs Haus – natürlich nicht immer fröhlich, aber sie bewegt sich im Haus. Sie geht zur Schule, sie geht zu ihrem Praktikum, sie trifft sich mit Freundinnen und Freunden, und man kann sich mit ihr unterhalten. Sie ist viel selbstständiger, sie ist viel reifer geworden. In dem Sinne ist sie enorm gewachsen.“ (Elternteil 8).
Zudem beschrieben sieben Elternteile und zwei Kinder das Funktionieren der Familie insgesamt als positiv. Auf eine Frage nach dem fortbestehenden Kontakt mit der zuweisenden Fachkraft berichtete Elternteil 10 Folgendes:
„Sie (die zuweisende Fachkraft) sagte: ‚Bei Ihnen läuft es gut, also kann ich nichts mehr für Sie tun. Die Kinder sind sicher, es geht ihnen gut – abgesehen von den üblichen Höhen und Tiefen –, und Ihnen geht es auch gut. Sie haben keinen Hilfebedarf mehr, also schließe ich diesen Fall ab.‘ Und das ist in Ordnung, denn es läuft wirklich gut.“
„Mir geht es jetzt gut. Ich habe Freundinnen und Freunde, mit denen ich viele schöne Sachen mache, und zu Hause läuft es gut. Natürlich gibt es noch ein paar Herausforderungen oder Rückschläge, aber die hat doch jeder Mensch.“ (Kind 10).
Hinsichtlich des Funktionierens der Eltern äußerten sich drei Elternteile positiv über ihr eigenes aktuelles Wohlbefinden.
„Ich habe beschlossen, wieder zu studieren. Ich habe mich selbst an das UWV (die niederländische Arbeitnehmerversicherungsanstalt) gewandt und gesagt: Ich wurde zu 100% arbeitsunfähig erklärt, aber ich möchte unbedingt wieder Teil der Gesellschaft sein – nicht nur jemand, der abgeschrieben ist, zu psychologischen Terminen geht und sich ständig mit der Vergangenheit und mit Problemen beschäftigt. (…) Ich möchte einfach wieder teilhaben, mich auf gesunde Dinge konzentrieren.“ (Elternteil 11).
Neben der Mehrheit der Eltern und Kinder, die über positive nachhaltige Ergebnisse berichteten, zeigten die Interviews auch fortbestehende Verletzlichkeiten im Funktionieren sowohl des Kindes als auch der Eltern. Beim Funktionieren des Kindes bezieht sich dies überwiegend auf das Fortbestehen von Problemen, die trotz Abschluss der Hilfe weiterhin Auswirkungen hatten.
„Das (der Umgang mit sozialen Interaktionen) war wirklich sein größter Stolperstein – es fällt ihm sehr schwer, sich auf freie Spielphasen einzulassen. Da liegt für ihn die Herausforderung. Es ist eigentlich immer noch schwer. Er braucht immer noch Begleitung, um Fußball zu spielen, und im Sportunterricht ist meistens eine zusätzliche Lehrkraft nötig, weil es dort oft schiefgeht.“ (Elternteil 7).
Sie hat einen langen Weg zurückgelegt, aber sie ist noch nicht am Ziel. So muss man das sehen. Und ich glaube auch nicht, dass sie jemals ganz dort ankommen wird. (…). Sie wird immer Fragen mit sich herumtragen und wird immer fortlaufende Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen.“ (Elternteil 8).
Beim Funktionieren der Eltern bezog sich das vorherrschende Thema der Verletzlichkeit auf das Wohlbefinden des Elternteils, z. B. Erziehungsbelastung und das gedankliche Beschäftigtsein mit dem Wohlbefinden des Kindes und dem eigenen.
„Damals, als ich mit [Fachkraft] gesprochen habe, sollte ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen – auch für mich selbst, weil es mir, wie gesagt, nicht gut ging, und es geht mir immer noch nicht gut. Ich habe gerade einfach keine Zeit, diese Termine zu machen. Aber das wollte sie nicht hören. Sie sagte: ‚Wie, Sie haben keine Zeit, etwas für sich selbst zu tun? Dafür müssen Sie sich Zeit nehmen.‘ Jetzt, wo sie nicht mehr kommt, ist das eingeschlafen. Aber ich habe immer noch nicht den Raum dafür – mein Kopf ist zu voll, zu beschäftigt. Wenn es wieder in Gang kommt, glaube ich schon, dass es hier reibungsloser laufen wird. Denn ich spüre es: Mir geht es in mir selbst einfach nicht gut.“ (Elternteil 3).
„Ich spüre wirklich, dass mein Tank jetzt leer ist, vor allem, seit ich wieder arbeite. Nach 10 – nein, 13 – Jahren, jetzt, wo zu Hause mehr Ruhe ist, löst sich alles. Ich werde schneller müde, ich bin schneller gestresst. Und für sie (die Tochter) fühlt es sich so an, als könne sie nicht zu mir kommen, das sagt sie selbst. Ich versuche, für sie da zu sein, aber ich habe auch einen Sohn, der mich braucht – er fängt auch an, auf Schwierigkeiten zu stoßen. Also muss ich jetzt mehr für ihn da sein. Ich spüre, dass sie mir den Raum dafür lässt, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass mir der Raum für mich selbst ausgeht.“ (Elternteil 8).
Verletzlichkeit im Funktionieren der Familie hing mit komplexen Trennungsproblemen und anhaltend komplexen Familienbeziehungen zusammen, was sich auch auf die Erziehungsbelastung auswirkt.
„Manchmal bin ich an einem Punkt, an dem ich einfach nicht mehr weiß, was ich mit ihr machen soll – an dem ich denke: Du bist gerade echt unerträglich. So etwas sage ich. Nicht jede Woche oder jeden Tag, aber ab und zu passiert es. (…). Ich bin für sie ständig im Einsatz.“ (Elternteil 10).
Neben aktuellem positivem Wohlbefinden und Verletzlichkeiten zeigten einige Antworten von Eltern einen Rückschlag im Funktionieren. Dies wurde jedoch seltener berichtet als positives Wohlbefinden und Verletzlichkeit. Rückschläge im Funktionieren des Kindes wurden nicht berichtet. Eine Mutter beschrieb einen Rückschlag beim anderen Elternteil im Zusammenhang mit Substanzkonsum, der das Funktionieren der Familie beeinflusste, und zwei Elternteile berichteten von einer Verschlechterung des Funktionierens der Familie.
„Jetzt, wo [Fachkraft] nicht mehr kommt, merke ich schon, dass sie (die Kinder) anfangen, sich ein bisschen mehr gegen Mama und Papa aufzulehnen. Aber um fair zu sein: Ich falle auch wieder ins Nörgeln zurück und rede wieder so mit ihnen.“ (Elternteil 3).
Tabelle 3 gibt einen Überblick über die Nachhaltigkeit der Ergebnisse im Hinblick auf das aktuelle Funktionieren von Kind, Eltern und Familie.
Tabelle 3 — Nachhaltigkeit der wahrgenommenen Effekte
Die Nummern 1–14 beziehen sich auf die Antwortenden. -K bezeichnet das Kind als antwortende Person
Wirksame Elemente. Beim Nachdenken über Faktoren, die zu positiven oder negativen Ergebnissen beitrugen, benannten Eltern wie Kinder sowohl förderliche Faktoren als auch Hindernisse. Abbildung 1 gibt einen Überblick über diese förderlichen Faktoren und Hindernisse pro Thema, wie sie von Eltern und Kindern genannt wurden. Das vierte identifizierte Unterthema innerhalb der beitragenden Elemente betraf individuelle Merkmale der Klientel. Alle vier Faktoren werden im Folgenden beschrieben.

Therapeutische Allianz. Therapeutische Elemente wurden häufig als förderlich für die wahrgenommenen Effekte genannt, z. B. eine gute Passung mit der Fachkraft und ein angenehmer, warmer Kontakt.
„B: Ja, mit dieser Frau hatte ich wirklich eine Verbindung. (…). Am Anfang dachte ich: ‚Ich habe echt keine Lust, meine Geschichte zu erzählen.‘ Aber wenn jemand regelmäßig zu einem nach Hause kommt, baut man eine Bindung auf. Sie war einfach wirklich nett – und auch alleinerziehend mit zwei Kindern. Sie weiß, wovon sie redet, verstehen Sie?“ (Elternteil 2).
Gemeinsame Entscheidungsfindung trägt zum therapeutischen Prozess bei:
„Es wurde alles sehr mit uns besprochen – so nach dem Motto: ‚Womit haben Sie am meisten zu kämpfen?‘ und ‚Was möchten Sie zuerst angehen?‘ Also wirklich, alles geschah in Absprache mit uns.“ (Elternteil 12).
„Sie hat viele Fragen gestellt, und wenn ich nicht antworten wollte, konnte ich mich entscheiden, nicht zu antworten – oder wenn es zu schwierig war.“ (Kind 10).
Auch eine respektvolle, nicht wertende Haltung und das Vertrauen in die Stärken der Klientel wurden als förderlich genannt.
„Was die Zusammenarbeit so angenehm gemacht hat, war der gegenseitige Respekt für die Arbeit, die sie als Fachkräfte leisten, und für mich als Vater. Meine Rolle als Vater wurde nicht infrage gestellt – sie wurde einfach anerkannt.“ (Elternteil 4).
Elternteil 7 erlebte eine nicht wertende Haltung gegenüber ihrem Sohn: „Ich glaube, [Name] wurde wirklich als der gesehen, der er ist, und nicht als schwieriges Kind betrachtet. In der Schule wird er oft abgestempelt – als Störenfried gesehen, als Problemkind. Er wird ständig aus der Gruppe genommen. Aber bei [Organisation] war das nicht so.“
Elternteil 1 brachte alle bisherigen Aspekte in einem zusammen: „Die Person mir gegenüber war einfach wirklich nett. Wir hatten sofort Gemeinsamkeiten, und sie sagte: ‚Ich bin nicht hier, um Sie zu verurteilen‘ – das war eines der ersten Dinge, die sie gesagt hat. ‚Ich bin nur hier, um mit Ihnen gemeinsam hinzuschauen und Ihnen zu helfen.‘ Und das kommt schon ganz anders an als: ‚Wir sind hier, um Ihnen Ihre Fehler aufzuzeigen.‘“
Keines der von Eltern und Kindern genannten Elemente der therapeutischen Allianz wurde ausschließlich als Hindernis formuliert. Einige Elemente wurden je nach Erfahrung der einzelnen antwortenden Person sowohl als förderlich als auch als hinderlich wahrgenommen. Das am häufigsten genannte Element, das sowohl förderlich als auch hinderlich wirkte, war die Zusammenarbeit zwischen Elternteil und Fachkraft. In den meisten Schilderungen ging es dabei darum, inwieweit beide Seiten hinsichtlich der Hilfeziele und Vorgehensweisen übereinstimmten.
„Wir lagen oft über Kreuz mit [Organisation]: Wenn er dort einen Ausbruch hatte, haben wir zu Hause Konsequenzen verhängt, um zu zeigen, dass wir mit [Organisation] auf einer Linie sind und aggressives Verhalten nicht dulden. Aber [Organisation] war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden.“ (Elternteil 14).
„Man bekommt Tipps und Tricks, und ja, man wird bis zu einem gewissen Grad angeleitet – aber immer im Sinne gegenseitigen Respekts. Am wichtigsten war mir, dass wir uns alle auf [Tochter] konzentriert haben. Sie stand im Mittelpunkt – nicht ich, nicht die Fachkräfte. Meine Tochter war das Herzstück von allem, und das war für mich der wichtigste Teil der Zusammenarbeit.“ (Elternteil 4).
Interventionsbezogene Faktoren. Bei der Schilderung ihrer Erfahrungen mit der erbrachten Hilfe benannten Eltern wie Kinder mehrere interventionsbezogene Elemente. Die meisten davon wurden als förderlich wahrgenommen. Positive Verstärkung wurde in neun Interviews genannt.
„Ich habe mehr Vertrauen in mich selbst. Ich bin eine gute Mutter – ich habe [Sohn] gut erzogen. Früher konnte ich mich wie eine schlechte Mutter fühlen, aber die häusliche Unterstützung von [Organisation] hat mir gesagt: ‚Nein, hören Sie, Sie machen das wirklich gut.‘ Sie haben gesagt, dass ich immer die ‚Autismus-Brille‘ aufsetzen kann und dass ich genau weiß, was mein Kind braucht.“ (Elternteil 5).
„Ich konnte ihr alles erzählen, und wir haben viel darüber gesprochen, was ich in der Woche gemacht hatte. Sie (die Fachkraft) hat mir gesagt, dass ich stolz auf mich sein kann, und solche Sachen.“ (Kind 10).
Psychoedukation und das Gewinnen von Einsicht in die individuellen Bedürfnisse und Verhaltensmuster des Kindes wurden als förderlich für die wahrgenommene Wirksamkeit der Hilfe identifiziert.
„Es ging vor allem um [Tochter], die damals 14 war. Sie sieht vielleicht aus wie 18, aber emotional und sozial ist sie eher wie 6 bis 9 Jahre. Und wie geht man damit um? Denn sie ist auch ein Teenager – sie will Grenzen austesten wie andere Teenager. Aber eigentlich müssen wir Grenzen setzen, sie einschränken, weil sie emotional einfach nicht damit umgehen kann. Daran haben wir hauptsächlich gearbeitet: Wie gehen wir als Eltern damit um?“ (Eltern 12).
Einige Interventionselemente wurden sowohl als förderlich als auch als hinderlich erlebt, z. B. ein systemischer Ansatz. Die meisten Eltern beschrieben, dass sie aktiv in die erbrachte Hilfe einbezogen waren.
„Von Anfang an hatten wir Kontakt zu der Fachkraft der Familienberatung, die uns je nach Bedarf und anstehenden Themen wöchentlich oder alle zwei Wochen zu Hause besuchte. Diese Sitzungen boten durch regelmäßige Gespräche eine passgenaue Unterstützung.“ (Eltern 13).
Elternteil 6 wies jedoch darauf hin, dass ihm ein systemischer Ansatz gefehlt habe. „Ich glaube, sie sind eher darauf ausgerichtet, Kinder zu unterstützen, etwa durch Hilfeangebote und Psychiatrie. Aber für Eltern ist das sehr begrenzt. Man muss im Grunde selbst die Initiative ergreifen – so wie ich irgendwann, als ich in eine psychiatrische Sprechstunde gegangen bin. Aber das war wirklich nur für mich selbst.“
Andere Elemente eines systemischen Ansatzes, etwa die Einbeziehung des sozialen Netzwerks und generationenübergreifender Themen, wurden als hilfreich bezeichnet.
„Und vor allem, wie unsere eigene Vergangenheit die Dinge bis jetzt geprägt hat – und dass unsere Vergangenheit nicht unsere Zukunft bestimmen muss. Das war ein wichtiger Lernpunkt für uns beide und ist es immer noch, weil es im Kopf immer eine Rolle spielt.“ (Eltern 13).
„Es gab eine Zeit, da hatten wir (die Fachkraft und ich) ein Treffen in der Schule mit meiner Klassenlehrkraft, weil ich oft sehr müde war. Wir haben besprochen, ob die Schule irgendetwas tun könnte, um zu helfen, und daraus ergab sich eine Reihe von Gesprächen in der Schule.“ (Kind 10).
Organisationale Faktoren. Mehrere Elemente, die ausschließlich als Hindernisse wahrgenommen wurden, betrafen organisationale Strukturen und Abläufe, z. B. Bürokratie, komplexe Gesetze und Vorschriften sowie Wartelisten.
„Ja, aber dafür (für psychologische Testungen) haben sie (die Organisation) keine Kapazitäten. Dann muss das über einen anderen Weg laufen, eine andere Ebene, und alles Mögliche – und genau das fehlt ihnen. Sie könnten es machen, aber nur, wenn es ein akuter Fall ist.“ (Elternteil 6).
„Wir haben im Grunde um Hilfe geschrien, und alles, was man uns gesagt hat, war: ‚Sie stehen auf der Warteliste.‘ (…). Und dann fragt man sich – was soll man in der Zwischenzeit machen? Kinder wie Eltern werden damit allein gelassen. Es muss wirklich etwas geben, um diese Lücke in der Wartezeit zu überbrücken.“ (Eltern 13).
Aus Sicht mehrerer Elternteile wurde die koordinierte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den mit der Familie befassten Fachkräften überwiegend als Hindernis wahrgenommen.
„Der rote Faden war wirklich die Kommunikation (zwischen den verschiedenen beteiligten Fachkräften), die auch sie (die Fachkraft) sehr schlecht fand. Sie sagte: ‚Sie sind diejenige, die alle Fäden zieht, Sie tragen das ganze System, und alle anderen lehnen sich einfach zurück – auch die Vormundschaft. Sie sind diejenige, die fragt: Wann werden Termine gemacht, wann ergreift endlich mal jemand anderes die Initiative?‘ Damit hatte sie auch zu kämpfen.“ (Elternteil 1).
Die Dauer des Hilfeverlaufs und der Übergang in die Anschlusshilfe wurden sowohl als förderlich als auch als hinderlich wahrgenommen. Der Einfluss der anderen Mitglieder der stationären Gruppe wurde ebenfalls sowohl als positive Unterstützung durch Gleichaltrige als auch als negativer Einfluss auf das Verhalten und das Wohlbefinden des Kindes erlebt. Zudem wurden das Wissen und die Fähigkeiten der Fachkraft ausdrücklich als förderlich genannt.
„Das Verhalten, das die Kinder (in der therapeutischen Gruppe) zeigten – er (der Sohn) wurde oft wütend oder hatte Ausbrüche. Das heißt nicht, dass das geduldet wurde, aber das Personal blieb ruhig. Und vielleicht durften sie (die Kinder) ihre Wut in gewisser Weise ausdrücken. Sie durften zeigen, dass sie aufgebracht waren, und das Personal wusste genau, wie es [Name] im richtigen Moment zurückholt, mit Sätzen wie: ‚[Name], was ist passiert? Wie könntest du das nächstes Mal anders lösen?‘“ (Elternteil 7).
Individuelle Faktoren. Eltern beschrieben individuelle Merkmale ihrer selbst oder ihres Kindes als förderlich oder hinderlich für die Ergebnisse. Konkret bezogen sie sich auf Faktoren wie die Motivation, sich auf die Hilfe einzulassen, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion.
„Er sollte sich einmal pro Woche mit einer Fachkraft treffen, aber das hat er überhaupt nicht gemacht. Er will einfach nicht. Wenn ich ihn frage, warum, sagt er: ‚Was soll ich da?‘ Ich sage ihm: ‚[Sohn], du musst da hingehen. Wenn du den Termin machst, erklärt dir die Fachkraft, was ihr machen werdet und worüber ihr sprechen werdet.‘ Aber er hatte einfach kein Interesse. Er wollte nur mit seinen Freunden abhängen.“ (Elternteil 9).
„Ich war immer sehr engagiert, sehr konsequent bei der Therapie – habe nie einen Termin verpasst. Ich habe immer reflektiert, bin offen geblieben für Hilfe, für Rat, für Vorschläge. Und wenn es festgefahren war, habe ich versucht, den Zug wieder aufs Gleis zu bringen. Ich habe mich nie aus der Verantwortung gestohlen, auch nicht vor den Problemen. Und obwohl wir im Hilfesystem viel Misstrauen und viele Rückschläge erlebt haben, habe ich es trotzdem geschafft, wieder Vertrauen in etwas Neues zu fassen – zu sagen: ‚Okay, wir versuchen es.‘ Ich habe mir in diesem Prozess auch erlaubt, verletzlich zu sein.“ (Elternteil 11).
Kipppunkte. Zehn Familien berichteten, während des Jugendhilfeverlaufs einen deutlichen Kipppunkt erlebt zu haben. Darüber hinaus beschrieben drei Familien, die sich teilweise mit der zuvor genannten Gruppe überschneiden, einen indirekten Kipppunkt. Obwohl sie ihn nicht ausdrücklich so bezeichneten, verwiesen ihre Erzählungen auf einen Moment, der eine bedeutsame Wende im Hilfeverlauf markierte. Drei Familien berichteten hingegen von keinem eindeutigen Kipppunkt und beschrieben die Veränderungen stattdessen als allmählich über die Zeit eingetreten.
Nach der Kodierung der Kipppunkte wurden die Codes denselben Themen zugeordnet wie die wahrgenommenen förderlichen Faktoren und Hindernisse: (1) therapeutische Allianz, (2) interventionsbezogene Faktoren und (3) organisationale Faktoren. Auch individuelle Faktoren wurden als Thema innerhalb der Kipppunkte identifiziert.
Zu den als Kipppunkte identifizierten allianzbezogenen Elementen gehörten respektvolle und unterstützende Interaktionen, das Gefühl, gehört zu werden, und die Wahrnehmung, dass die Fachkraft die Klientel nicht aufgab. In einigen Fällen zeigten sich diese Qualitäten schon beim ersten Kontakt, was dazu beitrug, anfängliche Zurückhaltung oder Widerstand in Vertrauen und Engagement zu verwandeln.
„Die Angst und das Stigma, Hilfe zu suchen, waren groß. Aber unsere Fachkraft hat es geschafft, das beim allerersten Besuch komplett auszuräumen. Sie hat uns echtes Vertrauen in den Unterstützungsprozess gegeben, (…) einfach dadurch, dass sie ehrlich und direkt war und nicht um den heißen Brei herumgeredet hat.“ (Eltern 13).
Die Unterstützung, Anerkennung und Entschlossenheit der Fachkraft zu erleben, wurde als Kipppunkt genannt:
„Sie (die Fachkraft) sagte: ‚Das ist eine große Besprechung, und ich komme mit.‘ Im ganzen Prozess war sie die Erste, die das Wort ergriffen und gesagt hat: ‚Wir sitzen hier mit so vielen Leuten, und Sie diskutieren immer weiter über diesen Bericht. Ich habe ihn gelesen – mein Team und ich sind ihn sieben Mal durchgegangen –, und wir werden immer noch nicht schlau daraus. Wie können Sie weiter über einen Bericht debattieren, der völlig unschlüssig ist?‘ (…) Es fühlte sich an, als wäre im Raum eine Bombe hochgegangen. Das war der Moment, in dem wir wirklich in einen Dialog gekommen sind – nicht nur geredet, sondern tatsächlich ein bedeutsames Gespräch geführt haben.“ (Elternteil 4).
Interventionsbezogene Kipppunkte reichten von Ergebnissen einer psychologischen Diagnostik, die wertvolle Einsichten in die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes lieferte, über den Beginn einer verhaltensregulierenden Medikation bis zu einer spezifischen Intervention zur Erhöhung der Sicherheit. Sowohl Eltern als auch Kinder konnten diese Kipppunkte beschreiben:
„B1: Ja, die Medikamente. Das hat wirklich einen Unterschied gemacht. (…) Ich bin einfach viel ruhiger geworden. Die Medikamente, die ich jetzt habe, helfen mir, mich besser zu konzentrieren, ich mache weniger Fehler.“ B2: „In der Schule, genau. Weniger Fehler, weniger wütend, das ist es. Weniger Drama.“ (Elternteil und Kind 2).
„Irgendwann haben mehrere Fachkräfte [Organisation], Safe at Home (die niederländische Stelle für häusliche Gewalt und Kinderschutz) und die Polizei dem Vater eine Nachricht geschickt, dass jede Form von Kontakt – egal welcher Art – dem Kind und mir schaden würde. Die Aufforderung war also, uns in Ruhe zu lassen und keinen weiteren Kontakt aufzunehmen. (…). Wir sehen ihn nicht mehr, und das bringt große Ruhe.“ (Elternteil 11).
„Sie (die Fachkräfte) haben auch einen Brief geschickt, dass er (der Vater) mich nicht mehr sehen darf und dass ich es selbst sagen muss, wenn ich ihn doch sehen will. Seit sie diesen Brief geschickt haben, geht es viel besser.“ (Kind 11).
Organisationale Faktoren wurden kaum als Kipppunkt wahrgenommen. Wie das vorige Zitat zeigt, erwies sich jedoch auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit als entscheidender Kipppunkt.
„Schließlich hat sich [Organisation] sowohl an die Polizei als auch an Safe at Home gewandt und gesagt: ‚Lasst uns die Kräfte bündeln – es muss etwas passieren.‘ Da fühlt man sich wirklich gestärkt.“ (Elternteil 11).
Individuelle Faktoren. Die Jugendliche in Interview 8 beschrieb einen Kipppunkt in sich selbst.
„Ich hatte wirklich einen Wendepunkt. Das war so um Juni, glaube ich. (…). Ich steckte in einer negativen Spirale fest, und irgendwann hat es Klick gemacht. Mir wurde klar, dass es nicht gut ausgehen würde, wenn ich so weitermache. Ich wollte so nicht mehr leben – es war einfach alles negativ. Und dann dachte ich: Verdammt. Ich hab echt die Nase voll davon. Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich etwas ändern muss. Ab da hatte ich diesen Umschaltmoment. Es lief nicht sofort gut, aber ich habe angefangen zu versuchen, die Dinge in eine positivere Richtung zu drehen.“ (Kind 8).
Außertherapeutische Faktoren, die Wohlbefinden und Ergebnisse beeinflussen. Neben hilfebezogenen Faktoren, die positive oder negative Ergebnisse beeinflussten, berichteten Eltern und Kinder über Ereignisse oder Umstände außerhalb des Rahmens der Jugendhilfe, die dennoch das Wohlbefinden des Kindes, der Eltern oder des Familiensystems beeinflussten und damit die Ergebnisse der Hilfe positiv oder negativ beeinflussten. Im Kodierprozess wurde dieses Thema als zusätzlicher Einflussfaktor auf die wahrgenommenen Effekte der Hilfe und auf das Wohlbefinden von Kind, Eltern oder Familie identifiziert. Vier Hauptunterthemen wurden identifiziert: (1) komplexe Trennungsprobleme, (2) finanzielle Probleme und Armut, (3) Schule und Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern sowie (4) das soziale Netzwerk der Familie, einschließlich Partnerschaften und Kontakten zu Gleichaltrigen.
In mehreren Familien beeinflussten komplexe Trennungsprobleme das Wohlbefinden des Kindes oder der Familie während und nach der Hilfe.
„Ich glaube immer noch nicht, dass er (der Sohn) über sein Problem hinweg ist. (…). Die Angst ist immer noch da. Er sagt, er will dort (beim Vater) nicht mehr übernachten. Die Angst ist, dass Papa wieder anfangen könnte zu trinken, wenn niemand da ist – auch wenn er sagt, dass er es nicht tut, macht er es trotzdem. ‚Wenn ich ins Bett gehe, dann fängt er an‘, sagt er. Er hat diese Angst also nicht losgelassen, und Vertrauen hat er definitiv nicht zurückgewonnen. Da ist es noch nicht so, wie es sein müsste. Und ich glaube, das kann sich nur ändern, wenn die Situation wieder eintritt.“ (Elternteil 1).
„An dem Abend hat er (der Sohn) meinen Partner angerufen und gefragt, ob er ihn ‚Papa‘ nennen darf. Ich glaube, das war seine Art, dieses Kapitel für sich abzuschließen. Seitdem hat er überhaupt nicht mehr darüber gesprochen. Sie sind nie wirklich mit ihm aufgewachsen, also kennen sie ihn nicht wirklich. Ich glaube, er hat das Gefühl: Es spielt keine Rolle mehr. Das hat er (im Interview) gerade auch gesagt. Natürlich tut es trotzdem weh – denn er ist sein Vater.“ (Elternteil 2).
Finanzielle Probleme und Armut sind ein außertherapeutischer Faktor, der das Funktionieren der Familie beeinflusst.
„Finanziell kämpfen wir seit Jahren. Ich arbeite nicht – ich wurde für arbeitsunfähig erklärt –, aber ich versuche jetzt, wieder anzufangen zu arbeiten. Geldsorgen haben eine große Rolle gespielt, vor allem für [Tochter]. Wahrscheinlich auch für [Sohn], aber er zeigt es weniger. Aber [Tochter] belastet das wirklich. Sie will arbeiten, obwohl sie eigentlich nicht dazu in der Lage ist. Ich habe auch wieder angefangen zu arbeiten, obwohl ich körperlich eigentlich nicht dazu fähig bin. Also ja, das ist ein großer Faktor, der viel Unruhe in unser Leben bringt.“ (Elternteil 8).
Schule und Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern wurden sowohl als positiver als auch als negativer Faktor genannt.
„Er (der Sohn) ist von einer Regelschule auf eine Förderschule gewechselt, was sein Selbstvertrauen deutlich gestärkt hat. Früher war er der Leistungsschwächste in seiner Klasse, und jetzt ist er der Beste in seiner Klasse. Das hat ihm wirklich geholfen, Selbstvertrauen zu gewinnen und selbstbewusster aufzutreten – also ja, das hat wirklich einen Unterschied gemacht.“ (Elternteil 1).
„Das Problem war, dass er (der Sohn) danach (nach der EMDR) immer noch oft aus dem Klassenzimmer geschickt oder aus der Gruppe genommen wurde. Er hat also gewissermaßen ein neues Trauma aufgebaut. Jedes Mal wurde er wieder mit diesem alten Schmerz konfrontiert. Manchmal denke ich, wir sollten von vorn anfangen, damit er wieder etwas Vertrauen in sich selbst gewinnt. Im Moment wird er oft als derjenige gesehen, der Ärger macht. Er ist in dieser Hinsicht eigentlich ziemlich beschädigt.“ (Elternteil 7).
Die sozialen Netzwerke rund um das Kind oder die Familie sind für emotionale und praktische Unterstützung wichtig.
„Wir haben ein Paar, mit dem ich sehr eng befreundet bin. Sie sind auch die gesetzlichen Vormunde meiner Kinder und die Paten von [Tochter). Von Anfang an war er eine Vaterfigur für meine Kinder und eine wichtige Stütze. Als [Tochter] wieder nach Hause gezogen ist und ich nicht zurechtkam, konnte sie zu ihnen gehen. Sie haben mit ihr gegessen und ihr emotionalen Halt gegeben. Sie haben viel übernommen, auch für meinen Sohn. Wann immer er Schwierigkeiten hat, redet er mit ihnen. Sie sind wirklich ein Sicherheitsnetz für meine beiden Kinder.“ (Elternteil 8).
„Meine Tante – weil [Fachkraft] damals aufgehört hat – wurde jemand, an den ich mich wenden konnte. Zusammen mit [Fachkraft] habe ich in meinem Umfeld nach jemandem gesucht, mit dem ich mich wohlfühle zu reden, jemandem, den ich ansprechen kann, wenn es mir schlecht geht. Ich hatte ein Gespräch mit meiner Tante, und wir haben vereinbart, alle zwei Wochen oder einmal im Monat etwas zusammen zu machen, zum Beispiel mit dem Hund spazieren zu gehen oder Zeit miteinander zu verbringen.“ (Kind 10).
Beziehungen im sozialen Netzwerk können jedoch auch ein Hindernis sein, wie Elternteil 14 berichtete.
„Es ist eine schwierige Situation mit den Großeltern aus Rotterdam – den Eltern meines Ex-Partners. Im Moment sind wir in einem ernsten Konflikt (…). Vor allem ihr Erziehungsstil – ein sehr nachgiebiger Ansatz – ist etwas, mit dem ich grundsätzlich nicht einverstanden bin, vor allem, weil das bei [Sohn] einfach nicht funktioniert.“
Als Teil des sozialen Netzwerks wurden eine (neue) Beziehung des Elternteils oder des Kindes und positive Kontakte zu Gleichaltrigen häufig als Faktoren genannt, meist als förderlich.
„Er (der Sohn) hat einen sehr engen Freund. Anfangs hatte er mehrere Freunde, aber man sieht, dass er sich jetzt auf eine bestimmte Freundschaft konzentriert, die ihn beruhigt und aufbaut.“ (Elternteil 7).
„Ich bin jetzt seit etwa dreieinhalb Jahren mit ihm (dem neuen Partner) zusammen. Er ist ein sehr ruhiger und gelassener Mensch, und die Kinder schöpfen viel Halt aus ihm – das ist etwas, das sie wirklich brauchen.“ (Elternteil 2).
Die Forschungsziele dieser Studie waren dreifach. Erstens sollte ein vertiefter Einblick in die wahrgenommenen Effekte familienorientierter Jugendhilfe gewonnen werden und zweitens in die wahrgenommenen wirksamen Elemente. Ein drittes Ziel war es, Kipppunkte zu erkunden, wie sie sowohl Eltern als auch Kinder rückblickend erlebt haben. Schlussfolgerungen zu den wahrgenommenen Effekten sind als explorativ zu verstehen, da die quantitativen Daten auf eine praxisbasierte Messung nach Abschluss der Hilfe beschränkt waren und die Stichprobe der Jugendlichen klein war.
Sowohl die quantitativen als auch die qualitativen Befunde zeigen, dass die Mehrheit der Eltern positive Ergebnisse der erbrachten Jugendhilfe berichtete. Die meisten wahrgenommenen Effekte betreffen das Funktionieren des Kindes und der Familie und in geringerem Maße das Funktionieren der Eltern. Die Angaben von Eltern und Jugendlichen stimmten in den quantitativen Daten weitgehend überein, mit vergleichbaren Anteilen positiver Effektwerte in beiden Gruppen. Ebenso zeigten die qualitativen Daten eine erhebliche Überschneidung zwischen den Angaben von Eltern und Jugendlichen hinsichtlich Verbesserungen, hilfreicher Interventionselemente und zentraler Kipppunkte.
Es wurden jedoch auch Unterschiede zwischen den Perspektiven von Eltern und Jugendlichen beobachtet. Insbesondere wurden Verletzlichkeiten und Rückschläge im Funktionieren von Eltern, nicht aber von Kindern berichtet. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Kinder eher eine gegenwartsorientierte Perspektive einnehmen und künftige Folgen seltener vorwegnehmen, während Eltern eher zu einer längerfristigen, risikosensiblen Perspektive neigen (Steinberg et al., 2009).
Unsere Befunde zu den wahrgenommenen Effekten entsprechen früherer Forschung, sowohl quantitativer (z. B. Blankenstein et al., 2018; Damen et al., 2021; Nuntavisit & Porter, 2022) als auch qualitativer (z. B. Hurley et al., 2020; Paradisopoulos et al., 2015), die ebenfalls vergleichbare positive Effekte familienorientierter Jugendhilfe auf das Funktionieren von Kind, Eltern oder Familie fand.
Bei der Untersuchung der Nachhaltigkeit der wahrgenommenen Effekte schienen positive Ergebnisse im Funktionieren von Kind und Familie im Allgemeinen erhalten zu bleiben. Mehrere Eltern und Kinder berichteten von anhaltenden spürbaren Verbesserungen im Selbstwertgefühl und im Alltagsfunktionieren des Kindes, einschließlich eines regelmäßigen Schulbesuchs und positiver Interaktionen mit Gleichaltrigen.
Trotz positiver Veränderungen berichteten Eltern auch von Verletzlichkeiten im Funktionieren von Kind und Familie. Beim Funktionieren des Kindes verschwanden Entwicklungs- oder Verhaltensprobleme nicht, wurden aber besser handhabbar, weil die Verhaltens- oder emotionalen Probleme des Kindes nachließen oder weil Eltern darin unterstützt wurden, die Bedürfnisse ihres Kindes besser zu erkennen und darauf einzugehen. Eltern dabei zu helfen, die Entwicklungsbedürfnisse des Kindes zu verstehen, ist ein wichtiger Schwerpunkt der Jugendhilfe, da Psychoedukation der Bezugspersonen und die Verbesserung ihrer Bewältigungsfähigkeiten zu positiven Hilfeergebnissen führen (Pedersen et al., 2019). Diese Intervention zielt darauf ab, Familien weiter zu stärken, ein größeres Gefühl der Kontrolle über das Familienleben aufzubauen und die elterliche Belastung zu verringern (Damen et al., 2021). Andere fortbestehende Schwierigkeiten betrafen die sozialen Interaktionen des Kindes, das Funktionieren in der Schule oder ungelöste Traumathemen. Verletzlichkeit im Funktionieren der Familie zeigte sich überwiegend in fragilen wechselseitigen Beziehungen oder anhaltenden komplexen Trennungsproblemen, die das Wohlbefinden des Kindes und der Familie beeinflussten. Bemerkenswert ist, dass Eltern Verletzlichkeiten in ihrem eigenen Funktionieren vor allem in Bezug auf ihr Wohlbefinden berichteten, darunter ein hohes Maß an Erziehungsstress und ein Bedarf an therapeutischer Unterstützung für sich selbst. Dies legt nahe, dass Jugendhilfe zwar tendenziell positive Wirkungen auf das Funktionieren des Kindes und der Familie hat, ihr Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden der Eltern jedoch begrenzter ist.
Neben fortbestehenden Verhaltensproblemen des Kindes wurden Verletzlichkeiten im Funktionieren einzelner Familienmitglieder und des Familiensystems als Ganzes durch außertherapeutische Faktoren beeinflusst, etwa komplexe Trennungsprobleme und finanzielle Not. Am häufigsten genannt wurden der Kontaktverlust zwischen Kind und einem Elternteil nach der Trennung, Probleme in der gemeinsamen Elternschaft, elterlicher Substanzkonsum und anhaltende Gewalt. Über die Risiken hinaus, die eine Scheidung für die Entwicklung von Kindern grundsätzlich mit sich bringt (Caksen, 2022; D'Onofrio & Emery, 2019), verschärfen anhaltende elterliche Konflikte oder Probleme in der gemeinsamen Elternschaft nach einer Trennung das Stressniveau zusätzlich und beeinträchtigen das Wohlbefinden sowohl der Kinder als auch ihrer Eltern (Van der Valk et al., 2020). Armut und finanzielle Not sind ebenfalls Risikofaktoren für positive Ergebnisse bei Kindern und Familien (Chaudry & Wimer, 2016). Umgekehrt wurden als Schutzfaktoren für das Wohlbefinden von Kind, Eltern und Familie der Zugang zu einem passenden schulischen Umfeld, eine neue unterstützende Beziehung und das Vorhandensein eines engagierten informellen Unterstützungsnetzwerks für Kind und Eltern genannt. Ein unterstützendes soziales Netzwerk kann dazu beitragen, elterlichen Stress zu verringern und das emotionale und Verhaltensfunktionieren von Kindern zu verbessern (Negi & Sattler, 2024; Nunes et al., 2022). Die Aktivierung des sozialen Netzwerks hat sich als wirksames Element der Hilfe erwiesen (Visscher et al., 2022).
Die fortbestehenden elterlichen Verletzlichkeiten stellen den systemischen Ansatz der erbrachten familienorientierten Jugendhilfe infrage. Obwohl die Eltern in fast allen Verläufen eng einbezogen waren, schienen sich die behandelten Themen vor allem auf die Verbesserung des Funktionierens von Kind und Familie und darauf zu konzentrieren, den Eltern zu helfen, die Entwicklungsbedürfnisse des Kindes zu verstehen. Komplexe Trennungsprobleme wurden angegangen, konnten aber oft nicht gelöst werden, sodass ihr negativer Einfluss auf das Funktionieren von Kind und Familie bestehen blieb. Andere Faktoren, die das Funktionieren des gesamten Systems beeinflussen, etwa die individuellen Bedürfnisse der Eltern oder die finanziellen Probleme der Familie, waren nicht ausdrücklich Teil des Hilfeprozesses. Obwohl ein systemischer Ansatz für familienorientierte Jugendhilfe zentral ist, deuten die vorliegenden Befunde darauf hin, dass seine Umsetzung in der Praxis lückenhaft bleiben kann. Die fortbestehende Verletzlichkeit der Eltern in Bezug auf ihr eigenes Wohlbefinden kann ein Risikofaktor für einen Rückschlag im Funktionieren von Kind und Familie sein, da das Funktionieren der Eltern mit beidem zusammenhängt (Crnic, 2024; Packerd et al., 2020; Schleider et al., 2015). Zudem gilt die Aktivierung des sozialen Netzwerks der Familie weithin als Schlüsselkomponente zur Stärkung der familiären Resilienz und damit zur Erhöhung der Nachhaltigkeit von Hilfeergebnissen. Die vorliegenden Interviewbefunde legen jedoch nahe, dass diese Komponente in den Hilfeverläufen nicht ausdrücklich genug bearbeitet wurde. Künftige Forschung könnte daher systematischer untersuchen, in welchem Umfang die Einbeziehung des sozialen Netzwerks in der Praxis umgesetzt wird und wie dies mit den wahrgenommenen längerfristigen Effekten von Jugendhilfe zusammenhängt.
Die Befunde dieser Studie stehen im Einklang mit zuvor identifizierten wirksamen Elementen der Jugendhilfe und untermauern damit die bestehende Evidenz dazu, was zu positiven Ergebnissen familienorientierter Interventionen beiträgt (Soenen et al., 2013; Todd et al., 2025; Visscher et al., 2022). Bei den wahrgenommenen wirksamen Elementen bezogen sich die meisten förderlichen Faktoren auf die therapeutische Allianz und die Interventionsinhalte. Eltern und Jugendliche fühlten sich im Allgemeinen gut unterstützt, und die erbrachte Hilfe entsprach überwiegend ihren Bedürfnissen. Hinderliche Faktoren hingen dagegen vor allem mit organisatorischen Fragen zusammen, etwa Wartelisten, bürokratischen Verfahren und der Beteiligung mehrerer Fachkräfte infolge aufeinanderfolgender Verläufe oder Personalfluktuation. Ein Konzept, das sowohl als hinderlich als auch als förderlich wahrgenommen wurde, ist die Validierung von Eltern und Jugendlichen („gehört werden“). Wurde sie positiv erlebt, fühlten sich Eltern und Jugendliche anerkannt, verstanden und ernst genommen (Wasson Simpson et al., 2022), weil Fachkräfte Empathie, Respekt und echtes Interesse an den Erfahrungen und Sichtweisen von Eltern und Jugendlichen zeigten (Persson et al., 2016). Umgekehrt deutet die von Eltern erlebte Invalidierung („nicht gehört werden“) auf einen Mangel an Anerkennung und Wertschätzung ihrer Expertise und ihrer Sorge um ihr Kind hin (Nooteboom et al., 2020), was zu abweichenden Sichtweisen von Eltern und Fachkräften führen, damit die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften behindern (Barnhoorn-Bos et al., 2025) und folglich die Effekte der Hilfe beeinträchtigen kann. Übereinstimmung und Engagement zwischen Eltern und Fachkraft sowie zwischen Kind und Fachkraft sind unerlässlich, um Hilfebedarfe zu erkennen und wirksame Interventionen sicherzustellen (De Greef et al., 2016; Roest et al., 2023).
Die von Eltern und Kindern berichteten Kipp- (oder Wende-)punkte waren vor allem mit Faktoren der therapeutischen Allianz und der Interventionsinhalte verbunden. Die Haltung der Fachkraft – gekennzeichnet durch Freundlichkeit, Empowerment, Respekt und eine nicht wertende Herangehensweise – wurde mehr als einmal als positiver Kipppunkt zu Beginn der Hilfe erlebt. Diagnostische Abklärung und das Erkennen der Entwicklungsbedürfnisse des Kindes wurden als interventionsbezogene Kipppunkte genannt. Doch auch andere Einflüsse – etwa verhaltensregulierende Medikation, eine neue unterstützende Beziehung oder die individuelle Motivation einer Person – trugen zu diesen Wendungen bei, obwohl sie weniger direkt im Einflussbereich der Hilfeangebote liegen. Insgesamt ließen sich keine eindeutigen Themen oder Elemente in Bezug auf Kipppunkte identifizieren. Dies entspricht den Befunden von O’Brien (2020), wonach das Erleben eines Kipppunkts subjektiv ist und von verschiedenen Menschen unterschiedlich identifiziert und gedeutet wird, selbst wenn sie über dieselbe Situation sprechen.
Um kritische Wendepunkte in Jugendhilfeverläufen besser zu verstehen, ist es unerlässlich, Kinder und Familien am Ende der Hilfe direkt einzubeziehen und mit ihnen darüber nachzudenken, ob, wann und wie sie solche entscheidenden Momente in ihrem Hilfeverlauf erlebt haben.
Obwohl fast alle Familien aktiv in den Prozess einbezogen waren und einen familienorientierten Ansatz erlebten, bleibt die systemische Methode in der Jugendhilfe ein kritischer Punkt. Ein ganzheitlicher Ansatz scheint nötig, um systemische Faktoren wie Armut, schulische Einflüsse und soziale Netzwerke in die Intervention einzubeziehen. Frühere Forschung zeigte einen Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung durch Eltern und der Nutzung von Jugendhilfe (Batterink & Van Plaggenhoef, 2022). Die Beachtung des elterlichen Wohlbefindens, von Armut und komplexen Trennungsproblemen ist daher entscheidend, da diese Faktoren das Funktionieren des Kindes beeinflussen, was wiederum die Nachhaltigkeit der Hilfeergebnisse beeinflussen kann. Die Zusammenarbeit mit Schulen und informellen Netzwerken sollte fester Bestandteil dieses Ansatzes sein. Auch wenn einige Fälle eine solche Integration zeigen mögen, scheint sie noch keine Standardpraxis zu sein. Ein multidisziplinäres Hilfeteam ist nötig, um diese Faktoren anzugehen, Familien mit fortbestehenden Verletzlichkeiten zu unterstützen und die langfristige Wirkung zu erhöhen.
Die Zahl der Familien mit komplexen Trennungsproblemen ist bemerkenswert. Dies entspricht den Befunden von Batterink & Van Plaggenhoef (2022), die zeigen, dass Kinder geschiedener Eltern Jugendhilfe deutlich häufiger in Anspruch nehmen als Kinder aus nicht getrennten Familien. Die Interviews dieser Studie zeigen, dass die Auswirkungen dieser Probleme über das Ende der Hilfe hinaus fortbestehen, da beide Elternteile – sichtbar oder unsichtbar – mit dem Kind verbunden bleiben (Harman et al., 2022; Xerxa et al., 2020). Es ist daher unerlässlich, dass die Fähigkeit, mit diesen trennungsbezogenen Herausforderungen umzugehen, in der Nachsorge für Kinder und Eltern beobachtet oder bearbeitet wird.
Obwohl die Eltern Zufriedenheit mit der erhaltenen Hilfe äußerten und positive Ergebnisse beobachteten, blieben Verletzlichkeiten bestehen, die das Funktionieren von Kind, Eltern und Familie beeinträchtigten und das Risiko einer Verschlechterung bargen. Fortgesetzte Unterstützung oder Begleitung scheint unerlässlich, um Rückschläge zu verhindern. Eine erneute Zuweisung innerhalb der Jugendhilfe ist an sich nicht problematisch, da neue Entwicklungsphasen des Kindes erneute Unterstützung erfordern können. Eine ernsthafte Verschlechterung lässt sich jedoch abmildern, wenn Familien für die Dienste sichtbar bleiben und bei Bedarf rechtzeitig interveniert werden kann.
Die Bedeutung des Gewinnens von Einsicht in das Verhalten und die Bedürfnisse des Kindes als Interventionselement zeigte sich sowohl in den quantitativen als auch in den qualitativen Daten. Dies scheint in der Jugendhilfe für Eltern wie Kinder besonders wichtig und von Mehrwert zu sein, im Hinblick auf Empowerment und die Nachhaltigkeit der Effekte (Damen et al., 2021; Pederson et al., 2019).
Diese Studie zeigt die Bedeutung einer positiven therapeutischen Allianz und passender Interventionsinhalte. Für künftige Fachkräfte sollte die Ausbildung ausdrücklich auf die Entwicklung von Kompetenzen zum Allianzaufbau und methodischen Kompetenzen ausgerichtet sein. Das Einholen von Zwischenfeedback im Rahmen feedbackinformierter Behandlung unterstützt Übereinstimmung und Konsens zwischen Eltern, Kindern und Fachkräften und verbessert damit die Hilfeergebnisse (Tam & Ronan, 2017).
Als letzte Implikation müssen Politik und Organisationsstrukturen die Hindernisse für die Hilfe angehen, die vor allem mit organisationalen Faktoren zusammenhingen. Empfohlen wird eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Erwachsenenpsychiatrie für Eltern und der Kinder- und Jugendpsychiatrie für ihre Kinder, wobei auch andere Kontextfaktoren berücksichtigt werden sollten (Stolper et al., 2024). Zudem kann ein vorläufiges Hilfeangebot während der Wartezeiten das Gefühl von Unterstützung, die Bereitschaft und die Motivation von Eltern und Jugendlichen für die bevorstehende Intervention stärken.
In dieser Studie wurden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden eingesetzt, um Einblick in die wahrgenommenen Effekte von Jugendhilfe zu gewinnen. Die qualitative Komponente wurde bewusst gegenüber der quantitativen priorisiert. Bei der Evaluation mehrkomponentiger Interventionen sind die subjektiven Erfahrungen der Hilfeempfangenden neben quantitativen Daten unerlässlich, da ein qualitativer, narrativer Ansatz Aspekte der Hilfe sichtbar macht, die quantitative Maße nicht erfassen, etwa Gefühle von erlebtem Vertrauen und erlebter Anerkennung (Busetto et al., 2020; Verheijen et al., 2025).
Die Stichprobe spiegelte vielfältige Perspektiven wider, darunter Familien mit jüngeren und älteren Kindern, die ambulante, stationäre oder teilstationäre Hilfe erhielten. Sowohl Erfahrungen mit freiwilliger als auch mit verpflichtender Hilfe waren vertreten. Mit diesem Vorgehen sollte ein breites Spektrum an Erfahrungen von Eltern und Jugendlichen hinsichtlich der Ergebnisse und der wahrgenommenen wirksamen Elemente der Hilfe erfasst werden.
Eine ausreichende Zahl von Familien für die qualitativen Daten zu rekrutieren, erwies sich als schwierig, da viele nicht auf die Einladung reagierten oder die Teilnahme ablehnten. Dennoch erklärten sich vierzehn Familien bereit, ihre Erfahrungen zu teilen, die überwiegend positiv in Bezug auf wahrgenommene Effekte und wirksame Elemente waren. Dies könnte auf eine Stichprobenverzerrung hindeuten, die möglicherweise geringeren Erziehungsstress und günstigere Ergebnisse bei den teilnehmenden Familien widerspiegelt. Mehrere Aspekte scheinen diese Verzerrung jedoch abzumildern. Erstens wurde, um das Spektrum von vornherein zu erweitern, neben den Interviews ein Fragebogen eingesetzt, der ein breiteres Spektrum an Antworten lieferte. Auch die quantitativen Daten zeigten positive Effekte aus Sicht von Eltern und Jugendlichen. Zudem wurden bei der Rekrutierung ausdrücklich Familien mit positiven wie negativen Erfahrungen eingeladen. Mehrere Familien berichteten nicht nur über positive Ergebnisse, sondern auch über Schwierigkeiten in der Hilfe und fortbestehende Verletzlichkeiten nach der Intervention, was auf eine ausgewogene Darstellung der Erfahrungen hindeutet. Schließlich spiegelte die qualitative Stichprobe breitere Muster wider, die sich in Jugendhilfedaten zeigen, etwa frühere Hilfegeschichten und fortbestehende Hilfebedarfe bei Familien in der Jugendhilfe (Statistics Netherlands, 2024). Hinsichtlich der Repräsentativität der Stichprobe für die Gesamtheit der Familien in familienorientierter Jugendhilfe ist dennoch Vorsicht geboten.
Neben den Erfahrungen der Eltern wurde es als wichtig erachtet, die Perspektiven Jugendlicher auf wahrgenommene Effekte, wirksame Elemente und Kipppunkte einzubeziehen. Die Stichprobe der Jugendlichen war jedoch sowohl für die quantitative als auch für die qualitative Komponente klein. Obwohl wertvolle Einblicke in ihre Erfahrungen gewonnen wurden, legt die begrenzte Stichprobengröße nahe, diese Befunde mit Vorsicht zu interpretieren und als vorläufig zu betrachten.
Angesichts der begrenzten Wirkung von Jugendhilfe auf das Funktionieren der Eltern – trotz des gut belegten Zusammenhangs zwischen elterlichem Wohlbefinden und kindbezogenen Ergebnissen (Batterink & Van Plaggenhoef, 2022; Crnic, 2024) – sollte künftige Forschung genauer untersuchen, wie sich Jugendhilfe auf Eltern als Einzelpersonen auswirkt. Eine Schlüsselfrage ist, warum Jugendhilfe für das Wohlbefinden der Eltern weniger förderlich zu sein scheint. Für ein tieferes Verständnis ist es wichtig, Fälle zu untersuchen, in denen Eltern neben der Jugendhilfe eine eigene individuelle Hilfe erhalten, und zu bestimmen, wie sich beide auf das Funktionieren der Eltern auswirken.
Insbesondere sollte die Forschung förderliche und hinderliche Faktoren individueller Hilfe für Eltern in Verbindung mit Jugendhilfe identifizieren und bestimmen, ob diese Faktoren mit der therapeutischen Allianz, der Intervention selbst oder organisatorischen Aspekten (z. B. Wartelisten, Zeitpunkt oder Inhalt der Elternintervention) zusammenhängen. Auch der Zeitpunkt der Elternhilfe im Verhältnis zur Jugendhilfe verdient Aufmerksamkeit. Hypothetisch könnte die Bearbeitung elterlicher Belastungsfaktoren – etwa psychischer Probleme der Eltern oder finanzieller Schwierigkeiten – vor Beginn der Jugendhilfe günstigere Ergebnisse für die Eltern fördern und so Bedingungen schaffen, die Entwicklung in Jugendhilfeverläufen unterstützen. Alternativ könnte ein Beginn mit der Jugendhilfe die elterliche Belastung verringern, dadurch das Funktionieren der Eltern verbessern und die Effekte einer anschließenden individuellen Hilfe erhöhen.
Weitere Forschung sollte untersuchen, welche Abfolge – individuelle Elternhilfe gefolgt von Jugendhilfe oder umgekehrt – die nachhaltigsten Ergebnisse für Kinder und Familien erzielt. Zudem sollte der Mehrwert der kürzlich in den Niederlanden eingeführten integrierten Hilfe für Eltern und Jugendliche (Stolper et al., 2024) im Hinblick auf ihre Wirkung auf das Funktionieren von Kind, Eltern und Familie insgesamt untersucht werden.
Diese Studie untersuchte die erlebte Wirkung familienorientierter Jugendhilfe aus der Perspektive von Eltern und Kindern, mit Schwerpunkt auf wahrgenommenen Effekten, förderlichen und hinderlichen Elementen sowie Kipppunkten. Die quantitativen Befunde zeigen, dass die Mehrheit der Teilnehmenden die Hilfe als wirksam wahrnimmt, insbesondere im Hinblick auf Verbesserungen im Funktionieren von Kind und Familie sowie bei den Erziehungskompetenzen. Die qualitativen Daten zeigen, dass die meisten Familien zwar bedeutsame Veränderungen erleben, Verletzlichkeiten im Funktionieren von Kind und Familie und vor allem im elterlichen Wohlbefinden jedoch über den Hilfeverlauf hinaus fortbestehen. Wirksame Elemente betreffen vor allem die therapeutische Allianz und die Interventionsinhalte, während organisationale Hindernisse wie Wartelisten und komplexe Gesetze und Vorschriften die Ergebnisse beeinträchtigen. Wahrgenommene Kipppunkte hängen mit respektvollen Interaktionen mit Fachkräften, diagnostischen Erkenntnissen und außertherapeutischen Ereignissen zusammen. Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Bedeutung eines systemischen Ansatzes, der die Bedürfnisse der Eltern und Kontextfaktoren berücksichtigt. Um die wahrgenommenen Effekte und Kipppunkte besser zu verstehen, ist es unerlässlich, Kinder und Familien direkt in die Reflexion über Jugendhilfe einzubeziehen.
Complexe Systémique: das Wichtigste
Diese Studie erinnert hilfreich daran, dass „systemischer Ansatz“ und „einbezogene Eltern“ nicht dasselbe sind. Die befragten niederländischen Familien sagen, dass die Hilfe für das Kind und für das Familienklima gewirkt hat und dass vor allem die Qualität der Beziehung zählte: ernst genommen werden, gemeinsam entscheiden, eine Fachkraft, die nicht aufgibt, eine Diagnostik, die dem Kind endlich einen Sinn gibt. Doch Monate nach dem Ende der Hilfe sind es die Eltern, denen es schlecht geht: erschöpft, selbst hilfebedürftig, gefangen in konflikthaften Trennungen, Schulden oder Konflikten mit den Großeltern, die alle außerhalb des Rahmens blieben. Die Kipppunkte wiederum liegen oft jenseits des Hilfeangebots: ein Medikament, ein neuer Partner, ein gemeinsamer Brief mehrerer Stellen, eine Jugendliche, die „die Nase voll hat“. Für die systemische Praxis lautet die Lehre, den Elternteil als Teil des Systems zu behandeln, das Hilfe braucht, und nicht nur als Hebel. Die Grenzen sind die einer kleinen, selbstselektierten Stichprobe, die vermutlich günstiger ist als der Durchschnitt, und einer einzigen quantitativen Messung. Lesenswert zusammen mit der Studie über passgenaue Hilfe für Familien mit Mehrfachproblemen und dem Beitrag über den Anteil der Therapierenden an der Allianz in der aufsuchenden Familienbehandlung.
Anmerkungen des Originals
Finanzierung. Diese Studie wurde von der Niederländischen Organisation für Gesundheitsforschung und -entwicklung (ZonMw) unter der Fördernummer 10190022010007 sowie von Sterk Huis und Combinatie Jeugdzorg (Fördernummern n. a.) finanziert.
Interessenkonflikt. Die Verfassenden erklären, dass keine bekannten konkurrierenden finanziellen Interessen oder persönlichen Beziehungen bestehen, die die in diesem Beitrag berichtete Arbeit hätten beeinflussen können.
Ethikvotum. Das Forschungsprojekt „What happens afterwards?“ wurde von der Ethikkommission der Tilburg University genehmigt (Aktenzeichen RP 245).
Einwilligung. Alle Eltern und Kinder, die am Projekt „What happens afterwards?“ teilnahmen, unterzeichneten eine informierte Einwilligung zur Teilnahme am Projekt.
Literatur
Alexander, J. F., Waldron, H. B., Robbins, M. S., & Neeb, A. A. (2013). Functional family therapy for adolescent behavior problems. American Psychological Association.
ATLAS.ti Scientific Software Development GmbH. (2023). ATLAS.ti Windows (version 23.2.1) [Computerprogramma]. https://atlasti.com
Barnhoorn-Bos, A. M., Mulder, E. A., Nooteboom, L. A., Meurs, E. A., & Vermeiren, R. R. (2025). Professionals’ and Families’ Perspectives on Essential Elements of Shared Decision-Making: A Qualitative Analysis on Families with Multiple and Enduring Problems in Integrated Youth Care. Administration and Policy in Mental Health and Mental Health Services Research, 1–13.
Batterink, M., & Van Plaggenhoef, W. (2022). Relatie tussen scheidingen, ggz-gebruik en jeugdzorggebruik. Significant Public. eerstekamer.nl
Bijleveld, G. G., van Dedding, C. W. M., & Bunders-Aelen, J. F. G. (2014). Seeing eye to eye or not? Young people’s and child protection workers’ perspectives on children’s participation within the Dutch child protection and welfare services. Children and Youth Services Review, 47, 253–259. https://doi.org/10.1016/j.childyouth.2014.09.018
Bjørknes, R., & Ortiz-Barreda, G. (2021). Are the voices of parents heard? A scoping review of satisfaction inparenting programs. Evaluation and Program Planning. https://doi.org/10.1016/j.evalprogplan.2021.101928
Blankestein, A. M. M. M., Van der Rijken, R. E. A., Broekhoven, J. L., Lange, A. M. C., Simons, I., Van Domburgh, L., & Scholte, R. H. J. (2022). Residential youth care combined with systemic interventions: Exploring relationships between family-centered care and outcomes. Residential Treatment for Children & Youth, 39(1), 34–56.
Bouma, H., Grietens, H., López, M., & Knorth, E. J. (2019). Learning from parents: A qualitative interview studyon how parents experience their journey through the Dutch child protection system. Child & Family Social Work, 25, 116–125. https://doi.org/10.1111/cfs.12723
Bowen, M. (1978). Family therapy in clinical practice. Jason Aronson.
Braun, V., & Clarke, V. (2021). Thematic analysis: A practical guide.
Bronfenbrenner, U., & Morris, P. A. (2007). The bioecological model of human development. Handbook of child psychology, 1.
Busetto, L., Wick, W., & Gumbinger, C. (2020). How to use and assess qualitative research methods. Neurological Research and Practice, 2(1), 14.
Caksen, H. (2022). The effects of parental divorce on children. Psychiatriki, 33(1), 81–82.
Celinska, K., Cheng, C., & Virgil, N. J. (2015). Youth and parental perspectives on the functional family therapyprogramme. Journal of Family Therapy, 37, 450–470. https://doi.org/10.1111/1467-6427.12051
Chaudry, A., & Wimer, C. (2016). Poverty is not just an indicator: The relationship between income, poverty, and child well-being. Academic Pediatrics, 16(3), S23–S29.
Crnic, K. A. (2024). Parenting stress and child behavior problems: Developmental psychopathology perspectives. Development and Psychopathology, 36(5), 2369–2375.
Damen, H., Scholte, R. H., Vermulst, A. A., Van Steensel, P., & Veerman, J. W. (2021). Parental empowerment as a buffer between parental stress and child behavioral problems after family treatment. Children and Youth Services Review, 124, Article 105982.
de Greef, M., van Hattum, M. J., Granger, K. L., McLeod, B. D., Pijnenburg, H. M., & Scholte, R. H. (2018). Predictors of parent-professional alliance in home-based parenting support. Children and Youth Services Review, 89, 171–178.
De Meyer, R. E., Janssen, J., & Veerman, J. W. (2004). Handleiding Beoordelingsschaal Tevredenheid en Effect (BESTE). Praktikon.
De Swart, J. J. W., Van den Broek, H., Stams, G. J. J. M., Asscher, J. J., Van der Laan, P. H., Holsbrink-Engels, G. A., & Van der Helm, G. H. P. (2012). The effectiveness of institutional youth care over the past three decades: A meta-analysis. Children and Youth Services Review, 34(9), 1818–1824.
Doelman, E. H. J., van der Horst, F. C. P., Luijk, M. P. C. M., & Steketee, M. J. (2024). Parents’ perspectives on the results of mandatory child protection support: A qualitative study. Child & Family Social Work, 29, 928–938. https://doi.org/10.1111/cfs.13144
D’Onofrio, B., & Emery, R. (2019). Parental divorce or separation and children’s mental health. World Psychiatry, 18(1), 100.
Evenboer, K. E., Reijneveld, S. A., & Jansen, D. E. M. C. (2018). Improving care for multiproblem families: Context-specific effectiveness of interventions? Children and Youth Services Review, 88, 274–285.
Fernandez, E. (2004). Effective interventions to promote child and family wellness: A study of outcomes of intervention through Children’s family centres. Child & Family Social Work, 9, 91–104. https://doi.org/10.1111/j.1365-2206.2004.00315.x
Flynn, S., Sundaresan, S. L., & Caffrey, L. (2024). Putting outcomes into practice: The implementation of a framework of outcome measures within a child and family service. The British Journal of Social Work, 54(6), 2378–2395. https://doi.org/10.1093/bjsw/bcae037
Furrer, C. J., Rodgers, A. C., Cooper, C., Rockhill, A., & Lauzus, N. (2023). Creating conditions that encourage youth engagement in family child welfare case planning meetings: A youth perspective. Children and Youth Services Review. https://doi.org/10.1016/j.childyouth.2023.107183
Gavazzi, S. M., & Lim, J. (2023). Family systems theory and youth interventions. Child & Youth Services Review, 149, Article 106789.
Greef, M. D., Pijnenburg, H. M. P. H. M., van Hattum, M. J. C., McLeod, B. D., & Scholte, R. H. J. (2016). Parent-professional alliance and outcomes of child and family care: A systematic review.
Gutterswijk, R. V., Kuiper, C. H., Lautan, N., Kunst, E. G., van der Horst, F. C., Stams, G. J. J., & Prinzie, P. (2020). The outcome of non-residential youth care compared to residential youth care: A multilevel meta-analysis. Children and Youth Services Review, 113, Article 104950.
Harman, J. J., Matthewson, M. L., & Baker, A. J. (2022). Losses experienced by children alienated from a parent. Current Opinion in Psychology, 43, 7–12.
Henggeler, S. W., Schoenwald, S. K., Borduin, C. M., Rowland, M. D., & Cunningham, P. B. (1998). Multisystemic treatment of antisocial behavior in children and adolescents. Guilford Press.
Hossain, M. S., Alam, M. K., & Ali, M. S. (2024). Phenomenological approach in the qualitative study: Data collection and saturation. ICRRD Quality Index Research Journal, 5(2), 148–172.
Hurley, J., Lawler, M., Bray, A., & Oeding-Erdel, N. (2020). Achieving therapeutic gains for regional youth with emergent mental health issues through parental family system–based groups: Findings from a qualitative study. Australian Journal of Rural Health, 28(2), 161–167.
Janssen, B. M., Mathijssen, J. J., & Van Bakel, H. J. (2025, June). Enduring outcomes of family-focused youth care: A systematic review of child, parent and family functioning after care and at follow-up. In Child & Youth Care Forum (Vol. 54, No. 3, pp. 787–815). New York: Springer US.
Kars, M. (2023). Fenomenologie. TVZ-Verpleegkunde in Praktijk En Wetenschap, 133(1), 56–57.
Ladmanová, M., Řiháček, T., Timulak, L., Jonášová, K., Kubantová, B., Mikoška, P., Polakovská, L., & Elliott, R. (2025). Client-identified outcomes of individual psychotherapy: A qualitative meta-analysis. The Lancet Psychiatry, 12(1), 18–31.
McLoughlin, C., Connolly, D., McCarthy, S., Weir, L., O’Rourke, N., & Flynn, R. (2020). What Underpins Good Child-centred Practices in Children’s Social Services?. Journal of Social Care, 3(1), 5.
Minuchin, S. (1974). Families and family therapy. Harvard University Press.
Mooren, T., van Ee, E., Hein, I., & Bala, J. (2023). Combatting intergenerational effects of psychotrauma with multifamily therapy. Frontiers in Psychiatry, 13, Article 867305.
Morino, Y. (2018). Ideas of the change process: Family and therapist perspectives on systemic psychotherapy for children with conduct disorders. Journal of Family Therapy. https://doi.org/10.1111/1467-6427.12202
Negi, S., & Sattler, K. M. (2024). Protective effect of social support: A longitudinal application of Family Stress Model. Children and Youth Services Review, 164, Article 107864.
Nooteboom, L. A., Kuiper, C. H., Mulder, E. A., Roetman, P. J., Eilander, J., & Vermeiren, R. R. (2020). What do parents expect in the 21st century? A qualitative analysis of integrated youth care. International Journal of Integrated Care, 20(3), 8.
Nuntavisit, L., & Porter, M. (2022). Mediating effects of discipline approaches on the relationship between parental mental health and adolescent antisocial behaviours: Retrospective study of a multisystemic therapy intervention. International Journal of Environmental Research and Public Health, 19(20), Article 13418.
O’Brien, E. (2020). When small signs of change add up: The psychology of tipping points. Current Directions in Psychological Science, 29, 55–62. https://doi.org/10.1177/0963721419884313
Paradisopoulos, D., Pote, H., Fox, S., & Kaur, P. (2015). Developing a model of sustained change following multisystemic therapy: Young people’s perspectives. Journal of Family Therapy, 37, 471–491. https://doi.org/10.1111/1467-6427.12070
Pedersen, G. A., Smallegange, E., Coetzee, A., Hartog, K., Turner, J., Jordans, M. J., & Brown, F. L. (2019). A systematic review of the evidence for family and parenting interventions in low-and middle-income countries: Child and youth mental health outcomes. Journal of Child and Family Studies, 28(8), 2036–2055.
Peper, J., van Loon-Dikkers, L., Boelens, S., & Sondeijker, F. (2025). Van cijfer naar stem: Ervaringen van jongeren rondom doorplaatsingen in de jeugdzorg. Verwey-Jonker Instituut.
Persson, S., Hagquist, C., & Michelson, D. (2016). Young voices in mental health care: Exploring children’s and adolescents’ service experiences and preferences. Clinical Child Psychology and Psychiatry, 22(1), 140–151. https://doi.org/10.1177/1359104516656722
Pölkki, P. L., & Vornanen, R. H. (2015). Role and success of Finnish early childhood education and care in supporting child welfare clients: Perspectives from parents and professionals. Early Childhood Education Journal, 44, 581–594. https://doi.org/10.1007/s10643-015-0746-x
Roest, J. J., Welmers-Van de Poll, M. J., Peer Van der Helm, G. H., Stams, G. J. J., & Hoeve, M. (2023). A three-level meta-analysis on the alliance-outcome association in child and adolescent psychotherapy. Research on Child and Adolescent Psychopathology, 51(3), 275–293.
Sanders, L.S. (2019). Parental perspectives of permanency planning and staffing barriers in child welfare[dissertation], Walden University
Van der Valk, I. E., Van den Berg, G., van der Veldt, M. C., & Anthonijsz, I. (2020). Revisie Richtlijn Scheiding en problemen van jeugdigen voor jeugdhulp en jeugdbescherming.
Schleider, J. L., Ginsburg, G. S., Keeton, C. P., Weisz, J. R., Birmaher, B., Kendall, P. C., Piacentini, J., Sherrill, J., & Walkup, J. T. (2015). Parental psychopathology and treatment outcome for anxious youth: Roles of family functioning and caregiver strain. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 83(1), 213.
Soenen, B., D’Oosterlinck, F., & Broekaert, E. (2013). The voice of troubled youth: Children’s and adolescents’ ideas on helpful elements of care. Children and Youth Services Review, 35, 1297–1304. https://doi.org/10.1016/j.childyouth.2013.05.005
Souverein, F. A., Van der Helm, G. H. P., & Stams, G. J. J. M. (2013). ‘Nothing works’ in secure residential youth care? Children and Youth Services Review, 35(12), 1941–1945.
Statistics Netherlands. (2024, 8 November). Jaarrapport 2024 Landelijke Jeugdmonitor. Centraal Bureau Voor de Statistiek. https://www.cbs.nl/nl-nl/publicatie/2024/45/jaarrapport-2024-landelijke-jeugdmonitor
Steinberg, L., Graham, S., O’brien, L., Woolard, J., Cauffman, E., & Banich, M. (2009). Age differences in future orientation and delay discounting. Child Development, 80(1), 28–44.
Stolper, H., van Doesum, K., & Steketee, M. (2024). An integrated family approach in the practice of adult and child mental health care. Frontiers in Psychiatry, 15, Article 1298268.
Strijbosch, E. L. L., Huijs, J. A. M., Stams, G. J. J. M., Wissink, I. B., Van der Helm, G. H. P., De Swart, J. J. W., & Van der Veen, Z. (2015). The outcome of institutional youth care compared to non-institutional youth care for children of primary school age and early adolescence: A multi-level meta-analysis. Children and Youth Services Review, 58, 208–218.
Tam, H. E., & Ronan, K. (2017). The application of a feedback-informed approach in psychological service with youth: Systematic review and meta-analysis. Clinical Psychology Review, 55, 41–55.
Tang, E., de Haan, A. D., Kuiper, C. H., & Harder, A. T. (2024). Family-centred practice and family outcomes in residential youth care: A systematic review. Child & Family Social Work, 29(3), 598–614.
Tausendfreund, T., Knot-Dickscheit, J., Schulze, G. C., Knorth, E. J., & Grietens, H. (2016). Families in multi-problem situations: Backgrounds, characteristics, and care services. Child & Youth Services, 37(1), 4–22.
Taussig, H. N., Roberts, L., Scourfield, J., & Franz, C. (2022). “I’m glad that I was given a second chance to live”: The buffering impact of turning points in the lives of young people with foster care experience. International Journal on Child Maltreatment: Research, Policy and Practice, 6, 233–254. https://doi.org/10.1007/s42448-022-00129-6
Tilbury, C., & Ramsay, S. (2018). A systematic scoping review of parental satisfaction with child protection services. Evaluation and Program Planning, 66, 141–146. https://doi.org/10.1016/j.evalprogplan.2017.10.010
Todd, E., Pond, R., & Coomber, K. (2025). Client perspectives of Family Therapy: A qualitative systematic review. Journal of Marital and Family Therapy. https://doi.org/10.1111/jmft.70024
Tong, P., & An, I. S. (2024). Review of studies applying Bronfenbrenner’s bioecological theory in international and intercultural education research. Frontiers in Psychology, 14, Article 1233925.
Tranquilla, G. (2013). Intensive family therapy with at-risk youth: A preliminary critical incident study [thesis], Trinity Western University
Verheijen, E., Rutz, S., Barendregt, C., & Pot, A. M. (2025). Youth care stories: A scoping review into what, why and how narrative approaches understand and improve quality of care for young people. Health Expectations, 28(2), Article e70166.
Vliet, A. van, Jager, B., van Kuik, M., van Doorn, R., van der Wal, S. & van der Ploeg, Y. (2020). “Constant nieuwe gezichten, ik crash daarvan.” Over stabiliteit en vertrouwde gezichten in de jeugdhulp, Stichting het Vergeten Kind
Visscher, L., Evenboer, K. E., Scholte, R. H. J., Van Yperen, T. A., Knot-Dickscheit, J., Jansen, D. E. M. C., & Reijneveld, S. A. (2020b). Elucidating care for families with multiple problems in routine practice: Self-registered practice and program elements of practitioners. Children and Youth Services Review, 111, Article 104856.
Visscher, L., Jansen, D. E., Evenboer, K. E., van Yperen, T. A., Reijneveld, S. A., & Scholte, R. H. (2020a). Interventions for families with multiple problems: Similar contents but divergent formats. Child & Family Social Work, 25(1), 8–17.
Visscher, L., Jansen, D. E. M. C., Scholte, R. H. J., van Yperen, T. A., Evenboer, K. E., & Reijneveld, A. (2022). Elements of care that matter: Perspectives of families with multiple problems. Children and Youth Services Review. https://doi.org/10.1016/j.childyouth.2022.106495
Wasson Simpson, K. S., Gallagher, A., Ronis, S. T., et al. (2022). Youths’ perceived impact of invalidation and validation on their mental health treatment journeys. Administration and Policy in Mental Health, 49, 476–489. https://doi.org/10.1007/s10488-021-01177-9
Willemse, J. (2015). Het karakter en de plaats van de systeemtheorie. In: Anders kijken. Bohn Stafleu van Loghum, Houten. https://doi.org/10.1007/978-90-368-0844-6_1
Xerxa, Y., Rescorla, L. A., Serdarevic, F., Van IJzendorn, M. H., Jaddoe, V. W., Verhulst, F. C., Luijk, M. P. C. M., & Tiemeier, H. (2020). The complex role of parental separation in the association between family conflict and child problem behavior. Journal of Clinical Child & Adolescent Psychology, 49(1), 79–93.
Inoffizielle deutsche Übersetzung von Understanding the Impact of Family-Focused Youth Care: Examining Outcomes, Effective Elements and Tipping Points as Experienced by Parents and Youth von Bernadette M. Janssen, Jolanda J. P. Mathijssen, Heleen I. J. Sillekens, Judith P. M. van Vugt und Hedwig J. A. van Bakel, Child and Adolescent Social Work Journal, Online-Vorabveröffentlichung (2026), doi: 10.1007/s10560-026-01164-9, unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzung und Satz: Complexe Systémique, Oktober 2026, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz; das Werk wurde im Sinne der Lizenz bearbeitet (zwei Tabellen als Listen). Weder die Verfassenden noch der Verlag sind für diese Übersetzung verantwortlich; maßgeblich ist die Originalfassung.
Inoffizielle Übersetzung des Originalartikels „Understanding the Impact of Family-Focused Youth Care: Examining Outcomes, Effective Elements and Tipping Points as Experienced by Parents and Youth“, erschienen in Child and Adolescent Social Work Journal (2026) unter der Lizenz CC BY 4.0. Übersetzt und neu gesetzt von Complexe Systémique mit Unterstützung künstlicher Intelligenz, wie am Anfang dieser Seite erläutert; maßgeblich ist die Originalfassung.
Originalartikel lesenSo zitieren Sie diesen Artikel
Janssen, B. M., Mathijssen, J. J. P., Sillekens, H. I. J., van Vugt, J. P. M., und van Bakel, H. J. A. (2026). Understanding the Impact of Family-Focused Youth Care: Examining Outcomes, Effective Elements and Tipping Points as Experienced by Parents and Youth. Complexe Systémique. https://app.complexe-systemique.com/en_GB/articles/understanding-the-impact-of-family-focused-youth-care-examining-outcomes-effective (Originalwerk erschienen 2026 in Child and Adolescent Social Work Journal (2026), Online-Vorabveröffentlichung; 2026 erneut veröffentlicht von Child and Adolescent Social Work Journal, https://link.springer.com/article/10.1007/s10560-026-01164-9)
Weiterführende Lektüre